Corona-Newsblog: Das waren die Entwicklungen am Donnerstag

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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 795 (37.038 Gesamt - ca. 34.400 Genesene - 1.843 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.843
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 6.498 (206.926 Gesamt - ca. 191.300 Genesene - 9.128 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.128

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Bund soll Kosten für Corona-Tests bei Urlaubern tragen (06.23 Uhr)
  • Polizei nutzt laut Strobl zur Strafverfolgung keine Corona-Daten (14.58 Uhr)
  • Kretschmann findet Urlaub im Ausland nicht angemessen (09.19 Uhr)
  • Corona-Ausbruch in chrtistlicher Gemeinde in Baden-Württemberg (16.55 Uhr)
  • Mittlerweile 150.000 Corona-Tote in den USA (10.49 Uhr)
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen guten Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ 109 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist seit Beginn der Pandemie in Baden-Württemberg auf mindestens 37.233 gestiegen. Am Donnerstag wurden 109 weitere Fälle gemeldet, wie das Sozialministerium in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr).

Etwa 34.401 Menschen gelten als genesen. Derzeit seien geschätzt 985 Menschen im Land infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gab die Behörde mit 1.847 an — das waren zwei mehr als am Vortag.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg nun mit 1,04 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

++ Corona-Test to go: Mobile Station startet in JVA Mannheim 

(18.49 uhr) Eine mobile Corona-Teststation nimmt am Freitag (10.00 Uhr) in Mannheim den Betrieb auf. „CoVLAB“ soll zunächst an Gefängnissen und künftig an möglichen Corona-Brennpunkten im ganzen Land für Reihentestungen zum Einsatz kommen.

Mit dem Projekt der Baden-Württemberg-Stiftung und des Universitätsklinikums Mannheim sollen durch Reihentests Infektionen mit dem Coronavirus frühzeitig erkannt und Infektionsketten vermieden werden.

Beim Start in der Mannheimer Justizvollzugsanstalt sind unter anderem Justizminister Guido Wolf (CDU) und Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) dabei. Tests in geschlossenen Einrichtungen wie Gefängnissen sind wichtig, weil sich im Fall einer Infektion das Virus dort besonders schnell ausbreiten könnte.

++ Corona-Ausbruch in christlicher Gemeinde in Baden-Württemberg

(16.55 Uhr) 40 Mitglieder einer christlichen Gemeinde in Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Andreas Welker, am Donnerstag in Heidelberg mit. Bisher seien 105 Gemeindemitglieder getestet worden. Nun sollen auch noch die restlichen 77 Mitglieder der Gemeinde getestet werden.

Grund für die Flächentestung war der Kontakt eines positiv Getesteten zu der rumänisch-christlichen Gemeinde in Sinsheim sowie weitere Infektionen in einer anderen Gemeinde in Baden-Württemberg. Da dort keine Gottesdienste mehr durchgeführt werden konnten, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass Gemeindemitglieder Gottesdienste in Kommunen in der Umgebung besucht haben.

++ Polizei nutzt laut Strobl zur Strafverfolgung keine Corona-Daten

(14.58 Uhr) Die Polizei in Baden-Württemberg verwendet laut Innenminister Thomas Strobl (CDU) keine Corona-Kontaktdaten von Restaurantbesuchern zur Strafverfolgung. „Die Daten von Gaststättenbesuchern werden nur zur Nachverfolgung von möglichen Infektionswegen genutzt“, sagte Strobl.

„Eine Verwendung etwa von der Polizei, um Straftaten zu verfolgen, ist unzulässig.“ Eine entsprechende Praxis in mehreren Bundesländern hatte für Kritik gesorgt.

Der Gaststättenverband Dehoga fordert eine Klarstellung der 16 Landesregierungen, ob und wie die Polizei die bei Restaurantbesuchen notwendigen Corona-Gästelisten auswertet. „Das ist hochgradig sensibel“, sagte die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges.

Die Gaststätten sind verpflichtet, persönliche Daten ihrer Gäste zu sammeln, damit die Gesundheitsämter mit deren Hilfe im Fall einer Covid-19-Erkrankung weitere potenziell infizierte Personen finden können. Nach Vorfällen in Hamburg und München, bei denen die Polizei die Gästedaten auch zur Strafverfolgung nutzte, verlangt der Verband eine eindeutige Regelung in den Corona-Verordnungen der Länder.

++ Corona bewegt: Menschen im Südwesten machen mehr Sport

(12.21 Uhr) Mehr Sport dank Corona: Jeder Fünfte im Südwesten bewegt sich seit Beginn der Pandemie mehr als zuvor. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse.

Besonders das Spazierengehen ist demnach beliebt, wie eine Sprecherin der Kasse am Donnerstag mitteilte. 52 Prozent der Befragten im Land gaben an, nun häufiger eine Runde zu Fuß zu gehen.

Etwa jeder Dritte bewegt sich beim Laufen oder Radfahren an der frischen Luft. Genauso viele tun dies zu Hause, etwa mit Gymnastik oder Krafttraining.

07.04.2020, Berlin: Zwei Männer joggen im Tiergarten. Sport treiben ist trotz der Kontaktbeschränkungen erlaubt. Um die Ausbreit
Sport in Corona-Zeiten. (Foto: Christophe Gateau)

++ Mittlerweile 150.000 Corona-Tote in den USA

(10.49 Uhr) In den USA sind inzwischen mehr als 150.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Mittwoch (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Bislang gab es in den USA demnach rund 4,4 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Die Opferzahl in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. An zweiter Stelle steht derzeit Brasilien mit fast 90 000 Toten. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Opfer jedoch unter anderem in Belgien, Großbritannien, Spanien, Italien und Schweden höher als in den USA. In Belgien etwa starben Johns Hopkins zufolge rund 86 Menschen pro 100 000 Einwohner, in Spanien und Italien etwa 60, in Schweden 56. In den USA waren es bislang 45 Menschen pro 100 000 Einwohner - in Deutschland nur 11 Menschen.

Die Corona-Pandemie hat sich in den USA seit Mitte Juni wieder deutlich zugespitzt. Zuletzt wurden täglich rund 60.000 bestätigte Neuinfektionen gemeldet, Mitte des Monats waren es zeitweise mehr als 70.000. Besonders betroffen sind momentan unter anderem die Bundesstaaten Florida, Texas, Arizona und Kalifornien.

US-Präsident Trump zeigte sich dennoch zuversichtlich. Bei einem Besuch in Texas sagte er am Mittwoch (Ortszeit), die Zahl der Neuansteckungen gehe zurück. Die Suche nach einem Impfstoff schreite in Rekordzeit voran."Wir werden das Virus besiegen."

++ Kretschmann findet Urlaub im Ausland nicht angemessen

(09.19 Uhr) Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) rät wegen der Corona-Pandemie vom Urlaub im Ausland ab. „Ich mache es einfach nicht, weil es zu kompliziert und auch nicht angemessen ist“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Zwar verbiete es sich nicht, aber: „In solchen Zeiten kann man einfach im Land bleiben und muss nicht in der Welt herumreisen.“ Er selbst wolle in diesem Sommer in den Bayerischen Wald fahren, sagte Kretschmann. Dort werde er wandern, aber auch Zeit mit seinen beiden Enkeln verbringen - etwa auf Spielplätzen oder im Zoo. „Mit den Enkeln gehe ich natürlich nicht wandern. Dazu sind sie noch zu klein.“

++ Instagram löscht Beitrag von Madonna wegen Falschaussagen zu Corona

(8.33 Uhr) Der Onlinedienst Instagram hat einen Beitrag des Popstars Madonna gelöscht, in dem die Sängerin irreführende Informationen über ein angebliches Corona-Heilmittel verbreitet hatte. Ein von Madonna geteiltes Video, das unter anderem auch von US-Präsident Donald Trump weiterverbreitet wurde, sei entfernt worden, weil es „falsche Behauptungen über Heilungs- und Präventionsmethoden für Covid-19 aufgestellt hat“, sagte eine Sprecherin des Onlinedienstes Facebook, zu dem Instagram gehört, am Mittwoch.

In dem von Madonna gepostete Video preist die umstrittene texanische Ärztin Stella Immanuel das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin als Wundermittel gegen Coronaviren an. In ihrem Beitrag behauptete Madonna außerdem gegenüber ihren 15,4 Millionen Anhängern, es sei seit Monaten ein bewährter Corona-Impfstoff verfügbar. Dieser werde jedoch geheim gehalten, „damit die Reichen reicher und die Armen und Kranken kränker werden“.

Hier könnten Sie weitere Inhalte von Instagram entdecken.
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Erst am Dienstag hatte das Onlinenetzwerk Twitter mehrere Beiträge von Trump mit dem Immanuel-Video gelöscht, weil diese „gegen unsere Politik zu Falschinformationen zu Covid-19“ verstießen. Immanuel sagt in dem am Montag aufgenommenen Video unter anderem: „Niemand muss krank werden. Dieses Virus hat ein Heilmittel - es heißt Hydroxychloroquin.“ Es gibt jedoch keinen Beleg für eine Wirksamkeit des Malaria-Mittels gegen die vom Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19.

Immanuel wettert in dem Video zudem gegen das Tragen von Schutzmasken im Kampf gegen die Pandemie und andere Corona-Auflagen.

Recherchen zu früheren Aussagen Immanuels offenbaren eine lange Liste bizarrer und unwissenschaftlicher Überzeugungen. Unter anderem macht sie Sex mit bösen Geistern für gynäkologische Probleme verantwortlich und glaubt, dass die US-Regierung von „Reptilien“ geführt wird. Desweiteren glaubt sie, dass die Ehe zwischen Homosexuellen dazu führt, dass Erwachsene Kinder heiraten.

++ Bund soll Kosten für Corona-Tests bei Urlaubern tragen

(06.23 Uhr) Im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus über die Sommerreisezeit können sich heimkehrende Urlauber bald gratis testen lassen - die Kosten soll voraussichtlich der Staat tragen.

Der Bund soll dafür den Zuschuss an die gesetzliche Krankenversicherung erhöhen, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Eine entsprechende Verordnung soll noch in dieser Woche in Kraft treten. Konkret geht es um zusätzliche Tests für alle Heimkehrer, die die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen hatten. Auch aus der SPD kam aber Kritik an der Finanzierung auf Steuerzahlerkosten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die kostenfreien Tests schützten alle. „Niemand soll aus finanziellen Gründen auf sie verzichten. Denn Gesundheit darf keine Frage des Geldbeutels sein.“ Die Tests könnten durch die Gesundheitsämter auch an Flughäfen, Bahnhöfen und anderen Reiseknoten erfolgen - außerdem in allen Praxen. Es müsse vermieden werden, dass das Virus durch den Reiseverkehr unbemerkt eingetragen werde. „Darum kann sich jeder testen lassen, der nach Deutschland einreist.“

Mehr zu dem Thema lesen Sie hier.

Hier geht es zum Newsblog vom Mittwoch

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