Corona-Newsblog: Das waren die Meldungen am Dienstag

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Digitalredakteurin
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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 4.245 (49.412 Gesamt - ca. 43.282 Genesene - 1.885 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.885
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 23.372 (285.332 Gesamt - ca. 252.500 Genesene - 9.460 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.460
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Drosten betont Zuverlässigkeit von PCR-Corona-Tests (20.40 Uhr)
  • Söder will mit Österreichs Kanzler Kurz über Corona und Grenzschließungen sprechen (18.44 Uhr)
  • Kretschmann für strengere Corona-Regeln (13.37 Uhr)
  • Bund schlägt Beschränkung auf 25 Personen bei privaten Festen vor (7.49 Uhr)
  • Mehr als eine Million Corona-Tote weltweit (06.49 Uhr)
  • Friedrichshafen sagt Bodensee-Weihnacht samt Eislaufbahn ab (11.07 Uhr)
  • 50 Euro Bußgeld bei falschen Angaben in Restaurants (7.36 Uhr)

Wir schließen den Newsblog für heute und sind morgen früh wieder mit allen wichtigen Infos für Sie da. 

++ Die aktuellen Zahlen für den Südwesten

(21.46 Uhr) Am Dienstag, 29. September, hat das Landesgesundheitsamt insgesamt weitere 213 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet (Stand: 16 Uhr). Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 49.412 an. Davon sind ungefähr 43.282 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt 4.245 Menschen im Land mit dem Coronavirusinfiziert.

Dem Landesgesundheitsamt wurden heute fünf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 1.885.

Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages-R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 1,02 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden. Die 7-Tage-Inzidenz als Messzahl für eine Bewertung des Infektionsgeschehens und entsprechender Kontrollmaßnahmen liegt für Baden-Württemberg aktuell im Durchschnitt bei 14,6.

++ Südwest-Narren wollen über Fastnacht in Corona-Zeiten entscheiden

(21.20 Uhr) Eigentlich würde sie am 11.11 beginnen: die fünfte Jahreszeit. Doch in welcher Form? Das steht im Südwesten noch nicht fest. Bei der Tagung der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Narrenverbände und Vereinigungen soll am Mittwochabend gegen 21 Uhr in Bad Dürrheim darüber entschieden werden, wie Fastnacht in Corona-Zeiten aussehen könnte. In der Arbeitsgemeinschaft sind sämtliche 13 im Südwesten aktive Narrenverbände vertreten.

Es gelte, abzuwägen zwischen der Verantwortung für die Narren und ihren Besuchern auf der einen Seite, aber auch dem Bedürfnis, gemeinsam Fastnacht zu feiern, hatte der Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, Roland Wehrle, der Deutschen Presse-Agentur im August gesagt. „Die Fastnacht als solche kann man nicht absagen, sondern höchstens Veranstaltungen, für die man Verantwortung trägt.“

++ Kretschmann: Kein Platz für weitere Corona-Lockerungen

(20.09 Uhr) — Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht keinen Platz für weitere Lockerungen. Wie schon im Frühjahr sei es stattdessen wieder an der Zeit, „schnell und rechtzeitig zu handeln, damit eine zweite Welle kleingehalten werden kann und wir alle gut durch den Herbst und Winter kommen“, sagte der Grünen-Politiker am Dienstagabend nach einer Videoschalte der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Kretschmann betonte: „Das Virus ist weiter unter uns — und sobald wir ihm die Chance geben, wird es sich wieder explosionsartig verbreiten.“

Kretschmann sagte, die Bürger dürften nicht nachlässiger werden, sondern müssten sich zur Vorbeugung vor Infektionen wieder mehr zurücknehmen — gerade in der Freizeit und bei privaten Feiern. Letztere trieben die Zahl der Neuinfektionen zurzeit hoch. Daher sei es umso wichtiger, Mund-Nasen-Masken zu tragen und beispielsweise in der Öffentlichkeit Abstand zu anderen Menschen zu halten. „Unser vorrangiges Ziel muss es sein, dass das öffentliche Leben nicht noch einmal zum Erliegen kommt.“

Schulen und Kindergärten müssten den Präsenzbetrieb trotz der Pandemie beibehalten können, auch die allmähliche Erholung der Wirtschaft dürfe nicht gefährdet werden. „Darauf kommt es an, das ist der Kern unserer ganzen Bemühungen.“

++ Angebliche Corona-Fälle auf Kreuzfahrschiff waren Fehlalarm

(21.02 Uhr) - Bei den angeblichen Corona-Infektionen unter Crew-Mitgliedern des Kreuzfahrtschiffes „Mein Schiff 6“ hat es sich um einen Fehlalarm gehandelt. Dies hätten drei nach dem Alarm vorgenommene Testreihen ergeben, erklärte die deutsche Reederei TUI Cruises am Dienstagabend. Das Schiff war am Morgen in den griechischen Hafen von Piräus eingelaufen.

„Nach einem Fehlalarm durch eine Meldung zwölf positiver Testergebnisse bei Crewmitgliedern durch ein Labor an Land haben drei weitere Tests, darunter zwei PCR-Tests und ein Antigen-Test, bestätigt: Es gibt keine Fälle von Covid-19 an Bord der Mein Schiff 6“, erklärte TUI Cruises. Das geplante Kreuzfahrtprogramm werde am Mittwoch mit Landausflügen in Piräus fortgesetzt.

Nach Angaben von TUI Cruises wird die Besatzung auf dem Schiff im Zuge eines Frühwarnsystems regelmäßig auf das Coronavirus getestet. Nach einem dieser Routinetests habe ein externes Labor am Montag positive Testergebnisse bei zwölf von den insgesamt 666 Crew-Mitgliedern gemeldet. Die Betroffenen hätten keine Symptome aufgewiesen, seien aber umgehend an Bord isoliert worden.

Neue Tests kamen nun zu dem Ergebnis, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. Von den 933 Passagieren war laut der Reederei niemand betroffen. 

++ Drosten betont Zuverlässigkeit von PCR-Corona-Tests 

(20.40 Uhr) Der Virologe Christian Drosten hat die Zuverlässigkeit der PCR-Tests auf das Coronavirus Sars-CoV-2 betont. Angesichts von Behauptungen in sozialen Medien, die Tests seien oft falsch positiv und wiesen mitunter nur Fragmente des Virus nach, sagte der Virologe der Berliner Charité am Dienstag: „Ohne ein volles Virus-Genom gibt es keine Virus-Reste.“ Es gebe auch keine Verwechslungen mit sonstigen Viren wie etwa anderen Erkältungsviren und Coronaviren, fügte er im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“ hinzu. „Die PCR ist da einfach zweifelsfrei.“ Daten zur Validierung habe schon die erste Publikation zu dem PCR-Test im vorigen Januar enthalten.

„Unsere PCR war zwar die erste, die ist aber längst nicht mehr die einzige“, sagte Drosten. „Die Labore sind eigentlich alle inzwischen dazu übergegangen, die Tests von Herstellern zu beziehen. Die haben unsere PCR zum Teil übernommen, zum Teil aber auch ein bisschen modifiziert. Und allen ist gemeinsam, dass die zusätzlich zu unserer Validierung noch mal wieder selber Validierungen gemacht haben.“ Andernfalls dürfe man solche Tests nicht verkaufen. „Die muss man ja zertifizieren lassen.“ Das PCR-Verfahren biete „eine sehr wasserdichte Diagnostik“.

++ Söder will mit Österreichs Kanzler Kurz über Corona beraten 

(18.44 Uhr) Angesichts der steigenden Neuinfektionszahlen im Nachbarland will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Kürze mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz über alle drängenden bilateralen Corona-Fragen beraten.

Söder verwies auf steigende Corona-Zahlen in Österreich, die Ausweisung von Tirol als neues Risikogebiet — und die zahlreichen Pendler zwischen Bayern und Österreich. Der Freistaat halte an seinen lokalen Corona-Teststationen fest — dadurch gebe es die Möglichkeit, durch schnelles Testen reagieren zu können. Das setze man fort. Man brauche aber auch noch eine „Ergänzung für den Grenzverkehr“, sagte Söder auch mit Blick auf die geplante neue Teststrategie des Bundes. Söder wandte sich dabei strikt gegen neue Grenzschließungen: „Zu den Prioritäten sollte auch gehören, dass die Grenzen offen bleiben.“

 

++ Feiern in öffentlichen Räumen auf 50 Teilnehmer beschränkt

(17.30 Uhr) Bund und Länder wollen angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen auf maximal 50 Teilnehmer beschränken. Dies gelte, wenn in einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner auftreten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag von Teilnehmern des Treffens von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

In privaten Räumen soll es demnach keine Vorschriften zur Teilnehmerzahl geben. In dem Beschluss heißt es nach dpa-Informationen, es werde dringend empfohlen, in privaten Räumen keine Feierlichkeit mit mehr als 25 Teilnehmern durchzuführen.

Wenn es in einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gibt, seien weitere Maßnahmen zu erlassen.

Insbesondere solle die Teilnehmerzahl auf höchstens 25 in öffentlichen oder angemieteten Räumen festgelegt werden. In privaten Räumen werde dringend empfohlen, in diesem Fall keine Feierlichkeiten mit mehr als zehn Teilnehmern durchzuführen. Ausnahmen könne es für angemeldete Feiern mit vom Gesundheitsamt abgenommenen Hygieneplänen geben.

++ Kretschmann für strengere Corona-Regeln

(13.37 Uhr) Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich vor der Schalte der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für eine Festlegung auf eine Zahl an Teilnehmern bei privaten Feiern ausgesprochen. Die Infektionszahlen seien immer dann hoch, wenn die Zahl der Teilnehmer und ihrer Kontakte schwer zu kontrollieren sei, sagte der Grünen-Regierungschef am Dienstag.

„Wir müssen aber schnell feststellen, orten und die Kontakte nachverfolgen können. Denn wenn das Virus außer Kontrolle gerät, werden wir zum Spielball des Erregers“, sagte Kretschmann. Eine konkrete Zahl nannte er nicht.

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++ Friedrichshafen sagt Bodensee-Weihnacht samt Eislaufbahn ab

(11.07 Uhr) Die Bodensee-Weihnacht 2020 fällt coronabedingt aus. Das hat Oberbürgermeister Andreas Brand am Montag im Gemeinderat bekannt gegeben. Als Ersatz sollen aber vereinzelte Buden im Stadtgebiet aufgestellt werden, Alkohol darf dabei nicht ausgeschenkt werden.

Die Bodensee-Weihnacht 2020 findet wegen der Corona-Pandemie nicht statt.
Die Bodensee-Weihnacht 2020 findet wegen der Corona-Pandemie nicht statt. (Foto: privat)

Auch die beliebte Eislaufbahn auf dem Romanshorner Platz wird es in diesem Jahr nicht geben. Abgesagt wurden außerdem der Jahresempfang der Stadt sowie der Ortschaften und alle Seniorenweihnachtsfeiern. Um die Gastronomen in der Stadt zu unterstützen, sollen in Friedrichshafen in diesem Herbst und Winter ausnahmsweise Heizpilze erlaubt werden. In der Sitzung wurde bekannt, dass Friedrichshafen im Bodenseekreis besonders hart von der Coronapandemie betroffen ist.

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++ Fieberambulanzen bei erwarteter Grippewelle geplant

(8.12 Uhr) Der Bund hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und der gleichzeitig zu erwartenden Grippewelle in der Herbst- und Winterzeit den Einsatz von Fieber-Ambulanzen vorgeschlagen.

In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf einer Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Dienstag heißt es, Bund und Länder sollten zeitnah ein Konzept vorlegen, wie eine Überlastung vor allem von Krankenhäusern und Hausarztpraxen verhindert werden könnten.

Ein solches Konzept sollte die Möglichkeiten von Fieber-Ambulanzen, Schwerpunktsprechstunden und Schwerpunktpraxen ausloten. Zugleich sollten sich gerade auch Risikogruppen vorsorglich gegen die saisonale Grippe impfen lassen.

Weiter sollen die Länder nach dieser Vorlage bereits vor Erreichen einer Infiziertenzahl von 50 pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen ein „geeignetes Frühwarnsystem einrichten, um möglichst ein Überschreiten dieser Inzidenz zu vermeiden“.

Eine Zusammenfassung aller Vorschläge des Bundes zur Eindämmung der Pandemie lesen Sie hier.

++ Bund schlägt Beschränkung auf 25 Personen bei privaten Festen vor 

(7.49 Uhr) Der Bund schlägt angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen mit dem Coronavirus für Feiern in privaten Räumen eine Beschränkung auf maximal 25 Teilnehmer vor. In öffentlichen Räumen solle die Beschränkung bei maximal 50 Teilnehmern liegen.

So heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Entwurf für die Beschlussvorlage des Bundes zu den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Dienstag. Offen ist, ob dies nur bei Überschreiten bestimmter Grenzwerte bei den Neuinfektionen gelten soll.

++ 50 Euro Bußgeld bei falschen Angaben in Restaurants 

(7.36 Uhr) Der Bund will angesichts der anhaltend hohen Infektionszahlen mit dem Coronavirus derzeit keine weiteren Öffnungsschritte zulassen. Um eine korrekte Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen, sollen Ordnungsbehörden Verstöße etwa bei falschen persönlichen Angaben in Restaurants mit einem Mindestbußgeld von 50 Euro belegen können.

So heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Dienstag.

++ Mehr als eine Million Corona-Tote weltweit

(06.48 Uhr) Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit bereits mehr als eine Million Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor.

Mehr als 33,2 Millionen Infektionen wurden nachgewiesen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Rund ein Fünftel aller erfassten Todesfälle beklagt die USA, wo mehr als 205.000 Menschen starben. In Brasilien sind mehr als 142.000, in Indien mehr als 95.000 Menschen gestorben.

Die Opferzahl in den USA, wo rund 330 Millionen Menschen leben, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern höher. In den USA starben den Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge rund 63 Menschen pro 100 000 Einwohner, in Großbritannien liegt dieser Wert ein wenig höher. In Spanien kommen 67 Tote auf 100 000 Einwohner, in Deutschland 11.

Das waren die letzten Meldungen am Montag:

++ Bund bringt Ausschankverbot für Alkohol ins Spiel

(22.35 Uhr) Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will der Bund den Alkoholausschank in besonders betroffenen Regionen unter bestimmten Bedingungen befristet begrenzen lassen.

Um Infektionen in der Gastronomie zu minimieren, müssten bei ansteigendem Infektionsgeschehen „zeitlich eingegrenzte Ausschankverbote für Alkohol erlassen werden“, heißt es in dem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Dienstag.

++ WHO will Corona-Schnelltests für ärmere Länder bereitstellen

(22.17 Uhr) Die Weltgesundheitsorganisation WHO setzt auf Corona-Schnelltests zur Bekämpfung der Pandemie in ärmeren Ländern. 120 Millionen sogenannte Antigen-Tests sollen für 133 Länder mit kleinen und mittleren Einkommen zur Verfügung gestellt werden, kündigte die WHO am Montagabend in Genf an. Das soll umfangreiche Tests an Orten ermöglichen, an denen der Nachweis des Virus-Erbguts im Labor (ein sogenannter PCR-Test, wie er standardmäßig zum Nachweis des Virus genutzt wird) nur schwer oder zu langsam möglich ist.

Für das Projekt im Rahmen der WHO-Kampagne „ACT-Accelerator“ (Access to Covid-19 Tools Accelerator) hat die Bill and Melinda Gates Stiftung demnach einen Vertrag mit den Herstellern SD Biosensor und Abbott geschlossen, der die Abnahme von 120 Millionen Tests zum Stückpreis von 5 US-Dollar garantiert. Insgesamt wären dafür 600 Millionen US-Dollar nötig. Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria steuert 50 Millionen US-Dollar bei.

Darüber hinaus erwarte man Unterstützung von anderen internationalen Institutionen wie Unicef und Weltbank sowie Staaten, sagte der Chef des Fonds, Peter Sands. „Wenn Länder mit kleinem und mittleren Einkommen auf demselben Niveau testen würden wie Staaten mit hohem Einkommen, würden die 120 Millionen Tests weniger als zwei Wochen reichen“, so Sands.

Die WHO empfehle die Schnelltests im Allgemeinen vor allem als Ergänzung zu PCR-Tests, sagte die WHO-Covid-19-Beauftragte Maria van Kerkhove. Antigen-Tests seien vor allem bei hoher Viruslast effizient und könnten helfen, wenn es etwa um die Nachverfolgung von Ausbrüchen rund um mindestens einen bereits per PCR-Test bestätigten Fall gehe. Wo Labortests tagelang dauern würden, seien Antigen-Tests dennoch eine sinnvolle Alternative.

Die Tests suchen in Abstrich-Proben nicht aufwendig nach dem Erbgut des Virus, sondern nach Molekülen, die charakteristisch für die Viren sind. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest wird innerhalb von 15 bis 30 Minuten auf einem Teststreifen angezeigt, ob das gesuchte Molekül gefunden wurde und die Person positiv ist oder nicht.

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