Corona-Newsblog: Kretschmann legt Schulöffnung nach Osterferien zunächst auf Eis

Crossmedia Volontär
Digitalredakteurin
Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 25.600 (358.479 Gesamt - ca. 324.300 Genesene - 8.643 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 8.643
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 127,5
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 211.500 (2.782.273 Gesamt - ca. 2.494.800 Genesene - 75.900 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 75.913
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 134,4

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Kretschmann legt Schulöffnung nach Osterferien zunächst auf Eis (21.18 Uhr)
  • Kretschmann fordert harten Lockdown (05.30 Uhr)
  • Baden-Württemberg will bei Notbremse in Hotspots hart durchgreifen (18.02 Uhr)
  • Löhne im Südwesten erstmals seit der Finanzkrise wieder gesunken (13.04 Uhr)
  • Kreis in NRW setzt Impfungen von Frauen unter 55 mit Astrazeneca aus (17.17 Uhr)

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Kretschmann legt Schulöffnung nach Osterferien zunächst auf Eis 

(21.18 Uhr) Schüler, Eltern und Lehrer im Südwesten müssen sich weiter gedulden: Wegen der schnell steigenden Infektionszahlen hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann seine Pläne für eine Rückkehr aller Kinder und Jugendlichen an die Schulen nach den Osterferien zunächst auf Eis gelegt.

Bei einem Spitzengespräch mit Schüler-, Eltern- und Lehrerverbänden am Montag legte er sich noch nicht fest, wann es mit dem geplanten Wechselunterricht für alle losgehen kann. „Da müssen wir ein stückweit auf Sicht fahren“, sagte eine Regierungssprecherin am Montagabend in Stuttgart auf Anfrage.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr, hat der Grünen-Politiker bei der Videokonferenz erklärt, man habe wegen der Ferien bis zum 11. April noch Zeit. Dies stieß vor allem bei Lehrerverbänden auf Unmut, da Schulleitungen und Lehrkräfte dadurch keine Planungssicherheit hätten.

Zuletzt hatte Kretschmann am vergangenen Mittwoch im Landtag angekündigt, dass nach den Osterferien alle Schülerinnen und Schüler perspektivisch wieder in die Schulen zurückkehren sollen — allerdings nur abwechselnd und getestet. Wegen der schnellen Verbreitung der Corona-Mutante, die auch durch Kinder und Jugendliche weitergetragen wird, wurden diese Pläne aber wieder gebremst. „Zunächst muss sich die pandemische Lage wieder stabilisieren“, sagte die Sprecherin.

++ Notbremse im Bodenseekreis kommt mit Verzögerung

(20.45 Uhr) Die Zahlen im Bodenseekreis steigen, seit Samstag ist der Sieben-Tage-Inzidenzwert über 100. Nach drei Tagen in Folge mit einer Inzidenz über 100 zieht die sogenannte „Notbremse“ mit verschärften Corona-Regeln nach der Verordnung des Landes.

Doch ob die Notbremse für den Bodenseekreis kommt, ist am Montagabend aufgrund technischer Probleme des Landesgesundheitsamts noch nicht klar. Aus diesem Grund habe es am Montag keine Bekanntmachung vonseiten des Landkreises zur Notbremse gegeben. Hier lesen Sie mehr.

++ Keine aktuellen Corona-Zahlen für Baden-Württemberg

(20.12 Uhr) Die Meldung zum Corona-Tagesbericht des Landesgesundheitsamts entfällt. Die Behörde hat mitgeteilt, dass wegen eines Fehlers im Datenbankserver die von den Gesundheitsämtern übermittelten Daten nicht vollständig importiert wurden. „Eine Tagesanalyse konnte daher am heutigen Tag nicht durchgeführt werden“, hieß es. Die Daten sollten am Dienstag nach Behebung des Fehlers aktualisiert werden. 

++ Zusätzliche Impfdosen für sechs Bundesländer 

(19.16 Uhr) Für den Kampf gegen das Coronavirus bekommen sechs Bundesländer zusätzlichen Impfstoff — vor allem in Bezug auf Einträge aus Grenzregionen. So erhält Bayern laut Bundesgesundheitsministerium 105 300 zusätzliche Dosen und Sachsen 93 600 Dosen, wie zuerst der „Münchner Merkur“ (Dienstag) berichtete.

Das Saarland soll 81 900 Dosen extra bekommen, Thüringen 35 100 Dosen, Rheinland-Pfalz 23 400 und Sachsen-Anhalt 11 700 Dosen. Ressortchef Jens Spahn (CDU) sagte der Zeitung, so könnten die Länder schnell und effektiv Impfquoten steigern. Gerade in Grenzregionen breiteten sich Virusvarianten aus.

Die zusätzlichen Dosen für Länder mit besonders gefährdeten Regionen hatten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten bei einem „Impfgipfel“ am 19. März beschlossen — zunächst für fünf Länder ohne Sachsen-Anhalt.

Die Extra-Dosen sollen laut Bundesministerium bis diesen Dienstag ausgeliefert werden. Sie stammen aus einer Zusatzlieferung von 580 000 Dosen des Herstellers Biontech/Pfizer. Die restlichen Zusatzdosen daraus sollen für Hausarztpraxen eingeplant werden.

++ Baden-Württemberg will bei Notbremse in Hotspots hart durchgreifen 

(18.02 Uhr) Die Landesregierung will bei der Anwendung der Corona-Notbremse in Hotspot-Regionen im Zweifel hart durchgreifen. „Wenn wir den Eindruck haben sollten, dass die Notbremse vor Ort ausgesessen wird, werden wir als Land unter anderem mit klaren Weisungen einschreiten“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Montag der dpa in Stuttgart.

Zuletzt hatte es mehrere Stadt- und Landkreise gegeben, die die Notbremse zunächst nicht konsequent umgesetzt hatte. Das müssen sie tun, wenn der Grenzwert von 100 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in einer Woche schon mehr als 3 Tage lang überschritten haben.

Lucha sagte, die Notbremse gelte „ohne Wenn und Aber“. Der Minister erklärte, die Regierung könne aus rechtlichen Gründen keine pauschale landesweite Regelung in Kraft setzen. Das komme nach dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs zu nächtlichen Ausgangsbeschränkungen nicht mehr infrage.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte bereits am Wochenende angekündigt, dass die Notbremse strikt durchgesetzt werden müsse. „Da gibt es kein Vertun mehr.“ Zum Beispiel hatte Stuttgart vergangene Woche erklärt, erst die neue Corona-Verordnung abwarten und die Notbremse erst Mitte der Woche ziehen zu wollen. Dann müssen zum Beispiel Geschäfte und Museen wieder geschlossen werden. Zudem gelten Ausgangsbeschränkungen zwischen 21.00 Uhr und 05.00 Uhr.

++ Kreis in NRW setzt Impfungen von Frauen unter 55 mit Astrazeneca aus 

(17.17 Uhr) Der Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen hat am Montag die Corona-Schutzimpfung von Frauen unter 55 mit dem Wirkstoff von Astrazeneca vorläufig gestoppt. Nachdem eine geimpfte Frau (47) vergangene Woche gestorben war, sei dem Kreis nun der Verdacht auf „eine schwerwiegende Erkrankung“ einer 28-Jährigen nach der Impfung mit Astrazeneca gemeldet worden. Beide hatten laut Kreis eine Sinusvenenthrombose erlitten.

„Der Kreis Euskirchen hat heute Mittag die Bezirksregierung und das NRW-Gesundheitsministerium über die neue Lage informiert und das Moratorium vermeldet. Dabei handelt es sich um eine vorsorgliche Maßnahme, bis die zuständigen Fachdienststellen zu einen endgültigen Bewertung gekommen sind“, hieß es in einer Mitteilung.

++ Erste Impfstoff-Lieferungen von Johnson & Johnson Mitte April 

(16.14 Uhr) Die ersten Lieferungen des vierten zugelassenen Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson für Deutschland sollen ab Mitte April kommen. In der Woche vom 12. April werden 256.800 Dosen erwartet, in der Woche vom 26. April weitere 444 000 Dosen, wie aus einer Lieferprognose des Herstellers hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Zuerst berichtete „Bild“ (Montag) darüber. Im Mai sollen 2,3 Millionen Dosen folgen, im Juni 7,1 Millionen, so dass im zweiten Quartal 10,1 Millionen Dosen zusammenkommen sollen.

Im dritten Quartal werden demnach 22 Millionen Dosen erwartet, im vierten Quartal dann noch 4,6 Millionen Dosen. Der Impfstoff von Johnson & Johnson war am 11. März in der Europäischen Union zugelassen worden. Bei dem Präparat reicht eine Spritze, eine zweite Impfung ist nicht nötig. Bereits in Deutschland eingesetzt werden die Mittel von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca.

++ Neuinfektionen in Modellkommune Tübingen deutlich gestiegen

(15.36 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz in Tübingen mit seinem Modellprojekt mit Lockerungen durch massenhaftes Testen ist deutlich gestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche lag zuletzt bei 35, wie eine Sprecherin der Stadt am Montag sagte. Die Sprecherin bezog sich dabei auf die Zahl der vom Landratsamt auf Stadtebene ausgewiesenen Neuinfektionen für die Stadt Tübingen vom vergangenen Donnerstag.

In der Woche zuvor hatte der Wert noch bei 23 gelegen. Die Inzidenz werde von der Stadt selbst berechnet. Dieser Wert ergebe sich aufgrund der Einwohnerzahl von rund 90 000 und zuletzt 32 Neuinfektionen in einer Woche, hieß es. Infektionszahlen auf Gemeindeebene werden vom Landratsamt Tübingen nur wöchentlich veröffentlicht.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) und die Pandemiebeauftragte Lisa Federle hatten angesichts des steigenden Infektionsgeschehens die Bürger aufgerufen, sich mindestens zweimal wöchentlich testen zu lassen. "Auch in unserer Stadt steigen nun die Fallzahlen", hatten die beiden am Sonntag mitgeteilt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gilt als einer der wichtigsten Indikatoren für den Verlauf des Infektionsgeschehens und wird in Tübingen von der Stadt in Abgrenzung zur Inzidenz des gesamten Landkreises als Indikator für die Wirksamkeit des Modellprojekts herangezogen.

Im Landkreis Tübingen ist das Infektionsgeschehen im Zuge der Ausbreitung der ansteckenderen Varianten des Coronavirus stark angestiegen. Die Region lag zuletzt nur noch knapp unter dem Wert von 100 bei der Sieben-Tage-Inzidenz. Steigt in Kreisen die Inzidenz an drei Tagen in Folge über den Wert von 100, müssen diese eine sogenannte Notbremse ziehen und Lockerungen für Handel und Freizeit zurücknehmen. Auch eine nächtliche Ausgangsbeschränkung kann in diesem Fall verhängt werden.

++ Über 4.000 Corona-Verstöße am sonnigen Wochenende

(14.25 Uhr) Milde Temperaturen und Sonnenschein haben am vergangenen Wochenende die Menschen in Baden-Württemberg wieder mehr ins Freie gelockt - die Polizei verzeichnete allerdings landesweit zwischen Freitag und Sonntag über 4000 Verstöße gegen die Corona-Verordnung.

Davon bezogen sich 1409 Verstöße auf die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, wie Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Montag berichtete. Knapp 1100 Verstöße gab es nach seinen Worten gegen die Bestimmungen zu Ansammlungen und privaten oder sonstigen Veranstaltungen. Eine Vielzahl der Verstöße seien auch im Zusammenhang mit Demonstrationen festgestellt worden.

Die Polizei wird dem Innenministerium zufolge ihre Kontrollen weiterhin "konsequent durchführen" - auch am kommenden Osterwochenende. Insbesondere in den baden-württembergischen Naherholungsgebieten rechnen Kommunen und Polizei bei gutem Wetter wieder mit einem erhöhten Besucheraufkommen. Im Bedarfsfall seien Streckensperrungen möglich.

++ Löhne im Südwesten erstmals seit der Finanzkrise wieder gesunken

(13.04 Uhr) Erstmals seit der Finanzkrise 2009 sind die Löhne in Baden-Württemberg im Corona-Jahr 2020 wieder gesunken. Nominal, also ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung, gingen sie im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent zurück, wie das Statistische Landesamt am Montag mitteilte. Rechnet man die gestiegenen Verbraucherpreise mit ein, lag der Rückgang sogar bei 3,5 Prozent.

Die konkreten Zahlen sind aber nur bedingt aussagekräftig, weil das Kurzarbeitergeld, das 2020 viele Beschäftigte im Südwesten bekommen haben, nicht in die Statistik einfließt. Der Nominallohn umfasst nur, was der Arbeitgeber zahlt. Auf dem Konto der Betroffenen fällt der Rückgang also nicht so stark aus wie in der Statistik.

++ Ramelow zu Merkels Kritik: Der Bund soll einfach machen

(12.20 Uhr) Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kann sich eine bundeseinheitliche Regelung für Corona-Maßnahmen per Gesetz vorstellen und hat den Bund zum Handeln aufgefordert. "Man kann es im Infektionsschutzgesetz festlegen - ist mir auch recht - Hauptsache, es ist ein einheitlicher Rahmen", sagte Ramelow am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Talksendung bei Anne Will in der ARD die Bundesländer erneut dazu gedrängt, sich an die Bund-Länder-Beschlüsse zu halten und vor allem die Notbremse zu beachten.

In diesem Zusammenhang hatte sie auch die Möglichkeit angesprochen, "das Infektionsschutzgesetz noch mal anzupacken und ganz spezifisch zu sagen, was muss in welchem Fall geschehen", wie sie in der Sendung sagte.

Ramelow betonte, die Thüringer Landesregierung erwarte seit Februar von der Bundesregierung, dass ein deutschlandweit einheitlicher Stufenplan beschlossen werde. Dies sei dem Bund auch schriftlich mitgeteilt worden. "Das Kanzleramt ist seit Februar gefordert, den Rahmen- und Stufenplan einfach abzuschreiben. Das könnte ein Praktikant machen - die bestehenden Stufenpläne aus Deutschland übereinanderlegen und dann gucken, ob das den Regeln entspricht, die das Kanzleramt sich wünscht", sagte Ramelow.

Er forderte den Bund mit Nachdruck zum Handeln auf. "Im Februar habe ich gefordert, dass das gemacht wird. Ich sage im März und April immer noch: Dann macht es doch endlich! Es geht um das Tun und nicht um das Reden", sagte Ramelow.

++ Epidemiologin erwartet mehr schwere Corona-Fälle bei Jüngeren

(10.55 Uhr)Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, Eva Grill, erwartet bei wachsenden Corona-Zahlen mehr schwere Krankheitsverläufe bei jüngeren Menschen. "Das Problem ist, dass bei einem weiteren Ansteigen der Fallzahlen auch der Anteil der Virusvariante B.1.1.7 weiter ansteigen wird", sagte Grill der Deutschen Presse-Agentur. Die zuerst in Großbritannien entdeckte Mutante sei sowohl deutlich ansteckender als auch gefährlicher, "da sie wohl mit schwereren Krankheitsverläufen einhergeht".

Bei Hochaltrigen gehe die Zahl neuer Todesfälle zurück, erläuterte die Präsidentin der Gesellschaft mit Sitz in Ulm, die auch Professorin für Epidemiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München ist. "Das deutet darauf hin, dass es zunehmend gelingt, die besonders vulnerablen Gruppen durch Impfung zu schützen." Aber auch bei den 60- bis 69-Jährigen sei das Sterberisiko der Infizierten noch bei etwa vier Prozent. Das bedeute, dass eine stark steigende Fallzahl auch zu mehr 

++ Laschet, Hans und andere verteidigen Corona-Vorhaben nach Merkel-Kritik

(10.40 Uhr) Nach der Kritik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Vorgehen verschiedener Länder in der Corona-Pandemie haben mehrere CDU-Spitzenpolitiker ihre Maßnahmen verteidigt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen bekannte sich Parteichef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Montag in Online-Beratungen des CDU-Präsidiums klar zu mehr Tests als Instrument in der Krise. Er habe betont, dass es in Nordrhein-Westfalen eine landesweite "Notbremse" gebe.

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans erklärte laut Teilnehmerangaben im CDU-Präsidium, im Saarland würden nicht Beschränkungen durch Lockerungen ersetzt. Stattdessen würden Testauflagen an die Stelle von Beschränkungen gesetzt. Damit bringe man die Menschen dazu, im Freien getestet zusammenzukommen, statt im Verborgenen ohne Tests und Maßnahmen. Es handele sich nicht um ein Experiment, das Infektionen in Kauf nehme, sondern im Gegenteil um ein Modell zur Entdeckung von Infektionen. Natürlich gebe es einen klaren Exit, wenn exponentielles Wachstum mit hohen Belegungszahlen in den Krankenhäusern eintreten werde.

++ RKI meldet fast 10.000 Neuinfektionen an einem Tag

(10.13 Uhr) Das RK meldet 9872 Neuinfektionen in Deutschland innerhalb von 24 Stunden. Vergangenen Montag hatte diese zahl noch bei deutlich unter 8000 gelegen. Die Inzidenz steig von 129,7 am Sonntag auf 134,4 am Montag. Vor einer Woche lag sie noch bei 107,3. 43 Menschen sind in den vergangenen 24 Stundenan Covid-19 gestroben. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 75.913. Insgesamt sind bislang beinahe 2,8 Millionen Menschen in Deutschalnd positiv auf das Virus getestet worden

++ WHO: Tier als Ursprung von Sars-CoV-2 am wahrscheinlichsten

(10.00 Uhr) Die Nachrichtenagentur AP berichtet, dass eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO vermutet, dass das Sars-CoV-2 Virus von Fledermäusen über einen anderen Wirt auf den Menschen übertragen wurde. Eine Entwicklung des neuen Virus in einem Labor sei "extrem unwahrscheinlich". Die Studie hatte die WHO in China durchgeführt, um feststellen zu können, wie der neue Virus entstanden ist. Möglich aber ebenfalls unwahrscheinlich ist laut der Studie auch die Übertragung durch rohe Lebensmittel.

++ Wegen langsamer Impfung in EU: Euro bei Fünfmonatstief

(07.55 Uhr) Der Euro hat zu Wochenbeginn in der Nähe seines tiefsten Standes seit knapp fünf Monaten notiert. Am Montagmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1780 US-Dollar. In der vergangenen Woche wurde mit 1,1761 Dollar der tiefste Stand seit Anfang November erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1782 Dollar festgesetzt.

Der Euro wird seit einiger Zeit durch einen aufwertenden Dollar unter Druck gesetzt. Gründe sind steigende Wachstumserwartungen in den USA und die schleppend verlaufende Impfkampagne in der EU. Zum Wochenstart werden keine entscheidenden Wirtschaftsdaten erwartet.

++ Regierung, Schüler, Eltern und Lehrer sprechen über Schulöffnungen

(07.35 Uhr) Ministerpräsident Winfried Kretschmann will, dass nach den Osterferien alle Schüler wieder in die Schulen zurückkehren - abwechselnd und getestet. Wie das genau ablaufen kann, will der Grünen-Politiker am Montag (16.00 Uhr) mit Vertretern von Schülern, Eltern und Lehrern besprechen. An der Videokonferenz sollen auch Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) und Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) teilnehmen.

Vor dem virtuellen Treffen forderten Eltern-, Schüler- und Lehrervertreter eine verbindliche Teststrategie des Landes. Die GEW etwa verlangt von so einer Vereinbarung mit der Landesregierung, dass mindestens zwei Tests pro Woche für jede Schülerin und jeden Schüler an der Schule garantiert werden. Bisher hänge die Umsetzung viel zu oft an den völlig überlasteten Schulleitungen.

In dem Einladungsschreiben Kretschmanns, das der dpa vorliegt, heißt es, angesichts stark steigender Infektionszahlen müsse überlegt werden, "wie wir trotzdem Unterricht ermöglichen können und dabei zwischen Gesundheitsschutz und den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen einen gangbaren Weg finden." Und weiter: "Für den Zeitraum nach Ostern sind damit tragfähige Konzepte für den Schulbetrieb gefragt, um möglichst allen Klassenstufen die Chance auf Wechselunterricht zu geben." 

++ Immunologen: Dosen für Zweitimpfungen nicht weiter zurücklegen

(06.15 Uhr) Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie fordert angesichts der steigenden Corona-Zahlen, Dosen für Zweitimpfungen nicht mehr zurückzulegen. "Impfstoff zurückzulegen, ist angesichts der aktuellen Situation nicht mehr tragbar und kostet Menschenleben", sagte Generalsekretär Carsten Watzl der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). "Es würde jetzt viel helfen, alles zu verimpfen, was da ist und die Zweitimpfung dann zu machen, wenn die spätere Lieferung erfolgt." Laut Watzl wird nach wie vor in vielen Bundesländern und Impfzentren die zweite Impfdosis zurückgelegt. "Das heißt, wir verimpfen oft nur die Hälfte dessen, was möglich ist."

++ Palmer zieht Bilanz zu Tübinger Weg

(06.02) Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) wird am Montag (18.15 Uhr) eine Bilanz zum sogenannten "Tübinger Weg" ziehen. In der Ringvorlesung "Was lernen wir in Tübingen aus der Corona-Krise?" beim Weltethos-Institut in Tübingen spricht Palmer über den früh eingeschlagenen Weg der Universitätsstadt, mit massenhaften Schnelltests auch während der Pandemie Lockerungen zu ermöglichen. Die Diskussion wird vom Tübinger Politikwissenschaftler Christopher Gohl moderiert.

In Tübingen läuft noch bis zum 18. April ein Modellprojekt zu mehr Öffnungsschritten in Corona-Zeiten. An neun Teststationen können die Menschen kostenlose Tests machen, das Ergebnis wird bescheinigt. Damit kann man in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen. In einer ersten Zwischenbilanz hatte sich Palmer trotz Unregelmäßigkeiten bei der Testauswertung zufrieden gezeigt. Das Modellprojekt wird vom Universitätsklinikum Tübingen wissenschaftlich begleitet.

++ Kretschmann fordert harten Lockdown

(05.30 Uhr) Forderungen nach einem harten Lockdown und nach einem neuen Corona-Gipfel werden lauter. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellte für Anfang der Woche weitere Gespräche zwischen Bund und Ländern über einen harten Lockdown in Aussicht. "Erstmal überlegen wir alle solche Sachen", sagte Kretschmann. "Wir müssen das auch mit anderen Ländern vorbesprechen, mit dem Bundeskanzleramt. Wir sehen halt, die Zahlen rasen förmlich hoch." Nach den Gesprächen am Montag und Dienstag müsse es Klarheit geben. Ob die nächste Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel, die eigentlich erst für den 12. April geplant ist, vorgezogen werden muss, sagte Kretschmann nicht.

Kretschmann will bei der Corona-Notbremse in Hotspot-Regionen keine Verzögerung mehr zulassen. "Das wird strikt durchgesetzt. Da gibt es kein Vertun mehr", sagte der Grünen-Regierungschef. In der baden-württembergischen Landesregierung wächst dem Vernehmen nach der Ärger über Stadt- und Landkreise, die die Notbremse zunächst nicht konsequent anwenden, obwohl sie den Grenzwert von 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche schon mehr als 3 Tage lang überschritten haben.

Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Wochenende

++ Infektionen steigen rasant - Kommen jetzt härtere Maßnahmen?

(21.41 Uhr) Angesichts immer schneller steigender Corona-Infektionszahlen werden Rufe nach einem härteren Lockdown laut. Bayerns Regierungschef Markus Söder erklärte dazu: „Es braucht nicht ständig neue Gespräche, sondern die konsequente Umsetzung der Notbremse“, betonte der CSU-Chef in der „Augsburger Allgemeinen“.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hingegen stellte für Anfang der Woche weitere Gespräche zwischen Bund und Ländern über einen harten Lockdown in Aussicht, allerdings nicht unbedingt im MPK-Format. „Wir müssen das auch mit anderen Ländern vorbesprechen, mit dem Bundeskanzleramt. Wir sehen halt, die Zahlen rasen förmlich hoch“, sagte Kretschmann am Samstagabend in Stuttgart.

„Wir rennen sehenden Auges ins Verderben“, warnte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Professor Gernot Marx.  Hier lesen Sie mehr.

++ Deutlicher Anstieg von Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten 

(18.49 Uhr) Der Sieben-Tage-Wert der Corona-Neuinfektionen ist in Baden-Württemberg am Sonntag deutlich gestiegen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts (Stand: Sonntag, 16 Uhr) registrierten die Gesundheitsämter im Südwesten im Laufe der vergangenen 7 Tage 127,4 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner. Am Samstag hatte der Wert bei 121,5 gelegen, am vergangenen Sonntag noch bei 103,1.

Die Zahl der bestätigten Fälle seit Beginn der Pandemie stieg um 1341 auf 358.512. 8643 Menschen starben an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit. Das waren elf mehr als Stand Samstag. Als genesen gelten geschätzt 322.369 Infizierte (plus 1335).

Seit Ende Dezember wurden dem Landesgesundheitsamt 27.099 Fälle mit Hinweisen auf „besorgniserregende Varianten“ übermittelt. Als solche gelten Viren mit Mutationen, die ein höheres Ansteckungsrisiko haben, wie sie beispielsweise in Großbritannien (B.1.1.7) und Südafrika (B1.351) entdeckt worden waren. Ihr Anteil liegt im Südwesten den Angaben zufolge inzwischen bei mehr als 80 Prozent.

14,8 Prozent der 2403 betreibbaren Intensivbetten sind der Mitteilung zufolge im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Intensivbetten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern auch für Patienten mit anderen gravierenden Erkrankungen.

++ Bad Saulgau greift Handel und Gastronomie unter die Arme

(18.23 Uhr) Die Stadt Bad Saulgau befreit die Einzelhändler und Gastronomen im Jahr 2021 von Sondernutzungsgebühren für ihre Warenständer und Außenbestuhlung. Das hat der Bad Saulgauer Gemeinderat am vergangenen Donnerstag in seiner digitalen Sitzung beschlossen.

Mit mehreren Bausteinen soll die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt gesteigert werden. Diskutiert wurde über das Drucken von Einkaufsflyern. Hier lesen Sie mehr.

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