Corona-Newsblog: Ungeimpfte Lehrer und Kita-Beschäftigte müssen sich jeden Tag testen

Crossmedia Volontär
Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹: 

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 18.600 (539.167 Gesamt – ca. 510.000 Genesene - 10.518 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 10.518
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 91,0
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 145.300 (4.030.681 Gesamt – ca. 3.793.000 Genesene - 92.448 Todesfälle)
  • Todesfälle: 92.448
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 82,7

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Corona-Überbrückungshilfe bis Jahresende verlängert (18.16 Uhr)
  • Fernunterricht wegen mangelnder Schutzmaßnahmen befürchtet (13.03 Uhr)
  • Schopper exklusiv zu Schulpolitik in Corona-Zeiten (12.50 Uhr)
  • Südwesten bleibt dabei: Intensiv-Tests statt Quarantäne in Schulen (15.01 Uhr)

Das war's für heute, morgen gibt es von uns wieder News zur Pandemie.

++ Ungeimpfte Lehrer und Kita-Beschäftigte müssen sich jeden Tag testen

(19.32 Uhr)  Ungeimpfte Lehrkräfte und Kita-Beschäftigte müssen sich ab dem Schulstart am Montag täglich vor Arbeitsbeginn auf das Coronavirus testen. Damit verschärft Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) die Sicherheitsvorkehrungen in den Schulen nochmal deutlich. Damit gilt vom kommenden Montag an für alle Beschäftigten in Kitas und Schulen die 3G-Regel, wonach nur Zutritt hat, wer geimpft, genesen oder negativ getestet ist. Lehrer und Kita-Erzieherinnen müssen ihre Tests zudem dokumentieren. Zudem müssen sich alle Schülerinnen und Schüler künftig dreimal die Woche statt zweimal die Woche mit einem Antigentest testen. Wo PCR-Tests eingesetzt werden, reichen zwei pro Woche.

Schopper begründet ihr Vorgehen  in einem Schreiben an alle Schulen und Kitas mit der gegenwärtigen Situation, die sich wegen der noch zu geringen Impfquote zu verschärfen drohe. Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz sagte: "Wir werden für alle Erwachsenen in den Schulen und Kitas, also Lehrerinnen und Lehrer, Betreuungskräfte, Verwaltungsmitarbeiter oder auch Beschäftigte in den Kitas ab dem 13. September die 3-G-Regel einführen und daran sehr hart festhalten." Die Regelung gelte zunächst bis zu den Herbstferien.

++ Corona-Überbrückungshilfe bis Jahresende verlängert

(18.16 Uhr) Einige Corona-Staatshilfen für Unternehmen werden bis Ende dieses Jahres verlängert. Darauf haben sich das Finanz- und das Wirtschaftsministerium des Bundes verständigt, wie beide Häuser am Mittwoch in Berlin mitteilten. Damit wird die Überbrückungshilfe III Plus bis 31. Dezember gezahlt, die es bisher für die Monate Juli bis September gab. Beantragen können sie Firmen, die wegen Corona einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent erlitten haben. Sie erhalten eine gestaffelte Fixkostenerstattung.

Auch ein Eigenkapitalzuschuss, der die Substanz besonders stark und andauernd betroffener Unternehmen stärken soll, wird nach Angaben der beiden Ministerien über September hinaus bis Dezember zur Verfügung stehen. Verlängert werde ebenso die "Neustarthilfe Plus" für Soloselbstständige. Für den Zeitraum Oktober bis Dezember könnten Soloselbstständige, deren Umsatz durch die Pandemie weiter eingeschränkt ist, damit zusätzlich bis zu 4500 Euro Unterstützung erhalten.

++ Impf-Aktion am Wochenende für 12- bis 17-Jährige

(15.53 Uhr) An diesem Samstag und Sonntag (am 11. und 12. September) findet in den Impfzentren in Baden-Württemberg ein Aktionswochenende für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren statt. Die jungen Menschen können ohne Termin in die Zentren kommen und sich beraten und impfen lassen. Das Sozialministerium will mit Informationsangeboten und Beratung möglichst viele Menschen erreichen. So soll es für die Schüler noch vor dem Schulstart am nächsten Montag die Möglichkeit geben sich ohne großen Aufwand impfen zu lassen. 

Unser Ziel ist ein sicherer Herbst für uns alle – deshalb dürfen wir beim Impfen jetzt nicht nachlassen“, sagte Staatssekretärin Dr. Ute Leidig am Mittwoch in Stuttgart. Grundsätzlich seien die Impfungen für diese Impfgruppe aber überall möglich – in den Impfzentren, bei Vor-Ort-Impfaktionen und bei Haus- und Kinderärzten.

Fast ein Drittel der 12- bis 17-Jährigen in Baden-Württemberg hat bereits eine erste Corona-Schutzimpfung erhalten. "Mein Appell an alle, die noch unsicher sind, ob sie ihre Kinder impfen lassen sollen: Nehmen Sie an der digitalen Informationsveranstaltung teil und stellen Sie Ihre Fragen", sagte Leidig.

Der Zugang zur digitalen Informationsveranstaltung am 14. September um 18 Uhr findet sich unter www.dranbleiben-bw.de.

++ Südwesten bleibt dabei: Intensiv-Tests statt Quarantäne in Schulen

(15.01 Uhr) Das Land Baden-Württemberg will die etwas stärker gelockerten Quarantäne-Regeln bei Corona-Fällen in Schulen beibehalten. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Regierungskreisen in Stuttgart erfuhr, will das Land an den geplanten Intensiv-Testungen der Kontaktpersonen in den Klassen über fünf Tage hinweg festhalten. Sozial- und Kultusministerium hatten nach dem mehrheitlichen Beschluss der Gesundheitsminister der Länder vom Montag nochmal überprüft, ob die Regelungen angepasst werden müssen.

Der Bund und die meisten Länder hatten entschieden, dass symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne sind, diese frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können. Baden-Württemberg hat sich enthalten und will das zum Schulstart am Montag anders regeln: Statt Quarantäne sollen sich alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse fünf Tage lang mindestens mit einem Schnelltest täglich testen, sollte ein Mitschüler infiziert sein.

++ Fernunterricht wegen mangelnder Schutzmaßnahmen befürchtet

(13.03) Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft rechnet damit, dass wegen mangelnder Corona-Schutzmaßnahmen im Herbst wieder Schulen schließen müssen.

"Meine Befürchtung ist, dass wir im Herbst wieder über Fernunterricht reden werden", sagte GEW-Landeschefin Monika Stein am Mittwoch in Stuttgart.

Die Verantwortung dafür liege bei Bund, Land und Kommunen, die nicht genügend in Schutzmaßnahmen investiert hätten. „Alle drei haben zu wenig dafür getan, Schulen so sicher wie möglich zu machen.“

Auch der Vorsitzende des Berufsschullehrerverbands im Land, Thomas Speck, sagte: "Meiner Meinung nach ist der Präsenzunterricht gefährdet." Beide kritisierten, dass es noch immer kaum Luftfilter in den Schulen gebe.

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++ Schopper exklusiv zu Schulpolitik in Corona-Zeiten

(12.50 Uhr ) Sie zählt zu den „Grünen der ersten Stunde“ und ist heute Baden-Württembergs erste grüne Kultusministerin. Seit Mai 2021 führt Theresa Schopper das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport. Ein Amt, das immer im Fokus der Öffentlichkeit steht. Besonders jetzt in Zeiten der Pandemie.

In Fokus BW – das politische Sommergespräch bei Regio TV stellt sich Theresa Schopper den Fragen von Moderator Ralph van Gülick. Neben der Bildungspolitik und den aktuellen Herausforderungen für die Schulen geht es auch um Persönliches.

++ Jens Spahn und Lothar Wieler informieren über Stand der Corona-Impfkampagne

(11.41 Uhr) Der Stand der Corona-Impfungen steht an diesem Mittwoch im Fokus einer Pressekonferenz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, in Berlin.

Spahn betonte, dass Impfen eine persönliche Entscheidung sei. Allerdings sei es eine Entscheidung, die auch Andere betreffe, wie Kinder unter 12 Jahren, für die es noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt. Auch Pflegkräfte hätten aus seiner Sicht "zumindest eine moralische Verantwortung", sich impfen zu lassen.

Nur Impfen schütze maßgeblich vor einem schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung und vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. Die Zahl der Ungeimpften sei noch zu groß. Auf diesem Stand könne nicht sichergestellt werden, dass es nicht wieder zu einer sehr starken Be- oder Überlastung komme.

66 Prozent der Bevölkerung sind Spahns Angaben zufolge mindestens einmal geimpft, 61,6 Prozent hätten vollen Impfschutz, wie der Minister zuvor auf Twitter schrieb.

Weitere Impfkampagnen, unter anderem Werbung auf Social Media und mit Promis, Aufklärung und leicht zugängliche Impfangebote sollen die Impfquote weiter erhöhen. 

"Die Pandemie ist noch nicht vorbei", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Er verwies darauf, dass derzeit die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern wieder steige und diese jünger seien als bisher. Die meisten Intensivpatienten seien zwischen 35 und 59 Jahre alt. "Das liegt daran, dass der Großteil der Betroffenen nicht geimpft ist", erklärte Wieler. 

Er bat darum, sich impfen zu lassen. "Impfungen sind das mächtigste Werkzeig, dass wir gegen Covid-19 haben", so Wieler. "Das Risiko, in ein Krankenhaus zu kommen, ist bei Ungeimpften mit Covid-19 zehn Mal höher als bei Geimpften."

Neben dem Selbstschutz hob Wieler auch den Fremdschutz hervor, denn nur geimpfte Jugendliche und Erwachsene könnten ungeimpfte Kinder unter 12 Jahren schützen. Die notwendige Impfquote sei noch nicht erreicht. "Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto weniger schlimm ist die vierte Welle und desto früher ist die Pandemie beendet", erklärte der RKI-Präsident. 

++ Gewerkschaft GEW will Schüler mit „Döner-Gutschein“ zum Impfen motivieren

(09.39 Uhr) Der Weg zur Impfung kann nach Einschätzung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auch über Appetit und Magen gehen.

Um die Impfquote bei den Schülerinnen und Schülern im Südwesten zu erhöhen, seien Kreativität und Ideen des Gesundheitsministeriums um Minister Manne Lucha (Grüne) gefragt. „Wie wäre es zum Beispiel mit einem Lucha-Schüler*innen-Döner-Gutschein für jede geimpfte Person ab zwölf Jahren?“, schlägt die GEW-Landeschefin Monika Stein vor.

Es reiche nicht, wenn die Schulleitungen vom Kultusministerium Internet-Links zum Thema Impfen zugesandt bekämen, sagte sie vor einer Pressekonferenz der Bildungsgewerkschaft an diesem Mittwoch (10.00 Uhr). Sie empfiehlt zudem leicht verständliche Flugblätter zum Impfen für Jugendliche und deren Eltern an den weiterführenden Schulen. Diese könnten am ersten Schultag verteilt werden.

Bei den Lehrkräften in Kitas und Schulen geht die GEW derzeit von einer Impfquote von 80 bis 95 Prozent aus. Dennoch sei man von Normalität in den Klassenzimmern der 4500 Schulen noch weit entfernt, sagte Stein. An den Schulen im Südwesten braucht es laut GEW zudem noch mehr Luftreinigungsgeräte. Die Bildungsgewerkschaft fordert auch PCR-Tests als Standard und mobile freiwillige Impfangebote der Schulträger.

++ Mannheims Gesundheitsamt-Chef: Nicht nur auf die Inzidenz schauen

(08.46 Uhr) Mannheim weist seit Tagen die höchste Corona-Ansteckungsrate auf. Nun hat der Leiter des Mannheimer Gesundheitsamtes, Peter Schäfer, dazu aufgerufen, die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, nicht mehr in den Mittelpunkt der Wahrnehmung zu rücken.

„Lassen Sie uns nicht immer nur auf die Sieben-Tage-Inzidenz schauen, sondern auf die anderen Steuerungselemente“, sagte Peter Schäfer dem Sender SWR. Als Beispiele nannte er Faktoren wie die Belegung der Krankenhäuser. Die hohe Inzidenz-Zahl in Mannheim mit Werten von zuletzt mehr als 160 sei nicht mehr so bedeutend, sagte Schäfer.

So sehen das auch der Bund und die Landesregierung. Wesentlicher Maßstab für zu ergreifende Maßnahmen soll nach dem geänderten Infektionsschutzgesetz die Zahl aufgenommener Corona-Patienten in den Kliniken je 100.000 Einwohner in sieben Tagen sein. Es sollen aber auch andere Indikatoren berücksichtigt werden, etwa die verfügbaren Intensivkapazitäten und die Zahl der Geimpften. Die Länder sollen dann selbst Schwellenwerte festsetzen.

Bisher sind im Bundesgesetz einheitliche Werte genannt, ab welcher Inzidenz die Länder oder Behörden vor Ort einschreiten sollen: ab 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen zum Beispiel mit „umfassenden Schutzmaßnahmen“. Die landesweite Inzidenz beträgt derzeit 91,0.

++ Neue Version der Corona-Warn-App bietet neue Warnoption für Events

(06.49 Uhr) Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist um eine zusätzliche Warnfunktion für Events erweitert worden.

Damit können Veranstalter ihre Gäste vor einer möglichen Risikobegegnung mit einer später positiv getestete Person warnen, selbst wenn dieser Besucher gar nicht über die App eingecheckt war. Die neue Version 2.9 wird an diesem Mittwoch erscheinen.

Möglich wird dieses zusätzliche Warnverfahren durch eine Stellvertreter-Regelung für den Veranstalter. Freigegeben wird die Option durch das Gesundheitsamt. Stellt das Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung von Infektionsketten fest, dass eine positiv getestete Person auf einer Veranstaltung war, kann es den Veranstalter kontaktieren.

Hatte der Veranstalter einen QR-Code zum Check-in über die Corona-Warn-App erstellt, kann das Gesundheitsamt dann eine Transaktionsnummer ausstellen. Damit kann der Veranstalter eine Warnung aussprechen, die alle Personen erhalten, die für das Event eingecheckt waren.

Das Projektteam aus Deutscher Telekom und SAP hat die Corona-Warn-App außerdem so verändert, dass sie für Genesene künftig bereits nach der ersten Impfung den vollständige Impfschutz angezeigt. Weiterhin können Nutzer, die eine Auffrischungsimpfung erhalten haben, diese ab sofort in die Corona-Warn-App übertragen.

Die neue Version 2.9 wird, wie vorherige Versionen auch, schrittweise in den kommenden Tagen bereitgestellt. Nutzer und Nutzerinnen eines iPhones können sich die aktuelle App-Version ab Mittwochvormittag aus dem Store von Apple manuell herunterladen. Android-Anwender müssen unter Umständen etwas mehr Geduld aufbringen. Der Google Play Store bietet keine Möglichkeit, ein manuelles Update anzustoßen.

++ Kinderärzte: Lehrer sollten Auskunft über eigene Impfung geben müssen

(06.39 Uhr) Die Länder sollten ihre Lehrer aus Sicht von Kinder- und Jugendärzten dazu verpflichten, Auskunft über ihren Corona-Impfstatus zu geben.

„Inzwischen zeigt man bei jedem Restaurant- und Kinobesuch seinen Impfausweis. Warum soll das nicht auch in der Schule möglich sein, wo es ein wichtiger Baustein für die Sicherheit unserer Kinder wäre?“, sagte Axel Gerschlauer, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte Nordrhein (BVKJ) der „Rheinischen Post“ (Mittwoch).

Der Bundestag hatte am Dienstag beschlossen, dass Arbeitgeber von Beschäftigten in Kitas, Schulen und Pflegeheimen künftig Auskunft über eine Corona-Impfung oder eine überstandene Covid-Erkrankung verlangen können. Der Bundesrat muss noch zustimmen.

Gerschlauer forderte, der Druck auf die Ungeimpften müsse steigen. „Der beste Schutz für ungeimpfte Kinder sind geimpfte Erwachsene. Das gilt vor allem für Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher.“ Die Ausbrüche an Schulen seien meist von außen über die Erwachsenen ausgelöst worden.

Gerschlauer äußerte sich auch zu Schutzmaßnahmen im Gesundheitswesen: „Auch in Kinderarzt-Praxen sollten wir über eine 3G-Regel für Begleitpersonen und selbstverständlich Personal nachdenken: Ungeimpfte Erwachsenen dürfen unsere kleinen Patienten nicht gefährden.“

++ Ärztepräsident Reinhardt fordert Neustart der Corona-Impfkampagne

(06.24 Uhr) Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert einen Neustart der Corona-Impfkampagne.

„Die Impfquote ist in ganz Deutschland zu niedrig, insbesondere aber in den östlichen Bundesländern“, sagte Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Das sei mit Blick auf den Herbst und Winter bedenklich.

Viele Ungeimpfte seien keine überzeugten Impfverweigerer. „Um diese Unentschlossenen zu erreichen, muss die Impfkampagne in Deutschland komplett neu aufgestellt werden“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer.

Die Aufforderung „Ärmel hoch“ habe anfangs genützt. „Jetzt aber brauchen wir viel zielgenauere Kommunikationsmaßnahmen und niedrigschwellige Impfangebote.“ Gefragt seien kreative Konzepte.

Darauf setzen auch die Landesregierungen in Sachsen und Thüringen, die sich gegen schwache Impfzahlen stemmen. „Wir sehen, dass Aufklärung und Gespräche wichtig sind, um die Menschen zu überzeugen, die noch zögern“, sagte die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) der dpa. Man nutze alle verfügbaren Kanäle.

Die thüringische Sozialministerin Heike Werner (Linke) appellierte an die Bürger, Angebote zu nutzen. „Wir betreiben viel Aufwand, um die Impfungen so nah wie möglich zu den Menschen zu bringen“, sagte Werner der dpa. Sie verwies auf Impfaktionen in Einkaufszentren, bei Sportveranstaltungen und ohne Termin.

In allen ostdeutschen Bundesländern liegen die Corona-Impfraten unter dem Bundesdurchschnitt. Schlusslicht ist Sachsen. Dort waren nach Zahlen des Robert Koch-Instituts bis einschließlich Montag 52,6 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft - bundesweit 61,4 Prozent. Brandenburg erreichte eine Quote von 55,6 Prozent, Thüringen 56,5 und Sachsen-Anhalt 58,4 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern schaffte 60,0 Prozent und damit fast den Durchschnitt.

++ RKI registriert 13 565 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 82,7

(06.09 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht gefallen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen lag sie bei 82,7 - am Vortag hatte der Wert bei 83,8 gelegen, vor einer Woche bei 75,7.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 13.565 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 13.531 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 35 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 23 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.030.681 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.793.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.448.

Das waren die Nachrichten vom Dienstag:

+ Corona-Impfungen: Klarheit für Schwangere und Stillende verlangt

(17.40 Uhr) Baden-Württemberg hat die Ständige Impfkommission (Stiko) aufgefordert, bei Corona-Impfungen von Schwangeren und Stillenden eine klare Empfehlung abzugeben. Der Amtschef des Stuttgarter Sozialministeriums, Uwe Lahl ,schreibt in einem Brief an den Stiko-Vorsitzenden Thomas Mertens, es gebe leider nach wie vor keine eindeutige Empfehlungslage zur Impfung von Schwangeren.

"Dies führt bei der Ärzteschaft, aber auch unter den Schwangeren selbst zu Unsicherheiten. Diese werden dadurch noch verstärkt, dass andere Gremien und Fachgesellschaften im In- und Ausland sich mittlerweile klar für eine Impfung von Schwangeren aussprechen",schreibt Lahl

++ Experten: Corona-Impfstoffe decken bald weltweiten Bedarf

(15.56 Uhr) Die Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen steigt nach Einschätzung von Experten weiter deutlich an. Bis Ende 2021 werden zwölf Milliarden Dosen produziert sein, wie die auf Unternehmens- und Wissenschaftsdaten spezialisierte Firma Airfinity am Dienstag in Genf mitteilte. Rund die Hälfte davon gehe auf das Konto chinesischer Vakzine, die andere Hälfte produzierten westliche Hersteller, hieß es.

Aktuell sei fast jeder dritte Mensch auf der Erde vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Auch jüngste Daten zeigten, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Infektion und vor allem gegen schwere Verläufe sehr hoch sei. Dies gelte auch für die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus.

Die USA, Kanada, die EU und Großbritannien würden Ende September über so viele Impfdosen verfügen, dass sie ohne weiteren Schaden für eigene Impfkampagnen rund 500 Millionen Dosen an andere Staaten weitergeben könnten, so Airfinity-Chef Rasmus Bech Hansen.

 

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