Corona-Newsblog: Indische Corona-Mutante im Kreis Ravensburg nachgewiesen

Crossmedia Volontär
Digital-Redakteur
Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 29.300 (479.090 Gesamt - ca. 440.100 Genesene - 9.725 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 9.725
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 95,0
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 196.400 (3.603.055 Gesamt - ca. 3.320.300 Genesene - 86.381 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 86.381
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 79,5

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Corona macht sich bemerkbar - Zoll Singen nimmt weniger Steuern ein (13.28 Uhr)
  • RKI registriert 4209 Neuinfektionen und 221 Todesfälle (09.56 Uhr)
  • Kinderärzte fordern Schulöffnungen (06.38 Uhr)
  • Corona macht sich bemerkbar: Zoll Singen nimmt weniger Steuern ein (13.03 Uhr)
  • Verband: Hallenbäder im Sommer für Anfängerschwimmen öffnen (08.20 Uhr)

++Indische Corona-Mutante im Kreis Ravensburg nachgewiesen

(19.23 Uhr) Das Landratsamt Ravensburg hat bestätigt, dass ein Ehepaar im Landkreis an der indischen Doppelmutante des Coronavirus erkrankt ist.

Mehr dazu erfahren Sie hier. 

++ Video: Die Landesregierung will Geld ausgeben um Bildungslücken zu stopfen

(18.43 Uhr) Ministerpäsident Kretschamnn und Innenminister Strobl erklären, wie Baden-Württemberg sich den Weg aus der Pandemie vorstellt.

 

++ Land will Daten zu Corona-Impfungen in einem zentralen Archiv sammeln

(17.05 Uhr) Das Land baut ein zentrales Archiv auf, um nach der Schließung der Impfzentren nachvollziehen zu können, wer dort gegen Corona geimpft wurde. "Aktuell lagern die Dokumente noch beim Impfzentrum, sie sollen aber in Zukunft zentral aufbewahrt werden", sagte ein Sprecher des Sozialministeriums den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung".

Die Daten sollen vom Land zentral sowohl in einer Datenbank als auch in einem Papierarchiv gesichert und verwaltet werden, bestätigte das Ministerium am Dienstag. Unklar sei noch, wann das zentrale Archiv den Betrieb aufnehmen und wo es sich befinden werde.

Nach Angaben der Zeitungen können die Daten unter anderem für die Ausstellung von Ersatzdokumenten herangezogen werden. Dies wäre nötig, wenn Geimpfte ihren Impfpass oder einen anderen Nachweis für die Impfung verloren haben.

++ Änderung bei bundesweiter FFP2-Maskenpflicht für Kinder geplant

(16.29 Uhr) Als Schutz in der Corona-Pandemie sollen Kinder zwischen 6 und 16 Jahren künftig auch OP-Masken tragen können - statt bisher vorgeschriebener spezieller FFP2-Masken. Das sieht eine von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgesehene Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor. "Masken müssen sitzen, damit sie schützen", sagte der CDU-Politiker. "Da es für Kinder und Jugendliche kaum passende FFP2-Masken gibt, streichen wir für sie im Bundesgesetz die entsprechende Pflicht." Die künftig verpflichtenden OP-Masken gebe es in passender Größe, und auch sie verhinderten Infektionen.

Konkret geht es um bundeseinheitliche Vorgaben zur Maskenpflicht, die mit dem Gesetz zur "Bundesnotbremse" eingeführt worden sind - etwa in Bussen und Bahnen, bei Friseurbesuchen oder medizinischen Terminen. Generelle Ausnahmen von dieser Maskenpflicht gibt es unter anderem für Kinder unter sechs Jahren und Menschen, die aus medizinischen Gründen mit ärztlichem Attest keine Maske tragen können. Daneben gibt es auch Masken-Regelungen der Länder.

Die Änderung des Infektionsschutzgesetzes soll voraussichtlich an diesem Donnerstag vom Bundestag beschlossen werden und Ende Mai abschließend in den Bundesrat kommen. Darin ist unter anderem auch vorgesehen, dass neben Ärzten auch Apotheken Corona-Impfungen in die geplanten zusätzlichen digitalen Impfnachweise eintragen können.

++ Landesweit sinkende Inzidenz: weitere Modellprojekte möglich

(15.07 Uhr) Da die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg sinkt, will das Sozialministerium weitere Modellprojekte für Öffnungen umsetzen. Das Ministerium hat deswegen bereits am Freitag einen Aufruf an Kommunen gestartet. Diese sollen Öffnungen mit Modellcharakter planen und sich zur Genehmigung bewerben. Amtsleiter Uwe Lahl sagte dazu: "Wir öffnen mit Umsicht und Vorsicht. Mit den Modellprojekten wollen wir wertvolle Erkenntnisse gewinnen." Die Projekte sollen wissenschaftlich begleitet werden. Im Fokus stünden dieses Mal auch Projekte der Kinder- und Jugendarbeit. Etwa Ferienprogramme in den Pfingstferien.

++ Land will mit Geld zunächst Corona-Bildungslücken bekämpfen

(14.09 Uhr) Nach der Bekanntgabe der aktuellen Steuerschätzung will das Land das verfügbare Geld zunächst in die Behebung von Bildungslücken investieren. Die erste Priorität sei die Bewältigung der Folgen der Corona-Krise, vor allem im Bildungsbereich, kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart an. Weiter nannte er als Priorisierung den Klimaschutz und die Digitalisierung.

Die Frühjahrssteuerschätzung für das Land war mit Spannung erwartet worden, da angesichts der Kassenlage alle Projekte im grün-schwarzen Koalitionsvertrag unter Haushaltsvorbehalt stehen. Die Steuerschätzer hatten am Montag stabilere Steuereinnahmen im Land in Aussicht gestellt - sie liegen 2021 um 657 Millionen Euro höher als im laufenden Landeshaushalt veranschlagt. Für 2022 ergibt sich ein Plus von 466 Millionen Euro im Vergleich zur sogenannten mittelfristigen Finanzplanung. Das verkleinere lediglich die Haushaltslücke, sagte Kretschmann. "Das sind nicht Gelder, die wir jetzt einfach ausgeben können."

++ Bund und Länder planen weiteren Impfgipfel am 27. Mai

(13.27 Uhr) Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 27. Mai über das weitere Vorgehen bei den Corona-Impfungen beraten. Dabei soll es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vom Dienstag unter anderem um das Impfen von Schülern und Studenten, den geplanten digitalen Impfnachweis sowie die Impflogistik im Sommer gehen.

Eine offizielle Einladung zu den Beratungen gab es demnach noch nicht. Zuerst hatte der Sender RTL/n-tv über den Termin berichtet. Merkel und die Regierungschefs der Länder hatten sich zuletzt am 26. April zu einem Impfgipfel getroffen.

++ Corona macht sich bemerkbar: Zoll Singen nimmt weniger Steuern ein

(13.07 Uhr) Das Hauptzollamt Singen hat im zurückliegenden Jahr 2,403 Milliarden Euro eingenommen. Dies sind rund 350 Millionen Euro weniger als im Jahr 2019. In den Zahlen spiegelten sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie wieder, heißt es in einer Pressemitteilung.

Bundesweit nimmt der Zoll 128,5 Milliarden Euro an Steuern aus Ein- und Ausfuhrabgaben sowie Verbrauchssteuern auf Energieträger und Genussmittel ein, das ist etwa die Hälfte der gesamten Steuereinnahmen. Zudem bekämpft der Zoll Rauschgiftkriminalität und Schwarzarbeit und war 2020 auch für die Überwachung der Corona-Vorschriften eingesetzt.

In Singen stellt die Einfuhrumsatzsteuer mit gut 1,97 Milliarden Euro die größte Einnahmequelle dar. Neben den über 96 Millionen Euro an Einnahmen aus der Strom- und Energiesteuer, über lange Jahre die zweitgrößte Einnahmequelle des Hauptzollamtes Singen, gewinnt nunmehr die Kraftfahrzeugsteuer immer mehr an Bedeutung. Seit April 2014 ist das Hauptzollamt Singen zuständig für den Einzug der Kfz-Steuer für den Bezirk des Regierungspräsidiums Freiburg. 2020 betraf das 1,85 Millionen Fahrzeuge, das waren Einnahmen in Höhe von über 274 Millionen Euro.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Vorläufige Labordaten: Impfstoffe dürften auch vor indischer Corona-Variante B.1.617 schützen

(12.07 Uhr) Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna dürften vorläufigen US-Daten zufolge auch vor den indischen Corona-Varianten B.1.617 und B.1.618 gut schützen. Es gebe gute Gründe, das anzunehmen, schreiben Forscher mit Verweis auf Laborexperimente in einer Preprint-Studie, die bislang nicht von Experten begutachtet und nicht in einem Fachjournal veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler überprüften im Labor, inwieweit Antikörper von Genesenen und Geimpften an mutierte Virusproteine binden. Dabei stellten sie fest, dass die Wirksamkeit der Antikörper bei B.1.617 und B.1.618 zwar etwas geringer ausfiel als beim ursprünglichen Erregertyp, gegen den die Impfstoffe entwickelt wurden. Die Forscher gehen aber von einem weitgehenden Schutzeffekt aus. Zu beachten ist, dass es sich um Laborexperimente handelt. Inwieweit die Impfung tatsächlich vor den indischen Varianten schützt, lässt sich daraus nicht mit Sicherheit ableiten.

Das Robert Koch-Institut schreibt auf seiner Seite über die indische Variante, die auch hierzulande immer öfter nachgewiesen wird: „B.1.617 zeichnet sich durch Mutationen aus, die mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht werden, wobei erste laborexperimentelle Daten darauf hindeuten, dass die Impfstoffwirksamkeit nicht substanziell beeinträchtigt ist.“

Das RKI beobachtet einen wachsenden Anteil von B.1.617 in Deutschland, wenn auch noch auf sehr niedrigem Niveau. Ihr Anteil an den untersuchten Proben betrug zuletzt weniger als zwei Prozent.

Coronavirus
Jens Spahn (l,CDU), Bundesminister für Gesundheit, wird in einer Hausarztpraxis mit dem Impfstoff AstraZeneca geimpft. (Foto: Guido Kirchner / DPA)

++ Sozialministerium beklagt Mangel an Corona-Impfstoff

(11.38 Uhr) Das Sozialministerium hat den weiterhin bestehenden Mangel an Corona-Impfstoff im Südwesten beklagt. „Es hatte die Aussage gegeben, im Mai komme soviel Impfstoff, dass wir kaum noch wissen würden, wohin damit“, sagte Layla Distler, Leiterin der Stabsstelle Impfen des Sozialministeriums, im Gespräch mit der „Badischen Zeitung“ (Dienstag) in Bezug auf eine Äußerung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

In den Impfzentren habe man deshalb mit der vollen Kapazität geplant. Den Großteil des Impfstoffs benötige man nun aber für die Zweitimpfungen und könne weniger Termine für Erstimpfungen bereitstellen, so Distler.

Davon betroffen ist auch das Impfzentrum in Ulm. Nach SWR-Informationen können dort momentan kaum noch neue Termine vergeben werden, weil weniger Dosen geliefert werden als ursprünglich geplant. In dieser und der nächsten Woche finden noch jeweils mehr als 20.000 Impfungen auf dem Ulmer Messegelände statt. Nach Pfingsten werden es dann weniger, sollten Impfstofflieferungen weiter ausbleiben. Den Großteil des Impfstoffs benötige man jetzt aber für die Zweitimpfungen und könne deshalb weniger Termine für Erstimpfungen bereitstellen.

Wie den Impfzentren geht es auch den niedergelassenen Ärzten: Auch die hatten signalisiert, mehr impfen zu können. Aber auch dort stünden zunehmend Zweitimpfungen an. Derzeit wird laut Layla Distler über die Impfstoff-Lieferungen für das dritte Quartal des Jahres verhandelt.

Das für die Corona-Impfungen zuständige Personal im Ministerium wurde indessen stark ausgebaut. Von anfangs drei Leuten seien nun 60 bei der Stabsstelle Impfen, die auch aus anderen Häusern unterstützten, sagte Distler. Momentan plane man Impfaktionen in sozial benachteiligten Gebieten. Zudem arbeiteten Distler und ihr Team daran, das Vorhaben des Bundes umzusetzen, dass alle Schüler über zwölf Jahre bis nach den Sommerferien mindestens eine Erstimpfung bekommen. „Dafür wurde uns auch zusätzlicher Impfstoff in Aussicht gestellt“, so Distler.

++ RKI registriert 4209 Neuinfektionen und 221 Todesfälle

(09.56 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4209 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen von Dienstagmorgen hervor, die den Stand der RKI-Fallzahlenseite von 08.11 Uhr wiedergeben.

Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 6125 Ansteckungen gelegen, in dem Datensatz fehlten allerdings die Fallzahlen aus Brandenburg. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 79,5 an (Vortag: 83,1; Vorwoche: 115,4).

Aufgrund des vergangenen Himmelfahrt-Wochenendes sei bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden, hieß es im Lagebericht des RKI vom Montag. "Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden."

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 221 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 283 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3 603 055 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 86 381 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Montagabend bei 0,77 (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 77 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

++ Verband: Hallenbäder im Sommer für Anfängerschwimmen öffnen

(08.20 Uhr) Der Badische Schwimm-Verband appelliert an Kommunen und private Betreiber, neben den Freibädern auch die Hallenbäder zu öffnen. "Wir haben 100.000 Kinder, die in den vergangenen 14 Monaten coronabedingt nicht schwimmen gelernt haben", sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Holger Voigt, in Heidelberg.

In Hallenbädern könne der Stau bei den Anfängerkursen rascher abgebaut werden. Der Unterricht im Freibad sei wegen des Wetters erst ab Juli möglich. Zuvor kühlten die Kinder zu sehr aus. Überdies müsse es Geld von den Betreibern und vom Land für mehr Personal geben, um gemeinsam mit den Lehrkräfte die Warteliste abzuarbeiten.

Die ersten Freibäder im Land wurden am Montag geöffnet, etwa in Sindelfingen. Außenbereiche von Schwimmbädern sowie Badeseen mit kontrolliertem Zugang können öffnen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 an fünf aufeinander folgenden Tagen.

Besucher müssen einen negativen Schnelltest vorlegen oder den Nachweis der Genesung oder Impfung. Eingelassen wird derzeit ein Gast pro 20 Quadratmeter Fläche. Die Aussicht auf entsprechend geringe Einnahmen lässt die Betreiber nach Voigts Angaben zum Teil am Sinn einer Öffnung zweifeln.

++ Kinderärzte fordern Schulöffnungen

(06.38 Uhr) "Schulen öffnen, Kitas öffnen - natürlich gemäß den geltenden Leitlinien und mit angemessenen Testungen. Jetzt ist es an der Zeit, das Ruder herumzureißen", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, der "Rheinischen Post".

"Wir sehen die dringende Notwendigkeit, dass sich Menschen, die sich noch nicht impfen lassen können, keine Nachteile davon haben dürfen. Es ist absolut notwendig, selbst wenn Jugendliche in den höheren Jahrgängen geimpft werden können, für Kinder im Grundschulalter, aber auch in mittleren Jahrgängen wieder ein normales soziales Leben zu ermöglichen, damit sie sich normal entwickeln können."

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) kritisierte die politische Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen während der Pandemie scharf. "Kinder und Jugendliche wurden in der Pandemie von Anfang an massiv vernachlässigt. In der ersten Phase waren die pauschalen Einschränkungen wie Schul- und Kitaschließungen noch nachvollziehbar. Aber inzwischen haben wir gelernt, dass Kinder die Infektion deutlich weniger weitertragen und selbst deutlich seltener erkranken als Erwachsene", sagte BVKJ-Sprecher Jakob Maske der "Rheinischen Post".

"Es gibt psychiatrische Erkrankungen in einem Ausmaß, wie wir es noch nie erlebt haben. Die Kinder- und Jugendpsychiatrien sind voll, dort findet eine Triage statt. Wer nicht suizidgefährdet ist und "nur" eine Depression hat, wird gar nicht mehr aufgenommen."

Auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) forderte von Bund und Ländern mehr Anstrengungen zugunsten der Schüler. "Die Lage der jungen Generation steht aus meiner Sicht gegenwärtig immer noch viel zu wenig im Mittelpunkt der Diskussion", sagte sie der "Bild". Das werde den Sorgen, die "wir uns machen sollten, nicht gerecht". Der Ausfall an Präsenzunterricht habe zu erheblichen Lernrückständen geführt.

Der Deutsche Lehrerverband hält eine Rückkehr zum vollständigen Präsenzunterricht ab einer Inzidenz von 50 für empfehlenswert. "Wir haben ja bereits jetzt nur noch wenige Landkreise oberhalb der 165er Inzidenz, die für reinen Distanzunterricht ausschlaggebend ist", sagte ihr Präsident Heinz-Peter Meidinger der Zeitung. Unterhalb der 100er Inzidenz könnten Länder vollständigen Präsenzunterricht anordnen.

++ Das waren die letzten Meldungen vom Montag

++ EU-Arzneimittelbehörde: Biontech-Impfstoff darf einen Monat lang in Kühlschrank

(19.23 Uhr) Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer kann nun einen Monat lang im Kühlschrank aufbewahrt werden und nicht mehr nur fünf Tage. Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) stimmte am Montag einer entsprechenden Ausweitung der Lagerfrist zu.

Der „aufgetaute, unverdünnte Impfstoff“ könne bei Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad nun für 31 Tage gelagert werden statt wie bisher für fünf Tage, teilte Biontech mit.

Innerhalb des verlängerten Zeitraums ist der Transport der Durchstechflaschen demnach noch für maximal zwölf Stunden möglich. Ist der Impfstoff verdünnt, muss er wie bisher innerhalb von sechs Stunden verabreicht werden. Die erweiterte Lagerungsdauer gilt laut Unternehmen ab sofort für „alle derzeit verfügbaren und zukünftigen Chargen“.

Die EMA geht davon aus, dass die neue Lagerfrist die Planung und Logistik der Impfkampagnen in den EU-Mitgliedstaaten erleichtert. Unmittelbar nach der Zulassung des Biontech-Vakzins war dessen Kühlung und Lagerung noch deutlich aufwändiger gewesen.

++ Corona-Inzidenz im Südwesten fällt unter die 100er-Schwelle

(18.08 Uhr) Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist erstmals seit fast zwei Monaten wieder unter die Schwelle von 100 gefallen. Im Laufe der vergangenen sieben Tage haben die Behörden mit Stand vom Montag (16.00 Uhr) im Schnitt 95,0 Ansteckungen pro 100 000 Einwohner registriert, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte.

Am Sonntag hatte der Wert noch bei 101,0 gelegen, am Samstag bei 102,3 und am Montag vergangener Woche deutlich höher bei 140,6. Baden-Württemberg hatte die 100er Marke letztmals am 20. März unterschritten.

Inzwischen liegen nur noch 18 von 44 Stadt- und Landkreisen über der 100er Inzidenzschwelle. Am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin im Zollernalbkreis, wo sie entgegen dem allgemeinen Trend am Montag leicht auf 210,7 stieg. Am niedrigsten ist die Inzidenz im Kreis Emmendingen (34,9).

++ Spahn will Impfpriorisierung am 7. Juni aufheben

(17.23 Uhr) Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Priorisierung bei den Corona-Impfungen am 7. Juni bundesweit aufheben. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus Kreisen der Gesundheitsministerkonferenz (GMK).

Die Ressortchefs von Bund und Ländern berieten am Montag über den Vorschlag. 

Einige Bundesländer haben die Impfpriorisierung bereits aufgehoben. Spahn hatte die Aufhebung für Juni bereits angekündigt, nun nennt er ein konkretes Datum.

Damit können sich erstmals Menschen, die keiner der drei Priorisierungsgruppen angehören, um einen Impftermin bemühen.

Ärztevertreter verweisen aber darauf, dass derzeit noch nicht genügend Impfstoff für alle vorhanden sei. Deshalb müssen sich Menschen, die keiner der drei Gruppen angehören, häufig noch gedulden.

+++ Hier geht es zum Corona-Newsblog von Montag +++

Ausgewählte Artikel zum Virus und den Folgen:

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