Corona-Newsblog: Corona-Inzidenz im Südwesten wieder zweistellig

Digital-Redakteur
Crossmedia Volontär
Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹: 

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 1.800 (503.115 Gesamt - ca. 490.900 Genesene - 10.354 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 10.354
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 9,6
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 15.200 (3.748.613 Gesamt - ca. 3.642.000 Genesene - 91.416 Todesfälle)
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 11,4

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Millionen gefälschte Masken in Bayern verteilt (12.25 Uhr)
  • Frankreich verschärft wieder Corona-Regeln (09.45 Uhr)
  • Spahn warnt vor deutlicher Zunahme der Corona-Fälle (14.10 Uhr)
  • Bundesregierung verlängert Corona-Einreiseregeln bis Mitte September (16.15 Uhr)

++ Corona-Inzidenz im Südwesten wieder zweistellig

(19.32 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten steigt weiter an. Sie lag am Mittwoch bei 10,4 Corona-Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche, wie das Landesgesundheitsamt am Abend mitteilte. Damit liegt sie wieder im zweistelligen Bereich. Am Dienstag lag der Wert bei 9,6. Unter den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg ist die Inzidenz mit 25,2 in Ulm am höchsten.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen im Südwesten seit Beginn der Pandemie stieg um 272 auf 503 512, wie die Behörde mitteilte. 10 360 Menschen sind inzwischen an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben - am Mittwoch wurden sechs neue Todesfälle gemeldet. Als genesen gelten geschätzt 490 915 Menschen (plus 143).

++ Warum ist die Impfquote im Kreis so niedrig?

(17.38 Uhr) Im Kreis Sigmaringen sind seit Dienstag 50,3 Prozent der Bevölkerung einfach gegen das Coronavirus geimpft. Nur in Pforzheim liegt die Quote mit 45,1 Prozent niedriger. Schwäbische.de hat in der Fußgängerzone in Sigmaringen nachgefragt, woran es liegen könnte, dass die Menschen im Kreis weniger Impfbereitschaft zeigen als anderswo. Müsste die Politik mehr Anreize schaffen? Die Antworten der angetroffenen Bürgerinnen und Bürger finden Sie im Video.

Umfrage: Warum ist die Impfquote im Kreis so niedrig?

++ Bundesregierung verlängert Corona-Einreiseregeln bis Mitte September

(16.15 Uhr) Die Bundesregierung hat die bestehenden Corona-Regeln für Einreisende bis zum 10. September verlängert und Erleichterungen bei der Quarantäne-Pflicht verabschiedet. Das geht aus einem Kabinettsbeschluss zur Einreiseverordnung hervor, den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat. Die aktuellen Regeln zur Einreise nach Deutschland unter Pandemiebedingungen hätten regulär nur noch bis zum 28. Juli gegolten.

Die nun beschlossene Änderung der Quarantäne-Regeln sieht vor, dass vollständig Geimpfte, die aus sogenannten Virusvariantengebieten einreisen, künftig ihre Quarantäne vorzeitig beenden können, wenn nachweisbar ist, dass ihr Impfschutz gegen die Virusvariante im bereisten Gebiet wirksam ist. Das ist gemäß der neuen Verordnung dann der Fall, wenn das Robert Koch-Institut (RKI) die Wirksamkeit gegen die Virusvariante festgestellt und auf seiner Internetseite bekannt gegeben hat. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums will das RKI demnächst auf seiner Webseite eine Liste mit der Wirksamkeit der Impfstoffe im Zusammenhang mit Virusvarianten veröffentlichen. Einreisende weisen ihren Status nach, indem sie ihren Impfnachweis an das zuständige Gesundheitsamt übermitteln.

Bislang galt auch für vollständig Geimpfte, die aus Virusvariantengebieten einreisen, eine strikte Quarantänepflicht. Darüber, wie genau die Regelungen für Reisende sein werden, um Quarantäne ab dem 28. Juli zu vermeiden, will das Gesundheitsministerium nach eigenen Angaben noch näher informieren.

++ Spahn warnt vor deutlicher Zunahme der Corona-Fälle

(14.10 Uhr) Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Bevölkerung gemahnt, angesichts steigender Corona-Zahlen Schutzmaßnahmen nicht zu vernachlässigen. Derzeit liege die Inzidenz bei rund 11. „Wenn sich das so weiter verdoppelt, alle zwölf Tage, dann werden wir im September die 400 überschreiten, im Oktober 800 - Inzidenz“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. Alle miteinander müssten sich die Frage stellen, „wollen wir das passieren lassen“.

Spahn wies darauf hin, wie wichtig es sei, Schulen und Kitas in einem Umfeld niedriger Ansteckungen zu öffnen. Er rief dazu auf, die bekannten Maßnahmen einzuhalten. „Es geht darum, Maske im Innenraum tragen. Sich regelmäßig testen lassen. Wenn man noch nicht geimpft ist, sich impfen lassen“, sagte er.

Wir entscheiden jetzt, jetzt in diesen Tagen des Julis darüber, wie September, Oktober, November werden.

Die Frage sei auch, was die Entwicklung unter Berücksichtigung der Impfquote für die Hospitalisierung und die mögliche Lage auf den Intensivstationen bedeuten könne. Derzeit seien 75 Prozent der über 60-Jährigen vollständig geimpft, ein Viertel nicht. „Wenn Sie die Maßzahl nehmen, können sie sagen: 200 ist das neue 50“, sagte Spahn.

++ Millionen gefälschte Masken in Bayern verteilt

(12.25 Uhr) Die rund 10 Millionen OP-Masken mit mutmaßlich gefälschter Bestätigung der Qualität, die im April 2020 an Bayern verkauft wurden, sind an Städte und Landkreise verteilt worden. "Zum Zeitpunkt der Auslieferung galten die MNS auf der Basis der mitgelieferten Unterlagen als verkehrsfähig", erklärte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. MNS steht für Mund-Nasen-Schutz.

Dazu, ob die ungeeigneten OP-Masken vor Ort auch verwendet wurden, machte das LGL keine Angaben. Angesichts des Maskenmangels zu Beginn der Pandemie ist dies aber nicht auszuschließen.

Zu einem nicht näher bezeichneten Zeitpunkt wurden die Masken allerdings wegen Hinweisen der zuständigen Überwachungsbehörde in Hamburg durch ein externes akkreditiertes Labor überprüft, wie das LGL mitteilte. Dies habe ergeben, dass die Masken zwar eine ausreichende Filterleistung hatten, allerdings bei anderen Eigenschaften die Norm nicht erfüllten. Daher seien sie "als nicht verkehrsfähig einzustufen" gewesen.

Die Information wurde damals an die Kreisverwaltungsbehörden, aber auch das Bayerische Landeskriminalamt weitergegeben, hieß es weiter vom LGL. Dies habe die dortigen Ermittlungen ausgelöst.

Auch zu den Kosten des Maskendeals, der vergangene Woche bekannt geworden war, äußerte sich die Behörde nun erstmals. Sie habe rund 9 Millionen Euro brutto bezahlt.

Vergangene Woche waren zwei Unternehmer aus der Oberpfalz im Alter von 31 und 33 Jahren verhaftet worden. Sie sollen dem LGL die rund 10 Millionen Masken in mehreren Tranchen verkauft haben. Bei einem der Männer handelt es sich um einen Lokalpolitiker der Freien Wähler.

++ Taschentücher für Kultusministerin Schopper nach umstrittener Aussage

(11.00 Uhr) Die Grünen-Politikerin hat mit einem flappsigen Spruch zur Ansteckungsgefahr an Schulen mit der Delta-Variante für Unmut gesorgt. Nun erhält die Ministerin ungewöhnliche Zustellungen per Post. 

++ Die ganze Geschichte lesen Sie hier ++

++ Frankreich verschärft wieder Corona-Regeln

(09.45 Uhr) Im Kampf gegen eine neue Corona-Welle gelten in Frankreich verschärfte Corona-Regeln. Im Kino, Theater oder Museum ist vom Mittwoch an ein negativer Corona-Test oder ein Impf- oder Genesungsnachweis notwendig.

Das gilt, sobald mehr als 50 Menschen zusammenkommen. Die Änderungen hatte Staatschef Emmanuel Macron in der zurückliegenden Woche angekündigt. Betroffen sind laut Amtsblatt auch andere Veranstaltungen oder Orte wie beispielsweise Messen oder bestimmte Sporteinrichtungen.

Das Land sei zurzeit mit einer vierten Corona-Welle konfrontiert, hatte Regierungssprecher Gabriel am Montag gesagt. Diese Welle könne „sehr hoch“ ansteigen, warnte er. In dem Land mit rund 67 Millionen Menschen hat weit über die Hälfte zumindest eine Impfung erhalten.

Von Anfang August an wird in Land dann auch ein Nachweis in Fernzügen, Bars, Restaurants, Einkaufszentren oder Krankenhäusern verpflichtend sein. Die Regierung brachte dazu ein Gesetz auf den Weg. Ein genauer Termin für die Änderung steht bisher nicht fest.

++ Acht weitere Corona-Fälle bei Olympia - Ein Athlet positiv

(06.15 Uhr) Kurz vor Eröffnung der Olympischen Spiele von Tokio haben die Organisatoren acht weitere Corona-Fälle festgestellt. Wie das Organisationskomitee in dem am Mittwoch veröffentlichten Tagesbericht mitteilte, ist auch ein Athlet darunter, der nicht im olympischen Dorf wohnt. Insgesamt stieg damit die Zahl der positiven Tests, die seit dem 1. Juli ermittelt wurden, auf 75.

Nach Angaben der Organisatoren wurde ein Offizieller im Athletendorf positiv getestet, dieser hatte zwölf Kontaktpersonen. Am Dienstag hatte das tschechische Team mitgeteilt, dass nach Beachvolleyball-Spieler Ondrej Perusic auch Simon Nausch, Trainer der Beachvolleyballerinnen, positiv getestet worden sei.

Zu den 75 registrierten Fällen kommen noch vier von den Präfekturen gemeldete positive Tests. Die regionalen Behörden sind jedoch nicht dazu verpflichtet, Bericht über Corona-Fälle in Bezug auf die Sommerspiele zu erstatten. Die Sommerspiele von Tokio werden am Freitag eröffnet.

++ Inzidenz steigt seit über zwei Wochen - 2203 Neuinfektionen

(06.00 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Mittwochmorgen lag sie bei 11,4 – am Vortag betrug der Wert 10,9 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 2203 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.36 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1548 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 19 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 28 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie mehr als 3,7 Millionen nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3 642 000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91 416.

Das waren die letzten Meldungen am Dienstag

++ Corona-Zahlen auf Mallorca steigen weiter

(20.14 Uhr) Die Corona-Zahlen auf Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen sind weiter angestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde nach aktuellen Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums vom Dienstagabend mit 335 angegeben. Am Vortag hatte der Wert bei 310, vergangenen Freitag jedoch noch bei 270 gelegen.

Im Corona-Hotspot Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona gingen die Zahlen hingegen erstmals wieder leicht zurück. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank von 612 am Montag auf 579 am Dienstag. Alle Daten, auch die für ganz Spanien mit 327, liegen allerdings weit über der Marke von 200, ab der Deutschland eine Region oder ein ganzes Land zum Hochinzidenzgebiet erklären kann. Dann kommt auf Rückkehrer, die nicht vollständig geimpft oder von Corona genesen sind, eine Quarantäne von mindestens fünf Tagen zu.

Da die Corona-Zahlen vor allem durch die vielen Infektionen junger, meist noch ungeimpfter Menschen stark angestiegen sind, will die Regionalregierung der Balearen, zu denen neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera gehören, das Nachtleben ab dem Wochenende stark einschränken. Vor allem die sogenannten Botellones, Partys im Freien mit viel Alkohol, sollen verhindert werden, indem Strände und Parks zwischen 01.00 und 06.00 Uhr geschlossen werden und in der Zeit auch nur Treffen von Menschen aus demselben Haushalt erlaubt sein sollen.

Allerdings muss die Justiz noch grünes Licht geben, was nicht als sicher galt. In Navarra, wo die Sieben-Tage-Inzidenz bei fast 537 lag, lehnte das Oberste Landesgericht am Dienstag einen Antrag der Regionalregierung ab, eine nächtliche Ausgehsperre zu verhängen. In Katalonien und Valencia hatte die Justiz das jedoch zuvor erlaubt.

Notizblock

++ Folgenschwere Panne bei Impfarzt Kröner

(16.58 Uhr) Tausende Impfungen könnten unwirksam sein. Das hat der Hausarzt, zu dem Menschen aus dem ganzen Land kamen, auf seiner Webseite bekannt gegeben. Nicht nur Corona-Impfungen sind betroffen.

Mehr dazu erfahren Sie hier. 

++ CDU-Fraktion will Schulchöre und Theater nach Ferien wieder erlauben

(16.00 Uhr) Chöre und Schultheater sollten trotz andauernder Corona-Pandemie aus Sicht der CDU-Fraktion im kommenden Schuljahr wieder ermöglicht werden. „Die Schule ist ein sozialer Ort“, sagte der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Alexander Becker, der Deutschen Presse-Agentur. „Darum ist es wichtig, dass etwa Arbeitsgemeinschaften, Chöre, Schultheater oder Sport im Regelbetrieb stattfinden können.“

Ein Ausfall dieser Angebote im dritten Schuljahr in Folge würde den Kindern erheblich schaden, warnte Becker. Bei konsequenter Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen sei auch das Singen im Unterricht oder im Chor möglich. „Wir haben mit PCR-Pooltests und CO2-Ampeln geeignete Instrumente an der Hand, um die Sicherheit im Klassenraum zu gewährleisten.“

Trotz der Gefahr einer vierten Corona-Welle im Herbst geht Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) davon aus, dass es nach den Sommerferien wieder Präsenzpflicht an den Schulen gibt. Die Kultusministerin hatte vergangene Woche zudem angekündigt, dass im kommenden Schuljahr auch wieder mehr Zusatzangebote möglich sein sollen. Derzeit prüfe man, ob zum Beispiel Chöre, Theater-AG oder Jugend trainiert für Olympia wieder zugelassen werden.

+++ Hier geht es zum Corona-Newsblog vom Dienstag +++

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