Corona-Newsblog: Das waren die Meldungen vom Wochenende

Crossmedia Volontär
Digital-Redakteur
Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 43.000 (427.854 Gesamt - ca. 375.600 Genesene - 9.211 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:9.211
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 190,5
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 312.000 (3.287.418 Gesamt - ca. 2.893.900 Genesene - 81.564 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 81.564
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 165,6

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Erneut Sicherheitslücke bei Corona-Schnelltests (12.57 Uhr)
  • 18.773 Corona-Neuinfektionen und 120 neue Todesfälle (07.45 Uhr)
  • Maskengegner schlägt schwerbehinderten Mann nieder (13.59 Uhr)
  • Proteste gegen Ausgangsbeschränkungen in mehreren Städten (11.30 Uhr)
  • Corona treibt Kunden zu Direktvermarktern (09.57 Uhr)

 

Das wars für heute. Morgen versorgen wir Sie wieder mit Neuigkeiten zur Corona-Pandemie.

++ Söder für mehr Impfungen in Betrieben und Familien

(19.21 Uhr) Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie fordert CSU-Chef Markus Söder, dass deutlich mehr in der Arbeitswelt und in Familien geimpft wird. "Wir brauchen Betriebsimpfungen, wir brauchen Familienimpfungen", sagte der bayerische Ministerpräsident am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Grund sei, dass in Firmen und Familien eine hohe Ansteckungsgefahr herrsche.

Damit müsse eine weitgehende Freigabe der Impfstoffe einhergehen, sagte Söder. Die Priorisierung nach Alters- und Berufsgruppen sowie Krankheitsbildern sei am Anfang sinnvoll gewesen, "aber jetzt entwickelt sie sich zunehmend zu einem Zeithindernis".

Zur Debatte über die Gewährung von Freiheitsrechten für Geimpfte und Genesene sagte der CSU-Chef, wenn jemand geimpft sei, könne er seine Rechte auch wieder einfordern vom Staat. Dies sollte nun "zeitlich gut gestaffelt" geschehen. Auch sei die baldige Aufhebung von Beschränkungen ein Anreiz, sich impfen zu lassen.

Über das Thema Impfen berät am Montagnachmittag eine Bund-Länder-Runde. Söder hatte zuvor vorgeschlagen, schon im Mai alle Impfstoffe für jeden komplett freizugeben und auch Schüler ab 16 Jahren vermehrt zu impfen.

Zu Forderungen des SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz, Ende Mai klare Öffnungsschritte für den Sommer festzulegen, äußerte sich Söder kritisch. "Mit Corona kann man keine Deals und Pläne machen", sagte er. Tagesgenaue Pläne hätten in der ganzen Pandemie-Zeit nie funktioniert. Scholz' Forderung sei daher "eher ein Schaugefecht, als ein kluger Vorschlag".

++ Bund und Länder beraten über Lockerungen für Geimpfte

(17.59 Uhr) Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder kommen am Montagnachmittag (15.00 Uhr) für einen Impfgipfel zusammen. Bei der Videokonferenz wird im Mittelpunkt stehen, welche Corona-Beschränkungen für Geimpfte und Genesene wegfallen könnten. Anschließend ist eine Pressekonferenz mit der Kanzlerin geplant.

Einem Eckpunktepapier von Samstag zufolge ist die Bundesregierung der Auffassung, dass es für vollständig gegen Covid-19 Geimpfte und für Genesene gewisse Ausnahmen von den geltenden Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen geben soll. Demnach könnten ihnen bei Einreiseregeln, Zugang zu Ladengeschäften und bestimmten Dienstleistungen dieselben Ausnahmen eingeräumt werden, die für negativ Getestete gelten.

Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung oder das Abstandsgebot würden jedoch auch für Geimpfte, Genesene und Getestete noch für einen längeren Zeitraum weiter gelten. Auch ein Anspruch auf die Öffnung bestimmter Einrichtungen - etwa Museen oder Schwimmbäder - ergibt sich nach Einschätzung der Bundesregierung aus den für Geimpfte und Genesene festzulegenden Ausnahmen nicht.

Im Vorfeld hatten sich zahlreiche Akteure für Erleichterungen bei Geimpften und Genesenen ausgesprochen, zuletzt auch der Städte- und Gemeindebund.

Abgeordnete können sich ab 3. Mai von der Bundeswehr impfen lassen

(16.27 Uhr) Alle Mitglieder der Bundesregierung, des Bundestages, des Bundesrates und des Bundesverfassungsgerichts sollen ab dem 3. Mai die Möglichkeit erhalten, sich in den von der Bundeswehr betriebenen Impfzentren des Bundes oder bei der parlamentsärztliche Stelle gegen Covid-19 impfen zu lassen. Den Ländern stehe es frei, für die Mitglieder ihrer Verfassungsorgane ab dem 3. Mai ebenso zu verfahren, heißt es in einem Bericht des Gesundheitsministeriums vom Sonntag. Die Mitglieder der Verfassungsorgane gehören der Gruppe drei (Personen mit erhöhter Priorität) an.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums beteiligen sich inzwischen mehr als 65 000 Ärzte an der Impfkampagne. In der 17. Kalenderwoche (ab 26. April) sollen demnach in den Arztpraxen erstmals mehr als zwei Millionen Dosen verabreicht werden, in der Woche darauf mehr als drei Millionen Dosen.

++ Grünen-Politikerin: Mit Impfungen müssen auch Freiheiten zurückkehren

(15.30 Uhr) Die Grünen-Rechtspolitikerin Manuela Rottmann fordert, Corona-Geimpften und von der Krankheit Genesenen Freiheiten zurückzugeben. "Wenn Menschen nach Einschätzung des RKI immunisiert sind und keine Viren mehr übertragen können, dann sollten Beschränkungen für diese Personen auch zurückgenommen werden", sagte die Obfrau im Rechtsausschuss am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. "Grundrechtseinschränkungen sind schließlich nur so lange zu rechtfertigen, wie sie auch notwendig sind. Mit den Impfungen müssen auch die Freiheiten zurückkehren."

Bund und Länder beraten am Montag in einem Impfgipfel dazu. Aus Sicht von Rottmann beschäftigt sich die Bundesregierung zu spät mit dem Thema. "Leider hat die Bundesregierung auch dieses Thema viel zu lange liegen lassen. Deshalb lässt auch ein einfacher und zugleich sicherer Impfnachweis weiter auf sich warten." Man erwarte nun konkrete Vorschläge. "Wenn wir Immunisierten ihre Grundrechte wiedergeben können, ist das für sehr viele Menschen gleichbedeutend mit einer Rückkehr zur Normalität."

++ Maskengegner schlägt schwerbehinderten Mann nieder

(13.59 Uhr) Ein 63-Jähriger ist am Samstagabend gegen 17.30 Uhr in einem Discounter in Heidenheim zum Einkaufen gewesen. Dort wies er einen etwa 30-jährigen Kunden auf die Maskenpflicht hin. Dieser wurde gegenüber dem Senior aggressiv und schubste ihn nach hinten weg.

Der schwerbehinderte Mann stürzte dadurch. Doch damit war nicht genug. Der 30-Jährige kniete sich auf den Oberkörper des am Boden liegenden und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht.

Der Geschädigte erlitt Prellungen und Schürfwunden. Der Schläger ist etwa 1,85 Meter groß, hat weiße Hautfarbe und trägt Rastalocken. Er verließ den Markt und und floh mit seinem Fahrrad.

Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an. Eine Fahndung nach dem Mann lief ins Leere.

++ Erneut Sicherheitslücke bei Corona-Schnelltests

(12.57 Uhr) Aufgrund einer Sicherheitslücke in einer Schnelltest-Software konnten Unbefugte erneut auf Testergebnisse und andere sensible Informationen zugreifen. Wie der „Tagesspiegel“ berichtete, können etwa an zwei Berliner Testzentren die Daten von mehr als 6000 Registrierungen seit Anfang April abgerufen werden, darunter sensible Angaben wie Adresse und Geburtsdatum.

Nach Recherchen der Zeitung nutzen auch viele andere Teststationen beispielsweise in Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart, Würzburg oder Heidelberg die fehlerhafte Software des Betreibers Innofabrik aus Haßloch (Rheinland-Pfalz).

Die Sicherheitslücke sei am Samstag „innerhalb kürzester Zeit“ behoben worden, erklärte Innofabrik-Geschäftsführer Dennis Messer am Sonntag der dpa. Er bedauere den Fehler zutiefst, „Datenschutz nimmt bei uns eine sehr hohe Priorität ein“.

Bei einer stichprobenartigen Prüfung des „Tagesspiegel“ in 13 Teststationen, die nach ersten Recherchen der Zeitung die Software von Innofabrik nutzen, sei am Samstag auch der Abruf fremder Daten möglich gewesen. Laut der Zeitung geht es um insgesamt mehr als 45 000 Termindaten. Messer geht dagegen von einem deutlich geringerem Wert aus: „Die genaue Zahl müssen wir noch prüfen“, sagte er.

++ Proteste gegen Ausgangsbeschränkungen in mehreren Städten

(11.30 Uhr) Am späten Samstagabend haben in einigen deutschen Großstädten insgesamt mehrere hundert Menschen gegen die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie protestiert. Die Demonstrationen verliefen nach Angaben der Polizei friedlich.

In Frankfurt zogen etwa 300 Demonstranten mit Plakaten durch die Innenstadt, einige zündeten dabei stark rauchende Feuerwerkskörper. In Hannover protestierten rund 100 Menschen. Beide Demonstrationen waren zuvor bei der Polizei angemeldet worden. In Berlin versammelten sich nach einem Aufruf im Internet spontan etwa 20 bis 30 Radfahrer zu einer Protestfahrt.

Die Ausgangsbeschränkungen zwischen 22 Uhr und 5 Uhr gelten dann, wenn in einer Stadt oder einem Landkreis die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz (Ansteckungen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt. Dies ist derzeit sehr vielen Kreisen und Städten der Fall.

Im sächsischen Chemnitz war  Samstagvormittag eine geplante Demonstration von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen verboten worden. Von der geplanten Versammlung mit 5000 Teilnehmern gehe in infektionsschutzrechtlicher Hinsicht eine konkrete und erhebliche Gefahr aus, urteilte das Oberverwaltungsgericht in Bautzen. (Az.: 6 B 204/21).

Das Verbot wurde offensichtlich akzeptiert, größere Menschenansammlungen blieben gestern in Chemnitz aus. Es seien lediglich Kleingruppen angetroffen worden, die auf das Versammlungsverbot hingewiesen worden seien, hieß es von der Polizei.

++ Corona treibt Kunden zu Direktvermarktern

(09.57 Uhr) In den Corona-Lockdowns waren Spaziergänge plötzlich ziemlich angesagt - viel anderes gab es ja nicht zu tun. Dem Obstparadies im südbadischen Staufen hat diese schnöde Freizeitbeschäftigung neue Kundschaft beschert.

"Ganz viele Leute haben uns auf Spaziergängen entdeckt", erzählt Johannes Geng, Inhaber des Obsthofs, der unter anderem Früchte, Säfte und zugekauftes Gemüse im eigenen Hofladen und auf Märkten verkauft. Und auch jetzt schätzten Kunden seinen Hof als Ausflugsziel vor allem im Alltag mit Kindern - nach dem Motto: "Dann waren wir zum Einkaufen alle mal draußen, bevor wir uns wieder in die Homeoffice-Einöde begeben."

Geng verzeichnet eine gestiegene Nachfrage nach seinen Produkten - und ist damit nicht allein. Der Bauernverband spricht von einem wahren Boom bei Hofläden, Märkten und Verkaufsautomaten. "Die Baden-Württemberger rennen unseren Landwirten regelrecht die Bude ein", sagt Ariane Amstutz, Sprecherin des Landesbauernverbands, der Deutschen Presse-Agentur.

Der Trend habe mit der ersten Corona-Welle begonnen - vermutlich weil die Menschen Sorge gehabt hätten, sich in vollen Supermärkten mit dem Coronavirus zu infizieren. Nicht wenige Bauern seien im Zuge der Krise neu in die Direktvermarktung eingestiegen, sagt Amstutz. Auch nach mehr als einem Jahr Pandemie halte sich die erhöhte Nachfrage nach direkt verkauften, regionalen Produkten.

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++ 18.773 Corona-Neuinfektionen und 120 neue Todesfälle

(07.45 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 18.773 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von heute Morgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:58 Uhr wiedergeben.

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 120 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Am Sonntag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 19 185 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 67 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI heute Morgen bundesweit bei 165,6. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 164,4 angegeben, am Sonntag vergangener Woche mit 162,3, vor vier Wochen (28.3.) mit 129,7.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.287.418 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.893.900 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 81.564.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Samstagnachmittag bei 1,09 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 109 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Das waren die wichtigsten Meldungen am Samstag. 

++ Inzidenz in Baden-Württemberg steigt weiter

Der Tagesbericht des Landesgesundheitsamt (LGA) weißt am Samstag (Stand 16.00 Uhr) für Baden-Württemberg eine Inzidenz von 190,5 pro 100.000 Einwohner aus. Insgesamt haben sich im Südwesten 427.910 Menschen mit Sars-CoV2 infiziert. Davon gelten 372.319 als Genesen. Insgesamt verzeichnet das LGA 9.211 Verstorbene. 

Deutschlandweit lässt sich die Lage so zusammenfassen:

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 23 392 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:03 Uhr wiedergeben. Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 286 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Samstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 23 804 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 219 neue Todesfälle verzeichnet.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Samstagnachmittag bei 1,09 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 109 weitere Menschen anstecken. Für Baden-Württemberg liegt der Sieben-Tage-R-Wert bei 1,13 und damit über dem Bundesschnitt. 

++ Vor Impfgipfel: Südwesten appeliert an den Bund 

(13.37 Uhr) Unmittelbar vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern hat Baden-Württemberg das Bundesgesundheitsministerium aufgefordert, Hürden für Betriebsärzte beiseite zu räumen. „Die Betriebe sind bereit und können und wollen sich in die Impfung einbringen“, schreibt das Stuttgarter Sozialministerium.

Voraussetzung dafür sei aber, dass Betriebsärztinnen und -ärzte vom Pharmagroßhandel und den Apotheken mit Impfstoff beliefert würden. Bisher müssten sich noch die Impfzentren der Länder darum kümmern. „Das verlangsamt den gesamten Prozess und fordert die Impfzentren als Logistikunternehmen, was sie nicht sind“, moniert der Amtschef im Sozialministerium, Uwe Lahl.

Frage der Abrechnung durch Betriebsärzte noch ungeklärt

Darüber hinaus gebe es noch ungeklärte Fragen bei der Vergütung der Betriebsärztinnen und -ärzte. Die Bezahlung sei zwar grundsätzlich festgeschrieben, doch in der Praxis gebe es da noch Probleme.

Lahl bittet das Bundesgesundheitsministerium, mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu klären, wie die Betriebsärzte genau abrechnen sollen. Beim Impfgipfel an diesem Montag wollen Bund und Länder unter anderem über die Priorisierung beim Impfen, die Logistik und über besondere Rechte für Geimpfte sprechen.

In Baden-Württemberg sollen nach den Hausärzten nun auch die Betriebsärzte immer mehr impfen. In den nächsten Tagen soll der erste Modellversuch beginnen, dann sollen die über 60-Jährigen geimpft werden. In dem Brief ersucht das Sozialministerium den Bund nochmal um schnelle Impfstofflieferung.

Baden-Württemberg kann eine Million Impfdosen pro Woche verimpfen und bittet um Lieferung!

Uwe Lahl, Amtschef im Sozialministerium

Die Betriebsärztinnen und -ärzte spielten eine wichtige Rolle. „Im nächsten Schritt können die Betriebe jedoch ihren Beitrag insbesondere bei der Verimpfung der jüngeren Bevölkerung leisten, die gerade besonders zum steigenden Infektionsgeschehen beiträgt.“

++ Bundeskanzlerin: „Keine Alternative zu Ausgangssperren“

Angela Merkel sieht mit Blick auf die Erfahrungen anderer europäischer Staaten keine Alternative zu den seit Samstag geltenden Regeln der sogenannten Corona-Notbremse. „Kein Land, das es geschafft hat, die dritte Welle der Pandemie zu brechen und dann Lockerungen vorzunehmen, hat das ohne vorher harte Maßnahmen wie nächtliche Ausgangsbeschränkungen geschafft“, sagte die Kanzlerin in ihrer wöchentlichen Videobotschaft.

Auch Deutschland komme deshalb „nicht um die Maßnahmen herum“. Nur mit den in dieser Woche beschlossenen bundesweiten Einschränkungen sei es möglich, in überschaubarer Zeit von den sehr hohen Corona-Infektionsraten wieder herunterzukommen. 

„Unsere Impfkampagne, sie nimmt immer mehr Fahrt auf - sie ist der Schlüssel zur Überwindung der Pandemie“, fügte Merkel hinzu. Bislang sind rund sieben Prozent der Menschen in Deutschland vollständig geimpft. Den Anteil der Menschen, die die erste Dosis eines Covid-19-Vakzins erhalten haben, gab das Robert Koch-Institut am Samstag mit 22,8 Prozent an.

Merkel verwies die angespannte Lage auf den Intensivstationen vieler Krankenhäuser. Sie sagte: „Was wir von Ärzten und dem Pflegepersonal hören, das sind wahre Hilferufe.“

++ Über eine Million Menschen von Jobverlust betroffen

(11.42 Uhr) Krise, Lockdown, Job verloren - so sieht das Schicksal hunderttausender Bundesbürger in der Pandemie aus. Geringverdiener wurden besonders stark getroffen.

Im Zuge der Corona-Krise haben im vergangenen Jahr mehr als eine Million Menschen ihre Arbeit verloren. Mehr als die Hälfte davon waren Minijobber, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

477 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte verloren demnach ihren Job. Für die geringfügige Beschäftigung schlug Corona im vergangenen Jahr mit einem Minus von 526 000 Jobs zu Buche.

Besonder Betroffen: Arbeitskräfte aus dem Gastgewerbe und der Hotellerie. Mit etwa 128 000 entlassenen regulär Beschäftigten machte das verarbeitende Gewerbe einen weiteren großen Block aus. Die meisten der hier Betroffenen arbeiteten in der Metall- und Elektroindustrie.

Auch viele Menschen aus der Kunst-, Unterhaltungs- und Erholungsbranche sind arbeitslos geworden: Betroffen waren hier etwa 78 000 Minijobber.

Jüngsten Zahlen der Arbeitsagentur zufolge gab es im März diesen Jahres rund 2,8 Millionen arbeitssuchende Menschen in Deutschland. Das waren etwa 492 000 mehr als im März 2019. In Kurzarbeit befanden sich im vergangenen Monat noch rund 197 000 Menschen. Rund eine Million gelten als Langzeitarbeitslose.

++ Einreisebeschränkungen aus Indien kommen

(12.01 Uhr) Die Bundesregierung will Indien zum Virusvarianten-Gebiet erklären. Damit gilt in Deutschland ab Montag ein weitgehendes Einreiseverbot für Menschen aus Indien. 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Indien zum Virusvarianten-Gebiet erklärt. Erst am Freitag war Indien nebe Oman, Katar und Tunesien zum Hochinzidenz-Gebiet erklärt worden.

Wegen der Coronavirus-Mutation in Indien werden Einreisen aus dem Land nach Deutschland weitgehend gestoppt. "Um unsere Impfkampagne nicht zu gefährden, muss der Reiseverkehr mit Indien deutlich eingeschränkt werden", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem ZDF.

Daher werde die Bundesregierung Indien kurzfristig zum Virusvarianten-Gebiet erklären - ab Sonntagnacht dürften dann nur noch Deutsche aus Indien einreisen. Das erfuhr auch die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen.

++ Biberacher Gesundheitsamt warnt vor falschen Ergebnissen bei Schnelltests

(09.30 Uhr) Leichte Erkältungssymptome – aber der Corona-Schnelltest fällt trotzdem negativ aus. Ist damit alles gut? Nicht zwingend. Das Biberacher Gesundheitsamt warnt jetzt vor einem allzu sorglosen Umgang mit Schnell- beziehungsweise Selbsttests.

Die Behörde hat nämlich erste Einzelfälle beobachtet, bei denen Betroffene trotz eines negativen Ergebnisses doch mit dem Virus infiziert waren. Dennoch können Schnelltests im Kampf gegen die Pandemie hilfreich sein. Vorausgesetzt, mit dem Ergebnis wird richtig umgegangen.

Mehr dazu lesen Sie hier auf schwaebsiche.de

++ RKI registriert 23.392 Neuinfektionen und 286 Todesfälle

(09.00 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 23.392 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 286 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 164,4. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 164,0 angegeben. Bisher kann laut RKI anhand der Sieben-Tage-Inzidenz der vergangenen Tage noch nicht abgeschätzt werden, ob sich der ansteigende Trend der vergangenen Woche fortsetzt.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.268.645 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.882.300 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 81.444.

Das waren die letzten Meldungen vom Freitag

++ Zwei Drittel der Kreise über 165er-Inzidenz — Mehr als 9200 Tote 

(21.23 Uhr) Zwei von drei Kreisen in Baden-Württemberg liegen bei den Corona-Zahlen über der 165er-Inzidenz, die neuerdings für die Frage nach Schul- und Kita-Schließungen maßgebend ist.

Den Richtwert überschreiten nach Angaben des Landesgesundheitsamts vom Freitag 30 der 44 Stadt- und Landkreise (Stand 16.00 Uhr). Innerhalb der vergangenen sieben Tage wurde hier bei mehr als 165 Menschen pro 100 000 Einwohner eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitag landesweit bei 187,9 und damit leicht über dem Wert vom Vortag (184,4) und fast 20 Punkte über dem Wert vom Freitag vergangener Woche (168,4).

Nur vier Kreise unterschreiten die Schwelle von 100. Am höchsten ist der Wert in der Stadt Heilbronn mit 289,9, am niedrigsten mit 67,1 im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Erst unter der 50er-Marke können Gesundheitsämter Kontakte von Infizierten nachverfolgen.

Inzwischen sind 9201 Menschen an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben. Das waren 41 mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 369 494 Infizierte (plus 2738).

Seit Ende Dezember wurden dem Landesgesundheitsamt 77 398 Fälle mit Hinweisen auf „besorgniserregende Varianten“ übermittelt. Als solche gelten Viren mit Mutationen, die ein höheres Ansteckungsrisiko haben, wie sie beispielsweise in Großbritannien (B.1.1.7) und Südafrika (B1.351) entdeckt worden waren. Ihr Anteil liegt im Südwesten den Angaben zufolge mittlerweile bei 95 Prozent.

In Baden-Württemberg sind 2 363 578 Menschen nach Daten des Robert Koch-Instituts ein erstes Mal gegen das Virus geimpft worden. Das seien 21,3 Prozent der Bevölkerung. Eine zweite Schutzimpfung, die bei manchen Impfstoffen nötig ist, haben 756 345 Geimpfte erhalten (6,8 Prozent); sie gelten damit als vollständig geimpft.

Nur 10,2 Prozent der 2446 betreibbaren Intensivbetten sind der Mitteilung zufolge im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Solche Betten werden auch nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für andere gravierende Erkrankungen. 

++ Schulen im Kreis Ravensburg am Montag geöffnet

(18.54 Uhr) Die „Bundesnotbremse“ sieht vor, dass die Schulen in einem Kreis, dessen 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 165 liegt, schließen. 

Da dies im Kreis Ravensburg nicht der Fall ist, kann zumindest am Montag Präsenzunterricht stattfinden, so die Verwaltung. Sollte die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 165 liegen, werden die Schulen am übernächsten Tag geschlossen. Dies ist in Ravensburg frühestens am Dienstag möglich.

Stand Freitagabend lag die Inzidenz für den Landkreis Ravensburg bei 168,2 und damit den ersten Tag wieder über 165.

Der Landkreis Ravensburg bildet damit eine der wenigen Ausnahmen bei den Schulschließungen. Von der ab Samstag geltenden "Bundesnotbremse" sind fast alle Landkreise Baden-Württembergs betroffen. In über Dreiviertel der Landkreise können die Schulen ab Montag nur noch Distanzunterricht anbieten. 

Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ Hier geht es zum Corona-Newsblog von Freitag +++

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