Corona-Newsblog: BaWü schließt Schulen und Kitas - Polen und Dänemark schließen Grenzen

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

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Aktuelle Zahlen für Deutschland und Region:

  • Infizierte insgesamt: 3.062 (¹), 3.481 (³)
  • Infizierte Baden-Württemberg: 569 (⁴) / 586 (5)
  • Geheilte insgesamt: 46 (²,³)  
  • Kritische Fälle insgesamt: 8 (²,³)
  • Todesfälle: 8 (²,³)

Quellen: RKI¹, Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO, 5Korrekturwert nach Recherchen von Schwäbische.de 

Das Wichtigste im Überblick:

Selbstaktualisierende Datengrafik (inklusive geheilter Patienten):

+++ Hintergründe und Informationen im Coronavirus-Dossier +++

21.30 Uhr - Erster Coronafall in der Bundesliga: Paderborn-Verteidiger betroffen 

In der Fußball-Bundesliga gibt es den ersten Coronafall. Aufsteiger SC Paderborn gab am Freitagabend bekannt, dass der deutsche U21-Nationalspieler Luca Kilian positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet wurde. Die Tests an ersten Paderborner Spielern waren zuvor deshalb durchgeführt worden, weil SCP-Trainer Steffen Baumgart im Verlauf des Tages einige Symptome einer Ansteckung durch das Virus gezeigt hatte und deshalb als Verdachtsfall geführt wurde. Die Testergebnisse bei dem 48-Jährigen waren jedoch anders als bei Kilian negativ.

Nach der Infizierung des 20-Jährigen wird der Tabellenletzte der Bundesliga nun „in enger Abstimmung mit den Behörden vor Ort umfangreiche Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus einleiten“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins vom Freitagabend. Dazu gehört auch, das alle Spieler und Mitglieder des Funktionsteams sich am Samstag einem Test auf das Coronavirus unterziehen müssen.

+++ Lesen Sie passend dazu auch den Kommentar unseres Sporredakteurs Jürgen Schattmann, der den Umgang des DFL mit der Corona-Krise für unangemessen hält +++

20.50 Uhr - Italien-Rückkehrer sollen auch ohne Symptome zuhause bleiben / Notstand in den USA

Das Bundesgesundheitsministerium hat wegen der Corona-Epidemie alle kürzlich aus Italien, Österreich oder der Schweiz Zurückgekehrten aufgefordert, sich selbst in Quarantäne zu begeben. „Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz oder in Österreich waren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte und bleiben Sie zwei Wochen zu Hause“, schrieben Minister Jens Spahn und seine Ministerium am Freitagabend jeweils im Kurznachrichtendienst Twitter. Dies gelte „unabhängig davon, ob Sie Symptome haben oder nicht“.

Bisher war dies überwiegend nur für Menschen empfohlen worden, die Symptome einer Covid-19-Erkrankung wie etwa Fieber zeigen. Vor allem in Italien und der Schweiz breitet sich die Krankheit stark aus, in Österreich ist besonders das Bundesland Tirol betroffen.

Im Kampf gegen das Coronavirus hat US-Präsident Donald Trump den nationalen Notstand ausgerufen. Damit könnten bis zu 50 Milliarden Dollar gegen die Pandemie mobilisiert werden, sagte Trump am Freitag bei einer Ansprache im Garten des Weißen Hauses. So solle die Zahl der Coronavirus-Tests massiv erhöht werden. 

Die Verkündung des nationalen Notstandes war angesichts des sich ausbreitenden Virus erwartet worden. Die oppositionellen Demokraten hatten dies vehement gefordert.

In den USA sind bereits rund 40 Menschen an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Mehr als 1700 Infektionen wurden bestätigt. Allerdings dürfte die wahre Zahl der Infizierten deutlich höher liegen. Wegen fehlender Tests wurden in den USA im Vergleich zu anderen Ländern bislang nur wenige Menschen getestet.

20.40 Uhr - Zwölfter Corona-Fall im Kreis Biberach

Es handelt sich um einem 34-jährigen Mann, der sich vermutlich im Zusammenhang mit einem Aufenthalt in Ischgl (Österreich) angesteckt hat. Mehr dazu

20.25 Uhr - Polen schließt Grenzen für Ausländer

Polen schließt in der Corona-Krise seine Grenzen für Deutsche und alle anderen Ausländer. Dies teilte der Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Freitagabend auf einer Pressekonferenz in Warschau mit.

20.10 Uhr - Einschnitte für Gläubige — Trauerfeiern verschoben, keine Prozession 

Für die Kirchen und ihre Mitglieder im Südwesten bringt die Corona-Epidemie etliche Einschnitte mit sich: Große Trauerfeiern, Firmgottesdienste und Erstkommunionfeiern werden verschoben, die Ostergottesdienste werden in reduzierter Form abgehalten, wie die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Erzdiözese Freiburg am Freitag mitteilten. Die traditionelle Prozession durch Rottenburg am Palmsonntag wurde abgesagt.

Bischof Gebhard Fürst betonte: „Der Schutz der Gemeindemitglieder steht für die Diözese Rottenburg-Stuttgart im Vordergrund.“ Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger sagte: „Es besteht eine gesamtgesellschaftliche Pflicht, die Anzahl der Neuinfektionen so niedrig wie möglich zu halten.“

Eine Absage der Kirchengemeinde- und Pastoralratswahl am 22. März ist nicht geplant. Beide Diözesen riefen dazu auf, sich per Briefwahl zu beteiligen.

In Rottenburg-Stuttgart sollen die Gläubigen in Gottesdiensten auf das Händereichen zum Friedensgruß, die Mundkommunion und auf die Kelchkommunion mit der Gemeinde verzichten. Auch die Weihwasserbecken bleiben trocken.

20.00 Uhr - Entlassungen aus Isolation im Alb-Donau-Kreis

Nach den Maßnahmen, die am Freitag die Landesregierung gegen die Ausbreitung des Coronavirus angekündigt hat, kam der Krisenstab des Gesundheitsamtes Ulm/Alb-Donau-Kreis unter der Leitung von Landrat Heiner Scheffold im Landratsamt zusammen, um die Lage zu erörtern und erforderliche Maßnahmen auch über das Wochenende auf den Weg zu bringen.

Landrat Heiner Scheffold: „Wir arbeiten im Standby und sind jederzeit am Wochenende einsatzbereit“.

Mittlerweile konnten vier am Coronavirus erkrankte Personen wieder aus der häuslichen Isolation entlassen werden. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle in Ulm und im Alb-Donau-Kreis liegt jetzt bei 17, davon 9 in Ulm und acht im Alb-Donau-Kreis.

19.30 Uhr - Dänemark schließt in Corona-Krise seine Grenzen

Dänemark schließt in der Corona-Krise bis auf Weiteres seine Grenzen. Die Maßnahme gelte ab dem morgigen Samstag um 12.00 Uhr, teilte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Freitagabend auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen mit.

Damit solle einer weiteren Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 entgegengewirkt werden. In Dänemark sind bislang 801 Infektionen mit dem Erreger nachgewiesen worden.

Es werde weiter möglich sein, Lebensmittel, Medikamente und andere notwendige Waren nach Dänemark zu bringen, versicherte Frederiksen. Dänen könnten jederzeit in ihr Heimatland zurückkehren.

Touristen und andere Ausländer ohne konkreten Grund für eine Einreise kämen dann nicht ins Land. Die Grenzkontrollen sollen bis einschließlich Ostern, also bis zum 13. April, gelten.

Dänemark hatte als eines der ersten Länder Europas bereits am Mittwochabend die Schließung seiner Schulen und Kindertagesstätten angekündigt.

Zuvor hatte sich die Zahl der bestätigten Infektionsfälle im Land drastisch erhöht. Am Freitag hatte Außenminister Jeppe Kofod zudem von allen nicht zwingend notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten.

19.00 Uhr - Firmen aus der Region wollen Eltern unterstützen

Nach der Entscheidung der Landesregierung Baden-Württemberg, im Kampf gegen das Coronavirus alle Schulen zu schließen, ist klar: Zahlreiche Eltern im Land haben ab Dienstag ein Problem.

Wenn Kinder zu Hause bleiben müssen, müssen sie in den kommenden Wochen dort von Eltern oder Verwandten betreut werden.

Ein Werkzeughersteller, ein Krankenhaus, ein Pharma-Unternehmen und ein Software-Spezialist: Schwäbische.de hat mit den Unternehmen gesprochen und gefragt, wie sie darauf reagieren, dass Mitarbeiter ab Dienstag keine Kinderbetreuung mehr haben. Hier lesen Sie die Reaktionen.

18.30 Uhr - SWR stellt Programm auf Corona ein

Nach den landesweiten Schul- und Kita-Schließungen baut der SWR sein TV-Programm extra für Kinder und Familien um.

Nach der SWR3 Morningshow ist ab 8 Uhr ein „Tigerenten Club spezial“ zu sehen.

Dabei können die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer ihre Fragen ins Studio schicken, die dann von ExpertInnen beantwortet werden.

Tipps für den freien Vormittag gibt es ebenso: Welche Tricks kann ich meinem Haustier im Wohnzimmer beibringen? Welchen Sport kann ich auch drinnen machen? Oder welches Buch sollte ich unbedingt lesen?

Danach steht um 10.45 Uhr Planet Schule und um 11.15 Uhr Planet Wissen auf dem Programm. Die gesamte Sendestrecke wird ab Dienstag, 17. März, auch im Livestream übertragen und on demand verfügbar sein.

18.05 Uhr - Junger Lindauer startet Corona-Hilfegruppe

„Sobald auch nur einer Person geholfen wird, bin ich schon glücklich“, sagt Simon Gries. Der 23-jährige Lindauer hat am Freitag im sozialen Netzwerk Facebook eine Corona-Hilfegruppe gegründet. Seitdem kann er seinen Computer eigentlich nicht mehr verlassen. Denn die Resonanz auf die Gruppe ist riesengroß. Das hat der Lindauer auf die Beine gestellt.

17.55 Uhr - WHO-Chef Tedros: Europa jetzt Epizentrum der Coronavirus-Pandemie

Europa ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt die am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Region der Welt. In Europa würden mehr Infektionen und Todesfälle gemeldet als in allen anderen Ländern außerhalb Chinas zusammen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. „Europa ist jetzt zum Epizentrum der Covid-19-Pandemie geworden“, sagte er. „Es werden jeden Tag mehr Fälle gemeldet als auf der Höhe der Epidemie in China“, sagte er.

Tedros rief alle Länder der Welt auf, weiter rigoros gegen die Ausbreitung zu kämpfen, Infizierte zu finden, zu isolieren, Kontaktpersonen der Infizierten zu überwachen und Abstand zu anderen Menschen zu halten.

17.40 Uhr - Fast alle Bundesländer schließen die Schulen

Millionen Eltern und Kinder in Deutschland stehen vor einer beispiellosen Herausforderung: Aus Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus wollen fast alle Bundesländer Schulen und Kitas Anfang nächster Woche vorerst schließen.

Am Freitag kündigten 13 Länder flächendeckende Schließungen an: Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, das Saarland, Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. Die meisten Länder werden die Schulen und Kitas bis zum Ende der Osterferien geschlossen halten, also bis Mitte oder Ende April.

Mecklenburg-Vorpommern will an diesem Samstag über flächendeckende Maßnahmen entscheiden. Sachsen will am Montag zunächst die Schulpflicht aussetzen - Lehrer, Schüler und Eltern sollen auf diese Weise Zeit bekommen, sich auf Schulschließungen vorzubereiten. Den genauen Zeitpunkt will die Landesregierung kommende Woche festlegen. Brandenburg setzt den regulären Schulunterricht von Mittwoch an vorerst aus. Der Schulbesuch ist damit weiter möglich, aber nicht mehr verpflichtend.

17.30 Uhr - DFL sagt 26. Spieltag der Fußball-Bundesliga ab

Die Fußball-Bundesliga hat den Spielbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie nun doch sofort unterbrochen und wird an diesem Wochenende nicht mehr spielen. Dies teilte die DFL am Freitagnachmittag mit. "Angesichts der Dynamik des heutigen Tages" habe man beschlossen, "den ursprünglich heute beginnenden 26. Spieltag in beiden Ligen zu verlegen." Am Vormittag hatte es zunächst geheißen, man werde den Spielbetrieb ab kommendem Dienstag bis zum 2. April unterbrechen. Bei dieser Unterbrechung soll es zunächst auch bleiben, allerdings schon ab heute.

"Hintergrund ist unter anderem, dass sich im Lauf des Tages der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus im Umfeld mehrerer Clubs und von deren Mannschaften ergeben haben und weitere Infektionen nicht auszuschließen sind", schrieb die DFL zur Begründung der späten Absage. Eigentlich hätten die Partien als Geisterspiele stattfinden sollen. Das Spiel zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen war allerdings schon im Lauf des Freitags abgesetzt worden. Auch Fortuna Düsseldorf und der SC Paderborn, die am Freitagabend (20.30 Uhr) spielen sollten, beantragten bei der DFL eine Verlegung.

Ziel sei es weiterhin, "die Saison bis zum Sommer zu Ende zu spielen – aus sportlichen Gesichtspunkten, aber insbesondere auch, weil eine vorzeitige Beendigung der Saison für einige Clubs existenzbedrohende Konsequenzen haben könnte", wie die DFL am Freitagnachmittag noch einmal ausdrücklich wiederholte. Eine am Montag angesetzte Mitgliederversammlung soll das weitere Vorgehen beraten.

17.15 Uhr - Schulschließungen: Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten

Baden-Württemberg schließt ab Dienstag alle Schulen und Kindergärten. Damit soll die Verbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Aber: Wer kümmert sich jetzt um die Betreuung? Darf ich von der Arbeit fern bleiben, um meine Kinder zu betreuen? Entstehen Nachteile für Schüler, die ihre Abschlussprüfungen schreiben müssen?

Die wichtigsten Fragen und Antworten finden Sie hier.

17 Uhr - Macron: G7-Videokonferenz wegen Coronavirus am Montag

Im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie wollen sich die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten nach Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in einer Videokonferenz beraten.

Die Sonder-Schalte soll am kommenden Montag stattfinden, wie Macron am Freitag ankündigte. Dabei soll über gemeinsame Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus wie die Entwicklung eines Impfstoffes beraten werden.

16.50 Uhr - Dritter Todesfall in Baden-Württemberg

Der Landkreis Göppingen hat dem Gesundheitsministerium einen weiteren COVID-19-Todesfall gemeldet. Demnach handele es sich um einen Mann aus dem Kreis Göppingen, Jahrgang 1935, der am Donnerstag positiv auf das Virus getestet worden war. Damit steigt die Zahl der Todesfälle in Baden-Württemberg auf drei.

Am Freitagnachmittag stieg die Zahl der bestätigten Infektionen im Land innerhalb eines Tages um 115 auf 569 Fälle. Das teilt das baden-württembergische Sozialministerium in einer Pressemitteilung mit. Von den 569 Fällen seien 314 männlich (55%). Das Durchschnittsalter betrage 48 Jahre bei einer Spannweite von 1 bis 94 Jahren. Bei den in Baden-Württemberg bislang aufgetretenen Fällen handele es sich fast ausschließlich um solche mit nachvollziehbaren Infektionsketten.

Das Landesgesundheitsamt meldet aktuell acht mit dem Coronavirus infizierte Patienten, die intensivmedizinisch betreut werden.

15.55 Uhr - Erste Corona-Fälle in Tuttlingen

Nun hat das Coronavirus auch den Landkreis Tuttlingen erreicht: Wie das Gesundheitsamt des Landkreises Tuttlingen mitteilt, liegen seit Freitagmittag drei positive Fälle vor. Zwei der Personen stammen aus Tuttlingen, eine aus Spaichingen.

In den Abendstunden wird das Ergebnis der Bestätigungstests erwartet. Erst dann könnten Fälle als bestätigt bekannt gegeben werden, teilte das Landratsamt mit. Die bisher im ersten Verfahren positiv getesteten Personen wurden unter häusliche Quarantäne gestellt, sie weisen bisher nur leichte grippeähnliche Symptome auf.

15.45 Uhr - Lucha bringt Reaktivierung des Krankenhaus 14 Nothelfer ins Gespräch

Wegen des Coronavirus: Sozialminister Manfred Lucha spielt mit dem Gedanken, das Krankenhaus 14 Nothelfer in Weingarten wieder zu aktivieren. So könnten die 130 Betten am Weingartener Krankenhaus, die seit Jahresbeginn nicht mehr genutzt werden, bei der Behandlung des Coronavirus helfen. 

14 Uhr - Baden-Württemberg schließt alle Schulen und Kitas ab kommendem Dienstag

Aus Sorge vor einer schnellen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat die Landesregierung bei einer Sondersitzung des Kabinetts beschlossen, alle Schulen und Kitas von Dienstag an bis nach den Osterferien zu schließen.

"Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, wie wir sie bislang nicht erlebt haben", erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf einer Pressekonferenz am Freitag. Das primäre Ziel sei es nun, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Zuvor hatten auch Bayern und weitere Bundesländer erklärt, Schulen und Kitas flächendeckend zu schließen. 

Das sagt Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne):

  • "Das Kabinett hat die Entscheidung getroffen, ab kommendem Dienstag bis nach den Osterferien alle Schulen und Kitas im Land zu schließen."
  • "Öffentliche Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern in einem Raum sind zu untersagen."
  • "Ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen rufen wir dazu auf, zu Hause zu bleiben."
  • "Die Behandlungskapazität in Krankenhäusern werden wir nach Kräften erhöhen."
  • "Für alle Maßnahmen brauchen wir die Bevölkerung. Wir alle müssen eine erhebliche Zeit auf Dinge verzichten, die wir gerne machen. Wir müssen uns um andere kümmern, um diejenigen, die ihre Wohnung nicht verlassen können."
  • "Wir sind auf die Solidarität und das vernünftige Verhalten der Menschen in unserem Land angewiesen. Bisher können wir sehr zufrieden damit sein, wie sich die Menschen in dieser Krise verhalten"

Das sagt Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne):

  • "Wir haben derzeit eine ansteigende Kurve, die nicht gleichförmig ist, sondern sich exponentiell entwickelt. Die Lage ist sehr dynamisch."
  • "Entscheidend ist, die sozialen Kontakte um 50 Prozent zu reduzieren."
  • "Die Krankenhäuser rüsten intensivmedizinisch auf und sie werden finanziell entschädigt, wenn sie nicht sofort notwendige Eingriffe verschieben."
  • "Wir müssen Zeit gewinnen, damit der Virus sich verlangsamt und nach den Osterferien das Leben mit dem Virus neu organisieren. In diesem Zeitraum haben wir vermutlich bereits erste Medikamente zur Verfügung."
  • "Wir haben derzeit keine Alternative. Wir müssen das tun, was wir steuern können."
Coronavirus - Stuttgart
Susanne Eisenmann (CDU), Ministerin für Kultus, Jugend und Sport von Baden-Württemberg, steht während einer Pressekonferenz der Landesregierung Baden-Württemberg neben Manfred Lucha (Bündnis 90/Die Grünen), Gesundheitsminister von Baden-Württemberg. (Foto: Sebastian Gollnow)

Das sagt Innenminister Thomas Strobl (CDU):

  • "Es geht darum, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Das heißt, dass wir Sozialkontakte einschränken müssen."
  • "Insbesondere an der Grenze zu Frankreich werden die Kontrollen verstärkt. Es wird Einschränkungen geben."
  • "Der Föderalismus ist kein Problem, sondern eine große Chance. Die Maßstäbe müssen aber überall gleich sein, deshalb müssen wir uns untereinander abstimmen."
  • "Ich bin überzeugt, dass die Bürger Verständnis haben und jeder weiß, dass er einen persönlichen Beitrag leisten kann."
Coronavirus - Friedrichshafen: Schulstopp deutet sich an
Schüler des Graf-Zeppelin-Gymnasiums laufen nach Schulschluss die Treppen hinunter auf den Schulhof. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat nach Bayern nun auch Baden-Württemberg entschieden, die Schulen erst nach den Osterferien wieder zu öffnen. (Foto: Felix Kästle)

Das sagt Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU):

  • "1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler sind nun betroffen, so wie 400.000 zu betreuende Kinder."
  • "Wir werden ab kommendem Dienstag alle Schulen und Kitas schließen."
  • "Wir möchten einen geordneten Übergang ermöglichen, deshalb sind die Einrichtungen am Montag noch geöffnet. Dann verbreiten wir alle nötigen Infos."
  • "Es sind drastische Maßnahmen, aber das ist notwendig. Ich habe immer gesagt, dass flächendeckende Schulschließungen die letzte aller Maßnahmen sind."
  • "Insgesamt ist es so, dass alle Prüfungen nach den Osterferien stattfinden. Und selbstverständlich werden wir für alle Schularten eine pädagogisch sinnvolle Vorgehensweise an den Tag legen. Für alle ist das eine Sondersituation, in der wir angemessen reagieren werden."
  • "Ich werde heute einen Brief an alle Schulen und Kitas schreiben, welche Auswirkungen diese Maßnahmen haben."
  • "Wir werden selbstverständlich gewährleisten, dass alle Abschlüsse angerechnet werden."
  • "Wir werden eine Notfallbetreuung vor Ort organisieren. Das wird sicher ein Kraftakt, aber wir müssen gewährleisten, dass die Kinder von Eltern, die in öffentlichen Bereichen arbeiten, betreut werden. Aber natürlich gibt es dann auch Kinder, für die das nicht gilt."
  • "Baden-Württemberg ist eine starke Gemeinschaft, die jetzt zusammenstehen muss. Für nun insgesamt fünf Wochen müssen wir diese Situation nun gemeinsam meistern."

13.30 Uhr - Das Wort „exponentiell“ und die dramatischen Folgen in der Corona-Krise

Schafft man es nicht, die Ausbreitung des Coronavirus schnell einzudämmen, könnte das deutsche Gesundheitssystem ins Wanken geraten. Warum? - Und mit welchen Folgen?

Unterschied Pandemie, Epidemie und Endemie. (Foto: David Weinert / SZ)

13.20 Uhr - Bundesregierung gibt unbegrenzte Kreditzusage

In der Coronavirus-Krise will die Bundesregierung den Unternehmen mit unbegrenzten Kreditprogrammen helfen. Das sagten Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Freitag in Berlin.

Über einen drastisch erhöhten Garantierahmen bei der Staatsbank KfW könnten eine halbe Billion Euro zur Verfügung gestellt werden, so Altmaier. Die Regierung stelle der KFW zunächst 20 Milliarden Euro zur Verfügung. Scholz sagte: „Es gibt keine Grenze nach oben bei der Kreditsumme, die die KfW vergeben kann.“

Altmaier sagte: „Es ist der Moment für gemeinsames Vorgehen.“ Scholz betonte: „Unser Land steht vor einer sehr ernsten Situation.“ Ein mulmiges Gefühl sei selbstverständlich. Die Herausforderungen seine gewaltig. Die weltweit stattfindenden Austauschprozesse von Waren und Gütern seien unterbrochen, Schulen würden geschlossen, Messen seien abgesagt. „Diese Krise betrifft uns alle.“ Er betonte: „Deshalb wird hier nicht gekleckert, es wird geklotzt.“

13.07 Uhr - Stuttgart schließt alle Clubs, Bars, Kinos, Museen und Bäder

Im Kampf gegen das Coronavirus zieht die Stadt Stuttgart die Notbremse und fährt das öffentliche und gesellschaftliche Leben weitgehend auf Null. Neben sämtlichen Veranstaltungen in Kultur, Sport und Freizeit werde „mit sofortiger Wirkung“ auch der Betrieb von Clubs, Bars, Museen, Kinos und Bädern untersagt, teilte ein Sprecher der Landeshauptstadt am Freitag mit.

Restaurants seien von dem Verbot ausgenommen. Für Alten- und Pflegeheime sowie für Krankenhäuser war ein weitgehendes Besuchsverbot bereits erlassen worden.

12.55 Uhr - Zweiter Todesfall in BaWü bestätigt

In Baden-Württemberg ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Es handele sich um einen 80 Jahre alten Mann aus Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen), der in einer Klinik behandelt wurde und positiv auf das neuartige Virus getestet worden war, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Stuttgart mit. Der Mann sei der zweite Tote in Zusammenhang mit der Pandemie in Baden-Württemberg. Zuvor war ein 67 Jahre alter Mann in Remshalden gestorben, der ebenfalls das Virus in sich trug.

„Wir haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass der Krankheitsverlauf bei einer Infizierung mit dem Coronavirus zwar bei einer großen Mehrheit der Bevölkerung moderat ist, es aber eben auch - vor allem bei älteren Menschen — sehr ernsthafte, kritische Verläufe gibt“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) laut der Mitteilung. Der zweite Todesfall zeige eindringlich, wie ernst die Situation für das Gesundheitswesen sei. „Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe von höchster Dringlichkeit.“

12.15 Uhr - Ravensburger Bildungszentrum St. Konrad schließt wegen Corona

Nach Bestätigung des Gesundheitsamtes ist bei zwei Schülern des Gymnasiums am Ravensburger Bildungszentrum St. Konrad das Covid-19-Virus (Coronavirus) festgestellt worden.

Im Zuge der Eindämmungsmaßnahmen wird am Montag, 16. März, das Bildungszentrum inklusive des Kindergartens geschlossen bleiben (zum Artikel).

12.10 - Regierung ruft wegen Coronavirus zu Nachbarschaftshilfe auf

Geschlossene Schulen und Kindergärten, Menschen in Quarantäne und Besuchsverbote in den Altenheimen: Angesichts der geplanten oder zu erwartenden drastischen Einschränkungen im Alltag ruft die baden-württembergische Landesregierung zur Nachbarschaftshilfe auf.

Jüngere Menschen sollten vor allem Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen helfen, für die das Coronavirus eine besondere Gefahr darstellt. „Machen Sie Aushänge in Ihrem Wohnhaus, in ihrer Straße oder Viertel“, appellierte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) an die Bürger. „Nutzen Sie die sozialen Medien, um sich zu vernetzen und Angebote und Bedarfe mitzuteilen!“

Im Internet schließen sich bereits Initiativen unter dem Hashtag #NachbarschaftsChallenge zusammen.

12.05 Uhr - Vorarlberger Krankenhäuser verhängen Besuchsverbot

Alle Vorarlberger Krankenhäuser verhängen ab sofort ein Besuchsverbot. Das teilt das Land in einer Pressemitteilung am Freitagmittag mit. Von dem Verbot ausgenommen seien nur Palliativstationen und Besuche von Kindern.

Im Vordergrund stehe der Schutz der älteren und chronisch erkrankten Patienten sowie der Mitarbeiter in den Spitälern, heißt es in der Mitteilung.

11.50 Uhr - Deutsche Bahn stellt Fernverkehr nach Italien ein

Das neuartige Coronavirus sorgt im deutschen Südwesten für Zugausfälle. Betroffen ist der internationale Bahnverkehr nach Italien, teilte die Deutsche Bahn am Freitag mit. Die regelmäßig fahrenden EuroCity-Express-Züge (ECE) von Frankfurt am Main durch Baden-Württemberg über Offenburg und Freiburg nach Basel und Mailand fallen von sofort an aus.

Direktverbindungen nach Italien seien nun nicht mehr möglich. Die Bahn reagiere damit auf entsprechende Anordnungen der Behörden. Diese gelten voraussichtlich bis zum 3. April. Italien ist Coronavirus-Risikogebiet.

Betroffen von den Regelungen sind den Angaben der Deutschen Bahn zufolge auch Fernverkehrsverbindungen nach Italien von Bayern aus, diese enden nun in Österreich. Im internationalen Zugverkehr mit dem Nachbarland Frankreich gebe es wegen des Coronavirus derzeit keine Einschränkungen. Ratsam für Reisende sei jedoch, sich regelmäßig über mögliche Zugausfälle und Einschränkungen zu informieren.

11.35 Uhr - Innenminister Strobl fordert schärfere Grenzkontrollen

Zur Eindämmung des Coronavirus fordert Innenminister Thomas Strobl (CDU) schärfere Kontrollen an den Grenzen zu Frankreich und der Schweiz. Zu den Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus gehöre aus seiner Sicht zwingend eine Intensivierung der Grenzkontrollen, schreibt Strobl in einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vom Freitag, der der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart vorliegt.

Markus Söder (CSU)
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU). (Foto: Nicolas Armer / DPA)

„Ich möchte Sie deshalb eindringlich bitten, die Grenzkontrollen zu Frankreich und der Schweiz durch die Bundespolizei noch stärker als bisher zu intensivieren.“ Baden-Württemberg sei durch die direkten Grenzen zu beiden Ländern besonders betroffen.

Ihm sei bewusst, dass es bei der Bundespolizei zu personellen Engpässen kommen könne. „Deshalb ist es selbstverständlich, dass wir die Grenzschutz-Aktivitäten des Bundes mit Beamtinnen und Beamten der Landespolizei unterstützen“, schreibt Strobl.

11.10 Uhr - Landrat Klaus Pavel informiert über Corona-Situation auf der Ostalb

Mehrere Teilnehmer einer Skireise wurden im Ostalbkreis positiv auf das Coronavirus getestet. Auf einer Pressekonferenz hat Landrat Klaus Pavel über die Lage informiert. Hier finden Sie die Konferenz im Live-Stream.

Am späten Donnerstagabend startete der Kreis einen dringenden Aufruf an Skireisende, die mit mehreren Busunternehmen am Samstag, 7. März, nach Ischgl gereist sind. Mehrere Teilnehmer wurden positiv auf das Coronavirus getestet.

10.45 Uhr - Auswirkungen auf die Region

Schulschließungen werden wahrscheinlicher, die Fallzahlen steigen vereinzelt und immer mehr Menschen aus der Region sind durch Einschränkungen betroffen. Das sind die Auswirkungen im Überblick:

Ostalb

Ulm/Alb-Donau

Biberach

Oberschwaben/Allgäu

Bodensee

Sigmaringen/Tuttlingen

10.30 Uhr - Fußball-Bundesliga will Spielbetrieb nächste Woche unterbrechen

Die Deutsche Fußball Liga will den Spielbetrieb in der Bundesliga und der 2. Liga vom kommenden Dienstag an bis zum 2. April unterbrechen. Der Spieltag an diesem Wochenende solle aber so weit möglich weiter ohne Zuschauer in den Stadien stattfinden, teilte die DFL am Freitag mit.

10 Uhr - Tägliche Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts

Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, informiert auch am Freitagvormittag wieder über die aktuellen Entwicklungen bei der Ausbreitung des Coronavirus. "Wir gehen davon aus, dass die Epidemie für unser Land ein Stresstest wird", sagt er. Das sind seine wichtigsten Aussagen über den Verlauf der Krankheit und weiteren Maßnahmen:

  • Diese Epidemie breitet sich nicht gleichmäßig aus, sondern es wird immer wieder regionale Ausbrüche geben.
  • Wir werden unsere Zählweise umstellen und uns nur noch auf die offiziellen Meldungen der Gesundheitsämter verlassen. Das heißt nicht, dass die Fallzahlen sinken, wir können es aber nicht mehr leisten, Fälle einzeln nachzuverfolgen, um sie mitzuzählen.
  • Mit zunehmendem Alter und Grundkrankheiten wird die Schwere der Krankheit schlimmer.
  • Alles, was wir bisher von dieser Krankheit gelernt haben, ist, dass rund vier von fünf Menschen nur leichte oder gar keine Symptome haben. Das ist gut so. Die sind dann immun und werden dazu beitragen, das diese Epidemie endet.
  • Was müssen wir tun? 1. Verlangsamung: Infizierte Personen in Quarantäne schicken und Kontaktpersonen nachverfolgen. Das werden wir irgendwann nicht mehr schaffen, aber wir werden es trotzdem immer weiter versuchen. 2. Wir versuchen, diese epidemische Kurve abzuflachen. Wir wollen, dass möglichst viele der schwer Erkrankten nicht gleichzeitig behandelt werden müssen. Gleichzeitig müssen wir Kapazitäten in Krankenhäusern erhöhen, diesen Vorgang müssen wir beschleunigen. Hier ist mein Apell an die Krankenhausbetreiber, dass sie sich darauf einstellen.
  • Natürlich gibt es Veranstaltungen, die stattfinden müssen. Aber jeder von uns sollte darüber nachdenken, was er noch tun muss oder worauf er verzeichten kann. 
  • Es ist sehr wichtig, die Beatmungsplätze in Krankenhäusern so hoch wie möglich zu halten. Es ist aber nicht auszuschließen, dass es nicht genügend Plätze gibt. Wir haben ein Erfassungssystem entwickelt, damit jeder sehen kann, welche Krankenhäuser noch Kapazitäten haben.
  • Wir haben sehr früh die Epidemie in unserem Land erkannt. Das ist die gute Nachricht. Wir haben viele Einblicke in den Verlauf der Krankheit und die Zahlen der Erkrankten. Wir werten regelmäßig Proben aus. Diese Werkzeuge, die wir in den letzten Jahren etabliert haben, sind sehr aussagekräftig. Darum können wir sagen, dass wir erst am Anfang der Epidemie stehen und die Maßnahmen noch auf den Weg bringen können.
  • Ich fordere alle Entscheidungsträger auf, bitte bereiten Sie sich weiter vor. Diese Krise können wir optimal managen, wenn alle ihre Ressourcen optimal einsetzen.
  • Wenn wir davon sprechen, die Ausbreitung verlangsamen zu wollen, dann sind Schulschließungen ein gutes Mittel. Aber die Epidemie wird in verschiedenen Regionen zu verschiedenen Zeiten auftreten. Deshalb ist es sinnvol, dass die Bundesländer das nach ihrer jeweiligen Situation entscheiden.

9.15 Uhr - Söder: Entscheidung eng mit Baden-Württemberg abgesprochen

  • "Unser Gesundheitssystem steht vor einer großen Herausforderung", sagte Markus Söder gleich zu Beginn der Pressekonferenz in München. Weil es keine Medikamente gibt, müsse die Ausbreitung von Covid-19 verhindert werden, auch um ältere oder kranke Menschen zu schützen. "Wir dürfen nicht nur debattieren, wir müssen handeln", so Söder.
  • Die Entscheidung, Schulen und Kindergärten bis zum Ende der Osterferien zu schließen, sei in enger Abstimmung mit Baden-Württemberg gefallen. Nach den Osterferien solle geprüft werden, ob die Maßnahme erfolgreich war. "Kein Schüler soll einen Nachteil haben", machte Söder deutlich - und nahm damit Bezug auf die anstehenden Abiturprüfungen. Söder appellierte an die Eltern, ihre Kinder nicht von den Großeltern betreuen zu lassen, um diese zu schützen. 
  • Von den Schließungen sind alle Schulen Bayerns betroffen - es wird keinen Unterricht geben. Schüler sollen zu Hause arbeiten und Aufgaben erhalten, zum Beispiel über die digitale Lernplattform des Freistaats.
  • Wenn Eltern in einem systemkritischen Beruf arbeiten, wie zum Beispiel als Ärzte oder Pfleger, und keine Betreuung durch das andere Elternteil möglich ist, soll es eine Betreuung für Schüler der Klassen eins bis sechs an den Schulen geben, sagte Kultusminister Michael Piazolo. 
  • Auch das Besuchsrecht in Krankenhäusern oder Behinderteneinrichtungen soll massiv eingeschränkt werden, um sogenannte Risikogruppen zu schützen. Krankenhäuser sollen außerdem massiv unterstützt werden. "Die Wahrscheinlichkeit durch die Entwicklung ist groß, dass wir bald viel mehr Intensivbetten brauchen werden", sagte Söder. Operationen würden demnach verschoben und Krankenhäuser würden finanziell unterstützt werden.  
  • Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen sollen in Bayern außerdem nicht mehr stattfinden, sagt Söder.
  • Die Kommunalwahl am Sonntag soll trotz der Umstände regulär stattfinden, sagte der Ministerpräsident. Für eventuelle Stichwahlen sollen aber bereits Briefwahlunterlagen vorbereitet werden. 

09.10 Uhr - Friedrichshafen schließt eine Schule und zwei Kindergärten

Die Stadt Friedrichshafen schließt als vorsorgliche Sofortmaßnahme die Don-Bosco-Schule in Ettenkirch sowie die beiden Kindergärten in Ettenkirch (kirchlich und städtisch). Das teilte die Verwaltung am Freitagvormittag mit. Ein Elternteil eines Kindes wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Die betroffenen Eltern sollen informiert werden.

08.02 Uhr - Bayern schließt alle Schulen bis zu den Osterferien

Wegen der Coronavirus-Krise schließt Bayern ab Montag alle Schulen. Bis zum Beginn der Osterferien am 6. April werden alle Kindergärten, Schulen und Kitas geschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr. Damit sind in Bayern faktisch bis zum 20. April die Bildungseinrichtungen geschlossen. 

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Donnerstag in Berlin erklärt, dass landesweite Schulschließungen in Bayern notwendig werden könnten, um Situationen wie in Italien zu verhindern. Auch in Baden-Württemberg sind Schulschließungen wahrscheinlich. Heute will das Kabinett darüber beraten. 

7.15 Uhr - Olympia 2020 in Tokio soll stattfinden

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, hat erneut bekräftigt, dass die Olympischen Spiele 2020 in Tokio trotz der Coronavirus-Pandemie stattfinden sollen. "Wir arbeiten mit vollem Engagement auf den Erfolg dieser Spiele mit der Eröffnungsfeier am 24. Juli hin und tun alles dafür, damit sich auch die Athleten entsprechend vorbereiten können." Die Schlussfeier ist auf den 9. August terminiert.

Positiv getestet
Nach dem positiven Corona-Test von Callum Hudson-Odoi muss nun das gesamte Team des FC Chealsea in Quarantäne. (Foto: Martin Rickett / DPA)

Bach führte aus, dass es aufgrund der Corona-Krise "ernsthafte Probleme" mit den Qualifikations-Wettbewerben gebe, die zuletzt reihenweise verschoben werden mussten. Bislang seien 55 Prozent der Athletinnen und Athleten für die Sommerspiele qualifiziert. "Wir werden sehr flexibel sein und gegebenenfalls die Qualifikationskriterien verändern", sagte der 66-Jährige.

07.05 Uhr -  Stadt Ravensburg verbietet bereits Veranstaltungen ab 100 Personen

Die Stadt Ravensburg geht in der Coronakrise einen besonders drastischen Schritt und verbietet jetzt alle städtischen Veranstaltungen ab 100 Besuchern. Außerdem werden sämtliche Tanz- und Partyveranstaltungen in Gaststätten, Clubs und Diskotheken im Stadtgebiet untersagt – und zwar unabhängig von der zu erwartenden Anzahl an Besuchern.

Auch Events im Konzerthaus sind verboten. Das gelte ab sofort und bis auf Weiteres. Derweil gibt es im Kreis Ravensburg mittlerweile 14 bestätigte Covid-19-Fälle (zum Artikel). 

6.35 Uhr - Erster Corona-Fall bei Bayerns Achtelfinalgegner FC Chelsea

Nationalspieler Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea ist positiv auf das neue Virus Sars-Cov-2 getestet worden. Das gab der Londoner Club bekannt. Die Premier League kündigte umgehend ein Notfall-Treffen mit allen Clubs an, das am Freitag stattfinden soll. Dabei soll es um die Ansetzungen an den kommenden Spieltagen gehen.

Der FC Chelsea ist der Achtelfinal-Gegner vom FC Bayern München in der Champions League. Das Hinspiel hatte der deutsche Rekordmeister mit 3:0 in London gewonnen. Am Mittwoch würde das Rückspiel in München stattfinden. Das scheint aktuell aber fraglich.

Auch der Teammanager vom FC Arsenal, Mikel Arteta, wurde positiv auf Corona getestet. Damit gibt es in der englischen Premier League bereits zwei offizielle Fälle. Bei beiden Londoner Clubs stehen alle Profis unter Quarantäne.

6.25 Uhr - Dringender Aufruf des Gesundheitsamts Ostalbkreis

Das Landratsamt Ostalbkreis bittet die Teilnehmer einer Skiausfahrt vom vergangenen Samstag, 7. März, zwingend Zuhause zu bleiben und sich beim Gesundheitsamt melden. Mehrere Teilnehmer der Ausfahrten nach Ischgl sind laut Mitteilung positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Die Ergebnisse seien dem Gesundheitsamt des Ostalbkreises am Donnerstagabend übermittelt worden. Folgende Busunternehmen seien betroffen: Beck + Schubert (Skiausfahrt Dr. Skate), OK.go und Köppel Reisen. Weitere Informationen finden Sie hier.

6.10 Uhr - Landeselternbeirat warnt vor Chaos wegen Zwangsferien

Das Land ist aus Sicht des Elternbeirates auf allgemeine Schulschließungen bis Ostern absolut nicht vorbereitet. „Wir haben keine Möglichkeiten, auf digitale Bildungsangebote auszuweichen, weil wir nach wie vor in der Steinzeit sind“, sagte der Vorsitzende des Landeselternbeirats, Carsten Rees.

„Nachdem die Bildungsplattform ella zusammengebrochen ist, stehen wir saublöd da.“ Rees wies auf die Lage von Schülern hin, die mitten in Prüfungsvorbereitungen steckten, etwa aufs Abitur lernen.

Der Elternbeirat erwarte umfassende Antworten von der Landesregierung. „Ich befürchte Chaos, weil wir nicht ausreichend vorbereitet sind.“ Es gebe viele Fragen etwa auch zur Betreuung von Kindergartenkindern und keine befriedigende Antworten.

Ganz anderer Meinung sind die Gymnasiallehrer im Land. Die bevorstehende Schließung aller Schulen und Kindergärten hätte nach deren Ansicht deutlich früher beschlossen werden müssen. „Das Bewusstsein für den Ernst der Lage ist bei der Landesregierung erst langsam gereift“, sagte Ralf Scholl, der Vorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg. „Jetzt ist es aller-, allerhöchste Eisenbahn für einen konsequenten Schnitt.“

Was am Donnerstag wichtig war:

  • Eisenmann und Lucha schließen pauschale Schulschließungen nicht mehr aus
  • Erste Corona-Todesfälle in BaWü und Bayern
  • Ravensburg untersagt sämtliche Tanz- und Partyveranstaltungen
  • Appell aus Corona-Teststation: „Kommen Sie zeitversetzt!“
  • WFV unterbricht Spielbetrieb in allen Ligen unterhalb der Oberliga

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