Corona-Newsblog: Das waren die Meldungen am Mittwoch

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 17.000 (72.884 Gesamt - ca. 53.900 Genesene - 1.986 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1.986
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 121.260 (464.239 Gesamt - ca. 332.800 Genesene - 10.183 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 10.183

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Merkel und Ministerpräsidenten einigen sich auf Teil-Lockdown im November (17.37 Uhr)
  • Neuer Lockdown in Frankreich ab Freitag (20.54 Uhr)
  • Belgien ist Europas neues Corona-Sorgenkind (16.45 Uhr)
  • Seehofer will wegen Corona Schleierfahndung verstärken (16.22 Uhr)
  • Bayern bei Corona-Neuinfektionen über der 100er-Marke (15.26 Uhr)
  • Scholz will Firmen bis zu 75 Prozent der Umsatzausfälle ersetzen (14.42 Uhr) 
  • Kabinett beschließt neue Regeln zu Verdienstausfällen (14.28 Uhr)

Das war's für heute. Vielen Dank fürs Lesen. Morgen versorgen wir Sie wieder mit den wichtigsten Enticklungen zur Corona-Lage.

++ Macron: Neuer Lockdown in Frankreich ab Freitag

(20.54 Uhr) Erstmals seit dem Frühjahr geht Frankreich in einen landesweiten Lockdown. Er beginnt an diesem Freitag und gilt vorerst bis zum 1. Dezember, wie Präsident Emmanuel Macron am Mittwochabend in einer Fernsehansprache ankündigte. Anders als im Frühjahr sollen die Schulen unter strengen Hygiene-Auflagen offen bleiben. Restaurants, Bars und die meisten Geschäfte müssen dagegen schließen. Die Bürger sollen ihre Häuser nur noch aus zwingenden Gründen verlassen.

Macron sagte, die massiv gestiegenen Infektionszahlen machten ein „brutales Bremsmanöver“ unausweichlich. Zuletzt hatte Frankreich einen Höchststand von täglich mehr als 50.000 Neuinfektionen verzeichnet. Der Staatschef betonte, Frankreich sei wie die meisten Nachbarstaaten von der zweiten Corona-Welle regelrecht „überschwemmt worden“.

 Bundeskanzlerin Angela Merkel: Neue Einschränkungen ab Montag

(17:37 Uhr)Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach am Mittwoch Abend über neue Schutzmaßnahmen, die sie gemeinsam mit den Ministerpräsidenten beschlossen hat. Folgende Maßnahmen gelten ab Montag, 2. November:

KONTAKTE: In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen — maximal zehn Personen. Es wird dabei verstärkte Kontrollen geben. Menschen sollten Besuche von Verwandten einschränken, Reisen auf das Nötigste beschränken.

 GASTRONOMIE: Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen werden geschlossen. Erlaubt ist weiter die Lieferung und Abholung von Essen für den Verzehr zu Hause. Auch Kantinen dürfen öffnen.

SUPERMÄRKTE: Der Einzelhandel bleibt geöffnet — es gibt aber Vorschriften, wie viele Kunden gleichzeitig im Laden sein dürfen.

SCHULEN und KINDERGÄRTEN: Schulen und Kindergärten bleiben offen. Berlins Bürgemeister Michael Müller sagte dazu: "Wir müssen und werden alles tun, damit das so bleibt."

 FREIZEIT: Freizeiteinrichtungen werden geschlossen. Dazu gehören etwa Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks und Spielhallen.

Außerdem kündigte Merkel neue Wirtschaftshilfen an, die betroffenen Unternehmen große Teile ihres Umsatzausfalls ersetzen. Dabei könnte bei kleinen Betrieben bis zu 75 Prozent, bei größeren bis zu 70 Prozent der Lücke gestopft werden.

Mehr zu den Einschränkungen lesen Sie hier.

Hier finden Sie, was Ministerpräsident Winfried Kretschmann dazu sagt:

Die Erklärung des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, im Wortlaut.

Filteranlage soll medizinischen Virenschutz für Restaurants bringen

Eine Stuttgarter Firma hat einen Luftfilter entworfen, der in 35 Minuten das Infektionsrisiko um 90 Prozent senken kann.  Mehr dazu erfahren Sie im Video:

Belgien ist Europas neues Corona-Sorgenkind

(16.45 Uhr) Belgien ist wegen dramatisch steigender Corona-Fallzahlen zum Sorgenkind Europas avanciert. Die Einweisungen von Covid-19-Patienten in belgische Krankenhäuser übertrafen am Dienstag sogar den Rekord vom Frühjahr. Momentan werden über 5500 Corona-Patienten in belgischen Krankenhäusern behandelt, über 900 von ihnen liegen auf der Intensivstation. 

Ab Freitag gelten in Belgien erneut landesweit weitgehende Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Kultur- und Sportveranstaltungen müssen abgesagt werden, die Universitäten stellen auf Online-Kurse um, und nachts gilt eine Ausgangssperre. Am Freitag kommt zudem der nationale Krisenrat erneut zusammen und könnte einen kompletten nationalen Lockdown beschließen.

Seit Beginn der Pandemie sind in dem kleinen Land mit seinen gut elf Millionen Einwohnern mindestens 11.000 Menschen an dem Virus gestorben. 

Seehofer will wegen Corona Schleierfahndung verstärken

(16.22 Uhr) Um Einreisende aus ausländischen Corona-Risikogebieten ausfindig zu machen, will Bundesinnenminister Horst Seehofer die Schleierfahndung verstärken. „Auch die Einreise nach Deutschland aus Risikogebieten werden wir an Flughäfen, Bahnhöfen und auch auf den Straßen im Grenzraum verstärkt kontrollieren“, sagte der CSU-Politiker der „Bild“-Zeitung

„Dazu wird die Schleierfahndung an allen deutschen Grenzen in einem Radius von 30 Kilometern intensiviert, um auch bei denjenigen, die per Auto aus Risikogebieten einreisen, die Einhaltung der Corona-Bestimmungen kontrollieren zu können.“

++ Labor liefert reihenweise falsch positive Corona-Ergebnisse

(15.59 Uhr) Ein Medizinlabor aus Augsburg hat nach Angaben des Bezirks Oberbayern mehrere Dutzend falsch positive Corona-Testergebnisse geliefert. Der Fehler sei im Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen (Vils) am Samstag aufgefallen, sagte Bezirkssprecherin Susanne Büllesbach am Mittwoch. 

Mitarbeitern der bezirkseigenen Klinik fiel die schiere Menge an positiven Tests auf, sagte die Sprecherin. Eine Nachuntersuchung, die ebenfalls durch den Dienstleister aus Augsburg vorgenommen wurde, ergab, dass tatsächlich nur 2 der ursprünglich 60 positiv getesten Patienten sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Die Klinik gehe von einem technischen Fehler in dem Labor aus, erklärte Büllesbach.

++ Gesundheitsämter überlastet - Infektionsketten geraten aus dem Blick

(16.04 Uhr) Die steigende Zahl der Corona-Infektionen bringt Gesundheitsämter im Südwesten an die Überlastungsgrenze. „In einzelnen Fällen kann die Nachverfolgung von Kontaktpersonen zeitweise nicht mehr in vollem Umfang sichergestellt werden“, teilte ein Sprecher des Sozialministeriums am Mittwoch in Stuttgart mit. Zwölf Ämter haben demnach eine Überlastungsanzeige gestellt. Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg 38 Gesundheitsämter.

Wie dynamisch die Situation ist, zeigt sich anhand der Zahl von Gesundheitsämtern, die Hilfe von der Bundeswehr beantragten. Nach ersten Angaben des Sozialministeriums vom Mittwoch haben 21 Ämter solche Anträge gestellt. Vom Landeskommando Baden-Württemberg hieß es später, die Zahl sei mittlerweile auf 24 Ämter gestiegen. 

++ Bund und Länder wollen Freizeiteinrichtungen weitgehend schließen

(15.45 Uhr) Wegen der Corona-Krise wollen Bund und Länder Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend untersagen. So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser vom 2. November an bis Ende des Monats schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch. Die Regelung betreffe auch den Freizeit- und Amateursportbetrieb, Individualsport soll ausgenommen werden.

++ Bayern bei Corona-Neuinfektionen über der 100er-Marke

(15.26 Uhr) In Bayern steigen die Corona-Neuinfektions-Zahlen weiter stark an. Mittlerweile hat der gesamte Freistaat im Durchschnitt die kritische Marke von 100 Infektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner deutlich überschritten, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) berichtete. 

Den höchsten Wert unter den Bezirken hatte Schwaben mit fast 123, gefolgt von Oberbayern (117) und Niederbayern (112). Die drei fränkischen Bezirke und die Oberpfalz lagen noch unter der 100er-Marke, die nach der neuen Einstufung der Staatsregierung als „dunkelrot“ angesehen wird. Wenn Kommunen auf mehr als 100 Neuinfektionen in einer Woche kommen, treten zusätzliche Beschränkungen für die Bevölkerung in Kraft.

++ Bund und Länder: Beginn von Kontaktbeschränkungen wohl am 2. November 

(14.46 Uhr) Bund und Länder wollen die drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen mit massiven Kontaktbeschränkungen über den November hinweg in den Griff bekommen. Deutschlandweit sollen die Maßnahmen bereits vom 2. November an und nicht wie ursprünglich in der Beschlussvorlage des Bundes vorgesehen vom 4. November an in Kraft treten.

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

++ Scholz will Firmen bis zu 75 Prozent der Umsatzausfälle ersetzen 

(14.42 Uhr) Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will Firmen, die besonders von der Corona-Krise getroffen sind, große Teile ihres Umsatzausfalls ersetzen. Wie die „Bild“-Zeitung am Mittwoch berichtete, könnte bei kleinen Betrieben bis zu 75 Prozent, bei größeren bis zu 70 Prozent der Lücke gestopft werden. Vergleichsmaßstab sind die Umsätze des Vorjahresmonats. Der Deutschen Presse-Agentur wurden die Pläne aus Regierungskreisen bestätigt.

Scholz schlug die Maßnahme demnach bei einer Sitzung im Kanzleramt vor — es werde aber noch darüber beraten. Die Kosten bezifferte er auf sieben bis zehn Milliarden Euro für vier Wochen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU), mehrere Bundesminister und die Ministerpräsidenten der Länder wollten am Mittwoch über schärfere Corona-Maßnahmen beraten. Nach den Vorstellungen des Bundes sollen im November massive Alltagseinschränkungen auf die Bürger zukommen. In den Gesprächen sollte es auch um zusätzliche Hilfen für besonders betroffene Branchen und Unternehmen gehen.

++ RKI war am Morgen Ziel von Cyberattacke

(14.40 Uhr) Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist am Mittwoch offensichtlich zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage Opfer einer Cyberattacke gewesen. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Mittag in Berlin sagte, gab es am Morgen einen sogenannten Überlastungsangriff. Dieser habe zu einer vollständigen Auslastung der RKI-Server geführt, wodurch dessen Webseite zeitweise nicht verfügbar gewesen sei.

Der Sprecher bezog sich auf eine diesbezügliche Meldung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Behörde habe dem RKI deswegen Unterstützung angeboten. Der Angriff habe aber auch ohne solche Unterstützung vom Betreiber der Webseite abgewehrt werden können.

Die Bekanntgabe der aktuellen Daten zu Corona-Neuinfektionen durch das RKI im Internet hatte sich am Morgen erheblich verzögert.

++ Kabinett beschließt neue Regeln zu Corona-Verdienstausfällen 

(14.28 Uhr) Für Verdienstausfälle in der Corona-Krise sollen teils neue Regeln kommen. So sollen Entschädigungsansprüche für Eltern bis März 2021 verlängert werden, wie das Bundeskabinett am Mittwoch beschloss. Diese sollen außerdem auch dann bestehen, wenn einzelne Kinder zu Hause betreut werden müssen, weil sie vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt sind.

Bisher sind Entschädigungen möglich, wenn Schulen oder Kitas ganz geschlossen werden und keine andere Betreuung möglich ist. Eltern, die nicht zur Arbeit gehen, können 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung vom Staat erhalten. Inzwischen werden aber auch einzelne Klassen nach Hause geschickt.

Wer eine „vermeidbare Reise“ in ausländische Risikogebiete macht, soll dagegen nach der Rückkehr für die Zeit der vorgeschriebenen Quarantäne keine Verdienstausfallentschädigung mehr bekommen. Ausgenommen sein sollen „außergewöhnliche Umstände“, etwa die Geburt eigener Kinder oder der Tod naher Angehöriger.

Die Gesetzespläne sehen zudem weitere Regelungen vor, die von der vom Bundestag festgestellten „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ ausgehen. So soll das Bundesgesundheitsministerium regeln können, dass auch Nichtversicherte Anspruch auf Schutzimpfungen und Testungen haben. Zudem soll die Nutzung einer digitale Einreiseanmeldung nach Aufenthalten in Risikogebieten vorgeschrieben werden können. Der Einsatz neuer Schnelltests soll erleichtert werden. Bei Bedarf sollen auch Kapazitäten tiermedizinischer Labore genutzt werden können.

++ Gesundheitsämter überlastet: Infektionsketten geraten aus dem Blick 

(14.02 Uhr) Die steigende Zahl der Coronafälle wirkt sich zunehmend negativ auf die Arbeit der Gesundheitsämter im Südwesten aus. „In einzelnen Fällen kann die Nachverfolgung von Kontaktpersonen zeitweise nicht mehr in vollem Umfang sichergestellt werden“, teilte ein Sprecher des Sozialministeriums am Mittwoch in Stuttgart mit.

Zwölf Ämter haben demnach eine Überlastungsanzeige gestellt. Anträge auf Hilfe von der Bundeswehr hätten 21 Ämter gestellt, wie es weiterhin hieß. Dadurch solle sichergestellt werden, dass die Infektionsketten nachverfolgt werden können.

++ Mutmaßlich falsche Masken-Atteste — Polizei durchsucht Arztpraxis 

(13.07 Uhr) Wegen mutmaßlich falscher Masken-Atteste haben Polizisten die Praxis eines Sinsheimer Arztes durchsucht. Er wird verdächtigt, falsche Gesundheitszeugnisse ausgestellt zu haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten. Es werde in mindestens drei Fällen ermittelt. Die Atteste hatten den Angaben nach von der Pflicht befreit, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Wie die Ermittlungen ergaben, wohnen die angeblichen Patienten aber mehrere Hundert Kilometer von der Praxis in Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) entfernt. Daher bestehe der Verdacht, dass sie nie von dem Mediziner untersucht worden sind und die Gründe für eine Befreiung von der Maskenpflicht nicht bestehen. Die Praxis wurde am Dienstag durchsucht.

++ Umfrage: Klinikärzte am Limit - Patientensicherheit gefährdet 

(12.48 Uhr) Weil Klinikärzte in Baden-Württemberg überlastet sind, kommt es einer Umfrage zufolge immer öfter zur Gefährdung von Patienten. Mehr als 65 Prozent der Klinikärzte gaben in der am Mittwoch veröffentlichen Befragung des Marburger Bunds an, dass die Patientensicherheit an ihren Arbeitsplätzen durch Arbeitszeit-Verstöße mehrmals im Monat gefährdet sei.

Fast die Hälfte (46 Prozent) der Befragten erklärte, dass das in ihren Kliniken mindestens einmal die Woche der Fall sei — mehr als jeder Zehnte (11,4 Prozent) sprach von täglicher Gefährdung.

Knapp zwei Drittel (63,4 Prozent) der Mediziner erklärten, dass in der Regel nicht genügend Zeit für die Patienten da sei. Eine ständige Überziehung von Arbeitszeiten könne nicht länger hingenommen werden, sagte der Landeschef des Marburger Bunds, Frank Reuther. 

Der Marburger Bund im Südwesten vertritt politisch und gewerkschaftlich die Interessen von Ärzten und gehört mit mehr als 18.000 organisierten Medizinern zu den mitgliederstärksten Landesverbänden.

++ Cyberkriminelle greifen Webseite des RKI an 

(12.11 Uhr) Cyberkriminelle haben am vergangenen Donnerstag die Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) zeitweise lahmgelegt. Der Angriff sei morgens zwischen 8 und 10 Uhr erfolgt, sagte ein Sprecher des Informationstechnikzentrums Bund (ITZBund). Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“. Es habe sich um einem sogenannten DDOS-Angriff (Distributed Denial of Service) gehandelt.

Bei DDoS-Attacken werden Server mit einer Flut sinnloser Anfragen in die Knie gezwungen. So können Angriffe im großen Stil ausgeführt werden. Wer hinter der Attacke steckt, sei bisher nicht bekannt und werde noch untersucht, heißt es vom ITZBund. Der staatliche IT-Dienstleister betreibt die Webseite des RKI.

Das RKI ist die deutsche Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten und steht seit Monaten im Kontext der Corona-Pandemie im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Das sogenannte Dashboard, in dem aktuelle Zahlen zum Pandemiegeschehen gesammelt und angezeigt werden, war von dem Angriff nicht betroffen, da es auf einer anderen Webseite gehostet wird. Auch Funktionen der Corona-Warn-App waren durch den Angriff nicht betroffen. Die Angreifer seien auch nicht in das Netz des RKI eingedrungen.

++ Mehrere ÖBB-Nachtzüge nach Deutschland eingestellt 

(11.58 Uhr) Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) stellen coronabedingt vorübergehend den Großteil ihrer Nachtzüge nach Deutschland ein. Vom 8. November bis zum 2. Dezember entfallen alle Nightjet-Verbindungen aus Österreich und der Schweiz nach Deutschland mit Ausnahme der Strecke Wien-Berlin, wie ein ÖBB-Sprecher am Mittwoch sagte.

Wegen steigender Infektionszahlen und Reisebeschränkungen sei die Auslastung stark gesunken. Im Dezember sei aber die Wiederaufnahme rechtzeitig zu den Winterferien geplant.

Betroffen sind die Strecken Wien-Hamburg, Wien-Düsseldorf, Innsbruck-Düsseldorf, Innsbruck-Hamburg, Zürich-Berlin und Zürich-Hamburg, außerdem noch Wien-Brüssel und Innsbruck-Brüssel. Betroffene Fahrgäste seien informiert worden und könnten auf Tageszüge umbuchen oder sich den Fahrkartenpreis erstatten lassen.

++ Kretschmann äußert sich am Nachmittag zu Ergebnissen

(11.32 Uhr) Ministerpräsident Winfried Kretschmann will noch heute in einem Video-Statement Stellung zu den möglichen neuen Corona-Maßnahmen beziehen.

Um 17.30 Uhr äußert er sich laut Ankündigung in einem Livestream zu den Ergebnissen der Konferenz mit Kanzlerlin Merkel und den Ministerpräsidenten.  Das wäre allerdings nur zu halten, wenn sich Kanzlerin und Ministerpräsidenten rasch einig wären.

Nach wie vor herrscht zwischen Bund und Ländern Uneinigkeit darüber, wie weit die Einschränkungen angesichts rasant steigender Infektionszahlen gehen dürfen. Die Verhandlungen könnten auch heute wieder bis spät in den Abend hineingehen.

Das Video wird auf www.baden-württemberg.de übertragen.

++ Lauterbach fordert Kontrollen in privaten Wohnungen

(10.22 Uhr) SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen Kontrollen in privaten Räumen gefordert. „Wir befinden uns in einer nationalen Notlage, die schlimmer als im Frühjahr werden kann. Die Unverletzbarkeit der Wohnung darf kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein”, sagte Lauterbach der Düsseldorfer „Rheinischen Post”.

„Wenn private Feiern in Wohnungen und Häusern die öffentliche Gesundheit und damit die Sicherheit gefährden, müssen die Behörden einschreiten können.” Lauterbach griff gegenüber der Zeitung NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) an, der sich dagegen ausgesprochen hatte. „Laschet irrt, wenn er solche Superspreading-Events weiterhin tolerieren will”, sagte Lauterbach.

Vor der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte Lauterbach den Beschluss eines „Wellenbrecher-Shutdowns” von Bund und Ländern. „Wenn wir einen vollständigen Shutdown samt Schulen, Kitas und Betrieben verhindern wollen, brauchen wir spätestens ab kommender Woche Mittwoch einen zweiwöchigen Wellenbrecher-Shutdown mit einzelnen Ausnahmen, mit dem wir die massive zweite Welle brechen können”, sagte Lauterbach.

++ RKI meldet fast 15.000 Neuinfektionen in Deutschland

Nach dem Fehler in der Datenübermittlung meldete das RKI einen neuen Rekord bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland. Innerhalb eines Tages wurden 14.964 neue Corona-Fälle verzeichnet. Das ist der Höchstwert seit Beginn der Pandemie. 

Insgesamt haben sich damit bislang 464.239 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, die Zahl der Todesfälle liegt bei 10.183.

++ Hohe Nachfrage nach Grippeimpfung im Südwesten

(8.34 Uhr) Deutlich mehr Menschen als im Vorjahr haben sich in diesem Herbst im Südwesten bereits gegen Grippe impfen lassen. „Der Andrang zur Grippeimpfung war bislang wirklich groß“, teilte eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württembergs (KVBW) mit. In zahlreichen Arztpraxen sei es zu Engpässen gekommen.

Dies bestätigte ein Sprecher des Hausärzteverbands. Die Engpässe seien regional sehr unterschiedlich und nicht auf Ballungsräume beschränkt, sagte Sprecher Manfred King. Die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg schätzte die Nachfrage nach der Grippe-Impfung bereits Anfang Oktober als sehr hoch ein.

Weitere Dosen der Grippeimpfung wurden bereits nachgeordert und sollen laut KVBW spätestens Mitte November verfügbar sein. Die Gründe für die derzeitigen Engpässe sind aus Sicht der Vereinigung der Kassenärzte vielschichtig. Zum einen bestünden Schwierigkeiten bei den biologischen Herstellungsprozessen der Impfstoffe.

Zum anderen sei die große Nachfrage im Frühjahr, als die Impfstoffmenge bestellt werden musste, noch nicht absehbar gewesen. Da ein Grippeimpfstoff an die jährliche Grippesaison angepasst wird, sind nicht verimpfte Ampullen nach dem Ende der Saison wertlos. Die Bestellungen richten sich deshalb etwa nach Erfahrungen der Vorjahre, lassen sich jedoch nie passgenau abschätzen. Hier lesen Sie mehr.

++ Keine neuen Infektionszahlen vom RKI

(7.58 Uhr) Das Dashboard des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist am heutigen Mittwoch bisher nicht aktualisiert worden. Zwar heißt es auf deren Webseite, der Datenstand sei vom 28. Oktober, 0 Uhr. Allerdings geben die Grafiken die exakt selben Daten wie gestern an. 

"Aufgrund von Verzögerungen in der Datenaktualisierung kann es zu Varianzen in den einzelnen Grafiken kommen", heißt es in einem Hinweis auf dem Dashboard.

++  Bund will massive Einschränkungen für Freizeit und Reisen beschließen

(6.19 Uhr) Der Bund will mit drastischen Kontaktbeschränkungen die steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen. Schwäbische.de liegt die Beschlussvorlage des Bundes für den heutigen Krisengipfel vor.

+++ Alle Details zu den neuen Corona-Maßnahmen lesen Sie hier +++

Gemeinsam mit den Ministerpräsidenten der Länder will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) heute einige Maßnahmen beschließen. Sie sollen ab dem 4. November deutschlandweit in Kraft treten und bis Ende des Monats gelten.

Unter anderem sollen Gastronomiebetriebe wie Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen geschlossen werden - ausgenommen Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause. Auch soll der gemeinsame Aufenthalt in der Öffentlichkeit deutschlandweit nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet sein.

Dies gelte verbindlich, Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden von den Ordnungsbehörden sanktioniert, heißt es in dem Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen seien angesichts der ernsten Lage inakzeptabel.

Der Bund will ferner touristische Übernachtungsangebote im Inland für fast den gesamten November verbieten. Schulen und Kindergärten sollen aber offen bleiben. Noch ist allerdings nichts beschlossen. Ob die Vorlage beim Krisengipfel am heutigen Mittwoch eins zu eins übernommen wird, ist fraglich.

Die meisten Vorarlberger halten sich offenbar an die Einreisebeschränkung aus dem Risikogebiet.
Für kurze Aufenthalte dürfen Vorarlberger wieder nach Baden-Württemberg einreisen.  (Foto: Archiv Christian Flemming)

Das waren die letzten Meldungen am Dienstag:

++ Bayern erlaubt kleinen Grenzverkehr ohne Quarantäne-Pflicht 

(21.02 Uhr) Menschen aus ausländischen Corona-Risikogebieten dürfen ab sofort wieder in Bayern einreisen, ohne umgehend in Quarantäne zu müssen. Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) und Österreichs Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) verständigten sich bei einem Treffen am Dienstag in München darauf, die Hürden für den sogenannten „kleinen Grenzverkehr“ abzubauen, also etwa für Fahrten zum Einkaufen oder für Arztbesuche im Nachbarland.

Bislang mussten Personen, die ohne negativen Corona-Test aus einem ausländischen Risikogebiet — dazu zählen derzeit etwa Tirol und Vorarlberg — einreisen, für 14 Tage in Quarantäne. Die bayerische Einreisequarantäneverordnung wird zum 9. November auch für den kleinen Grenzverkehr angepasst, dabei orientiert sich Bayern an einer Muster-Verordnung des Bundes.

Und im Vorgriff auf diese Neuregelung werde man diesen Grenzverkehr jetzt schon „pragmatisch ermöglichen“, sagte Herrmann. Das entspreche der Lebensrealität und den Bedürfnissen der Menschen in den grenznahen Gebieten, betonte er. In Österreich gibt es für Einreisende aus Deutschland keine Auflagen.

Gleichwohl rief Herrmann dazu auf, auf unnötige Reisen zu verzichten und Kontakte wo immer möglich zu beschränken. Die oberste Maxime im Kampf gegen das Coronavirus bleibe Vorsicht und Umsicht, betonte er.

Für Berufspendler, die regelmäßig aus Risikogebieten etwa zum Arbeiten oder zum Studieren nach Bayern einreisen, gilt unabhängig davon die eben erst neu eingeführte wöchentliche Corona-Testpflicht.

++ Linken-Parteitag in Erfurt ist abgesagt

(20.41 Uhr) Die Linke hat den für das Wochenende in Erfurt geplanten Parteitag wegen der Corona-Pandemie endgültig abgesagt. Dies hat der Parteivorstand am Dienstagabend entschieden, wie eine Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP sagte. Wann und wie die eigentlich geplante Wahl einer neuen Parteiführung nachgeholt wird, ist demnach noch offen.

++ Klinik Schongau: 600 Mitarbeiter in Quarantäne — Versorgung gesichert 

(19.46 Uhr) Nach mehreren Dutzend Corona-Fällen im Schongauer Krankenhaus müssen alle 600 Mitarbeiter für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Es gebe zudem einen Besuch- und Aufnahmestopp für das Krankenhaus, sagte Kliniksprecherin Susanne Heintzmann am Dienstagabend. 38 Kollegen seien positiv getestet, die restlichen seien negativ und könnten zur Arbeit kommen, um die Patienten weiter zu versorgen. Allerdings müssten sie zuhause bis zum 7. November Quarantäne einhalten, auch gegenüber Familienangehörigen und Freunden.

17 Patienten, die ursprünglich wegen anderer Krankheiten im Krankenhaus Schongau behandelt wurden, sind positiv getestet und werden auf der Isolierstation versorgt. Die Ursache ist unklar. Es kommen sowohl Mitarbeiter als auch Besucher in Frage.

++ Corona: Bodenseekreis überschreitet Warn-Inzidenz

(18.55 Uhr) Mit einer Inzidenz von 36,4 gemeldeten Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen auf 100.000 Einwohner hat auch der Bodenseekreis nun die erste Warnmarke von 35 überschritten. Das teilt das Landratsamt am Dienstagnachmittag mit. Allein am Dienstag, 27. Oktober, seien dem Gesundheitsamt 26 neue Corona-Infektionsfälle gemeldet worden.

Zwar zähle der Landkreis weiterhin zu den vergleichsweise am geringsten betroffenen Regionen in Baden-Württemberg, jedoch stiegen die Fallzahlen auch hier in den zurückliegenden Wochen merklich, heißt es weiter. So wurden in der gesamten Vorwoche 72 neue Fälle registriert+++ Den vollständigen Artikel lesen Sie hier. +++

+++ Hier geht es zum Newsblog von Dienstag +++

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