Corona-Newsblog: Das waren die Entwicklungen am Montag

Lesedauer: 33 Min
Digitalredakteurin
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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.862
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 16.215 (232.082 Gesamt - ca. 206.600 Genesene - 9.267 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.267
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Gesundheitsminister von Bund und Ländern für Neuregelungen bei Corona-Tests (19.57 Uhr) 
  • Lucha: Lage im Land „überaus fragil“ - erste Kommune mit kritischen Zahlen (20.27 Uhr)
  • Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten könnte fallen (13.30 Uhr)

  • Fluggesellschaften müssen Geld für gestrichene Flüge zurückzahlen (7.32 Uhr)

++ Paris betroffen: Reisewarnung für Côte d'Azur und Île-de-France in Frankreich 

(22.15 Uhr) Die Bundesregierung hat am Montagabend wegen der Corona-Ansteckungsgefahren eine Reisewarnung für die französischen Regionen Île-de-France mit der Hauptstadt Paris sowie Provence-Alpes-Côte d'Azur ausgesprochen. Beide Gebiete werden seitdem auf der fortlaufend aktualisierten Liste des bundeseigenen Robert Koch-Institutes (RKI) als Risikogebiete geführt. Solch eine Einstufung erfolgt nach gemeinsamer Entscheidung von Gesundheits-, Außen- und Innenministerium.

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Eine Reisewarnung geht weiter. Sie ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Und sie hat eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Pauschalreisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

++ Lucha: Lage im Land „überaus fragil“ - erste Kommune mit kritischen Zahlen

(20.27 Uhr) Es ist nur eine Warnung, aber die Experten und Bürgermeister in Baden-Württemberg sind alarmiert: Denn zum ersten Mal seit Monaten hat eine Kommune eine kritische Marke bei den Corona-Neuinfektionen überschritten. 

Gemeinsam mit den Ressortkollegen von Bund und Ländern beriet Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) in einer Telefonkonferenz über mögliche Reaktionen auf die Zunahme registrierter Corona-Fälle. Die Lage im Land sei „überaus fragil“, sagte er.

In Heilbronn werden nach dem deutlichen Überschreiten einer kritischen Marke bei den Corona-Neuinfektionen erste Konsequenzen beraten. Unter anderem sollen Reiserückkehrer als Risikogruppe stärker in den Blick genommen werden.

Die Stadt hatte als erste baden-württembergische Kommune seit Monaten die Vorwarnstufe erreicht. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz lag nach Angaben von Montag laut Landesgesundheitsministerium bei knapp 41,2 Fällen auf 100 000 Einwohner. Drastischere Schritte, die bis hin zur weiten Einschränkung des öffentlichen Lebens reichen können, werden aber erst ab einer 7-Tage-Inzidenz von 50 ergriffen. Rund 80 Prozent der Infizierten seien Reiserückkehrer

Neben Heilbronn nähern sich auch andere Städte und Landkreise im Südwesten der kritischen Marke von 35 Infektionen auf 100 000 Einwohner, ab der eine Vorwarnstufe gilt. In Ulm liegt die 7-Tage-Inzidenz laut Landesgesundheitsamt bei knapp über 30, das ist der zweithöchste Wert im Land.

++ Gesundheitsminister von Bund und Ländern für Neuregelungen bei Corona-Tests

(19.57 Uhr) Die Gesundheitsminister von Bund und Länder wollen die Vorgaben für Corona-Tests bei Reiserückkehrern ändern. Sie beschlossen am Montag nach Angaben der Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), dass für Reisende aus Corona-Risikogebieten grundsätzlich die 14-tägige Quarantäne-Pflicht gelten soll.

Die Quarantäne kann demnach frühstens fünf Tage nach Einreise durch Vorlage eines negativen Testergebnisses beendet werden. Momentan können sich Rückkehrer direkt von der Quarantäne dadurch befreien, dass sie einen solchen negativen Test vorlegen.

Die Gesundheitsminister sprachen sich zudem dafür aus, die kostenlosen Tests für Reisende aus Nicht-Risikogebieten zu beenden. Die Minister konnten sich laut der Berliner Senatsverwaltung allerdings nicht darauf einigen, ab wann die Neuregelungen greifen sollen. Im Gespräch sind der 15. September oder der 1. Oktober. Ebenfalls keine einhellige Meinung gab es in der Frage der Kosten für Corona-Tests bei Reisenden aus Risikogebieten.

Die Gesundheitsminister forderten zudem ein digitales Meldeportal zur verbesserten Kontrolle der Tests, das durch die Bundesregierung entwickelt und von den Bundesländern umgesetzt werden soll. Die Beschlüsse dienen der Vorbereitung einer Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder am Donnerstag, bei der über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten werden soll.

++ Gesundheitsminister sind scheinbar für ein Ende von Pflichttests für Urlauber 

(18.35 Uhr) Pflichttests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten und kostenlose Corona-Tests für Urlauber aus anderen Regionen soll es nach dem Willen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern nach dem Ende der Sommerreisesaison nicht mehr geben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur nach einer Schaltkonferenz der Minister am Montag.

++ Scholz erwartet Einigung auf Verlängerung des Kurzarbeitergelds

(18.28 Uhr) Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) rechnet damit, dass sich die Koalitionsspitzen am Dienstag auf eine Verlängerung des Kurzarbeitergelds einigen. „Ich glaube, dass wir das hinbekommen, ich sehe überall Bewegung“, sagte der Vizekanzler auf NDR Info. Gründsätzliche Unterstützung bekam Scholz für die von ihm vorgeschlagene Verlängerung um zwölf Monate von der Opposition. Der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, warnte dagegen vor diesem Schritt.

Scholz setzt bei der Verlängerung der Kurzarbeiterregelung auf einen breiten Konsens. Es sei „natürlich gut, wenn man das macht im Einvernehmen mit Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften“, sagte er. „Und danach sieht es auch aus.“

Scholz hatte die Verlängerung der Bezugsdauer wegen der Corona-Krise von zwölf auf bis zu 24 Monate vor gut einer Woche vorgeschlagen; Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich dafür dafür offen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) plant laut Medienberichten konkret eine Verlängerung bis März 2022.

++ Arbeitslosigkeit von Pflegekräften steigt in Corona-Krise 

(16.55 Uhr) In der Corona-Krise ist auch die Arbeitslosigkeit von Pflegekräften gestiegen. In der Altenpflege erhöhte sich die Zahl der arbeitslosen deutschen Beschäftigten seit dem Jahreswechsel bis Ende Juni um 27 Prozent auf etwa 27.700, bei den ausländischen um 37 Prozent auf rund 10.000, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte.

Die Tageszeitung „Die Welt“ hatte zuvor über die Zahlen berichtet, die aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion stammen.

In der Krankenpflege stieg die Zahl der Arbeitslosen demnach um 23 Prozent auf fast 9000 deutsche Beschäftigte, bei den ausländischen Kräften um 28 Prozent auf knapp 3900. Als Gründe nannte die Bundesagentur unter anderem weniger Neueinstellungen und eine erschwerte Vermittlung von Arbeitskräften während der Corona-Pandemie.

++ Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten könnte fallen

(13.30 Uhr) — Die Corona-Pflichttests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten könnten nach dem Sommer wieder abgeschafft werden. Einen entsprechenden Vorschlag hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur seinen Amtskollegen aus den Ländern für deren Schaltkonferenz an diesem Nachmittag vorgelegt. Dem Konzept zufolge, das der dpa in Auszügen vorliegt, sollen nach Ende der Sommerferien im ganzen Bundesgebiet die Regeln für die Rückkehr aus Risikoregionen überarbeitet werden. Zuletzt enden die Ferien Mitte September in Baden-Württemberg.

Statt Reisende aus Risikogebieten direkt bei der Einreise zum Test zu verpflichten, solle wieder primär eine Quarantänepflicht greifen. Die Quarantäne könne „nur durch ein negatives Testergebnis bei einer Testung nach frühestens fünf Tagen nach Einreise beendet werden“, heißt es in dem Vorschlag. Einfließen sollten die Erfahrungen aus den vergangenen Wochen, auch mit Blick auf zunehmend begrenzte Testkapazitäten.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte am Montag, die Labore seien aktuell stark belastet, und es sei absehbar, dass das System dauerhaft an seine Grenzen stoße. „Klar ist auch, wenn wir wochenlang Volllast fahren in dem Bereich, werden wir Material- und Personalprobleme bekommen.“ Deshalb müsse man die Teststrategie entsprechend anpassen.

Seit Ende Juli können Urlauber sich kostenlos auf Corona testen lassen. Reisende, die aus einer zum Risikogebiet erklärten Region kommen, müssen das seit 8. August sogar tun, wenn sie keinen negativen Test vorweisen können. Auch das ist kostenlos.

Mehr zu den Regeln in den verschiedenen europäischen Reisezielen lesen Sie hier.

++ Corona-Vorwarnstufe in Heilbronn — Urlaubsrückkehrer stark im Blick

(10.43 Uhr) - Nach dem Erreichen einer kritischen Marke bei den Corona-Neuinfektionen will Heilbronn vor allem die Reiserückkehrer als Risikogruppe stärker in den Blick nehmen. Er neige nicht zu Aktionismus, sagte Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel dem SWR am Montag. Allerdings seien 80 Prozent der Infizierten Reiserückkehrer. „Wir werden uns deshalb auch ganz besonders auf diese Gruppe konzentrieren, sagte Mergel.

Die Stadt hatte als erste baden-württembergische Kommune seit Monaten die Vorwarnstufe erreicht. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz lag zuletzt laut Landesgesundheitsministerium bei knapp 39 Fällen auf 100.000 Einwohner. Drastische Schritte bis zum sogenannten Shutdown werden aber erst ab einer 7-Tage-Inzidenz von 50 ergriffen.

Neben Heilbronn nähern sich auch andere Städte und Landkreise im Südwesten der kritischen Marke von 35 Infektionen auf 100.000 Einwohner, ab der eine Vorwarnstufe gilt. In Ulm liegt die 7-Tage-Inzidenz laut Landesgesundheitsamt bei knapp 29, im Kreis Biberach bei gut 20 Infektionen auf 100.000 Einwohner und in Stuttgart bei 20.

Die Inzidenz zeigt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage an und wird pro 100.000 Einwohner angegeben. Sie wurde von Bund und Ländern mit Blick auf Kreise und kreisfreie Städte als maßgeblich für neue Einschränkungen in der Corona-Pandemie festgelegt. Bei 50 Fällen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner sollen sofort wieder Beschränkungskonzepte umgesetzt werden.

Indem die Neuinfektionen einer Woche zusammengezählt werden, werden die Schwankungen der täglichen Neuinfektionszahlen weitgehend ausgeglichen. Das RKI gibt diese auf die vergangenen 7 Tage summierten Fallzahlen in seinem Lagebericht an. Auf diese Weise lassen sich Trends besser erkennen.

++ Fluggesellschaften müssen Geld für gestrichene Flüge zurückzahlen 

(7.32 Uhr) — Airlines müssen auch in Corona-Zeiten das Geld für Tickets bei Flugstreichungen zügig an ihre Kunden zurückzahlen. „Monate müssen Reisende nicht warten. Auch in der Pandemie haben sie Anspruch auf ihr Geld“, sagt Eva Klaar von der Verbraucherzentrale Berlin.

Klappt das nicht, können Kunden ein Einschreiben per Einwurf schicken und darin eine Frist von zwei Wochen für die Rückzahlung setzen. Sie können sich zudem an die Verbraucherzentrale ihres Bundeslandes oder an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) wenden. Die SÖP verzeichnet nach eigenen Angaben eine starke Zunahme bei der Anzahl der Schlichtungsanträge von Verbrauchern in der Corona-Zeit.

Betroffene können ihren Anspruch auch vor Gericht erstreiten. Verbraucherschützerin Klaar betont: „Das Verhalten der Fluggesellschaften ist ganz eindeutig rechtswidrig.“

Noch immer bieten die Fluggesellschaften auch Gutscheine für annullierte Flüge an. „Es schwebt aber ein Risiko über den Gutscheinen“, sagt die Verbraucherschützerin. Denn: Sollte die Airline pleitegehen, haben Reisende kaum Chancen ihr Geld zurückzuerhalten.

++ Hoffnung Antikörper: USA erlauben Covid-19-Behandlung mit Blutplasma

(7.19) - Die US-Regierung erteilt eine Notfallgenehmigung für die Behandlung der Erkrankung Covid-19 mit Blutplasma, das Antikörper gegen das Coronavirus enthält. Bei der sogenannten Immunplasma-Therapie bekommen Patienten Plasma von Menschen, die nach einer natürlichen Infektion Antikörper gebildet hatten. Plasma wird seit über 100 Jahren genutzt und gilt als sicher für Patienten. Bislang noch unklar ist aber, wie wirksam Plasma tatsächlich ist, um die Covid-Sterblichkeitsrate zu senken. Der Chef der zuständigen Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA), Stephen Hahn, sprach von begrenzten, aber bislang „vielversprechenden“ Daten zur Wirksamkeit.

US-Präsident Donald Trump, der zuletzt öffentlich Druck auf die Behörde gemacht hatte, um schnellere Fortschritte verkünden zu können, bezeichnete die Notfallgenehmigung als „sehr historischen Durchbruch“. Trump dürfte die Ankündigung vom Sonntagabend (Ortszeit) sehr gelegen kommen: Am Montagabend beginnt der Parteitag der Republikaner, bei dem er diese Woche offiziell als Kandidat für die Wahl im November nominiert werden soll.

Die Behandlungsmethode mit Plasma ist in den USA aber bereits weit verbreitet. Von einem Durchbruch zu sprechen, scheint daher eher übertrieben. Im Rahmen einer klinischen Sondergenehmigung haben bereits rund 70.000 Menschen Plasma erhalten, wie die FDA erklärte. Die Notfallgenehmigung entspricht zudem keiner formellen Zulassung, für die wesentlich höhere Hürden gelten. Auch ist das Plasma-Angebot begrenzt, da es nur aus Blutspenden Genesener gewonnen werden kann. Mehr lesen Sie hier.

Gamescom: Messe findet digital statt

(6.37 Uhr) — Schrill, bunt, fantastisch, laut und voll — so war die Spielemesse Gamescom mal, bis Corona kam. Hatte der Treffpunkt für Gamer jährlich sonst bis zu 370.000 Besucher nach Köln gezogen, findet die weltweit bedeutendste Computerspielemesse in diesem Jahr wie so viele andere Veranstaltungen ausschließlich digital im Netz statt. Doch die Branche gibt sich zuversichtlich: „Digital können wir“, sagt Felix Falk, Geschäftsführer des Branchenverbands game, der Deutschen Presse-Agentur.

Vom 27. bis zum 30. August öffnet die Gamescom ihre digitalen Pforten. Ein Ticket zu lösen braucht diesmal niemand. Auch das Anstehen in langen Reihen entfällt. Am Abend des 27. macht eine große Eröffnungsshow den Auftakt. Über „Gamescom Now“ finden Besucher nach der Registrierung zum Beispiel sämtliche Inhalte und Ankündigungen von Entwicklern, Publishern und Partnern, Interviews und Live-Demos. Auch Cosplayer oder Retro-Fans kommen dort auf ihre Kosten.

Eine prominente Zusage gab es unter anderem von dem bei Gamern sehr populären Konzern Activision Blizzard. „Digital können wir noch viel mehr Leute erreichen“, sagt Verbandsvertreter Falk. Die „weltweite Strahlkraft der Gamescom“ könne so komplett genutzt werden.

Die virtuellen Besucher erwarteten viele Ankündigungen, darunter große Titel, auf die die Fans schon lange warten, verspricht Falk. Aber auch E-Sport, digitale Lernangebote und sogenannte Serious Games, die ernste Inhalte spielerisch vermitteln, gehören ins Programm. Für Spannung dürfte aber vor allem die neue Generation der Spielekonsolen sorgen. Sony und Microsoft stehen mit der Playstation 5 und der Xbox Series X in den Startlöchern. Die Hardware-Boliden sollen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen, viel mehr steht noch nicht fest. Bleibt abzuwarten, ob es auf der Gamescom weitere Neuigkeiten geben wird. Die Messe wäre eine gute Gelegenheit für die Großkonzerne, etwa Preis und den konkreten Veröffentlichungstermin anzukündigen, sagt Markus Schwerdtel, Redakteur und Mitglied der Chefredaktion von „GamePro“ und „GameStar“. „Es kommt mir aber so vor, als würden die beiden momentan stillhalten und sich gegenseitig belauern.“

Für die Games-Branche gebe es in der Corona-Krise Licht und Schatten zugleich, sagt Verbandschef Falk. Geschlossene Schulen, Homeoffice und Shutdown — für viele Menschen hatte das Spielen während der ersten Zeit der Coronakrise eine wichtige Funktion. Ein Leben ohne Video-Spiele sei inzwischen für jeden dritten Nutzer schier undenkbar, fand zuletzt der Digitalverband Bitkom heraus. „Die Gaming-Industrie zählt ganz klar zu den Gewinnern der Krise“, sagt Präsidiumsmitglied Olaf May.

„Die Nutzungszahlen sind stark angestiegen“, bestätigt auch Falk. „Viele sagen, Spiele hätten ihnen in der Krise geholfen.“ Schatten gab es dagegen vielfach für Entwickler, die ihre Zeitpläne notgedrungen verschieben mussten. „Die hochkomplexen Technologien lassen sich nicht einfach mit ins Homeoffice nehmen“, sagt Falk. Für viele Entwickler sei es eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, dennoch alles pünktlich fertig zu bekommen.

++ Lehrer fordern Raumluftreiniger für Klassenzimmer

(6.23 Uhr) — Der Bayerische Philologenverband (bpv) fordert mit Blick auf die kühlere Jahreszeit Raumluftreiniger für Klassenzimmer zum Schutz vor Coronaviren. An vielen Schulen gebe es keine Anlagen, die einen wiederholten Luftaustausch in den Räumen gewährleisten könnten, sagte ein bpv-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in München. In modernen Gebäuden könne man oft nicht mal schnell das Fenster aufreißen, um frische Luft reinzulassen. Auch CO2-Ampeln hält der Verband für sinnvoll. Sie messen in Räumen die Konzentration von Kohlendioxid und zeigen an, wann gelüftet werden sollte.

„Wir diskutieren über Masken im Unterricht, aber wir können genauso sicherstellen, dass die Luft entsprechend umgewälzt wird“, sagte der Sprecher. Bei guter Lüftung könnten auch Lehrer aus Risikogruppen eher wieder eingesetzt werden. Laut bpv gibt es Geräte ab 2000 Euro, man bräuchte also bis zu 100 Millionen Euro, um die rund 50.000 Klassenzimmer in Bayern damit auszustatten. Vermutlich sei diese Summe aber niedriger, da es an einigen Schulen bereits ausreichende Lüftungssysteme gebe.

Tröpfchen und winzige Aerosol-Partikel sollen eine entscheidende Rolle bei der Übertragung von Sars-CoV-2 spielen. Vor allem die Aerosol-Teilchen können nach bisherigen Erkenntnissen Stunden bis Tage in der Luft schweben. Forscher der Universität der Bundeswehr München hatten einen Raumluftreiniger untersucht und eine Halbierung der Aerosolkonzentration binnen weniger Minuten festgestellt. Sie empfahlen die Geräte deshalb auch für Schulen oder Büros.

++ Die aktuellen Fallzahlen aus Deutschland

(6.05 Uhr) - Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Montag mit 233.575 angegeben - ein Plus von 711 seit dem Vortag.

Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 234.494 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte insgesamt 9272 Todesfälle und damit drei mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9275 Tote. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 208.200.

Das waren die letzten Meldungen vom Sonntag:

++ Mehr Maske in Schule und Beruf — Debatte über schärfere Vorgaben 

(21.37 Uhr) - Angesichts steigender Corona-Zahlen rücken mögliche strengere Maskenvorschriften etwa im Berufsleben und in Schulen in den Blickpunkt. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte der „Welt am Sonntag“: Viele Unternehmen hätten die Maskenpflicht am Arbeitsplatz schon eingeführt.

„Das könnte auf jeden Fall ein Schritt sein, der auch bundesweit verpflichtend wird, jedenfalls wenn damit die Schließung ganzer Branchen verhindert werden könnte.“ Das gelte auch für die Schulen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte im Deutschlandfunk, er werde sich für eine einheitliche Maskenpflicht einsetzen. „Wir müssen sogar überlegen, ob wir die Maskenpflicht an einigen Stellen jetzt gerade noch einmal in den nächsten ein, zwei Monaten vielleicht noch verstärken können.“

Wenn das obligatorische Tragen von Masken im Unterricht dazu führe, die Schließung der Schulen zu umgehen, solle man darüber nachdenken, sagte Kramp-Karrenbauer. „Die Erfahrungen in Nordrhein-Westfalen scheinen nicht so schlecht zu sein.“ NRW ist bisher das einzige Bundesland, das eine Maskenpflicht im Schulunterricht eingeführt hat. 

Für das Maske-Tragen am Arbeitsplatz gibt es bereits Vorgaben des Bundesarbeitsministeriums. Darin heißt es: „Bei unvermeidbarem Kontakt zu anderen Personen bzw. nicht einhaltbaren Schutzabständen sollten Mund-Nase-Bedeckungen (…) zur Verfügung gestellt und getragen werden.“

++ Fitnessstudios wegen Corona mit deutlich weniger Kunden 

(18.12 Uhr) - Die Fitnessstudios haben in der Coronakrise viele Kunden verloren. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sei die Mitgliederzahl um 15 bis 20 Prozent gesunken, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Gesundheitsstudios Deutschland, Botond Mezey, dem Berliner „Tagesspiegel“. Die befürchtete Insolvenzwelle sei aber bislang ausgeblieben. „Es sieht derzeit nicht nach einer Pleitewelle aus“, sagte Mezey.

Der Verbandschef schätzt, dass rund fünf Studios pro Woche aufgeben müssen. Insgesamt gibt es demnach in Deutschland rund 9700 Fitnessanlagen, 2019 machte die Branche einen Umsatz von 5,51 Milliarden Euro. Wegen Covid-19 waren die Clubs in ganz Deutschland von März bis Mitte Mai geschlossen, in vielen Bundesländern durften die Studios erst im Juni wieder öffnen.

Die Zahlen decken sich mit dem Ergebnis einer Umfrage, für die der Deutsche Industrieverband für Fitness und Gesundheit (DIFG) im Mai rund 1000 Fitnessstudio-Mitglieder befragen ließ: Jeder Fünfte gab an, in Zukunft das Fitnessstudio seltener als vor der Krise besuchen zu wollen — oder sogar gar nicht mehr.

++ Studie: Corona verändert die Mobilität im Land 

(16.55 Uhr) - Die Menschen in Baden-Württemberg sind in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Pandemie wesentlich weniger unterwegs gewesen als üblich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag von Bund und Land, die das Mobilitätsverhalten angesichts von Schulschließungen, Kurzarbeit, Homeoffice und anderen Folgen der Krise untersucht.

Vor allem Bus und Bahn wurden demnach deutlich weniger genutzt, dafür setzten sich die Menschen häufiger aufs Fahrrad oder gingen zu Fuß — und das vor allem in ihrer Freizeit. Das Auto wurde hingegen nur geringfügig weniger genutzt. Allerdings sank die Zahl derer, die bei anderen im Auto mitfahren, etwa in Fahrgemeinschaften zur Arbeit, auch recht deutlich.

Die Studie, die am Sonntag vom Verkehrsministerium veröffentlicht wurde, vergleicht die Ergebnisse einer Erhebung im Mai und Juni dieses Jahres mit den Werten einer Mobilitätsstudie aus dem Jahr 2017.

Den Angaben zufolge legten die Baden-Württemberger ab 16 Jahren im untersuchten Zeitraum insgesamt jeden Tag knapp 17 Prozent weniger Strecke zurück als üblicherweise. Im öffentlichen Verkehr waren es fast 42 Prozent weniger, beim Fahrrad dagegen war es ein Drittel mehr. Die Zahl der zu Fuß zurückgelegten Kilometer stieg sogar um fast drei Viertel. 

+++ Hier finden Sie den Newsblog vom Wochenende. +++

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