Corona-Newsblog: Das waren die wichtigsten Meldungen am Dienstag

Digital-Redakteur
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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 36.500 (408.807 Gesamt - ca. 363.200 Genesene - 9.085 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 9.085
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 170,5
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 279.400 (3.163.308 Gesamt - ca. 2.803.600 Genesene - 80.303 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 80.303
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 162,4

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Vollständig Geimpfte brauchen zukünftig kein Tagesticket mehr um in Tübingen einzukaufen (15.29 Uhr)
  • Provision in Masken-Affäre um ein Vielfaches höher (11.14 Uhr)
  • EU hilft dem Balkan mit 651 000 Impfdosen im Kampf gegen Corona (08.05 Uhr)
  • Intensivmediziner fordert harten Lockdown und mehr Geld für Pfleger (06.00 Uhr)
  • Bundesbürger gaben wegen Corona deutlich weniger für Konsum aus (06.57 Uhr) 

++ Corona-Inzidenz im Südwesten steigt wieder leicht

(18.06 Uhr) Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist wieder leicht gestiegen. Im Laufe der vergangenen sieben Tage haben die Behörden mit Stand vom Dienstag (16.00 Uhr) im Schnitt 172,5 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner registriert, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte.

Am Montag hatte die Inzidenz 170,5 betragen, am Sonntag 173,4 und am Dienstag vergangener Woche 160,9.

Weiter liegen alle 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg über der 50er-Inzidenz. Nur unterhalb dieser Marke können Gesundheitsämter Kontakte von Infizierten nachverfolgen, wie es immer wieder hieß. 39 Kreise reißen die 100er-Schwelle, zwölf gar die 200er-Marke.

++ Aufregung im Bodenseekreis: Mitgebrachter Selbsttest reicht nicht aus für den Friseur

(17.12 Uhr) Groß war die Aufregung am Dienstag bei den Friseuren im Bodenseekreis: Nach der neuen Coronaverordnung dürfen sie nur den Kunden die Haare schneiden, die einen aktuellen, negativen Schnelltests nachweisen können.

Dabei reicht – anders als in der SZ am Dienstag berichtet – ein mitgebrachter, selbst durchgeführter Test nicht aus. Darauf weist der Fachverband der Frisöre und die Kreishandwerkerschaft hin.

„Der Schnelltest muss in einem Testzentrum oder in einer Teststelle durchgeführt werden. Hier wird auch die Testzeit und das Ergebnis dokumentiert“, schreibt der Fachverband Friseur und Kosmetik Baden-Württemberg in Bezug auf die neue Verordnung.

Zulässig seien auch angeleitete Selbsttests, die im Testzentrum oder in einer Teststelle durchgeführt und dokumentiert werden.

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Zulässig sind auch angeleitete Selbsttests, die im Testzentrum oder in einer Teststelle durchgeführt und dokumentiert werden.

++ EU gibt grünes Licht für Johnson & Johnson

(16.30 Uhr) Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson kann in der EU nach Prüfung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) uneingeschränkt verwendet werden. Bedenken wegen der eventuell auftretenden Nebenwirkungen erteilte die EMA eine klare Ansage.

Der Vorteil des Impfstoffes liegt darin, dass nur eine Impfung benötigt wird. 

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++ Zwei Milliarden für "Aufholprogramm"

(15.50 Uhr) Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, SPD, kündigte im ARD-Mittagsmagazin ein milliardenschweres Corona-Aufhol-Programm an: „Es geht ja nicht nur darum, dass Bildungslücken wieder geschlossen werden müssen, Lernrückstände aufgeholt werden müssen, sondern auch, dass diese psychischen Belastungen, die in den Familien da sind, auch ein Stück weit abgefedert werden müssen.”

Pandemiebedingte Nachteile und Rückstände sollen unter anderem durch mehr Geld für frühkindliche Bildung, Schulsozialarbeit, aber auch Ferienfreizeiten ausgeglichen werden sagte Giffey.

Außerdem bestärkte Giffey ihre Forderung nach flächendeckenden Tests auch in den Kindertagesstätten nicht nur für das Personal, sondern auch der Kita-Kinder: „Natürlich kindgerecht. Es gibt die Spuck- und Lolli-Tests. Die müssen in die Breite gehen. Damit gibt es mehr Sicherheit und damit kann der Kita- und Schulbesuch auch abgesichert werden.”

++ Geimpfte können in Tübingen ohne Tagesticket einkaufen 

(15.29 Uhr)Wer vollständig geimpft ist, muss in Tübingen keinen Schnelltest machen und kein Tagesticket vorweisen, um Einzelhandel und Kultureinrichtungen zu nutzen. Nach Auskunft von Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) vom Dienstag, genügt es, wenn Kunden ihren Impfausweis vorzeigen.

Als geimpft gelten diejenigen, die eine seit mindestens 14 Tagen abgeschlossene Impfung — in der Regel mit zwei Impfungen — nachweisen können. Für die Fortführung des Tübinger Modellversuchs sei es entscheidend, die Geimpften einzubeziehen, damit der Handel eine ausreichende Zahl von Kunden bedienen könne, sagte Palmer.

Bisher brauchte man zum Einkaufen einen tagesaktuellen Negativ-Test. Die Testung ist für Menschen in Tübingen seit dem 16. März an mehreren Stationen in der Stadt kostenlos möglich. Mit den Bescheinigungen der Ergebnisse, den sogenannten Tagestickets, können sie dann in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen gehen. Wegen großen Andrangs von außerhalb sind die Tests inzwischen auf Menschen aus dem Kreis Tübingen beschränkt. Mit der Öffnung für vollständig Geimpfte ist es auch wieder für Menschen außerhalb des Landkreis Tübingen möglich in der Stadt einzukaufen, wie eine Sprecherin der Stadt gegenüber schwaebische.de bestätigt hat. 

++ Wegen Bedrohungen: Lauterbach twittert Foto von Anzeigen

(15.03 Uhr) SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat ein Foto von einem Stapel Anzeigen getwittert. Damit wehre er sich gegen Drohungen und Anfeindungen. „Ich bringe nur das Nötigste zur Anzeige. (…) Trotzdem habe ich gerade wieder 59 Anzeigen unterschrieben“, schrieb er zum Foto beim Kurzmitteilungsdienst Twitter. Er wisse, dass es auch Wissenschaftlern so gehe, die gegen die Pandemie kämpfen.

Noch am Samstag übergossen Unbekannte sein Auto in Köln mit Farbe. Der SPD-Politiker und Arzt zählt zu den exponiertesten Persönlichkeiten in der Debatte um die Maßnahmen gegen das Coronavirus.

++ Hochschulen kritisieren Bundes-Notbremse

(13.30 Uhr) Aus den Hochschulen kommt Kritik an der geplanten Bundes-Notbremse. "Eine pauschale und ausnahmslose Untersagung jeglicher Präsenzformate ab einem Inzidenz-Schwellenwert von 165 würde eine erhebliche Zahl an Studierenden unmittelbar schädigen", sagte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der Interessenvertretung der Hochschulen in Deutschland, Peter-André Alt am Dienstag laut einer Mitteilung.

Die HRK fordere den Erhalt der bisherigen, ohnehin minimalen Praxismöglichkeiten in Lehre und Studium. "Labortätigkeiten, praktische Ausbildungsabschnitte, künstlerische Übungen und Prüfungen sowie der Zugang zum Bestand der Hochschulbibliotheken müssen und können auch bei höheren Inzidenzen aufrechterhalten werden."

In der sogenannten Bundes-Notbremse, die am Mittwoch im Bundestag verabschiedet werden soll, werden Hochschulen in einem Atemzug mit Schulen genannt: Ab einem Inzidenzwert von 100 in einem Landkreis oder einer Stadt darf demnach nur noch Wechselunterricht angeboten werden, ab 165 ist Präsenzunterricht untersagt.

Alt kritisierte "eine völlig sachfremde Übertragung des schulischen Modells auf den akademischen Betrieb". Hochschullehre vollziehe sich nicht in Klassenverbänden. Veranstaltungen seien teilweise völlig, teilweise überhaupt nicht digital organisierbar. "Ich erwarte und fordere, dass Bund und Länder sachgerechte Regelungen finden."

++ Höchste Corona-Inzidenz in Bayern bei Teenagern

Die 15- bis 19-Jährigen sind inzwischen die am stärksten von Corona-Neuinfektionen betroffene Altersgruppe in Bayern. Das sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in dieser Altersgruppe liege derzeit bei 321,3, bei den 10 bis 14-Jährigen noch immer bei 242. Insgesamt liegt der Durchschnitt in Bayern derzeit bei 185.

Holetschek machte deutlich, dass bisher in Bayern 3,6 Millionen Impfstoff-Dosen gegen das Corona-Virus verabreicht worden seien. Das bedeute eine Impfquote von über 20 Prozent bei den Erstimpfungen. In mehr als der Hälfte der Impfzentren werde bereits die Priorisierungsstufe 3 geimpft. Dazu gehörten nun auch alle Lehrerinnen und Lehrer.

Holetschek erwartet für die Monate Mai und Juni "richtig viel" Impfstoff für Bayern. Dann könnten von Ende April an auch Modellprojekte zur Entpriorisierung gestartet werden. Anfang Juni sollen Impfungen bei Betriebsärzten - also ohne Priorisierung - in die Regelversorgung übernommen werden. Schrittweise müsse man auch über Erleichterungen für Geimpfte nachdenken, etwa über die Gleichstellung von zwei Mal Geimpften mit negativ Getesteten.

++ Corona-Warn-App wird mit Check-in-Funktion und Impfpass ausgebaut

(11.55 Uhr) Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird mit einer neuen Funktionen zur Pandemiebekämpfung ausgebaut. So wird die neueste Version 2.0 der Smartphone-App, die spätestens am Mittwoch zum Download bereit stehen soll, um eine Check-in-Funktion erweitert. Damit sollen vor allem risikoreiche Begegnungen von Menschen in Innenräumen besser erfasst werden. In künftigen Versionen soll - noch vor Beginn der Sommerferien - auch ein digitales Impfzertifikat angezeigt werden können. Anwender könnten damit nachweisen, dass sie vollständig geimpft worden sind. Außerdem sollen in der App die Ergebnisse von Schnelltests angezeigt werden können.

Mit der neuen Check-in-Funktion in Version 2.0 reagieren die App-Macher auf neue Erkenntnisse: Bislang registriert die App nur Personen, die sich für längere Zeit in einem Abstand von zwei Metern oder weniger befunden haben, als Risikokontakte. Untersuchungen hatten aber ergeben, dass dies nicht ausreicht. In geschlossenen Räumen wie Geschäften, Gaststätten oder Gotteshäusern verbreiten sich die Aerosole auch über größere Entfernungen hinweg. Außerdem sind Luftpartikel, die von Infizierten ausgeatmet wurden, auch dann noch eine Zeit lang in einer gefährlichen Konzentration vorhanden, wenn die Person bereits den Raum verlassen hat. Diese Erkenntnisse werden nun in der neuen App-Version berücksichtigt.

++ Provision in Masken-Affäre um ein Vielfaches höher

(11.14 Uhr) Neue bemerkenswerte Details zur Maskenaffäre. Laut Recherchen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR liegt die ausgemachte Provisonen bei der Masken-Affäre rund um den Ex-CSU-Politiker Georg Nüßlein und seinen nahmhaften Parteikollegen Alfred Sauter weitaus höher als zunächst gedacht.

Bislang war von rund sechs Millionen Euro die Rede. Doch nach Einsicht von Unterlagen scheint die wahre Provisionshöhe bei 11,5 Millionen Euro zu liegen. Davon sollen laut der Recherchen bereits zehn Millionen Euro an die Beteiligten ausbezahlt worden sein.

Herausgekommen sei das, als die beteiligte Bank in Liechtenstein bei der letzten Überweisung von 1,5 Millionen Euro Verdacht schöpfte und die Behörden kontaktierte.

++ Mehr als 20 Prozent gegen Corona geimpft

(10.28 Uhr) 20,2 Prozent der Bevölkerung sind Meldedaten zufolge mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 20. April hervor (Stand: 8.00 Uhr). Demnach wurden etwa 16,8 Millionen Menschen ein Mal geimpft, weitere rund 5,6 Millionen haben den vollen Impfschutz bekommen. Innerhalb eines Tages wurden 381 095 weitere Impfungen verabreicht.

Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Ländern: Zehn der 16 Bundesländer haben bereits die 20-Prozent-Marke bei den Erstimpfungen erreicht. Schlusslicht ist derzeit Hessen mit 18,3 Prozent.

Die Impfkampagne in Deutschland hatte Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft.

++ Knapp 1,6 Milliarden Euro für Corona-Forschung

(09.19 Uhr) Das Bundesforschungsministerium investiert in den Jahren 2020 und 2021 nach eigenen Angaben fast 1,6 Milliarden Euro in die Forschung zu Covid-19. Davon gehen rund 627 Millionen Euro an die Impfstoff-Hersteller Biontech in Mainz und Curevac in Tübingen. Im Jahr 2020 gab der Bund fast 2,9 Milliarden Euro für die Bereiche Gesundheitsforschung und -wirtschaft aus, davon 2,6 Milliarden Euro über das Forschungsministerium.

Zu den Hauptakteuren der institutionellen Corona-Forschung zählen demnach das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Das HZI, in dem zurzeit 33 Gruppen an der Erforschung von Covid-19 arbeiten, erhielt demnach gut 32 Millionen Euro. Im DZIF befassten und befassen sich seit Beginn der Pandemie 17 Projekte mit SARS-CoV-2, wofür das DZIF 5,8 Millionen Euro bereitstellte. In zehn weiteren Projekten arbeitet das DZIF seit einigen Jahren an der Coronaforschung. Zwischen 2016 und 2025 stehen hierfür knapp 27,5 Millionen Euro zur Verfügung.

++ EU hilft dem Balkan mit 651 000 Impfdosen im Kampf gegen Corona

(08.05 Uhr) Die Europäische Union hilft den sechs nicht zur EU gehörenden Ländern des Balkans mit 651 000 Impfdosen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Dies sei ein erster Schritt, dem noch weitere folgen würden, sagte Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg. Österreich koordiniere die von Mai bis August laufende Aktion im Auftrag der EU. "Als Europäische Union signalisieren wir ganz klar, wir betreiben nicht nur Nabelschau, wir schauen über den Tellerrand und uns ist ganz klar, dass wir selber erst dann in Sicherheit sind, wenn unsere engsten Nachbarn es auch sind." Die Dosen von Biontech/Pfizer seien von vorneherein für diese Art von Nachbarschaftshilfe reserviert worden. Die Hilfsaktion habe keinen Einfluss auf das Impftempo in der EU. 

Die Impfstoffe würden nicht pro Kopf, sondern nach Notwendigkeit verteilt. So erhielten Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien und Albanien, wo erst sehr wenige Menschen geimpft sind, fast 500 000 Dosen. Der Rest gehe in das Kosovo, nach Montenegro und Serbien. Die Hilfe sei vor allem für das Gesundheits- und Pflegepersonal gedacht. Das letzte Wort aber hätten die Staaten selbst. 

Serbien ist am wenigsten auf die Hilfe angewiesen. Das Balkanland verabreicht massiv auch russische und chinesische Vakzine und hat deshalb bereits 26 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal geimpft. Im Rahmen des Programms erhält es im Verhältnis zur Bevölkerungszahl eher die kleine Menge von 36 000 Impfdosen von der EU.  

++ IW: Bundesbürger gaben wegen Corona deutlich weniger für Konsum aus

(06.57 Uhr) Die Verbraucher in Deutschland haben im Coronajahr 2020 nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Durchschnitt mindestens 1250 Euro weniger für den privaten Konsum ausgegeben als im Jahr vor der Krise. In der Summe entspreche das einem Rückgang der Konsumausgaben um 116 Milliarden Euro, heißt es in einer Untersuchung des arbeitgebernahen Forschungsinstituts.

Im Vergleich mit dem Jahr 2019 sei der Konsum um 6,1 Prozent eingebrochen – so stark wie seit 70 Jahren nicht. Für das erste Quartal 2021 beziffern die Forscher den Konsumausfall auf weitere 40 bis über 60 Milliarden Euro. 

Besonders wenig hätten die Bundesbürger 2020 kurzlebige Konsumgüter wie Kleidung oder Schuhe gekauft, betonen die Autoren der Studie. Der Kauf langlebiger Konsumgüter wie Autos oder Möbel sei im Zuge des ersten Lockdowns zwar auch zurückgegangen, die Nachfrage habe aber im zweiten Halbjahr 2020 um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt – was der Studie zufolge auch an der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung gelegen haben dürfte.

Der Einbruch bei Dienstleistungen sei um ein Vielfaches höher gewesen. Im gesamten Jahr 2020 habe sich der Rückgang auf 78 Milliarden Euro summiert. Das seien mehr als 2 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. "Die staatlich verordnete Schließung von körpernahen Dienstleistungen, Gastronomiebetrieben, Hotels, Freizeit- und Veranstaltungseinrichtungen haben viele Konsumwünsche unmöglich gemacht", sagte IW-Wissenschaftler Hubertus Bardt.

++ RKI registriert 9609 Corona-Neuinfektionen und 297 neue Todesfälle

(06.20 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9609 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 297 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.09 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Dienstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 10 810 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 294 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 162,4. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 165,3 angegeben.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 163 308 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2 803 600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 80 303.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Montagabend bei 1,06 (Vortag: 1,16). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 106 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

++ Studie: Corona-Pandemie ist Gift für die Integration

(06.10 Uhr) Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie gefährden die Integration von Zuwanderern in Deutschland massiv. Zu diesem Schluss kommen Expertinnen in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Petra Bendel und ihre Mitautorinnen warnen: "Errungenschaften, die wir in den vergangenen sechs, sieben Jahren erzielt haben, drohen zu versanden, wenn wir nicht entsprechend gegensteuern."

Der Zugang zu Schulbildung, Sprach- und Integrationskursen sei für Eingewanderte und ihre Nachkommen besonders schwierig, zumal es vielfach an WLAN, Tablets oder Computern fehle und die Unterstützung durch Ehrenamtliche bedingt durch die Pandemie stark zurückgegangen sei. Dies gelte besonders für geflüchtete Kinder, die in Gemeinschaftsunterkünften lebten und dort mehrheitlich keinen Schreibtisch für sich hätten.

Wo immer möglich solle eine dezentrale Unterbringung angestrebt werden - auch um das Ansteckungsrisiko zu senken. Grundsätzlich könnten "Anti-Diskriminierungsmaßnahmen" dazu beitragen, Migranten und Flüchtlinge "beim Zugang zu einem weiter zu fördernden Wohnungsmarkt besser zu unterstützen".

++ Intensivmediziner fordert harten Lockdown und mehr Geld für Pfleger

(06.00 Uhr) Der baden-württembergische Koordinator für die intensivmedizinische Versorgung von Covid-Patienten fordert einen harten Lockdown, um den Druck auf die Kliniken zu vermindern. "Die Entwicklung ist besorgniserregend, weil wir Ende April voraussichtlich eine Belegung der Intensivbetten mit Covid-Erkrankten von 40 Prozent erreichen", sagte Götz Geldner, Ärtzlicher Direktor der Ludwigsburger RKH-Kliniken, der Deutschen Presse-Agentur. Jetzt kämen die "Osteropfer", Patienten, die sich bei Treffen über die Feiertage angesteckt haben. Angesichts von Personalengpässen regte er eine leistungsgerechtere Bezahlung von Pflegekräften an.

Etwa ein Drittel der Intensivbetten sei mit Covid-Patienten belegt. Die derzeit größte Gruppe, Menschen zwischen 45 und 65 Jahren, verweile auch länger auf den Stationen als die jüngere Altersgruppe. Deshalb werde es eng für andere Intensivpatienten und Notfälle, die um die 60 Prozent der Kapazitäten brauchten. Derzeit sei das Versorgungsniveau für die Patienten aber noch auf hohem Stand.

An härteren Maßnahmen zur Eindämmen der Infektionen werde man nicht vorbeikommen, betonte der Intensivmediziner. Dabei sollten die Einschnitte nicht mehr mit der Lage der Intensivversorgung begründet werden. "Das ist die schlimmste Folge der Pandemie - wir dürfen nicht warten, bis diese eintritt." Aussagekräftig sei auch der R-Wert, der angibt, wie viele andere Menschen ein Infizierter ansteckt. Liegt er längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Als Beispiel für einen erfolgreichen Shutdown nannte er unter anderem Portugal mit den im Januar bezogen auf die Bevölkerungszahl zeitweilig höchsten Infektionszahlen weltweit; das Land hatte mit einer 24-Stunden-Ausgangssperre, allgemeiner Maskenpflicht und einer weitgehenden Homeoffice-Verpflichtung der Arbeitgeber die Lage in den Griff bekommen.

Das waren die letzten Meldungen vom Montag:

++ Inzidenz im Südwesten leicht auf 170 gesunken — 12 Kreise über 200

(19.22 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten ist nach Angaben des Landesgesundheitsamts etwas gesunken — von 173,4 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen auf 170,5. Am Montag sind die Fallzahlen allerdings meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Im Vergleich zu Montag vor einer Woche lagen die Werte um knapp 27 Fälle höher.

Laut Landesgesundheitsamt (Stand: 16.00) lagen bei der Inzidenz 12 (minus 1) der 44 Stadt- und Landkreise über der 200er und nur 5 unter der 100er Marke. Baden-Württemberg rangiert hier unter den Bundesländern auf dem viertletzten Rang — nur Bayern, Sachsen und Thüringen haben noch höhere Werte.

Am höchsten ist der Inzidenzwert im Südwesten weiterhin in der Stadt Heilbronn mit 276,5, es folgen der Landkreis Schwäbisch-Hall mit 268,3 und der Landkreis Heilbronn mit 264,8. Am niedrigsten war die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald mit 73,6, gefolgt von der Stadt Freiburg mit 74,0. Erst unterhalb der 50er-Marke können Gesundheitsämter Kontakte von Infizierten nachverfolgen, wie es immer wieder hieß.

++ Bürger im Bodenseekreis müssen ab 21 Uhr zu Hause bleiben

(19.01 Uhr) Weil im Bodenseekreis der Wert der Sieben-Tages-Inzidenz weiter über 100 liegt, „gilt die neue Corona-Verordnung automatisch“, sagt der Pressesprecher des Bodenseekreises, Robert Schwarz, auf Anfrage.

Das heißt vor allem, dass der Aufenthalt zwischen 21 bis 5 Uhr außerhalb der eigenen Wohnung jetzt nur noch mit triftigem Grund erlaubt ist. Die Polizei kündigt an, mit Augenmaß zu kontrollieren.

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++ Bregenzerwald: Ab Mittwoch gilt wieder die Ausreisetestpflicht

(17.35 Uhr) Weil die Infektionszahlen in den vergangenen Tagen in die Höhe geschnellt waren, zieht das Land Vorarlberg nun die Reißleine. Ab Mittwoch, 0 Uhr, muss jeder, der den Bregenzerwald verlässt, einen negativen PCR-Test oder einen negativen Antigen-Test vorlegen.

Die Ausreisetestpflicht soll für mindestens sieben Tage aufrechterhalten werden, wie Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) am Montag in einer Pressekonferenz bekanntgab. Kinder bis zehn Jahre und alle Schülerinnen und Schüler brauchen keinen Test für die Ausreise. Der Grund: Sie werden in den Schulen getestet.

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++ Ausgangsbeschränkung im Kreis Ravensburg erst ab Mittwoch, 21. April

(17.20 Uhr) Eine nächtliche Ausgangsbeschränkung im Kreis Ravensburg gilt ab Mittwochabend, 21 Uhr. Das teilte das Landratsamt am Montag mit. Weil das Amt davon ausgeht, dass die Regelung erst zwei Tage nach Bekanntgabe am Montag gelten dürfen, treten diese erst am Mittwoch in Kraft. 

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