Corona-Newsblog: Das waren die Meldungen am Donnerstag

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 18.560 (75.164 Gesamt - ca. 54.600 Genesene - 2.000 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 2.000
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 131.540 (481.013 Gesamt - ca. 339.200 Genesene - 10.272 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 10.272

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Industrieverband: Corona-Maßnahmen unvermeidlich, aber schmerzhaft (16.30 Uhr)
  • Corona-Notstand in Spanien bis Mai 2021 verlängert (16.15 Uhr)
  • Österreich mit Corona-Rekordwert (15.05 Uhr)
  • Bayerisches Kabinett beschließt Kontaktbeschränkungen auch für Privaträume (14.20 Uhr)
  • Kretschmann lobt Rückhalt für Corona-Maßnahmen (11.15 Uhr)
  • Merkel begründet neue Anti-Corona-Maßnahmen (09.10 Uhr)

Das war's für heute. Vielen Dank fürs Lesen. Morgen versorgen wir Sie wieder mit den wichtigsten Meldungen zur Corona-Lage.

++ 77.448 Menschen haben sich im Südwesten mit dem Coronavirus infiziert 

(20.52 Uhr) In Baden-Württemberg haben sich nach jüngsten Zahlen insgesamt 77.448 Menschen mit dem Coronavirus infiziert — 2311 mehr als am Mittwoch. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen stieg dabei um 10 auf 2009. Das teilte das Landesgesundheitsamt am Donnerstag mit.

Im Schnitt haben sich in den vergangenen sieben Tagen 99 Personen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus angesteckt. Von den 44 Stadt- und Landkreisen liegen 42 Meldekreise über dem Grenzwert von 50 gemeldeten Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen.

++ Bayrisches Gericht lehnt Eilantrag gegen Sperrstunde ab, meldet aber Zweifel an

(17.55 Uhr) Einen Eilantrag gegen die Sperrstunde in Corona-Hotspots hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof abgelehnt. Doch die Zweifel der Richter werden immer lauter, ob die teilweise gravierenden Einschnitte noch auf einer ausreichenden Gesetzesgrundlage stehen.

++ Theater Ulm stellt Betrieb im November ein

(17.45 Uhr) Das Ulmer Theater stellt wegen der neuen Corona-Maßnahmen seinen Betrieb ab kommendem Montag bis 30. November ein. Eintrittskarten können zu den üblich Kassen-Öffnungszeiten an der Theaterkasse umgetauscht werden.

++ 65 Covid-Fälle nach Reihentestung am Schlachthof Ulm

(17:40 Uhr) Die vom Gesundheitsamt angeordnete Reihentestung am Schlachthof Ulm ergab seit Sonntag 65 positive Ergebnisse. Allerdings erwartet das Gesundheitsamt in den nächsten Tagen noch weitere Tests. Alle 6000 im Schichtbetreib Beschäftigten wurden getestet.

++ Landtag debattiert am Freitag über neue Maßnahmen

(17.30 Uhr) Der baden-württembergische Landtag wird am Freitag um 13 Uhr in einer Sondersitzung über die Umsetzung der ab Montag geltenden neuen Lockdown-Maßnahmen diskutieren. Gemäß einer Regierungsinformation von Ministerpräsident Winfried Kretschmann soll es dabei eine offene Aussprache mit allen Parlamentsmitgliedern geben. Eigentlich hatte der Landtag bereits am Donnerstag dazu tagen wollen, um die Sondersitzung und damit die Anwesenheit aller zu ermöglichen, ist die Sitzung jetzt verschoben.

Stimmen aus Stuttgart, einen Tag nach den Beschlüssen zu verschärften Corona-Regeln im November.

++ Industrieverband: Corona-Maßnahmen unvermeidlich, aber schmerzhaft

(16.30 Uhr) Baden-Württembergs Industrie hält die neuen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für unvermeidlich, aber schmerzhaft. „Die Entwicklung des Infektionsgeschehens hat der Bundesregierung und den Ländern keine andere Wahl gelassen, als noch einmal mit Wucht einzugreifen“, sagte Wolfgang Wolf, Mitglied des Vorstands im Landesverband der Industrie, am Donnerstag.

Ihr Verständnis für die Sorgen und Nöte der Unternehmen müsse die Politik jetzt in zielgerichtete Hilfen umsetzen. Zudem sei wichtig, dass es gelingt, die Akzeptanz für die Maßnahmen in der Bevölkerung hoch zu halten. 

++ Corona-Notstand in Spanien bis Mai 2021 verlängert

(16.15 Uhr) In Spanien ist der Corona-Notstand bis zum 9. Mai 2021 verlängert worden. Das Parlament in Madrid nahm am Donnerstag den Antrag der linken Regierung mit deutlicher Mehrheit an. 

Wegen der rapide steigenden Infektionszahlen hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez erst am Sonntag den sogenannten Alarmzustand - die dritthöchste Notstandsstufe - ausgerufen und fast im ganzen Land eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Nur die im Kampf gegen Corona zuletzt erfolgreichen Kanaren sind davon ausgenommen. 

Umfrage: Das denken die Menschen in der Region über die neuen Corona-Maßnahmen
Unter den Befragten finden die Maßnahmen viel Zustimmung, sie zeigen sich solidarisch. Mit einer bestimmten Einschränkung haben aber etliche ein Problem.

++ Medizin-Campus Bodensee erlässt Besucherstopp ab Freitag

(15.55 Uhr) Die Corona-Entwicklungen wirken sich auch auf die Besucherreglungen im Medizin-Campus Bodensee (MCB) in Friedrichshafen und Tettnang aus. Ab Freitag sind Besuche noch in Ausnahmefällen möglich.

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++ Intensivmediziner hoffen auf Corona-Bremse

(15.42 Uhr) In Deutschlands Intensivstationen wachsen angesichts der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen die Sorgen. „Es ist jetzt schon nachweislich schlimmer als im Frühjahr“, sagt Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). 

In vielen Kliniken, die mit Spezialisten und Beatmungsgeräten bei schweren Corona-Fällen gefragt sind, ist eine Verschärfung spürbar. In Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen seien einige Kliniken schon gut mit Covid-19-Patienten belegt, andere Erkrankte würden bereits verdrängt, sagte Stefan Kluge, Leiter der Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). 

Die Beschlüsse von Bund und Ländern seien sehr sinnvoll, sagte der Chefarzt der Infektiologie in der München Klinik Schwabing, Clemens Wendtner. Mit einer gewissen Bremsspur seien hoffentlich sehr bald positive Effekte zu sehen, die ermöglichten, dass das Gesundheitssystem weiterhin funktioniere. 

++ Wirtschaftsauskunftei warnt vor Pleitewelle in Gastronomie

(15.13 Uhr) Die Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel warnt angesichts der Corona-Krise vor einer Pleitewelle in der Gastronomie. Stand Ende Oktober seien mehr als 8300 Restaurants, Gaststätten, Imbisse und Cafés in Deutschland insolvenzgefährdet, heißt es in einer Analyse. Die Situation dürfte sich noch deutlich verschlimmern, schätzt Crif Bürgel. „Im 1. Quartal 2021 könnte jedes fünfte Unternehmen aus der Gastronomie insolvenzgefährdet sein“, sagte Geschäftsführer Frank Schlein.

Unter den Bundesländern stehen Gastronomen in Bayern laut der Analyse noch am besten da. Dort waren 11,0 Prozent der untersuchten Betriebe per Ende Oktober insolvenzgefährdet, ähnlich wie in Baden-Württemberg (11,9 Prozent). Am höchsten war der Anteil insolvenzgefährdeter Gastronomiebetriebe demnach in Sachsen-Anhalt (20,1 Prozent).

++ Bundeswehrsoldaten helfen im Ravensburger Gesundheitsamt

(15.10 Uhr) Die Bewältigung der Corona-Pandemie steht und fällt mit der Fähigkeit, Neuinfizierte schnell zu erkennen und zu isolieren, bevor sie wiederum andere anstecken können. Ab kommendem Montag helfen fünf Bundeswehrsoldaten im Ravensburger Gesundheitsamt bei der Kontaktnachverfolgung.

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++ Österreich mit Corona-Rekordwert 

15.05 Uhr) In Österreich hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen neuen Höchstwert erreicht. Binnen eines Tages wurden laut Innenministerium 4453 neue Fälle verzeichnet. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl ist die Entwicklung damit deutlich schlechter als in Deutschland.

Auch die Auslastung der Klinikbetten stieg markant an. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nannte am Donnerstag erneut eine Zahl von 6000 Neuinfektionen pro Tag als kritischen Wert für eine erneute Verschärfung von Maßnahmen, um eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern. 

++  Corona-Infektionen im Kreis Biberach steigt über 50er-Schwelle

(14.30 Uhr) In der Corona-Pandemie hat die 7-Tages-Quote die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen Wochenfrist überschritten. Am Donnerstagmittag lag die 7-Tage-Inzidenz bei 51,07, teilt das Landratsamt Biberach mit

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++ Bayerisches Kabinett beschließt Kontaktbeschränkungen auch für Privaträume

(14.20 Uhr) Im Kampf gegen das Coronavirus werden in Bayern ab dem 2. November noch strengere Kontaktbeschränkungen gelten als von Bund und Ländern vereinbart — nämlich ausdrücklich auch in Privaträumen.

In Bayern gilt somit grundsätzlich verbindlich, dass sich - egal wo - nur noch die Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes treffen dürfen, und zwar mit insgesamt maximal zehn Personen.

Zudem werden bis Ende November Veranstaltungen aller Art untersagt und nicht nur solche, die der Unterhaltung dienen - Ausnahmen gelten nur für Gottesdienste und Demonstrationen, hat das bayerischen Kabinett am Donnerstag in München beschlossen.

++ Viele Südwest-Bürgermeister kritisieren neue Corona-Regeln

(14.15 Uhr) In einem gemeinsamen Appell an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kritisieren 35 Oberbürgermeister die für November geplanten Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Unter anderem Tübingens Stadtoberhaupt Boris Palmer (Grüne) und die Bürgermeister von Schwäbisch Gmünd, Aalen, Friedrichshafen und Böblingen unterzeichneten den Brief. Sie fordern darin gelockerte Corona-Maßnahmen und Ausnahmen für Gastronomiebetriebe und Kultureinrichtungen im Südwesten. 

Die Betriebe seien als Treiber des Infektionsgeschehens von geringer Bedeutung. Zudem trauen die Oberbürgermeister der Zusage nicht, dass die Maßnahmen nur bis Ende November gelten sollen. Wegen fehlender Effektivität der Auflagen seien fortgesetzte Auflagen „bis zum Frühjahr“ denkbar, was gravierende Strukturbrüche zur Folge habe. 

++ Söder will bald den Katastrophenfall im Freistaat ausrufen

(13.50 Uhr) Bayern setzt die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Einschränkungen ab Montag eins zu eins um. Das sagte Ministerpräsident Söder nach einer Kabinettssitzung in München.

"Wir werden in den nächsten Tagen sicherlich den Katastrophenfall ausrufen.", Das hänge damit zusammen, dass sich "die Infektionszahlen in sieben Tagen um 50 Prozent erhöht" und sich auch die Belegung der Intensivbetten verdoppelt habe. "Die Lage scheint außer Kontrolle zu geraten", betonte der Ministerpräsident. 

++ Tettnangs Finanzen im Coronajahr besser als erwartet

(12.45 Uhr) Offenkundig dürfte die Stadt Tettnang bezüglich der Finanzlage in diesem Jahr mit einem „blauen Auge“ davonkommen. So zumindest die Bilanz von Kämmerin Claudia Schubert in der letzten Gemeinderatssitzung. Der Abschluss könnte laut Prognose um rund 3,6 Millionen Euro besser ausfallen, als der Gemeinderat die Planung im Januar verabschiedet hatte – trotz Corona. Hier gibt es allerdings mehrere Effekte, die zusammenspielen.

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++ Amateurfußball in ganz Baden-Württemberg ausgesetzt

(12.02 Uhr) Der Spielbetrieb im Amateurfußball in ganz Baden-Württemberg wird ab sofort ausgesetzt. Das geht aus einer Mitteilung auf der Webseite des Württembergischen Fußball-Verbandes (WFV), die der Verband am Donnerstagvormittag veröffentlichte, hervor.

Davon betroffen sind bereits die Spiele, die für 31. Oktober und 1. November geplant waren. Damit folgt eine Aussetzung des Spielbetriebs vor dem eigentlich geplanten Termin am 2. November. Ursprünglich hätten die Spiele am kommenden Wochenende noch stattfinden sollen. Hier lesen Sie mehr.

++ Rechtsexperte: Corona-Beschlüsse verfassungsrechtlich ein „Unding“

(11.45 Uhr) Die verschärften Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern sind nach Einschätzung des Rechtswissenschaftlers Volker Boehme-Nessler verfassungsrechtlich nicht haltbar. Es sei „verfassungsrechtlich und demokratisch ein Unding“, dass der Bundestag an den aktuellen Beschlüssen überhaupt nicht beteiligt worden sei, sagte Boehme-Nessler am Donnerstag. 

Die pauschalen Schließungen in der Gastronomie sind seiner Einschätzung nach nicht verhältnismäßig. Entscheidend sei, dass die Maßnahmen etwas gegen die Epidemie ausrichten könnten. „Wenn aber keine Infektionen passieren in der Gastronomie, dann ist die Maßnahme - Gastronomie runterfahren - völlig ungeeignet.“ Dagegen könne man „wunderbar klagen, und hätte auch Erfolg damit.“ 

++ Europa-Park-Gründer überrascht vom Lockdown

(11.35 Uhr) Der Europa-Park in Rust (Ortenaukreis) wird nach Einschätzung der Unternehmensleitung von den neuen Corona-Maßnahmen sehr hart getroffen. Das sei besonders bitter, weil Hotels, Gastronomie, Freizeitparks und Erlebnisbäder keine Treiber des Infektionsgeschehens gewesen seien, teilte der Gründer des Freizeitparks, Roland Mack am Donnerstag mit. „Für uns kommt die Entscheidung auch überraschend, weil wir uns auf die Zusicherung der Politik verlassen haben, es werde keinen erneuten Lockdown geben.“

Es stehe aber außer Frage, dass die Gesundheit aller Gäste und der Mitarbeiter oberste Priorität habe. „Wir setzen darauf, dass diese Schließung sich wirklich nur auf diesen begrenzten Zeitraum beschränkt.“

++ Kretschmann lobt Rückhalt für Corona-Maßnahmen

(11.15 Uhr) Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist zuversichtlich, dass die Bürger die verschärften Corona-Schutzmaßnahmen mittragen werden. "In Wirklichkeit wissen wir aus Umfragen: Es sind nur 12 Prozent, die die Maßnahmen für zu scharf halten. Fast 30 Prozent halten sie nicht für scharf genug", so Kretschmann im SWR, der damit die Ergebnisse des aktuellen BW-Trend von Mitte Oktober aufgriff.

Die Kritik von Gastronomen ist nach Kretschmanns Ansicht kein Grund, die Maßnahmen nicht umzusetzen. Bei 75 Prozent der Neuinfektionen sei der Ort der Ansteckung nicht mehr feststellbar. Deswegen müssten alle Kontakte so weit wie möglich vermieden werden, "sonst brechen wir die Welle einfach nicht."

Die Erklärung des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, im Wortlaut.

++ Reaktionen auf Corona-Beschlüsse in Wangen: Entsetzen, Unmut und Verständnis

(11.10 Uhr) Die von Bund und Ländern wegen der steigenden Corona-Fallzahlen vereinbarten neuerlichen Einschränkungen und Schließungen verursachen bei besonders Betroffenen in Wangen großteils Entsetzen und stoßen auf Unverständnis.

OB Michael Lang sprach am Abend von „einem ganz schweren Tag“. Zugleich hält er die Beschlüsse für richtig und wirbt um Verständnis. Hier lesen Sie mehr

++ Städtetag hält vierwöchige Einschränkungen für überzogen

(11.00 Uhr) Die Dauer der von Bund und Ländern geplanten vierwöchigen Einschränkungen des öffentlichen Lebens ist aus Sicht des baden-württembergischen Städtetags zu lang. „Einen sehr kurzen Lockdown von einer Woche, maximal zwei Wochen könnten wir akzeptieren“, sagte Vorstandsmitglied Gudrun Heute-Bluhm. Insbesondere die Gastronomie, Kultureinrichtungen und Sportvereine treffe die Maßnahme sehr stark. Anders als private Kontakte seien diese aber nicht die treibenden Kräfte hinter den bundesweit voranschreitenden Corona-Infektionszahlen.

++ Erneut starker Anstieg des Corona-Warnwertes in Augsburg

(10.54 Uhr) In Bayerns drittgrößter Stadt ist der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erneut stark gestiegen. Wie die Augsburger Stadtverwaltung am Donnerstag berichtete, kletterte der Wert binnen eines Tages von 224 auf 257.

Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) wollte am Donnerstagnachmittag im Anschluss an eine Stadtratssitzung über das weitere Vorgehen berichten. Bislang hatte die Kommune auch einen städtischen Lockdown als weitere Maßnahme nicht ausgeschlossen.

Professor Michael Beyer, der Ärztliche Direktor am Uniklinikum Augsburg, erklärte im Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstag), dass sein Haus wegen der großen Belastung durch Covid-19-Kranke bereits Patienten mit leichteren Erkrankungen abweisen müsse.

++ Tüftler aus der Region entwickelt Hülle für Mund-Nasen-Bedeckungen

(10.15 Uhr) Er ist in diesen Zeiten fast überall nötig und eigentlich auch klein genug, um ihn überallhin mitzunehmen: der Mund-Nasen-Schutz. Doch wohin damit, wenn er eben doch mal nicht übers Gesicht gespannt ist? Am Handgelenk baumeln lassen oder in die Tasche stopfen? Rolf Kuntz aus Senden hat dafür eine spezielle Hülle entwickelt. Sie kann sogar in der Spülmaschine gereinigt werden.

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++ Hoffmeister-Kraut: neue Corona-Maßnahmen gehen teils zu weit

(10.00 Uhr) Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) hat die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Maßnahmen als zu weitgehend kritisiert. „Aus meiner Sicht hätten auch weniger einschneidende Maßnahmen, etwa eine Erweiterung der Sperrstundenregelung, ausgereicht“, sagte die Ministerin.

Aus Sicht der Ministerin müsse die Überbrückungshilfe verlängert und deutlich ausgeweitet werden. „Personalintensive Betriebe haben nach unseren Erfahrungen bislang zu wenig von den Überbrückungshilfen profitiert“, so die CDU-Politikerin. 

++ Merkel begründet neue Anti-Corona-Maßnahmen

(09.10 Uhr) Die Bundeskanzlerin erklärt am Donnerstag vor dem Parlament, warum sie die scharfen Einschränkungen für nötig hält. Ziel der Maßnahmen sei es, die Kontakte der Bürger massiv zu beschränken. "Die Maßnahmen, die wir jetzt ergreifen, sind geeignet, erforderlich und verhältnismäßig", sagte die Kanzlerin in ihrer Regierungserklärung. 

 „In der aktuellen Lage kann der dynamische Anstieg der Infektionszahlen nur durch eine generelle und systematische Reduzierung der Kontakte verhindert werden.“ Die Corona-Warn-App könne helfen, die zweite Corona-Welle abzuflachen und Infektionsketten zu brechen. "Ihre Bedeutung wächst mit jedem Tag", sagte die Kanzlerin. 

An die Bürger appelierte die Kanzlerin: "Der Winter wird schwer. Vier lange schwere Monate. Aber er wird enden.“

++ Vorsitzender des Weltärztebundes: Corona-Maßnahmen kommen sehr spät

(09.00 Uhr) Aus Sicht des Vorsitzenden des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, kommen die neuen Corona-Maßnahmen sehr spät. „Nach meiner Auffassung kommen sie auf den allerletzten Drücker. Ich frage mich auch, warum wir dem Virus jetzt noch bis Montag Zeit geben müssen“, sagte der Mediziner. 

Nach Einschätzung Montgomerys befinde sich Deutschland „im Anfluten der zweiten Welle“ der derzeitigen Pandemie. „Inzwischen steigen ja auch wieder die Zahlen auf den Intensivstationen, steigen die Zahlen der Erkrankten in Krankenhäusern, und auch die Todeszahlen steigen wieder an. Es ist, so furchtbar das klingt, sogar schlimmer, als ich ursprünglich befürchtet hatte.“

++ Landtag soll am Freitag zu Corona-Sondersitzung zusammenkommen

(08.48 Uhr) Der Landtag von Baden-Württemberg soll am Freitag zu einer Sondersitzung zu den Corona-Maßnahmen zusammenkommen. Die für Donnerstag geplante Sondersitzung des Landtagspräsidiums entfalle stattdessen, teilte Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) den Fraktionsvorsitzenden in einer E-Mail mit. 

Zuvor hatten unter anderem Grüne und SPD eine Sitzung des Plenums zum Thema gefordert, auch CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart setzte sich für die Sondersitzung ein. „Eine solche Sondersitzung bietet die Chance, die Akzeptanz für die Maßnahmen zu erhöhen. Dies scheint uns auch notwendig, denn die neuen Beschränkungen werden viele Menschen treffen“, teilte Reinhart mit.

++ Kanzleramtschef Braun verteidigt Corona-Maßnahmen

(08.00 Uhr) Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat die nun getroffene Maßnahmen verteidigt. Der CDU-Politiker sagte im "Deutschlandfunk", die neuen Beschränkungen seien notwendig und verhältnismäßig. Trotz bestehender Hygienemaßnahmen habe man derzeit ein enormes Wachstum bei den Ansteckungszahlen.

Braun betonte, dass man bei den Beschränkungen priorisieren müsse und deshalb Schulen, Kitas, aber auch das Handwerk und der Einzelhandel offen blieben. Es sei am verhältnismäßigsten, auf die Freizeitaktivitäten zu verzichten

++ Der Teil-Lockdown stößt in der Hotel- und Gastronomie-Branche auf Unverständnis

(07.45 Uhr) Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes „Die Familienunternehmer“, Albrecht von der Hagen, sagte, viele Betriebe schwankten "zwischen Wut und Verzweiflung." Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband warnte, Zehntausenden Unternehmen drohe die Insolvenz.

Der Shutdown dürfe nicht zum Knockdown werden. Wenn der Staat beschließe, dass Betriebe geschlossen würden, müsse er auch für die wirtschaftlichen Folgen Verantwortung tragen und Entschädigungen zahlen. „Ansonsten beginnt der Kahlschlag ganzer Branchen“, sagte von der Hagen.

++ Europa gegen Corona: Merkel und Co. beraten bei Videogipfel 

(07.40 Uhr) Angesichts der Wucht der zweiten Corona-Welle in ganz Europa wollen die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag eine gemeinsame Linie bei Test- und Impfstrategien suchen. Dazu schalten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihre EU-Kollegen am Abend (18.30 Uhr) per Video zusammen. B

Allein in der vergangenen Woche gab es nach Angaben der EU-Kommission 1,1 Millionen bestätigte Corona-Fälle in Europa, täglich werden derzeit etwa 1000 Covid-19-Todesfälle registriert. Nicht nur Deutschland, sondern auch die EU-Partner fahren das öffentliche Leben zurück, um die Welle zu brechen.

++ Bundesamt geht verstärkt gegen Airlines wegen zögerlicher Erstattung vor

(6.51 Uhr) Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) geht wegen der schleppenden Ticketerstattung bei stornierten Flügen verstärkt gegen Fluggesellschaften vor. Ein Sprecher der Behörde sagte dem „Handelsblatt“, nach Beschwerden, bei denen es um die Erstattung von Ticketkosten im Zusammenhang mit Pandemie-bedingten Flugannullierungen ging, seien bislang 292 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet worden.

Anfang August waren es noch 174 Verfahren. Die Behörde machte keine Angaben dazu, gegen welche Airlines sich die Bußgeldverfahren richten und ob bereits Bußgelder verhängt wurden.

++ Merkel gibt Regierungserklärung zur Corona-Krise ab

(6.37 Uhr) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt am Donnerstag im Bundestag eine Regierungserklärung zur Corona-Krise ab. Im Mittelpunkt dürften die Bund-Länder-Beschlüsse vom Mittwoch stehen, die unter anderem die Schließung von Gaststätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen bis Ende November vorsehen.

Debatten dürfte es in diesem Zusammenhang um die Einbeziehung des Parlament in die Entscheidung über Corona-Schutzmaßnahmen geben. Außerdem entscheidet der Bundestag über die Erhöhung des Kindergeldes ab 2021 sowie weitere Leistungen für Familien sowie über die Verlängerung des Bundeswehr-Einsatzes in Irak. Erstmals berät das Parlament über Regierungspläne für Verbesserungen in der Pflege.

++ Neuer Höchstwert: 16.800 Neuinfektionen in Deutschland

(6.22 Uhr) Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 16.774 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Donnerstagmorgen hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 14.964 Fällen.

Am Donnerstag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter 11.287 Neuinfektionen gemeldet. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 481.013 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 29.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 89 auf insgesamt 10.272. Das RKI schätzt, dass rund 339 200 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 1,03 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 1,17. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Das waren die letzten Meldungen am Mittwoch:

++ Macron: Neuer Lockdown in Frankreich ab Freitag

(20.54 Uhr) Erstmals seit dem Frühjahr geht Frankreich in einen landesweiten Lockdown. Er beginnt an diesem Freitag und gilt vorerst bis zum 1. Dezember, wie Präsident Emmanuel Macron am Mittwochabend in einer Fernsehansprache ankündigte. Anders als im Frühjahr sollen die Schulen unter strengen Hygiene-Auflagen offen bleiben. Restaurants, Bars und die meisten Geschäfte müssen dagegen schließen. Die Bürger sollen ihre Häuser nur noch aus zwingenden Gründen verlassen.

Macron sagte, die massiv gestiegenen Infektionszahlen machten ein „brutales Bremsmanöver“ unausweichlich. Zuletzt hatte Frankreich einen Höchststand von täglich mehr als 50.000 Neuinfektionen verzeichnet. Der Staatschef betonte, Frankreich sei wie die meisten Nachbarstaaten von der zweiten Corona-Welle regelrecht „überschwemmt worden“.

 ++ Bundeskanzlerin Angela Merkel: Neue Einschränkungen ab Montag

(17:37 Uhr)Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach am Mittwoch Abend über neue Schutzmaßnahmen, die sie gemeinsam mit den Ministerpräsidenten beschlossen hat.

Hier sehen Sie, was Ministerpräsident Winfried Kretschmann dazu sagt:

Folgende Maßnahmen gelten ab Montag, 2. November:

KONTAKTE: In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen — maximal zehn Personen. Es wird dabei verstärkte Kontrollen geben. Menschen sollten Besuche von Verwandten einschränken, Reisen auf das Nötigste beschränken.

 GASTRONOMIE: Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen werden geschlossen. Erlaubt ist weiter die Lieferung und Abholung von Essen für den Verzehr zu Hause. Auch Kantinen dürfen öffnen.

SUPERMÄRKTE: Der Einzelhandel bleibt geöffnet — es gibt aber Vorschriften, wie viele Kunden gleichzeitig im Laden sein dürfen.

SCHULEN und KINDERGÄRTEN: Schulen und Kindergärten bleiben offen. Berlins Bürgemeister Michael Müller sagte dazu: "Wir müssen und werden alles tun, damit das so bleibt."

 FREIZEIT: Freizeiteinrichtungen werden geschlossen. Dazu gehören etwa Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks und Spielhallen.

Außerdem kündigte Merkel neue Wirtschaftshilfen an, die betroffenen Unternehmen große Teile ihres Umsatzausfalls ersetzen. Dabei könnte bei kleinen Betrieben bis zu 75 Prozent, bei größeren bis zu 70 Prozent der Lücke gestopft werden.

Mehr zu den Einschränkungen lesen Sie hier.

++ Filteranlage soll medizinischen Virenschutz für Restaurants bringen

Eine Stuttgarter Firma hat einen Luftfilter entworfen, der in 35 Minuten das Infektionsrisiko um 90 Prozent senken kann.  Mehr dazu erfahren Sie im Video:

+++ Hier geht es zum Newsblog von Mittwoch +++

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