Corona-Newsblog: Neuinfektionen nahe an bisherigem Höchstwert

Digital-Redakteur
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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 33.300 (396.512 Gesamt - ca. 354.200 Genesene - 9.007 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 9.007
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 165,3
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 257.900 (3.073.442 Gesamt - ca. 2.736.100 Genesene - 79.381 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 79.381
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 160,1

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Neuinfektionen nahe an bisherigem Höchstwert (21.13 Uhr)
  • Zur „Querdenker“-Demo in Kempten dürfen nur 200 Leute kommen (19.35 Uhr)
  • Wirtschaft fordert Impfen durch Betriebsärzte (18.40 Uhr)
  • Sigmaringer Gericht weist Widerspruch gegen Ausgangssperre zurück (17.10 Uhr)
  • „Querdenker“ dürfen nicht in Stuttgart demonstrieren (16.31 Uhr)
  • Sozialministerium räumt Verzögerung bei Test-Lieferung an Schulen ein (15.37 Uhr)

++ Neuinfektionen nahe an bisherigem Höchstwert

(21.13 Uhr) Mit 29.426 von den Gesundheitsämtern binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Fällen nähert sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen dem bisherigen bundesweiten Höchstwert.

Der bisherige Rekord war mit 33.777 Neuinfektionen am 18. Dezember erreicht worden, er enthielt allerdings 3500 Nachmeldungen. Mehr als 29.000 Neuinfektionen wurden den RKI-Daten zufolge zudem an mehreren Tagen im Dezember erfasst. Auch am 8. Januar hatte der Wert noch bei 31.849 gelegen, danach war die Zahl der Neuinfektionen einige Wochen lang deutlich gesunken.

Mit einem baldigen Abflauen ist diesmal nicht zu rechnen: „Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort“, heißt es vom RKI im Lagebericht vom Mittwochabend. Rund um die Osterfeiertage wurde nach Angaben des Instituts weniger getestet und gemeldet.

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++ Zur „Querdenker“-Demo in Kempten dürfen nur 200 Leute kommen

(19.35 Uhr) Eine „Querdenken“-Versammlung an diesem Wochenende in Kempten darf nur mit starken Einschränkungen stattfinden. Das Verwaltungsgericht in Augsburg genehmigte am Donnerstag nur 200 Teilnehmer statt der von den Veranstaltern angemeldeten 8000.

Zudem müssten die Teilnehmer zuvor über die sozialen Netzwerke über die Beschränkung informiert werden, erklärte ein Gerichtssprecher nach dem Eilverfahren.

An der Veranstaltung der Allgäuer „Querdenken“-Gruppe am Samstag soll auch der Gründer der Initiative, Michael Ballweg, teilnehmen. Die Stadt Kempten hatte die Großkundgebung wegen der Corona-Schutzvorschriften verboten, weil es in der Kommune keine dafür geeignete Fläche gebe.

Zudem wurde ein geplanter Demonstrationszug mit 2000 Teilnehmern verboten. Auch dies wurde vom Gericht überprüft. In diesem Fall bleibt es aber bei dem Verbot.

++ Wirtschaft fordert Impfen durch Betriebsärzte

(18.40 Uhr) Vor dem Impfgipfel des Gesundheitsministerium erhöhen der Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) und der Verband Unternehmen Baden-Württemberg (UBW) den Druck auf die Politik. Beide Verbände forderten am Donnerstag in Stuttgart nachdrücklich, die Betriebs- und Werksärzte rasch in die Kampagne mit einzubeziehen.

BWIHK-Präsident Wolfgang Grenke und UBW-Präsident Rainer Dulger erklärten: „Nur so können wir möglichst schnell in eine wirtschaftlich wirklich planbare Situation für viele von Corona schwer getroffene Betriebe kommen und die Inzidenzfixierung nachhaltig überwinden.“. Viele Unternehmen stünden mit ihren Betriebsärzten längst in den Startlöchern und böten sich aktiv für entsprechende Pilotprojekte an.

Um die Corona-Impfkampagne voranzutreiben, will Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Freitag (11 Uhr) in einer Videoschalte mit Kommunalpolitikern, Sozialverbänden sowie Vertretern etwa von Ärztekammer, Apothekerverband und Krankenhausgesellschaft sprechen.

Es geht um einen Plan für den Moment, ab dem deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung steht. Aus der Opposition kam bereits Kritik, Lucha wolle von Versäumnissen zum Beispiel bei Senioren ablenken. Hausärzte wiederum fürchten, dass das Impfchaos in ihre Praxen verlagert wird.

++ Widerspruch gegen Ausgangssperre abgewiesen

(17:10 Uhr) Das Verwaltungsgericht Sigmaringen (VG) hat den Widerspruch eines Kreisbürgers gegen die seit Mittwoch geltende nächtliche Ausgangssperre im Landkreis Biberach abgewiesen. Dies teilte ein Sprecher des Verwaltungsgerichts am Nachmittag mit, das damit dem Biberacher Landratsamt recht gab.

Ein 59-jähriger Mann aus Bad Buchau hatte Widerspruch gegen diese Anordnung eingelegt (SZ berichtete). Er hatte die Ausgangssperre als unlogisch bezeichnet, weil ein Nachweis für deren Wirksamkeit auf die Verbreitung des Coronavirus nicht erbracht sei, so die Meinung des Mannes. Eine Begründung der Entscheidung des Gerichts liegt bislang noch nicht vor.

++ „Querdenker“ dürfen nicht in Stuttgart demonstrieren

(16.31 Uhr) Das Stuttgarter Verwaltungsgericht hat die Verbote zweier Demonstrationen gegen die Corona-Politik am kommenden Samstag bestätigt. Die Stadt hatte unter anderem argumentiert, die Versammlungen bedrohten angesichts der steigenden Infektionszahlen Leib und Leben der Demonstranten und weiterer Menschen.

Diese Auffassung teile die Kammer, wie es hieß. Die Verhängung von Auflagen sei zudem wohl nicht ausreichend, um das Risiko zu reduzieren. „Es wäre zu erwarten, dass diese Auflagen von einer großen Zahl der zu erwartenden Teilnehmer nicht eingehalten würden“, gab eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts den Tenor der Entscheidung wieder. Auch gebe es zurecht Zweifel an der Zuverlässigkeit der Versammlungsleiter.

Nach den Verboten durch die Stadt hatten die Veranstalter Eilanträge gegen die Entscheidungen gestellt. Mit dem Verbot wollte die Stadt vor allem Szenen wie am Karsamstag verhindern, als bei einer Demonstration der „Querdenker“-Bewegung bis zu 15.000 Teilnehmer ohne Mund-Nasen-Schutz und ohne Abstand unterwegs waren. Danach war eine Debatte entfacht, ob solche Veranstaltungen verboten werden könnten. Die Stadt hatte die Erlaubnis für die Demonstration verteidigt und auf das Versammlungsrecht verwiesen, das trotz Corona gelte.

Die Veranstalter können gegen die Entscheidung des Gerichts noch vorgehen und Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim geben.

++ Sozialministerium räumt Verzögerung bei Test-Lieferung an Schulen ein

(15.37 Uhr) Bei der Auslieferung der Schnelltests an die Schulen, die an diesem Montag wieder für viele Kinder und Jugendliche öffnen, hat es Probleme gegeben. „Die Auslieferung der Testkits hat sich aufgrund der insgesamt bundesweit starken Nachfrage und dadurch bedingter gewisser Lieferschwierigkeiten bei den Herstellern leider verzögert“, erklärte eine Sprecherin des Sozialministeriums am Donnerstag in Stuttgart.

Bis Mittwoch seien nach Auskunft der Lieferanten etwa 3 Millionen Tests an die Kommunen und Schulen gegangen. Bis Freitag sollen demnach etwa 4,4 Millionen Tests ausgeliefert sein. „Somit werden nach aktuellem Stand ab Montag die Schulen, falls eine Öffnung erfolgt, mit Tests ausgestattet sein.“ Die Sprecherin ergänzte: „Insofern sollte dem Einstieg in den Präsenz- beziehungsweise Wechselunterricht nächste Woche nichts im Wege stehen.“

Zahlreiche Gemeinden hätten zurückgemeldet, dass ihnen noch Tests fehlten, sagte eine Sprecherin des Gemeindetags. Man hoffe jetzt, dass die Lieferungen noch bis Freitag kämen. Von Montag an sollen sich grundsätzlich alle, die wieder in der Schule sind, zweimal die Woche testen lassen.

Die Sprecherin des Sozialministeriums sagte, die Kommunen könnten sich zusätzliche Tests auch selbst beschaffen und bekämen die Kosten erstattet. „Bis zum 23. April wird das Land weitere 5,4 Millionen Tests an die Schulen ausliefern“, erklärte sie. Spätestens in der zweiten Maiwoche stünden Städten und Gemeinden über Rahmenlieferverträge des Landes insgesamt 39 Millionen Tests zur Verfügung, die sie selbst direkt bestellen könnten.

++ Curevac erwartet Zulassung im zweiten Quartal

(14.41 Uhr) Das Biotech-Unternehmen Curevac geht weiter davon aus, noch im zweiten Quartal des Jahres eine Zulassung für seinen Corona-Impfstoff zu erhalten. Die klinische Entwicklung befinde sich in der finalen Phase und die Daten für das rollierende Zulassungsverfahren durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) würden rechtzeitig erwartet, gab das Unternehmen am Donnerstag in Tübingen bekannt.

Zugleich habe eine zusätzliche Studie einen vollständigen Schutz vor der zuerst in Südafrika aufgetauchte Virusvariante B.1.351 durch den Corona-Impfstoff CnCoV nachgewiesen, hieß es.

Das Unternehmen hat für das Geschäftsjahr 2020 erneut hohe Verluste verzeichnet. Vor Steuern lag das Minus bei 129,8 Millionen Euro nach 100,1 Millionen Euro 2019, wie Curevac mitteilte. Zum Ergebnis nach Steuern wurden zunächst keine Angaben gemacht. Die Verluste seien vor allem durch die hohen Kosten für Forschung und Entwicklung des Corona-Impfstoffs begründet. Zum Teil seien diese durch Fördergelder etwa des Bundes ausgeglichen worden.

++ Merkel soll am Freitag Astrazeneca-Impfung erhalten

(13.29 Uhr) Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird sich nach Informationen der „Welt“ an diesem Freitag mit dem Impfstoff Astrazeneca gegen Corona impfen lassen.

Die Kanzlerin ist über 60 Jahre alt und fällt damit in die Gruppe derjenigen, die in Deutschland für Astrazeneca-Impfungen infrage kommen. Ein Regierungssprecher wollte die Information am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht bestätigen.

Er verwies auf Regierungssprecher Steffen Seibert, der am Montag gesagt hatte: „Die Bundeskanzlerin wird sich zeitnah impfen lassen und wird die Öffentlichkeit dann darüber informieren.“ Dies gelte nach wie vor.

++ Weltweite Impfungen schreiten voran

(12.21 Uhr) Die folgende Grafik zeigt dem weltweiten Impffortschritt im Detail.

++ Gericht lehnt Eilantrag gegen Schließung von Kultureinrichtungen ab

(12.10 Uhr) Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat einen Eilantrag mehrerer Musiker gegen die Schließung von Kultureinrichtungen in der Corona-Krise abgelehnt. „Der Eingriff in die Kunst- und Berufsfreiheit der Antragsteller erweise sich im Hinblick auf den Schutz der körperlichen Unversehrtheit und der Gesundheit einer Vielzahl von Menschen (…) als erforderlich und angemessen“, teilte das Gericht am Donnerstag mit.

Der VGH sah auch keine Ungleichbehandlung der Kultur. „Teilnehmer bei Versammlungen und Besucher von Gottesdiensten übten aktiv ihre Versammlungs- beziehungsweise Religionsfreiheit aus, während der Genuss von Kunst und Kultur nicht von der Kunstfreiheit selbst geschützt sei“, entschied das Gericht.

Mehr als 20 Musikerinnen und Musiker der Initiative „Aufstehen für die Kunst“ hatten versucht, mit einem Eilantrag die Öffnung der Bayerischen Staatsoper und der Philharmonie in München zu erreichen.

++ Bundestag hebt erneut Immunität des Abgeordneten Nüßlein auf

(11.14 Uhr) Der Bundestag hat erneut die Immunität des unter Korruptionsverdachts stehenden Abgeordneten Georg Nüßlein aufgehoben. Das Parlament machte damit am Donnerstag den Weg für weitere Maßnahmen gegen den ehemaligen CSU-Parlamentarier frei.

Nüßlein steht wegen Geschäften mit Corona-Schutzmasken in der Kritik. Konkret erteilte das Parlament die Genehmigung „zum Vollzug gerichtlicher Vermögensarrest- und Durchsuchungsbeschlüsse“. Auslöser war ein Schreiben des Bundesjustizministeriums. Der Beschluss erfolgte — wie in diesen Fällen üblich — einstimmig.

Nüßlein soll Provisionen in sechsstelliger Höhe für die Vermittlung von Maskengeschäften kassiert haben. Gegen ihn ermittelt die Münchner Generalstaatsanwaltschaft unter anderem wegen des Anfangsverdachts der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern.

Der frühere CSU-Politiker hat inzwischen seine Partei und die Unionsfraktion im Bundestag verlassen. Sein Mandat will er aber bis zum Ende der Wahlperiode behalten. Die Vorwürfe weist er zurück.

Nüßleins Immunität war bereits Ende Februar aufgehoben worden, um die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft einschließlich Durchsuchungen zu ermöglichen. Dies muss jedoch neu geschehen, wenn Ermittlungsbehörden über den ursprünglichen Beschluss hinausgehende Schritte unternehmen wollen.

Georg Nüßlein (CSU) während einer Debatte der Bundestagssitzung zum Thema Cybergrooming.
Georg Nüßlein (CSU) während einer Debatte der Bundestagssitzung zum Thema Cybergrooming. (Foto: Soeren Stache)

++ RKI sieht dramatische Situation in Kliniken

(10.26 Uhr) Das Robert Koch-Institut hat die Politik eindringlich aufgefordert, die dritte Welle in der Corona-Pandemie zu brechen. „Wir müssen die Zahlen runterbringen. Es ist naiv zu glauben, das Virus wegtesten zu können. Das funktioniert nicht“, sagte Institutsleiter Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin.

Dazu seien Verordnungen, wirksame Strategien und konsequente Umsetzungen nötig. „Die Lage in den Krankenhäusern spitzt sich teilweise dramatisch zu und wird uns auch noch härter treffen als in der zweiten Welle. Wir müssen jetzt handeln.“

Wieler riet allen Kliniken, ihren Regelbetrieb einzuschränken, um Kapazitäten zur Behandlung von schwer kranken Patienten zu schonen. Es gebe jetzt schon in einigen Städten und Ballungsgebieten auf den Intensivstationen keine freien Betten mehr.

„Und das ist eine Situation, in der wir mit mehr Patienten rechnen müssen.“ Stabile Kranke sollten deshalb aus Regionen mit akutem Bettenmangel rechtzeitig in weniger betroffene Regionen verlegt werden.

Wegen der Schwere der Erkrankungen würden auf den Intensivstationen immer mehr künstliche Lungen benötigt, sagte der RKI-Präsident. Acht von zehn Geräten seien mit Covid-Patienten belegt. Darunter seien inzwischen auch viele jüngere Erwachsene.

++ Spahn: Länder müssen auf „Bundes-Notbremse“ nicht warten

(09.41 Uhr) Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angesichts weiter steigender Corona-Zahlen zusätzliche Maßnahmen angemahnt und die Länder aufgefordert, nicht auf die geplante „Bundes-Notbremse“ zu warten.

„Jeder Tag zählt gerade in dieser schwierigen Lage“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. Spahn rief dazu auf, Warnungen der Intensivmediziner ernst zu nehmen. Hauptziel bleibe, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. „Das was wir jetzt möglicherweise versäumen, rächt sich in zwei, drei Wochen. Genauso wie sich jetzt rächt, was vor zwei, drei Wochen nicht entschieden wurde.“

Wir sollten nicht darauf warten, bis der Bundestag dieses Gesetz nächste Woche beschlossen hat.

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Impfen und Testen reichten nicht, um die dritte Welle zu brechen, sagte Spahn. Es brauche entschiedenes Handeln und weitere Einschränkungen. Der Gesundheitsminister appellierte „auch an die Länder“: „Es ist gut, dass wir mit der Notbremse per Bundesgesetz bald eine einheitliche und nachvollziehbare Regelung haben, aber wir sollten nicht darauf warten, bis der Bundestag dieses Gesetz nächste Woche beschlossen hat.“

Die Zeit dränge. Bereits jetzt hätten alle die Möglichkeit, zu handeln. „Man muss nicht auf dieses Bundesgesetz warten.“

++ Notbremse tritt frühestens kommende Woche in Kraft

(08.15 Uhr) Die vom Bundeskabinett am Dienstag beschlossene Änderung des Infektionsschutzgesetzes treten frühestens kommende Woche in Kraft. Die bundeseinheitliche Maßnahmen für Regionen mit vielen Neuinfektionen sollen die Infektionszahlen nach unten bringen. Zum Beispiel durch Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 Uhr bis 5 Uhr sowie geschlossene Läden.

Kommende Woche sollen die Neuerungen zunächst vom Parlament beschlossen werden und dann den Bundesrat passieren — trotz deutlicher Kritik einiger Länder und der Opposition im Bundestag. Laut Medienberichten will der Bundestag am Mittwoch über das Gesetz entscheiden. 

++ Verband: Impfen in Hausarztpraxen läuft „sehr gut“

(07.55 Uhr) Das Impfen in den Hausarztpraxen läuft aus Sicht des Hausärzteverbands hervorragend. „Wir haben im Vergleich zur Vorwoche die doppelte Menge an Impfungen erreicht. Der organisatorische Aufwand mit dem Impfstoff von Biontech ist zwar erheblich, aber nach den mir vorliegenden Ergebnissen in den Praxen läuft es sehr gut“, sagte Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbands Baden-Württemberg, dem „Südkurier“ (Donnerstag).

Unser Problem ist es vielmehr, wie wir mit diesem lächerlich knappen Impfstoff den Bedarf decken können.

Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbands Baden-Württemberg

Man habe kein Problem, Patienten von Impfungen zu überzeugen. „Unser Problem ist es vielmehr, wie wir mit diesem lächerlich knappen Impfstoff den Bedarf decken können.“

Die Patienten seien endlos dankbar, sagte Dietsche dem Blatt. „Jeder Hausarzt hat in seiner Praxis lange Wartelisten von Patienten, die sich in der Praxis impfen lassen wollen, die weder Lust haben, in der 116117-Warteschleife zu verhungern, noch irgendwelche kollabierenden Homepages zu besuchen.“

Wenn man die Hausärzte ließe und mit Impfstoff versorgen würde, dann wäre das Thema Impfen in wenigen Monaten erledigt, sagte Dietsche. Die Impfzentren bräuchte man seiner Ansicht nach ab einer gewissen Zeit für einen Übergangszeitraum, aber dieser könne relativ kurz sein.

Die Verunsicherung bei den Patienten, was den Impfstoff von Astrazeneca angehe, sei erstaunlich gering, sagte Dietsche. „Wenn unsere Institutionen, zu denen ich Vertrauen habe, sagen, dass der Impfstoff sicher ist, dann gehe ich davon aus, dass er sicher ist. Genau das sage ich auch meinen Patienten.“

++ RKI registriert 29.426 Corona-Neuinfektionen und 293 neue Todesfälle

(06.45 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 29.426 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 294 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen von Donnerstagmorgen hervor.

In seinem aktuellen Lagebericht von Mittwochabend schreibt das RKI: „Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort.“ Rund um die Osterfeiertage war laut RKI weniger getestet und gemeldet worden. 

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 160,1. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 153,2 an, vor vier Wochen lag sie bei 90,4.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 1,11 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

++ Impfkapazitäten im Südwesten weiter größer als vorhandene Impfdosen 

(06.12 Uhr) Im Südwesten könnte weiterhin deutlich mehr geimpft werden als Corona-Impfstoff vorhanden ist — doch die Liefermengen sollen schon bald zunehmen.

Im April wird Baden-Württemberg pro Woche rund 300.000 Dosen Corona-Impfstoff erhalten, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart mitteilte. Dem stehen Kapazitäten von bis zu 80.000 täglichen Impfungen in den Impfzentren im Land gegenüber.

In den Praxen der niedergelassenen Ärzte könnten laut einer Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg ebenfalls bis zu 80.000 Impfungen verabreicht werden, so der Sprecher.  Tatsächlich landen in den Impfzentren derzeit täglich zwischen 40.000 und 45.000 Impfungen in den Armen der Baden-Württemberger. In den Praxen habe es in der ersten Woche nach dem dortigen Impfstart bis einschließlich Dienstag dieser Woche rund 161.000 Impfungen gegeben. Dies entspricht rund 23.000 Impfungen am Tag.

Beim Fortschritt der Impfkampagne spielt neben dem Umfang der Impflieferungen auch die Verteilung und Akzeptanz für die verschiedenen Impfstoffe eine Rolle. In der kommenden Woche erhalten die Impfzentren laut Ministerium rund 14.400 Dosen von Astrazeneca und rund 287.000 Dosen von Biontech/Pfizer.

Für die letzte Aprilwoche betragen die Liefermengen demnach 12.000 Dosen von Astrazenca, 199.000 Dosen von Biontech/Pfizer und 80.400 Dosen des Impfstoffs von Moderna. Der geringe Anteil an Astrazeneca sei dadurch begründet, dass die Impfzentren hiervon ab Ende April nur noch Dosen für Zweitimpfungen erhielten, alles andere gehe ab nächster Woche an die Hausärzte, so der Sprecher.

Welchen Umfang die Impflieferungen ab Mai haben werden, ist derzeit noch unklar. 

Das waren die letzten Meldungen von Mittwoch:

++ Historischer Einbruch bei den Azubi-Zahlen im Südwesten und Bayern

(21.42 Uhr) Die Corona-Krise hat deutlich sichtbare Spuren auf dem Ausbildungsmarkt hinterlassen. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes haben nur noch 465 200 Personen in Deutschland im vergangenen Jahr einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen.

Das sind 9,4 Prozent weniger als noch 2019. „Der aktuelle Einbruch ist in seiner Höhe bislang einzigartig“, sagen die Statistiker. So wenige Menschen wie noch nie seit der Wiedervereinigung in Deutschland haben eine Ausbildung begonnen.

Auch in Baden-Württemberg und Bayern ging die Zahl der Ausbildungsverträge stark zurück. Nach den vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg wurden im vergangenen Jahr 66 700 Ausbildungsverträge im Südwesten abgeschlossen. Dies bedeutet einen Rückgang um gut 6200 Verträge beziehungsweise ein Minus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Zum Stichtag 31. Dezember 2020 belief sich die Zahl der Azubis auf 185 100 Auszubildende im Südwesten – ein Minus von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Bayern lag die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildunsgverträge bei 83 400, was ein Minus von 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Corona-Fälle wegen falsch-positiver Schnelltests gestrichen

(20.19 Uhr) Die Corona-Lage im Kreis Ravensburg bleibt angespannt, die Sieben-Tage-Inzidenz ist am Mittwoch nur leicht gesunken. Sie lag am Nachmittag nach Angaben des Landesgesundheitsamtes bei 123,7. Am Vortag war der Wert noch mit 137 angegeben worden. Die Inzidenz besagt, zu wie vielen Ansteckungen es je 100.000 Einwohner binnen einer Woche im Landkreis gekommen ist.

Das Landratsamt teilte am Mittwochabend mit, dass 64 weitere Infektionen gemeldet worden sind. Immer wieder muss die Behörde aber auch gemeldete Fälle zurücknehmen. Am Mittwoch wurden 13 gemeldete Fälle der Vortage zurückgenommen

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Mehr als 170 - Infektionen im Kreis Tuttlingen steigen stark an

(17.46 Uhr) Am Mittwoch hat der Landkreis Tuttlingen 50 neue positive Corona-Fälle in 16 Kreisgemeinden zu verzeichnen gehabt.

14 Covid19-Patienten befinden sich im Klinikum, zwei von ihnen sind auf der Intensivstation, einer wird beatmet. Es gibt derzeit einen Verdachtsfall. In den Pflegeheimen und Rehaeinrichtungen sind aktuell ein Bewohner und zwei Mitarbeiter infiziert. Sechs britische Mutationen konnten nachgewiesen werden. Neue Todesfälle in Zusammenhang mit Covid19 sind nicht zu verzeichnen. Der Inzidenzwert liegt bei 175.

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++ Anderer Impfstoff für unter 60-Jährige beim Zweittermin

(16.42 Uhr) Menschen in Baden-Württemberg unter 60 Jahren, die aufgrund ihrer Impfberechtigung bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, können nach der neuen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) die Zweitimpfung nach neun oder zwölf Wochen mit einem so genannten mRNA-Impfstoff erhalten. Darauf weist das Gesundheitsministerium hin.

Damit bleiben alle bereits gebuchten Astrazeneca-Zweitimpftermine gültig. Unter 60-Jährige werden im Impfzentrum bei der Zweitimpfung auf einen vorhandenen mRNA-Impfstoff umgebucht. Dies geschieht direkt vor Ort. Sollte ein mRNA-Impfstoff an diesem Tag nicht zur Verfügung stehen, wird vor Ort ein neuer Termin für eine Zweitimpfung vergeben.

+++ Hier geht es zum Corona-Newsblog von Mittwoch +++

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