Corona-Newsblog: Biontech-​Vakzin erweist sich als Pandemiestopper

Digital-Redakteur
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Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 12.800 (310.854 Gesamt - ca. 290.100 Genesene - 7.939 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 7.939
  • Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 44,3
  • Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 128.100 (2.386.883 Gesamt - ca. 2.190.600 Genesene - 67.841 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 67.841
  • Sieben-Tage-Inzidenz Deutschland: 60,2

Das Wichtigste auf einen Blick: 

  • Neue Hoffnung: Biontech-​Vakzin erweist sich als Pandemiestopper (20.25 Uhr)
  • Uneinigkeit herrscht über die Ausgestaltung des Stufenplans (19.54 Uhr)
  • Schulleiter schicken „Brandbrief“ an Kultusminister (16.22 Uhr)
  • Corona-Zahlen in Deutschland steigen wieder (07.51 Uhr)
  • Friseur versteigert ersten Termin nach Lockdown für 422 Euro (14.04 Uhr)
  • Erneuter Gehaltsverzicht beim VfB Stuttgart (12.45 Uhr)
  • Israel führt Erleichterungen für Geimpfte und Genesene ein (09.24 Uhr)
  • Heil will Ausbildungsprämie in Corona-Krise erhöhen (11.13 Uhr)

Das war's für heute. Vielen Dank fürs Lesen. Morgen versorgen wir Sie wieder mit den wichtigsten Informationen zur Corona-Lage.

++ Neue Hoffnung: Biontech-​Vakzin erweist sich als Pandemiestopper

(20.25 Uhr) Es gibt erste Antworten auf die große offene Frage im Zusammenhang mit der Impfkampagne: Schützen die Spritzen nur vor einer fühlbaren Erkrankung oder auch vor verdeckten Verläufen und damit einer möglichen Weitergabe? Daten aus Israel zeigen nun, dass zwei Dosen des Biontech-Impfstoffs tatsächlich in neun von zehn Fällen eine Infektion unterbinden können. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Geimpften wären damit für das Virus nicht mehr erreichbar. Sie bilden in der der Gesellschaft Brandmauern, die das Virus stoppen.

Das israelische Gesundheitsministerium hat die Daten zwar bisher nur unter Vorbehalt öffentlich gemacht. Wenn die Aussage zur Ansteckung durch Geimpfte stimmt, handelt es sich jedoch um eine außerordentlich gute Nachricht. Sie sagt viel über den weiteren Verlauf der Pandemie. Wenn die Impfung weiter Infektionen zulässt, werden die Leute zwar nicht krank, doch die Pandemie läuft verdeckt weiter. Eine Impfung, die eine Infektion in den meisten Fällen von Anfang verhindert, wirkt dagegen als starker Dämpfer für das Pandemiegeschehen.

Den vollständigen Artikel dazu lesen Sie hier.

Impfdiskussion kommt zu spät
Impfdiskussion kommt zu spät (Foto: Roland Rasemann)

++ Kommentar: Impfdiskussion kommt zu spät - nun ist Solidarität notwendig

(20.25 Uhr) Kaum wird der Plan diskutiert, Beschäftigte an Grundschulen und Kitas schneller zur Corona-Impfung als bisher geplant zuzulassen, beginnt in Deutschland auch schon die Neiddiskussion um angeblich überflüssige Privilegien fürs pädagogische Personal. Die Wortführer verstehen nicht, dass Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher systemrelevant sind und Impfschutz wie auch Risikominimierung brauchen, wenn sie unterrichten und erziehen sollen. Die schwächsten Glieder der Gesellschaft, die Kinder, haben fast ein Jahr auf Präsenz-Unterricht verzichten müssen.

Die schlimmen Folgen sind unübersehbar: Wenn die umstrittene Entscheidung umgesetzt wird, Schulen zu öffnen, dann ist es richtig, nicht nur in Sonntagsreden den Wert guter Bildung zu betonen, sondern alles dafür zu tun, damit Pädagogen guten Gewissens in Klassen- oder Gruppenräume zurückkehren. Liegen beispielsweise Schnelltests bereit?

Lesen Sie den vollständigen Kommentar hier.

++ Uneinigkeit herrscht über die Ausgestaltung des Stufenplans 

(19.54 Uhr) Der von Bund und Ländern versprochene Stufenplan für weitere Schritte in der Corona-Pandemie sollte sich nach Ansicht des Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Michael Müller (SPD), nicht nur an der Zahl der Neuinfektionen orientieren. „Der Inzidenzwert bleibt wichtig, aber auch ein R-Wert deutlich unter 1 und eine sinkende Auslastung der Intensivmedizin werden wichtige Kriterien für nächste Lockerungsschritte sein“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Montag).

Der gemeinte Sieben-Tage-Inzidenzwert gibt die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern und Woche an. Er lag nach den vom Robert Koch-Institut gemeldeten Zahlen am Sonntagmorgen bei 60,2 - mit steigender Tendenz.

Müller kündigte für die neue Woche „einen Vorschlag ohne die Werte 10 oder 25“ an, wie sie von einigen vorgeschlagen wurden. In seinem Entwurf werde es vielmehr um Zeiträume mit Ansteckungsraten unter 35 oder 50 gehen.

Wenn Bundesländer stabil über mehrere Wochen diese Inzidenzen erreichen, können weitere Schritte in der Kultur und der Gastronomie folgen.

Michael Müller

Angesichts der am Wochenende wieder gestiegenen Fallzahlen und der Gefahr durch Virusmutationen stellte er klar, der Stufenplan sei „keine Einbahnstraße in Richtung von Lockerungen“. Der SPD-Politiker sagte: „Wir werden notfalls auch wieder Einschränkungen beschließen müssen, wenn die Zahlen wie in anderen europäischen Ländern wieder stark steigen.“ Die Regierungschefs der Bundesländer und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten am 10. Februar bekräftigt, eine Öffnungsstrategie erarbeiten zu wollen.

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans bestand am Sonntag in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ auf einem „rechtssicheren“ Stufenplan, der erkennen lasse: „Wenn das eintritt, dann wird es Einschränkungen geben. Und wenn Werte unterschritten werden, dann habe ich die Möglichkeit, eben auch wieder zu lockern und zu einem normalen Leben zurückzukehren.“ Merkel solle dabei „Orientierung geben“. „Sie muss ein Verfahren mitbestimmen, wie wir in den nächsten Schritten vorgehen.“

++ Hupend und mit Trillerpfeifen: Autokorso zieht durch Tuttlingen

(18.51 Uhr) Etwa 110 Fahrzeuge und Schätzungen der Polizei zufolge doppelt so viele Teilnehmer sind am Sonntagnachmittag in Form eines Autokorsos durch Tuttlingen gefahren. Die Teilnehmer wollten damit auf die Einschränkung der Grundrechte während der Corona-Pandemie aufmerksam machen. Aus Sicht der Polizei ist die Veranstaltung sehr gut verlaufen.

Bereits um 15 Uhr trafen sich die Teilnehmer des Autokorsos in der Dornierstraße. Auf ihre Autos klebten sie Aufschriften wie „Merkill muss weg“, „Corona-Maßnahmen beenden“ oder auch „Freiheit, Ehrlichkeit, Selbstbestimmung“. Auch mit Deutschland-Flagge und Luftballons statten sie ihre Fahrzeuge aus.

Den vollständigen Artikel dazu lesen Sie hier.

++ 7-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt leicht auf 44,0

(17.50 Uhr) Die 7-Tage-Inzidenz im Südwesten ist am Sonntag leicht auf 44,0 gesunken. Das geht aus Daten hervor, die das Landesgesundheitsamt am Sonntag veröffentlichte (Stand: Sonntag, 16.00 Uhr). Am Samstag hatte die Zahl neuer Ansteckungen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche bei 44,3 gelegen. Am Sonntag sind die Corona-Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. 303 neue Fälle wurden registriert. Damit stieg die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie in Baden-Württemberg auf 311 098.

Ein weiterer Mensch starb an oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Die Behörde zählt damit insgesamt 7924 Tote. 13 Stadt- und Landkreise liegen noch über der Marke von 50 gemeldeten Fällen pro 100 000 Einwohner in den letzten 7 Tagen — am Vortag waren es 15 der 44 Stadt- und Landkreise.

Zumindest einmal geimpft sind im Südwesten inzwischen mehr als 394 000 Menschen. Die Zahl derer, die auch schon eine zweite Impfung erhalten haben, stieg auf mehr als 199 000.

++ Inzidenz im Landkreis Biberach steigt wieder

(17.25 Uhr) Übers Wochenende ist die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis Biberach wieder gestiegen. Während das Landesgesundheitsamt am Freitag einen Wert von 48,2 meldete, lag die Inzidenz am Samstag wieder über der 50er-Marke bei 54,6. Am Sonntag sogar bei 56,6 (Stand 21. Februar, 17 Uhr).

Aktuelle Corona-Zahlen für den Landkreis Biberach gibt es wieder ab Montagmittag, da das Landratsamt übers Wochenende keine Zahlen erhebt. Das Landratsamt gibt seit einigen Tagen außerdem keine eigene Inzidenz mehr heraus, weil für die nächtliche Ausgangssperre die Berechnungen des Landesgesundheitsamts entscheidend sind.

++ Schulleiter schicken „Brandbrief“ an Kultusminister 

(16.22 Uhr) Die Grundschulen öffnen ab Montag wieder für viele Kinder — doch die Schulleitungen verzweifeln oft an „unrealistischen“ Corona-Vorgaben des Kultusministeriums. Die immer neuen Hygienepläne in kürzester Zeit und ohne Vorlauf umzusetzen, sei nahezu unmöglich, schrieb der bayerische Schulleitungsverband für Grund-, Mittel- und Förderschulen in einem „Brandbrief“ an Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Wochenende.

„In Woche 14 des Lockdowns ist die Grenze der Belastbarkeit und vor allem auch der Realisierbarkeit bei den Schulleitungen erreicht“, heißt es darin. Schulleitungen seien „einmal mehr an vorderster Front ins Dauerfeuer geschickt worden“.

Das verfügbare Löschwasser geht zuneige.

Heißt es im Brief

Ein „Beispiel der Unmöglichkeit der Umsetzung“ sei an Grundschulen die Notbetreuung im Wechselunterricht. So schlage Piazolo vor, kurzfristig schulfremdes Personals einzustellen. „Natürlich vergessen Sie hier den Hinweis nicht, dass doch bitte der Masernschutz und vor allem ein polizeiliches Führungszeugnis vor dem Einsatz vorliegen muss“, heißt es in dem Brief. „Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Piazolo, mit Verlaub, haben Sie schon einmal innerhalb von drei Tagen passendes Personal gesucht, Vorstellungsgespräche geführt, die Personalentscheidung getroffen, Formalitäten geklärt und zuletzt einen Vertrag geschlossen?“ Alleine die Beantragung des Führungszeugnisses dauere mindestens zwei Wochen.

Weiter kritisierten die Direktoren die Organisation der Mittagsbetreuung in Mittelschulen. So würden Eltern der Abschlussschüler neben dem Unterrichtsbetrieb auch Ganztagsbetreuung oder Mittagsbetreuung versprochen. „Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Piazolo, haben Sie schon einmal eine Mensa für zehn bis zwanzig Schülerinnen und Schüler betrieben? Haben Sie schon einmal einen Caterer gefunden, der täglich diese geringe Anzahl an Schüleressen zubereitet und liefert?“

Die Landesvorsitzende Cäcilia Mischko sagte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur, die Schulen bräuchten generell mehr Autonomie, damit sie schneller und besser planen könnten. Es sei an der Zeit gewesen, dem Ärger einmal „Luft zu machen“.

++ Friseur versteigert ersten Termin nach Lockdown für 422 Euro

(14.04 Uhr) Ein Friseur in Bayreuth hat den ersten Termin nach dem Lockdown für 422 Euro für einen guten Zweck versteigert. Ein 43 Jahre alter Handwerker und Mitglied einer Hilfsorganisation, die sich für Kinder einsetzt und an die das Geld auch gehen soll, habe den Termin am 1. März auf der Plattform eBay ersteigert, sagte der Friseur Andreas Nuissl am Sonntag.

Zusätzlich zu den 422 Euro seien von Kunden und Freunden bisher 1310 Euro an Spenden zusammen gekommen. „Ich denke, dass in den nächsten drei Wochen, besonders wenn wir ab dem 1. März wieder geöffnet haben, noch zusätzliche Spenden kommen“, sagte Nuissl.

Das Geld soll der Tafel Bayreuth und dem Kinderprojekt Round Table 98 Bayreuth am 15. März übergeben werden. Friseurgeschäfte sind seit dem Lockdown vom 16. Dezember geschlossen. Das Verbot wurde nach einem Bund-Länder-Gipfel zum 1. März aufgehoben.

++ Erneuter Gehaltsverzicht beim VfB Stuttgart

(12.45 Uhr) Spieler und Mitarbeiter des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart verzichten aufgrund der finanziellen Einbußen durch die Coronakrise erneut auf Teile ihres Gehalts.

„Der Gehaltsverzicht gilt rückwirkend ab Januar. Die Jungs helfen uns für volle sechs Monate“, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat. „Wir haben die Jungs gefragt sowie alle Mitarbeiter, weil wir nicht mehr mit kalkulierten Zuschauerzahlen rechnen können. Und alle Spieler haben geholfen - genauso wie alle Mitarbeiter.“

Die Gespräche hätten nicht lange gedauert, ergänzte der 48-Jährige. „Für uns als Club sind die Zuschauereinnahmen eine wichtige Einnahmequelle, die uns wegbricht.“

Schon zu Beginn der Corona-Pandemie hatten Profis und Clubführung ab Ende März 2020 auf teilweise bis zu rund 20 Prozent ihres Gehalts verzichtet.

++ Heil will Ausbildungsprämie in Corona-Krise erhöhen

(11.13 Uhr) Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will im März einen neuen Schutzschirm für Ausbildungsplätze vorlegen und Unternehmen dabei eine erneute, deutlich erhöhte Ausbildungsprämie anbieten.

„Viele Betriebe zögern, ob sie angesichts der wirtschaftlichen Lage Ausbildungsplätze anbieten sollen“, sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). „Aber ein Einbruch bei den Ausbildungsstellen wäre für alle fatal. Deshalb werde ich im März einen neuen Schutzschirm für Ausbildungsplätze vorlegen“, so Heil.

„Es wird eine erneute, noch mal deutlich großzügiger als bisher bemessene Ausbildungsprämie geben“, sagte der Bundesarbeitsminister. „Ich will, dass deutlich mehr Unternehmen, die von der Corona-Krise betroffen sind, diese Prämie in Zukunft nutzen und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen können.“

Die Corona-Ausbildungsprämie soll dafür sorgen, dass Unternehmen trotz der Pandemie nicht in ihren Anstrengungen für Ausbildung nachlassen. Im vergangenen Sommer hatte das Bundeskabinett die „Azubi-Prämien“ auf den Weg gebracht. Kleine und mittelständische Firmen, die mit großen Umsatzeinbrüchen und Kurzarbeit kämpfen, aber ihre Ausbildungsplätze erhalten oder sogar ausbauen, bekommen demnach staatliche Prämien von bis zu 3000 Euro pro Ausbildungsplatz.

++ Israel führt Erleichterungen für Geimpfte und Genesene ein

(09.24 Uhr) Israel hat am Sonntag Erleichterungen für Bürger eingeführt, die gegen das Coronavirus geimpft oder nach einer Erkrankung genesen sind. Mit einem Grünen Pass dürfen sie unter anderem Fitness-Studios, Hotels, Theater oder Sportereignisse besuchen.

Gesundheitsminister Juli Edelstein schrieb bei Twitter, mehr als 3,2 Millionen Israelis könnten ab sofort diese Vorteile genießen. Ziel ist es, die Wirtschaft im Land wieder anzukurbeln. „Der Grüne Pass öffnet das Land schrittweise wieder“, sagte Regierungschef Benjamin Netanjahu am Samstagabend.

Die Impfkampagne in Israel ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr weit fortgeschritten. Das Land mit seinen 9,3 Millionen Einwohnern gilt als Vorreiter. Inzwischen kann sich jeder Bürger vom Alter von 16 Jahren an impfen lassen. Die Infektionszahlen im Land sind weiterhin vergleichsweise hoch, in den vergangenen Wochen jedoch stetig gesunken.

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++ Corona-Zahlen in Deutschland steigen wieder

(07.51 Uhr) In Deutschland deutet sich eine erneute Verschärfung der Corona-Pandemie an. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Samstag 9164 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das waren 810 mehr als am Samstag der Vorwoche. Zudem stieg der sogenannte R-Wert - eine weitere wichtige Kennzahl.

Vor dem Hintergrund anstehender Schul- und Kita-Öffnungen in mehreren Bundesländern am Montag verdichten sich unterdessen die Anzeichen, dass das Personal bei der Corona-Impfung früher an die Reihe kommen könnte und die Impfverordnung entsprechend geändert wird.

Das RKI gab den bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert am Samstagnachmittag mit 1,07 an. Das ist der höchste Wert seit mehreren Wochen. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 107 weitere Menschen anstecken. Das könnte darauf hindeuten, dass sich die ansteckenderen Virusvarianten trotz des Lockdowns rascher ausbreiten.

RKI-Präsident Lothar Wieler rief die Menschen zum Durchhalten auf: „Falsche Versprechungen helfen niemandem, und es ist ganz einfach so, dass wir diese Maßnahmen, die wir kennen, dass wir die eine gewisse Zeit noch durchhalten müssen“, sagte er bei einer im Internet übertragenen Diskussion des Bundesgesundheitsministeriums zum Thema Impfen.

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Das waren die Meldungen vom Samstag

++ Spahn rechnet mit baldiger Impfung von Erziehern und Grundschullehrern

17.59 Uhr) Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass Erzieher und Grundschullehrer bald gegen das Corona-Virus geimpft werden können. Weil es gesellschaftlich wichtig sei, dass in Kitas und Grundschulen der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, sollten die Kita-Mitarbeiter und Grundschullehrer bei der Priorisierung vorgezogen werden, sagte Spahn am Samstag bei einer Livestream-Veranstaltung, bei der er sich den Fragen der Bürger stellte. Dabei bekräftige er seine Absicht, die Hausärzte in die Impfungen mit einzubeziehen.

Spahn verwies darauf, dass zunächst die Menschen aus der Priorisierungsgruppe eins geimpft werden - zu der vor allem Bürgerinnen und Bürger über 80 gehören. All jenen werde voraussichtlich bis Ende März oder Anfang April ein Impfangebot gemacht werden können. Den Pflegeheimbewohnern sei in den allermeisten Bundesländern bereits ein Angebot unterbreitet worden. Die Erzieher und Grundschullehrer, die bislang der Priorisierungsgruppe drei angehören, sollen nun in die zweite Gruppe höher gestuft werden.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) bekräftige ihr Nein zu einer Änderung ihrer Impf-Empfehlung. Bei der Priorisierung der Reihenfolge stehe nicht eine möglich Infektion mit dem Coronavirus im Vordergrund, sondern das Risiko, schwer zu erkranken, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens bei dem Livestream. Ob jemand schwer erkrankt, hänge aber zuallererst vom Alter ab, und dann von Vorerkrankungen.

Mertens verwies allerdings ausdrücklich darauf, dass die Politik von der Empfehlung der Stiko abweichen könne. Dies müsse dann allerdings gut begründet sein. Das Argument, dass in den Kitas schwieriger Abstand gehalten werden könne, sei zwar plausibel, aber nicht durch Daten belegt.

Spahn kündigte erneut die Einbeziehung der Hausärzte in die Impfungen an, nannte dafür aber keinen Zeitpunkt. Es müssten pro Woche etwa drei bis vier Millionen Dosen geliefert werden, damit das Sinn mache. Dann könnten die Ärzte mehrfach pro Woche Impfsprechstunden anbieten. Die derzeit bereits arbeitenden Impfzentren würden dann immer noch gebraucht. In dieser Woche seien fast zwei Millionen Dosen ausgeliefert worden.

Das wird jetzt deutlich mehr.

Der Bundesgesundheitsminister geht zudem davon aus, dass in den kommenden Wochen und Monaten zwei weitere Impfstoffe zur Verfügung stehen werden. Bei dem Präparat von Johnson & Johnson sei damit in zwei bis vier Wochen zu rechen, bei dem von Curevac im April oder Mai.

Wenn das Präparat von Johnson & Johnson zugelassen ist, will die Stiko nach Angaben von Mertens auch ihre Empfehlung erneut anpassen. Bei dieser Gelegenheit were dann auch alles andere auf den Prüfstand gestellt. Zuletzt hatte die Kommission ihre Empfehlung überarbeitet, nachdem das Präparat von Astrazeneca zugelassen worden war. Die Experten rieten, es nur an Menschen zwischen 18 und 64 Jahren zu verabreichen, weil bei den Älteren nicht genügen Daten zur Wirksamkeit vorlagen.

Zu der Online-Veranstaltung hatten rund 3500 Menschen im Vorfeld Fragen eingereicht. Ähnliche Veranstaltungen hatte das Gesundheitsministerium zuvor mir Medizinern und Pflegekräften abgehalten.

++ Corona-Infektionsgeschehen: R-Wert steigt 

(17.28 Uhr) Die sogenannte Reproduktionszahl, eine wichtige Kennzahl für die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland, steigt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) weiter an. Das RKI gab den 7-Tage-R-Wert in seinem Lagebericht am Samstagnachmittag mit 1,07 an — das ist so hoch wie seit Wochen nicht mehr. Der Wert habe zuletzt wieder eine steigende Tendenz, hieß es. Am Vortag war der R-Wert mit 1,01 angegeben worden.

Ein R-Wert von 1,07 bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 107 weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Liegt er über 1, gewinnt das Infektionsgeschehen an Dynamik. Laut den RKI-Lageberichten lag der R-Wert zuletzt über mehrere Wochen teils deutlich unter 1. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab.

Experten hatten befürchtet, dass sich aufgrund der weiten Verbreitung von ansteckenderen Corona-Varianten wieder mehr Menschen mit dem Virus infizieren könnten.

++ Astrazeneca-Impfstoff bei größerem Dosen-Abstand wirksamer 

(16.11 Uhr) Mindestens zwölf Wochen Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfdosis haben beim Impfstoff von Astrazeneca und der Universität Oxford den Entwicklern zufolge positive Auswirkungen auf dessen Wirksamkeit. „Da die Verfügbarkeit [der Impfstoffe] begrenzt ist, kann die Strategie, zunächst mehr Menschen mit einer Dosis zu impfen, womöglich zu einer größeren Immunität der Bevölkerung führen, als nur die Hälfte der Menschen mit zwei Dosen zu impfen“, schrieb der Chef-Entwickler des Impfstoffs, Andrew Pollard, von der Universität Oxford in der Fachzeitschrift „The Lancet“.

Die am Freitag veröffentlichten Ergebnisse jüngster klinischer Studien mit mehr als 17 000 Probanden in Großbritannien, Südafrika und Brasilien, aus denen Auszüge zuvor bereits online veröffentlicht worden waren, untermauern die Strategie der britischen Regierung, ein größeres Intervall zwischen erster und zweiter Impfdosis einzuplanen - zumindest für das Astrazeneca-Vakzin.

Bei einem Abstand von mindestens zwölf Wochen zwischen erster und zweiter Dosis wies der Impfstoff demnach eine Wirksamkeit von 81 Prozent auf. Diese lag lediglich bei 55 Prozent, wenn zwischen beiden Dosen nur bis zu sechs Wochen lagen.

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission bislang, bei Astrazeneca die zweite Dosis 9 bis 12 Wochen nach der ersten zu verabreichen.

++ Spahn zu Astrazeneca: Spätere Nachimpfung mit anderem Mittel möglich 

(15.15 Uhr) Nach einer Immunisierung mit dem Astrazeneca-Impfstoff ist laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu einem späteren Zeitpunkt eine Nachimpfung mit einem anderen Wirkstoff denkbar. Das sei „problemlos möglich“, falls etwa am Ende des Jahres alle Impfwilligen geimpft seien und noch Impfstoff verfügbar sei, sagte der CDU-Politiker am Samstag bei einer Fragerunde mit Bürgern.

Die Frage nach einer Nachimpfung mit einem anderen Mittel steht im Raum, weil der Wirkstoff von Astrazeneca eine geringere Wirksamkeit hat als die anderen beiden in der EU zugelassenen Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer.

Vor einigen Tagen hatte bereits Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, eine spätere Nachimpfung vorgeschlagen.

Man kann die Immunität, die man mit dem Astrazeneca-Impfstoff ausgelöst hat, ohne Probleme mit einem mRNA-Impfstoff später noch einmal verstärken.

Carten Watzl

++ Südwesten will Lehrkräfte und Erzieher bei der Impfung vorziehen

(14.21 Uhr) Gesundheitsminister Manne Lucha hat am Samstag angekündigt, Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher bei der Impfung vorzuziehen. Das teilte das Gesundheitsministerium in einer Pressemitteilung mit. Eine entsprechende Grundsatzentscheidung soll am kommenden Montag aller Voraussicht nach auch in der Gesundheitsministerkonferenz fallen. Pflegekräfte bei ambulanten Pflegediensten, medizinisches Personal sowie Ärztinnen und Ärzte, die in Corona-Schwerpunktpraxen arbeiten oder Pflegeheime betreuen, sind aktuell schon in der ersten Priorität impfberechtigt. Weil der Impfstoff bisher zu knapp war, konnten einige von ihnen bisher noch keine Impftermine vereinbaren. Das ändere sich jetzt mit dem Impfstoff von AstraZeneca.

Baden-Württemberg erwartet bis Mitte März rund 450.000 Impfdosen des Impfstoffs von AstraZeneca. Damit kann das Land jedem Berechtigten in der ersten Priorität im Alter zwischen 18 und 64 ab sofort ein Impfangebot machen. Voraussichtlich Anfang/Mitte März kann Baden-Württemberg dann auch schon damit beginnen, Impfberechtigte im Alter von 18 bis 64 aus der zweiten Priorität zu impfen. Das sind zum Beispiel Haus-, und Zahnärzte, Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit einem hohen Infektionsrisiko sowie Personen mit einer geistigen Behinderung oder mit Trisomie 21. In Baden-Württemberg werden außerdem Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher bei den Impfungen vorgezogen und in die zweite Priorisierungsstufe eingruppiert. Eine entsprechende Änderung der Bundesimpfverordnung ist derzeit in Arbeit.

++ Russland lässt dritten Corona-Impfstoff zu

(12.01 Uhr) In Russland ist ein dritter Impfstoff zur Eindämmung der Corona-Pandemie zugelassen worden. Bereits ab Mitte März sollten die ersten 120.000 Dosen des neuen Vakzins Covivac in der Bevölkerung verimpft werden, kündigte am Samstag Regierungschef Michail Mischustin an. Russland hatte als erstes Land bereits im August einen ersten Corona-Impfstoff - Sputnik V - zugelassen. Im Oktober teilte Präsident Wladimir Putin mit, dass ein zweites Vakzin - Epivaccorona - zum Einsatz kommen werde.

Russland habe bislang zehn Millionen Dosen des Sputnik-Vakzins und 80.000 Dosen des Epivaccorona-Impfstoffs hergestellt, sagte Mischustin. Nach der Einführung von Covivac sei Russland „das einzige Land, in dem es bereits drei Impfstoffe zur Verhinderung einer Covid-Infektion gibt“. Sputnik V wurde inzwischen in mehr als 20 Ländern zugelassen. Zunächst war dieser Impfstoff international mit Skepsis aufgenommen. Kürzlich wurde seine Wirksamkeit aber von dem renommierten Wissenschaftsmagazin „Lancet“ bestätigt.

Laut den aktuellen Statistiken wurden in Russland bislang 4,1 Millionen Corona-Infektionen registriert. Bis zum 31. Dezember 2020 gab es laut dem amtlichen Statistikamt 162.000 Covid-19-Todesfälle. Eine aktuellere Statistik, die allerdings lediglich Todesfälle mit anschließender Autopsie berücksichtigt, wies am Mittwoch rund 82.400 Covid-19-Tote aus.

++ Weitere Diskussion über frühere Impfung von Lehrern und Erziehern 

(11.14 Uhr) In der Diskussion über Corona-Impfungen für Lehrkräfte und Kita-Personal haben sich Vertreter mehrerer Bundesländer für ein Vorziehen dieser Berufsgruppen in der Impfreihenfolge ausgesprochen. „Alle Öffnungsszenarien sehen völlig zurecht eine hohe Priorität für den Bildungsbereich vor. Da ist es nur folgerichtig, auch die Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher mit einer höheren Priorität als bisher zu impfen“, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Samstag).

Der MDR berichtete unter Berufung auf Aussagen der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD), dass allen Beschäftigten dieser Bereiche in Kürze ein Impfangebot mit dem Vakzin von Astrazeneca gemacht werden könne. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte in einem am Freitag bekanntgewordenen Schreiben an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) um eine Prüfung gebeten, inwieweit diejenigen aus der dritten Gruppe der Impfreihenfolge bereits jetzt mit dem ausreichend vorhandenen Präparat von Astrazeneca geimpft werden könnten.

Dies würde auch eine schnellere Impfung von Lehrerinnen und Lehrern sowie Erzieherinnen und Erziehern ermöglichen.

Dietmar Woidke im Schreiben an Spahn

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) unterstützt die Forderung einer früheren Impfung ebenfalls. Berlin bereite sich auf eine entsprechende Anpassung der Impfverordnung vor, sagte sie am Freitag. Spahn hatte ebenfalls am Freitag erkennen lassen, dass er eine frühere Priorisierung von Grundschullehrern und Kita-Personal bei Impfungen ermöglichen will, da Abstandsregeln für sie nicht durchgehend einzuhalten seien. Dem Minister zufolge zeichnet sich ein „relativ großer Konsens“ in dieser Frage ab. Für den Fall einer Einigung stellte er eine zügige Änderung der Impfverordnung in Aussicht.

Nach der aktuellen Corona-Impfverordnung sind Erzieher und Lehrkräfte erst in der dritten Gruppe (erhöhte Priorität) an der Reihe. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder hatten das Gesundheitsministerium bei ihrer jüngsten Beratung gebeten, eine höhere Priorisierung von Grundschullehrern und Kita-Erziehern zu prüfen.

++ Polizei beendet unerlaubte Schafkopf-Runde in Wirtschaft 

(11.12 Uhr) Eine Partie Schafkopfen in einer Wirtschaft im Allgäu hat drei Männern und der Wirtin eine Anzeige eingebracht. „Die Wirtin hat selber mitgespielt“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Alle vier hatten sich den Angaben zufolge unerlaubt getroffen, um reichlich Alkohol zu trinken und Karten zu spielen.

Als eine Streife die Runde kontrollierte, flüchteten zwei weitere Personen aus der Wirtschaft in Halblech (Landkreis Ostallgäu). „Die zwei haben wir nicht erwischt“, sagte der Sprecher. Die 59, 62 und 68 Jahre alten Männer wurden nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt. Auch die 65 Jahre alte Wirtin muss nach dem Vorfall am Freitag mit einem hohen Bußgeld rechnen.

++ Wichtige Corona-Kennziffer zur Ansteckung gestiegen

(9.21 Uhr) In Deutschland mehren sich die Hinweise auf eine mögliche neue Verschärfung der Corona-Pandemie. Nachdem die sogenannte Reproduktionszahl des Coronavirus über Wochen hinweg unter eins lag, hat sie nach Angaben des Robert Koch-Instituts diese wichtige Schwelle jetzt erstmals wieder überschritten.

Das RKI gab den bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert am Freitagabend mit 1,01 an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich die ansteckenderen Virusvarianten trotz des Lockdowns rascher ausbreiten.

RKI-Präsident Lothar Wieler hatte am Freitag erklärt, der Anteil der Virusvariante B 1.1.7., die nach konservativen Schätzungen 35 Prozent ansteckender ist, steige in Deutschland rasant an. „Wir stehen möglicherweise erneut an einem Wendepunkt. Der rückläufige Trend der letzten Wochen setzt sich offenbar nicht mehr fort“, sagte Wieler.

Bei den Neuinfektionen und der Sieben-Tage-Inzidenz hatte es in den vergangenen Tagen kaum Veränderungen gegeben — trotz des anhaltend strengen Lockdowns. Der Anstieg des R-Werts lässt nun aufhorchen. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Liegt er über 1, gewinnt es an Dynamik. Noch am Mittwoch hatte das RKI den R-Wert mit 0,85 angegeben.

++ 17 Millionen Euro mehr für Kreise zur Corona-Kontaktnachverfolgung 

(9.14 Uhr) In Baden-Württemberg erhalten die Stadt- und Landkreise 17,32 Millionen Euro zusätzlich für den Einsatz externer Kräfte bei der Corona-Kontaktnachverfolgung. Wie aus einer Kabinettsvorlage von Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) für die Sitzung des grün-schwarzen Ministerrats am Dienstag hervorgeht, sollen die Kreise mit dem Geld mehr Personal rekrutieren. Die „Heilbronner Stimme“ hatte zuerst berichtet.

Wie es in der Kabinettsvorlage weiter heißt, befinden sich die Infektionszahlen nach wie vor — wenn auch derzeit sinkend — auf einem hohen Niveau und das Ausbruchsgeschehen sei weiterhin diffuser als noch im Frühjahr des vergangenen Jahres. Gleichzeitig bestehe die Besorgnis einer weitläufigen Ausbreitung der hoch ansteckenden Corona-Mutationen B.1.1.7 und B.1.351.

Die Virusvarianten, die sich auch im Land zunehmend ausbreiteten, bedeuteten einen deutlich erhöhten Arbeitsaufwand. Neben der eigentlichen Nachverfolgung von Kontaktpersonen müssten zusätzlich auch deren Haushaltsangehörige der ersten Kategorie ermittelt und in häusliche Isolation geschickt werden. Mit den anstehenden Lockerungen des bestehenden Lockdowns sei mit einem Anstieg des Infektionsgeschehens zu rechnen. Der Personalbedarf werde daher bis auf Weiteres unverändert hoch bleiben.

Das Land unterstütze die Finanzierung externer Aushilfskräfte in den regionalen Gesundheitsämtern bislang mit rund acht Millionen Euro - befristet bis zum 30. April 2021.

Aktuell sind in Baden-Württemberg laut Zeitung 555 Teams zur Kontaktnachverfolgung mit mehr als 2700 Personen im Einsatz. Haben die Gesundheitsämter nicht genügend Personal, können sie extern Hilfe beantragen. Dies geschieht unter anderem durch Abordnungen des Landes oder durch die befristete Beschäftigung externer Kräfte. Auch die Bundeswehr verstärkt die Gesundheitsämter vor Ort — hier müssen die Kreise für die Unterbringungs- und Sachkosten aufkommen.

Das waren die letzten Meldungen am Freitag:

++ Inzidenz im Landkreis Ravensburg nähert sich wieder 50

(21.37 Uhr) Mit 35 neu gemeldeten Corona-Infektionen steigt der Inzidenzwert im Landkreis Ravensburg nach Berechnungen der „Schwäbischen Zeitung“ wieder auf 49,8 und liegt damit nur noch knapp unter der 50er-Grenze zum Risikogebiet, in dem nächtliche Ausgangsbeschränkungen verfügt werden müssten.

Der Sprung nach oben ist dadurch zu erklären, dass es am Freitag vergangener Woche nur zehn neue Fälle gegeben hatte. Das Landratsamt selbst gibt mit 37,5 noch einen veralteten Wert von Donnerstag, 16 Uhr, an.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ 9113 Corona-Neuinfektionen und 508 neue Todesfälle gemeldet

(20.33 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9113 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 508 weitere Todesfälle verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Freitag hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Am Freitag vergangener Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9860 Neuinfektionen und 556 neue Todesfälle verzeichnet. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden, er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 56,8 - und damit geringfügig niedriger als am Vortag (57,1). Schon in den Tagen zuvor hatte es keinen deutlichen Rückgang der Inzidenz mehr gegeben. Vor vier Wochen, am 21. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 119,0 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

++ Erneut taucht im Landkreis Lindau eine Mutation auf

(18.40 Uhr) Die Sieben-Tage-Inzidenz in Lindau liegt schon seit einiger Zeit konstant um die 50. Trotzdem sind in der vergangenen Woche leider sechs Menschen gestorben. Außerdem ist erneut eine Virusvariante im Landkreis aufgetaucht.

Dieses Mal handelt es sich um die englische Variante. „Die betroffene Person wohnt und arbeitet im Landkreis“, schreibt das Landratsamt.

Mehr dazu lesen Sie hier.

 

+++ Hier geht es zum Corona-Newsblog von Freitag. +++

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Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aktuell aus dem Dashboard RKI¹

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