Corona-Newsblog: Das waren die Entwicklungen am Neujahrstag

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Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

Weil nicht alle Labore und Gesundheitsämter über die Feiertage arbeiten, fallen die aktuell gemeldeten Zahlen des RKI geringer aus, als es eigentlich der Fall wäre.

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 52.596 (242.729 seit Ausbruch - ca. 185.240 Genesene - 4.893 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 4.893
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 130,8
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 358.300 (1.742.661 Gesamt - ca. 1.350.800 Genesene - 33.624 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 33.624
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 141,9

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Gesundheitsministerium erwartet bis Anfang Februar noch 2,68 Millionen Impfdosen (18.30 Uhr)
  • Schulpsychologen für frühe Schulöffnung (13.55 Uhr)
  • Falsche Befunde mitgeteilt: Testpanne in Corona-Labor in Heidenheim (12.10 Uhr)
  • 22.924 Neuinfektionen gemeldet (07.42 Uhr)
  • Biontech will Produktionskapazitäten hochfahren (10.01 Uhr)
  • Lucha fordert Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten (06.15 Uhr)

22.24 Uhr: Wir schließen den Newsblog für heute und wünschen eine ruhige Nacht. Wir sind morgen früh wieder mit allen wichtigen Entwicklungen für Sie da.

++ Forscher: Mehr als 20 Millionen Corona-Infektionen in den USA

(21.45 Uhr) Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mehr als 20 Millionen Infektionen mit dem Virus nachgewiesen worden. Das entspricht rund einem Viertel aller weltweit verzeichneten Ansteckungen mit dem Erreger Sars-CoV-2, wie am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging.

In keinem anderen Land der Welt gibt es in absoluten Zahlen so viele bestätigte Infektionen wie in den USA. In Indien liegt die Zahl demnach bei 10,3 Millionen, in Brasilien bei 7,7 Millionen. Experten gehen in den meisten Ländern von einer hohen Dunkelziffer aus.

In den USA leben rund 330 Millionen Menschen. Mehr als 346.000 Todesfälle in Verbindung mit der Erkrankung Covid-19 sind dort bekannt.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen werden die Zahlen nachträglich nach unten korrigiert.

++ Ministerium erwartet bis Anfang Februar noch 2,68 Millionen Impfdosen

(18.30 Uhr) Die Bundesregierung erwartet bis Anfang Februar noch 2,68 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech. Die nächste Lieferung an die Länder sei weiterhin für den 8. Januar geplant, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag auf Twitter mit. Insgesamt sind bis einschließlich 1. Februar vier Liefertermine vorgesehen. Das entspricht den bereits bekannten Plänen, nach denen zunächst rund 670.000 Impfdosen pro Woche geliefert werden sollen. Inklusive der Lieferungen aus dem alten Jahr wären es dann insgesamt 3,98 Millionen Dosen.

Im Verlauf des Monats könnte allerdings weiterer Impfstoff vom Hersteller Moderna dazukommen. Das Ministeriums rechnet damit, dass dieser am 6. Januar zugelassen wird. „Die genauen Lieferpläne für diesen Impfstoff werden wir dann zügig mit der EU und dem Unternehmen abstimmen“, hieß es am Freitag. Im Laufe des ersten Quartals seien außerdem weitere Zulassungen wahrscheinlich.

++ 2500 Menschen feiern in Frankreich illegale Silvesterparty

(18.28 Uhr) Im Westen Frankreichs haben rund 2500 Menschen eine illegale Silvesterparty gefeiert. Die Raver stammten aus verschiedenen Regionen Frankreichs und aus dem Ausland, wie die Präfektur des Départements Ille-et-Vilaine in der Bretagne am Freitag mitteilte. Bei der versuchten Auflösung der Party in der Stadt Lieuron südlich von Rennes gab es am Donnerstagabend gewaltsame Ausschreitungen.

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen. Als die Polizei auf der Party in einer leerstehenden Lagerhalle erschienen war, sah sie sich „gewalttätiger Feindseligkeit“ gegenüber, wie es in einer Mitteilung der Beamten hieß.

Partygäste warfen demnach Steine und Flaschen auf die Polizisten; einige Sicherheitskräfte wurden leicht verletzt. Ein Polizeiauto wurde in Brand gesetzt, drei weitere beschädigt. Noch am Freitagmorgen tanzten sehr viele Raver in der Halle zu Techno-Musik, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Viele der Techno-Fans trugen keine Masken und hielten keine Sicherheitsabstände ein. Sicherheitskräfte verteilten Desinfektionsgel und Masken.

Im Elsass kam es zu einem tragischen Feuerwerksunfall: Dort wurde einem 25-jährigen Mann beim Zünden eines Feuerwerkskörpers der Kopf abgerissen, wie die Präfektur Bas-Rhin, nahe der Grenze zu Deutschland, mitteilte.

++ Britische Ärzte-Verbände warnen vor Burnout des Krankenhaus-Personals 

(18.20 Uhr) — Britische Mediziner-Verbände haben angesichts der extrem angespannten Corona-Situation in Großbritannien vor einer Überlastung des Krankenhaus-Personals gewarnt. „Wir sind quasi auf Gefechtsstationen“, sagte der Vize-Präsident des Royal College of Emergency Medicine dem Sender BBC am Freitag. „Es gibt große Sorgen wegen Burnouts.“ Zwar sei das Personal auf den Nofall- und Intensivstationen auf harte Zeiten vorbereitet, aber die Ärztinnen und Pfleger seien müde, frustriert und ausgelaugt, so wie jeder andere auch.

An Neujahr meldeten die Behörden mehr als 53.000 neue Corona-Fälle in Großbritannien sowie 613 Todesfälle. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie mehr als 82.000 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben.

Durch eine neue und womöglich sehr ansteckende Virus-Variante, die sich vor allem in London und im Süden Englands derzeit sehr stark ausbreitet, steht Großbritannien besonders unter Druck.

Notfall-Krankenhäuser werden bereits auf ihren Einsatz vorbereitet, da die Intensivstationen unter anderem in London überlastet sind. Mike Adams vom Royal College of Nursing's England warnte im Sender „Sky News“ jedoch, es gebe nicht ausreichend Personal, um diese Krankenhäuser auch zu betreiben. Mittlerweile werden mehr Patienten in den Krankenhäusern mit Covid-19 behandelt als in der ersten Welle.

Immerhin meldete das britische Gesundheitsministerium zum Jahreswechsel, es seien mittlerweile eine Million Menschen in Großbritannien gegen Corona geimpft worden. Bis der Anteil der Geimpften der Situation tatsächlich spürbare Erleichterung verschafft, dürften jedoch noch Wochen und Monate vergehen.

++ Robert Koch-Institut: Nun mehr als 160.000 Impfungen

(17.03 Uhr) Mehr als 160.000 Menschen in Deutschland wurden bislang gegen das Coronavirus geimpft. Bis Freitagmittag (Stand 12.30 Uhr) wurden insgesamt 165.575 Impfungen an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. Im Vergleich zum Vortag stieg die Zahl der Geimpften um 31.846, wie aus den RKI-Angaben hervorgeht. Diese Zahl könne allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegele nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, betont das RKI.

Unter den Geimpften sind 71.590 Bewohner von Pflegeheimen. 77.253 Personen erhielten die Impfung aus beruflichen Gründen. Darunter fällt medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko sowie Personal in der Altenpflege. Insgesamt 39.214 Menschen wurden wegen ihres hohen Alters über 80 Jahre geimpft.

Die meisten Impfungen wurden bisher in Bayern erfasst (37.955), gefolgt von 24.924 in Nordrhein-Westfalen und 21.373 in Hessen. Die in absoluten Zahlen am wenigsten Impfungen wurden bisher in Thüringen (810), Bremen (1741) und Hamburg (2759) erfasst. Den Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung gibt das RKI zu Beginn der Impfkampagne nicht an.

++ 1.857 neue Fälle und 54 weitere Tote im Südwesten 

Nach aktuellem Stand des Landesgesundheitsamtes wurden seit Ausbruch der Pandemie 242.729 laborbestätigte COVID-19-Fälle aus allen 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg berichtet, das sind 1.857 mehr als am Vortag. Das LGA meldet 4.893 Todesfälle, seit gestern sind 54 hinzugekommen. 

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt landesweit aktuell 130,8 pro 100.000 Einwohner.

In Baden-Württemberg wurde am 31.12.2020 zum zweiten Mal die mutierte Variante B.1.1.7 des Coronavirus aus Großbritannien nachgewiesen. Die erkrankte Person stammt aus dem Ortenaukreis und hatte sich offensichtlich bei ihrem Partner angesteckt, der im Dezember nach einer Geschäftsreise nach Großbritannien erkrankt war. Somit liegen insgesamt zwei weitere Fälle der neuen Coronavirus-Variante zusätzlich zum Erstnachweis vom 24. Dezember 2020 vor.

Nach Daten des DIVI-Intensivregisters von Krankenhaus-Standorten mit Intensivbetten zur Akutbehandlung sind mit Datenstand 1.1.2021, 14 Uhr 610 COVID-19-Fälle in Baden-Württemberg in intensivmedizinischer Behandlung, davon werden 371 (60,8%) invasiv beatmet. Insgesamt sind derzeit 2.026 von betreibbaren 2.396 Intensivbetten (84,6 %) belegt.

Der Anteil der Infizierten über 60 Jahre an allen Fällen beträgt 24 Prozent, der Anteil der Kinder und Jugendlichen bis 19 Jahre 13 Prozent.

Seit KW 49 wurden insgesamt 138 Ausbrüche aus Pflegeheimen mit 2.372 SARS-CoV-2-Infektionen, hierunter 173 Todesfällen, an das LGA übermittelt. Seit Sommerferienende wurden 185 Ausbrüche aus Schulen mit insgesamt 833 Infektionen und 128 Ausbrüche aus Kintertagesstätten mit insgesamt 633 Infektionen übermittelt.

++ Regierungschefs mahnen vor Corona-Krisengipfel zu Geduld

(15.54 Uhr) - Vor dem nächsten Corona-Krisengipfel mahnt die Politik die Bürger zu Geduld. Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderten auch mehrere Ministerpräsidenten in ihren Neujahrsansprachen die Menschen trotz der Hoffnungen durch den Impfstart zum Durchhalten auf. Vor den Bund-Länder-Gesprächen am Dienstag zeichnete sich ab, dass die Bevölkerung weiter mit erheblichen Beschränkungen rechnen muss. Die Mainzer Firma Biontech arbeitet derweil mit Hochdruck an der Ausweitung der Impfstoff-Produktion.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hob in seiner Neujahrsansprache die nach wie vor ernste Lage in der Corona-Pandemie hervor: „Wir erleben gerade die zweite Welle, manche prophezeien sogar schon eine dritte Welle.“ Nachrichten über mutierte Corona-Viren machten große Sorgen.

Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) mahnte: „Wir alle haben noch eine Durststrecke vor uns. Wir werden noch einige Monate durchhalten müssen.“ Die Regierungschefs verwiesen aber auch auf die mit dem Start der Corona-Impfungen verbundenen Hoffnungen.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in ihrer an Silvester ausgestrahlten Rede zum Durchhalten aufgerufen. „Es sind schwere Zeiten für unser Land - und so wird es auch noch eine ganze Weile bleiben.“ Sie betonte aber zugleich: „Seit wenigen Tagen hat die Hoffnung Gesichter: Es sind die Gesichter der ersten Geimpften.“

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) plädierte für „ausgewogene Entscheidungen“ beim Corona-Krisengipfel. Er mahnte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, bei den Corona-Maßnahmen „bleibt es zentral, dass die Exekutive die Verantwortung des Einzelnen fest im Blick hält und auf so viel Freiheit wie möglich setzt“. Es sei „schier unmöglich, per Gesetz jeden Corona-Todesfall zu verhindern“.

In Deutschland gilt noch bis zum 10. Januar ein strenger Lockdown. Am Dienstag wollen die Länderchefs mit Bundeskanzlerin Merkel darüber beraten, ob die Corona-Schutzmaßnahmen verlängert werden sollen.

Vor dem Krisengipfel warnte der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, vor erneuten, längeren Schulschließungen. Die Schulen müssten „so schnell wie möglich wieder geöffnet werden“, sagte Merz den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Von der Runde der Regierungschefs wünsche er sich ein möglichst einheitliches Vorgehen. Am meisten belaste ihn „nicht der ökonomische Schaden durch den Lockdown, sondern der massive Schaden in der Bildung unserer Kinder durch die geschlossenen Schulen.“

++ Biontech arbeitet an weiterer Produktion

(15.50 Uhr) Das Mainzer Unternehmen Biontech arbeitet nach eigenen Angaben unter Hochdruck am Aufbau neuer Produktionskapazitäten für den Corona-Impfstoff. „Momentan sieht es nicht rosig aus, es entsteht ein Loch, weil weitere zugelassene Impfstoffe fehlen und wir mit unserem Impfstoff diese Lücke füllen müssen“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin dem „Spiegel“. Deutschland werde aber „genug Impfstoff bekommen“.

Der Mangel an Impfstoff hänge auch mit der Einkaufspolitik der EU zusammen, erklärte Sahin. „Es gab die Annahme, dass noch viele andere Firmen mit Impfstoffen kommen. Offenbar herrschte der Eindruck: Wir kriegen genug, es wird alles nicht so schlimm, und wir haben das unter Kontrolle. Mich hat das gewundert“, sagte der Biontech-Chef.

Die Idee der EU und anderer Regierungen, sich einen Korb aus verschiedenen Anbietern zusammenzustellen, sei eigentlich durchaus sinnvoll, erklärte Biontech-Chefmedizinerin Özlem Türeci. „Irgendwann stellte sich aber heraus: Viele können gar nicht zeitig liefern. Dann war es erst mal zu spät, woanders umfänglich nachzuordern.“

Die Produktion nun kurzfristig zu erhöhen sei „alles andere als trivial“: Es sei nicht so, „als stünden überall in der Welt spezialisierte Fabriken ungenutzt herum, die von heute auf morgen Impfstoff in der nötigen Qualität herstellen könnten.“

++ 2750 Verstöße gegen Corona-Verordnung an Silvester im Südwesten

(15.45 Uhr) Die Polizei hat in Baden-Württemberg in der Silvesternacht mehr als 2750 Verstöße gegen die Corona-Verordnung festgestellt. Das teilte das Innenministerium am Freitag mit. Davon waren unter anderem

  • 1300 Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen nach 20 Uhr,
  • rund 550 Verstöße gegen die Maskenpflicht und
  • 250 Verstöße gegen die Abstandsregeln.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) zog dennoch eine positive Bilanz: „Die Bevölkerung hat in der Silvesternacht die Regeln, die für den Infektionsschutz unbedingt notwendig sind, ganz überwiegend eingehalten“, sagte Strobl. „Jeder einzelne Verstoß ist ein Zeichen von mangelnder Solidarität gegenüber der gesamten Gesellschaft und vor allem gegenüber denen, die sich an die Infektionsschutzmaßnahmen halten“, so Strobl.

Um die Einhaltung der Corona-Verordnung in der Silvesternacht zu überwachen, hatte die Polizei im Südwesten verstärkt Kontrollen angekündigt. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern im öffentlichen Raum war verboten. Auch an Silvester galten die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen.

++ Elternvertretung fordert Wiedereröffnung der Kitas

(15.33 Uhr) Kindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg sollen nach dem Willen der Elternvertreter ab dem 11. Januar zum Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen zurückkehren. Dazu gehörten etwa Hygienekonzepte, das Beobachten der Fallzahlen und die Schließung von Kitas bei Corona-Ausbrüchen, teilte die Landeselternvertretung baden-württembergischer Kindertageseinrichtungen (LEBK-BW) zum Jahreswechsel mit. Die Schließungen der Kitas hätten nicht den gewünschten Effekt beim Verringern der Infektionszahlen gebracht. Zudem scheinen Kinder Studien zufolge keine „Infektionstreiber“ zu sein, wie es hieß.

Vielmehr betonte die LEBK-BW die Rechte von Kindern auf Bildung und soziale Teilhabe. „Kinder brauchen zu ihrer Entwicklung geregelte und verlässliche Strukturen“, hieß es in der Mitteilung weiter. „Wir verfolgen mit Sorge, dass die Diskussion um die Wiedereröffnung der Kitas unter Pandemiebedingungen als Wahlkampfthema undifferenziert und einseitig geführt wird.“

Der Wahlkampf dürfe aber nicht auf den Rücken der Kinder und deren Familien ausgetragen werden, mahnte die Landeselternvertretung, die ein Zusammenschluss mehrerer Vorsitzender von Gesamtelternbeiräten von Kitas aus ganz Baden-Württemberg ist.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will, dass Kindergärten und Grundschulen auf jeden Fall schon ab dem 11. Januar wieder öffnen. Andere wie SPD-Chefin Saskia Esken halten dies für „geradezu unverantwortlich“. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen an diesem Dienstag entscheiden, ob und in welcher Form der Lockdown fortgesetzt wird.

++ Schulpsychologen für frühe Schulöffnung

(13.55 Uhr) Die Schulpsychologen dringen mit Blick auf die wachsende Zahl von Schulverweigerern auf eine rasche Öffnung der Schulen nach dem Lockdown. „Wir haben schon nach dem ersten Shutdown eine dramatische Zunahme der Fälle von Schulverweigerung bemerkt“, sagte die Vorsitzende des Verbandes der Schulpsychologinnen und Schulpsychologen Baden-Württemberg (LSBW), Nina Großmann.

Schüler aller Altersgruppen gewöhnten sich zu Hause an das Nichtstun, vernachlässigten ihre Aufgaben und fühlten sich bei der Rückkehr auf die Schulbank überfordert. Auch während des Lockdowns stünden die Telefone nicht still, sagte Großmann.

Ein Viertel der Fälle in den 28 Beratungsstellen im Land sei derzeit auf dieses Phänomens zurückzuführen, erläuterte die Diplom-Psychologin aus Gerlingen bei Stuttgart. Vor der Corona-Krise lag dieser Anteil bei etwa fünf Prozent. „Den Kurs von Ministerin Eisenmann, die Schüler schnell wieder an die Schulen zu holen, finde ich absolut richtig und mutig.“

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will Grundschulen auf jeden Fall schon ab dem 11. Januar wieder öffnen und hat sich für diesen Vorstoß massive Kritik eingehandelt. Großmann hingegen befürwortet den Plan. Gerade bei Grundschülern seien deutliche Leistungsdefizite und Wissenslücken zu beobachten.

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++ Falsche Befunde mitgeteilt: Testpanne in Corona-Labor in Heidenheim

(12.10 Uhr) Ein Labor hat das Gesundheitsamt Heidenheim am Donnerstagvormittag über Probleme bei der PCR-Testung von Nasen-Rachen-Abstrichproben informiert. In Folge dessen seien mehrere Laborbefunde mitgeteilt worden, die nicht zutreffend waren. Das Labor hat aus eigener Veranlassung die Proben nochmals nachgetestet und am Donnerstagnachmittag die korrekten Befunde dem Gesundheitsamt übermittelt.

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++ Biontech will Produktionskapazitäten hochfahren

(10.01 Uhr) Biontech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass das Unternehmen Ende Januar Klarheit über die weiteren Produktionsmengen für den Corona-Impfstoff haben wird.

„Wir versuchen, neue Kooperationspartner zu gewinnen, die für uns produzieren. Aber es ist ja nicht so, als stünden überall in der Welt spezialisierte Fabriken ungenutzt herum, die von heute auf morgen Impfstoff in der nötigen Qualität herstellen könnten“, sagte Sahin (55) dem „Spiegel“. „Ende Januar haben wir Klarheit, ob und wie viel wir mehr produzieren können.“

Ugur Sahin
Ugur Sahin, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Biontech, auf dem Firmengelände in Mainz. (Foto: Andreas Arnold / DPA)

Derzeit sehe es hinsichtlich der insgesamt verfügbaren Impfstoffe gegen Covid-19 „nicht rosig“ aus, „weil weitere zugelassene Impfstoffe fehlen und wir mit unserem Impfstoff diese Lücke füllen müssen“, meinte Sahin. Daher sei man mit dem US-Partner Pfizer daran, die Möglichkeit für eine erhöhte Produktion des eigenen Präparats auszuloten.

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++ 22.924 Neuinfektionen gemeldet

(07.42 Uhr) Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.924 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Außerdem wurden 553 neue Todesfälle verzeichnet, wie das RKI am Morgen bekanntgab.

Eine Interpretation der Daten ist momentan schwierig, weil während der Feiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI nachfolgend zu Nachmeldungen kommen. Vor einer Woche waren 25.533 Corona-Neuinfektionen und 412 Todesfälle binnen 24 Stunden registriert worden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30.12.) erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen bei 141,9. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Donnerstag Sachsen mit 334,5 und Thüringen mit 256,3. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 76,4.

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++ Lucha fordert Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten

(06.15 Uhr) Gesundheitsminister Manne Lucha fordert eine bundesweite Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten. „Die derzeitige Inzidenzlage verlangt, dass wir alle Risiken, die eine Ausbreitung des Virus begünstigen, maximal minimieren“, betonte der Grünen-Politiker.

Dazu gehöre aus seiner Sicht eine mindestens einmalige Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten. „Ich fordere vom Bund hier eine einheitliche Lösung. Ein Flickenteppich der Bundesländer bringt uns hier nicht weiter. Wir werden die Pandemie nur gemeinsam bekämpfen.“ Der Bund müsse zu Beginn des neuen Jahres eine rechtliche Vorgabe machen. „Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Das waren die Meldungen am Donnerstag

++ 26 Bewohner von belgischem Altenheim sterben nach Nikolausbesuch an Covid-19

(17.57 Uhr) Nach einem Besuch des Nikolaus sind in Belgien 26 Bewohner eines Altenheimes an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Der als Nikolaus verkleidete Mann war Träger des Coronavirus, war sich aber seiner Infektion nicht bewusst, wie die flämischen Gesundheitsbehörden am Donnerstag mitteilten. Er wurde erst später positiv getestet.

Derzeit sind in dem Altenheim in der Provinz Antwerpen 169 Menschen untergebracht, wie ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP sagte. 85 Bewohner und 40 Mitarbeiter hätten sich mit dem Coronavirus angesteckt.

Der als Nikolaus verkleideter Mann stattete den Bewohnern am 5. Dezember einen Besuch ab, wenige Tage später wurde der Corona-Ausbruch bemerkt.

++ Coronavirus-Mutation erneut im Südwesten nachgewiesen

(15.41 Uhr) Die britische Variante des Coronavirus ist erneut in Baden-Württemberg aufgetaucht. Das Gesundheitsministerium berichtete am Donnerstag von zwei neuen Fällen, wie die Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart erfuhr. Betroffen sei ein Paar aus dem Ortenaukreis. Ein Test der Frau sei am Mittwoch positiv auf die Virus-Variante gewesen. 

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++ China lässt ersten Corona-Impfstoff offiziell zu

(13.32 Uhr) Der Kampf gegen die Corona-Pandemie wird in immer mehr Ländern mit Hilfe der neu entwickelten Impfstoffe geführt. Mit Sinopharm hat nun auch in China erstmals ein Pharmahersteller eine Zulassung für die breite Anwendung eines Corona-Impfstoffs erhalten.

Die Daten hätten gezeigt, dass das Präparat die einschlägigen Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Nationalen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde erfülle, hieß es am Donnerstag in einer offiziellen Mitteilung. Der Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzern Astrazeneca wurde nun auch in Argentinien und El Salvador zugelassen. Die EU-Arzneimittelagentur EMA will das Präparat weiter sorgfältig prüfen.

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++ Lucha zu Krise: „Es frisst einen schon mit Haut und Haar“

(11.35 Uhr) Eigentlich ist Minister Manne Lucha zuständig für Soziales, Integration, Gesellschaftsthemen und Gesundheit. Seit knapp einem Jahr kennt der Grünen-Politiker aber nur noch einen Job - den Kampf gegen die Coronakrise an vorderster Front. Das geht nicht spurlos an dem 59-Jährigen vorbei. „Du hast eine permanente Erreichbarkeit, erteilst abends um zehn noch Freigaben, schläfst nicht gut, konferierst per Video an Wochenenden“, erzählte er nun der „Badischen Zeitung“ aus seinem Krisenalltag. „Es frisst einen schon mit Haut und Haar.“

Manne Lucha
Manne Lucha (Bündnis 90/Die Grünen) nimmt an einer Pressekonferenz teil. (Foto: Marijan Murat / DPA)

Letztlich mache er nichts Anderes mehr, die „volle Packung Krise“. Es gehöre zum Wesen der Pandemie, dass sie schneller sei als die Entscheidungsträger. „Wir sind schon Getriebene.“

Mit etwas Wehmut blickt Lucha sogar auf den Ministerstress vor der Pandemie zurück. „Ja, früher, da saßt du auf Kohlen, wenn die Jugendmusikschule noch eins spielt und der Bürgermeister noch redet, und du denkst, daheim bricht der Schreibtisch zusammen“, berichtete er der Zeitung. „Heute denke ich, wie gerne tät ich mal wieder da sitzen anstatt am Schreibtisch.“

++ Schwesig: Lockerungen erst nach Rückgang der Infektionen

(10.31 Uhr) Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hält Lockerungen der aktuell strengen Corona-Schutzvorkehrungen erst nach einer deutlichen Reduzierung der Infektionszahlen für möglich und verantwortbar.

„Wir können erst dann größere Lockerungen vornehmen, wenn wir auch über einen längeren Zeitraum wieder Inzidenzwerte von deutlich unter 50 haben“, sagte Schwesig. Nach Angaben von Fachleuten sind deutlich weniger als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen Voraussetzung dafür, Infektionswege nachvollziehen und Ansteckungen verringern zu können.

Vor der für den 5. Januar geplanten Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) machte Schwesig deutlich, dass für sie der Schutz der Gesundheit und die Situation der Kinder zentrale Punkte seien.

++ Merkel appelliert an die Solidarität der Menschen

(09.29 Uhr) Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrer Neujahrsansprache weiter zu Zusammenhalt im Kampf gegen das Coronavirus aufgerufen und den Menschen gedankt.

„Es wird noch eine ganze Zeit an uns allen liegen, wie wir durch diese Pandemie kommen“, sagte die CDU-Politikerin laut vorab verbreitetem Text in ihrer voraussichtlich letzten Neujahrsansprache als Regierungschefin.

Neujahrsansprache Bundeskanzlerin Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht bei ihrer jährlichen Neujahrsansprache. (Foto: Markus Schreiber / DPA)

„Die neben dem Impfstoff wirksamsten Mittel haben wir selbst in der Hand, indem wir uns an die Regeln halten, jeder und jede von uns.“ Sie sei immer wieder dankbar, wie diszipliniert die allermeisten Menschen Masken trügen und sich um Abstand bemühten.

Mehr zur Neujahrsansprache der Kanzlerin lesen Sie hier.

++ 32.552 Corona-Neuinfektionen und 964 neue Todesfälle

(08.37 Uhr) Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 32.552 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Außerdem wurden 964 neue Todesfälle verzeichnet, wie das RKI am Donnerstagmorgen bekanntgab.

Die Zahlen sind jedoch nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar. Das RKI hatte über die Weihnachtstage mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern gerechnet. Die aktuell hohen Zahlen sind deshalb aus Sicht des RKI wohl auch durch Nachmeldungen bedingt. Vor einer Woche waren es 32.195 Neuinfektionen und 802 neue Todesfälle binnen eines Tages.

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