Corona-Newsblog: Inzidenzwert in Baden-Württemberg steigt deutlicher als zuletzt

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 1.700 (502.346 Gesamt - ca. 490.400 Genesene - 10.333 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 10.333
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 8,2
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 11.600 (3.741.781 Gesamt - ca. 3.638.200 Genesene - 91.337 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 91.337
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 8,6

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Inzidenzwert in Baden-Württemberg steigt deutlicher als zuletzt (18.22 Uhr)
  • Diese Auswirkungen hat Corona auf Geburten (17.10 Uhr)
  • Piks ohne Termin - In Friedrichshafen gibt’s Impfstoff to go (15.25 Uhr)
  • Verhaftungen wegen Betrugsverdachts in Coronatestzentren (13.02 Uhr)
  • Facebook muss mehr gegen Falschinfos über Corona tun (07.56 Uhr)

++ Inzidenzwert in Baden-Württemberg steigt deutlicher als zuletzt

(18.27 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten hat am Freitag einen vergleichsweise deutlichen Sprung gemacht. Sie legte nach Angaben des Landesgesundheitsamts innerhalb eines Tages von 8,2 auf 8,9 Infektionen je 100 000 Einwohner zu. Der Wert war bereits in den vergangenen Tagen stetig gestiegen. Unter den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg ist die Inzidenz mit 25,2 in Ulm am höchsten und mit 1,4 im Neckar-Odenwald-Kreis am niedrigsten.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen im Südwesten seit Beginn der Pandemie stieg um 193 auf 502.662, wie die Behörde mitteilte.

10.338 Menschen sind inzwischen an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben. Das waren fünf mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 490.365 Infizierte (plus 104).

14,7 Prozent der betreibbaren 2350 Intensivbetten sind der Mitteilung nach im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Die Lage in den Krankenhäusern soll zusätzlich zur Inzidenz auch verstärkt eine Rolle bei der Beurteilung von notwendigen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie spielen.

Solche Intensivbetten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für Menschen mit anderen gravierenden Erkrankungen.

6 435 349 Menschen in Baden-Württemberg sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts mittlerweile einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das sind den Daten zufolge 58 Prozent der Bevölkerung. Der Bundesschnitt liegt bei 59,5 Prozent. Als vollständig geimpft gelten den Daten zufolge im Südwesten 4 997 370 Menschen oder 45 Prozent (bundesweit: 45,3). Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Dosis. Bei allen anderen Vakzinen sind zwei Spritzen nötig.

++ Diese Auswirkungen hat Corona auf das Geburtenverhalten

(17.10 Uhr) Im vergangenen Jahr sind in Deutschland weniger Kinder geboren worden. 2020 zählte das Bundesamt 773.144 Neugeborene, rund 5000 Babys weniger als 2019, wie die Statistiker in Wiesbaden berichteten.

Die Zahl der Babys pro Mutter sank jedoch kaum: Der Statistik zufolge bekamen Frauen 2020 im Schnitt 1,53 Kinder. Laut Statistischem Bundesamt liegt der aktuelle Rückgang vor allem daran, dass die Zahl der Frauen in den besonders geburtenstarken Jahren erstmalig seit 2011 leicht zurückging.

Spannend bleibt die Frage, welchen Einfluss die Corona-Pandemie hat. Im März 2021 gab es mit fast 66.000 Neugeborenen so viele Geburten wie seit 20 Jahren nicht mehr in diesem Monat. Destatis sieht einen zeitlichen Zusammenhang mit dem Abflauen der ersten Corona-Welle und Lockerungen ab Anfang Mai vergangenen Jahres. Schon im Februar 2021 hatte sich nach vorläufigen Zahlen ein Anstieg um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat abgezeichnet. Im März stieg die Zahl dann um zehn Prozent.

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++ Piks ohne Termin - In Friedrichshafen gibt’s Impfstoff to go

(15.25 Uhr) Anlässlich der Initiative des Landes Baden-Württemberg „#dranbleibenBW“ wird im Bodenseekreis eine offene Impfwoche angeboten. Vom 19. bis 25. Juli wird jeweils von 8 bis 13 Uhr ohne Termin im Kreisimpfzentrum (KIZ) geimpft - ganz egal, ob es das erste oder das zweite Mal ist.

Mitzubringen sind nach Angaben des Gesundheitsamtes im Landratsamt der Personalausweis, der Impfausweis beziehungsweise eine Bescheinigung über die Erstimpfung, sofern diese bereits verabreicht wurde.

Ab Montag, 19. Juli, stehen dafür Impfstoffe der Hersteller Astrazeneca, Johnson & Johnson (ab 18 Jahre) sowie Biontech (ab zwölf Jahre) zur Verfügung. Ab Mittwoch, 21. Juli, wird es zusätzlich Impfungen mit dem Impfstoff des Herstellers Moderna geben.

Bereits vereinbarte Termine bleiben bestehen und werden im KIZ wie geplant durchgeführt.Zweitimpfungen können nur dann erfolgen, wenn der zeitliche Mindestabstand zur Erstimpfung eingehalten wurde.

++ Niederlande und Griechenland werden Corona-Risikogebiete

(13.56 Uhr) Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag die Niederlande, Griechenland und Teile Dänemarks als Risikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Das bedeutet, dass das Auswärtige Amt von touristischen Reisen in diese Länder und Regionen abrät. Für die Niederlande und die dänische Hauptstadtregion um Kopenhagen ergeben sich daraus auch praktische Folgen: Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland einreist und nicht geimpft oder genesen ist, muss wieder einen Corona-Test machen.

Mit Griechenland und der Niederlande werden zwei weitere beliebte Urlaubsländer der Deutschen auf die Risikoliste gesetzt. Portugal und Zypern sind wegen besonders hoher Infektionszahlen sogar als Hochinzidenzgebiet eingestuft worden, was eine Quarantänepflicht von 5 bis 10 Tagen für Einreisende bedeutet, die nicht geimpft oder genesen sind. Dieses Schicksal bleibt Spanien noch erspart, obwohl die 7-Tage-Inzidenz dort inzwischen auf 282 gestiegen ist. Für Hochinzidenzgebiete gilt eigentlich ein Grenzwert von 200, es spielen allerdings auch andere Faktoren noch eine Rolle.

Die Niederlande sind das erste der neun Nachbarländer Deutschlands, das wieder ganz als Risikogebiet eingestuft wird. Ausgenommen sind zum Königreich gehörende Überseegebiete. Die Deltavariante hat in den Niederlanden für eine explosionsartige Zunahme der Infektionen gesorgt. Nach der Rücknahme fast aller Beschränkungen stieg die Zahl der Neuinfektionen um 500 Prozent.

Auch im beliebten Urlaubsland Griechenland steigen die Infektionszahlen seit mehreren Wochen stark an - seit die Regierung die Maßnahmen für das Nachtleben gelockert hat und viele junge, noch ungeimpfte Leute feiern gehen. Betroffen sind deshalb vor allem Menschen unter 30, die Zahl der Patienten auf Intensivstationen bleibt hingegen niedrig. Beatmet werden derzeit laut griechischer Gesundheitsbehörde 132 Patienten in dem Land mit seinen 11 Millionen Einwohnern.

In Dänemark werden zwei Regionen als Risikogebiete eingestuft: Hovedstad mit der Hauptstadt Kopenhagen und die Färöer Inseln.

++ Verhaftungen wegen Betrugsverdachts in Coronatestzentren

(13.02 Uhr)  Weil sie bei der Abrechnung von Coronatests betrogen haben sollen, sind der Geschäftsführer sowie ein weiterer Verantwortlicher einer Betreibergesellschaft verhaftet worden. Sie befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft Kassel und das Polizeipräsidium Nordhessen am Freitag gemeinsam mitteilten.

Ermittelt wird demnach gegen mehrere Verantwortliche von in Hessen, Niedersachsen und Sachsen betriebenen Coronatestzentren. Sie stehen unter Verdacht des gewerbsmäßigen bandenmäßigen Betrugs an Standorten in Kassel, Braunschweig, Hannover und Leipzig. Die Betreibergesellschaft ist in Nordrhein-Westfalen ansässig.

Im Einzelnen wird den Beschuldigten den Angaben zufolge vorgeworfen, in den Monaten April und Mai 2021 für ein Coronatestzentrum in Kassel Leistungen in Höhe von über einer Million Euro gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen zu Unrecht abgerechnet zu haben. Es bestehe der Verdacht, dass die Gesellschaft eine Vielzahl der abgerechneten Testleistungen nicht erbracht und die notwendigen Mindeststandards bei Tests bewusst nicht erfüllt habe, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Für die von ihr betriebenen Testzentren in Leipzig, Braunschweig und Hannover stehen demnach betrügerische Abrechnungen in den Monaten April bis Juni im Raum.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen der beteiligten Bundesländer hatten laut Mitteilung insgesamt etwa zwei Millionen Euro auf das Konto der Gesellschaft überwiesen. 1,9 Millionen Euro habe die Staatsanwaltschaft Kassel über Kontopfändungen gesichert.

++ Selbstständige und Künstler können Anträge auf neue Hilfen stellen

(11.41 Uhr) Viele von Corona-Schließungen betroffene Soloselbstständige wie Künstler können seit Freitag neue Hilfen beantragen. Mit der sogenannten Neustarthilfe Plus können sie von Juli bis September monatlich bis zu 1500 Euro Förderung erhalten. Wie das Wirtschaftsministerium mitteilte, sind zunächst allerdings nur Anträge von Betroffenen möglich, die als natürliche Person selbstständig sind. Wer sein Geschäft in einer anderen Rechtsform, etwa als Personengesellschaft betreibt, müsse noch einige Wochen warten.

Die Neustarthilfe ist Teil der Corona-Finanzhilfen der Bundesregierung. Sie richtet sich an Soloselbstständige aller Wirtschaftszweige, die hohe Umsatzeinbußen, aber kaum Fixkosten haben - und deshalb von anderen Hilfen wenig profitieren. Die Neustarthilfe wird als Vorschuss ausgezahlt und nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Anträge können über die Internetseite www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de gestellt werden.

++ Impfen ohne Anmeldung im KIZ Ehingen

(09.49 Uhr) KIZ Ehingen findet am 18. Juli der zweite „offene Sonntag“ für Erst- und Zweitimpfungen ohne Voranmeldung statt. Zum Auftakt der landesweiten Aktionswoche vom 21. Juli bis 28. Juli 2021 der Impfkampagne #dranbleibenBW ist es im KIZ Ehingen ab 20. Juli 2021 generell möglich, während der Betriebszeiten ohne Termin zum Impfen zu kommen. 

++ Heidelberger Virologe: Beim Impfen stärker in soziale Brennpunkte

(09.21 Uhr)  Um das Impftempo wieder anzukurbeln, hat der Heidelberger Virologe Hans-Georg Kräusslich der Landesregierung geraten, mit Angeboten verstärkt in soziale Brennpunkte zu gehen. "Man kann sich schon vorstellen, dass dort die Bereitschaft weniger ausgeprägt ist und der Aufwand zu groß scheint. Auch die Obdachlosenheime werden nicht ganz so leicht erreicht", sagte der ärztliche Direktor des Uniklinikums Heidelberg den "Badischen Neuesten Nachrichten" (Freitag).

Kräusslich, der auch in einem Beratergremium der Landesregierung sitzt, sprach sich trotz der Gefahr durch die Delta-Variante des Coronavirus dafür aus, die Schulen offen zu halten. "Das Ziel sollte auf jeden Fall der Präsenzunterricht sein." Es sei wichtig, dass in den Klassenzimmern ausreichend gelüftet werde oder Filteranlagen installiert würden.

Der Virologe plädierte dafür, die Tests an Schulen über die Herbstferien hinaus fortzusetzen. "Im Herbst und Winter wäre es sinnvoll, eine Teststrategie zur Überwachung zu haben. Wenn das Infektionsgeschehen ausgeprägt ist, wird man auch wieder über Masken auf den Fluren und im Unterricht diskutieren."

++ US-Regierung: Facebook muss mehr gegen Falschinfos über Corona tun

(07.56 Uhr)  Soziale Netzwerke wie Facebook müssen nach Ansicht der US-Regierung mehr gegen Falschinformationen im Zusammenhang mit Corona und der Impfung gegen das Virus tun. Facebook müsse schneller Beiträge entfernen, die gegen die Richtlinien verstießen und falsch seien, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Donnerstag. Einige Beiträge würden tagelang online bleiben. "Das ist zu lange, Informationen verbreiten sich zu schnell", so Psaki. Auch in den USA sind die Corona-Zahlen zuletzt wieder angestiegen. Gleichzeitig stockt der Impffortschritt im Land.

"Millionen von Amerikanern sind immer noch nicht gegen Covid-19 geschützt, und wir sehen mehr Infektionen unter den Ungeimpften", warnte der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vivek Murthy. "Wir leben heute in einer Welt, in der Fehlinformationen eine unmittelbare und heimtückische Bedrohung für die Gesundheit unserer Nation darstellen." Während der Pandemie hätten Falschinformationen etwa dazu geführt, dass Menschen keine Masken getragen hätten. Nun würden sich Menschen aufgrund dessen entscheiden, sich nicht impfen zu lassen. Moderne Technologieunternehmen hätten es ermöglicht, dass "Fehlinformationen unsere Informationsumgebung vergiften".

++ Forscher arbeiten an Inaktivierung von Pandemie-Aerosolen

(07.34 Uhr) Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher einen Aerobuster entwickelt, der Coronaviren und andere Krankheitserreger aus der Raumluft inaktivieren kann. Die Apparatur besteht aus einem einfachen Metallrohr, einem Lüfter, einem Heizmodul und einem Strahler für ultraviolettes Licht, erläutert Miterfinder Horst Hahn, Leiter des Instituts für Nanotechnologie des KIT. Die Luft wird über den Lüfter angesaugt. Dann werden die Aerosole getrocknet und die Viren mit UV-C-Strahlung inaktiviert. Eine Technik, die auch andere derartige Geräte nutzen, sagt der Professor. Alternative Luftfilter arbeiten etwa mit sogenannten Hepa-Filtern, die besonders dicht sind.

In kürzester Zeit - im schnellsten Fall rund 0,2 Sekunden - müssten alle Viren lahmgelegt sein. Bei vielen Tests habe sein Team die idealen Komponenten etwa bei der Strahlung ermittelt, sagt Hahn. Sowohl in Klassenzimmern als auch in anderen Orten mit viel Publikumsverkehr wie Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen, Restaurants, Büros, Werkshallen oder öffentlichen Verkehrsmitteln sowie deren Wartezonen könnten die Aerobuster eingesetzt werden, sagt er. Dazu sollten mehrere in einem Raum verteilt sein. Die Lüfter seien so leise, dass man daneben auch arbeiten könne.

Das KIT hat inzwischen die Produktion in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen begonnen. Ein endgültiger Preis steht noch nicht fest. "Vermutlich unter 1000 Euro", sagt Hahn. Das wäre günstiger als manche Alternative. Bei entsprechender Nachfrage müsste die Produktion deutlich hochgefahren werden, räumt Hahn ein. "Letztlich kann das aber jeder Betrieb bauen, der Bleche verarbeiten kann."

++ Inzidenz steigt sprunghaft auf 8,6 - 1456 Neuinfektionen

(06.44 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut sprunghaft gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen lag sie bei 8,6 - am Vortag betrug der Wert 8,0 und davor 7,1. Beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli waren es noch 4,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen eines Tages 1456 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.04 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 949 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 18 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 49 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 741 781 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 638 200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91 337.

Die für die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus entscheidende Reproduktionszahl ist ebenfalls drastisch gestiegen. Der sogenannte R-Wert lag nach RKI-Daten vom Donnerstag bis 1,33 (Vortag 1,18) und befand sich damit seit rund zehn Tagen über dem Wert von 1. Die Zahl bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 133 weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert anhaltend über 1, steigen die Fallzahlen. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Der R-Wert lag zuvor rund zwei Monate lang deutlich unter 1.

 Ulm hat die höchste Inzidenz im Land.
Ulm hat die höchste Inzidenz im Land. (Foto: Alexander Kaya)

Das waren die wichtigsten meldugnen vom Donnerstag

++ Zutritt zu Ulmer Clubs bald nur noch für Geimpfte?

(21.42 Uhr) Für Gunter Czisch ist klar: Impfen ist der einzige Weg zur Freiheit. Die zunehmen Impfmüdigkeit in Land und auch in der Region bereitet ihm Sorgen. Deshalb hat der Oberbürgermeister Ulms bei der jüngsten Gemeinderatssitzung einen deutlichen Vorstoß angebracht. Zutritt zu Clubs und Bars sollte nur für Geimpfte und Genesene erlaubt sein.

Diese Idee könne ihm zufolge ein Weg sein, insbesondere junge Leute zu animieren, sich impfen zu lassen. In Teilen der Gastronomie Ulms stößt die Idee offenbar auf Gegenliebe. Rein rechtlich wäre der Vorschlag leicht über das Hausrecht der Gastronomen umzusetzen, informiert die Stadt Ulm am Donnerstag.

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++ Inzidenz im Südwesten stagniert

(19.51 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten ist am Donnerstag nur minimal gestiegen. Dem Landesgesundheitsamt zufolge wurde innerhalb einer Woche bei 8,2 Menschen je 100.000 Einwohnern eine Neuinfektion mit dem Coronavirus nachgewiesen.

Am Mittwoch hatte der Wert 8,1 betragen, er war davor stetig gestiegen. Unter den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg ist die Inzidenz mit 26,0 in Ulm am höchsten und mit 1,0 im Landkreis Schwäbisch Hall am niedrigsten.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen im Südwesten seit Beginn der Pandemie stieg um 145 auf 502 469, wie die Behörde mitteilte. 10 333 Menschen sind inzwischen an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben. Das waren fünf mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 490 261 Infizierte (plus 115).

14,8 Prozent der betreibbaren 2364 Intensivbetten sind der Mitteilung nach im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Die Lage in den Krankenhäusern soll zusätzlich zur Inzidenz auch verstärkt eine Rolle bei der Beurteilung von notwendigen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie spielen.

Solche Intensivbetten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für Menschen mit anderen gravierenden Erkrankungen.

6 414 041 Menschen in Baden-Württemberg sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts mittlerweile einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das sind den Daten zufolge 57,8 Prozent der Bevölkerung. Der Bundesschnitt liegt bei 59,2 Prozent. Als vollständig geimpft gelten den Daten zufolge im Südwesten 4 914 045 Menschen oder 44,3 Prozent (bundesweit: 44,6). Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Dosis. Bei allen anderen Vakzinen sind zwei Spritzen nötig.

++ In Aalen kann man sich am Samstag im Kaufland impfen lassen

(17.54 Uhr) Bereits jetzt kann man sich ohne Termin im Kreisimpfzentrum (KIZ) in Aalen gegen Corona impfen lassen. Diesen Samstag, 17. Juli, bietet das Landratsamt nun einen weiteren Service an: Mobile Impfteams des KIZ werden im Foyer des Aalener Kauflands in der Julius-Bausch-Straße vor Ort sein und Interessierte mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson impfen.

„Der besondere Charme dieses Angebots liegt darin, sich einfach vor oder nach dem Einkauf gegen Corona impfen zu lassen. Und das spontan, ohne Terminvereinbarung und mit nur einer Spritze, denn beim Impfstoff Johnson & Johnson ist keine zweite Impfung nötig“, sagt Landrat Joachim Bläse.

++ Ulm erreicht höchsten Inzidenzwert in Baden-Württemberg

(16.39 Uhr) Vor knapp zwei Wochen erst wurde auch für den Stadtkreis Ulm die Inzidenzstufe 1 festgelegt. Doch von den Lockerungen hatten die Bürger nicht viel, seit 8. Juli gilt bereits wieder die Inzidenzstufe 1, da Ulm die kritische Marke von mehr als zehn Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner überschritt.

Seitdem geht es mit der Inzidenz rasant nach oben. Inzwischen hat der Stadtkreis bereits einen Rekord geknackt und die höchste Inzidenz in Baden-Württemberg zu verzeichnen.

Wenn es so weiter geht, müssen die Bürger mit weiteren Einschränkungen rechnen. Die nächste Inzidenzstufe tritt in Kraft, sobald der Stadtkreis den Wert von über 35 in fünf aufeinanderfolgenden Tagen überschreitet. Doch zunächst schaut die Stadt auf eine Inzidenz von deutlich über 20. Am Mittwoch hat das Landesgesundheitsamt eine Inzidenz für den Stadtkreis Ulm von 26,8 gemeldet, die Landesinzidenz liegt bei 8,1.

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