Corona-Newsblog: Virologe Drosten hält erneuten Lockdown für unausweichlich

Digital-Redakteur
Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 27.900 (367.675 Gesamt - ca. 331.100 Genesene - 8.728 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 8.728
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 131,0
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 230.000 (2.855.061 Gesamt - ca. 2.548.200 Genesene - 76.775 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 76.775
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 134,0

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Virologe Drosten hält erneuten Lockdown für unausweichlich (16.21 Uhr)
  • 21.888 Corona-Neuinfektionen und 232 neue Todesfälle (10.26 Uhr)
  • Laschet will bundesweit einheitliche Lösung für Schulen (17.47 Uhr)
  • Söder ruft zum Verzicht auf Reisen auf (15.16 Uhr)
  • Lucha: Mitte April meiste über 80-Jährige geimpft (12.49 Uhr)
  • Ständige Impfkommission rät Jüngeren von Zweitimpfung mit Astrazeneca ab (11.37 Uhr)
  • Scheuer will generelle Testpflicht für Flug-Einreisen verlängern (09.29 Uhr)

++ Laschet will bundesweit einheitliche Lösung für Schulen

(17.47 Uhr) Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet will eine bundesweit einheitliche Regelung erreichen, wie es für die Schulen in der Corona-Pandemie nach den Osterferien weitergeht. Diese sollten die Länder selbst treffen und nicht der Bund.

Ob es dann eine Testpflicht für Schüler im Präsenzunterricht geben soll, ist umstritten. Laschet, der auch nordrhein-westfälischer Ministerpräsident ist, sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: „Ich wünsche mir, dass alles, was wir in den kommenden Wochen tun, möglichst bundeseinheitlich erfolgt.“ Das sei auch in Schulfragen möglich. „Es kann einen Konsens der Kultusministerkonferenz geben, den wir alle verbindlich umsetzen.“

Ob die Schulen nach den Osterferien wieder öffnen werden, ist Laschet zufolge noch nicht entschieden. Er gehe davon aus, dass „wir bis zum Ende der nächsten Woche Klarheit haben, wie es mit dem Schulstart und den sicheren Bedingungen ist“. In jedem Fall müsse gewährleistet sein, dass in jeder Schule zweimal pro Woche getestet werden könne und sich Schüler dem Test nicht entziehen.

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++ Virologe Drosten hält erneuten Lockdown für unausweichlich

(16.21 Uhr) Der Berliner Virologe Christian Drosten hält in der Corona-Pandemie einen erneuten Lockdown für unausweichlich. „Wir werden um einen ernsthaften Lockdown nicht herumkommen“, sagt Drosten dem „Spiegel“. Man habe in Paris und London gesehen, dass ein Teillockdown gegen die aggressivere Virusvariante nicht durchgreife.

„Die Inzidenz ist dort immer weiter gestiegen wie auch die Zahl der schweren und oft auch tödlichen Krankheitsverläufe.“ Noch bestehe die Chance, eine solche Entwicklung in deutschen Großstädten abzuwenden. „Dazu ist jetzt aber politisches Handeln und auch die Unterstützung möglichst vieler Menschen notwendig“, sagte Drosten.

++ Söder ruft zum Verzicht auf Reisen auf

(15.16 Uhr) Mit Blick auf steigende Corona-Infektionszahlen ruft Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Menschen in Bayern zum Osterfest zum Verzicht auf.

„Normalerweise ist Ostern das Fest, an dem man sich mit der Familie trifft, Freunde besucht, Reisen macht“, wird Söder laut Redemanuskript in seiner Osteransprache sagen, die am Samstag ausgestrahlt werden soll. Wegen Corona sehe die Lage anders aus: „Also: Nicht reisen, weniger Treffen und achtsam sein und auf einander Acht geben.“

Die Auswirkungen der steigenden Inzidenzwerte bekommt nun auch die Landeshauptstadt zu spüren. Nachdem die Zahlen laut Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag am dritten Tag in Folge über dem Schwellenwert 100 liegen, greift am Ostersonntag die sogenannte Notbremse - das heißt, die seit 8. März geltenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen werden wieder außer Kraft gesetzt und es gelten die Regeln des vorherigen Lockdowns.

++ Lucha: Mitte April meiste über 80-Jährige geimpft

(12.49 Uhr) Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) erwartet, dass der größte Teil der über 80-jährigen Impfwilligen in Baden-Württemberg bis Mitte April geimpft sein wird. Diese Gruppe zeige weiter eine hohe Impfbereitschaft, teilte Lucha am Freitag in Stuttgart mit.

„Aktuell vermitteln allein unsere Call-Center 500 bis 1000 Menschen dieser Altersgruppe täglich ein Impfangebot“, sagte Lucha. Laut Lucha waren 70 Prozent der bisher an Covid-19 Gestorbenen älter als 80. In Baden-Württemberg gibt es rund 720.000 Menschen in dieser Altersgruppe.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden in Baden-Württemberg bisher mehr als 460.000 über 80-Jährige mindestens einmal geimpft, 340.000 haben bereits den vollen Schutz durch die Zweitimpfung. Das Gesundheitsministerium hatte in den vergangenen zwei Wochen die Termin-Vermittlung für über 80-Jährige auf der Warteliste noch einmal intensiviert.

„Im April stehen uns eine Million Impfdosen zur Verfügung. Wir haben ausreichend Kapazitäten in den Impfzentren. Zudem steigen die Hausärzte ein. Der April wird der Monat der über 70-jährigen werden. Unser Ziel ist, dass alle Impfwilligen am Ende des Monats auch einen Termin haben.“

++ Ständige Impfkommission rät Jüngeren von Zweitimpfung mit Astrazeneca ab

(11.37) Mit einer ersten Astrazeneca-Dosis geimpfte Menschen unter 60 Jahren sollen nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für die zweite Impfung auf ein anderes Präparat umsteigen. Das steht in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschlussentwurf der Stiko.

Wörtlich heißt es mit Blick auf die betroffene Gruppe: „Für diese Personen wird empfohlen, anstelle der zweiten Astrazeneca-Impfdosis eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen. Hintergrund hierfür ist, dass der von einer einmaligen Astrazeneca-Impfung ausgelöste Schutz nach 12 Wochen abzunehmen beginnt.“ In Deutschland sind momentan die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen.

Die Empfehlung dürfte zahlreiche Menschen in Deutschland betreffen. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts haben mit Stand Donnerstag 2,85 Millionen Personen eine Erstimpfung mit dem Astrazeneca-Präparat erhalten, ein zweites Mal geimpft wurden lediglich knapp 2000 Menschen. Allerdings sind hier auch die über 60 Jahre alten Geimpften eingerechnet - für sie gilt die Empfehlung für eine Zweitimpfung mit einem anderen Vakzin nicht.

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++ 21.888 Corona-Neuinfektionen und 232 neue Todesfälle

(10.26 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 21.888 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 232 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Freitag hervor.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.20 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 134,0 - und damit etwa so hoch wie am Vortag (134,2).

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.855.061 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.548.200 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 76.775.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,99 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 99 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

++ Scheuer will generelle Testpflicht für Flug-Einreisen verlängern

(09.29 Uhr) Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat sich für eine Verlängerung der generellen Testpflicht für Flugreisen nach Deutschland ausgesprochen.

Der CSU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Sie muss beibehalten werden. Das wird sich in den nächsten Wochen einspielen. Testen wird zu einer Selbstverständlichkeit werden, wenn man unterwegs ist. Das brauchen wir als Brücke, bis wir durchgeimpft sind.“

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gilt seit Dienstag eine generelle Testpflicht für alle Flugreisen nach Deutschland. Den Test muss man schon vor dem Start im Abflugland machen. Wer der Fluggesellschaft keinen Nachweis über ein negatives Ergebnis vorlegen kann, darf nicht in die Maschine einsteigen. Ausgenommen von der Testpflicht sind die Crews und Kinder bis fünf Jahre. Die Regelungen gelten vorerst bis einschließlich 12. Mai.

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Das waren die letzten Meldungen vom Donnerstag:

++ Corona-Fallzahlen steigen weiter - 7-Tage-Inzidenz bei 130,9

(20.03 Uhr) Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen hat leicht zugelegt. Am Donnerstag (Stand 16.00 Uhr) erreichte sie den Wert von 130,9 Ansteckungen (Vortag: 129,8) je 100 000 Einwohner und binnen einer Woche, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Alle Stadt- und Landkreise liegen über dem Grenzwert von 50 gemeldeten Fällen pro 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen.

Nach einem Rückgang der Fallzahlen seit Weihnachten bis Mitte Februar ist laut Mitteilung ein kontinuierlicher Anstieg der Neuinfektionen und der 7-Tage-Inzidenz zu beobachten.

Seit Beginn der Pandemie wurden 367 707 laborbestätigte Covid-19-Fälle aus allen 44 Stadt- und Landkreisen gemeldet, darunter 8728 Todesfälle. Seit Ende Dezember wurden dem Landesgesundheitsamt bislang insgesamt 33 705 Fälle mit Hinweisen auf das Vorliegen von besorgniserregenden Varianten aus allen 44 Stadt-und Landkreisen Baden-Württembergs übermittelt.

++ WHO bei Impfziel vor dem Scheitern

(18.30 Uhr) Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht bei ihrem Ziel, bis zum 10. April in allen Ländern der Welt mit Impfungen gegen das Coronavirus zu beginnen, vor dem Scheitern. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte reiche Länder vergangene Woche aufgerufen, dringend zehn Millionen Impfdosen aus ihren Beständen zu spenden. Bis Donnerstag erhielt er nach eigenen Angaben aber keine Zusagen. Die WHO hatte Anfang Januar die Losung ausgegeben, dass in den ersten 100 Tagen des Jahres 2021 überall auf der Welt mit dem Impfen begonnen werden soll. Der 100. Tag des Jahres ist der 10. April.

++ Papst zelebriert den Karfreitag mit Corona-Beschränkungen

(17.58 Uhr) Papst Franziskus begeht den Karfreitag wegen der Corona-Pandemie in einer stark eingeschränkten Form. Am frühen Abend (18.00 Uhr) erinnert das katholische Kirchenoberhaupt im Petersdom in einem Gottesdienst an das Leiden und Sterben von Jesus Christus. Nach Angaben des Vatikans sind zu den Papstmessen rund um Ostern wegen des Gesundheitsschutzes nur wenige Gläubige zugelassen. Der große öffentliche Kreuzweg am Kolosseum in der Innenstadt Roms, der für viele Pilger früher ein bewegendes Ereignis war, fällt wie im Vorjahr aus.

Stattdessen findet - ähnlich wie zu Beginn der Pandemie - auf dem Petersplatz vor dem Dom eine kleine Kreuzweg-Feier (21.00 Uhr) statt. Bei der Veranstaltung wird traditionell der Weg von Jesus in den Tod am Kreuz und ins Grab nachgestellt. Für diese Meditation haben Kinder und Jugendliche Texte verfasst und Bilder angefertigt. Einige der Kinder kommen nach Kirchenangaben aus Pflegeheimen in Rom.

Das Schreiben der Glaubenskongregation wurde mit Zustimmung von Papst Franziskus veröffentlicht. (Foto: Tiziana Fabi/dpa)

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