Newsblog: Das waren die Meldungen am Montag

Digital-Redakteur
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Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 15.600 (492.255 Gesamt - ca. 466.700 Genesene - 9.949 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 9.949
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 42,9
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 106.000 (3.681.126 Gesamt - ca. 3.486.700 Genesene - 88.442 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 88.442
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 35,1

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Kanzlerin Merkel: Bundes-Notbremse gegen Corona kann Ende Juni auslaufen (20.25 Uhr)
  • Ulmer Impfzentrum reduziert Betrieb (18.10 Uhr)
  • Weltärztepräsident findet deutliche Worte für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (15.30 Uhr)
  • FDP droht mit Verfassungsklage gegen Haushalt mit Corona-Notstand (13.20 Uhr)
  • Lehramtsstudierende sollen Schulen nach den Ferien unterstützen (08.47 Uhr)
  • Bis Mitte Juli sollen laut Spahn 90 Prozent der Impfwilligen geimpft sein (10.20 Uhr)
  • Waldsee-Therme öffnet am 8. Juni (12.09 Uhr)
  • Prostituierte können wieder arbeiten - aber nicht überall (08.14 Uhr)
  • RKI: 1978 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 35,1 (06.33 Uhr)

Das waren am Montag die wichtigsten Meldungen rund um die Corona-Pandemie. Morgen informieren wir Sie an dieser Stelle rund um das Geschehen und die aktuelle Nachrichtenlage. 

++ Merkel: Bundes-Notbremse gegen Corona kann Ende Juni auslaufen

(20.25 Uhr) Die „Bundes-Notbremse“ mit einheitlichen Maßnahmen bei hohen Corona-Infektionszahlen kann aus Sicht von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Ende Juni außer Kraft treten. „Sie kann auslaufen jetzt“, sagte Merkel am Montag in Berlin. Die Kanzlerin machte zugleich für den Fall wieder bundesweit steigender Infektionszahlen deutlich:

Sollte sich etwas entwickeln durch Mutationen, was wir alles nicht hoffen, dann können wir das jederzeit reaktivieren.

Die im April in Kraft getretenen bundeseinheitlichen Regeln sind im Infektionsschutzgesetz längstens bis zum 30. Juni befristet.

Merkel betonte, dass die Notbremse „sehr zur Klarheit“ beigetragen habe, um die dritte Corona-Welle zu bremsen. Sie dankte für Vernunft und Anstrengungen der Menschen in den vergangenen Monaten, betonte aber zugleich: „Corona ist noch da, auch wenn die Inzidenzen erfreulicherweise jetzt sinken. Wir müssen weiter auch in größerem Maße vernünftig sein, als wenn es diese Pandemie nicht gäbe.“

Das bundeseinheitliche Vorgehen sei mit Bedacht bis zum 30. Juni befristet worden, sagte Merkel. Es wüssten inzwischen auch alle, was bei wieder steigenden Infektionszahlen zu tun sei. Nur wenn dies wieder flächendeckend und nicht nur lokal auftreten sollte, wäre es sinnvoll, auch wieder das Instrumentarium einer solchen Notbremse einzusetzen. Das könne man jederzeit tun, sagte die Kanzlerin. „Wir brauchen sie aber jetzt nicht insgesamt aufrechtzuerhalten.“

Die von Bundestag und Bundesrat beschlossene Notbremse hatte seit 24. April in vielen Teilen Deutschlands gegriffen. Sie muss bisher automatisch gezogen werden, wenn an drei folgenden Tagen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 überschritten wurde. Dazu gehören nächtliche Ausgangsbeschränkungen, Beschränkungen für Freizeit und Handel sowie Schulschließungen. Auch unter der Schwelle von 100 gibt es Beschränkungen, die die Länder festlegen.

Zuvor hatte sich unter anderem auch CDU-Chef Armin Laschet dafür ausgesprochen, die Bundesnotbremse wie geplant zum 30. Juni auslaufen zu lassen. „Es gibt angesichts sinkender Inzidenzzahlen keinen Anlass, sie zu verlängern“, sagte er nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern in Beratungen des CDU-Präsidiums. Auch Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagte, jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, „mit dem beginnenden Sommer die Pandemie allmählich hinter uns zu lassen“. Infektionszahlen gingen zurück, die Maßnahmen hätten gut gewirkt. Gewisse Regeln müssten weiter aber gelten, darunter die Pflicht zum Homeoffice. „Wir müssen vorsichtig bleiben.“

++ Tägliches Zahlen-Update vom Landesgesundheitsamt zur Corona-Pandemie in Baden-Württemberg

(19.20 Uhr) Insgesamt wurden dem Landesgesundheitsamt (LGA) am Montag 266 bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 492.713 an. Davon sind ungefähr 466.157 (+1.207) Personen genesen. Derzeit sind geschätzt 16.587 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert. 

Dem LGA wurden heute 20 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 9.969. Die landesweite Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages-R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,75 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Nach Daten des DIVI-Intensivregisters von Krankenhaus-Standorten mit Intensivbetten zur Akutbehandlung sind mit Datenstand 31. Mai 2021, 16 Uhr, 364 COVID-19-Fälle in Baden-Württemberg in intensivmedizinischer Behandlung, davon werden 225 (61,8 %) invasiv beatmet. Insgesamt sind derzeit 2.001 Intensivbetten von betreibbaren 2.357 Betten (84,9 %) belegt.

Mit dem Beschluss zwischen Bund und Ländern zu Maßnahmen der Eindämmung der COVID-19-Epidemie vom 6. Mai 2020 wurde die 7-Tage-Inzidenz als Messzahl für eine Bewertung des Infektionsgeschehens und entsprechender Kontrollmaßnahmen festgelegt. Sie entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und liegt für Baden-Württemberg aktuell im Durchschnitt bei 42,9.

++ Ulmer Impfzentrum schließt Halle 

(18.10 Uhr) Weil wie angekündigt Impfstoff fehlt, können im Ulmer Impfzentrum im Juni nicht mehr so viele Menschen geimpft werden, wie es die Infrastruktur in der Ulmer Messe eigentlich erlauben würde. Eine Folge: Eine der beiden Hallen wird in der zweiten Juni-Woche geschlossen. Bernd Kühlmuß, der Ärztliche Leiter des Ulmer Impfzentrums, teilte am Montag mit, dass nach wie vor für den gesamten Juni „nur relativ geringe Impfstoff-Liefermengen“ für das Impfzentrum vorgesehen seien.

Um zumindest die Zweitimpfungen „so lange wie möglich“ gewährleisten zu können, wurde – wie bereits bekannt – die Freigabe neuer Erstimpftermine weitgehend eingestellt. Dies werde in den nächsten Wochen zu „deutlichen Reduktionen“ des Betriebs führen. Bislang wird in zwei Hallen des Messezentrums geimpft (insgesamt wurden schon 300 000 Dosen durch das Impfzentrum verabreicht, die mobilen Teams inklusive). Das ändert sich ab 7. Juni. Denn um die Ressourcen zu schonen und die Motivation der Mitarbeiter zu erhalten, wird Halle 6 geschlossen. Wenngleich nur vorläufig, zunächst bis 13. Juni. Dies habe man nach „langen Abwägungen“ entschieden, so Kühlmuß.

Was das alles bedeutet und wie sich das Ulmer Impfzentrum auf die Impfung von Schülern vorbereitet, lesen Sie hier

++ Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery mit klaren Worten gegen Spahn 

(15.30 Uhr) Rund um das Chaos bei privaten Testzentren und dem Vorwurf des Betrugs bei der Abrechnung findet der Chef des Weltärzteverbands, Frank Ulrich Montgomery, deutliche Worte gegen den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).  „Schlamperei“ und „Wurstigkeit“ unterstellt der Weltärztepräsident dem Minister bei der Verordnung zur Regelung der Corona-Testzentren. Diese „fordert zu Betrug auf“, sagte Montgomery bei „19 – die Chefvisite“ mit Blick auf Ermittlungen wegen des Verdachts auf betrügerische Abrechnungen von Schnelltests.

Es sei „unverschämt“ von Spahn, die Kontrolle auf Gesundheitsämter und Kassen abschieben zu wollen, so Montgomery. Während der Bundesgesundheitsminister für einen „Bürokratiemarathon beim Impfen“ gesorgt habe, falle Spahn jetzt seine „Wurstigkeit beim Testen“ auf die Füße. Der Weltärztechef betonte, er rechne nur mit einem „sehr, sehr kleinen Anteil“ von Betrügerei bei den rund 60 Millionen abgerechneten Tests.

Das ganze Gespräch sehen Sie bei „19 – die Chefvisite“, hier auf schwaebische.de.

++ Konstanzer Seenachtfest auf 2022 verlegt

(14.00 Uhr) Das für den 14. August geplanten Konstanzer Seenachtfest, muss aufgrund der Corona-Pandemie auf 2022 verschoben werden, wie die Stadt Konstanz heute in einer Pressemitteilung mitgeteilt hat. Diese Entscheidung traf die Stadt Konstanz heute gemeinsam mit dem Veranstalter KLE Seenachtfest GmbH aus Konstanz. Grund für die Absage für 2021 ist die weiterhin fehlende CoronaVO für Großveranstaltungen und die dadurch fehlende Planungssicherheit.

Ob vom 11. bis 14. August 2021 ein kleineres Stadtgartenfest durchgeführt werden kann, entscheidet sich in den kommenden Wochen. „Wir würden uns freuen, das Stadtgartenfest in 2021 durchführen zu können. Die Planungen sind bereits weit vorangeschritten und die Resonanz auf das Konzept durchweg positiv“, berichtet Tommy Spörrer vom Veranstalter KLE und fügt an: 

Es wäre schön, wenn wir gemeinsam mit ausschließlich heimischen Gastronomen und regionalen Lieferanten den Konstanzern ein Stück Festnormalität zurückgeben könnten.

Der neue Termin für das Konstanzer Seenachtfest ist für Samstag, 13. August 2022, geplant – wie in den Vorjahren inklusive facettenreichem Rahmenprogramm. „Auch wenn wir es gerne in 2021 durchgeführt hätten, gehen wir frohen Mutes und in Abstimmung mit den Kreuzlinger Kollegen vom Fantastical an die frühzeitige Planung für 2022“, blickt Frank Schuhwerk, einer der Konstanzer Mitveranstalter, positiv voraus. 2019 fand es zum letzten Mal in der gewohnten Form statt. Künftig ist vorgesehen, das Event nachhaltiger, regionaler sowie bürgernäher zu gestalten. 

++ FDP droht mit Verfassungsklage gegen Haushalt mit Corona-Notstand

(13.20 Uhr) FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke hat der grün-schwarzen Landesregierung mit einer Verfassungsklage gedroht, sollte sie mit dem Hinweis auf die Corona-Krise erneut neue Schulden aufnehmen wollen. Wenn der neue Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) behaupte, man sei noch mitten in der Pandemie, sei das falsch, sagte der FDP-Politiker am Montag in Stuttgart.

„Es ist absehbar, dass die Pandemie endet.“ Sollte Grün-Schwarz die Corona-Krise wieder als Naturkatastrophe deklarieren, um damit die Schuldenbremse zu umgehen, sei das nicht hinnehmbar. Es gehe in Wahrheit darum „Haushaltslöcher zu stopfen“. Rülke sagte weiter: „Da kann ich mir durchaus eine Verfassungsklage gegen den Haushalt vorstellen.“

Finanzminister Bayaz kündigte am Montag an, den Nachtragshaushalt bis zur Sommerpause durch das Parlament bekommen zu wollen. Er stellte in Aussicht, dass das Land erneut wegen der Corona-Krise neue Schulden aufnehmen wolle. Die Schuldenbremse lässt nämlich Ausnahmen in außergewöhnlichen Notsituationen und bei Naturkatastrophen zu.

„Die Pandemie ist eindeutig eine Naturkatastrophe, eine Disruption für die Gesellschaft, die uns alle im Kern getroffen hat“, sagte Bayaz der Deutschen Presse-Agentur. „Wir machen Fortschritte beim Impfen. Wir sind aber noch weit weg von einer Herdenimmunität und davon zu sagen, es ist wieder normal.“ Man stecke noch mitten in der Pandemie. Auch der Bund werde nächstes Jahr Ausnahmen von der Schuldenbremse machen.

++ Therme in Bad Waldsee öffnet am 8. Juni

(12.08 Uhr) Die Waldsee-Therme öffnet am Dienstag, 8. Juni, wieder. Es gelten auch in der Waldsee-Therme alle Sicherheits- und Abstandsempfehlungen sowie die G-G-G-Regel. Das heißt, die Öffnung – unter Vorbehalt der zurückgehenden Inzidenzzahlen – gilt für alle Besucher, die geimpft oder genesen sind beziehungsweise ein offizielles negatives Testergebnis vorlegen können, das nicht älter als 24 Stunden ist.

Im Testzentrum in der Stadthalle können unter www.coronatest-rv.de kostenlos Termine vereinbart werden. Das Testzentrum hat von Montag bis Freitag von 7 bis 19 und samstags bis 15 Uhr geöffnet.

Nach der Corona-Verordnung, die sich auf die Wasserfläche der Becken bezieht, dürfen maximal 144 Gäste gleichzeitig im Bad sein. Die Ruheliegen – auch im Freien – stehen in großem Abstand zueinander. Verschiedene Attraktionen seien wegen der Aerosolbildung nicht in Betrieb. Eintrittskarten gibt es für zwei und drei Stunden.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Bis Mitte Juli sollen laut Spahn 90 Prozent der Impfwilligen geimpft sein

(10.20 Uhr) Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwartet, dass bis Mitte Juli „an die 90 Prozent“ der impfwilligen Erwachsenen in Deutschland eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das sagte er am Sonntagabend in der ARD-Talkshow „Anne Will“.

Dabei gehe er von einer Impfbereitschaft „von 70 bis 75 Prozent“ der Erwachsenen aus. Spahn verwies zugleich auf die Dynamik der Impfungen in Deutschland - waren zu Ostern erst 12 Prozent der Bürger geimpft, so sei die Zahl bis Pfingsten auf knapp 40 Prozent gestiegen. Zuletzt lag die Impfquote nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 42,2 Prozent, vollständige geimpft waren demnach 17,1 Prozent.

++ Lehramtsstudierende sollen Schulen nach den Ferien unterstützen

(08.47 Uhr) Angehende Lehrerinnen und Lehrer sollen in den Schulen aushelfen, um die Lernrückstände der Kinder und Jugendlichen aus der Corona-Zwangspause möglichst schnell aufzuholen.

Wir wollen freiwillige Lehramtsstudierende für das Mithelfen an Schulen gewinnen“, sagte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) den „Stuttgarter Nachrichten“ (Montag) und der „Stuttgarter Zeitung“. „Die Resonanz ist grandios.“ Die Initiative sei mit Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) abgesprochen.

Geplant sei, in den kommenden Wochen 500 Lehramtsstudierende an die Schulen zu vermitteln. „In dieser Experimentierphase lernen wir, wie das „Matching“ zwischen Student und Schule am besten klappt“, sagte Bauer. „Danach braucht es Leute, die in den Sommerferien bei den Lernbrücken helfen.“ Das Programm bis zu den Sommerferien läuft nach Angaben der Zeitungen unter dem Titel „Bridge the Gap“ (Überbrückt die Lücke).

Die grün-schwarze Landesregierung will Lehramtsstudierende ab dem vierten Fachsemester für die Aktion gewinnen. Für die Zeit bis zu den Sommerferien sollen sich laut „Stuttgarter Zeitung“ Angehörige der Schools of Education und der Pädagogischen Hochschulen Karlsruhe, Schwäbisch Gmünd und Weingarten bewerben können. „Es soll eine Vergütung der Lehramtsstudierenden auf Honorarbasis gewährt werden“, heißt es beim Wissenschaftsministerium.

++ Prostituierte können wieder arbeiten - aber nicht überall

(08.14 Uhr) Während zahlreiche Prostituierte noch immer auf den Neustart für die Bordelle warten, können Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter in Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein bereits wieder Freier empfangen.

Das fühlt sich erstmal gut an, dass es Bundesländer gibt, die uns mit reinnehmen in die Öffnungspläne. Die Freude darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es ebenso Bundesländer gibt, die unverrückbar bei einer Schließung bleiben“, sagte Johanna Weber vom Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen der Deutschen Presse-Agentur.

Vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, dem Saarland, Sachsen, Hamburg und Bayern sei ein Neustart noch nicht absehbar, sagte die politische Sprecherin des Verbandes. „Da müssen wir wirklich noch Druck machen.“ Die Branche ist wie viele andere auch seit November im Lockdown. In Hessen und Mecklenburg-Vorpommern müssen Bordelle seit März 2020 geschlossen bleiben.

Die Corona-Zwangspause habe viele Kolleginnen und Kollegen in Existenznöte und teilweise auch in die Illegalität getrieben. „Viele Sexarbeiterinnen sind durch alle Raster gefallen, zum Beispiel weil sie keinen festen Wohnsitz haben“, sagte Weber vom Berufsverband weiter.

Andere haben Corona-Hilfen oder Arbeitslosengeld bekommen. Dem Berufsverband zufolge sind in Deutschland rund 40.000 Männer und Frauen als Prostituierte angemeldet. Weber geht davon aus, dass nochmal so viele ohne den sogenannten Prostituiertenschutzausweis arbeiten, weil sie berufliche und private Nachteile fürchten.

Am 2. Juni wird am Internationalen Hurentag überwiegend mit Online-Veranstaltungen auf die Situation der Prostituierten aufmerksam gemacht.

++ RKI: 1978 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 35,1

(06.33 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1978 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben.

Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2682 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 35,1 an (Vortag: 35,2; Vorwoche: 62,5).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 36 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 43 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.681.126 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.486.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 88.442 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Sonntagnachmittag bei 0,75 (Vortag: 0,75). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 75 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

 Das waren die letzten Meldungen vom Sonntag

++ Mehrere Regionen ohne neue Corona-Fälle - auch der Bodenseekreis

(18.24)  In mehreren Städten und Kreisen Baden-Württembergs sind am Sonntag keine neuen Corona-Ansteckungen registriert worden. Sowohl in Heilbronn als auch im Bodenseekreis und in den Kreisen Göppingen und Neckar-Odenwald stieg die Zahl der insgesamt an Covid-19-Erkrankten nicht. Landesweit wurden 287 neue Fälle gemeldet. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle seit Pandemie-Beginn liegt damit bei 492 447.

Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes lag die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz am Sonntag bei 43,0 (Stand: 16.00 Uhr), am Tag zuvor waren es noch 43,9 Ansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Allerdings ist denkbar, dass die Inzidenzen wegen eines verminderten Testgeschehens an Pfingsten etwas zu niedrig ausfallen.

Mittlerweile sind alle Bundesländer in Deutschland unter den politisch bedeutsamen Inzidenz-Wert von 50 gerutscht. In Baden-Württemberg unterschreiten 28 der 44 Regionen nach aktuellem Stand die 50er-Inzidenzschwelle.

Der Rückgang wird von Experten unter anderem mit Immunschutz durch Impfungen und durchgemachte Infektionen, wärmeren Temperaturen und Schnelltests bei Schule, Arbeit und Freizeit in Verbindung gebracht. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass aggressive Virus-Varianten die Situation auch in Baden-Württemberg nochmal brenzliger machen. Breitet sich die Variante aus Indien auch hierzulande aus - ähnlich wie das in Großbritannien bereits geschieht? Das ist bislang kaum vorherzusagen.

++ Baden-Württemberg will nach Betrugsvorwürfen Fakten von Spahn

(16.05 Uhr) Angesichts des Betrugsverdachts bei Corona-Teststellen fordert die baden-württembergische Landesregierung verlässliche Angaben des Bundes. Der mutmaßliche Abrechnungsbetrug werde bei der Gesundheitsministerkonferenz am Montag zur Sprache gebracht, kündigte der Amtschef des Landesgesundheitsministeriums, Uwe Lahl. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) müsse einschätzen, wie groß das Problem tatsächlich sei. "Wir brauchen vom Bund jetzt Fakten, um zu entscheiden, wie wir weiter vorgehen", sagte Lahl.

Die relativ geringen Anforderungen für die Zulassung hatte in den vergangenen Wochen zu einer schnell wachsenden Zahl neuer Teststationen geführt. Der Bund überweist den Testzentren 18 Euro pro durchgeführtem Antigen-Schnelltest.

Nun aber gibt es Berichte über möglichen Abrechnungsbetrug bei den sogenannten Corona-Bürgertests. Nach einer Recherche von „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR sollen in Corona-Teststellen vielerorts deutlich mehr Tests bei den Kassenärztlichen Vereinigungen abgerechnet werden als tatsächlich durchgeführt worden seien. Der Bericht verweist auf mangelnde Kontrollmöglichkeiten seitens der Behörden. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Wirtschaftskriminalität in Bochum hat Ermittlungen gegen ein Unternehmen aufgenommen, das an mehreren Standorten Teststationen betreibt.

++ Endlich Konzerte und Turniere - viele neue Modellprojekte in BW genehmigt

(15.01 Uhr) Ein Blaskonzert oder ein Fußballturnier? Eine durchtanzte Nacht oder Schlussapplaus nach dem Theaterabend? Ewig scheint das angesichts der langen Corona-Zwangspause her zu sein. Nun macht das Land wegen der konstant sinkenden Infektionszahlen den Weg frei für weitere Modellprojekte im Tourismus, in Kultur, im Sport und in der Clubszene. 19 Versuche können an den Start gehen, um Konzepte für eine Zukunft mit weiter gesunkenen Corona-Zahlen zu erproben, wie das Gesundheitsministerium am Samstag in Stuttgart mitteilte. Voraussetzung: eine stabile Inzidenz von unter 100 im jeweiligen Land- oder Stadtkreis.

Ausgewählt wurden unter anderem Projekte für Chor- und Orchesterkonzerte, für Sehenswürdigkeiten, für die Freilichtspiele in Schwäbisch Hall und das Welfenfest in Weingarten. In Ludwigsburg sollen Angebote für Jugendliche umgesetzt und in Ravensburg zwei Clubs geöffnet werden, der Rems-Murr-Kreis plant sechs Open-Air-Konzerte im Aspacher Fußballstadion und Baden-Baden will seine Casinos und Spielhallen öffnen.

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Ausgewählte Artikel zum Virus und den Folgen:

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