Corona-Newsblog: Zutritt zu Ulmer Clubs bald nur noch für Geimpfte?

Digital-Redakteur
Crossmedia Volontär
Digital-Redakteur
Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: 1.600 (502.187 Gesamt - ca. 490.300 Genesene - 10.328 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 10.328
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 8,0
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 11.600 (3.740.325 Gesamt - ca. 3.637.400 Genesene - 91.319 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 91.319
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 8,0

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Zutritt zu Ulmer Clubs bald nur noch für Geimpfte? (21.42 Uhr)
  • Inzidenz im Südwesten stagniert (19.51 Uhr)
  • In Aalen kann man sich im Kaufland impfen lassen (17.54 Uhr)
  • Ulm erreicht höchsten Inzidenzwert in Baden-Württemberg (16.39 Uhr)
  • Zu wenig Impfwillige: Gesundheitsminister Lucha lädt zum Gipfel (15.55 Uhr)
 Ulm hat die höchste Inzidenz im Land.
Ulm hat die höchste Inzidenz im Land. (Foto: Alexander Kaya)

++ Zutritt zu Ulmer Clubs bald nur noch für Geimpfte?

(21.42 Uhr) Für Gunter Czisch ist klar: Impfen ist der einzige Weg zur Freiheit. Die zunehmen Impfmüdigkeit in Land und auch in der Region bereitet ihm Sorgen. Deshalb hat der Oberbürgermeister Ulms bei der jüngsten Gemeinderatssitzung einen deutlichen Vorstoß angebracht. Zutritt zu Clubs und Bars sollte nur für Geimpfte und Genesene erlaubt sein.

Diese Idee könne ihm zufolge ein Weg sein, insbesondere junge Leute zu animieren, sich impfen zu lassen. In Teilen der Gastronomie Ulms stößt die Idee offenbar auf Gegenliebe. Rein rechtlich wäre der Vorschlag leicht über das Hausrecht der Gastronomen umzusetzen, informiert die Stadt Ulm am Donnerstag.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Inzidenz im Südwesten stagniert

(19.51 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten ist am Donnerstag nur minimal gestiegen. Dem Landesgesundheitsamt zufolge wurde innerhalb einer Woche bei 8,2 Menschen je 100.000 Einwohnern eine Neuinfektion mit dem Coronavirus nachgewiesen.

Am Mittwoch hatte der Wert 8,1 betragen, er war davor stetig gestiegen. Unter den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg ist die Inzidenz mit 26,0 in Ulm am höchsten und mit 1,0 im Landkreis Schwäbisch Hall am niedrigsten.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen im Südwesten seit Beginn der Pandemie stieg um 145 auf 502 469, wie die Behörde mitteilte. 10 333 Menschen sind inzwischen an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben. Das waren fünf mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 490 261 Infizierte (plus 115).

14,8 Prozent der betreibbaren 2364 Intensivbetten sind der Mitteilung nach im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Die Lage in den Krankenhäusern soll zusätzlich zur Inzidenz auch verstärkt eine Rolle bei der Beurteilung von notwendigen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie spielen.

Solche Intensivbetten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für Menschen mit anderen gravierenden Erkrankungen.

6 414 041 Menschen in Baden-Württemberg sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts mittlerweile einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das sind den Daten zufolge 57,8 Prozent der Bevölkerung. Der Bundesschnitt liegt bei 59,2 Prozent. Als vollständig geimpft gelten den Daten zufolge im Südwesten 4 914 045 Menschen oder 44,3 Prozent (bundesweit: 44,6). Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Dosis. Bei allen anderen Vakzinen sind zwei Spritzen nötig.

++ In Aalen kann man sich am Samstag im Kaufland impfen lassen

(17.54 Uhr) Bereits jetzt kann man sich ohne Termin im Kreisimpfzentrum (KIZ) in Aalen gegen Corona impfen lassen. Diesen Samstag, 17. Juli, bietet das Landratsamt nun einen weiteren Service an: Mobile Impfteams des KIZ werden im Foyer des Aalener Kauflands in der Julius-Bausch-Straße vor Ort sein und Interessierte mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson impfen.

„Der besondere Charme dieses Angebots liegt darin, sich einfach vor oder nach dem Einkauf gegen Corona impfen zu lassen. Und das spontan, ohne Terminvereinbarung und mit nur einer Spritze, denn beim Impfstoff Johnson & Johnson ist keine zweite Impfung nötig“, sagt Landrat Joachim Bläse.

++ Ulm erreicht höchsten Inzidenzwert in Baden-Württemberg

(16.39 Uhr) Vor knapp zwei Wochen erst wurde auch für den Stadtkreis Ulm die Inzidenzstufe 1 festgelegt. Doch von den Lockerungen hatten die Bürger nicht viel, seit 8. Juli gilt bereits wieder die Inzidenzstufe 1, da Ulm die kritische Marke von mehr als zehn Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner überschritt.

Seitdem geht es mit der Inzidenz rasant nach oben. Inzwischen hat der Stadtkreis bereits einen Rekord geknackt und die höchste Inzidenz in Baden-Württemberg zu verzeichnen.

Wenn es so weiter geht, müssen die Bürger mit weiteren Einschränkungen rechnen. Die nächste Inzidenzstufe tritt in Kraft, sobald der Stadtkreis den Wert von über 35 in fünf aufeinanderfolgenden Tagen überschreitet. Doch zunächst schaut die Stadt auf eine Inzidenz von deutlich über 20. Am Mittwoch hat das Landesgesundheitsamt eine Inzidenz für den Stadtkreis Ulm von 26,8 gemeldet, die Landesinzidenz liegt bei 8,1.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Zu wenig Impfwillige: Gesundheitsminister Lucha lädt zum Gipfel

(15.55 Uhr) Mit einem Gipfel will das Sozialministerium die lahmende Impfbereitschaft in Baden-Württemberg wieder ankurbeln. Es gebe zurzeit zwar genug Impfstoff, aber zu viele Unentschlossene, schrieb Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) in der Einladung zu dem digitalen Treffen. An diesem Freitag will er deswegen unter anderem mit Vertretern von Kommunen, Ärzte-, Industrie- und Handwerksverbänden diskutieren, wie diese Menschen erreicht werden können. Es sei unter anderem eine landesweite Aktionswoche geplant.

In Baden-Württemberg gelten nach Angaben des Sozialministeriums 43,3 Prozent der Bevölkerung als vollständig geimpft (Stand Mittwoch). Mehr als 55 Prozent haben eine Impfung erhalten. Zuletzt hatte es immer wieder Berichte über eine stockende Impfbereitschaft und ungenutzte Impftermine gegeben.

Die SPD fordert deswegen, Impfstoffe mit mobilen Impfteams gezielter zu verteilen. "Noch vor den Sommerferien braucht es mobile Impfteams an allen Berufsschulen des Landes. Auch an Hochschulen, vor Shopping-Outlets und in den Quartieren muss verstärkt direkt geimpft werden", sagte SPD-Landes- und Fraktionschef Andreas Stoch am Donnerstag zur Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Am Wochenenden brauche es Impfangebote speziell für Berufstätige, die nicht in der Nähe eine Impfzentrums leben.

++ Games-Experte: Spielerische Elemente könnten auf Coronakurs helfen

(14.55 Uhr) Deutschlands Coronakurs fehlt es aus Sicht eines Computerspielexperten an spielerischen Elementen, um die Impfbereitschaft in der Bevölkerung zu erhöhen. Man stünde bei den Zweitimpfungen vermutlich deutlich besser da, "würden wir moderne Technologien und Konzepte einsetzen, um die Leute zu begeistern oder zu motivieren", sagte der Geschäftsführer des Computerspielverbandes Game, Felix Falk, am Donnerstag in Berlin.

Mit Blick auf die Corona-Warn-App stellte er die Frage, "warum ist das so trocken, warum funktioniert das nicht wie ein Spiel oder eine Fitness-App, die mich motiviert zu einem bestimmten Handeln?" Hilfreich könnte es beispielsweise sein, wenn die Nutzer spielerisch belohnt würden, wenn sie häufig in die App guckten oder wenn sie ein Testergebnis hinzufügten.

Als gelungenes Motivationsbeispiel nannte er eine "Gamification"-Funktion für Autos: Fährt man spritschonend, sieht man auf dem Display einen grünen Baum, der Blätter bekommt. Drückt man dauernd auf das Gaspedal und fährt schnell, verliert das Bäumchen Blätter - als Zeichen, dass das schlecht für die Umwelt ist. Spielerische Anwendungen von Gamedesignern könnten nach Einschätzung von Falk dabei helfen, dass die Menschen im Kampf gegen Corona motivierter wären.

++ Impfaktion vor Testspiel des 1. FC Heidenheim gegen Hoffenheim

(12.32 Uhr) Der frühere Fußballprofi Tim Göhlert wird am Samstag vor dem Stadion des 1. FC Heidenheim Menschen gegen das Coronavirus impfen. Der Verein habe gemeinsam mit dem Landkreis Heidenheim eine Impfaktion mit dem Impfstoff Johnson & Johnson, bei dem eine Impfung ausreicht, organisiert, teilte der 1. FC Heidenheim am Donnerstag mit. Die Impfungen erfolgen vor dem Testspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Der ehemalige Heidenheimer Spieler Göhlert ist mittlerweile Arbeitsmediziner.

Für das Testspiel (13.30 Uhr) gegen den Bundesligisten Hoffenheim sind wie für den Heimauftakt in die neue Zweitliga-Saison bis zu 9000 Zuschauer zugelassen. Alle Stadionbesucher müssen entweder negativ getestet, vollständig geimpft oder vollständig genesen sein.

++ Spanien nimmt bewegenden Abschied von seinen 80 000 Corona-Toten

(10.50 Uhr) Mit einer bewegenden Trauerfeier hat Spanien Abschied von seinen mehr als 81 000 Todesopfern der Corona-Pandemie genommen. Im Mittelpunkt der von König Felipe VI. geleiteten Zeremonie stand am Donnerstag in Madrid die Ehrung der Mitarbeiter des spanischen Gesundheitssystems. Die 102 Sanitäter, Pfleger und Ärzte, die sich bei der Behandlung von Patienten ansteckten und mit Covid-19 starben, wurden posthum mit dem Großkreuz des Zivilverdienstordens ausgezeichnet. Das Staatsoberhaupt überreichte den Hinterbliebenen die Auszeichnung persönlich. Viele der rund 700 Gäste hatten Tränen in den Augen.

"Unser Respekt und unsere Bewunderung gilt den Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die von Beginn der Pandemie an mit voller Hingabe gearbeitet haben", sagte der Monarch auf dem Armería-Platz vor dem Königlichen Palast. Felipe bezeichnete die Mitarbeiter des Gesundheitssystems als ethische und soziale Vorbilder. Ein Orchester und Sänger trugen das Lied "Hallelujah" von Leonard Cohen vor.

Die Trauerfeier wurde auch dazu genutzt, die Bedeutung der Impfung hervorzuheben. Die Pandemie sei noch nicht zu Ende, betonte Felipe. Die Impfstoffe stellten "die Hoffnung" im Kampf gegen das Virus dar. Unter den Teilnehmern war neben Königin Letizia, Ministerpräsident Pedro Sánchez und anderen Persönlichkeiten auch die 97-jährige Araceli Hidalgo. Die Bewohnerin eines Seniorenheimes der Stadt Guadalajara war am 27. Dezember 2020 als erste Spanierin geimpft worden. Sie hielt am Donnerstag eine kurze Rede und hatte dabei vor allem eine Botschaft für die jüngeren Spanier parat: "Ich bitte die jungen Leute, die Pandemie nicht auf die leichte Schulter zu nehmen."

++ Delta-Variante in drei Viertel der untersuchten Corona-Proben

(07.06 Uhr) Die anteilsmäßige Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hat sich in Deutschland weiter rasch fortgesetzt.

Sie erreiche mittlerweile einen Anteil von 74 Prozent an den untersuchten Proben, heißt es in einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Blick auf die Woche bis zum 4. Juli.

In den Wochen zuvor hatte sich der Delta-Anteil erst von 18 auf 39 und dann auf 60 Prozent erhöht. Infektionen mit der zuvor vorherrschenden Alpha-Variante hingegen nahmen sehr schnell ab, auf nun noch rund 22 Prozent.

Weitere als besorgniserregend eingestufte Varianten des Coronavirus spielen unverändert eine untergeordnete Rolle in Deutschland. Es werden allerdings nicht alle positiven Proben auf Varianten untersucht.

Die in Indien entdeckte Delta-Variante (B.1.617.2) gilt als deutlich ansteckender als bisherige Formen des Virus. In mehreren anderen Ländern hat sie die Infektionszahlen massiv steigen lassen.

Laborexperimente deuten laut RKI jedoch darauf hin, dass vollständig Geimpfte auch bei Delta einen hohen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen haben.

++ RKI: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 8,0

(06.12 Uhr) Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut angestiegen. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter am Donnerstagmorgen mitteilte, lag die Inzidenz bei acht Fällen pro 100.000 Einwohnern.

Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 5,2 gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Wie das RKI weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 1642 Corona-Neuinfektionen sowie 32 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 3.740.325, insgesamt wurden 91.319 Corona-Tote gemeldet. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gibt das RKI mit rund 3.637.400 an.

Das waren die letzten Meldungen von Mittwoch: 

++ Bareiß findet kostenpflichtige Corona-Tests für Impfverweigerer gerecht

(21.17 Uhr) Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), hat sich für ein Ende kostenloser Corona-Tests ausgesprochen, sobald alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot bekommen haben. „Die kostenlosen Schnelltests ermöglichen derzeit allen die in einer Pandemie größtmögliche Freiheit. Diese Kosten werden von der Allgemeinheit getragen und das ist auch richtig, solange nicht jeder die Möglichkeit hat, einen vollumfänglichen Impfschutz zu erhalten“, sagte Bareiß am Donnerstag.

Klar sei aber auch, dass Impfverweigerer sich ihrer Verantwortung bewusst sein müssten und zukünftig die Kosten für dann noch notwendige Tests selbst tragen sollten. „Das ist eine Frage der Gerechtigkeit“, sagte Bareiß.

Am Dienstag hatte sich bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ähnlich geäußert. „Testen kostet enorme Summen“, sagte Söder. Daher müsse auch darüber nachgedacht werden, ob die Corona-Tests kostenlos bleiben könnten, wenn alle Menschen ein Impfangebot bekommen hätten.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Dienstag, man sei aktuell noch in einer Phase des Überzeugens, in einer späteren Phase könne man über das Ende der kostenlosen Corona-Tests in Deutschland für Ungeimpfte sicherlich nachdenken. In Frankreich sollen ab Herbst PCR-Tests kostenpflichtig werden, sofern sie nicht verschrieben wurden.

Thomas Bareiß, CDU.
Thomas Bareiß, CDU. (Foto: Jörg Carstensen/dpa)

++ Drei Regionen im Südwesten über 20er-Inzidenz

(18.05 Uhr) So langsam sie zuletzt gesunken war, so schnell steigt die Corona-Inzidenz im Südwesten wieder an. Im landesweiten Schnitt der vergangenen sieben Tage ist nach Daten vom Mittwoch bei 8,1 je 100 000 Menschen eine Neuinfektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Am Vortag hatte der Wert noch bei 7,2 gelegen.

Die Städte Ulm (26,8) und Karlsruhe (20,8) sowie der Landkreis Heidenheim (20,3) liegen über der 20er-Marke. Entscheidend für schärfere Maßnahmen ist die Schwelle zur 35er-Inzidenz. Am niedrigsten war der Wert mit 0,5 im Landkreis Schwäbisch Hall.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen im Südwesten seit Beginn der Pandemie stieg um 229 auf 502 324, wie die Behörde mitteilte. 10 328 Menschen sind inzwischen an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben. Das waren fünf mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 490 146 Infizierte (plus 121).

15,2 Prozent der betreibbaren 2373 Intensivbetten sind der Mitteilung nach im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Die Lage in den Krankenhäusern soll zusätzlich zur Inzidenz auch verstärkt eine Rolle bei der Beurteilung von notwendigen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie spielen.

Solche Intensivbetten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für Menschen mit anderen gravierenden Erkrankungen.

6 391 431 Menschen in Baden-Württemberg sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts mittlerweile einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das sind den Daten zufolge 57,6 Prozent der Bevölkerung. Der Bundesschnitt liegt bei 58,9 Prozent. Als vollständig geimpft gelten den Daten zufolge im Südwesten 4 810 495 Menschen oder 43,3 Prozent (bundesweit: 43,7). Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Dosis. Bei allen anderen Vakzinen sind zwei Spritzen nötig.

Seit Ende Dezember wurden dem Landesgesundheitsamt 141 536 Fälle mit Hinweisen auf "besorgniserregende Varianten" übermittelt. Als solche gelten Viren mit Mutationen, die ein höheres Ansteckungsrisiko haben. Vor allem bei der als hoch ansteckend geltenden Delta-Variante, die zuerst in Indien entdeckt wurde, ist die Tendenz steigend.

++ Bundesregierung besorgt über steigende Corona-Zahlen

(15.25 Uhr) Steigende Corona-Infektionszahlen in Deutschland und ein starkes Anschwellen der Corona-Ausbrüche in Nachbarländern versetzen die Bundesregierung in wachsende Sorge.

"Wir hatten jetzt mehrere Tage, bei denen jeweils die Infektionszahl um 50, 55 Prozent höher als in der Vorwoche lag - das ist natürlich eine Entwicklung, die wir nicht gleichmütig betrachten können", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. "Der Blick in die Nachbarländer, Niederlande, Spanien, Großbritannien, zeigt uns, wie schnell sich eine Situation wieder sehr verschärfen kann."

Keine Bewertung wollte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums abgeben zum Fall des rund 70 Kilometer von der deutschen Grenze entfernten Utrecht. Mindestens 1000 Besucher eines Musikfestivals mit 20.000 Menschen hatten sich dort infiziert. Festivalbesucher hatten Negativtests oder Impfungen nachweisen müssen, laut Veranstalter wurde streng kontrolliert.

Merkel und Spahn
Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. (Foto: Michael Kappeler / DPA)

Die Niederlande hatten fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben und nach einem explosionsartigen Anstieg der Zahlen einige Lockerungen zurückgenommen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei über 300 Infektionen auf 100.000 Einwohner. Zuvor hatten die vollen Stadien bei der Fußball-Europameisterschaft etwa in England für Unverständnis in der deutschen Politik gesorgt.

Der Sprecher des Gesundheitsressorts sagte, wenn Großveranstaltungen in Deutschland wieder zugelassen würden, solle dies "lageabhängig" geschehen - "mit entsprechenden Hygienekonzepten und nicht, wie wir das bei der Europameisterschaft gesehen haben".

Die Chefs der Staats- und Senatskanzleien hatten am 6. Juli im Grundsatz beschlossen, dass auch in Deutschland Großveranstaltungen mit bis 25.000 Personen wieder zugelassen werden sollen, wobei Negativ-Tests, Impfung oder Genesung nachgewiesen müssen sollen.

Geimpft zu sein, sei dabei "die sicherste Variante", sagte der Ministeriumssprecher. Zwar könnten sich auch Menschen infizieren, die vollständig geimpft seien. "Aber die Impfung schützt zu deutlich über 90 Prozent vor einer schweren Erkrankung."

 

+++ Hier geht es zum Corona-Newsblog von Mittwoch +++

Ausgewählte Artikel zum Virus und den Folgen:

Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aktuell aus dem Dashboard RKI¹

Meist gelesen in der Umgebung

Mehr Inhalte zum Dossier

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen