Corona-Newsblog: Das waren die aktuellen Entwicklungen am Montag

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Digitalredakteurin
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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 3.590 (48.467 Gesamt - ca. 43.000 Genesene - 1.877 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.877
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 23.883 (284.140 Gesamt - ca. 250.800 Genesene - 9.457 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.457
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Mehr als 300 neue Corona-Infektionen im Südwesten (18.24 Uhr)
  • Merkel sehr besorgt wegen steigenden Corona-Zahlen in Deutschland (10.12 Uhr) 
  • Kinobranche appelliert an Merkel (12.54 Uhr)
  • Söder legt Leitfaden für Kampf gegen Corona-Pandemie vor (06.38 Uhr)
  • Krankenkasse: 100 Mal mehr Anträge auf Ratenzahlung (7.56 Uhr)
  • Schleppende Ticketerstattung: Verbraucherzentrale verklagt Lufthansa (11.55 Uhr)

Wir schließen den Newsblog für heute und sind morgen früh wieder mit allen wichtigen Entwicklungen für Sie da.

++ Bund bringt Ausschankverbot für Alkohol ins Spiel

(22.35 Uhr) Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will der Bund den Alkoholausschank in besonders betroffenen Regionen unter bestimmten Bedingungen befristet begrenzen lassen.

Um Infektionen in der Gastronomie zu minimieren, müssten bei ansteigendem Infektionsgeschehen „zeitlich eingegrenzte Ausschankverbote für Alkohol erlassen werden“, heißt es in dem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Dienstag.

++ WHO will Corona-Schnelltests für ärmere Länder bereitstellen

(22.17 Uhr) Die Weltgesundheitsorganisation WHO setzt auf Corona-Schnelltests zur Bekämpfung der Pandemie in ärmeren Ländern. 120 Millionen sogenannte Antigen-Tests sollen für 133 Länder mit kleinen und mittleren Einkommen zur Verfügung gestellt werden, kündigte die WHO am Montagabend in Genf an. Das soll umfangreiche Tests an Orten ermöglichen, an denen der Nachweis des Virus-Erbguts im Labor (ein sogenannter PCR-Test, wie er standardmäßig zum Nachweis des Virus genutzt wird) nur schwer oder zu langsam möglich ist.

Für das Projekt im Rahmen der WHO-Kampagne „ACT-Accelerator“ (Access to Covid-19 Tools Accelerator) hat die Bill and Melinda Gates Stiftung demnach einen Vertrag mit den Herstellern SD Biosensor und Abbott geschlossen, der die Abnahme von 120 Millionen Tests zum Stückpreis von 5 US-Dollar garantiert. Insgesamt wären dafür 600 Millionen US-Dollar nötig. Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria steuert 50 Millionen US-Dollar bei.

Darüber hinaus erwarte man Unterstützung von anderen internationalen Institutionen wie Unicef und Weltbank sowie Staaten, sagte der Chef des Fonds, Peter Sands. „Wenn Länder mit kleinem und mittleren Einkommen auf demselben Niveau testen würden wie Staaten mit hohem Einkommen, würden die 120 Millionen Tests weniger als zwei Wochen reichen“, so Sands.

Die WHO empfehle die Schnelltests im Allgemeinen vor allem als Ergänzung zu PCR-Tests, sagte die WHO-Covid-19-Beauftragte Maria van Kerkhove. Antigen-Tests seien vor allem bei hoher Viruslast effizient und könnten helfen, wenn es etwa um die Nachverfolgung von Ausbrüchen rund um mindestens einen bereits per PCR-Test bestätigten Fall gehe. Wo Labortests tagelang dauern würden, seien Antigen-Tests dennoch eine sinnvolle Alternative.

Die Tests suchen in Abstrich-Proben nicht aufwendig nach dem Erbgut des Virus, sondern nach Molekülen, die charakteristisch für die Viren sind. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest wird innerhalb von 15 bis 30 Minuten auf einem Teststreifen angezeigt, ob das gesuchte Molekül gefunden wurde und die Person positiv ist oder nicht.

++ Tschechische Regierung will wieder Ausnahmezustand verhängen

(21.23 Uhr)  Angesichts steigender Corona-Zahlen will Tschechien wieder den Ausnahmezustand verhängen. Das sei sicherlich notwendig, sagte Regierungschef Andrej Babis von der populistischen Partei ANO am Montagabend. Er gehe davon aus, dass das Kabinett am Mittwoch in Prag zu einer Sondersitzung zusammenkommen werde, um diesen Schritt zu beschließen.

Der Ausnahmezustand galt bereits im Frühjahr für zwei Monate und war Ende Mai ausgelaufen. Er ermöglicht es der Regierung unter anderem, Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Zudem können die Gerichte höhere Strafen verhängen.

In Tschechien sollen am Freitag und Samstag Regionalwahlen sowie Ergänzungswahlen in einem Drittel der Wahlkreise zum Senat, dem Oberhaus des Parlaments, stattfinden. Eine Verschiebung hatte die Regierung zuletzt ausgeschlossen. Bei der Stimmabgabe soll eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Tschechien hatten in den letzten 14 Tagen die höchste Zahl an Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in Europa nach Spanien und Frankreich. Am Sonntag kamen 1305 Fälle hinzu, wie aus Behördendaten hervorging. Das war der höchste Zuwachs an einem Sonntag seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung überstieg die Schwelle von 600. Deutschland hat eine Reisewarnung für ganz Tschechien ausgesprochen.

+++ Bayern prüft Verlängerung für Corona-Teststationen an Autobahnen

(20.02 Uhr) Angesichts der hohen Corona-Neuinfektionszahlen unter anderem in Teilen Österreichs erwägt Bayern eine Verlängerung für die Teststationen an den Autobahnen in Grenznähe. Man prüfe derzeit die kurzfristige Verlängerung des Testangebotes für Reiserückkehrer, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montagabend mit. „Dies geschieht auch mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen in grenznahen Regionen in Österreich und Tschechien, die in den zurückliegenden Tagen zu Risikogebieten erklärt wurden.“

Zudem seien die neuen, überarbeiteten Einreisequarantäneregeln des Bundes für Rückkehrer aus Risikogebieten noch nicht veröffentlicht worden.

Eigentlich hatte das Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am 8. September beschlossen, die Corona-Teststationen an den Autobahnen, an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg und am Zentralen Omnibusbahnhof München zum Ende der Sommer-Hauptreisezeit einzustellen — und zwar bis zum 30. September, das wäre an diesem Mittwoch. Die Autobahn-Teststationen befinden sich an den Raststätten Donautal-Ost (A3), Hochfelln-Nord (A8) und Heuberg (A93). Nun könnte sich dies wieder ändern und der Termin nach hinten verschoben werden.

Am Wochenende hatten sich zeitweise lange Staus vor der Teststation auf der Autobahn 93 gebildet. Nach der Einstufung von Tirol als Risikogebiet gab es dort lange Wartezeiten für Reiserückkehrer, die sich auf eine Infektion mit dem Virus testen lassen wollten. Die Stationen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen bleiben.

++ Mehr als 300 neue Corona-Infektionen im Südwesten

(18.24 Uhr) Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen hat sich am Montag in Baden-Württemberg deutlich um 307 im Vergleich zum Vortag erhöht. Insgesamt haben sich damit 49.199 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, wie das Landesgesundheitsamt am Montag (Stand: 16 Uhr) mitteilte. Weitere Menschen starben nicht. Bislang liegt die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus bei 1880.

Als genesen gelten 43.053 Menschen — 154 mehr als am Vortag. Alle Meldekreise lagen den Angaben zufolge unter dem Grenzwert von 50 gemeldeten Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert liegt laut Landesgesundheitsamt bei 0,97. Dieser gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

++ Teststationen werden zum 1. Oktober eingestellt

(16.47 Uhr) Zum 1. Oktober werden die Sonder-Teststationen für Reiserückkehrende an den Autobahnen A5 (PWC-Anlage Neuenburg-Ost) und A8 (Rastplatz Kemmental-Ost) sowie am Stuttgarter Hauptbahnhof und am Flughafen Friedrichshafen eingestellt.

Die Testmöglichkeiten an den Flughäfen Stuttgart und Karlsruhe/Baden-Baden bleiben zunächst bis mindestens Ende Oktober bestehen. Zudem wurden die Testmöglichkeiten insgesamt weiter ausgebaut, so dass Baden-Württemberg hier weiter gut aufgestellt ist. 

„Der Betrieb der Sonder-Teststationen war wichtig und erfolgreich. Reiserückkehrende konnten sich schnell und unkompliziert testen lassen und die Infektionszahlen in Folge der Sommerreisewelle eingedämmt werden. Allen beteiligten Partnern sowie den zahlreichen engagierten Ehrenamtlichen möchte ich nochmals ausdrücklich meinen Dank für ihre großartige Arbeit aussprechen“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha am Montag (28. September) in Stuttgart. Das zielgerichtete Testen und frühzeitige Erkennen von Infektionen, gerade bei Reiserückkehrenden aus Risikogebieten, ist weiter zentral bei der Bekämpfung der Pandemie. Im Land sind hierfür zahlreiche Anlaufstellen eingerichtet.“

Insgesamt wurden an allen sechs Sonder-Teststationen für Reiserückkehrende bisher etwa 190.000 Personen getestet, von denen bei rund 1.500 das Testergebnis positiv ausfiel.

 n Baden-Württemberg hat die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) ein flächendeckendes Netz von Corona-Anlaufstellen aufgebaut. Tests können in den aktuell 44 Corona-Testzentren sowie in über 900 Corona-Schwerpunktpraxen vorgenommen werden. Eine Übersicht zu den verschiedenen Corona-Anlaufstellen ist auf der Homepage der KVBW zu finden.

Die KVBW sieht Baden-Württemberg für den Herbst gut aufgestellt. Die Welle der Reiserückkehrer ist nun beendet, so dass die Testung und Behandlung von Corona-Patienten in den Testzentren und Corona-Schwerpunktpraxen geleistet werden kann. D

++ Kinobranche appelliert an Merkel

(12.54 Uhr) Die von der Corona-Pandemie gebeutelte Kinobranche hat in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Lockerung der Abstandsregelungen in den Kinosälen gefordert.

In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag, plädieren sie für eine bundesweit einheitliche Regel, die lauten sollte: „Ein Sitz frei zwischen Besuchergruppen, ohne Maske am Platz“.

Wie die Zuschauer im Kino sitzen dürfen, ist demnach von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. „Die gegenwärtige Regelung führt dazu, dass der Mindestabstand am Sitzplatz in der Realität deutlich über 2 Meter liegt - ohne dass sich die Menschen auch nur von Angesicht zu Angesicht gegenübersäßen“. Für die Betreiber bedeute dies eine maximale Auslastung von lediglich 20 Prozent, heißt es im Brief der AG Kino - Gilde Deutscher Filmkunsttheater vom Montag. Der Verband hatte dazu bereits kürzlich zur Filmkunstmesse in Leipzig einen Appell veröffentlicht.

++ Schleppende Ticketerstattung: Verbraucherzentrale verklagt Lufthansa

(11.55 uhr) Wegen der schleppenden Ticketerstattung bei stornierten Flügen hat die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nun die Lufthansa verklagt. Die Verbraucherschützer hatten das Unternehmen abgemahnt, die Kunden über ihre Rechte zu informieren, das Recht auf schnelle Erstattung nicht zu verschweigen und zudem den Flugpreis innerhalb der gesetzlichen Frist von sieben Tagen zurückzuzahlen. Da die Fluggesellschaft nicht auf die Abmahnung reagiert habe, sei nun Klage beim Landgericht Köln erhoben worden, berichtete die Zentrale am Montag. Ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest.

Die vom Staat gestützte Lufthansa hatte in der Corona-Krise seit März Millionen Tickets storniert und nicht fristgemäß erstattet, wie sie selbst eingeräumt hat. Im laufenden Jahr seien inzwischen konzernweit Tickets in einem Gesamtwert von 2,8 Milliarden Euro an rund 6,6 Millionen Passagiere erstattet worden, hatte es vor zehn Tagen geheißen. Offen seien noch rund 900 000 Vorgänge. Zu der Klage des Verbandes äußerte sich das Unternehmen am Montag in Frankfurt zunächst nicht.

Der Reiseexperte der Verbraucherzentrale, Oliver Buttler, warf dem Unternehmen anhand konkreter Fälle gezielte Desinformation vor, indem bevorzugt Umbuchungen angeboten und nicht über die mögliche Rückerstattung informiert worden seien.

"Verbraucher, die nicht wissen, dass sie einen Anspruch auf die Rückzahlung haben, werden durch die falschen Informationen getäuscht", erklärte Buttler. "Gerade ein Unternehmen, das durch staatliche Mittel massiv unterstützt wird, darf sich nicht so vor seiner Verantwortung und vor seinen gesetzlichen Pflichten drücken."

++ Merkel sehr besorgt wegen steigenden Corona-Zahlen in Deutschland 

(10.12 Uhr) Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich sehr besorgt wegen der steigenden Zahlen von Corona-Infektionen in Deutschland geäußert. Man müsse lokale Infektionsherde sehr deutlich angehen, sonst habe man an Weihnachten Zahlen wie in Frankreich, sagte Merkel in einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums. Die Infektionszahlen in Europa seien besorgniserregend, wurde die Kanzlerin zitiert. Man müsse in Deutschland alles tun, damit die Zahlen nicht weiter exponentiell stiegen.

An diesem Dienstag will die Kanzlerin in einer Videoschaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten über geeignete Maßnahmen gegen die steigenden Infektionszahlen in der Pandemie beraten. Priorität hätten dabei Schulen, die Kindertagesstätten und die Wirtschaft. Merkel äußerte sich nach diesen Informationen in der CDU-Präsidiumssitzung besonders mit Blick auf die Lage der Wirtschaft besorgt. Sie äußerte zugleich Zweifel, dass die Berliner Landesregierung angesichts stark steigender Zahlen in der Hauptstadt ernsthaft versuche, Maßnahmen gegen die Ausbrüche einzuleiten. „Es muss in Berlin was passieren“,

++ TUI fliegt trotz Reisewarnung wieder auf Kanarische Inseln

(9.12 Uhr) Trotz der Reisewarnung der Bundesregierung bietet TUI ab dem kommenden Wochenende wieder Reisen zu den Kanarischen Inseln an. Die Kunden sollen bei den Pauschalreisen selbst entscheiden können, ob sie ihren Urlaub trotz des Coronavirus-Infektionsrisikos und möglicher Quarantäne bei der Rückkehr nach Deutschland antreten, wie TUI-Deutschlandchef Marek Andryszak in den Zeitungen der Funke Mediengruppe ankündigte.

Er gehe fest davon aus, „dass viele Kunden dies genau abwägen werden“. Aber aufgrund der Möglichkeit, sich testen zu lassen, erwarte er, „dass viele Kunden ihren Urlaub trotz Reisewarnung antreten werden“, sagte Andryszak. Er betonte, damit stelle sich Europas größter Tourismuskonzern nicht gegen die Bundesregierung. Bei den Reisewarnungen handele es sich schließlich nicht um Reiseverbote, sondern nur um Empfehlungen, vorsichtig zu sein.

„Und genau dieser Empfehlung folgen wir“, betonte der TUI-Deutschlandchef. Derzeit liege auf drei der vier kanarischen Inseln die Zahl der Coronavirus-Infektionen wieder unter der Schwelle von 50 pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Auch seien überwiegend die Inselhauptstädte von der Pandemie betroffen, während die Touristengebiete sehr viel weniger Fälle hätten.

Mit den Angeboten trotz Reisewarnungen wolle TUI den Kunden wieder mehr Sicherheit bei ihren Urlaubsplanungen geben, sagte Andryszak. Sie könnten weiter von der Reise zurücktreten oder umbuchen. 

++ Krankenkasse: 100 Mal mehr Anträge auf Ratenzahlung 

(7.56 Uhr) Wegen der Wirtschaftskrise in der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen offenbar Probleme, für ihre Beschäftigten die fälligen Beiträge an die Krankenkassen abzuführen. Allein bei der Techniker Krankenkasse (TK) hat sich die Zahl der Stundungsanträge um das 60-fache erhöht, wie Vorstandschef Jens Baas den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte.

„Auch die Zahl der Anträge auf Ratenzahlung ist 100 Mal so hoch wie vorher“, sagte er. Das sei ein dramatischer Anstieg im Vergleich zum Schnitt der Vorjahre. Die Anträge kämen etwa von wirtschaftlich angeschlagenen Arbeitgebern, sagte der Chef von Deutschlands größter Krankenkasse. Die TK zählt rund 10 Millionen Versicherte bundesweit.

Auch erwartet Baas wegen der Pandemie eine deutliche Erhöhung der Beitragssätze. „Die Beiträge werden in den kommenden Jahren erheblich steigen“, sagte Baas. Die aktuell geplante Erhöhung um durchschnittlich 0,2 Prozent werde das aktuelle Finanzproblem der Kassen „vielleicht aufschieben, aber nicht lösen“. Auch könnten die gesetzlichen Krankenversicherungen ihre Rücklagen nur einmal abbauen, „dann sind sie weg“.

Laut Baas entstehen den Kassen in der derzeitigen Pandemie hohen Ausgaben „durch die Schutzmaßnahmen, die die gesetzliche Krankenversicherung finanziert, wie den Aufbau von Intensivbetten oder den Kauf von Schutzausrüstung“. Die Behandlung von Corona-Patienten falle hingegen finanziell „kaum ins Gewicht“.

++ Weltweit mehr als eine Million gezählte Corona-Tote 

(7.32 Uhr) Die Zahl der weltweit verzeichneten Todesopfer der Corona-Pandemie hat die symbolische Schwelle von insgesamt einer Million Fällen überschritten. Das geht aus einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP aus der Nacht zum Montag hervor, die auf Angaben der Behörden beruht. Demnach gab es um 00.30 Uhr MESZ genau 1.000.009 Todesfälle. Die Zahl der erfassten Infektionsfälle lag zu diesem Zeitpunkt bei 33.018.877.

Die am stärksten von der Pandemie betroffene Weltregion sind Lateinamerika und die Karibik mit insgesamt etwa 341.000 registrierten Todes- und mehr als neun Millionen Ansteckungsfällen, gefolgt von Europa (rund 230.000 Todes- und etwa 5,27 Millionen Infektionsfälle) sowie den USA und Kanada (etwa 214.000 Todes- und 7,26 Millionen Infektionsfälle).

++ Söder legt Leitfaden für Kampf gegen Corona-Pandemie vor

(06.38 Uhr) Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen legt der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) einem Medienbericht zufolge einen Leitfaden im Kampf gegen die Pandemie vor, anhand dessen Städte und Gemeinden entscheiden sollen.

„Wir brauchen jetzt ein verbindliches, verhältnismäßiges und verlässliches Regelwerk für den Winter“, sagte der CSU-Chef mit Blick auf eine Schaltkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länder-Regierungschefs an diesem Dienstag. Was Söder offenbar plant.

Das waren die letzten Meldungen am Wochenende:

++ 36 neue Fälle übers Wochenende im Landkreis Biberach

(19.56 Uhr) Die Zahl der bestätigten Coronafälle ist im Landkreis Biberach übers Wochenende sprunghaft angestiegen. Seit Freitagmittag kamen 36 Neuinfizierte hinzu. Die Gesamtzahl der im Landkreis seit Beginn der Pandemie gemeldeten Coronainfektionen steigt damit auf 823 (Stand Sonntag, 27. September 2020, 18 Uhr.)

Zurückzuführen ist der starke Anstieg der Zahlen laut Landratsamt zur Hälfte auf drei private Partys in Mietingen, Baustetten und Unlingen. Hier lesen Sie mehr.

++ 182 weitere Corona-Infektionen im Südwesten

(18.23 Uhr) Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg ist am Sonntag um 183 auf 48.892 gestiegen. Ein weiterer Mensch starb im Zusammenhang mit dem Coronavirus, die Zahl liegt nun bei 1880, wie das Landesgesundheitsamt am Sonntag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Damit sind aktuell etwa 4113 Menschen in Baden-Württemberg infiziert.

Alle Meldekreise lagen unter dem Grenzwert von 50 gemeldeten Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Im Vergleich zur Bevölkerung infizierten sich in diesem Zeitraum im Kreis Schwäbisch-Hall (24,9 Fälle pro 100.000 Einwohner) am meisten Menschen, gefolgt vom Stadtkreis Heilbronn (24,6) und dem Enzkreis (24,6). 

++ Steigende Corona-Zahlen: Party-Obergrenze und mehr Masken gefordert

(16.52 Uhr) Kurz vor dem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länder-Regierungschefs zur Corona-Krise fordern die Kommunen neue bundesweite Beschränkungen im öffentlichen Leben. Angesichts steigender Corona-Zahlen setzte sich der Landkreistag am Wochenende für eine einheitliche Obergrenzen von 50 Menschen bei Privatfeiern ein.

Und der Städte- und Gemeindebund verlangt bei hohen Infektionszahlen eine Ausweitung der Maskenpflicht auf belebte Plätze und Weihnachtsmärkte. Mit Blick auf die nahende Grippesaison plädierte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach für kostenlose Grippeimpfungen für alle Versicherten.

Am Dienstag will Merkel mit den Ministerpräsidenten über Folgerungen aus der aktuellen Entwicklung beraten. Zuletzt gab es wiederholt Tage mit mehr als 2000 gemeldeten Corona-Neuinfektionen — am Samstag waren es 2507, der höchste Wert seit April. Am Sonntag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 1411 Fälle. Sonntags sind die Zahlen gewöhnlich niedriger, weil nicht alle Gesundheitsämter Daten weiterleiten.

+++ Hier geht es zum Newsblog vom Wochenende +++

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