Corona-Newsblog: Das waren die Entwicklungen am Sonntag

Lesedauer: 32 Min
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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 3.720 (45.247 Gesamt - ca. 39.660 Genesene - 1.867 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.867
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 17.979 (259.428 Gesamt - ca. 232.100 Genesene - 9.349 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.349
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Zum Ferienende großer Andrang bei Corona-Teststelle auf A5 (17.44 Uhr)
  • Kritik an Verzögerung bei Gesundheitserklärung für Schüler (14.33 Uhr)
  • 948 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland (09.51 Uhr) 
  • Konsequenzen für Superspreaderin nach Corona-Ausbruch unklar (11.32 Uhr)
  • Mehr als 120 Anzeigen bei Demo in München (07.53 Uhr)
  • Gastwirt aus Rottweil sitzt in Untersuchungshaft (14.13 Uhr)

Wir schließen den Newsblog für heute und sind am Montagmorgen wieder mit allen wichtigen Entwicklungen für Sie da.

++ Querdenken-Demo in Ravensburg

(21.55 Uhr) Mehrere Hundert Personen sind am Sonntag dem Aufruf der Ravensburger Gruppierung „Querdenken 751“ gefolgt, die gegen die Corona-Maßnahmen von Bundes- und Landespolitik auf die Straße geht.

Beginn der Veranstaltung war mit einem Zug vom Marienplatz zur Oberschwabenhalle. Die Polizei zählte 290 Personen. Wegen der Demonstration kam es im Stadtverkehr zeitweise zu Behinderungen. Auf dem Platz an der Oberschwabenhalle wurden Reden gehalten, gegen die Maskenpflicht gewettert, die Vorschriften für übertrieben erklärt und Musik gemacht. +++ Mehr lesen Sie hier. +++

++ Israel verhängt dreiwöchigen Lockdown

(20.53 Uhr) - Israel verhängt wegen der Coronavirus-Pandemie einen dreiwöchigen Lockdown. Dies teilte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntagabend nach einer Kabinettssitzung mit. Bei Bedarf könnten die landesweiten Ausgangsbeschränkungen auch ausgedehnt werden, betonte er in einer Fernsehansprache.

Die neuen Corona-Beschränkungen sollen noch vor Beginn der jüdischen Feste Rosch Haschana und Jom Kippur am kommenden Freitag in Kraft treten.

Die Maßnahmen sehen die Schließung von nicht lebensnotwendigen Geschäften sowie Schulen vor. Zudem soll der Eintritt zu Synagogen und anderen Gotteshäusern stark eingeschränkt oder ganz untersagt werden.

Israel hat derzeit eine der weltweit höchsten Corona-Infektionsraten. Seit Ausbruch des neuartigen Coronavirus registrierten die israelischen Behörden mehr als 153.000 Infektionsfälle. In mindestens 1100 Fällen führten die Infektionen zum Tod.

++ Zum Ferienende großer Andrang bei Corona-Teststelle auf A5

(17.44 Uhr) Die Corona-Teststelle an der Autobahn 5 bei Neuenburg (Breisgau-Hochschwarzwald) hat zum Ferienende in Baden-Württemberg nochmals starken Andrang von Reiserückkehrern verzeichnet. Die Polizei musste Hunderte Testwillige weiterleiten, um einen Rückstau auf der Autobahn zu vermeiden. Besonders viele Menschen kamen aus dem Südwesten, wo an diesem Montag die Schule wieder beginnt, wie Andreas Formella, Vizegeschäftsführer des DRK-Landesverbands, am Sonntag sagte. „Bei vielen, die Anfang der Woche wieder arbeiten wollten, war das Unverständnis groß.“ Die Zahlen an der Teststation waren bereits gestiegen, nachdem das Robert-Koch-Institut am Mittwoch weite Teile Frankreichs zu Risikogebieten erklärt hatte.

Am vergangenen Freitag wurden laut DRK mehr als 2100 Menschen getestet, 500 bis 600 aus Platzgründen abgewiesen; am Samstag waren es ebenfalls mehr als 2100 Getestete und 500, die weitergeleitet wurden. Für Sonntag wurde mit ähnlichen Werten gerechnet. Autofahrer warteten bis zu eine Stunde auf den Abstrich. Innerhalb von mindestens 48 Stunden können sie das Ergebnis abrufen.

Menschen, die an der Rastanlage mit der Station vorbeigewunken worden sind, können sich in anderen Testzentren oder in Schwerpunktpraxen testen lassen. Da der Abstrich für Reiserückkehrer aus Risikogebieten innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise vorgenommen werden kann, müsse er nicht zwingend auf der Rückfahrt aus dem Urlaub erfolgen, betonte das DRK.

Die Teststelle in Neuenburg zählt von der Eröffnung am 14. August bis zum Sonntagnachmittag über 55.000 getestete Menschen.

Das Angebot kostenfreier Corona-Tests steht ab 14. September nur noch Rückreisenden aus Risikogebieten zur Verfügung. Die Teststelle auf der A5 ist nach DRK-Angaben noch bis 30. September für diese Personengruppe geöffnet.

++ Pauken in der Pandemie: 4500 Schulen starten in die Ausnahmesituation

(17.34 Uhr) Unter Ausnahmebedingungen und ungewissen Vorzeichen starten 1,5 Millionen Schüler und mehr als 135.000 Lehrer am Montag in ein neues Schuljahr. In Baden-Württemberg enden am Montag im letzten Bundesland die Sommerferien. Trotz Kritik von Verbänden und Gewerkschaften sieht Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) das Land gut gerüstet für das neue Schuljahr. Ab sofort gilt ab Klasse fünf und an den weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht auf den sogenannten Begegnungsflächen wie den Schulfluren, der Aula und den Toiletten.

Im Unterricht soll auf Masken verzichtet werden. An Grundschulen sind Masken ebenfalls nicht vorgeschrieben. Das Kultusministerium setzt auf Gruppenbildung im Schulbetrieb, um das Infektionsgeschehen genau nachvollziehen zu können und möglichst keine Schulstandorte schließen zu müssen. Schüler mit Vorerkrankung dürfen zuhause bleiben, müssen aber trotzdem am Fernunterricht teilnehmen.

Unterdessen leiden die Schulen im Land weiterhin unter einer knappen Personaldecke. Von mehr als 5900 zu besetzenden Lehrerstellen an den öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen konnten 645 nicht besetzt werden, davon fast die Hälfte an Grundschulen.

++ Südwesten verzeichnet 184 neue Corona-Infektionen

(17.20 Uhr) Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist in Baden-Württemberg auf mindestens 45.247 gestiegen. Das sind 184 Personen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Sonntag (Stand: 16 Uhr) hervorgeht. Als genesen gelten 39.660 Menschen, das sind 142 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus lag weiterhin bei 1867. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 1,0 angegeben. Der Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

++ Bayerns Innenminister fordert empfindliches Bußgeld für Superspreaderin

(16.27 Uhr) Nach einem heftigen Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Konsequenzen für die mutmaßliche Verursacherin. „Sollte sich bestätigen, dass die Frau bewusst trotz eindeutiger Corona-Symptome die Quarantäne ignoriert hat, muss sie mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen“, sagte Herrmann dem „Münchner Merkur“ (Montag). „Gegen so eine Rücksichtslosigkeit sollte ein klares Signal und ein mahnendes Beispiel gesetzt werden, dass jeder mit empfindlichen Sanktionen rechnen muss, der in dieser besonderen Situation der Pandemie gegen die Regeln verstößt und andere vorsätzlich in Gefahr bringt.

Das Landratsamt geht davon aus, dass der Ausbruch auf eine sogenannte Superspreaderin zurückzuführen ist. Die 26-Jährige soll durch verschiedene Kneipen in der Marktgemeinde am Fuße der Zugspitze gezogen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Nach Angaben der Behörde hat sie auf der Kneipentour schon Symptome gehabt und auf die Ergebnisse ihres Corona-Tests gewartet. In Bayern kann bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen ein Bußgeld von 2000 Euro verhängt werden.

++ Ab 16. September 2020 keine Tests mehr für Rückkehrer aus Nicht-Risikogebieten

(15.56 Uhr) Das Angebot kostenfreier Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Nicht-Risikogebieten endet am 15. September 2020. Ab dem 16. September steht diese Möglichkeit nur noch Rückreisenden aus Risikogebieten zur Verfügung.

Dies geht auf einen Beschluss der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten vom 27. August 2020 zurück. „Das Angebot der kostenlosen Corona-Testungen für Reiserückkehrer war gut und richtig. Es freut mich, dass die Menschen dieses Angebot so zahlreich angenommen haben. So ist es uns gelungen, vor allem bei Reiserückkehrern aus Risikoländern positive Befunde frühzeitig zu erkennen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen und somit eine weitere Verbreitung stark einzugrenzen“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha am Sonntag in Stuttgart.

"Es ist jetzt aber auch richtig, nach dem 15. September 2020 nur noch Reiserückkehrer aus Risikogebieten zu testen. Die Hauptreisezeit ist vorbei, und wir müssen nun die Kapazitäten der Helferinnen und Helfer, der Ärztinnen und Ärzte und auch in den Laboren gezielt für die Menschen einsetzen, die einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind." Lucha nannte Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen und Lehrer, aber auch die Menschen, die in Pflegeheimen arbeiten und leben. 

„Wenn Sie aus Nicht-Risikogebieten zurückkommen, empfehlen wir grundsätzlich die nächsten zwei Wochen vorsichtig zu sein, soziale Kontakte zu reduzieren und besonders genau auf die Einhaltung der Hygieneregeln zu achten“, sprach Lucha die Menschen in Baden-Württemberg direkt an. 

Sollten nach der Rückkehr Symptome auftreten, sollte man sich schnellstmöglich an eine Corona-Schwerpunktpraxis oder Fieberambulanz in Wohnortnähe wenden. Eine Übersicht gibt es hier. 

Einreisende aus Risikogebieten müssen einen verpflichtenden Corona-Test durchführen lassen, bis weitere Angaben zur allgemeinen Quarantänepflicht bekannt gemacht wurden.  

++ Zwei Fußballspiele coronabedingt abgesagt

(14.58 Uhr) Das für Sonntag angesetzte Spiel in der Fußball-Bezirksliga Riß zwischen dem SV Baustetten und dem BSC Berkheim ist kurzfristig abgesagt worden. „Aufgrund einer bestätigten Corona-Infektion im direkten Arbeitsumfeld eines Spielers wurden beide Partien des BSC für heute abgesagt“, heißt es dazu auf der Facebook-Seite des BSC Berkheim.

Ebenso abgesagt worden ist aus diesem Grund die für Sonntag terminierte Partie in der Kreisliga B I zwischen dem TSV Kirchberg II und dem BSC Berkheim II.

++ Kritik an Verzögerung bei Gesundheitserklärung für Schüler

(14.33 Uhr) Kurz vor Schulbeginn haben SPD und FDP die aus ihrer Sicht schlechten Vorbereitungen des Kultusministeriums für den Unterricht in Corona-Zeiten kritisiert. Die SPD sprach von einem „Chaos um die Gesundheitserklärungen“. Die FDP-Fraktion sieht Ressort-Chefin Susanne Eisenmann (CDU) angesichts des Prozedere bei dieser Erhebung in den Schulen zunehmend überfordert. Das Ministerium wies die Vorwürfe zurück. Es solle vermieden werden, dass Schüler in der ersten Schulwoche wegen fehlender Angaben ausgeschlossen werden.

Die Erklärungen sollen Schüler als Bestätigung dafür mitbringen, dass sie beispielsweise weder mit dem Coronavirus infiziert sind noch Kontakt zu Infizierten hatten. „Zuerst hatte das Kultusministerium erklärt, dass am kommenden Montag kein einziges Kind ohne Gesundheitserklärung in die Schule kommen dürfe“, sagte SPD-Fraktionschef Andreas Stoch am Samstag. „Doch weil die entsprechenden Formulare zu spät an die Schulen kamen, ist das plötzlich passé. Nun kann es sein, dass Schüler, deren Gesundheitsstatus völlig unklar ist, eine Woche lang im Klassenzimmer sitzen.“

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke sagte, dass die Kultusministerin an der Organisation einer solch überschaubaren Abfrage scheitere, spreche Bände. „Leidtragende sind Schüler, Eltern und Lehrer, die nun zu Schulbeginn nicht sicher sein können, ob nicht auch infizierte Personen am Schulunterricht teilnehmen.“

Das Kultusministerium betonte hingegen, man habe Eltern und Schülern ausreichend Gelegenheit geben wollen, die Gesundheitserklärungen durchzulesen und auszufüllen. Es handele sich hierbei um ein pragmatisches Vorgehen. „Keine Schülerin und kein Schüler soll in der ersten Schulwoche vom Schulbesuch ausgeschlossen werden, wenn die Gesundheitserklärung noch nicht am ersten Tag vorliegt“, erklärte dazu eine Sprecherin des Ministeriums.

++ Gastwirt aus Rottweil sitzt in Untersuchungshaft

(14.13 Uhr) Gegen einen Gastwirt aus Rottweil, der mit einer Vielzahl von unrechtmäßigen Anträgen auf Corona-Soforthilfe knapp eine halbe Million Euro beantragt haben soll, ist Haftbefehl erlassen worden.

Nach umfangreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Rottweil und des Landeskriminalamts Baden-Württemberg wurde der italienische Staatsangehörige mit Unterstützung von Kräften des Polizeipräsidiums Konstanz festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Rottweil wirft dem Mann, der eine Gaststätte in Rottweil betreibt, vor, sich unrechtmäßig Corona-Soforthilfen für erfundene Liquiditätsengpässe beschafft zu haben. Konkret steht er im Verdacht, von Ende März bis Juli 2020 in 18 Fällen Corona-Soforthilfe in Höhe von insgesamt 488 000 Euro beantragt zu haben.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Konsequenzen für Superspreaderin nach Corona-Ausbruch unklar

(11.32 Uhr) Nach dem heftigen Corona-Ausbruch im oberbayerischen Garmisch-Partenkirchen ist noch unklar, mit welchen Konsequenzen die mutmaßliche Verursacherin rechnen muss. „Das muss geprüft werden. Dazu kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage getroffen werden“, sagte der Sprecher des zuständigen Landratsamtes, Stephan Scharf, am Sonntag.

Das Landratsamt geht davon aus, dass der Ausbruch auf eine sogenannte Superspreaderin zurückzuführen ist. Die junge Frau soll durch die Kneipen gezogen sein, obwohl sie Symptome hatte und in Quarantäne bleiben sollte. Nach Behördenangaben wartete sie ihr Testergebnis aber nicht ab. In Bayern kann bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen ein Bußgeld von 2000 Euro verhängt werden.

In einem Hotel, in der die Frau arbeitet, wurden nach Angaben Scharfs bis Samstag 24 Menschen positiv getestet. Insgesamt belief sich die Zahl der Neuinfektionen bis Samstag auf 37. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 54 und damit über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. „Die müssen sich natürlich nicht alle bei ihr angesteckt haben“, betonte Scharf. Das Landratsamt rechnet aber mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Zahlen und hat darum Einschränkungen angeordnet.

++ 948 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

(09.51 Uhr) Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen 948 neue Corona-Infektionen gemeldet.

Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 259.428 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9349. Seit dem Vortag wurden zwei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Sonntagmorgen hatten etwa 231.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Samstag bei 1,15 (Vortag: 1,00). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

++ Mehr als 120 Anzeigen bei Demo in München

(07.53 Uhr) Die Polizei hat im Zuge der Corona-Demonstration in München am Samstag über 120 Anzeigen aufgenommen. Über 100 Menschen seien angezeigt worden, weil sie auf der Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen keinen Mund-Nasen-Schutz trugen, wie die Polizei mitteilte.

Mehr als 20 weitere Menschen wurden wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung, Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz angezeigt. Wie viele Menschen festgenommen wurden, teilten die Beamten zunächst nicht mit. „In den meisten Fällen konnten die betroffenen Personen nach der Anzeigenbearbeitung wieder entlassen werden“, hieß es von der Polizei.

++ 10.000 Teilnehmer und ein Fernseh-Pfarrer bei Corona-Demo

(20.18 Uhr) 5000 Teilnehmer waren angekündigt, 1000 zunächst genehmigt - zum Schluss waren es mehr als 10.000: Auf der Münchner Theresienwiese, wo die Corona-Pandemie in diesem Jahr das Oktoberfest verhindert hat, haben am Samstag Tausende gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung demonstriert. Das waren doppelt so viele wie von der Initiative „Querdenken 089“ angekündigt. Das Motto der Veranstaltung: „Frieden, Freiheit und Gesundheit.“ Auch Ex-Fernseh-Pfarrer Jürgen Fliege trat als Redner auf.

Zahlreiche Menschen haben sich zu einer Kundgebung eingefunden
Zahlreiche Menschen haben sich zu einer Kundgebung auf der Theresienwiese eingefunden. (Foto: Valentin Gensch / DPA)

Auch an dem vorangegangenen Demonstrationszug durch die Münchner Innenstadt hatten deutlich mehr Menschen teilgenommen als geplant - und als zugelassen waren. Nach Polizeiangaben waren es in der Spitze 3000 statt der erlaubten 500. Weil die Zahl so deutlich überschritten worden sei und viele Teilnehmer keine Maske getragen hätten, hatte die Polizei den Zug gestoppt. Kurz darauf brachen die Veranstalter den Zug ab und baten die Teilnehmer, sich zur Hauptkundgebung auf der Theresienwiese zu versammeln.

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++ Drei bayrische Städte überschreiten Grenze für Neuinfektionen

(19.04 Uhr) Drei bayerische Städte haben den Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Betroffen seien die Stadtgebiete Rosenheim, Würzburg und Kaufbeuren, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Samstag mit.

Die meisten Neuinfektionen gab es im oberbayerischen Rosenheim: Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz lag hier am Samstagmorgen mit 63,17 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner über der von Bund und Ländern vereinbarten Schwelle. Im schwäbischen Kaufbeuren waren es 61,51 Neuinfektionen, im unterfränkischen Würzburg 60,99.

++ 1630 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

(17.43 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1630 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 258.480 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag auf seiner Homepage bekannt gab.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9347. Das sind fünf mehr als noch am Vortag. Bis Samstagmorgen hatten etwa 231 400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Erstmals seit Juni hat zuletzt die Zahl vom Robert Koch-Institut (RKI) wöchentlich erfasster Corona-Tests wieder abgenommen. In der Woche vom 31. August bis 6. September wurden demnach gut eine Million Tests gezählt - etwa 50.000 weniger als in der Vorwoche. Es ist das erste Mal seit der Woche vom 22. bis 28. Juni, dass die Testzahl wieder abnimmt.

++ Österreich meldet mit 869 neuen Corona-Fällen Rekord-Wiederanstieg

(16.06) Der Anstieg der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus liegt in Österreich am Samstag nach einem erneuten Sprung so hoch wie zuletzt Ende März. Die Behörden meldeten am Samstag 869 neue Fälle seit dem Vortag, nachdem zuletzt am Donnerstag ein Rekord-Wiederanstieg von 664 Neuinfektionen erreicht worden war. Noch vor einer Woche hatten die Zahlen meist bei etwa 300 bis 400 neuen Fällen am Tag gelegen.

Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-Patienten liegt noch deutlich unter den Werten des Frühjahrs, stieg aber binnen einer Woche um rund ein Drittel. Am Samstag lagen 209 Infizierte im Krankenhaus, 42 von ihnen auf der Intensivstation.

++ Veranstalter bricht Corona-Demonstrationszug in München ab 

(14.39 Uhr) Die Initiatoren einer Kundgebung gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen in München haben ihren Demonstrationszug durch die Stadt am Samstag vorzeitig abgebrochen. Zuvor hatte die Polizei den Zug gestoppt, weil mehr als die zugelassenen 500 Teilnehmer dabei waren und nach Polizeiangaben kaum jemand eine Maske trug.

Die Polizei sprach von „vielen Hundert“ Teilnehmern, konnte aber noch keine konkreteren Zahlen nennen. Eine Hauptkundgebung auf der Theresienwiese sollte aber noch wie geplant um 16 Uhr stattfinden. Die Polizei war mit 1400 Kräften im Einsatz.

++ Reiserückkehrerin als Superspreaderin in Garmisch 

(12.47 Uhr) Der heftige Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen soll auf eine Reiserückkehrerin zurückgehen. Die junge Frau soll in mehreren Lokalitäten unterwegs gewesen sein, obwohl sie Symptome hatte, wie der Sprecher des Landratsamtes, Stephan Scharf, am Samstag sagte. Sie wäre damit eine sogenannte Superspreaderin.

Die 26-Jährige sei vor kurzem von einem Urlaub im europäischen Ausland nach Garmisch zurückgekehrt. Seine vorherigen Angaben, wonach es sich um eine aus den USA eingereiste Touristin handle, korrigierte Scharf. Es habe ein „Übermittlungsproblem“ innerhalb der Behörde gegeben.

In einer Unterkunft auf dem Gelände von US-Streitkräften, in der die Frau arbeitet, wurden nach Angaben Scharfs bislang 23 Menschen positiv getestet. Insgesamt belief sich die Zahl der Neuinfektionen auf 33 an einem Tag. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 54 und damit über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

++ Amtsgerichte kämpfen mit Einsprüchen gegen Corona-Bußgelder

(10.42 Uhr) Auf die Amtsgerichte im Land könnte wegen Einsprüchen gegen Corona-Bußgelder eine deutliche Mehrbelastung zukommen. „Die Verfahren sind kompliziert, weil sich die Verordnungslage quasi täglich änderte“, sagte eine Sprecherin des Amtsgerichts Stuttgart. „Das werden wir schon noch bei der Abarbeitung der Fälle zu spüren bekommen“. Man rechne damit, dass ein Großteil der rund 400 bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart anhängigen Verfahren auch beim Amtsgericht Stuttgart lande.

Polizeibeamte weisen auf die Einhaltung der Corona-Ordnung hin
Polizeibeamte weisen auf die Einhaltung der Corona-Ordnung hin. (Foto: Sebastian Gollnow / DPA)

Beim Amtsgericht Karlsruhe liegen derzeit knapp 50 Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Corona-Zusammenhang, beim Amtsgericht Freiburg sind es etwa 35. Bislang seien die Fälle noch handhabbar, sagte ein Sprecher der Freiburger Behörde. Allerdings seien diese Verfahren, in denen es beispielsweise um die Einhaltung des Mindestabstande geht, meist aufwendiger, da Zeugen gehört werden müssten. Zudem sei rechtlich noch nicht alles genau geklärt.

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++ Corona-Infektionen bei deutscher Box-Olympiamannschaft

(09.08 Uhr) Mehrere Sportler der deutschen Box-Olympiamannschaft haben sich bei einem Trainingslager im österreichischen Sölden mit dem Coronavirus infiziert.

Am 8. September hätten mehrere Sportler erste Erkältungssymptome gezeigt, berichtet der „Spiegel“. Am folgenden Tag sei dann klar gewesen, dass die Sportler mit Corona infiziert seien. Laut Teilnehmern des Trainingslagers könnten sogar alle 18 Sportler und mehrere Betreuer betroffen sein, schreibt das Nachrichtenmagazin. Erich Dreke, Präsident des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV) bestätigte, dass es Infektionen gebe, machte aber keine Angaben zur Zahl der Erkrankten.

Corona-Infektionen bei deutscher Box-Olympiamannschaft.
Corona-Infektionen bei deutscher Box-Olympiamannschaft. (Foto: Jens Wolf / DPA)

Der Generalsekretär des DBV, Michael Müller, sagte dem „Spiegel“, dass die Mannschaft nun komplett in Sölden bleiben müsse, bis das dortige Gesundheitsamt die Quarantäne aufhebe. Die Sportler hätten keine starken Symptome und trainierten trotz der Krankheit. Nach „Spiegel“-Informationen sei an Training im Moment jedoch nicht zu denken.

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