Corona-Newsblog: Das waren die aktuellen Entwicklungen am Donnerstag

Lesedauer: 35 Min
Digital-Redakteur
Digitalredakteurin
Crossmedia Volontär
Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 4.633 (52.231 Gesamt - ca. 45.700 Genesene - 1.898 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.898
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 30.966 (310.144 Gesamt - ca. 269.600 Genesene - 9.578 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.578
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Künftig Maskenpflicht im öffentlichen Raum in Esslingen (15.10 Uhr)
  • RKI-Chef Wieler warnt vor unkontrollierter Verbreitung von Coronavirus (09.53 Uhr)
  • Wirtschaft im Südwesten stärker geschrumpft als im Bundesdurchschnitt (7.12 Uhr)
  • Neue Einschränkungen in Frankreich erwartet (6.45 Uhr)
  • Über 4000 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden (6.20 Uhr)

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Das sind die Corona-Schlagzeilen in der Region

++ Im Video: So erklärt der Landrat von Esslingen die Maßnahmen für seinen Landkreis

++ 584 Neuinfektionen im Land — Lage in Kreis Esslingen bleibt kritisch

(19.02 Uhr) Die Pandemie-Lage in Baden-Württemberg bleibt angespannt. Der Landkreis Esslingen liegt als Corona-„Hotspot“ weiter über der wichtigen Kennziffer von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Der Wert ist am Donnerstag sogar auf 54,6 gestiegen, wie die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mitteilten.

Die Landeshauptstadt Stuttgart bewegt sich mit 43,7 weiter auf diese kritische 50er-Marke zu. Der Kreis Esslingen hatte die Stufe bereits am Vortag als erste Region im Land überschritten - und verschärft nun die Auflagen. Ansonsten lag kein Landkreis über der Vorwarnstufe von 35 — mehrere aber knapp darunter, wie der Kreis Göppingen mit 34,9 oder der Ortenaukreis mit 32,7.

Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen im ganzen Land stieg am Donnerstag im Vergleich zum Vortag um 584 Fälle. Insgesamt haben sich nun 52.806 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus blieb konstant bei 1.898.

++ Immer mehr Corona-Fälle an Krankenhäusern der Oberschwabenklinik

Innerhalb von einer Woche hat sich die Zahl der coronapositiven Patienten in den Krankenhäusern der Oberschwabenklinik im Kreis Ravensburg fast verfünffacht.

Lagen vor einer Woche noch vier Menschen auf den Stationen, sind es seit Donnerstag 19. 15 davon in Wangen und vier in Ravensburg.

Neun neue Coronafälle in Wangen kamen mehr oder weniger durch Zufall ans Licht. Das Krankenhaus ist nun für Besucher gesperrt.

Hier lesen Sie mehr.

++ Grenzwert für Corona-Neuinfektionen in Frankfurt und ganz Berlin überschritten

Der Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen ist am Donnerstag für ganz Berlin überschritten worden. Am Donnerstag lag der Wert in der gesamten Hauptstadt laut Lagebericht des Berliner Senats bei 52,8. Demnach stieg die Zahl der bestätigten Coronafälle seit Mittwoch um 498 auf 17.112 Fälle insgesamt.

Auch in Frankfurt ist die für den Verlauf der Corona-Pandemie wichtige Kennziffer von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten worden. Das teilte Hessens größte Stadt am Donnerstag mit.

Die aktuelle Inzidenz liege bei 59,1, heißt es in einer Allgemeinverfügung, die die Stadt erließ. Damit sei die Eskalationsstufe rot des Landes Hessen eingetreten. 

++ Expertenkreis soll Corona-Schutzmaßnahmen neu bewerten

(16.27 Uhr) Ein Expertenkreis aus Baden-Württemberg soll die Schutzmaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie neu bewerten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Chemie, Biologie, Umweltschutztechnik, Ingenieurwesen und anderen Bereichen sollen von nächster Woche an ihre Erkenntnisse zu Aerosolen zusammentragen und Infektionsrisiken wissenschaftlich abschätzen, teilte das Wissenschaftsministerium in Stuttgart am Donnerstag mit.

Aerosolausbreitung an sich sei in vielen Bereichen schon lange ein Thema, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) einer Mitteilung zufolge. „Die Verknüpfung mit der Sars-CoV-2 Ausbreitung aber ist Neuland.“

Offene Fragen zur Virusübertragung durch Aerosole erschweren laut Ministerium mit Einsetzen des Herbstes die Kontrolle über die Pandemie-Entwicklung stark. „Zur Virusübertragung durch Aerosole müssen wir möglichst rasch mehr wissen“, so Bauer.

++ Künftig Maskenpflicht im öffentlichen Raum in Esslingen 

(15.10 Uhr) Im Kampf gegen die stark steigende Zahl von Corona-Infektionen gilt künftig im Kreis Esslingen eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Schutzbedeckungen seien überall dort vorgeschrieben, wo Menschen keinen ausreichenden Abstand halten könnten, sagte Landrat Heinz Eininger am Donnerstag. Dazu gehörten Fußgängerzonen und Wochenmärkte.

Der Kreis will angesichts der steigenden Infektionszahlen außerdem mehr Menschen auf Corona testen. Man habe die Testkapazitäten bereits deutlich aufgebaut, sagte Christian Baron aus dem Landratsamt am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Im bestehende Abstrichzentrum in Nürtingen ließen sich wieder mehr Menschen testen. Dort könne man pro Tag 600 Tests durchführen, sagte Baron. Mit einem zweiten Abstrich-Zentrum, das nun auf der Messe wieder eröffnet werden soll, könne man täglich mehr als 1.000 Menschen testen. Im Kreis leben 530.000 Einwohner.

Landrat Heinz Eininger berichtete außerdem, dass wieder mehr Menschen mit schwerem Krankheitsverlauf stationär in Kliniken aufgenommen werden müssten. So befänden sich etwa in Kirchheim unter Teck drei Patienten auf der Isolationsstation. In Nürtingen seien fünf Patienten isoliert - zwei davon auf der Intensivstation. Sie müssten beatmet werden.

++ Esslingen: Frachtzentrum gilt als Hotspot

(14.23 Uhr) Ein Infektionsherd im Kreis Esslingen ist ein Frachtzentrum der DHL in der Gemeinde Köngen. Das teilte Landrat Heinz Eininger am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit. Dort arbeiteten Flüchtlinge, die in Gemeinschaftsunterkünften in der Nähe wohnten.

Insgesamt seien mindestens 26 Schulen, fünf Kindertagesstätten und neun Flüchtlingsheime von Ausbrüchen im Landkreis betroffen. Pflegeheime seien nicht betroffen.

Der Kreis hatte am Vortag als erste Region im Land die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Er gilt nun offiziell als einer von aktuell rund zehn innerdeutschen „Hotspots“.

Im Kampf gegen die stark steigende Zahl von Corona-Infektionen im Kreis Esslingen hat sich der Oberbürgermeister der gleichnamigen Stadt für eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum ausgesprochen. „Wir sehen uns einfach in der Verantwortung vor den hohen Infektionszahlen, die wir haben“, sagte Jürgen Zieger (SPD) am Donnerstag dem Südwestrundfunk (SWR).

++ Söder: Beherbergungsverbot sichert Tourismus in der Zukunft

(14:18 Uhr) Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat das Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots verteidigt. Dies sei gerade angesichts sprunghaft steigender Infektionszahlen ein wichtiges Instrument der Sicherheit für die Gäste, aber auch für die Tourismusbranche, sagte Söder am Donnerstag im Landtag in München.

„Man stelle sich vor, wir haben jetzt eine Übertragung der Infektion in touristische Gebiete. Dann ist das fast das Ende des Tourismus, und zwar dauerhaft“, warnte er. „Wenn wir gerade in Bayern ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft behalten wollen, ist es jetzt wichtig, auch einen guten Probelauf in den Herbstferien zu machen.“ Die Herbstferien seien ja nicht die Haupttourismuszeit in Bayern.

Söder betonte: „Es kann jetzt jeder ohne Probleme in den Urlaub fahren — aber er soll halt einen Test mitbringen.“ Vielleicht ließe sich das sogar vor Ort organisieren. „Wir haben ja auch entsprechende Testzentren“, sagte Söder und versicherte: „Nirgendwo in Deutschland bekommt man so schnell und so sicher einen Test. Das heißt, jeder, der bei uns einen schnellen Test braucht, der bekommt ihn auch.“

Aktuell gilt das Beherbergungsverbot in Bayern für Reisende aus vier Berliner Bezirken (Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg), aus Bremen sowie aus den Städten Hamm und Remscheid in Nordrhein-Westfalen. Wer aus einem dieser innerdeutschen Corona-Hotspots einreist und einen negativen Corona-Test vorweisen kann, ist aber auch weiterhin in bayerischen Hotels willkommen.

Die Liste der Risikogebiete soll regelmäßig aktualisiert werden. „Wir werden das schon immer wieder anpassen, jetzt nicht jeden Tag, weil man da ehrlicherweise auch schauen muss, wie die Gesamtentwicklung ist“, sagte Söder. „Wir werden zweimal die Woche genau hinschauen.“

++ Fünf neue Corona-Fälle in Lindau – Gesundheitsamt kann nicht alle Infektionswege nachvollziehen

(12.35 Uhr) Gleich fünf neue Corona-Infizierte hat das Gesundheitsamt am Mittwoch gemeldet. Das Problem: Die Infektionswege sind nicht bei allen klar. Das Landratsamt führt jetzt Reihentestungen durch, aktuell sind 130 Personen im Landkreis in Quarantäne.

Bei den fünf Personen handelt es sich nicht um eine Familie, wie Sibylle Ehreiser, Sprecherin des Landratsamts, auf Anfrage der LZ mitteilt. „Es sind unterschiedliche Fälle“, schreibt sie. Ob unter den neu Infizierten Reiserückkehrer sind, verrät das Amt nicht, Ehreiser verweist auf Datenschutzgründe. Ohnehin gebe es bundesweit viele verschiedene Infektionsherde, weswegen die Infektionswege nicht in jedem Fall nachvollzogen werden können.

Das Landratsamt führt jetzt Reihentestungen durch, ermittelt Kontaktpersonen und schickt diese in häusliche Quarantäne, schreibt Ehreiser. Aktuell sind 130 Personen im Landkreis in Quarantäne. Ob Schulen und Kindergärten davon betroffen sind, sagt Ehreiser nicht.

++ Rentschler Biopharma SE aus Laupheim reinigt Impfstoff

An der Produktion des Impfstoffkandidaten von Biontech (Mainz) und Pfizer ist künftig auch ein Unternehmen aus Baden-Württemberg beteiligt. Die Rentschler Biopharma SE ist künftig verantwortlich für das Reinigen und Filtrieren des Botenmoleküls mRNA, das die Grundlage des Kandidaten ist.

Wie das Laupheimer Unternehmen am Donnerstag bekanntgab, ist es die Aufgabe von Rentschler Biopharma, den mRNA-Wirkstoff BNT162b2 so rein wie möglich zu halten. „Dies ist ein wichtiger Schritt, der die Sicherheit und Verträglichkeit des Impfstoffs für die Verwendung beim Menschen gewährleistet“, erklärte Frank Mathias, CEO von Rentschler Biopharma. Rentschler Biopharma wird den hochreinen Wirkstoff am Hauptsitz in Laupheim (Kreis Biberach) herstellen.

Der von Biontech entwickelte Wirkstoff gehört ebenso wie jener von Curevac (Tübingen) in die Gruppe der genbasierten Impfstoffe. Diese enthalten genetische Informationen des Erregers. Im Körper werden daraus Proteine hergestellt, gegen die das Immunsystem Abwehrstoffe bildet.

Neben der Aufreinigung des Covid-19-Impfstoffs im großen Maßstab sieht die Vereinbarung auch die Herstellung von kleinen Wirkstoffmengen für klinische Studien vor, mit denen Biontech die Entwicklung anderer RNA-Projekte vorantreibt. Am Werk in Laupheim wird eine eigene mRNA-Produktionsabteilung eingerichtet.

Mit Biontech hat das zweite Unternehmen in Europa den Zulassungsprozess für einen Impfstoff begonnen. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA bestätigte am Dienstag in Amsterdam, dass der Wirkstoff in dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren geprüft werde.

++ Österreich hat mehr neue Corona-Fälle an einem Tag als je zuvor

(11.57 Uhr) Die Zahl neu gemeldeter Corona-Fälle in Österreich hat erstmals die Spitzenwerte aus der Hochphase der Pandemie im Frühjahr überstiegen. Behörden zählten am Donnerstag 1209 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, 613 davon allein in Wien. Acht neue Todesfälle wurden seit dem Vortag gemeldet. Im Krankenhaus liegen 506 Covid-19-Patienten, 107 davon auf der Intensivstation.

Die Zahlen seien mit dem Frühjahr nicht vergleichbar, weil mehr getestet werde, betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz in Wien. Er nannte die Situation dennoch schwierig. Etwa 10 000 Menschen galten am Donnerstag österreichweit als aktiv erkrankt, mehr als doppelt so viele wie vor einem Monat.

Die Corona-Ampel zur Bewertung der Lage innerhalb Österreichs könnte einem Medienbericht zufolge am Freitag erstmals für einige Bezirke die höchste Warnstufe rot zeigen. Anschober sagte, er wolle der am Donnerstag beratenden Experten-Kommission zur Ampel nicht vorgreifen. Die Corona-Ampel bewertet neben den Infektionszahlen der vergangenen sieben Tage auch Faktoren wie das Alter der Erkrankten, die Krankenhauskapazitäten und die Nachverfolgbarkeit der Ansteckungen.

++ RKI-Chef Wieler warnt vor unkontrollierter Verbreitung von Coronavirus

(9:53 Uhr) Angesichts der hohen Neuinfektionsrate hat das Robert-Koch-Institut (RKI) vor einer unkontrollierten Verbreitung des Coronavirus in Deutschland gewarnt. Es sei „möglich, dass wir mehr als 10.000 neue Fälle pro Tag sehen und dass sich das Virus unkontrolliert verbreitet“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Die Zahl der Neuinfektionen binnen Tagesfrist war zuvor auf über 4000 Fälle gestiegen - nach knapp 3000 Neufällen am Mittwoch.

„Die aktuelle Situation beunruhigt mich sehr“, sagte Wieler. Derzeit sei unklar, „wie sich die Lage in Deutschland in den nächsten Wochen entwickeln wird“. Er hoffe aber, „dass wir es schaffen, die Infektionen auf einem Level zu halten, mit dem wir umgehen können“. Mittlerweile würden die meisten Infektionen im Inland stattfinden, also nicht mehr durch Reisende mitgebracht werden.

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen rief Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eindringlich zur Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln auf. „Diese Pandemie ist auch ein Charaktertest für uns als Gesellschaft“, sagte Spahn auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Wieler in Berlin. „Wenn 80 Millionen mitmachen, sinken die Chancen des Virus gewaltig.“

Den Anstieg der Neuinfektionen bezeichnete Spahn als „besorgniserregend“. Er wies aber zugleich darauf hin, dass die Zahl der Todesfälle und der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten „bis hierhin noch vergleichsweise niedrig“ seien. „Das Gesundheitssystem kann gut damit umgehen.“ Hier lesen Sie mehr.

++ Wirtschaft im Süden Deutschlands leidet stärker als im Norden

(7:12 Uhr) Verkehrte Wirtschaftswelt in der Corona-Krise: Der seit Jahrzehnten starke Süden Deutschlands ist seit Beginn der Pandemie besonders schwach. Bayern und Baden-Württemberg liegen auf einmal mit Negativzahlen in der Spitzengruppe. Die Kurzarbeiterzahlen sind in den zwei erfolgsverwöhnten Bundesländern ebenso überdurchschnittlich wie der Einbruch des Bruttoinlandsprodukts

Die nackten Zahlen: In Baden-Württemberg schrumpfte die Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr um 7,7 Prozent, in Bayern um 7 Prozent — beides schlechtere Werte als der Bundesdurchschnitt von minus 6,6 Prozent.

Bei der Kurzarbeit lagen Bayern und Baden-Württemberg im August nach Schätzung des Münchner Ifo-Instituts bundesweit auf Platz eins und zwei. Nirgendwo anders war der Anteil betroffener Arbeitnehmer höher.  Die Gründe dafür erfahren sie hier.

++ Wegen Corona bleibt weißes Löwenbaby länger in Deutschland 

(7.04 Uhr) Eigentlich sollte das weiße Löwenbaby, das nach einem Verkehrsunfall zwischen Mannheim und Karlsruhe in einem Zoo untergekommen ist, schon nach Spanien unterwegs sein. Aber wegen Corona habe sich die Abreise in sein neues Zuhause verschoben, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Reptiliums, Dominik Bischoff, in Landau in Rheinland-Pfalz.

Die Behörden am Zielort Barcelona seien wegen der Pandemie derzeit geschlossen, so dass bislang keine Transport-Genehmigung erteilt worden sei. „Nach jetzigem Stand kann es gut sein, dass Löwenbaby Lea noch ein paar Wochen bei uns bleibt“, sagte er.

Die kleine Löwin sei seit vier Wochen in Landau in der Quarantänestation. „Es geht ihr supergut.“ Sie wiege bereits 14 Kilo. Das Reptilium sei aber keine Dauerlösung für Lea. Noch sei sie „gut händelbar“, auch weil sie mit der Hand aufgezogen worden sei. „Aber beim Spielen muss man schon aufpassen, ihre Krallen sind schon da“, sagte Bischoff.

++ UN-Bericht: Zahl der weltweiten Totgeburten droht wegen Corona weiter zu steigen

(6.52 Uhr) Fast zwei Millionen Kinder werden jährlich tot geboren - und diese Zahl könnte laut einem UN-Bericht wegen der Corona-Pandemie noch deutlich steigen. Im Schnitt alle 16 Sekunden gebe es eine Totgeburt auf der Welt, heißt es in dem Bericht, den das UN-Kinderhilfswerks Unicef, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Weltbank am Donnerstag veröffentlichten. Da die Corona-Pandemie derzeit rund die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen in Ländern mit mittleren und niedrigen Einkommen beeinträchtige, könnten nun wegen Corona noch 200.000 weitere hinzukommen.

„Ein Kind bei der Geburt oder während der Schwangerschaft zu verlieren ist eine katastrophale Tragödie für eine Familie“, erklärte Unicef-Chefin Henrietta Fore. „Über den Verlust von Leben hinaus sind die psychischen und finanziellen Kosten für Frauen, Familien und Gesellschaften schwer und lang andauernd.“ 

Der größte Teil der Totgeburten, 84 Prozent, ereignen sich dem Bericht zufolge in Ländern mit niedrigen oder mittleren Einkommen. Eine flächendeckende medizinische Grundversorgung könnte hier jedes Jahr hunderttausende Babys retten. Berücksichtigt wurden für den Bericht aus Gründen der Vergleichbarkeit alle Totgeburten ab der 28. Schwangerschaftswoche, also im letzten Schwangerschaftsdrittel.

Totgeburten sind den UN-Angaben zufolge meist auf fehlende Ausrüstung und mangelnde Ausbildung von Hebammen zurückzuführen. Mehr als 40 Prozent der Totgeburten ereignen sich während des Geburtsprozesses.  

++ Neue Corona-Einschränkungen in Frankreich erwartet

(6:45) Angesichts eines neuen Höchststandes bei den Corona-Neuinfektionen wird in Frankreich mit weiteren Schritten der Regierung gerechnet. „Wir müssen uns auf den Weg zu zusätzlichen Einschränkungen machen“, sagte Staatschef Emmanuel Macron.

Frankreich erzielte mit 18.746 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen Tages-Höchststand. Wie die Behörden am Mittwochabend mitteilten, wurde damit der bisherige höchste Wert von 16.972 neuen Fällen vom vergangenen Wochenende deutlich überschritten.

Die Corona-Lage ist sehr angespannt. Bis auf die an Deutschland grenzende Region Grand Est und die Insel Korsika gilt für Frankreich eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Gesundheitsminister Olivier Véran will am Donnerstag (18.00 Uhr) über die aktuelle Lage berichten. „Das Virus zirkuliert seit einigen Wochen schneller“, warnte Macron. Er verwies auf Einschränkungen, wie sie bereits in den hart getroffenen Metropolen Paris und Marseille gelten.

In vielen Städten Frankreichs gilt die Maskenpflicht auch unter freiem Himmel. In Paris und den direkt angrenzenden Vorstädten hatten die Behörden erst am Dienstag Bars und Cafés geschlossen — zunächst für zwei Wochen. In der Stadt und den Vororten gilt die maximale Alarmstufe. Diese war zuvor nur in Marseille und dem französischen Überseegebiet Guadeloupe ausgerufen worden.

Im Frühjahr galten sehr strenge Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land, die polizeilich kontrolliert wurden. Die Mitte-Regierung betont immer wieder, dass solche generellen Beschränkungen nicht wieder eingeführt werden sollen.

++ Städtebund fordert wegen Corona personelle Verstärkung der Gesundheitsämter

(6:31 Uhr) Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland fordert der Städte- und Gemeindebund, die Gesundheitsämter kurzfristig personell zu verstärken. „In den Gesundheitsämtern fehlt es an Personal“, sagte Städtebund-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Passauer Neuen Presse“. Hier könnten Studenten als Praktikanten helfen, ebenso wie Ärzte, die vorübergehend aus dem Ruhestand zurückkehren“.

Das Ziel, 1500 neue Stellen in den Gesundheitsämtern bis Ende 2021 zu besetzen, ist laut Landsberg nur schwer zu erreichen.

Der Verbandsgeschäftsführer warnte vor immer mehr innerdeutschen Reisebeschränkungen. Es sei richtig, das Infektionsgeschehen regional zu bewerten und Maßnahmen einzuleiten. „Das darf aber nicht zu einem undurchsichtigen Regelungsdschungel führen“, warnte Landsberg. Wenn sich diese Entwicklung fortsetze und die Infektionszahlen weiter anstiegen, werde es demnächst innerhalb Deutschlands eine Vielzahl von einzelnen Risikogebieten geben, die zur Einschränkung des innerdeutschen Reise- und Geschäftsverkehrs führen würden.

Das wäre nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Wirtschaft eine verheerende Entwicklung, warnte Landsberg. Bund und Länder sollten sich daher auf eine Muster-Corona-Verordnung verständigen, in der wenige bundeseinheitliche Maßstäbe festgeschrieben würden, sagte er.

++ Zahl der Neuinfektionen in Deutschland schnellt auf über 4000

(06:20 Uhr) Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist sprunghaft auf mehr als 4000 binnen eines Tages angestiegen.

Die Gesundheitsämter meldeten 4058 neue Corona-Infektionen innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Das sind über 1200 mehr als am Mittwoch, als mit 2828 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit April gemeldet worden war. Ein höherer als der nun gemeldete Wert war zuletzt in der ersten Aprilwoche erreicht worden.

Mehr dazu erfahren Sie hier.

Das waren die letzten Meldungen vom Mittwoch:

++ Kreis Esslingen überschreitet kritische 50er-Marke bei Neuinfektionen

(18.26 Uhr) Der Landkreis Esslingen hat als erste Region im Südwesten die Grenze von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Das teilten die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mit.

Der Wert liege bei 52,3. Damit gehen schärfere Maßnahmen zum Infektionsschutz einher.

Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen hat sich in Baden-Württemberg im Vergleich zum Vortag um 652 Fälle erhöht. Insgesamt haben sich im Land nun 52.222 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, wie das Landesgesundheitsamt am Mittwoch mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 4 auf 1898.

Mehrere Städte und Kreise sind inzwischen zu neuen Einschränkungen gezwungen, weil die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung in ihrer Region größer ist als erlaubt. Nach dem Kreis Esslingen, Mühlacker und Mannheim schränkt nun auch Stuttgart private Feiern ein.

Dort sind Feiern in privaten Räumen von Freitag an und für die kommenden zwei Wochen nur noch erlaubt, wenn weniger als 25 Menschen zusammenkommen. In der Öffentlichkeit oder in angemieteten Räumen liegt die Grenze bei 50 Teilnehmern, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Ähnliche Einschränkungen haben auch die anderen Kommunen und der Kreis erlassen.

++ Dehoga fordert mehr Vorlaufzeit bei Beherbergungsverbot in Bayern

(17.45 Uhr) Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband sieht das von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigte Beherbergungsverbot für Gäste aus deutschen Corona-Risikogebieten kritisch.

Wir brauchen als Branche mehr Vorlaufzeit“, sagte der Landesgeschäftsführer Thomas Geppert. „Wenn ein Gast im Hotel steht und dann sehe ich erst im Meldeschein, er kommt aus einem Risikogebiet, was mache ich dann?“ Die Betriebe müssten sich auf so etwas einstellen können und wissen, wie sie es umsetzen können.

Geppert forderte stattdessen ein bundesweit einheitliches Verfahren beim Umgang mit Menschen aus Corona-Hotspots. Bewohner solcher Gebiete sollten ohne einen negativen Coronatest nicht ausreisen können, das sei transparenter und erfolgreicher, als eine Prüfung beim Gastgeber vor Ort, sagte er.

Söder hatte am Mittwoch angekündigt, dass Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots ohne negativen Corona-Test von diesem Donnerstag an nicht mehr in bayerischen Hotels und Gaststätten übernachten dürften.

++ Corona-Ausbruch in Freudentaler Heim für Demenzkranke

(15.49 Uhr) In einem Pflegeheim in Freudental (Kreis Ludwigsburg) haben sich 24 von 29 Bewohnern mit dem Coronavirus angesteckt.

Außerdem sind sieben Mitarbeiter der Einrichtung infiziert, wie Geschäftsführerin Andrea Nisi-Binder am Mittwoch mitteilte. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. Bei der Einrichtung handelt es sich um ein Kompetenzzentrum für hochdemente Menschen.

Die negativ getesteten Bewohner wurden in einen abgetrennten Bereich verlegt.

Die Infizierten zeigten zunächst nur leichte Symptome. Das Bürgermeisteramt hat ein Besuchsverbot und eine Ausgangssperre für die Bewohner angeordnet.

Die Demenzstation liegt im Erdgeschoss eines Gebäudes. In der oberen Etage betreibt der Anbieter ein weiteres Pflegeheim. Von dessen Bewohnern hat sich keiner angesteckt. Nachdem sich am Samstag zwei Mitarbeiter mit einem positiven Testergebnis gemeldet hatten, wurden insgesamt 130 Hausbewohner und Mitarbeiter getestet

+++ Hier geht es zum Newsblog von Donnerstag+++

 Ausgewählte Artikel zum Virus und den Folgen:

Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aktuell aus dem Dashboard RKI¹

Meist gelesen in der Umgebung

Mehr Inhalte zum Dossier

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen