Corona-Lage: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Sonntag

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

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Aktuelle Zahlen des RKI¹ und Sozialministerium:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 3.545 (33.287 Gesamt - ca. 28.200 Genesene - 1.542 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1.542
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 17.423 (169.218 Gesamt - ca. 144.400 Genesene - 7395 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 7395

Das Wichtigste des Tages:

  • Reproduktionszahl steigt wieder auf 1,1 (7 Uhr) 
  • Kaum Neuinfektionen übers Wochenende im Landkreis Tuttlingen (18.43 Uhr)
  • Reisebranche fürchtet Kollaps und Massenarbeitslosigkeit (16.37 Uhr)
  • Ausnahmeregelung am Muttertag: Grenze auf für Kinder und Mütter (10.51 Uhr)
  • Boris Palmer lehnt FDP-Aufnahmeangebot ab (15.33 Uhr)
  • Familienministerin hält Regelbetrieb in Kindertagesstätten ab Sommer für möglich (7.16 Uhr)

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

20.55 Uhr - Mehr als 169.800 Corona-Nachweise in Deutschland

Bundesweit sind bis zum Sonntagabend über 169.800 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 169.300 Infektionen).

Mindestens 7443 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7434). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Abend bei 1,13 (Datenstand 10.5. 0 Uhr). Das bedeutet, dass dass ein Infizierter im Schnitt etwas mehr als eine andere Person ansteckt. Der Wert ist damit erneut leicht gestiegen (Vortag 1,10) und liegt weiterhin über der vom RKI als kritisch eingestuften Marke von 1,0. Das Institut hat immer wieder betont, die Reproduktionszahl müsse unter 1 liegen, um die Pandemie abflauen zu lassen. Am Donnerstag gab das RKI den Wert noch mit 0,71 an, am Mittwoch mit 0,65. Die Reproduktionszahl ist mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 144.400 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 44.600 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2167 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 34.900 Fällen und mindestens 1424 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.200 bestätigten Fällen und mindestens 1542 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 341,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 204,3. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

19.40 Uhr - Theater leiden unter ihrer schwersten Krise

Die Theater sind geschlossen - und werden zunächst nicht mehr aufmachen. Das Theater Ulm hat die laufende Saison abgesagt. Konstanz will Freilichttheater machen. Doch die Privattheater trifft es noch härter. Ein Blick auf eine Branche, die die schwerste Krie ihrer Geschichte durchlebt.

18.43 Uhr - Kaum Neuinfektionen übers Wochenende im Landkreis Tuttlingen 

Die Zahl der neu am Coronavirus erkrankten Personen im Landkreis Tuttlingen ist laut Angaben des Landratsamtes übers Wochenende kaum gestiegen. „Es gibt vier neue Corona-Fälle seit Freitag“, teilt Landratsamt-Pressesprecherin Julia Hager am Sonntag auf Nachfrage mit.

Zwei der Infizierten seien aus Aldingen, je eine Person aus Emmingen-Liptingen und Spaichingen, so Hager weiter. Den vier positiven Covid-Testergebnissen stehen am Wochenende auch einige negative Tests gegenüber. Über die genaue Zahl will Hager im Laufe des Montags informieren.

Derzeit gebe es im Landkreis 85 bestätigte Corona-Erkrankungen. 74 Personen befinden sich laut Hager in häuslicher Quarantäne, elf Patienten werden in der Klinik behandelt. 393 Erkrankte der insgesamt 495 bestätigten Fälle im Kreis seien inzwischen wieder genesen, so die Landratsamt-Pressesprecherin.

17.36 Uhr - Rosenheim wieder über Referenzzahl von 50 Neuerkrankungen

In der Stadt Rosenheim ist in der Corona-Pandemie erneut die Marke von 50 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner binnen der vergangenen sieben Tage überschritten worden. Der Wert habe am Sonntag bei 50,5 gelegen, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Sonntag in Erlangen mit.

Die Stadt Rosenheim hatte bereits am 7. Mai die Grenze von 50 Neuerkrankungen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner gerissen. Damals lag der Wert bei 52,7. Die aktuell erneut gestiegenen Fallzahlen seien durch eine Reihentestung in einer Asylbewerberunterkunft zu erklären, teilte das Landesamt mit.

In den Nachbarregionen, dem Landkreis Rosenheim und dem Landkreis Traunstein sind die Kennziffern mit 29,5 und 37,8 ebenfalls vergleichsweise hoch. Im Fall Traunstein liege das an erhöhten Fallzahlen in Pflegeheimen.

In diesem Landkreis sei eine lokale Allgemeinverfügung mit Besuchsverbot für Krankenhäuser, Altenheime und Asylunterkünften bis zum 15. Mai erlassen worden. Das Landesamt wolle künftig eine Frühwarngrenze bei 35 Fällen pro 100 000 Einwohnern einziehen, um die betroffenen Kommunen warnen zu können und dort rechtzeitig Maßnahmen einzuleiten.

16.37 Uhr - Reisebranche fürchtet Kollaps und Massenarbeitslosigkeit

Für konkrete Zahlen sei es wegen der aufgeschobenen Anmeldefrist für Insolvenzen noch zu früh, sagte der Präsident des Branchenverbandes BTW, Michael Frenzel, der „Welt am Sonntag“. „Aber wir haben Umfragen unter den knapp 11.000 Reisebüros und rund 2300 Veranstaltern gemacht. Danach sehen sich zwei Drittel der Unternehmen kurz- bis mittelfristig von Insolvenz bedroht.“

Nach Schätzung des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) sind in der Gesamtbranche inklusive des Gastgewerbes bis zu einer Million Menschen von Arbeitslosigkeit bedroht. „Rund 70 Prozent erhalten jetzt schon Kurzarbeitergeld“, sagte Frenzel.

Die wirtschaftliche Lage der Branche habe sich katastrophal verschärft. „Nicht nur verlieren wir fast elf Milliarden Euro Umsatz bis Mitte Juni. Verschärfend kommt dazu, dass weitere drei bis vier Milliarden Euro Rückerstattungsansprüche von Kunden geltend gemacht werden“, sagte Frenzel. „Wir dürfen den drohenden Kollaps der Branche nicht hinnehmen.“ Er wies darauf hin, dass die Tourismusindustrie in Deutschland für drei Millionen Arbeitsplätze und vier Prozent der Wirtschaftsleistung stehe. „Damit stehen wir von der Bedeutung her auf Augenhöhe mit der Autoindustrie und den Maschinenbauern.“

15.33 Uhr - Boris Palmer lehnt FDP-Aufnahmeangebot ab

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) will trotz des Streites mit der eigenen Partei nicht zu den Liberalen wechseln. Ein entsprechendes Angebot des baden-württembergischen FDP-Landesvorsitzenden Michael Theurer lehnte er am Sonntag ab. „Als Ökologe kann man unmöglich Mitglied der FDP werden. Da hätte ich jeden Tag Streit in der Sache und nicht nur um Worte“, teilte Palmer der Deutschen Presse-Agentur mit.

Der Vorstand der Südwest-Grünen hatte den Tübinger Oberbürgermeister am Freitagabend zum Parteiaustritt aufgefordert. Palmer fällt seit Jahren mit provokanten Äußerungen auf. Zuletzt sorgte er mit seiner Wortwahl zum Umgang mit älteren Corona-Patienten für Empörung.

FDP-Politiker Theurer hatte der „Bild am Sonntag“ gesagt: „Bei uns in der FDP Baden-Württemberg ist Boris Palmer herzlich willkommen. Wir sind eine Heimat für kritische Köpfe. Wir halten das aus, wir kämpfen für Meinungsfreiheit.“ Palmer sagte zu Theurer: „Sein Einsatz für offene Debatten freut mich.“

14.30 Uhr - Erneute Demo für Grundrechte in Wangen – Doch einiges war anders 

Erneut hat es am Samstag in Wangen eine Demonstration gegen die „Einschränkung der Grundrechte“ gegeben. Sie hatte allerdings einen etwas anderen und gemäßigteren Charakter als die erste Veranstaltung dieser Art eine Woche zuvor.

Dieses Mal war nicht der Marktplatz Kundgebungsort, sondern der Parkplatz am Milchpilz. Kritik gab es auch – von Fridays-for-Future-Sprecherin Rosina Kaltenhauser.

Mit einer vierköpfigen Gruppe um die Wangenerin Sabine Henn gab es andere Organisatoren – und auch der rhetorische Zungenschlag der Wortbeiträge unterschied sich zur Vorwoche. Die Gruppierung distanzierte sich am Ende der Veranstaltung im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ vom Veranstalter der vergangenen Woche. Sie wollte bewusst eine eigene Kundgebung. Mehr lesen Sie hier.

13.04 Uhr - Tausende demonstrieren gegen Corona-Einschränkungen

Einem erneuten Demonstrationsaufruf gegen die Coronavirus-Beschränkungen sind am Samstag in Stuttgart mehrere Tausend Menschen gefolgt. Auf dem Demonstrationsgelände habe es einen regen Zustrom an Menschen gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Es sei ziemlich voll geworden. Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstrationsteilnehmer auf rund 5000. Die Beamten achteten auf die Einhaltung des Infektionsschutzes und des geforderten Abstands. Größere Probleme habe es nicht gegeben. Die Vorgaben seien meist eingehalten worden, es sei friedlich geblieben.

Protestaktionen gab es auch in anderen Städten im Südwesten. In Ravensburg kamen nach Angaben der Polizei am Samstag 1500 Menschen zusammen, um gegen staatliche Corona-Verordnungen zu demonstrieren. In Salem (Bodenseekreis) zählte die Polizei bei einer ähnlichen Aktion rund 600, in Wangen im Allgäu (Kreis Ravensburg) rund 300 Menschen. Bereits am Freitagabend hatten laut Polizei rund 100 Menschen in Leutkirch (Kreis Ravensburg) demonstriert. Alle Aktionen seien friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher.

Hinter dem Protest steht die Initiative „Querdenken“ von Ballweg. Seine regelmäßigen Demos erhielten zuletzt deutlich Zulauf. Bundesweit finden ähnliche Demos statt. Kritiker befürchten eine Vereinnahmung durch Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten.

In München demonstrierten rund 3000 Menschen auf dem Marienplatz. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) übte scharfe Kritik an den Pro-Grundrecht-Demonstranten: „Grundsätzlich habe ich Verständnis dafür, dass die Menschen sich durch die getroffenen Maßnahmen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt fühlen und baldmöglichst wieder zu einer gewissen Normalität zurückkehren möchten“, sagte Reiter am Sonntag. „Gar kein Verständnis habe ich für Aktionen oder Demonstrationen, die durch fehlende Distanz und Mund/Nasenschutz jede positive Entwicklung des Infektionsgeschehens konterkarieren und weitere Lockerungen eher gefährden als ermöglichen.“

Reiter bezeichnete es als „absolut unerträglich“, dass politisch extrem rechte Gruppierungen versuchten, die Stimmung auszunutzen, um ihre demokratiefeindliche Hetze zu verbreiten. Er forderte seine Mitbürger zu Gelassenheit auf. „Halten Sie sich an die leider noch notwendigen Vorgaben und helfen Sie dadurch mit, dass wir alle zusammen gesund durch diese Krise kommen“, betonte Reiter.

12.30 Uhr - Katholiken entsetzt über Verschwörungstheorien unter Geistlichen

Die katholische Laienbewegung „Wir sind Kirche“ hat ein Schreiben von mehreren Geistlichen kritisiert, in dem Verschwörungstheorien zur Corona-Pandemie unterstützt werden. Die Kirchenvolksbewegung sei entsetzt darüber, wie verantwortungslos bekannte Kirchenmänner wie der ehemalige Regensburger Bischof und frühere Präfekt der Glaubenskongregation, Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller, sich zu Handlangern von Verschwörungstheoretikern machen ließen.

Das Schreiben hatte der frühere Vatikan-Botschafter in den USA und erklärte Gegner von Papst Franziskus, Erzbischof Carlo Maria Vigano initiiert. Die Papst-Gegner machten sich lächerlich und könnten nicht mehr ernst genommen werden, erklärte „Wir sind Kirche“ weiter.

In dem Schreiben mit dem Titel „Ein Aufruf für die Kirche und für die Welt — an Katholiken und alle Menschen guten Willens“ werden die Corona-Maßnahmen scharf kritisiert. „Es sind Tatsachen, dass unter dem Vorwand der Covid-19-Epidemie in vielen Fällen unveräußerliche Rechte der Bürger verletzt und ihre Grundfreiheiten unverhältnismäßig und ungerechtfertigt eingeschränkt wurden, einschließlich des Rechts auf Religionsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Freizügigkeit“, heißt es unter anderem. Und weiter: Man habe Grund zu der Annahme, „dass es Kräfte gibt, die daran interessiert sind, in der Bevölkerung Panik zu erzeugen“. Auf diese Weise wollten sie dauerhaft „Formen inakzeptabler Freiheitsbegrenzung und der damit verbundenen Kontrolle über Personen und der Verfolgung all ihrer Bewegungen“ durchsetzen. „Diese illiberalen Steuerungsversuche sind der beunruhigende Auftakt zur Schaffung einer Weltregierung, die sich jeder Kontrolle entzieht.“

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hatte bereits betont, dass sich die Bewertung Corona-Pandemie durch die Bischofskonferenz "grundlegend von dem gestern veröffentlichten Aufruf" unterscheide.

12.23 Uhr - Mehr als 200 Infizierte unter Mitarbeitern der Fleischfabrik

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Fleischfabrik in Coesfeld ist die Zahl der positiv auf das Virus getesteten Arbeiter bis Sonntagmittag auf 205 gestiegen. Nach Angaben des Kreises lag knapp die Hälfte der Ergebnisse von bisher rund 950 Corona-Tests vor. Erneut seien am Sonntag Teams des Gesundheitsamtes vor Ort, um die Arbeiter des betroffenen Betriebes der Firma Westfleisch in ihren verstreut im Kreis Coesfeld liegenden Unterkünften zu testen und über die Quarantäne zu belehren, sagte ein Sprecher. Dabei unterstützten sie Dolmetscher. Die Arbeiter würden „engmaschig betreut“. Insgesamt hat der betroffene Betrieb rund 1200 Beschäftigte.

Die Arbeiter sind nach Angaben von Westfleisch mehrheitlich in Wohnungen mit drei, vier oder fünf Personen untergebracht. Viele Arbeiter in der Fleischbranche kommen aus Osteuropa. 

11.35 Uhr - Wieder Gottesdienste in den Kirchen im Südwesten 

Nach knapp acht Wochen Zwangspause wegen des Coronavirus haben die Kirchen im Südwesten erstmals wieder gemeinsame Gottesdienste mit Gläubigen in den Gotteshäusern gefeiert. Bei den Sonntagsgottesdiensten galten Hygiene- und Abstandsregeln. Dies habe gut funktioniert, sagte ein Sprecher des Erzbistums Freiburg. Im Freiburger Münster nahmen am Sonntagmorgen knapp 100 Gläubige an der ersten Eucharistiefeier seit Mitte März teil. Es war eine der ersten christlichen Feiern im Land, seit Corona-Regeln gelockert und Gottesdienste wieder erlaubt wurden.

Auch in anderen Kirchengemeinden wurden erstmals wieder Gottesdienste gemeinsam mit Gläubigen gefeiert. Laut den Vorgaben des Landes müssen die Besucherzahlen begrenzt werden. Zudem muss in den Gotteshäusern ein Mindestabstand eingehalten werden. Auf gemeinsames Singen soll wegen der Corona-Infektionsgefahr zunächst verzichtet werden. Das Tragen von Schutzmasken wird von den Kirchen empfohlen, ist aber nicht Pflicht. Der Empfang der heiligen Kommunion, wie am Sonntag in Freiburg, wird den Gottesdienstbesuchern möglich gemacht. Besucher mussten sich am Eingang der Kirche die Hände desinfizieren.

Während der Corona-Krise hatten viele Kirchen Gottesdienste über das Internet übertragen. Einige Gemeinden wollen dies zunächst fortsetzen. Dieses Angebot richte sich vor allem an Menschen, die nicht in die Kirche kommen können oder aus Angst vor dem Coronavirus noch nicht wollen, sagte ein Sprecher des Erzbistums Freiburg.

Mehrere Kirchengemeinden wollen mit dem Neustart von Gottesdiensten mit Gläubigen noch etwas warten, teilten die katholische Diözese Rottenburg-Stuttgart sowie die beiden evangelischen Landeskirchen Baden und Württemberg mit. Auf größere christliche Feiern müssen die Kirchen wegen Corona vorerst verzichten. Dies gelte unter anderem für Erstkommunionsfeiern und Gottesdienste zur Firmung. 

Viele Gottesdienste werden derzeit ins Netz übertragen - hier ein Symbolfoto.
Viele Gottesdienste werden derzeit ins Netz übertragen - hier ein Symbolfoto. (Foto: Mario Hösel via www.imago-images.de)

10.51 Uhr - Grenzöffnung für Mütter und Kinder aus dem Ausland am Muttertag

Um Besuche am Muttertag zu ermöglichen, sind die wegen der Corona-Pandemie verhängten strengen Regeln an den Grenzen für einen Tag etwas gelockert worden. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) stimmt einer entsprechenden Entscheidung der Bundespolizei zu. Der Besuch der eigenen, in Deutschland lebenden Mutter, werde an diesem Sonntag als „triftiger Einreisegrund anerkannt“, teilte die Bundespolizei mit. Allerdings müssten die bei der Einreisekontrolle dazu gemachten Angaben „glaubhaft und überprüfbar“ sein. Die an der Grenze eingesetzten Beamten seien informiert und „werden als Geschenk für die entsprechenden Mütter Mund-Nasen-Schutz-Masken vor Ort ausgeben“, erklärte ein Sprecher.

Die Bundespolizei teilte auf Nachfrage mit, Voraussetzung für die Ausnahmegenehmigung zum Muttertag sei, dass die Rückreise noch am selben Tag erfolge. Ebenfalls gestattet sei an diesem Sonntag der Besuch einer im Ausland lebenden Mutter ohne deutsche Staatsangehörigkeit, die am Muttertag ihre in Deutschland lebenden Kinder besuchen wolle.

 Abstand halten: Der Doppelzaun an der Kunstgrenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen ist zum unbeliebten Symbol der Grenzschließ
Abstand halten: Der Doppelzaun an der Kunstgrenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen ist zum unbeliebten Symbol der Grenzschließungen in der Region geworden. (Foto: Felix Kästle / dpa)

10.40 Uhr - Infektionsrate steigt nach Corona-Ausbruch in Fleischfabrik weiter

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Fleischfabrik in Coesfeld liegt die Zahl der Neuinfektionen in dem Kreis weiterhin deutlich über der vereinbarten Obergrenze. Laut einer Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag lag der Wert bei rund 85 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche, am Samstag hatte dieser Durchschnittswert noch 76 betragen. Das RKI weist aber darauf hin, dass es unter anderem durch einen Verzug bei Datenübermittlungen zu Diskrepanzen zwischen seinen Angaben und den tatsächlichen lokalen Zahlen kommen kann.

Der Kreis Coesfeld hat in Abstimmung mit der NRW-Landesregierung als Konsequenz bereits einen Großteil der eigentlich von Montag an landesweit geplanten Lockerungen der Corona-Auflagen um eine Woche verschoben. Von 1200 Beschäftigten des betroffenen Fleischbetriebes waren bis Samstagabend 930 getestet worden. Die Zahl der festgestellten positiven Corona-Fälle stieg auf mehr als 190.

09.45 Uhr - Bundesfinanzminister Scholz will höhere Steuern für Reiche

Angesichts der Milliardenlasten durch die Corona-Kkrise pocht Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) auf höhere Steuern für besonders vermögende Bürger. Die Bürger, die „sehr, sehr viel verdienen, sollten einen etwas höheren Beitrag leisten“, sagte Scholz dem „Tagesspiegel am Sonntag“ aus Berlin. „Das bleibt unser Ziel und das wird ganz sicher auch in unserem nächsten Wahlprogramm stehen“.

Der Vizekanzler verwies in dem Zusammenhang als Richtschnur auf das Wahlprogramm 2017, in dem die SPD einen Spitzensteuersatz von 45 Prozent und die Einführung einer Reichensteuer gefordert hatte. Diese Steuer in Höhe von drei Prozent auf den Spitzensteuersatz sollte ab einem zu versteuernden Einkommen für Ledige von 250.000 Euro gezahlt werden.

Auf die Frage, ob das eine Art „Corona-Soli“ werden solle, sagte Scholz im „Tagesspiegel am Sonntag“: „Es geht um ein faires und gerechtes Steuersystem“. Dazu gehöre auch, „dass wir verhindern, dass Leute Wege finden, sich um das Steuerzahlen komplett zu drücken“. Also sei sein Bestreben, dass auf der internationalen Ebene so etwas wie eine globale Mindestbesteuerung vereinbart werden soll. Er halte Ideen für absurd, „ausgerechnet jenen, die mehrere hunderttausend Euro im Jahr verdienen, jetzt Steuersenkungen zu versprechen“, betonte Scholz.

08.05 Uhr - Forderungen nach schärferen Kontrollen in Schlachthöfen

Nach Corona-Ausbrüchen unter Mitarbeitern von Schlachtbetrieben sind Forderungen nach schärferen Kontrollen und grundlegend besseren Arbeitsbedingungen laut geworden. Die Gewerkschaften, SPD und Grüne kritisierten langjährige Missstände und verlangten ein Ende des hohen Preisdrucks in der Fleischproduktion. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) mahnte die zuständigen Landesbehörden, Schutzvorgaben wegen der Corona-Epidemie besonders auch in Sammelunterkünften und bei Fahrten streng zu kontrollieren. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel sagte am Samstag: „In Schlachthöfen muss deutlich mehr unternommen werden, um die Risiken für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu reduzieren.“

Kinder spielen in einer Kindertagesstätte. (Symbolfoto) (Foto: archiv Uli Deck/dpa)

07.40 Uhr - FDP fordert Untersuchungsausschuss 

Die FDP besteht auf einer politischen Aufarbeitung der staatlichen Corona-Strategie und bringt dafür erstmals auch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss ins Spiel. „Schon jetzt zeichnen sich erhebliche Versäumnisse von Bundes- und Landesregierungen insbesondere in der Frühphase der Pandemie ab, die intensiv analysiert und bewertet werden müssen“, sagte der Vizevorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Ein Untersuchungsausschuss mit den erheblichen Befugnissen ist sicherlich am ehesten geeignet, das Handeln und Nicht-Handeln der Bundesregierung einer kritischen Überprüfung zu unterziehen.“

07.16 Uhr - Familienministerin: normaler Kitabetrieb im Sommer

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hat eine Rückkehr zum Kita-Regelbetrieb im Sommer in Aussicht gestellt. „Wenn das Infektionsgeschehen es zulässt, könnte die Rückkehr zum vollständigen Regelbetrieb vielleicht im Sommer möglich sein. Aber darüber entscheiden letztlich die Länder“, sagte die SPD-Politikerin der „Welt am Sonntag“. Sie wolle in der kommenden Woche mit der Jugend- und Familienministerkonferenz die weiteren Schritte besprechen.

07.00 Uhr - RKI: Geschätzte Corona-Reproduktionszahl in Deutschland wieder über 1

Die Corona-Pandemie in Deutschland gewinnt möglicherweise wieder an Dynamik: Die Reproduktionszahl stieg auf einen Wert von mehr als eins, wie das Robert-Koch-Institut am Samstagabend in seinem täglichen Lagebericht zur Corona-Pandemie mitteilte. Die Experten schätzen den Wert auf 1,10. Am Freitag war sie vom RKI noch auf 0,83 geschätzt worden. Für Baden-Württemberg galt (Stand Samstag) allerdings ein Wert von R 0,56. 

Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung mit einem Erreger ansteckt.

Das RKI warnte, angesichts statistischer Schwankungen, die durch die gegenwärtig relativ geringe Zahl von Infizierten noch verstärkt würden, lasse sich allerdings nicht sagen, „ob sich der während der letzten Wochen sinkende Trend der Neuinfektionen weiter fortsetzt oder es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt“. Der Anstieg der geschätzten Reproduktionszahl mache es aber in jedem Fall „erforderlich, die Entwicklung in den nächsten Tagen sehr aufmerksam zu beobachten“.

In Deutschland wurden laut RKI mittlerweile 168.551 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Rund 143.300 der Betroffenen sind demnach bereits genesen, 7.369 Infizierte starben.

 

Das waren die letzten Nachrichten vom Samstagabend:

18.43 Uhr - Die aktuellen Zahlen aus dem Südwesten

Dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium wurden am Samstag weitere 182 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet (Stand: 16 Uhr). Damit steigt die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 33.252 an. Davon sind ungefähr 27.673 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. 

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,56 angegeben (siehe Abbildung). Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden. Die 7-Tage-Inzidenz liegt für Baden-Württemberg aktuell im Durchschnitt bei 7,0

Darüber hinaus wurden dem Landesgesundheitsamt heute aus den Landkreisen Esslingen, Hohenlohekreis, Schwäbisch Hall und Tübingen sowie aus der Stadt Heilbronn insgesamt 7 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf insgesamt 1.542 an. 

18.27 Uhr - Demonstrationen im Landkreis Ravensburg und im Bodenseekreis

Allein bei fünf Kundgebungen, die das Thema der Grundrechte im Zusammenhang mit der Corona-Krise betrafen, waren Beamtinnen und Beamte des Polizeipräsidiums Ravensburg am Freitag und Samstag im Einsatz. Bei allen Demonstrationen galt es, das Versammlungsgeschehen zu beobachten und friedlichen Teilnehmern die ungehinderte Ausübung des Grundrechts der Versammlungsfreiheit zu gewährleisten, aber auch auf die Einhaltung der Vorschriften des Versammlungsgesetzes und der Corona-Verordnung zu achten.

Während sich nach Angaben der Polizei bereits am Freitagabend etwa 100 Personen auf dem Gänsbühl-Platz in Leutkirch trafen, um zusammen für die "Wahrung der Grundrechte in Erinnerung an den Tag der Befreiung am 8. Mai 1945" zu demonstrieren, versammelten sich am Samstagnachmittag auf dem Parkplatz der Oberschwabenhalle etwa 1500 Demonstrationsteilnehmer, um ebenfalls für die "Wahrung der Grundrechte" einzutreten. Bei der Gegenkundgebung am Rivoli-Platz war mit rund 20 Personen weniger Zulauf zu verzeichnen.

Die Kundgebungen in Ravensburg als auch die Demonstration beim Bildungszentrum in Salem, wo sich rund 600 Kundgebungsteilnehmer versammelten, wurden von Einsatzkräften der örtlichen Polizeireviere begleitet, die zusätzlich von Beamtinnen und Beamten des Polizeipräsidiums Einsatz unterstützt wurden. Zusammen mit der Versammlung von nahezu 300 Menschen auf dem Festplatz in Wangen im Allgäu verliefen sämtliche Demonstrationen aus polizeilicher Sicht sehr diszipliniert und ohne Zwischenfälle.

18.08 Uhr - Sozialminister Lucha gibt Regeln für Besuche in Heimen und Krankenhäusern vor

Ab dem 18. Mai sind wieder regelmäßige Besuche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen erlaubt - allerdings unter strikten Hygienestandards. Das baden-württembergische Sozialministerium gab am Samstag bekannt, unter welchen Bedingungen Angehörige in den Einrichtungen und Kliniken Besuch bekommen dürfen und wer davon ausgeschlossen ist. 

Für alle gilt: Pro Patient und Tag ist nur ein Besucher erlaubt. Für Menschen, die im Sterben liegen, gibt es Ausnahmen. 

Die neuen Regeln greifen erst ab dem 18. Mai, weil die Einrichtungen etwas Zeit brauchen, um die Voraussetzungen für die neuen Besuchsregelungen zu schaffen. Die genauen Voraussetzungen und Vorgaben für den Südwesten lesen Sie hier. 

+++ Für den gesamten Newsblog vom Samstag, 9. Mai, klicken Sie bitte hier +++

Ausgewählte Artikel zum Virus und seinen Folgen:

Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aus folgenden Quellen:

Dashboard RKI¹, Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO⁵

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