Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Meldungen vom Mittwoch

Digital-Redakteur
Digital-Redakteur
Crossmedia Volontär
Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 44.392 (417.504 Gesamt - ca. 363.966 Genesene - 9.146 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:9.146
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 182,9
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 283.500 (3.188.192 Gesamt - ca. 2.824.100 Genesene - 80.634 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 80.634
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 160,1

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Schulen im Landkreis Ravensburg vor erneuter Schließung (18.30 Uhr)
  • Corona-Modellprojekte geraten ins Schwanken (06.22 Uhr)
  • Verwaltungsgericht hält Weimarer Aufhebung der Maskenpflicht für rechtswidrig (11.44 Uhr)
  • Infektiologe begrüßt EMA-Entscheidung zu Johnson&Johnson (07.37 Uhr)
  • Deutsche Bahn plant Impfzentren für eigene Mitarbeiter (09.44 Uhr)

Das war's für heute. Vielen Dank fürs Lesen. Morgen versorgen wir Sie wieder mit den wichtigsten Meldungen zur Corona-Lage.

++ Starker Anstieg der Corona-Inzidenz im Südwesten

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg verzeichnet einen starken Anstieg. Im Laufe der vergangenen sieben Tage haben die Behörden mit Stand vom Mittwoch (16.00 Uhr) im Schnitt 182,9 Ansteckungen pro 100 000 Einwohner registriert. Am Dienstag lag der Wert noch bei 172,5.

Am Mittwoch vergangene Woche (14. April) lag der Wert noch bei 165,3

Nur noch 3 der 44 Stadt- und Landkreise liegen unter der 100er-Inzidenz. 25 Kreise liegen zwischen 100 und 200, 16 über der 200er-Marke.

Die höchste Inzidenz weist der Landkreis Heilbronn (314,4) auf, es folgen Schwäbisch Hall mit 273,9 und Rottweil mit 273,1.

Die Zahl der bestätigten Fälle seit Pandemiebeginn stieg um 4813 auf 417 504. 33 weitere Menschen starben an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit. Die Zahl der Toten stieg damit auf 9146. Als genesen gelten 363 966 Menschen.

++ Schulen im Landkreis Ravensburg droht erneute Schließung

(18.30 Uhr) So viele Neuinfizierte an einem Tag gab es im Kreis Ravensburg zuletzt Anfang Januar: Das Landratsamt hat am Mittwoch 131 weitere Coronafälle gemeldet.

Die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis Ravensburg schnellt nach oben. Der Wert liegt nach Berechnungen der „Schwäbischen Zeitung“ aktuell bei 180. Das Landesgesundheitsamt gibt wegen des Meldeverzugs einen Wert von 169,9 an.

Diese Karte wird werktags aktualisiert.

Geht es nach der vom Bundestag beschlossenen Notbremse, müssen die Schulen im Kreis wahrscheinlich bald schon wieder auf Distanzunterricht umstellen. Der Wert liegt bei beiden Modellen nämlich über dem vom Bund festgelegten Wert von 165.

Mehr zur „Bundes-Notbremse“ und den Regelungen lesen Sie hier.

++ Diffuses Infektionsgeschehen in Ehingen

(18.00 Uhr) Die Zahl der Neuinfektionen in Ehingen ist am Dienstag sprunghaft in die Höhe geschossen. Lagen die Zahlen der Neuinfektionen in der Tagen zuvor bei rund 10 Patienten, die sich positiv auf das Corona-Virus gestetst wurden, schoss die Zahl am Dienstag auf 24 Neuinfektionen in die Höhe. Den Ausbruch kann sich niemand so recht erklären. „Für uns stellt sich das Geschehen völlig diffus dar“, sagt die Sprecherin der Stadt Ehingen, Bettina Gihr mit Blick auf die Liste der Neuinfizierten.

„Aber vom Ablauf her ist es auch so, dass die Ortspolizeibehörde die geprüfte Meldung vom Landratsamt bekommt und dann vor Ort die Verfolgung der Kontaktpersonen beginnt.“ Die Folgen der ansteigenden Zahlen, die sich im gesamten Alb-Donau-Kreis bemerkbar machen, sind gravierend. 

Mehr zum Ansteigen der Zahlen in Ehingen lesen Sie hier. 

++ Corona-Ausbruch im Gefängnis: Gefangene und Wärter getestet

(15.07 Uhr) Wegen mehrerer Corona-Infektionen in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart sind massenweise Gefangene und Bedienstete getestet worden. Das bestätigte Anstaltsleiter Matthias Nagel am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Die Rede war von rund 100 Gefangenen und 100 Angestellten, die getestet worden seien. Man erwarte die Ergebnisse am Donnerstag, sagte Nagel. Zwei infizierte Gefangene im Alter von jeweils 24 Jahren befänden sich derzeit isoliert in ihrer Abteilung.

Wo und wie sich die Gefangenen angesteckt haben, ist weiter unklar. Sie hätten aber nicht viele Sozialkontakte gehabt, sagte Nagel. „Wir gehen davon aus, dass nicht mehr viel kommt.“

Ein weiterer Gefangener sei positiv getestet worden. Eine positiv getestete Bedienstete befände sich zuhause.

++ Land und Unternehmen bereiten Impfungen durch Betriebsärzte vor

(14.29 Uhr) „Sobald genug Impfstoff da ist, bilden Betriebe die dritte Säule der Impfkampagne“, sagt Gesundheitsminister Manne Lucha laut einer Mitteilung.

Die Impfungen würden dann um eine dritte Säule erweitert - die der Betriebe. Nach dem flächendeckenden Start der Impfungen in den Hausarztpraxen nach Ostern haben demnach nun die Vorbereitungen für den Impfstart der Betriebsärztinnen und Betriebsärzte begonnen.

Spätestens ab Sommer, wenn deutlich mehr Impfstoff erwartet wird, sollen alle Teile der Impfkampagne unter Volllast laufen.Die Impfpriosisierung soll auch bei den betriebsärztlichen Impfunegn nach wie vor gelten. 

Im Mai soll dazu bereits ein Modellprojekt mit Betriebsärztinnen und Betriebsärzten in den Justizvollzugsanstalten des Landes starten. 

Das Liebherr-Werk Ehingen ist als ein Pilotbetrieb für die Impfungen durch Betriebsärzte in Baden-Württemberg ausgewählt worden. In den vergangenen Wochen hat der Ehinger Kranhersteller mit seinen rund 3500 Mitarbeiter am Standort in einer Werkshalle die Infrastruktur für ein Impfzentrum geschaffen.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Zwei Drittel aller Ausbrüche finden im privaten Bereich statt

(13.27 Uhr)  Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat für weniger Kontakte als Voraussetzung für die Rettung von Menschenleben in der dritten Corona-Welle geworben. 5000 Menschen lägen derzeit mit Covid-19 auf den Intensivstationen - "Tendenz weiter steigend, bei sinkendem Alter der Patienten", sagte Spahn am Mittwoch in der Schlussberatung des Gesetzes für eine Bundes-Notbremse im Bundestag. Jeder dritte Covid-19-Patient in den Kliniken sterbe – nicht nur auf den Intensivstationen. Patientinnen und Patienten müssten in der dramatischen Lage in den Kliniken bereits verlegt, Nicht-Covid-Behandlungen verschoben werden.

Die Zahl der Intensivpatienten folge dabei der Zahl der Neuinfektionen, betonte Spahn. Der Zusammenhang sei eindeutig. "Zwei Drittel aller Ausbrüche finden im Moment in Deutschland im privaten Bereich statt", erläuterte er. "Bei den 6- bis 20-Jährigen sehen wir gerade sehr, sehr viele Infektionen." Spahn rief deshalb zur Zustimmung zu dem Gesetzentwurf auf, der der Kontaktreduzierung dienen soll: "Die Lage ist ernst, sehr ernst." Er sagte: "Wenn wir Leid vermeiden können, sollten wir es vermeiden."

Die Zahl der Geimpften wachse zwar zügig. "Anfang Mai wird es jeder Vierte sein, in wenigen Wochen jeder Dritte", sagte Spahn. Aber: "Impfen und Testen alleine reicht nicht, um die dritte Welle zu brechen."

+++ Auch die Kliniken in Tuttlingen und Ulm berichten von immer mehr Bettenbelegung wegen Corona-Patienten +++

++ Lucha: Zweitimpfungen von Krankenhauspersonal mit Biontech sichergestellt

(12.32 Uhr) Die Zweitimpfungen des Klinikpersonals im Alter von unter 60 Jahren mit dem Biontech-Impfstoff werden vom Land Baden-Württemberg sicherge-stellt. Der Impfstoff von Biontech wird den Kliniken rechtzeitig zur Verfügung gestellt, so dass die vorgeschriebenen Abstände zwischen Erst- und Zweitimpfung eingehalten werden können. Das teilte Gesundheitsminister Manne Lucha am Mittwoch  in Stuttgart mit.

Lucha sagte: "Nach der geänderten Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für den Impfstoff von Astrazeneca werden wir den Krankenhäusern ausreichend Impfstoff von Biontech zur Verfügung stellen." Menschen unter 60 Jahren, die aufgrund ihrer Impfberechtigung bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, können nach der neuen STIKO-Empfehlung die Zweitimpfung nach neun oder zwölf Wochen mit einem so genannten mRNA-Impfstoff erhalten. Die Krankenhäuser erhalten daher im entsprechenden Abstand Impfstoff von Biontech für die Zweitimpfungen des Personals unter 60.

++ Grafik: Diese Regelungen kommen mit der "Bundes-Notbremse"

(12.24 Uhr) Der Bundestag entscheidet heute über die Bundes-Notbremse. Hier können Sie sich durch die neuen Regelungen klicken:

++ Woodstockenweiler-Festival wird auf das Jahr 2022 verschoben

(12.00 Uhr) Das Hergensweiler Woodstockenweiler-Festival 2021 wird auf den 25. Juni 2022 verschoben. Das teilt der Verein jetzt mit. Allerdings tüfteln die Organisatoren an einer Idee und sind für Vorschläge offen, wie der 26. Juni 2021 gebührend und im Andenken an das Festival 2021 begangen werden könnte. „Wir hirnen gerade sehr intensiv, wie wir euch an diesem Tag trotzdem etwas Woodstockenweiler-Feeling zukommen lassen können. Dazu bald mehr!“, heißt es in der Mitteilung.

Dichtgedrängt stehen die Besucher des Woodstockenweiler-Festivals 2019 vor der Bühne. Bilder, die so zurzeit aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr denkbar sind. (Foto: Archivs: Susi Donner)

++ Verwaltungsgericht hält Weimarer Aufhebung der Maskenpflicht für rechtswidrig

(11.44 Uhr) Das Verwaltungsgericht in Weimar hält eine Entscheidung des dortigen Amtsgerichts gegen die Maskenpflicht im Unterricht für "offensichtlich rechtswidrig". Das Familiengericht habe keine Befugnis, Anordnungen gegenüber Behörden und Vertretern von Behörden als Träger öffentlicher Gewalt zu treffen, teilte das Verwaltungsgericht am Dienstag mit. Die gerichtliche Kontrolle von Behördenhandeln auch hinsichtlich von Gesundheitsschutzmaßnahmen in den Schulen obliege allein den Verwaltungsgerichten.

Hintergrund ist eine Entscheidung des Amtsgerichts Weimar, die bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Das Gericht hatte die Maskenpflicht an zwei Thüringer Schulen per Anordnung aufgehoben. Allerdings gab es unter anderem vom Thüringer Bildungsministerium erhebliche Zweifel daran, dass ein Amtsgericht eine solche Entscheidung treffen kann. Die Staatsanwaltschaft Erfurt prüft, ob sie nach mehreren Anzeigen mit dem Vorwurf der Rechtsbeugung gegen den Richter Ermittlungen aufnimmt.

Die nun getroffene Entscheidung des Verwaltungsgerichtes bestätigte die Maskenpflicht im Unterricht.

++ Deutsche Bahn plant Impfzentren für eigene Mitarbeiter

(09.44 Uhr) Die Deutsche Bahn bereitet sich auf Impfungen im eigenen Unternehmen vor. An mindestens zehn Standorten in Deutschland wolle der Konzern Impfzentren einrichten, an denen die Beschäftigten von den Betriebsärzten geimpft werden sollen, teilte eine Sprecherin mit. "Die ersten entstehen jetzt in München und Nürnberg." Weitere Orte wurden zunächst nicht bekannt. Welcher Impfstoff zum Einsatz komme, stehe noch nicht fest. Sobald genügend Impfstoff zur Verfügung stehe, sollten so viele "systemrelevante Mitarbeitende wie möglich ein Impfangebot von ihrem Arbeitgeber erhalten".

Der Konzern geht davon aus, dass ungefähr die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland als systemrelevant eingestuft sind. Sie gehören demnach zur Gruppe 3 in der Corona-Impfverordnung des Bundes. Darunter fallen unter anderem solche Menschen, die in "besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind". Dazu gehören laut Impfverordnung auch das Transport- und Verkehrswesen.

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte am Montag angekündigt, dass Betriebsärzte ab Juni mit Impfstoff beliefert werden könnten. Hintergrund sind weitere Lieferzusagen der Hersteller. 

++ Tierwunsch in der Pandemie: Drohungen und Bestechungsversuche

(09.03 Uhr) In der Corona-Pandemie stellen Tierheime in Deutschland eine deutlich gestiegene Nachfrage fest - aber auch Bedrohungen und Bestechungsversuche. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sähen sich immer wieder Anfeindungen oder Bestechungsversuchen ausgesetzt, sagte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder der "Neuen Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf eine verbandsinterne Umfrage. Offensichtlich verbänden viele Menschen mit dem Tierheim-Besuch die Erwartung, sofort ein Tier mit nach Hause nehmen zu können.

Aber: "Ein Tierheim ist kein Supermarkt, in dem man Hund, Katze und Co. einfach so mitnehmen kann", erklärte Schröder. Die Helfer in den Einrichtungen müssten sorgfältig abwägen, wem sie Tiere anvertrauten. Mit einer Zurückweisung wiederum kämen nicht alle Interessenten klar.

Der Umfrage zufolge hätten die Tierheime gemeldet, der Unmut reiche von Drohungen mit dem Anwalt oder der Anwendung von Gewalt bis hin zu tatsächlichen Handgreiflichkeiten, berichtete die Zeitung online. Der Tierschutzbund spricht dem Bericht zufolge von einer regelrechten Gier vor allem nach Welpen.

++ Infektiologe begrüßt EMA-Entscheidung zu Johnson&Johnson

(07.37 Uhr) Der Infektiologe Clemens Wendtner hat die Entscheidung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) begrüßt, dem Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson erneut grünes Licht zu geben. "Das ist erstmal eine vernünftige Abwägung", sagte der Chefarzt der München Klinik Schwabing. Die EMA-Experten hatten das Präparat wegen einiger Fälle spezieller Blutgerinnseln nach einer Impfung in den USA nochmals geprüft.

"Es gibt kein Nullrisiko", sagte Wendtner. "Und manche Menschen vergessen, wie tödlich Covid-19 ist." Er verwies darauf, dass während der Epidemie bislang etwa einer von 1000 Menschen in Deutschland im Zusammenhang Corona gestorben sei. "Wir sehen, dass die meisten direkt an Covid-19 gestorben sind", betonte er mit Blick auf Erfahrungen in seiner Klinik.

Risiken für sogenannte Hirnvenenthrombosen gebe es bei allen aktuellen Corona-Impfstoffen, sagte Wendtner unter anderem mit Verweis auf eine Studie der Universität Oxford. Diesen Forschern zufolge haben Menschen mit einer Corona-Diagnose ein mehrfach höheres Risiko für diese Thrombose als solche, die gegen Covid-19 geimpft wurden. Auch wenn die Studie zeige, dass das Risiko bei nachweislich infizierten Menschen deutlich höher sei als bei Geimpften, sei es noch nötig, die exakten Daten in weiteren Versuchen zu replizieren und zu bestätigen, schreiben die Autoren. Die Studie ist noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht.

++ RKI registriert 24 884 Corona-Neuinfektionen

(06.39 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 24 884 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.10 Uhr wiedergeben. In der Zahl der gemeldeten Neuinfektionen könnten Nachmeldungen aus Nordrhein-Westfalen vom Vortag enthalten sein. Eine größere Zahl von Meldungen der NRW-Gesundheitsämter waren zuvor aufgrund technischer Schwierigkeiten am Montagabend und Dienstag nicht vollständig übermittelt worden.

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 331 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Mittwoch vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 21 693 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 342 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 160,1. 

++ Corona-Modellprojekte geraten ins Schwanken

(06.22 Uhr) Die Universitätsstädte Tübingen und Rostock haben in den vergangenen Monaten wegen ihrer niedrigen Corona-Zahlen viele Schlagzeilen geliefert. In Talkshows gaben sich die Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) und Claus Ruhe Madsen (parteilos) fast die Klinke in die Hand. Stolz berichteten beide von Lockerungen der Corona-Beschränkungen. Doch inzwischen ist die dritte Corona-Welle, getrieben unter anderem von der besonders ansteckenden Virusvariante B.1.1.7, auch bei ihnen angekommen. In beiden Städten stiegen die Sieben-Tage-Inzidenzen zwischenzeitlich auf über 100.

Tübingen sorgt seit Mitte März mit seinem inzwischen zwei Mal verlängerten Corona-Modellprojekt für viel Aufsehen. Dort können sich Menschen an mehreren Stationen kostenlos testen lassen, bei negativen Ergebnissen gibt es Tagestickets, mit denen sie in Läden, zum Friseur, aber auch in Theater und Museen gehen können. Wegen großen Andrangs von außerhalb wurden die Tests auf Menschen aus dem Kreis Tübingen beschränkt.

Bedingung für eine Fortsetzung des Tübinger Projekts war, dass die Sieben-Tage-Inzidenz vor Ort stabil bleibt - und nicht an drei aufeinanderfolgenden Tagen die 100er-Inzidenz überschreitet, also nicht mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche registriert werden. "Spätestens aber wenn das neue Infektionsschutzgesetz des Bundes offiziell in Kraft ist, werden wir das Projekt wohl unterbrechen müssen", sagte ein Sprecher des Sozialministeriums in Stuttgart.

Aber auch wenn das Projekt infolge des Bundesgesetzes abgebrochen werden müsste, ist es laut Palmer "ein voller Erfolg". Man habe "wertvolle Erfahrungen zur Bewältigung der Corona-Pandemie durch engmaschiges Testen sammeln können", erklärte der Oberbürgermeister. "Ich bin überzeugt, dass diese Erkenntnisse in den kommenden Wochen und Monaten äußerst hilfreich sein werden." Seit dem 18. März lag die Inzidenz in Tübingen laut dem Sozialministerium an nur zwei Tagen über 100

++ Nachhilfeschulen leiden unter Corona

(06.00 Uhr) Einkommenseinbußen bei den Eltern, null Bock auf weiteren Online-Unterricht bei den Kindern - die Nachhilfeschulen haben in der Corona-Krise einen schweren Stand. Bereits jetzt haben drei Prozent der vor der Corona-Krise noch 4000 Nachhilfeschulen aufgegeben, sagt Cornelia Sussieck, Vorsitzende des Bundesverbandes Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN/Solingen). Die Nachhilfeschulen seien in der Corona-Krise von der Politik übergangen worden. "Der Schulunterricht auf Sparflamme in der Pandemie hinterlässt bei vielen Schülern Wissenslücken - doch wir als Profis im Umgang mit Defiziten werden von der Politik nicht einbezogen", klagt die Verbandschefin.

Nach ihrer Einschätzung braucht etwa die Hälfte der Schüler aller Klassenstufen Hilfe, um den während der Schulschließungen entgangenen Unterrichtsstoff aufzuholen. "Die Kinder und Jugendlichen befinden sich gerade in einer Blase - bei der Rückkehr in den Regelbetrieb wird es für viele ein böses Erwachen geben."

Statt Zusatzunterricht über die Nachhilfeschulen zu organisieren, so Sussieck, richte sich der Blick der Bildungspolitiker auf Lehramtsstudenten, Pensionäre und Volkshochschulen. "Wir brauchen ein solches Parallelsystem nicht - unsere Schulen werden von Schulämtern und Regierungspräsidien bereits überwacht." Der VNN geht von einer Milliarde Umsatz im Jahr aus, wobei 360 Millionen Euro auf institutionelle Nachhilfe und 640 Millionen Euro auf den Schwarzmarkt entfielen.

Das waren die letzten Meldungen vom Montag:

++ Corona-Inzidenz im Südwesten steigt wieder leicht

(18.06 Uhr) Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist wieder leicht gestiegen. Im Laufe der vergangenen sieben Tage haben die Behörden mit Stand vom Dienstag (16.00 Uhr) im Schnitt 172,5 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner registriert, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte.

Am Montag hatte die Inzidenz 170,5 betragen, am Sonntag 173,4 und am Dienstag vergangener Woche 160,9.

Weiter liegen alle 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg über der 50er-Inzidenz. Nur unterhalb dieser Marke können Gesundheitsämter Kontakte von Infizierten nachverfolgen, wie es immer wieder hieß. 39 Kreise reißen die 100er-Schwelle, zwölf gar die 200er-Marke.

++ Aufregung im Bodenseekreis: Mitgebrachter Selbsttest reicht nicht aus für den Friseur

(17.12 Uhr) Groß war die Aufregung am Dienstag bei den Friseuren im Bodenseekreis: Nach der neuen Coronaverordnung dürfen sie nur den Kunden die Haare schneiden, die einen aktuellen, negativen Schnelltests nachweisen können.

Dabei reicht – anders als in der SZ am Dienstag berichtet – ein mitgebrachter, selbst durchgeführter Test nicht aus. Darauf weist der Fachverband der Frisöre und die Kreishandwerkerschaft hin.

„Der Schnelltest muss in einem Testzentrum oder in einer Teststelle durchgeführt werden. Hier wird auch die Testzeit und das Ergebnis dokumentiert“, schreibt der Fachverband Friseur und Kosmetik Baden-Württemberg in Bezug auf die neue Verordnung.

Zulässig seien auch angeleitete Selbsttests, die im Testzentrum oder in einer Teststelle durchgeführt und dokumentiert werden.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ EU gibt grünes Licht für Johnson & Johnson

(16.30 Uhr) Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson kann in der EU nach Prüfung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) uneingeschränkt verwendet werden. Bedenken wegen der eventuell auftretenden Nebenwirkungen erteilte die EMA eine klare Ansage.

Der Vorteil des Impfstoffes liegt darin, dass nur eine Impfung benötigt wird. 

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Zwei Milliarden für "Aufholprogramm"

(15.50 Uhr) Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, SPD, kündigte im ARD-Mittagsmagazin ein milliardenschweres Corona-Aufhol-Programm an: „Es geht ja nicht nur darum, dass Bildungslücken wieder geschlossen werden müssen, Lernrückstände aufgeholt werden müssen, sondern auch, dass diese psychischen Belastungen, die in den Familien da sind, auch ein Stück weit abgefedert werden müssen.”

Pandemiebedingte Nachteile und Rückstände sollen unter anderem durch mehr Geld für frühkindliche Bildung, Schulsozialarbeit, aber auch Ferienfreizeiten ausgeglichen werden sagte Giffey.

Außerdem bestärkte Giffey ihre Forderung nach flächendeckenden Tests auch in den Kindertagesstätten nicht nur für das Personal, sondern auch der Kita-Kinder: „Natürlich kindgerecht. Es gibt die Spuck- und Lolli-Tests. Die müssen in die Breite gehen. Damit gibt es mehr Sicherheit und damit kann der Kita- und Schulbesuch auch abgesichert werden.”

+++ Hier geht es zum Corona-Newsblog von Dienstag+++

Ausgewählte Artikel zum Virus und den Folgen:

Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aktuell aus dem Dashboard RKI¹

Meist gelesen in der Umgebung

Mehr Inhalte zum Dossier

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Impftermin-Ampel: Jetzt mit Push-Nachrichten für Ihr Impfzentrum

Die Impftermin-Ampel von Schwäbische.de zeigt mit einem Ampelsystem Impfzentren der Region an, in denen es gerade freie Termine gibt. 

+++ JETZT NEU: Nutzer mit einem Schwäbische Plus Basic, Premium- oder Komplettabo können sich nun exklusiv und noch schneller per Pushnachricht aufs Handy über freie Termine bei Ihrem Wunsch-Impfzentrum informieren lassen. Hier geht es direkt zum Push-Service, Abonnenten können ihn sofort nutzen.

Nutzer ohne Abo können weiterhin die bestehende Impfampel auf dieser Seite hier nutzen.

In Tübingen war es zuletzt möglich, mit einem Tagesticket Freiheiten wie die geöffnete Außengastronomie zu genießen.

Landesregierung beschließt neue Öffnungsschritte für den Südwesten

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat am späten Donnerstagabend eine neue Corona-Verordnung beschlossen. Darin werden zahlreiche Öffnungsschritte festgelegt. 

Die Regelung soll laut Sozialministerium ab Samstag, 15. Mai gelten, wenn die Bundes-Notbremse in einem Landkreis außer Kraft gesetzt wird. Also wenn die Inzidenz an fünf Werktagen hintereinander unter 100 bleibt.

Dann dürfen folgende Einrichtungen öffnen, allerdings nur mit einem Test-, Impf- oder Genesenen-Nachweis:

Hotels und andere ...

Polizei im Einsatz

Corona-Newsblog: Polizei löst verbotene Treffen in Gaststätten auf - auch in Meckenbeuren

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹: Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 36.200 (475.324 Gesamt - ca. 429.500 Genesene - 9.651 Verstorbene) Todesfälle Baden-Württemberg: 9.651 Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 119,1 Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 232.200 (3.577.

Mehr Themen