Corona-Newsblog: Das waren die aktuellen Entwicklungen am Donnerstag

Lesedauer: 37 Min
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Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 8.096 (57.442 Gesamt - ca. 47.426 Genesene - 1.920 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1.920
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 46.913 (341.223 Gesamt - ca. 284.600 Genesene - 9.710 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.710
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Erneut ein Todesfall im Kreis Biberach (13.34 Uhr)
  • Drei Schulklassen aus Immendingen müssen in Quarantäne (15.31 Uhr)
  • RKI meldet Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen (06.34 Uhr)
  • Telefonische Krankschreibung wieder bundesweit möglich (15.01 Uhr)
(22.22 Uhr) Wir schließen den Newsblog für heute und wünschen eine gute Nacht. Morgen früh sind wir wieder mit allen wichtigen Entwicklugen für Sie da. 

++ Gericht: Abendliches Alkohol-Ausschankverbot verhältnismäßig

(22.14 Uhr) Gaststätten in München dürfen wegen Corona nach 22 Uhr zunächst weiter keinen Alkohol ausschenken. Das Verwaltungsgericht München wies am Donnerstag die Eilanträge zweier Restaurants gegen die entsprechende Allgemeinverfügung der Stadt zurück. Die vorerst bis 27. Oktober geltende Regelung sei angesichts weiter steigender Infektionszahlen verhältnismäßig, argumentierte die Kammer in dem am Donnerstag bekanntgegebenen Beschluss.

„Wir bedauern die Entscheidung des Verwaltungsgerichts. Nach unserer Rechtsauffassung stellt diese Allgemeinverfügung einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Berufsfreiheit unserer Mandanten dar“, teilte die Kanzlei Noerr, die beide Restaurants vertritt, am Abend mit. „Das Verbot, Alkohol nach 22 Uhr an Gäste auszuschenken, die zumeist getrennt von anderen an Tischen sitzen und zum Essen Alkohol trinken, ist nach unserer Ansicht nicht geeignet, das Infektionsgeschehen in München zu reduzieren.“

In einem Restaurant, in dem fünf oder sechs Gänge serviert würden, wollten die Gäste unter Umständen auch nach 22 Uhr gerne noch Getränke bestellen, sagte Anwalt Christian Mayer. Wenn das nicht mehr möglich sei, blieben die Kunden womöglich ganz weg. Dabei steige das Infektionsrisiko um 22 Uhr nicht. „Die Leute sitzen am Tisch, essen und trinken — und bleiben auf ihrem Platz sitzen“, sagte Mayer.

Die Richter sahen das anders. „Auch beim Genuss von Speisen unter Alkoholbegleitung sind die mit dem Alkoholkonsum typischerweise einhergehenden Infektionsgefahren nicht ausgeschlossen. Denn der Konsum von Alkohol lässt die Lautstärke von Gesprächen und Gelächter ansteigen und auch die Verweildauer in einem Lokal verlängern“, erläuterten sie. „Dies begünstigt gerade in der kalten Jahreszeit ohne ausreichende Belüftung typischerweise die Ansteckungsgefahr.“

Offen war, ob die Anwälte Beschwerde zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen. Nicht zuletzt könnte das Ausschankverbot nach dem jüngsten Kabinettsbeschluss von Donnerstag ohnehin bald abgelöst werden. Demnach soll bei Überschreitung des Inzidenz-Grenzwerts von 50 Infektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner ab 22 Uhr eine Sperrstunde gelten, bei einem Inzidenzwert von 35 sollen Gaststätten um 23 Uhr schließen.

Der Wert von 50 war in München seit mehreren Tage überschritten und lag am Donnerstag nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebenmittelsicherheit und des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 54,6.

++ Jodel-Konzert in Schweiz wohl Auslöser für massiven Anstieg von Corona-Fällen

(21.47 Uhr) Im Kanton Schwyz hat offenbar ein Jodel-Konzert zu einem massiven Anstieg von Corona-Neuinfektionen geführt. An der Veranstaltung Ende September nahmen laut Behörden rund 600 Menschen teil, die keinen Mund- und Nasenschutz tragen mussten.

„Wir haben neun Tage nach den Aufführungen erfahren, dass sich mehrere Personen der Gruppe angesteckt haben“, sagte der Organisator Beat Hegner dem öffentlich-rechtlichen Sender RTS. Allein am Mittwoch wurden 94 Personen positiv getestet, doppelt so viele wie am Vortag.

Das überlastete Kantonskrankenhaus bat die Menschen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und Versammlungen zu vermeiden. Der Kanton gehört mittlerweile mit mehr als 1230 Coronavirus-Fällen zu einem der Hotspots in Europa.

++ Spahn will schärfere Regeln für Einreise aus Auslands-Risikogebieten

 (21.12 Uhr) Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dringt auf schärfere Regeln für Einreisen aus Corona-Risikogebieten im Ausland. Das geht aus einem Gesetzentwurf hervor, über den das Nachrichtenportal „ThePioneer“ berichtet.

Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland reisen will, kann demnach verpflichtet werden, gegenüber dem Robert-Koch-Institut (RKI) Angaben zur Person sowie zu Aufenthaltsorten zehn Tage vor und zehn Tage nach der Einreise zu machen.

Zu diesem Zweck könnte eine digitale Einreiseanmeldung eingeführt werden. Das RKI würde die Daten an die jeweils zuständigen Behörden an den Zielorten der Reisenden weiterleiten, heißt es in dem Entwurf.

++ Die aktuellen Zahlen im Südwesten

(20.17) Am heutigen Donnerstag hat das Landesgesundheitsamt (LGA) insgesamt weitere 967 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet (Stand: 16 Uhr). Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 57.442 an. Davon sind ungefähr 47.426 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt 8.096 im Land mit dem Coronavirus infiziert.

Dem Landesgesundheitsamt wurde heute ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 1.920. Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages-R-Wert wird mit R 1,2 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt im Landesdurchschnitt bei 38,0. Das Kabinett hat am 15. September einen Stufenplan zur Eindämmung der Pandemie beschlossen. Abhängig von weiteren Faktoren greifen weitere Maßnahmen ab einer landesweiten 7-Tage-Inzidenz von mehr als 10 beziehungsweise mehr als 35.

Stadt- und Landkreise mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 35:

  • Landkreis Böblingen (44,3)
  • Landkreis Göppingen (39,1)
  • Neckar-Odenwald-Kreis (36,2)
  • Rems-Murr-Kreis (38,9)
  • Landkreis Reutlingen (44,6)
  • Landkreis Tuttlingen (35,5)
  • Stadtkreis Freiburg im Breisgau (37,2)
  • Stadtkreis Ulm (42,6)

Stadt- und Landkreise mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 50:

  • Landkreis Esslingen (82,4)
  • Landkreis Ludwigsburg (51,2)
  • Landkreis Schwäbisch Hall (51,3)
  • Schwarzwald-Baar-Kreis (56,0)
  • Landkreis Tübingen (63,4)
  • Stadtkreis Baden-Baden (52,6)
  • Stadtkreis Heilbronn (58,5)
  • Stadtkreis Mannheim (56,7)
  • Stadtkreis Stuttgart (82,9)

++ Deutlicher Anstieg bei belegten Intensivbetten

(20.06 Uhr) Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt seit Tagen an. Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 655 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 329 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (8.10.) hatte der Wert noch bei 487 (239 beatmet) gelegen, in der Woche davor (1.10.) bei 362 (193 beatmet). Rund 8700 Intensivbetten sind in Deutschland derzeit jedoch noch frei.

++ Österreich stellt Corona-Ampel für vier Bezirke auf Rot

(20.04 Uhr) Angesichts der sich ausweitenden Pandemie hat Österreich erstmals seine Corona-Ampel für vier Bezirke in drei westlichen Bundesländern auf Rot gestellt. Betroffen seien Wels Stadt in Oberösterreich, Hallein in Salzburg sowie Innsbruck Stadt und Innsbruck Land in Tirol, wie die Nachrichtenagentur APA am Donnerstagabend nach einem Treffen der Expertenkommission berichtete. Für diese Bezirke bestehe ein sehr hohes Risiko, hieß es. Innsbruck-Land und Hallein grenzen an Bayern.

Die Corona-Ampel ist in Österreich seit Anfang September in Betrieb. Mit ihrer Hilfe wird die Infektionslage jede Woche neu bewertet und auf einer Karte farblich dargestellt — in der Regel für jeden Bezirk, entsprechend etwa den deutschen Landkreisen, sowie für das Bundesland Wien. Die Farben reichen von Grün (Risiko: niedrig) über Gelb (mittel) und Orange (hoch) bis Rot (sehr hoch).

Kriterien sind Fallzahlen der vergangenen sieben Tage, Nachverfolgbarkeit der Ansteckungen, Auslastung der Krankenhausbetten und Gesamtzahl an Tests. Außerdem wird berücksichtigt, ob eine Region viele Touristen oder Pendler hat.

++ Außenminister Maas: Keine neuen Grenzschließungen wegen Corona

(19.59 Uhr) Ungeachtet der steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) neuen Grenzschließungen eine Absage erteilt. Im Frühjahr hätten alle EU-Länder „schlechte Erfahrungen“ mit „zu schnellen Schließungen“ gemacht, sagte Maas am Donnerstag in Paris.

Maas sagte bei einem Treffen mit den Außenministern Frankreichs und Polens in Paris, Deutschland werde Grenzschließungen mit Rücksicht auf die vielen Pendler „nicht noch einmal wiederholen“. Bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr hatte Deutschland die Kontrollen zu Frankreich massiv verschärft. Polen hatte seinerseits die Grenze für Ausländer geschlossen. In Sachsen und Brandenburg bildeten sich daraufhin riesige Staus.

Das französische Grenzgebiet zu Deutschland gilt erstmals seit Mitte Juni wieder als Corona-Risikogebiet. Die Bundesregierung stufte die Region Grand Est mit Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne als Risikozone ein, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Aus Furcht vor neuen Einreisebeschränkungen kam es in dem Grenzgebiet zwischen Straßburg und Kehl bereits vor der RKI-Mitteilung zu neuen Hamsterkäufen, wie AFP-Reporter berichteten. Auf der Europabrücke über den Rhein stauten sich Autos. In einigen Läden in Baden-Württemberg waren Toilettenpapier, Windeln und andere Hygieneprodukte ausverkauft. Franzosen schleppten säckeweise Zigaretten und Tabak nach Hause, die in Deutschland günstiger sind. 

++ Kreis Schwäbisch Hall ist Risikogebiet – Ostalbkreis steuert auf ersten Grenzwert zu

(18.48 Uhr) Im Ostalbkreis ist die Zahl der Neuinfektionen am Donnerstag um 32 gestiegen. Damit liegen die aktiven Corona-Fälle bei 112. Das sind 28 mehr als noch am Vortag. Der Nachbarlandkreis Schwäbisch Hall hat hingegen den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten und ist somit Risikogebiet.

Beim sogenannten 7-Tage-Inzidenz-Wert liegt der Ostalbkreis nun bei 30 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Der erste Grenzwert und somit die Vorwarnstufe ist bei 35 festgelegt.

Wann der Ostalbkreis diesen erreichen wird, sei nicht vorherzusagen, so die Pressesprecherin des zuständigen Landratsamts, Susanne Dietterle. „Das kann tatsächlich schon morgen der Fall sein.“ Was das auf der Ostalb dann für Folgen hätte, lesen Sie hier.

Auch im Landkreis Lindau steigen die Zahlen spürbar und die 30-er Marke ist bereits überschritten. Hier geht es zum ausführlichen Artikel. 

++ Bundesregierung erklärt Frankreich, Niederlande und Kanton Zürich zu Risikogebieten

(18.18 Uhr) Die Bundesregierung hat das gesamte französische Festlands-Gebiet sowie die gesamten Niederlande zu Corona-Risikogebieten erklärt. Damit gilt nun erstmals seit dem Frühjahr wieder die französische Grenzregion Grand Est mit dem Elsass, Lothringen und dem Verwaltungsbezirk Champagne-Ardenne als Risikogebiet. In den Niederlanden kam die Provinz Zeeland dazu. 

Auch Malta, die Slowakei komplett sowie einzelne Regionen in neun weiteren EU-Ländern sind betroffen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Dazu zählen acht Regionen der Schweiz, darunter der an Deutschland grenzende Kanton Zürich, erstmals Gebiete in Schweden und Finnland sowie Teile von Großbritannien, Irland, Kroatien, Portugal, Slowenien und Ungarn.

Es wird erwartet, dass das Auswärtige Amt für alle neuen Risikogebiete auch eine Reisewarnung ausspricht. Mit der Aufnahme von fünf polnischen Regionen einschließlich der Metropolen Danzig und Krakau auf die Risikoliste wird ab Samstag keines der neun Nachbarländer Deutschlands mehr ohne Risikogebiet sein. Die polnischen Grenzgebiete bleiben allerdings noch verschont.

In Frankreich werden Korsika und das am Anfang der Corona-Pandemie besonders stark betroffene Grenzgebiet Grand Est auf die Risikoliste gesetzt. Damit wird der europäische Teil des Landes komplett betroffen sein. Von den fünf Übersee-Departements ist ab Samstag nur noch die Insel Mayotte im Indischen Ozean „risikofrei“

Mit Italien wird nun auch das zweitbeliebteste Urlaubsland der Deutschen nach Spanien zumindest teilweise auf die Risikoliste gesetzt. Mit Ligurien und Kampanien trifft es zwei sehr gefragte Touristenziele: Das süditalienische Kampanien mit Neapel, der Amalfiküste und den Inseln Capri und Ischia sowie die nordwestliche Küstenregion Ligurien um Genua.

Die Ausweisung zum Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben.

Das Gute für den Urlauber: Er kann eine bereits gebuchte Reise stornieren, wenn sein Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen derzeit noch für 14 Tage in Quarantäne, können sich aber durch einen negativen Test davon vorzeitig befreien lassen.

++ "Zweiter Lockdown": Die Formulierung ist problematisch

(17.23 Uhr) Mit den steigenden Corona-Infektionszahlen macht auch die "Gefahr eines zweiten Lockdowns" die Runde. Gemeint sind dabei Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, wie sie auch schon im März und April galten. Doch ist der Begriff, den auch prominente Politiker wie etwa Bayerns Ministerpräsident Markus Söder aktuell nutzen, überhaupt korrekt?

Sprachhistorisch nicht. Doch eine Sprachexpertin erklärt, warum der Verweis auf die reguläre Definition zu kurz gesprungen ist. Hier lesen Sie mehr.

++ Biberacher Wissenschaftler im landesweiten Expertenkreis

(16.59 Uhr) Die Landesregierung hat den Biberacher Professor für Lüftungs- und Klimatechnik Michael Haibel in den „Expertenkreis Aerosole“ berufen.

Wie breitet sich das Corona-Virus durch ausgeatmete Luft im Raum aus? Wie lange überleben die Viren in der Luft? Welche Konzentration an virenbeladenen Aerosolen ist vor allem in geschlossenen Räumen kritisch? Und welche Maßnahmen können der Kontamination im Raum entgegengesetzt werden?

Fragen wie diesen soll der neue „Expertenkreis Aerosole“ nachgehen, den das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg einberufen hat. Haibel bringt insbesondere seine Erfahrung in der praktischen Anwendung von Lüftung- und Klimatechnik in das Gremium ein. Mehr erfahren Sie hier. 

++ Sperrstunden und Veranstaltungsbeschränkungen in Vorarlberg gelten weiter

(16.44 Uhr) Angesichts steigender Neuinfektionen bleiben die gültigen Regelungen zu Sperrstunden und die Beschränkungen für  Veranstaltungen in Vorarlberg weiter bestehen. „In Anbetracht der Entwicklungen beim Infektionsgeschehen ist eine Lockerung der Maßnahmen im Land nicht möglich“, begründen Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher und Tourismuslandesrat Christian Gantner diesen Schritt.

Gemeinsam mit Tirol und Salzburg hat das Bundesland eine Sperrstunde ab 22 Uhr in Kraft gesetzt. Weiterhin sind Veranstaltungen nur mit zugewiesenen Plätzen mit einem Schutz- und Hygienekonzept in geschlossenen Räumen mit 250 und im Freien mit 500 Personen erlaubt.

++ Söder hält Weihnachtsmärkte grundsätzlich für möglich 

(16.05 Uhr) Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält trotz steigender Corona-Infektionszahlen Weihnachtsmärkte in eingeschränkter Form grundsätzlich für möglich. Bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen sei die Wahrscheinlichkeit allerdings gering, schränkte er am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München ein. „Aber: Möglich ist es“.

Sein Stellvertreter und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sagte: „Wenn wir entsprechende Konzepte haben und die Zahlen uns nicht davongaloppieren, halte ich es für durchaus möglich und durchführbar“.

Weihnachtsmärkte wären auch für öffentliche Seele gut und wichtig.

++ Vier Klassen der Bodensee-Schule in Quarantäne

(15.57 Uhr) Insgesamt vier Klassen sind am Bildungszentrum Bodensee-Schule St. Martin momentan in Quarantäne. Grund dafür ist laut Rektorin Isabella Emhardt, dass sich drei Personen mit dem Coronavirus infiziert haben: Eine Lehrkraft und zwei Schüler.

Etwa 97 Schülerinnen und Schüler seien darum derzeit in Absprache mit dem Gesundheitsamt in häusliche Quarantäne geschickt worden.

Hier geht es zum Artikel. 

++ Drei Schulklassen aus Immendingen müssen in Quarantäne 

(15.31 Uhr) Die Corona-Pandemie hat jetzt erstmals auch direkte Auswirkungen auf die Immendinger Schulen. Ein Schüler, der in der Donaugemeinde lebt und das Tuttlinger Otto-Hahn-Gymnasium besucht, ist positiv getestet worden. Da drei Geschwister aus der Familie in Immendingen zur Schule gehen, sind von der Situation nun auch die Schloss- und die Reischach Real- und Werkrealschule betroffen.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Telefonische Krankschreibung wieder bundesweit möglich

(15.01 Uhr) Telefonische Krankschreibungen wegen Erkältungsbeschwerden sind ab kommendem Montag wegen der Corona-Lage wieder bundesweit möglich.

Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschusses im Gesundheitswesen am Donnerstag. Die Regelung soll zunächst bis zum Jahresende gelten. Die entsprechenden Krankschreibungen gibt es jeweils für sieben Tage. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung könne telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden, hieß es in einer Mitteilung.

++ Erneut ein Todesfall im Kreis Biberach

(13.34 Uhr) Im Landkreis Biberach hat es erneut einen Todesfall in Verbindung mit dem Coronavirus gegeben. Bereits am Mittwoch meldete das Landratsamt einen Todesfall, nachdem es zuvor zwei Monate lang keinen Fall gegeben hatte. 38 Personen sind im Landkreis Biberach mittlerweile an und mit dem Coronavirus verstorben.

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++ Sachsen hebt Beherbergungsverbot auf

(13.21 Uhr) Sachsen hebt das Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Risikogebieten auf. Das kündigte die Regierung am Donnerstag nach einem Gespräch mit Landräten und Bürgermeistern aus dem Freistaat an. Die Regelung soll ab Samstag gelten.

++ Kritik an Tübinger Corona-Kontrollen

(10.30 Uhr) Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat sich über Kritik an neuen Corona-Kontrollen in Tübingen verärgert gezeigt, von denen Menschen mit der Corona-Warn-App ausgenommen sind. Dort darf das Ordnungsamt seit vergangener Woche an öffentlichen Plätzen Personalien von Gruppen mit mehr als zehn Personen aufnehmen, die die App nicht auf dem Handy haben.

Baden-Württembergs Datenschutzbeauftragter Stefan Brink hält das Vorgehen für falsch. Die Freiwilligkeit müsse bei der App bewahrt werden. Druck durch Vergünstigung dürfe nicht entstehen. „Bisher sind alle benachteiligt, die in einem Café oder Restaurant einkehren und ihre Daten hinterlassen müssen, während alle, die stattdessen Take-away konsumieren, das nicht müssen“, sagte Palmer.

Für das Coronavirus mache es keinen Unterschied. Es sei ein völlig falsches Signal, wenn der Datenschutz sich gegen den Corona-Schutz stelle, obwohl die App viel mehr Datensicherheit gewährleiste als die herkömmliche Aufzeichnung auf Papier. „Kluge Datenschützer würden fordern, die altmodische Papierverarbeitung möglichst vollständig durch die Corona-Warn-App zu ersetzen.“

++ Spahn: Corona-Schnelltests noch keine Alternative für breite Bevölkerung

(09.26 Uhr) Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt vor zu großen Hoffnungen auf Corona-Schnelltests. Für Reisende und den Großteil der Bevölkerung seien sie anfangs noch keine Alternative, sagte er am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“.

Demnach werden mittlerweile zwar bis zu 1,5 Millionen Testkits pro Woche hergestellt - diese sollten aber vornehmlich in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen für „zusätzliche Sicherheit“ sorgen.

Gesundheits-Apps
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, das neue Verzeichnis solle für Ärztinnen und Ärzte zu einem „Digital-Lexikon“ werden, indem sie verordnungsfähige Anwendungen finden können. (Foto: Kay Nietfeld / DPA)

„Am Anfang haben wir nicht für alle alles“, sagte der Gesundheitsminister. Daher müssten die Schnelltests zunächst in den am stärksten gefährdeten Bereichen der Bevölkerung eingesetzt werden. Spahn zeigte sich aber zuversichtlich, dass „von Woche zu Woche“ mehr Tests verfügbar würden.

Gleichzeitig seien Verbraucher in der Regel auch bei einem Schnelltest noch auf geschultes Personal angewiesen, mahnte er: „Man muss das schonmal gemacht haben“, sagte Spahn.

++ RKI meldet Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen

(06.34 Uhr) Die Zahl der binnen eines Tages mit dem Coronavirus neu infizierten Menschen in Deutschland ist erneut sprunghaft gestiegen und hat damit einen Rekordwert erreicht.

Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts 6638 Neuinfektionen - rund 1500 mehr als am Mittwoch. Bislang waren Ende März mit knapp 6300 Neuinfizierten die meisten registriert worden. Allerdings sind die jetzigen Werte nicht mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 4059 Neuinfektionen mitgeteilt. Damit war zum ersten Mal seit April die 4000er Marke überschritten worden.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Kretschmann sieht Bund-Länder-Runde zu Corona als Erfolg

(05.41 Uhr) Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält die Verabredungen von Bund und Ländern zur Eindämmung des Coronavirus für einen Erfolg. Es seien große Fortschritte erreicht worden, sagte der Grünen-Politiker am Mittwochabend nach mehrstündigen Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

In einer Reihe von Fragen seien „drastische Einschnitte“ beschlossen worden. „Das wird uns alle sehr treffen“, sagte Kretschmann. Ob die Maßnahmen genügten, würden die nächsten Tage zeigen.

Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Mittwoch:

++ Merkel richtet dringenden Appell an die Bevölkerung 

(23.13 Uhr) Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach der stundenlangen Debatte mit den Ministerpräsidenten in einer Pressekonferenz am späten Abend an die Deutschen appelliert, gemeinsam gegen die weitere Absbreitung des Virus zu kämpfen. Sie machte den Ernst der Lage deutlich: „Wir sind bereits in der exponentiellen Phase, das sieht man an den Infektionszahlen.“

Das Ziel sei jetzt vor allem, die Infektionsketten nachzuvollziehen - und das sei schon jetzt nicht mehr immer möglich. Dass es nun schärfere Regeln ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gebe, sei eine Reaktion auf den schnellen Anstieg der Zahlen ab diesem Wert, sagte sie. 

Die nun getroffenen Regelungen sollen in zehn Tagen noch einmal bewertet werden, um zu beurteilen, "ob die beschlossenen Schritte ausreichen". 

Noch nicht ganz zufrieden sei sie mit der Frage nach Beherbergungsverboten. Bezüglich der touristischen Reisen aus den Risikogebieten heraus hatten die Bundesregierung und die Landechefs keine einheitliche Lösung gefunden. „Das ist auch nicht einfach umzusetzen“, sagte Merkel. "Wir haben es mit einer Jahrhundet-Herausforderung zu tun."

Deshalb werde man im Verlauf der Herbstferien an den bestehenden Regeln festhalten und am 8. November - mit Ende der Ferien in Bayern - Bilanz ziehen. Allerdings formulierte die Kanzlerin den dringenden Aufruf an die Bevölkerung, von nicht notwendigen Reisen abzusehen. 

"Wir stehen an einem entscheidenden Punkt: Reicht es, was wir jetzt tun oder reicht es nicht?", betonte sie. Das Infektionsgeschehen sei "sehr dynamisch" geworden, sagte sie mit Verweis auf die Nachbarländer, in denen die Zahlen teils stark ansteigen. 

Sie betonte, dass Deutschland bislang nur so niedrige Zahlen aufweisen könne, weil die Menschen mitgemacht und dazu beigetragen hatten. Dazu rief sie auch für die nächste Zeit auf und appellierte an die Menschen, die AHA-Regeln einzuhalten, Räume gut zu lüften und die Corona-App zu nutzen. „Dieses Einhalten der Regeln ist das A und O. Wir müssen uns dem Virus nicht ergeben, wir können gegen das Virus ankämpfen“, sagte die Kanzlerin. 

Sie betonte, dass niedrige Fallzahlen nicht nur wichtig seien, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, sondern auch, um die wirtschaftliche Entwicklung stabil zu halten. "Eine zweite Welle können wir uns nicht leisten."

"Die Lage ist ein bisschen gefährlicher als im Frühjahr", ergänzte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. "Mehr Maske, weniger Feiern, weniger Alkohol", forderte er. Es seien nur wenige, die dafür verantwortlich seien. Die Einhaltun der Regeln sei keine Frage von Loyalität gegenüber der Regierung, sondern von Solidarität gegenüber den Risikogruppen.  "Ich kann nur appellieren, es ernstzunehmen. Es steht unglaublich viel auf dem Spiel, und wir brachen einen langen Atem." Die Pandemie sei die große Herausforderung unserer Generation. 

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) zeigte Unverständnis, dass noch immer Menschen nicht verstanden hätten, dass es in einer weltweiten Pandemie Einschränkungen geben müsse. 

++ Macron verschärft Kampf gegen Corona — Nächtliche Ausgangssperren 

(22.04 Uhr) Bis zu 27.000 Neuinfektionen an einem Tag, die Intensivstationen kommen an ihre Grenzen. Nun greift Frankreichs Staatschef Macron in der Corona-Krise zu härteren Maßnahmen. Mit nächtlichen Ausgangssperren in Paris und anderen Metropolen verschärft Frankreich den Kampf gegen steigende Corona-Zahlen. Die neuen Beschränkungen gelten vom Samstag an ab 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens, kündigte Präsident Emmanuel Macron am Mittwochabend in einem TV-Interview an.

„Wir haben die Kontrolle nicht verloren“, betonte der Staatschef angesichts der besorgniserregenden Corona-Lage. Um Einschränkungen per Verordnung durchsetzen zu können, verhängte die Regierung zudem erneut den Gesundheitsnotstand.

Von den Ausgangssperren sind nun neben dem Großraum Paris die Städte Lille, Grenoble, Lyon, Aix-Marseille, Montpellier, Rouen, Toulouse und Saint-Etienne betroffen. Die Maßnahmen sollen zunächst für mindestens vier Wochen gelten, dann aber mit Zustimmung des Parlaments bis zum 1. Dezember verlängert werden. Niemand darf nun während der Ausgangssperre ohne triftigen Grund vor die Tür.

Macron kündigte Strafen an, falls die Menschen sich nicht an die Regeln halten. Verstöße würden mit 135 Euro geahndet, für Wiederholungstäter könnten bis zu 1500 Euro fällig werden. Für Menschen, die nachts arbeiten müssten, werde es Ausnahmen geben. „Ich denke, dass wir (…) angemessene Maßnahmen treffen“, sagte Macron. Die Wirtschaft solle am Leben gehalten werden, betroffene Branchen würden weiter unterstützt.

Die Corona-Lage in Frankreich verschlechtert sich seit Wochen. Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern hatte am Wochenende annähernd 27.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet — das war ein Rekord. Am Mittwoch zählte das Land rund 23.000 Neuinfektionen — insgesamt sind seit Beginn der Pandemie mehr als 33.000 Menschen gestorben.

Für Paris und andere Metropolen gilt bereits die höchste Corona-Warnstufe. Bars sind geschlossen, in Restaurants gelten strengere Hygienemaßnahmen. Turnhallen und Schwimmbäder sind weitgehend geschlossen. Besonders die Situation in der Hauptstadt bereitet große Sorge. Dort steigt die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen immer weiter an. Eine Überlastung der Krankenhäuser soll nun unbedingt verhindert werden.

+++ Hier geht es zum gesamten Newsblog vom Mittwoch +++

 

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