Corona-Newsblog: Das waren die aktuellen Entwicklungen am Dienstag

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Digital-Redakteur
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Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 38.937 (120.870 Gesamt - ca. 79.600 Genesene - 2.333 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 2.333
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 273.688 (833.307 Gesamt - ca. 546.500 Genesene - 13.119 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 13.119

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Mehr als 2100 Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg (18.19 Uhr)
  • Wöchentlich mehr als 1000 verschobene Operationen wegen Corona (18.05 Uhr)
  • Staatsanwaltschaft: Kein Verfahren wegen Anne-Frank-Vergleich (17.44 Uhr)
  • Zwei weitere Corona-Todesfälle im Kreis Biberach (13.13 Uhr)
  • 14.419 Fälle: Corona-Neuinfektionen unter Vorwochenstand (06.36 Uhr)
  • Millionenpaket für angeschlagene Tourismusbranche (08.33 Uhr)
  • DFB rechtfertigt Länderspiele (12.44 Uhr)

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen schönen Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Kretschmann stellt Ergebnisse aus Beratungen vor

Bei der Landespressekonferenz in Stuttgart hat Winfried Kretschmann heute die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Merkel vorgestellt.

++ Mehr als 2100 Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg — 36 weitere Tote

(18.19 Uhr) In Baden-Württemberg sind innerhalb eines Tages nach Angaben aus dem Landesgesundheitsamt 2135 neue Corona-Infektionen registriert worden. Damit ist die Zahl der nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckten Personen auf mehr als 120.800 gestiegen, wie die Behörde am Dienstag (Stand 16.00 Uhr) mitteilte.

Am Montag gab es gut 1700 Neuinfektionen, am Dienstag vor einer Woche waren es gut 2400 gewesen. Im Zusammenhang mit dem Virus starben bisher landesweit 2332 Menschen — das waren 36 mehr als am Vortag. Als genesen gelten den Angaben zufolge 76.246 Menschen.

Landesweit ist der Wert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen mit 131,6 leicht gesunken. Alle 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg liegen weiter über dem Grenzwert von 50, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt.

++ Wöchentlich mehr als 1000 verschobene Operationen wegen Corona

(18.05 Uhr) In Krankenhäusern im Südwesten werden aktuell über 1000 nicht dringend notwendige Operationen wegen der Corona-Pandemie verschoben. Das teilte eine Sprecherin der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) auf Anfrage mit. So sollen Betten für schwer erkrankte Corona-Patienten verfügbar bleiben. Zuvor berichteten die „Heilbronner Stimme“ und der „Mannheimer Morgen“.

404 Menschen, bei denen zuvor eine Infektion mit dem Virus festgestellt wurde, werden aktuell auf Intensivstationen in Baden-Württemberg behandelt. 54 Prozent — 221 Patienten — davon werden invasiv beatmet, so die Sprecherin der BWKG. Von 3011 im Südwesten verfügbaren Intensivbetten seien noch 689 frei.

++ Staatsanwaltschaft: Kein Verfahren wegen Anne-Frank-Vergleich 

(17.44 Uhr) Nach dem Vergleich einer Elfjährigen ihres Geburtstags unter coronabedingten Einschränkungen mit der Lage des jüdischen Mädchens Anne Frank im Zweiten Weltkrieg sieht die Staatsanwaltschaft von einem Ermittlungsverfahren ab.

Die Prüfung des Falls habe keine hinreichenden Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten ergeben, sagte ein Sprecher der Karlsruher Behörde am Dienstag. Abgesehen davon, dass das Kind selbst strafunmündig sei, werde auch nicht gegen die Eltern ermittelt, sagte der Sprecher.

Die Elfjährige hatte am Samstag in Karlsruhe auf der Bühne einer „Querdenken-Demo“ eine Rede vorgelesen, in der sie sagte, die Geburtstagsfeier mit ihren Freunden sei ganz anders gewesen als in den Jahren davor: „Wir mussten die ganze Zeit leise sein, weil wir sonst vielleicht von unseren Nachbarn verpetzt worden wären. Ich fühlte mich wie bei Anne Frank im Hinterhaus, wo sie mucksmäuschenstill sein mussten, um nicht erwischt zu werden.“

Anne Frank hatte von 1942 bis 1944 mit ihrer Familie in Amsterdam im Versteck vor den deutschen Nationalsozialisten gelebt und dort ihr weltberühmtes Tagebuch geschrieben. Sie starb im Frühjahr 1945 im Konzentrationslager Bergen Belsen im Alter von 15 Jahren.

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++ Corona-Schnelltest aus Baden-Württemberg vorgestellt

(16.35 Uhr) Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) hat stellvertretend für die Landesregierung einen PCR-Corona-Schnelltest präsentiert. Ihr Ministerium hat die Entwicklung des Freiburger Statups Spindiag und des Hahn-Schickard-Instituts mit sechs Millionen Euro gefördert.

Die Ergebnisse des Tests liegen nach 43 Minuten vor. Erste Probandin im Klinikum Stuttgart war Hoffmeister-Kraut selbst. 

++ Zwei weitere Corona-Todesfälle im Kreis Biberach

(13.13 Uhr) Es gibt zwei weitere Todesfälle in Verbindung mit Sars-CoV-2. Damit sind nun im Landkreis Biberach 43 Personen an und mit dem neuartigen Coronavirus gestorben.

Seit dem Beginn der Pandemie sind 1523 Personen im Kreis positiv auf das Coronavirus getestet worden (Stand 17. November, 12 Uhr). Das sind neun (vier männlich, fünf weiblich) mehr als am Montag, so das Landratsamt.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ DFB rechtfertigt Länderspiele in Corona-Zeiten

(12.44 Uhr) Der Deutsche Fußball-Bund hat die Austragung von Länderspielen mitten in der Coronavirus-Pandemie gerechtfertigt.

Für den Verband seien die abgeschlossenen Verträge bindend, „sofern die behördlichen Verfügungslagen dies erlauben“, teilte der DFB - wenige Stunden vor dem abschließenden Nations-League-Gruppenspiel in Spanien - mit.

Alle Spieler und Offizielle würden sich während der gesamten Abstellungsperiode konsequent und diszipliniert an die Maßnahmen des Hygienekonzepts halten. Dies werde auch dadurch dokumentiert, „dass bisher keine Corona-Fälle im Kreis der Nationalmannschaft aufgetreten sind“.

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Der DFB verwies erneut darauf, dass für die Austragung eines Spiels die jeweiligen behördlichen Verfügungslagen in den Veranstaltungsorten sowie die Weisungen der zuständigen Gesundheitsämter maßgeblich sind. „Diese sind für den DFB bindend, nach ihnen richtet sich der Spielbetrieb der Nationalmannschaften“, hieß es.

Sportlich seien die Länderspiele - die Partie gegen Spanien ist bereits die achte seit Anfang September - für die DFB-Auswahl ein wichtiger Gradmesser auf dem Weg zur EM 2021. Noch größer ist der wirtschaftliche Faktor, da die Einnahmen durch die Nationalmannschaft für die finanzielle Unterstützung des Amateur- und Nachwuchsbereiches essenziell sei. So erhalten die 21 Landesverbände jährlich zwölf Millionen Euro vom DFB.

++ Behörden prüfen Anne-Frank-Vergleich auf „Querdenken“-Demo

(11.05 Uhr) Dass eine Elfjährige ihren Geburtstag unter coronabedingten Einschränkungen auf einer „Querdenken“-Demonstration mit der Lage des jüdischen Mädchens Anne Frank im Zweiten Weltkrieg verglichen hat, ist nun ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

Die Polizei habe den Sachverhalt und die Dokumentation am Dienstagmorgen zur Prüfung an die Staatsanwaltschaft weitergegeben, sagte ein Sprecher. Diese müsse klären, ob ein Straftatbestand vorliegt.

Anne Frank wurde von den Nazis ermordet.
Anne Frank wurde von den Nazis ermordet. (Foto: Anne-Frank-Zentrum)

Die Elfjährige hatte am Samstag in Karlsruhe auf der Bühne eine Rede vorgelesen, in der sie sagte, die Geburtstagsfeier mit ihren Freunden sei ganz anders gewesen als in den Jahren davor: „Wir mussten die ganze Zeit leise sein, weil wir sonst vielleicht von unseren Nachbarn verpetzt worden wären. Ich fühlte mich wie bei Anne Frank im Hinterhaus, wo sie mucksmäuschenstill sein mussten, um nicht erwischt zu werden.“ Bis zu 1000 Menschen hatten sich bei der Demo versammelt.

++ Land plant automatische Quarantäne

(9.10 Uhr) Wer sich mit dem Coronavirus infiziert hat, soll sich in Baden-Württemberg künftig selbstständig in Quarantäne schicken können. Das soll die Gesundheitsämter entlasten. Die Landesregierung will dieses neue Verfahren heute beschließen.

++ Millionenpaket für angeschlagene Tourismusbranche

(08.33 Uhr) Mit einem weiteren millionenschweren Finanzierungspaket soll der angeschlagenen baden-württembergischen Tourismusbranche nach dem Ende des befristeten Teil-Lockdowns so schnell wie möglich auf die Beine geholfen werden.

Nach dpa-Informationen plant das Tourismusministerium unter anderem Programme für die Thermen und für eine Werbekampagne. Auch das Wissenschaftsministerium ist mit einem Projekt eingebunden. Darin sollen Studenten nach ihrem Abschluss für eine Übergangszeit ein Beschäftigungsverhältnis an den Hochschulen erhalten, um von dort aus Unternehmen der Tourismusbranche bei Projekten zu unterstützen.

Für die Programme sollen insgesamt Mittel in höherer zweistelliger Millionenhöhe investiert werden. „Es geht darum, Perspektiven für die Zeit nach der Krise zu schaffen“, sagte Tourismusminister Guido Wolf (CDU). Details zum Programm will die Landesregierung am Dienstag in Stuttgart vorstellen.

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++ Lockdown in Vorarlberg macht den Menschen in Lindau Angst

Beinahe volle Intensivstationen und deutlich höhere Coronazahlen. Die Sieben-Tage-Quote in Vorarlberg lag am Montag bei 774. Der anstehende Lockdown in Vorarlberg macht den Nachbarn auf der bayerischen Seite Angst. Sie fürchten, dass viele Österreicher dann über die Grenze zum Einkaufen fahren.

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++ 14.419 Fälle: Corona-Neuinfektionen unter Vorwochenstand

(06.36 Uhr) In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 14.419 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Am vergangenen Dienstag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 15.332 gelegen - und damit erstmals seit September unter dem Wert vom Dienstag zuvor (15.352).

Der Höchststand war am vergangenen Freitag mit 23.542 gemeldeten Fällen erreicht worden. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 815.746 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 17. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Dienstag um 267 auf insgesamt 12.814. Das RKI schätzt, dass rund 530.200 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 0,97 (Vortag: 1,03). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch knapp 100 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

++ Premier League: 16 positive Tests in einer Woche

(05.47 Uhr) Mit 16 positiven Corona-Fällen bei Fußballprofis und Mitgliedern der Funktionsteams in einer Woche hat die englische Premier League einen Rekordwert gemeldet.

Laut Mitteilung vom Montagabend seien 1207 Spieler und Clubmitarbeiter vom 9. bis 15. November getestet wurden. Darunter waren keine Spieler, die wegen internationaler Länderspieleinsätze im Ausland und nicht bei ihren Vereinen waren. Die Namen der positiv getesteten Personen wurden wie üblich nicht mitgeteilt; sie müssen sich jetzt für zehn Tage in Quarantäne begeben.

Die englische Elite-Liga hatte Ende August/Anfang September mit den Corona-Tests begonnen; in der vorigen Woche wurde bereits die elfte Test-Runde durchgeführt.

Das waren die letzten Meldungen vom Montag

++ Keine Verschärfung — aber Kretschmann warnt vor hartem Winter

(21.50 Uhr) Angesichts der anhaltend hohen Infektionszahlen hat der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Menschen im Südwesten auf weitere harte Monate eingestimmt. „An Lockerungen ist in den kommenden Wochen nicht zu denken“, sagte der Grünen-Politiker am Montagabend nach den Gesprächen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. „Wir müssen uns vielmehr auf lange, harte Wintermonate einstellen“.

Die Infektionszahlen stagnierten zwar. Sie seien aber zu hoch, um die aktuellen Einschränkungen zu lockern. „Wir müssen alle noch eine Schippe drauflegen“, appellierte Kretschmann.

Zuvor hatten Bund und Länder in einer mehrstündigen Beratung vereinbart, die weitere Entwicklung zunächst noch zu beobachten. Am 25. November wollen Merkel und die Ministerpräsidenten die Lage erneut bewerten und dann gegebenenfalls auch Vorschriften verschärfen.

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++ Leere Sitze, leere Kassen: Luftfahrtzulieferer Diehl baut 1400 Stellen ab

(19.37 Uhr) Hiobsbotschaft für die oberschwäbischen Beschäftigten des Flugzeugzulieferer Diehl Aviation: Von den aktuell rund 1800 Arbeitsplätzen am Standort Laupheim (Kreis Biberach) sollen wegen der Auswirkungen der Corona-Krise auf die Luftfahrt 600 wegfallen.

Deutschlandweit will der Teilkonzern, in dem die Nürnberger Diehl-Gruppe ihre Luftfahrtaktivitäten bündelt, bis Jahresanfang 2022 die Mitarbeiterzahl von 4500 um bis zu 1400 reduzieren

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+++ Hier geht's zum gesamten Corona-Newsblog von Montag +++

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