Corona-Newsblog: Baden-Württemberg erlaubt wieder Mannschaftstraining ohne Abstandsregel

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 433 (35.486 Gesamt - ca. 33.223 Genesene - 1.830 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.830
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 6352 ( 192.079 Gesamt - ca. 176.800 Genesene - 8927 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 8.927

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Baden-Württemberg erlaubt wieder Mannschaftstraining ohne Abstandsregel (18.30 Uhr)
  • Deutsche Corona-App auch im europäischen Ausland verfügbar (14.06 Uhr)
  • Bundesländer für Kurzarbeitergeldverlängerung auf 24 Monate (17.49)
  • Baden-Württemberg plant Übernachtungsverbot für Reisende aus NRW (11.37 Uhr)
  • Landtag spricht über zweites Corona-Hilfspaket (05.52 Uhr)
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(22:00 Uhr) Wir schließen den Newsblog für heute. Morgen früh sind wir wieder mit den wichtigsten aktuellen Entwicklungen für Sie da. 

++ Streit um Corona-Auflagen für Messen

(20.49 Uhr) Messeveranstalter kritisieren laut Medienberichten die Corona-Bestimmungen als ungerecht und fühlen sich benachteiligt im Vergleich zum Einzelhandel. Sie beschweren sich darüber, dass sie bei Ausstellungen mit mehr als 500 Personen ab der geplanten Öffnung am 1. September pro Besucher zehn Quadratmeter Mindestfläche garantieren müssen, während für den Einzelhandel ab dem 1. Juli keine Mindestfläche mehr vorgesehen ist, wie „Mannheimer Morgen“ und „Heilbronner Stimme“ berichten.

„Diese Regelungen sind in meinen Augen so nicht konsistent und würden zu einer Ungleichbehandlung der heimischen Messewirtschaft führen“, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) den Blättern. Für Messen müssten die gleichen Vorgaben gelten wie zum Beispiel für den Handel. Sie kündigte daraufhin Gespräche mit Sozialminister Manne Lucha (Grüne) an.

Im Sozialministerium zeigte man sich überrascht angesichts der Äußerungen von Hoffmeister-Kraut. Die entsprechende Messe-Verordnung sei am Dienstag einvernehmlich vom Kabinett beschlossen worden, auch mit Zustimmung der Wirtschaftsministerin, teilte ein Sprecher mit. „Deswegen sind wir doch sehr verwundert, dass jetzt offenbar nachträglich Kritik an dem gemeinsam Beschlossenen laut wird.“

Insbesondere für Großveranstaltungen wie Messen bestehe aus infektiologischer Sicht allgemein ein höheres Risiko, so dass eine Beschränkung der Teilnehmerzahl durch die Zehn-Quadratmeter-Grenze für erforderlich erachtet wurde, heißt es aus dem Sozialministerium. Demgegenüber werde „die Festschreibung einer verbindlichen Obergrenze für den Einzelhandel für nicht praktikabel erachtet“. Über die Abstandsregel werde dort indirekt weiterhin eine Mindestfläche vorgegeben.

++ Die aktuellen Zahlen aus dem Südwesten

(19.51 Uhr) Am Donnerstag gab es in Baden-Württemberg weitere 30 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Damit erhöhte sich die Zahl der Infizierten im Land auf mindestens 35.486, davon sind ungefähr 33.223 Personen wieder genesen. Es gab vier weitere COVID-19-Todesfälle, insgesamt sind es jetzt 1.830. Derzeit sind geschätzt noch 433 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert.

++ Baden-Württemberg erlaubt wieder Mannschaftstraining ohne Abstandsregel

(18.30 Uhr) Die Sportler und Vereine in Baden-Württemberg können aufatmen. Ein weiteres Stück Normalität kehrt zurück. Ab 1. Juli können die Fußballer, Handballer, Volleyballer und viele weitere Sportler wieder ohne Einhaltung der Abstandsregeln ihrem Sport nachgehen.

„Dies ist ein weitreichender Schritt, der gerade unseren Mannschaftssportarten in Baden-Württemberg eine tolle Perspektive bietet“, sagte die Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) der Deutschen Presse-Agentur (DPA). 

Welche Vorgaben es dennoch gibt und was das für das Training der einer Vereinsmannschaft konkret bedeutet, lesen Sie hier.

++ Lufthansa-Aktionäre stimmen Regierungsbeteiligung zu

Die Lufthansa kann mit deutscher Staatshilfe weiterfliegen. Die Aktionäre des MDax-Konzerns stimmten einer 20-prozentigen Kapitalbeteiligung der Bundesrepublik mit einer Mehrheit von 98,04 Prozent zu.

Das damit verbundene Hilfspaket über neun Milliarden Euro kann nun umgesetzt werden. Bereits am Morgen hatten die Wettbewerbshüter der Europäischen Union den deutschen Rettungsmaßnahmen final zugestimmt.

Im Ringen um das staatliche Rettungspaket hatte die Lufthansa-Spitze den Druck auf die Aktionäre noch einmal erhöht. „Wir haben kein Geld mehr“, sagte Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley bei der außerordentlichen Hauptversammlung des Konzerns.

Ohne das Unterstützungspaket von neun Milliarden Euro hätte die Airline Kley zufolge „in den nächsten Tagen“ die Insolvenz anmelden müssen. Nach der Annahme des Rettungsplans sagte Kley: „Wir schaffen das!“. Hier lesen Sie mehr.

++ Bundesländer für Kurzarbeitergeldverlängerung auf 24 Monate

(17.49 Uhr) Die Wirtschaftsminister der Länder haben sich vor dem Hintergrund der Corona-Krise dafür ausgesprochen, das Kurzarbeitergeld auf 24 Monate zu verlängern. Die Ressortchefs seien am Donnerstag bei einer Videokonferenz einem Antrag Bremens gefolgt, wonach sich Bundesminister Peter Altmaier (CDU) in der Bundesregierung für die Verlängerung einsetzen solle. „Von einer solchen Regelung würden sowohl die Beschäftigten wie auch die Unternehmen profitieren“, sagte die Vorsitzende der Wirtschaftsministerkonferenz, Bremens Senatorin Kristina Vogt (Die Linke).

Derzeit gilt eine zeitliche Befristung für Kurzarbeitergeld auf maximal zwölf Monate. In bestimmten Fällen kann die Bezugsdauer bereits jetzt auf bis zu 21 Monate verlängert werden.

Altmaier habe großes Verständnis für eine Fortführung der Hilfen gezeigt, eine Entscheidung zu dem Thema aber erst für Anfang August in Aussicht gestellt, hieß es. „Wenn wir die Betriebe der Veranstaltungsbranche retten wollen, dann können wir nicht jetzt mit den Hilfen aufhören“, warnte Vogt.

++ Deutsche Bahn testet antibakterielle Beschichtung in Bussen

(16.37 Uhr) Zum Schutz vor Keimen überzieht die Deutsche Bahn Oberflächen in einigen Bussen mit einer speziellen Beschichtung. Im Rahmen eines bundesweiten Pilotprojekts seien zunächst zwölf Regionalbusse in Dormagen in Nordrhein-Westfalen entsprechend ausgestattet worden, teilte die Deutsche Bahn am Donnerstag mit. Alle Flächen, die von Fahrgästen und Mitarbeitern im Bus berührt werden könnten — zum Beispiel Lenkrad, Sitze, Stoppschalter und Haltestangen — seien mit einem antiviral und antibakteriell wirksamen Stoff eingesprüht worden.

Dadurch werde nachweislich eine Keimreduktion von über 90 Prozent erreicht. Die farblose Suspension schütze die behandelten Flächen mindestens zwölf Monate gegen Keime. Sie wirke unter anderem aktiv gegen Hefepilze, Schimmel, Bakterien und Viren wie das Norovirus und das Coronavirus. So werde zwischen den üblichen Reinigungsintervallen mehr Sicherheit für Fahrgäste und Personal gewährleistet.

++ Deutsche Corona-App auch im europäischen Ausland verfügbar

(14.06 Uhr) Die Corona-Warn-App aus Deutschland kann nun auch von vielen Besuchern aus dem europäischen Ausland heruntergeladen und verwendet werden. Heute erschien die Anwendung in elf europäischen Ländern in den jeweiligen App-Stores, wie das Robert Koch-Institut auf Twitter mitteilte.

Neben den Nachbarn aus den Benelux-Staaten kann die App damit auch von Anwendern aus Frankreich, Österreich, der Tschechischen Republik, Polen, Dänemark, Rumänien und Bulgarien verwendet werden, wenn sie sich in Deutschland aufhalten. In Deutschland stieg die Zahl der Downloads leicht auf 13 Millionen an, das entspricht 15,6 Prozent der Bevölkerung.

Um die Eingabe eines Infektionsstatus in der App zu erleichtern, sollen nun mehr Arztpraxen darauf vorbereitet werden, die Testergebnisse digital zu versenden. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung kündigte ein neues Formular für Corona-Tests mit jeweils einem individuellen QR-Code an. Die Formulare können entweder als gedruckte Exemplare bestellt oder über die Software in den Arztpraxen ausgedruckt werden. Das Formular gibt es auch in einer Variante für den öffentlichen Gesundheitsdienst.

Über den QR-Code kann ein positives Testergebnis direkt in die App eingegeben werden, ohne bei einer Telefon-Hotline der Telekom eine Freischaltnummer abfragen zu müssen.

++ Übernachtungsverbot für Reisende aus NRW

(11.37 Uhr) Auch Baden-Württemberg will Reisende aus dem nordrhein-westfälischen Corona-Risikogebiet nicht mehr im Land übernachten lassen. Das Beherbergungsverbot für Besucher aus einem Stadt- oder Landkreis mit erhöhtem Infektionsgeschehen soll schnell in Kraft treten. Es gelte, sobald die Verordnung vom Sozial- und vom Wirtschaftsministerium notverkündet werde, teilte am späten Mittwochabend das Staatsministerium in Stuttgart mit.

Hintergrund ist der Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh. In dessen Folge hatten Bayern und Niedersachsen bereits Beherbergungsverbote beschlossen; Schleswig-Holstein erließ eine Quarantäneregelung.

Maßgeblich sei, ob die Zahl der Neuinfektionen in dem Heimatkreis der Betreffenden in den vergangenen sieben Tagen vor der Anreise pro 100 000 Einwohner höher als 50 war, teilte die Corona-Lenkungsgruppe des Landes mit. Das Verbot beziehe sich dann auf Hotels, Gasthöfe und Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und vergleichbare Einrichtungen.

Ausnahmen gelten laut Lenkungsgruppe für Personen, die mit einem ärztlichem Attest belegen können, nicht infiziert zu sein. Ebenso sollen Ausnahmen möglich sein, wenn der Infektionsausbruch in einem Landkreis räumlich klar eingegrenzt werden kann.

++ EU-Kommission genehmigt Milliarden-Hilfen des Staates für Lufthansa

(09.47 Uhr) Die EU hat die milliardenschweren Staatshilfen für die durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten geratene Lufthansa genehmigt. Wie EU-Kommission am Donnerstag mitteilte, billigte sie die Finanzspritze mit einem vorübergehenden Einstieg des Staates.

Die Hilfen sind demnach an mehrere Bedingungen geknüpft, darunter die Abgabe von Start- und Landerechten in Frankfurt und München, aber auch an ein Verbot der Zahlung von Dividenden und Übernahmen von Wettbewerbern.

++ Offenbar nicht alle Tönnies-Arbeiter getestet

(09.10 Uhr) Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kann nach eigenen Angaben nicht ausschließen, dass manche Tönnies-Mitarbeiter nicht auf Corona getestet worden sind. Es könne sein, dass „uns 20, 30 durch die Lappen gegangen sind“, sagte Laumann am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses.

Er verteidigte aber das Vorgehen der Behörden: Es sei „sorgfältig durch die öffentliche Hand getestet“ worden. Laumanns Staatssekretär Edmund Heller verdeutlichte in der Sitzung, dass eine komplette Erfassung der Menschen auf dem Tönnies-Gelände rückwirkend zunächst kaum möglich gewesen sei.

++ Suchtexperten: Corona-Pandemie führt zu vielen Rückfällen

(06.30 Uhr) Die Einschränkungen und Auflagen in der Corona-Krise treffen Menschen mit Drogen- und Suchtproblemen nach Einschätzung der Landesstelle für Suchtfragen besonders hart. Nach ersten Erfahrungen könnte auch die Zahl der Rückfälle während der Monate der Pandemie zunehmen, sagte Christa Niemeier von der Landesstelle für Suchtfragen der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg.

Suchtexperten: Corona-Pandemie führt zu vielen Rückfällen.
Suchtexperten: Corona-Pandemie führt zu vielen Rückfällen. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / DPA)

Es sei zudem absehbar, dass die Folgen der Pandemie die Experten in der Drogenberatung und die Betroffenen noch lange beschäftigen würden. „Eine Krise dieser Größenordnung wirkt sich massiv somatisch, psychisch und sozial aus“, sagte sie in Stuttgart vor dem Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch (26. Juni). Konsumverhalten verändere sich, neue Bedürfnisse entwickelten sich.

++ Landtag spricht über zweites Corona-Hilfspaket

(05.52 Uhr) Viele Südwest-Betriebe warten händeringend auf weitere Hilfszahlungen, um die Corona-Krise zu überstehen. Die oppositionelle FDP will heute im Landtag darüber debattieren, wie das Geld für die gefährdeten Unternehmen möglichst schnell fließen kann. Erst am Dienstag hatte das Kabinett von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) überraschend das Go für die Hilfen an das Gastgewerbe, die Busunternehmen sowie Kunst und Kultur gegeben - in Summe sind das rund 420 Millionen Euro.

Die FDP kritisiert vor allem die „Streitereien und Schuldzuweisungen“ zwischen den Koalitionspartnern und innerhalb der Ministerien der Landesregierung. Die Differenzen würden auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen, erklärten die Liberalen.

++ Übernachtungsverbot für Menschen aus Corona-Hotspots ab Donnerstag 

(18.42 Uhr) Das von Bayern angekündigte Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Risikogebieten tritt an diesem Donnerstag (25. Juni) in Kraft. Das geht aus der nunmehr fertiggestellten Verordnung des Gesundheitsministeriums hervor.

Demnach dürfen Beherbergungsbetriebe in Bayern keine Gäste aufnehmen, die aus einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt eines anderen Bundeslandes „anreisen oder dort ihren Wohnsitz haben“, in dem oder in der die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohnern lag. Ausgenommen sind Menschen, die über einen negativen Corona-Test verfügen und ein ärztliches Attest vorweisen.

Von dem Verbot ausgenommen sind zudem Gäste, „die zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst anreisen“ oder die „einen sonstigen triftigen Reisegrund“ nachweisen können.

+++ Hier geht es zum Newsblog von Mittwoch +++

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