Corona-Newsblog: 250.000 Schüler in BaWü sollen ab 4. Mai wieder zur Schule gehen

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

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Aktuelle Zahlen:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: 12.897 (26.630 Gesamt ⁴ - 13.733 Genesene ⁴)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 820 ⁴
  • Aktuell Infizierte Deutschland: 53.450 (130.450 Gesamt ¹ - 77.000 Genesene ¹)
  • Todesfälle Deutschland: 3569 ¹

Das Wichtigste im Überblick:

  • 13.45 Uhr: Bayern lockert Ausgangsbeschränkung minimal
  • 13.10 Uhr: 250.000 Schüler in BaWü sollen ab 4. Mai wieder zur Schule
  • 11.10 Uhr: Lindauer Kinderfest und Nabada fällt aus - Schwörfeier soll stattfinden
  • 9.35 Uhr: Milliardenschwerer Schutzschirm für Warenverkehr
  • 6.27 Uhr: Hohe Zustimmung für mehr staatliche Krisenvorsorge

Das waren die Meldungen von Donnerstag, 16. April.

20.59 Uhr - Kommentar: Fußball ist nicht Systemrelevant

Kontaktsperren bleiben aus Angst vor einer Todeswelle noch Wochen bestehen, an ein normales Leben ist nicht zu denken, die Regierung hat ein Machtwort gesprochen. Höchste Zeit also, um sich den wirklich wichtigen Fragen zuzuwenden. Zum Beispiel: Wann rollt der Ball in der Bundesliga wieder? Klingt zynisch, ist aber Realität.

Fußballer der jubelt, Kommentator
Thiago Alcantara jubelt beim Training des FC Bayern München, Sportredakteur Felix Alex hält das nicht für Systemrelevant. (Foto: SHY/Imago / SZ)

Dass die Fans gleichzeitig die Vertragsverlängerung eines Thomas Müller feiern, der weiterhin 15 Millionen Euro im Jahr verdient, ist dabei ebenso lächerlich wie der Fakt, dass sich die Bundesligisten als systemrelevant gebärden.

Den ganzen Kommentar von Sportredakteur Felix Alex lesen Sie hier.

19.17 Uhr - 26.630 Corona-Infektionen im Südwesten — 874 Tote 

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten in Baden-Württemberg ist auf mindestens 26.630 gestiegen. Das waren 580 mehr als am Vortag, wie das Gesundheitsministerium in Stuttgart am Donnerstagabend mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg auf 874. Mindestens 13.733 Menschen seien wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen, hieß es.

17.29 Uhr - Polizei schreitet bei Beerdigung mit 200 Menschen ein

Weil zu einer Beerdigung etwa 200 Menschen gekommen sind, hat die Polizei eine Trauerversammlung in Heilbronn aufgelöst. Grund seien die Beschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Die Familie des 36 Jahre alten Toten habe die Beerdigung am Mittwoch über Soziale Medien angekündigt. Weil die Abstandsregeln während der Predigt und dem gemeinsamen Gebet nicht eingehalten wurden, nahmen Polizisten die Personalien der Anwesenden auf. Die Beisetzung wurde danach im kleinen Kreis weitergeführt. 

16.43 Uhr - Reisebüros fehlt die Provision

Flugzeuge starten nicht, Schiffe bleiben in Häfen, Grenzen sind dicht: Für Reisebüros ergibt sich daraus das Problem, dass nicht nur Einnahmen wegbleiben, sondern dass sie letztlich ins Minus wirtschaften. Denn nicht nur verlieren sie durch Stornierungen ihre Provision, sie müssen hier auch aktiv für den Kunden da sein.

Die Logik ist brutal: Denn sie haben ihre Leistung schon erbracht, sie haben für die Kunden den Service bereits geleistet, sagt Jürgen Niedermaier von der Reisewelt Montfort in Tettnang. Der Lohn sei die Provision der Reiseveranstalter.

Doch wenn Kunden die Reise nicht antreten und ihr Geld zurückerstattet bekommen, bleibt von eben dieser Provision nichts übrig.

Hier lesen Sie mehr.

14.32 Uhr - Duschcontainer für Lastwagenfahrer in der Corona-Krise eröffnet

Mit Duschcontainern auf Rastplätzen soll Lastwagenfahrern in der aktuellen Corona-Krise geholfen werden. Am Donnerstag ist eine mobile Brause mit jeweils vier Duschen und Waschbecken auf einem Rastplatz an der A8 zwischen Stuttgart und Pforzheim in Betrieb genommen worden.

Nach Angaben des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) sollen bundesweit 20 bis 30 dieser Duschcontainer an wichtigen Verkehrsknotenpunkten entstehen. Die mobilen Duschen werden normalerweise bei Veranstaltungen wie Musikfestivals eingesetzt.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) lobte die Arbeit der Lastwagenfahrer. „Sie leisten einen außergewöhnlichen Dienst für unsere Gesellschaft.“ Die Container gehen auf die Initiative „Logistik Hilft“ von Bundesverkehrsministerium und Branchenvertretern zurück.

Ende März hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) angekündigt, Logistikunternehmen und Lkw-Fahrern bei ihrer Arbeit in der derzeitigen Krise unter die Arme zu greifen.

 Wenn es Abend wird auf Deutschlands Autobahnen, suchen die Lkw-Fahrer Stellplatz, Sanitäranlagen und etwas gegen den Hunger.
Wenn es Abend wird auf Deutschlands Autobahnen, suchen die Lkw-Fahrer Stellplatz, Sanitäranlagen und etwas gegen den Hunger. (Foto: Thomas Frey/DPA)

13.45 Uhr - Bayern lockert Ausgangsbeschränkung minimal

Ab kommenden Montag ist im Freien auch der Kontakt zu einer Person außerhalb des eigenen Hausstands erlaubt. Diese Änderung, mit der Bayern auf die bundesweit vorherrschende Linie einschwenkt, gab Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Kabinettssitzung am Donnerstag in München bekannt.

Zudem beschloss die Staatsregierung Stufenpläne zur langsamen Wiedereröffnung der Schulen und von Geschäften.

Nach den coronabedingten Schulschließungen soll der Betrieb dort ganz langsam wieder anlaufen: Ab dem 27. April sollen Abschlussklassen an den Gymnasien, Real- und Mittelschulen als erste wieder zurück an die Schulen dürfen, ebenso Meisterklassen.

Frühestens ab dem 11. Mai sollen an diesen Schulen die Jahrgänge folgen, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen, also etwa die derzeitigen Elftklässler an Gymnasien und die jetzigen Neuntklässler an Realschulen.

Die Wiedereröffnung kleinerer Geschäfte erlaubt Bayern, das vom Coronavirus besonders betroffen ist, mit einer Woche Verzögerung gegenüber dem am Mittwoch beschlossenen allgemeinen Bund-Länder-Fahrplan.

Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern dürfen im Freistaat ab dem 27. April wieder öffnen.

In Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr sollen Menschen in Bayern Schutzmasken über Mund und Nase tragen. Sollte das nicht ausreichen, „erwägen wir dann auch eine Maskenpflicht“, sagte Söder.

Coronavirus - Bayern
Der chinesische Turm ragt im menschenleeren Biergarten im Englischen Garten in München in die Höhe. Zumindest leicht will die Staatsregierung die strengen Regeln zur Kontaktbeschränkung lockern. (Foto: Peter Kneffel)

13.19 Uhr - Strenge Auflagen für öffnende Geschäfte in BaWü

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) will ein Konzept erarbeiten, wie Geschäfte wieder öffnen können, ohne dass sich das Virus weiter verbreitet. Spätestens am komnenden Montag (20.4.) sollen Ladenbesitzer wissen, unter welchen Auflagen sie ihr Geschäft wieder öffnen dürfen.

Dennoch wünsche sich Hoffmeister-Kraut ein bundesweites Hygienekonzept für die Händler, sagte die Ministerin in Stuttgart nach einer Sondersitzung des Kabinetts.

"Den Friseuren wurde mit dem Öffnungstermin am 4. Mai bereits eine konkrete Perspektive gegeben", sagte Hoffmeister-Kraut. Bis dahin soll ein strenges Hygienekonzept für die Salons stehen.

Aus unserer Sicht sind wir an die Grenzen des Möglichen gegangen. 

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne)

Besitzer von größeren Ladengeschäften, Hotels und Gastronome waren teilweise von den Lockerungen enttäuscht. Für sie ändert sich erstmal nichts. "Aus unserer Sicht sind wir an die Grenzen des Möglichen gegangen", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. In der nächsten Sitzung in 14 Tagen sollen die Maßnahmen und Lockerungen neu bewertet werdnen.

Pk «Starke Frauen in starken Unternehmen»
Die von der Landesregierung angeordnete Schließung trifft die Friseursalons hart. (Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa)

13.10 Uhr - 250.000 Schüler sollen ab 4. Mai wieder zur Schule gehen

Etwa 250.000 Schüler sollen am 4. Mai in Baden-Württemberg wieder zur Schule gehen. Das sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) in Stuttgart nach einer Sondersitzung des Kabinetts.

Die Prüfungen sollen wie bereits angekündigt am 18. Mai beginnen. Das sei eine angemessene Zeit zur Vorbereitung.

Die Schulgebäude sollen so genutzt werden, dass die Schüler während des Unterrichts genug Abstand halten können. Lehrer, die zu Risikogruppen gehören, das seien etwa ein Viertel, sollen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Genauso könnten Schüler, die ein erhöhtes Risiko haben, vom Unterricht fernbleiben.

In ganz Deutschland lernen Kinder im Moment zu Hause statt in der Schule. Auch in der Region.
In ganz Deutschland lernen Kinder im Moment zu Hause statt in der Schule. Auch in der Region. (Foto: Symbol: Jean-Matthieu Gautier/DPA)

Ein normaler Unterricht, wie ihn die Schüler bisher kannten, sei nicht in Sicht. Der Transport mit Schulbussen müsse überdacht werden, genauso seien versetzte Pausenzeiten denkbar.

Eisenmann kündigte außerdem eine Ausweitung der Notfallbetreuung wegen der Corona-Krise an. Die Betreuung, die bisher für Schüler bis zur sechsten Klasse gilt, soll künftig auch für Siebtklässler zur Verfügung stehen.

Wer durch die Lockerungen wieder arbeiten gehen kann und Präsenzpflicht habe, könne in Zukunft auch seine Kinder in die Betreuung geben. "Aber wir können das leider nicht für alle anbieten. Es gilt immer noch Kontaktsperre. Es steht alles im Fokus der Gesundheitsschutzes", sagte Eisenmann.

Bislang dürfen Eltern mit Berufen in Schlüsselbereichen wie Medizin oder Polizei ihre Kinder in eine Notfallbetreuung geben.

12.44 Uhr - Lockerungen der Corona-Maßnahmen in BaWü

Bund und Länder haben sich gestern auf erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen geeinigt. Jetzt hat das Kabinett in einer Sondersitzung über die Umsetzung in Baden-Württemberg beraten.

Ab dem 20. April sollen mittlere und kleine Ladengeschäfte bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche wieder öffnen dürfen. Allerdings nur, wenn bis dahin die hygienischen Vorschriften für diese Geschäfte feststehen. Sonst würde das Datum um ein paar Tage nach hinter verschoben, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in Stuttgart.

Fahrradhändler, Buchhandlungen und Autohändler können unabhängig von ihrer Verkaufsfläche wieder öffnen. Ab dem 4. Mai dürfen in Baden-Württemberg erstmal die Schüler wieder zur Schule, denen dieses oder nächstes Jahr eine Abschlussprüfung bevorsteht. Kitas bleiben weiterhin geschlossen.

Mit allergrößten Bauchschmerzen haben wir das gemacht. 

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne)

Das Verbot von Gottesdiensten und religiösen Treffen besteht zwar weiterhin, sie sollen aber schnellstmöglich mit strengen Hygienemaßnahmen wieder möglich werden. "Mit allergrößten Bauchschmerzen haben wir das gemacht", sagte Kretschmann zu dem Eingriff in die Religionsfreiheit.

"Bisher konnten wir eine Überbelastung der Krankenhäuser verhindern. Das ist ein erster Erfolg in der Bekämpfung der Epidemie" , sagt Kretschmann. Das sei der Grund, warum erste Lockerungen möglich sind. Weil dieser Zustand aber dennoch fragil sei, könnten die Maßnahmen nur schrittweise zurückgenommen werden.

Freitagabend soll die neue Verordnung für Baden-Württemberg veröffentlicht werden. In 14 Tagen soll die nächste Sitzung stattfinden, um die Maßnahmen weiter anzupassen.

11.57 Uhr - Telemedizin wird im Kreis Tuttlingen trotz Corona kaum genutzt

Die medizinische Versorgung durch Hausärzte ist im Landkreis Tuttlingen ein Problem. Laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) sind bereits 20 Stellen nicht besetzt. Tendenz steigend.

Abhilfe soll unter anderem die Telemedizin schaffen. Also Diagnosen und Fernbehandlung über digitale Kommunikationsmittel, wie Bildtelefonate. Dies wird von den Bürgern aber bisher kaum genutzt. 

Die Leute müssen es nur annehmen. 

Bernd Mager, Dezernent für Soziales und Arbeit

Gerade für ältere Menschen sei es derzeit sinnvoll, so wenig Kontakt zu fremden Menschen zu haben, wie möglich. Die Ausbreitung des Coronavirus zeige, wieviel Potenzial in der Telemedizin stecke, sagt Bernd Mager, Dezernent für Soziales und Arbeit beim Landkreis Tuttlingen.

„Das ist ein hochinnovativer Ansatz. Die Leute müssen es nur annehmen." Hier lesen Sie mehr.

Über Chatprogramme oder Videotelefonie könnten Arzt und Patient miteinander reden.
Über Chatprogramme oder Videotelefonie könnten Arzt und Patient miteinander reden. (Foto: David Ebener/DPA)

11.10 Uhr - Lindauer Kinderfest und Nabada fällt aus - Schwörfeier soll stattfinden

Jetzt ist die traurige Nachricht für alle Lindauerinnen und Lindauer offiziell: Das Kinderfest 2020 fällt aus. „Wir hatten bis zuletzt gehofft, es könne vielleicht stattfinden. Umso trauriger macht uns jetzt die Absage", sagt Birgit Russ, Kinderfest-Koordinatorin und 1. Vorsitzende des Kinderfest-Hauptausschusses.

Warum das Fest nicht verschoben wird - Hier lesen Sie mehr.

Menschenmasse auf der Donau
Bilder wie diese von 2019 wird es in diesem Jahr vom Nabada auf der Donau am Schwörmontag in Ulm nicht geben. (Foto: dpa / Stefan Puchner)

Das Verbot von Großveranstaltungen trifft auch Ulm und Neu-Ulm: Der Schwörmontag wird wohl nur in deutlich abgespeckter Form gefeiert, in Neu-Ulm stehen Kultur auf der Straße, der Kunsthandwerkermarkt und das Stadtfest komplett auf der Kippe.

Das Nabada wird aller Wahrscheinlichkeit nach dem Infektionsschutz zum Opfer fallen – Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern waren bereits im März verboten worden.

Die Schwörfeier mit der Schwörrede soll aber trotzdem stattfinden. Warum? Hier lesen Sie mehr.

Auch die Festivals „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ sind wegen Corona abgesagt. Sie sollten Anfang Juni stattfinden. Das teilte der Veranstalter Live Nation in Frankfurt mit.

10.37 Uhr - Abiturprüfungen in Berlin beginnen am Montag

In Berlin sollen die Abiturprüfungen auch angesichts der neuen Corona-Regelungen wie geplant ab Montag stattfinden. Es gehe darum, „dass auch unsere Berliner Jugendlichen in ganz Deutschland an den Hochschulen studieren können“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres im Rundfunk Berlin-Brandenburg.

Bereits am 27. April sollen dann auch Zehntklässler wieder unterrichtet werden. In dem schrittweisen Hochfahren des Unterrichts soll dann am 4. Mai der Unterricht der Sechstklässler wieder beginnen.

10.12 Uhr - Wacken-Open-Air fällt aus

Das Heavy-Metal-Festival im schleswig-holsteinischen Wacken wird in diesem Sommer wegen der Corona-Auflagen nicht stattfinden.

„Wir stehen vor einer Situation, wie wir sie in 30 Jahren noch nicht erlebt haben, denn wir müssen schweren Herzens mitteilen, dass es in diesem Jahr leider kein Wacken Open Air geben wird“, sagte Festival-Mitbegründer Holger Hübner. Grund ist die von Bund und Schleswig-Holstein geplante Absage von Großveranstaltungen bis zum 31. August.

Des Festival sollte ursprünglich vom 30. Juli bis 1. August 2020 stattfinden.

Hier lesen Sie mehr.

9.35 Uhr - Milliardenschwerer Schutzschirm für Warenverkehr

Die Bundesregierung spannt in der Corona-Krise einen weiteren milliardenschweren Schutzschirm, um den Warenverkehr und Lieferketten abzusichern. Wie das Wirtschafts- und das Finanzministerium mitteilten, geht es um ein Volumen von 30 Milliarden Euro. Ziel sei es, Lieferantenkredite deutscher Unternehmen zu sichern.

Der Bund übernimmt demnach für das Jahr 2020 eine Garantie für Entschädigungszahlungen der Kreditversicherer von bis zu 30 Milliarden Euro. Die Kreditversicherer beteiligten sich substanziell.

„Für viele Unternehmen ist diese Krise bedrohlich, weil sie keine Aufträge mehr erhalten“ sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). „Und wenn noch Aufträge da sind, ist ungewiss, ob der Kunde am Ende zahlen kann. Deshalb sorgen wir mit einem Schutzschirm in Höhe von 30 Milliarden Euro dafür, dass Kreditversicherer weiter für etwaige Zahlungsausfälle einstehen und tragen dazu bei, die Lieferketten in Deutschland und weltweit aufrechtzuerhalten.“

8.44 Uhr - "Kinder können gestärkt aus Krise hervorgehen"

Schulen und Kitas bleiben weiter zu. Viele Kinder leiden unter der sozialen Isolation. Manche weinen, andere haben Schlafprobleme oder Kopfschmerzen. Auch das Verhalten kann sich deutlich ändern. Doch laut der Bochumer Professorin für Kinder- und Jugendpsychotherapie, Silvia Schneider, kann die derzeitige Situation auch einen Nutzen für die Entwicklung haben: „Kinder können gestärkt aus der Krise hervorgehen.“

Viele Eltern berichten derzeit, dass ihre Kinder stark unter der sozialen Isolation leiden. „Kinder reagieren ganz unterschiedlich auf die Krise, die auch für sie Stress bedeutet“, sagt der Berliner Psychologe Thilo Hartmann. Die Kinder können demnach neben Schlafproblemen auch mit Kopfweh, Bauchschmerzen, Schwindel und Erschöpfung reagieren. „Auf der Verhaltensebene ist es möglich, dass Kinder sich zurückziehen, aggressiver auftreten oder auch ein verstärktes Kuschelbedürfnis haben.“

Ein Leben ohne Krisen ist unnormal und das ist auch nicht gut für Kinder. 

Professorin für Kinder- und Jugendpsychotherapie, Silvia Schneider

Viele Eltern neigen laut Schneider zum Versuch, Kinder von Krisen fernzuhalten. Doch aus der Forschung wisse man: Kinder müssen Krisen auch kennenlernen. „Und sie müssen vor allem lernen, wie sie mit Krisen umgehen.“ Der Alltag bestehe aus Krisen und unser Leben sei eine ständige Problembewältigung. „Ein Leben ohne Krisen ist unnormal und das ist auch nicht gut für Kinder.“

Kinder malen Regenbogen - gegen Corona
Dem Nachwuchs Abwechslung zu bieten und dessen Kreativität zu fördern, heißt es in der Corona-Krise im Familienalltag. (Foto: Oliver Dietze)

8.07 Uhr - So erleben Lkw-Fahrer die Corona-Krise

„Das momentan größte Problem bei unseren Lkw-Fahrern ist, dass sie bei ganz vielen Industrie- und Handelsfirmen, wo sie Waren anliefern und abholen, nicht mehr die Sanitäranlagen benutzen, ja sich nicht einmal mehr die Hände waschen dürfen. Manche Firmen stellen stattdessen ein Dixi-Klo hin. Wie das nach 20 oder 30 Benutzungen aussieht, wenn es nicht sauber gemacht wird, kann man sich vorstellen.

Einzelne meinen es besonders gut und stellen neben das Dixi-Klo einen Tisch mit Keksen und Kaffeekanne, wo jeder hinfassen kann – so hatten es sich die Virologen vermutlich nicht vorgestellt. Um es klar zu sagen: Viele Lkw-Fahrer fühlen sich wie Aussätzige behandelt.“ Das sagt Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL).

Lkw-Fahrer werden zur Zeit stärker und anders gefordert als sonst. Nicht nur, weil ihr einsamer Beruf noch einsamer wird, sich ihr Leben unterwegs noch mehr auf die zwei, zweieinhalb Meter Höhe, Breite und Tiefe der Fahrerkabine beschränkt.

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7. 13 Uhr - Hochzeit in Gefahr, wie Brautpaare aus der Region damit umgehen

Wegen der Pandemie werden viele Veranstaltungen abgesagt. Auch Hochzeitsfeiern und Trauungen sind davon betroffen. Drei Paare aus der Region erzählen hier von Enttäuschungen und neuen Plänen.

Verunsicherung und Planungsunmöglichkeit durch die Corona-Krise betreffen nicht nur zahlreiche Unternehmen sondern auch die Liebe. Weil Veranstaltungen bis auf weiteres untersagt sind, fallen Hochzeitsfeste erst einmal ins Wasser.

6.27 Uhr - Hohe Zustimmung für mehr staatliche Krisenvorsorge

Angesichts der Corona-Epidemie befürwortet laut einer Umfrage eine große Mehrheit der Bundesbürger eine stärkere staatliche Krisenvorsorge.

Ausreichende Vorsorge etwa für Atemmasken und Schutzkleidung für Ärzte und Pflegepersonal finden 78 Prozent ganz besonders wichtig und 20 Prozent wichtig, wie die Befragung im Auftrag des Beamtenbunds dbb ergab. Deutlich mehr Pflegekräfte halten 68 Prozent für besonders wichtig und 29 Prozent für wichtig. Etwa ebenso viele befürworten auch eine bessere Bezahlung. Umfassende Informationen der Bevölkerung, was bei Epidemien oder Katastrophen zu tun ist, sind 65 Prozent besonders wichtig und 31 Prozent wichtig.

Das war am Mittwoch wichtig:

22.29 Uhr - Es hilft nur nüchterne Analyse

Chefredakteur Hendrik Groth kommentiert die Beschlüsse, auf die sich Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten geeinigt haben.

 21.25 Uhr - Biberacher Schützenfest und Laupheimer Heimatfest fallen wohl aus, vermutlich auch Seehasenfest und Kulturufer in Friedrichshafen, ebenso das Rutenfest

Noch fehlt zwar der offizielle Beschluss der Plenarversammlung der Schützendirektion, aber nach den politischen Entscheidungen in Berlin und Stuttgart scheint seit Mittwochabend klar: ein Biberacher Schützenfest 2020 in seiner gewohnten Form wird es im Juli 2020 nicht geben - erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Auch das Laupheimer Kinder- und Heimatfest wird nicht stattfinden. Den ganzen Artikel dazu lesen Sie hier.

Das Biberacher Schützenfest, hier 2018, wird vermutlich 2020 ausfallen.
Das Biberacher Schützenfest, hier 2018, wird vermutlich 2020 ausfallen. (Foto: Lisa Schlegel)

Nach der Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel einigten sich die Teilnehmer nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auf das prinzipielle Verbot von Großveranstaltungen, Konzerten, Schützenfesten und ähnlichen Veranstaltungen bis zum 31. August. 

Das würde auch das Häfler Seehasenfest und das Kulturufer betreffen.

Das Ravensburger Rutenfest, das vom 24. bis 28. Juli stattfinden sollte, kann der neuen Beschlüsse zufolge ebenfalls nicht stattfinden.

Und die Ipfmesse in Bopfingen, die ist ebenso betroffen. Dazu lesen Sie alles weitere hier.

+++ Hier geht es zum Blog vom Donnerstag, 15. April +++

Ausgewählte Artikel zum Virus und seinen Folgen:

Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aus folgenden Quellen:

RKI¹, Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO⁵

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