Corona-Newsblog: Das waren die aktuellen Entwicklungen am Mittwoch

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 3.736 (49.421 Gesamt - ca. 43.800 Genesene - 1.885 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.885
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 23.731 (289.219 Gesamt - ca. 256.000 Genesene - 9.488 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.488
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Kretschmann weist Vorwürfe der Geldverschwendung zurück (21.46 Uhr)
  • Weihnachtsmärkte: Kommunen entscheiden selbst (17.17 Uhr) 
  • München hebt Maskenpflicht auf und lockert Kontaktbeschränkungen (16.37 Uhr)
  • Gaststättenverband mahnt, Kontakterfassung ordentlich zu handhaben (13.45 Uhr)
  • Bildungsministerin: Lehrer mit als Erste gegen Corona impfen (6.07 Uhr)
  • Knapp 1800 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert (8.42 Uhr)

++ Kretschmann weist Vorwürfe der Geldverschwendung zurück

(21.46 Uhr) — Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält die schuldenfinanzierten Ausgaben im Kampf gegen die Corona-Krise für unverzichtbar. Es könne nicht die Rede davon sein, dass die Regierung das Geld hinauswerfe, sagte der Grünen-Politiker am Mittwoch im Landtag. Die Opposition müsse sagen, wo Geld überflüssig ausgegeben werde. „Ich bin sehr gespannt auf die großen Streichungsvorschläge der Opposition.“

SPD und FDP werfen der Landesregierung angesichts von Rekordschulden Verschwendung vor. Grün-Schwarz nutze die Corona-Krise als Deckmantel, um Wahlgeschenke zu finanzieren, sagte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke.

Die Abgeordneten berieten am Mittwoch erstmals über den milliardenschweren Nachtragshaushalt. Darin enthalten sind ein 1,2 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm. 800 Millionen Euro sollen für den Fall einer zweiten Corona-Welle zurückgehalten werden. Die Nettoneuverschuldung 2020/2021 dürfte sich insgesamt auf knapp 14 Milliarden Euro belaufen. Im Vergleich zum Vor-Corona-Schuldenstand des Landes von 45 Milliarden Euro wäre das ein Zuwachs von mehr als 30 Prozent.

„Ich gebe zu, da kann es einem schon mal im flau im Magen werden“, sagte Kretschmann. Das Land müsse aber vor einer zweiten Corona-Welle geschützt werden, aus der konjunkturelle Krise geführt werden und den Strukturwandel meistern.

++ Alle Großveranstaltungen zur Fasnet abgesagt

(21.29 Uhr) Keine großen Umzüge, keine Bälle, keine Partys: Die Narren im Südwesten haben sich coronabedingt auf eine Fastnacht in abgespeckter Form geeinigt. Kleinere Veranstaltungen, Straßenaktionen und Bräuche soll es unter den geltenden Corona-Regelen geben, wie ein Sprecher der Vereinigung der Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) am Mittwochabend in Bad Dürrheim sagte. „Fastnacht 2021 wird nicht abgesagt.“ Dennoch wolle man größere Menschenansammlungen, wie etwa an Rosenmontag üblich, vermeiden.

Empfehlungen für die stattfindenden Veranstaltungen will die Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Narrenverbände und Vereinigungen noch in den nächsten Wochen ausarbeiten.

In der Arbeitsgemeinschaft sind sämtliche 13 im Südwesten aktive Narrenverbände vertreten. Ende des Jahres wollen die Zünfte noch mal Rücksprache mit der Landesregierung halten.

++ Änderungen bei den Reisewarnungen

(21.21 Uhr) Nach mehr als einem halben Jahr hat die Bundesregierung am Donnerstag dafür die pauschale Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union aufgehoben. So wie bereits jetzt die Länder der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums wird dann jedes Land der Welt einzeln bewertet.

Eine Reisewarnung wird nur noch für die Länder ausgesprochen, die den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Das galt am Mittwochabend für rund 130 Länder ganz oder teilweise.

Für etwa 50 weitere Länder wird unabhängig von der Infektionslage von Reisen abgeraten. Der Grund: Dort gelten unabhängig von der Infektionslage noch Einreisebeschränkungen oder eine Ausreisesperre in die EU. Dazu gehört beispielsweise das beliebte Winterurlaubsland Thailand, wo es kaum Corona-Infektionen gibt, aber auch eine Einreisesperre für Ausländer.

Unter dem Strich bleiben dann nicht mehr viele Länder übrig, für die weder vor Reisen gewarnt noch abgeraten wird — vor allem weil derzeit in Europa alle paar Tage neue Reisewarnungen hinzukommen. So waren am Mittwochabend in der EU nur noch elf der 26 Partnerländer Deutschlands ganz ohne Risikogebiet und Reisewarnung.

++ So ist die Corona-Lage in Deutschland

(21.02 Uhr) Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1798 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen mindestens 289.219 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 30.9.).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9488. Das sind 17 mehr als am Vortag. Rund 256.000 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Seit Anfang August fällt ein immer größerer Anteil der Corona-Tests in Deutschland positiv aus. Die sogenannte Positivenquote lag in Kalenderwoche 39 bei 1,22 Prozent. In der Vorwoche waren es 1,16 Prozent. Insgesamt wurden laut RKI in Kalenderwoche 39 rund 1,153 Millionen Tests (Vorwoche rund 1,148 Millionen) in Deutschland gemacht. Etwa 14.000 Tests waren positiv, in der Vorwoche waren es mit rund 13.300 noch deutlich weniger. Bei den Tests kann es Nachmeldungen aus den Labors geben.

Ein Anstieg zeichnet sich inzwischen bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht werden derzeit 355 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 195 davon werden beatmet. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 293 (159 beatmet) gelegen, in der Woche davor bei 233 (128 beatmet).

Rund 8700 der rund 30.700 registrierten Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hatte erst kürzlich auf den Zeitverzug zwischen Neuinfektionen und schweren Verläufen hingewiesen.

Am Samstag war mit 2507 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwoch bei 0,96 (Vortag: 1,12). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der Sieben-Tage-R-Wert lag am Mittwoch bei 1,00 (Vortag: 1,03).

++ 286 neue Corona-Infektionen im Südwesten

(17.55 Uhr) Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen hat sich in Baden-Württemberg im Vergleich zum Dienstag um 286 Fälle erhöht. Insgesamt haben sich damit mindestens 49.698 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, wie das Landesgesundheitsamt am Mittwoch (Stand: 16 Uhr) mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um einen auf 1886.

Als genesen gelten 43.605 Menschen — 323 mehr als am Vortag. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert liegt laut Landesgesundheitsamt bei geschätzt 1,09. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

++ Weihnachtsmärkte in Corona-Zeiten: Die Kommunen entscheiden selbst

(17.17 Uhr) Glühwein, Lebkuchen und Tannenduft, aber gleichzeitig Masken, Abstand und Virusgefahr? Die Entscheidung, ob und wie Weihnachtsmärkte in diesem Jahr im Südwesten stattfinden, liegt nun in der Hand der Kommunen. Solange die allgemeine Corona-Infektionslage das erlaube, sollten die Kommunen es entscheiden, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) der Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch.

Kretschmann begründete den Schritt damit, dass „es durchaus unterschiedliche Infektionsgeschehen in den einzelnen Regionen gibt, auch die lokalen Bedingungen zur Durchführung von Weihnachtsmärkten sind von Ort zu Ort verschieden“. Sollte das Infektionsgeschehen stark steigen, müsste fürs gesamte Land entschieden werden. Die Schausteller begrüßen die Entscheidung, warnen aber vor einem Glühwein-Verbot.

Kretschmann bat das Sozialministerium, den Kommunen Leitplanken zu den Hygieneanforderungen sowie der Organisation von Zu- und Abläufen der Besucher zur Verfügung zu stellen. Zuvor hatte die grün-schwarze Koalition lange über die Weihnachtsmärkte zu Pandemie-Zeiten diskutiert. Vor allem der Konsum von Alkohol auf den Märkten war strittig. Kretschmann sagte am Mittwoch, er würde den Kommunen empfehlen, auf den Ausschank von Alkohol zu verzichten.

Gemeindetags-Präsident Roger Kehle lobte die Entscheidung. „Was die Kommunen jedoch benötigen, ist ein einheitlicher Rahmen, auf dessen Grundlage der Einzelfall bewertet wird, beispielsweise ob Masken getragen werden müssen.“

Kommunen wie Esslingen und Ludwigsburg hätten nun einen Freibrief der Landesregierung, die Weihnachtsmärkte wie geplant durchzuführen, sagte Mark Roschmann, Vorsitzender des Schaustellerverbands im Südwesten. Er vermisse aber einen Ruck der Landesregierung, die Märkte auch mit Alkoholausschank durchführen zu wollen. „Der Ansporn, wir wollen das, der fehlt mir.“ Es gebe keinen Grund, Alkohol auf den Märkten zu verbieten. „Ich habe noch nie jemanden mit Glühweintassen auf Bierbänken tanzen gesehen.“ Roschmann sprach von einer Ungleichbehandlung im Vergleich zum sogenannten stehenden Gewerbe. Die Problemfälle mit Blick auf die Corona-Pandemie seien private Partys. Wenn auf den Märkten kein Glühwein ausgeschenkt werden dürfe, besorgten ihn sich die Menschen selbst, dann gebe es alkoholisierte Menschentrauben woanders.

Der Glühwein sei wichtig, sagte Roschmann. „Drei Viertel der Besucher kommen nur wegen der Tasse Glühwein zum Weihnachtsmarkt, erst danach kauf' ich Christbaumkugeln und gebrannte Mandeln.“ Die Weihnachtsmärkte machten ein Drittel des Jahresumsatzes der Schausteller im Land aus.

Sozialminister Manne Lucha (Grüne) sieht den Alkoholkonsum auf den Märkten aber kritisch.

Vor allem das CDU-geführte Wirtschaftsministerium hatte sich gegen ein pauschales Verbot von Weihnachtsmärkten eingesetzt. Tourismusminister Guido Wolf (CDU) sagte, er begrüße, dass ein generelles Glühweinverbot vom Tisch sei. „Die Kommunen sind verantwortungsbewusst und arbeiten schon seit Längerem an guten Plänen und Hygienekonzepten“, sagte er der dpa.

In der Tat entwickeln quer durchs Land Stadtoberhäupter und Standbesitzer derzeit Konzepte für die diesjährigen Weihnachtsmärkte. In den meisten Städten liegt aber noch kein ausgereifter Plan vor. Für Stuttgart habe man noch nicht entschieden, ob — und wenn ja in welcher Form — der Weihnachtsmarkt stattfinden könne, sagte ein Sprecher der Stadt. „Wir beobachten das Infektionsgeschehen und die rechtlichen Rahmenbedingungen sehr genau.“ Laut der Ulmer Messe findet der Weihnachtsmarkt statt — unter an Corona angepassten Bedingungen. Die Stände würden dezentral in der ganzen Stadt verteilt aufgestellt. 

++ München hebt Maskenpflicht auf und lockert Kontaktbeschränkungen

(16.37 Uhr) Angesichts der stabilen Entwicklung bei den Corona-Neuinfektionen lockert die Stadt München ab Freitag einige der verschärften Schutzmaßnahmen. So gelte die in Teilen der Innenstadt geltende Maskenpflicht ab dem 2. Oktober nicht mehr, teilte die Stadt am Mittwoch mit.

Auch die Regelung, wonach sich nur noch höchstens fünf Menschen treffen dürfen, hob der städtische Krisenstab zu diesem Termin auf. Die maximal zulässige Gruppengröße werde wieder auf zehn Personen angehoben. Der Krisenstab begründete die Lockerungen damit, dass die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche seit mehreren Tagen stabil unter 50 gelegen habe.

Die Obergrenze bei den Gästen bei privaten Festen wie Geburtstagen und Hochzeiten gilt allerdings fort. In Innenräumen seien nach wie vor nicht mehr als 25 Teilnehmer erlaubt, draußen maximal 50. Private Feiern stellten derzeit die Hauptinfektionsquelle in München dar, begründete die Stadt. Auch das nächtliche Alkoholverbot am Wochenende an beliebten Feier-Treffpunkten im Freien bleibe in Kraft.

Eine enttäuschende Nachricht hatte die Stadt auch für Fußballfans: Das Spiel der FC Bayern Amateure am Samstag gegen die SG Dynamo Dresden soll ohne Zuschauer stattfinden. Über die Begegnung am Sonntag zwischen dem FC Bayern und der Hertha BSC werde am Donnerstag entschieden.

++ Alpenländer wollen Grenzschließungen vermeiden

(15.10 Uhr) „Wir werden die Zusammenarbeit in der Pandemiebekämpfung im gesamten Alpenraum weiter verstärken“. Das hat der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner am Mittwoch bei einer Konferenz der Mitgliedsländer und -kantone der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) unter Salzburger Vorsitz bekräftigt.

Gleichzeitig erneuerte Wallner seine Forderung zur Vermeidung von neuerlichen Grenzschließungen: „Für den gesamten Wirtschaftsraum rund um die Alpen ist es ganz entscheidend, dass erneute Grenzschließungen mit aller Kraft verhindert werden müssen.“

Inhaltlich rückte Landeshauptmann Wallner ein weiteres Mal die aus Vorarlberger Sicht besonders wichtige Grenzthematik in den Vordergrund. „Es besteht schließlich ein gemeinsames Interesse, neuerliche Grenzschließungen unter allen Umständen zu vermeiden“, so Wallner.

Für Vorarlberg inmitten des Vierländerecks wären damit besonders schmerzhafte Erfahrungen verknüpft: „Es hat sich mit den geschlossenen Grenzen gezeigt, wie vernetzt der Lebens- und Wirtschaftsraum schon heute ist und was Schließungen wirtschaftlich aber auch auf persönlicher Ebene bedeuten“.

In der Arge Alp gebe es daher große Einigkeit darüber, dass neue Grenzschließungen so gut wie möglich vermieden werden müssten. Vor diesem Hintergrund sei es derzeit das vordringlichste Ziel Vorarlbergs, die Sieben-Tage-Inzidenz nachhaltig wieder unter einen Wert von 50 zu senken, um damit die Reisewarnung Deutschlands gegenüber Vorarlberg so schnell wie möglich wieder aufzuheben, so Wallner.

++ Gaststättenverband mahnt, Kontakterfassung ordentlich zu handhaben

(13.45 Uhr) Der baden-württembergische Hotel- und Gaststättenverband hat an Wirte und Restaurantbesucher appelliert, die Corona-Besucherlisten korrekt zu erfassen. Die Gäste sollten ihren Namen und die Adresse wahrheitsgemäß angeben, mahnte ein Verbandssprecher am Mittwoch in Stuttgart an. Hintergrund ist der Plan, dass Gästen bei falschen persönlichen Angaben künftig ein Bußgeld von mindestens 50 Euro drohen soll.

Wirte und Veranstalter müssten die Angaben künftig „auf Glaubwürdigkeit und Richtigkeit“ überprüfen, hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstagabend erklärt. Bei ihrer Schalte hatten sich die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zuvor unter anderem auf das Mindestbußgeld geeinigt. Wie das nun im Südwesten umgesetzt wird, ist völlig offen.

Eine Sprecherin des Sozialministeriums sagte, die Corona-Verordnung müsse entsprechend überarbeitet werden. Die juristischen Details würden nun auf Arbeitsebene ausgearbeitet und müssten dann zeitnah vom Kabinett beschlossen werden. Erst dann treten die Regelungen auch in Kraft. Der Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbandes betonte: „Wirte dürfen und wollen auch nicht die Personalausweise kontrollieren.“ Dafür gebe es keine Rechtsgrundlage.

++ Curevac startet mit nächster Impfstoff-Phase 

(10.58 Uhr) Das Tübinger Biopharmaunternehmen Curevac hat die zweite Phase bei der Prüfung seines Impfstoffkandidaten eingeläutet. Der erste Teilnehmer an der klinischen Phase-2a-Studie sei geimpft worden, hieß es in einer Pressemitteilung vom späten Dienstagabend. Die Studie laufe in Peru und Panama mit 690 gesunden Teilnehmern. Erste Daten werden im vierten Quartal erwartet. Danach plant das Unternehmen den Beginn der globalen klinischen Studie mit bis zu 30.000 Teilnehmern.

Curevac hatte nach der Mainzer Firma Biontec als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie bekommen. Der Impfstoff der Biopharmafirma basiert auf dem Botenmolekül mRNA und regt im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes an. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Virus schützen soll. Die Impfstoff-Studie war Mitte Juni angelaufen.

++ Infektiologe lobt Einigung auf regionale Anti-Corona-Maßnahmen 

(8.57 Uhr) Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg, hat die Bund-Länder-Einigung auf gezielte, regionale Anti-Corona-Maßnahmen als „Schritt in die richtige Richtung“ gelobt. „Im Osten, in Mecklenburg-Vorpommern, ist die Epidemie ganz, ganz anders als in Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen. Deswegen ist es sinnvoll, dass wir diese angepassten Regeln haben, die in Kraft treten, wenn die Epidemie bestimmte Grenzwerte zeigt“, sagte Salzberger am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag auf regionale Gegenmaßnahmen verständigt, wenn die Neuinfektionszahlen in Landkreisen bestimmte Schwellenwerte übersteigen. Dann soll es in diesen Regionen etwa Beschränkungen bei der Teilnehmerzahl von privaten Feiern geben.

Zu den zuletzt gestiegenen Corona-Neuinfektionszahlen sagte Salzberger: „Mich beunruhigen diese Zahlen schon — mich beunruhigen diese Zahlen aber nicht so sehr wie im März, weil die Steigerung ist sehr viel langsamer.“ Als Grund für den Anstieg sieht er nicht nur die Tatsache, dass man sich wieder mehr in geschlossenen Räumen aufhält. „Das meiste, was wir jetzt sehen, kommt tatsächlich durch Reiserückkehrer, das kommt von außen rein und verbreitet sich dann hier explosionsartig, vor allem bei privaten Feiern“, erklärte er.

++ Knapp 1800 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert 

(8.42 Uhr) Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1798 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen mindestens 289.219 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9488. Das sind 17 mehr als am Vortag. Rund 1800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Ein leichter Anstieg zeichnet sich inzwischen bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht werden derzeit 352 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 195 davon werden beatmet. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 278 (151 beatmet) gelegen, in der Woche davor bei 236 (129 beatmet). Rund 8900 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hatte erst kürzlich auf den Zeitverzug zwischen Neuinfektionen und schweren Verläufen hingewiesen.

Am Samstag war mit 2507 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

++ Bildungsministerin: Lehrer mit als Erste gegen Corona impfen 

(6.07 Uhr) Lehrer sollten nach Auffassung von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek mit als Erste gegen das Coronavirus geimpft werden, wenn es den Impfstoff gibt. „Als Bundesbildungsministerin würde ich mir wünschen, dass Lehrerinnen und Lehrer aufgrund ihrer Vielzahl an Kontakten in der Schule zu den Ersten gehören, denen eine Impfung angeboten wird — insbesondere, wenn sie zu einer Risikogruppe gehören“, sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch). Das würde den Lehrern verständliche Sorgen vor einer Infektion nehmen, meinte sie. Auch würde eine bevorzugte Impfung für Lehrer helfen, den für die Gesellschaft so wichtigen Schulbetrieb aufrecht zu erhalten.

Karliczek verwies darauf, dass das Robert Koch-Institut, der Ethikrat und die Ständige Impfkommission gerade Empfehlungen entwickelten. „Die Impfung ist und bleibt freiwillig“, betonte sie.

Der Wettlauf um einen Impfstoff läuft weltweit auf Hochtouren. Einige wenige Mittel sind bereits in der entscheidenden Testphase III mit Zehntausenden Probanden. Dabei wird überprüft, ob der Impfstoff nicht nur verträglich ist, sondern auch tatsächlich vor einer Corona-Infektion schützt. Noch ist das für kein Mittel nachgewiesen.

 

Das waren die letzten Meldungen von Dienstag:

++ Die aktuellen Zahlen für den Südwesten

(21.46 Uhr) Am Dienstag, 29. September, hat das Landesgesundheitsamt insgesamt weitere 213 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet (Stand: 16 Uhr). Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 49.412 an. Davon sind ungefähr 43.282 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt 4.245 Menschen im Land mit dem Coronavirusinfiziert.

Dem Landesgesundheitsamt wurden heute fünf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 1.885.

Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages-R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 1,02 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden. Die 7-Tage-Inzidenz als Messzahl für eine Bewertung des Infektionsgeschehens und entsprechender Kontrollmaßnahmen liegt für Baden-Württemberg aktuell im Durchschnitt bei 14,6.

++ Südwest-Narren wollen über Fastnacht in Corona-Zeiten entscheiden

(21.20 Uhr) Eigentlich würde sie am 11.11 beginnen: die fünfte Jahreszeit. Doch in welcher Form? Das steht im Südwesten noch nicht fest. Bei der Tagung der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Narrenverbände und Vereinigungen soll am Mittwochabend gegen 21 Uhr in Bad Dürrheim darüber entschieden werden, wie Fastnacht in Corona-Zeiten aussehen könnte. In der Arbeitsgemeinschaft sind sämtliche 13 im Südwesten aktive Narrenverbände vertreten.

Es gelte, abzuwägen zwischen der Verantwortung für die Narren und ihren Besuchern auf der einen Seite, aber auch dem Bedürfnis, gemeinsam Fastnacht zu feiern, hatte der Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, Roland Wehrle, der Deutschen Presse-Agentur im August gesagt. „Die Fastnacht als solche kann man nicht absagen, sondern höchstens Veranstaltungen, für die man Verantwortung trägt.“

++ Kretschmann: Kein Platz für weitere Corona-Lockerungen

(20.09 Uhr) — Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht keinen Platz für weitere Lockerungen. Wie schon im Frühjahr sei es stattdessen wieder an der Zeit, „schnell und rechtzeitig zu handeln, damit eine zweite Welle kleingehalten werden kann und wir alle gut durch den Herbst und Winter kommen“, sagte der Grünen-Politiker am Dienstagabend nach einer Videoschalte der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Kretschmann betonte: „Das Virus ist weiter unter uns — und sobald wir ihm die Chance geben, wird es sich wieder explosionsartig verbreiten.“

Kretschmann sagte, die Bürger dürften nicht nachlässiger werden, sondern müssten sich zur Vorbeugung vor Infektionen wieder mehr zurücknehmen — gerade in der Freizeit und bei privaten Feiern. Letztere trieben die Zahl der Neuinfektionen zurzeit hoch. Daher sei es umso wichtiger, Mund-Nasen-Masken zu tragen und beispielsweise in der Öffentlichkeit Abstand zu anderen Menschen zu halten. „Unser vorrangiges Ziel muss es sein, dass das öffentliche Leben nicht noch einmal zum Erliegen kommt.“

Schulen und Kindergärten müssten den Präsenzbetrieb trotz der Pandemie beibehalten können, auch die allmähliche Erholung der Wirtschaft dürfe nicht gefährdet werden. „Darauf kommt es an, das ist der Kern unserer ganzen Bemühungen.“

 

+++ Hier geht es zum Newsblog von Dienstag +++

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