Corona-Newsblog: Baden-Württemberg will weniger Intensivbetten für Covid-Patienten freihalten

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Digitalredakteurin
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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Baden-Württemberg: ca. 3.785 (45.468 Gesamt - ca. 39.815 Genesene - 1.868 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.868
  • Aktuell nachgewiesen Infizierte Deutschland: ca. 17.705 (260.355 Gesamt - ca. 233.300 Genesene - 9.350 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.350
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Ministerium legt Bedingungen für zusätzliche Schulbusse fest (18.03 Uhr)
  • Baden-Württemberg will Kontingent an freien Intensiv-Betten reduzieren (18.23 Uhr)
  • Fanrückkehr in Stadien womöglich schon zum Bundesliga-Start (20.41 Uhr)
  • Vielen Handwerksbetrieben droht das Geld auszugehen (6.33 Uhr)
  • WHO warnt vor Anstieg der Todesfallzahlen im Herbst (8.32 Uhr)

(22.17 Uhr) Wir schließen den Newsblog für heute und sind morgen wieder mit allein wichtigen Entwicklungen rund um das Coronavirus und die Pandemie für Sie da.

++ Fan-Rückkehr in der Bundesliga doch schneller als gedacht?

(20.41 Uhr) Der Eindruck der glückseligen Fans im DFB-Pokal wirkte noch nach, als selbst CSU-Chef Markus Söder einlenkte. Nach wochenlanger Abwehrhaltung sieht der einflussreiche bayerische Ministerpräsident inzwischen „eine Chance“ für eine schnelle Rückkehr der Zuschauer in die Fußball-Stadien.

Schon am Dienstag (16 Uhr) beraten nach dpa-Informationen die Chefs der Staatskanzleien der Länder über eine bundeseinheitliche Lösung, die früher kommen soll als Ende Oktober. Man wolle in dieser Woche versuchen, einen Kompromiss zu finden für einen Probebetrieb mit Zuschauern, verkündete Söder nach einer Kabinettssitzung in München. Dies könne möglicherweise schon zum Start der Bundesliga an diesem Wochenende erfolgen.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) bezeichnete dies am Montag nach Gesprächen mit den Bundesländern als mögliches Szenario. „Die Annäherung ist schon sehr weit fortgeschritten“, sagte Braun auf einer Klausur der CSU-Fraktion im Landtag in München. Dies hänge aber von den entscheidenden Gesprächen der Länder am Dienstag ab.

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++ Infektionen und Todesfälle: Der aktuelle Stand

(18.38 Uhr) Am Montag gab es in Baden-Württemberg weitere 221 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Damit erhöhte sich die Zahl der Infizierten im Land auf mindestens 45.468, davon sind ungefähr 39.815 Personen wieder genesen. Derzeit sind geschätzt 3.785 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert.

Die Zahl der COVID-19-Todesfälle stieg um einen auf insgesamt 1.868.

Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages-R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 1,0 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und liegt für Baden-Württemberg aktuell im Durchschnitt bei 12,8.

++ Baden-Württemberg will Kontingent an freien Intensiv-Betten reduzieren

(18.23 Uhr) In Baden-Württemberg sollen künftig weniger Intensiv- und Beatmungsplätze für Corona-Patienten frei gehalten werden, um wieder mehr Platz für andere Patienten zu schaffen.

Das geht aus einem Konzept der Landesregierung hervor, das mit Experten erarbeitet wurde und am Mittwoch von der Corona-Lenkungsgruppe des Landes verabschiedet werden soll, wie „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“ berichten. Die bisherige Freihaltequote der Intensiv- und Beatmungsplätze von 30 bis 35 Prozent soll demnach wegen der aktuell geringen Belegung auf 10 Prozent reduziert werden.

Aktuell werden in den baden-württembergischen Kliniken 212 Covid-19-Patienten behandelt, 32 von ihnen werden beatmet. „Dieses Niveau hat sich seit Wochen nicht verändert und es macht daher Sinn, die Freihaltequote bei den Intensivbetten zu reduzieren“, sagte Matthias Einwag von der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft den Zeitungen. Dann könnten mehr Patienten operiert werden, die schon lange auf eine Operation warteten.

++ Ministerium legt Bedingungen für zusätzliche Schulbusse fest

(18.03 Uhr) Zum Beginn des neuen Schuljahrs hat das Verkehrsministerium Bedingungen für den Einsatz von zusätzlichen Schulbussen wegen Corona festgelegt: Sind alle Sitzplätze belegt und wird die Anzahl der erlaubten Stehplätze um 40 Prozent überschritten, kann ein Landkreis sogenannte Verstärkerbusse bestellen. Ein Ministeriumssprecher erläuterte am Montag in Stuttgart, dass die konkrete Zahl vom jeweiligen Bustyp abhänge. In die verschiedenen Busse passen unterschiedlich viele Passagiere.

Jetzt müssten Landkreise und Busunternehmen den Bedarf ermitteln, sagte der Sprecher. Sie wüssten am besten, wie viele Schüler auf welchen Linien mitfahren und in die Busse passen. Das Ministerium trägt bis zu den Herbstferien 80 Prozent der zusätzlichen Kosten, die bei den Landkreisen anfallen. Dafür sollen bis zu zehn Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Die zusätzlichen Busse sollen helfen, Ansteckungen mit dem Coronavirus zu verhindern. Im gesamten Nahverkehr gilt bereits Maskenpflicht für Kinder ab sieben Jahren. „Zusätzlich erhöhen wir mit dieser freiwilligen Maßnahme den Infektionsschutz im ÖPNV, entlasten die kommunalen Aufgabenträger und schaffen eine Einnahmequelle für Reisebusunternehmen, welche ihre freien Buskapazitäten zur Verfügung stellen können“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne).

++ Steuerausfälle wegen Corona-Krise geringer als erwartet

(16.37 Uhr) Baden-Württemberg muss wegen der Corona-Krise zwar mit weiteren massiven Steuerausfällen rechnen — der Einbruch fällt aber nicht so deutlich aus wie noch im Frühjahr angenommen. Die außerordentliche Steuerschätzung geht für 2020 und 2021 von einem Rückgang der Steuereinnahmen um rund 4,4 Milliarden Euro aus, wie das Finanzministerium am Montag in Stuttgart mitteilte.

Die Einnahmen liegen im laufenden Jahr voraussichtlich rund 2,6 Milliarden Euro niedriger als im Landeshaushalt veranschlagt. Die Mai-Steuerschätzung hatte noch ein Minus von rund 3,3 Milliarden Euro ergeben, wie das Ministerium mitteilte. Für 2021 wird nun ein Rückgang um etwa 1,8 Milliarden Euro prognostiziert. Im Frühjahr ging die Steuerschätzung noch von circa 3,5 Milliarden Euro weniger aus.

„Die Corona-Pandemie hat Gesellschaft und Wirtschaft hart getroffen“, teilte Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) mit. „Doch die aktuelle, zusätzliche Steuerschätzung deutet darauf hin, dass die allertiefsten wirtschaftlichen Einschnitte hinter uns liegen könnten.“ An der Steuerschätzung lasse sich ablesen, dass die Hilfen und Zuschüsse von Bund und Ländern in bislang ungekanntem Ausmaß wirkten.

Die außerordentliche Steuerschätzung ist der erste richtige Kassensturz seit der Corona-Krise. Im Mai, bei der vergangenen Schätzung, waren die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft und Staatsfinanzen noch schwer absehbar. Wie das Bundesfinanzministerium am vergangenen Donnerstag bekanntgab, rechnen die Steuerschätzer damit, dass bundesweit allein im kommenden Jahr 19,6 Milliarden Euro weniger in die Staatskassen fließen als gedacht. Die regionalisierten Ergebnisse der Sonder-Steuerschätzung für die Länder werden erst zeitverzögert veröffentlicht.

++ Superspreaderin auf Kneipentour - 700 Menschen in Garmisch getestet

(14.02 Uhr) Nach einem schweren Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen haben sich am Wochenende etwa 700 Menschen auf das Virus testen lassen. Wie viele sich infiziert haben, sei noch unklar, sagte ein Sprecher des Landratsamts am Montag. „Wir haben aktuell noch keine Ergebnisse.“ Man hoffe, im Laufe des Tages erste Auswertungen zu bekommen. Unter anderem der Bayerische Rundfunk hatte zuerst über die Zahl der Tests berichtet.

Das Landratsamt geht davon aus, dass der Ausbruch auf eine sogenannte Superspreaderin zurückzuführen ist. Die 26-jährige US-Amerikanerin, die in Garmisch-Partenkirchen lebt, soll nach der Rückkehr aus dem Urlaub durch verschiedene Kneipen gezogen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Nach Angaben der Behörde hat sie auf der Kneipentour schon Symptome. Sie hatte sich testen lassen und hätte bis zum Ergebnis in Quarantäne bleiben müssen.

In Bayern kann bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen ein Bußgeld von 2000 Euro verhängt werden. Insgesamt belief sich die Zahl der Neuinfektionen in der Marktgemeinde bis Samstag auf 37. Die Frau arbeitete nach Angaben des Landratsamts in der Ferienunterkunft „Edelweiss Lodge“ für US-Streitkräfte und deren Familien. Das Hotel blieb nach Angaben auf der Homepage am Montag geschlossen, nachdem mehrere Beschäftigte positiv getestet wurden.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert Konsequenzen für die mutmaßliche Verursacherin. „Garmisch-Partenkirchen ist ein Musterfall für Unvernunft“, sagte Söder am Montag nach einer Kabinettssitzung in München. Der Fall sei ein Beispiel dafür, wie schnell sich Corona-Infektionen verbreiten könnten. „Dieser Leichtsinn muss auch Konsequenzen haben.“ Es sei deshalb sinnvoll, mit entsprechend „hohen Bußgeldern“ zu agieren.

++ Bund setzt auf einheitliche Linie bei Fanrückkehr in Stadien 

(13.44 Uhr) Die Bundesregierung setzt weiter auf eine bundesweit einheitliche Linie bei der Frage der Fanrückkehr in die Fußballstadien. Regierungssprecher Steffen Seibert verwies am Montag auf einen Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder von Ende August.

Dabei war die Einsetzung einer Arbeitsgruppe zum Thema vereinbart worden, die bis Ende Oktober Vorschläge vorlegen soll. „Der Auftrag der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin an die Arbeitsgruppe, der gilt weiterhin“, sagte Seibert.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wollen die Chefs der Staatskanzleien der Länder am Dienstag (16 Uhr) erneut über Fans in Stadien und Hallen beraten. Demnach halten Schleswig-Holstein und auch andere Länder es für nötig, bereits bis Mitte September zu Ergebnissen über Kapazitäten zu kommen. Schleswig-Holsteins Regierung will den Vereinen bereits vor Saisonstart Klarheit über die Zuschauersituation verschaffen.

Teilweise gibt es bereits örtliche Zulassungen für Veranstaltungen mit Fans. So erhielt der RB Leipzig die Freigabe der Stadt, am kommenden Sonntag beim Bundesliga-Auftakt gegen den FSV Mainz 05 bis zu 8500 Zuschauer ins Stadion zu lassen. Der Bremer Senat erlaubte Werder Bremen, sein erstes Saison-Heimspiel am kommenden Samstag gegen Hertha BSC vor 8500 Zuschauern austragen zu dürfen. Auch Eintracht Frankfurt (6500 Besucher) und der 1. FC Union Berlin (5000) erhielten grünes Licht für eine Teil-Zulassung.

++ Schulstart mit Maske im Südwesten

(11.18 Uhr) Ein Schulstart anders als sonst: Unter besonderen Hygienevorschriften wegen der Corona-Pandemie hat in Baden-Württemberg an rund 4500 Schulen für 1,5 Millionen Schüler und mehr als 35.000 Lehrer am Montag ein neues Schuljahr begonnen. Damit sind die Sommerferien auch im letzten Bundesland vorbei.

Trotz Kritik von Verbänden und Gewerkschaften sieht Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) das Land gut gerüstet. Ab Klasse fünf und an den weiterführenden Schulen gilt Maskenpflicht auf sogenannten Begegnungsflächen wie Schulfluren, Aula und Toiletten. Im Unterricht soll auf Masken verzichtet werden. An Grundschulen sind Masken ebenfalls nicht vorgeschrieben.

Das Abstandsgebot an den Schulen gilt nicht mehr. Das Kultusministerium setzt stattdessen auf das sogenannte Kohortenprinzip — also Gruppenbildung -, um das Infektionsgeschehen nachvollziehen zu können und möglichst keine ganzen Schulen schließen zu müssen. Schüler mit Vorerkrankung dürfen zuhause bleiben, müssen aber am Fernunterricht teilnehmen. Nach Angaben des Ministeriums fehlten aber nur rund ein Prozent der Schüler im Präsenzunterricht.

++ Polizei kontrolliert mit rund 60 Beamten Einhaltung der Maskenpflicht 

(10.20 Uhr) Rund 60 Polizeibeamte waren am Montagmorgen in Stuttgart im Einsatz, um die Einhaltung der Maskenpflicht zu überwachen. „Wir kontrollieren im gesamten Stadtgebiet“, sagte Polizeisprecher Stephan Widmann am Morgen. Die Beamten seien an Straßenbahn- und Bushaltestellen sowie am Hauptbahnhof postiert und fahren auch in öffentlichen Verkehrsmitteln mit. Schüler stünden im Gegensatz zu Berufspendlern nicht im Fokus des Einsatzes. „Wir wollen die Schüler nicht verunsichern“, sagt Widmann. „Wir sprechen sie an, sanktionieren sie aber nicht.“

Auch ansonsten setze die Polizei auf Kommunikation. Es gehe darum, diejenigen, die ihre Maske falsch oder gar nicht aufsetzten, darauf hinzuweisen, wie wichtig in Zeiten von Corona das korrekte Tragen des Mund-Nasenschutzes sei. „Vereinzelt treffen wir Menschen an, die das nicht tun“, sagte Widmann. Sei jemand uneinsichtig, werde auch ein Bußgeldverfahren in Gang gesetzt. Wie viele Verstöße festgestellt wurden, wollte die Polizei im Laufe des Tages mitteilen.

++ WHO warnt vor Anstieg der Todesfallzahlen im Herbst

(8.32 Uhr) Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet mit einer Zunahme der täglichen Corona-Todesfälle in Europa im Oktober und November. „Es wird härter werden“, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, der Nachrichtenagentur AFP am Montag.

Derzeit steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus in Europa an, die Zahl der täglichen Todesfälle ist hingegen relativ stabil geblieben.

Die Zahl der Corona-Infektionsfälle in Europa ist in den letzten Wochen stark gestiegen, vor allem in Spanien und Frankreich. Allein am Freitag wurden in den 55 Ländern der WHO in Europa mehr als 51.000 neue Fälle gemeldet - mehr als auf dem bisherigen Höhepunkt der Infektionszahlen im April.

++ Weinhostien für Abendmahl in der Corona-Krise

(6.48 Uhr) Die evangelische Hostienbäckerei in Neuendettelsau (Landkreis Ansbach) stellt wegen der Corona-Krise besondere Hostien her. Der Teig enthalte Wein, so dass auf das Herumreichen des Kelchs beim Abendmahl verzichtet werden könne, erklärte Manuela Renner von der Diakonie. Außerdem seien die Hostien einzeln in Plastik oder in kompostierbare Zellophanhüllen verpackt.

Rund 140 Kirchengemeinden in Deutschland und Österreich hätten die Weinhostie schon bestellt, sagte Renner. Die Idee dazu hatte eine Pfarrerin aus Franken beim Backen eines Rotweinkuchens. An der Rezeptur habe die Bäckerei erst eine Weile tüfteln müssen, nun werde ein Viertel der ursprünglichen Wassermenge durch einen halbtrockenen Bacchus ersetzt.

Die Gläubigen können beim Abendmahl die Hostie einzeln abholen und zurück auf der Kirchenbank dann gemeinsam mit den anderen Gottesdienstbesuchern zu sich nehmen.

++ Vielen Handwerksbetrieben droht das Geld auszugehen 

(6.33 Uhr) Im Handwerk drohen bei vielen Betrieben finanzielle Engpässe. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die seit Pandemiebeginn bei fast der Hälfte der Betriebe deutlich verschlechterte Eigenkapitalsituation ist ein Warnzeichen. Dieses Alarmzeichen sollten alle sehr ernst nehmen und wirklich alles tun, um einen erneuten Lockdown zu vermeiden.“

In einer neuen Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks gaben 42 Prozent der Betriebe an, dass sich ihr Eigenkapital seit Beginn der Pandemie verringert habe. Dies treffe überdurchschnittlich für Betriebe im persönlichen Dienstleistungsbereich wie etwa Friseure zu oder beim gewerblichen Bedarf — wie im Messebau oder im Catering- und Café-Bereich.

Wollseifer: „Für viele Betriebe, die jetzt eine Chance auf ein Überleben haben und langsam wieder in Tritt kommen, würde ein weiterer flächendeckender Lockdown das endgültige Aus bedeuten, auch weil es einen fundamentalen Unterschied zum ersten Lockdown gibt: In den sind die Betriebe noch mit einer gewissen Eigenkapitaldecke gegangen.“

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++ 927 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

(6.21 Uhr) Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Montagmorgen 927 neue Corona-Infektionen gemeldet. Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig — an Sonntagen und Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 260.355 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 14.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9350. Seit dem Vortag wurde ein Todesfall mehr gemeldet. Bis Montagmorgen hatten etwa 233 300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Das waren die letzten Meldungen vom Wochenende:

++ Querdenken-Demo in Ravensburg

(21.55 Uhr) Mehrere Hundert Personen sind am Sonntag dem Aufruf der Ravensburger Gruppierung „Querdenken 751“ gefolgt, die gegen die Corona-Maßnahmen von Bundes- und Landespolitik auf die Straße geht.

Beginn der Veranstaltung war mit einem Zug vom Marienplatz zur Oberschwabenhalle. Die Polizei zählte 290 Personen. Wegen der Demonstration kam es im Stadtverkehr zeitweise zu Behinderungen. Auf dem Platz an der Oberschwabenhalle wurden Reden gehalten, gegen die Maskenpflicht gewettert, die Vorschriften für übertrieben erklärt und Musik gemacht. Mehr lesen Sie hier.

++ Zum Ferienende großer Andrang bei Corona-Teststelle auf A5

(17.44 Uhr) Die Corona-Teststelle an der Autobahn 5 bei Neuenburg (Breisgau-Hochschwarzwald) hat zum Ferienende in Baden-Württemberg nochmals starken Andrang von Reiserückkehrern verzeichnet. Die Polizei musste Hunderte Testwillige weiterleiten, um einen Rückstau auf der Autobahn zu vermeiden. Besonders viele Menschen kamen aus dem Südwesten, wo an diesem Montag die Schule wieder beginnt, wie Andreas Formella, Vizegeschäftsführer des DRK-Landesverbands, am Sonntag sagte. „Bei vielen, die Anfang der Woche wieder arbeiten wollten, war das Unverständnis groß.“ Die Zahlen an der Teststation waren bereits gestiegen, nachdem das Robert-Koch-Institut am Mittwoch weite Teile Frankreichs zu Risikogebieten erklärt hatte.

Am vergangenen Freitag wurden laut DRK mehr als 2100 Menschen getestet, 500 bis 600 aus Platzgründen abgewiesen; am Samstag waren es ebenfalls mehr als 2100 Getestete und 500, die weitergeleitet wurden. Für Sonntag wurde mit ähnlichen Werten gerechnet. Autofahrer warteten bis zu eine Stunde auf den Abstrich. Innerhalb von mindestens 48 Stunden können sie das Ergebnis abrufen.

Menschen, die an der Rastanlage mit der Station vorbeigewunken worden sind, können sich in anderen Testzentren oder in Schwerpunktpraxen testen lassen. Da der Abstrich für Reiserückkehrer aus Risikogebieten innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise vorgenommen werden kann, müsse er nicht zwingend auf der Rückfahrt aus dem Urlaub erfolgen, betonte das DRK.

Die Teststelle in Neuenburg zählt von der Eröffnung am 14. August bis zum Sonntagnachmittag über 55.000 getestete Menschen.

Das Angebot kostenfreier Corona-Tests steht ab 14. September nur noch Rückreisenden aus Risikogebieten zur Verfügung. Die Teststelle auf der A5 ist nach DRK-Angaben noch bis 30. September für diese Personengruppe geöffnet.

++ Pauken in der Pandemie: 4500 Schulen starten in die Ausnahmesituation

(17.34 Uhr) Unter Ausnahmebedingungen und ungewissen Vorzeichen starten 1,5 Millionen Schüler und mehr als 135.000 Lehrer am Montag in ein neues Schuljahr. In Baden-Württemberg enden am Montag im letzten Bundesland die Sommerferien. Trotz Kritik von Verbänden und Gewerkschaften sieht Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) das Land gut gerüstet für das neue Schuljahr. Ab sofort gilt ab Klasse fünf und an den weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht auf den sogenannten Begegnungsflächen wie den Schulfluren, der Aula und den Toiletten.

Im Unterricht soll auf Masken verzichtet werden. An Grundschulen sind Masken ebenfalls nicht vorgeschrieben. Das Kultusministerium setzt auf Gruppenbildung im Schulbetrieb, um das Infektionsgeschehen genau nachvollziehen zu können und möglichst keine Schulstandorte schließen zu müssen. Schüler mit Vorerkrankung dürfen zuhause bleiben, müssen aber trotzdem am Fernunterricht teilnehmen.

Unterdessen leiden die Schulen im Land weiterhin unter einer knappen Personaldecke. Von mehr als 5900 zu besetzenden Lehrerstellen an den öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen konnten 645 nicht besetzt werden, davon fast die Hälfte an Grundschulen.

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