Corona-Lage: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Sonntag, 3. Mai

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

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Aktuelle Zahlen von Sozialministerium⁴ und RKI¹

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: 6.129 (32.389 Gesamt - 24.838 Genesene - 1.422 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1.422
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 25.250 (162.496 Gesamt - ca. 130.600 Genesene - 6.649 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 6.649

Das Wichtigste des Tages:

  • Grünen-Mitglieder fordern Partei-Ausschluss von Boris Palmer (14.22 Uhr)
  • Weitere Corona-Lockerungen in Baden-Württemberg (10.40 Uhr)
  • Kretschmann warnt vor Corona-Ermüdung und zweiter Welle (08.05 Uhr)

  • Außenminister Maas fordert China zu Auklärung auf (13.21 Uhr)
  • Gemeinden im Südwesten schlagen Alarm (07.30 Uhr)

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

21.54 Uhr - Ravensburger Krebspatienten haben wegen Corona noch mehr Angst als sonst

Sie gelten als besonders gefährdet, schwer an Covid-19 zu erkranken oder sogar daran zu sterben: Krebspatienten haben verständlicherweise eine Heidenangst, sich mit dem neuen Coronavirus anzustecken.

Über ihre Behandlung in Zeiten der Pandemie sprach die „Schwäbische Zeitung“ mit Gerhard Fischer. Der promovierte Mediziner ist Leiter des Onkologischen Zentrums am St. Elisabethen-Klinikum (EK) in Ravensburg. Hier lesen Sie mehr.

Gerhard Fischer lacht in die Kamera
Gerhard Fischer macht Krebspatienten in der Corona-Krise Mut. (Foto: Oberschwabenklinik)

21.12 Uhr - Italien lockert nach fast zwei Monaten Ausgangssperren 

Italien lockert in der Corona-Pandemie die seit fast zwei Monaten geltenden strengen Ausgangssperren. Ab Montag dürfen rund 60 Millionen Menschen wieder zum Sport oder Spazierengehen nach draußen. Auch fahren Industrie und Bauwirtschaft wieder ihre Produktion hoch.

Allerdings dürfen die meisten Geschäfte immer noch nicht öffnen. Restaurants und Bars dürfen nur Liefer- oder Mitnehm-Service anbieten und bleiben bis Juni für Besuche weiter geschlossen.

Die Regierung in Rom hatte die Menschen im ganzen Land am 10. März unter Quarantäne gestellt und dann auch die nicht-lebenswichtige Produktion geschlossen. Anders als in Deutschland durften die Menschen nicht zum Spazieren vor die Tür, Parks waren zu.

20.12 Uhr - Verwirrung um Unterrichtsbeginn und Lerngruppen an Grundschulen

Bei Schulleitern und Eltern haben Nachrichten des Kultusministeriums in Stuttgart zuletzt für Verwirrung gesorgt. Konkret geht es um zwei Informationen, die die Grundschulen betreffen.

Bislang hieß es aus dem Haus von Ministerin Susanne Eisenmann (CDU) stets, dass nach den Abschlussklassen am Montag als nächstes die Viertklässler wieder zur Schule gehen sollen. Wann das passieren soll, blieb bislang aber unklar. Auf explizite Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“ bestätigte das Ministerium vergangene Woche, dass dies nicht vor den Pfingstferien der Fall sein werde.

Nach jüngster Aussage bleibe es nun aber beim bisherigen Plan. Einen Zeitplan gibt es indes noch immer nicht. Und es gibt noch einen weiteren Widerspruch. Hier lesen Sie mehr.

Susanne Eisenmann (CDU), Kultusministerin von Baden-Württemberg.
Susanne Eisenmann (CDU), Kultusministerin von Baden-Württemberg. (Foto: Sonja Wurtscheid/DPA)

19.30 Uhr - Ellwanger Unternehmer holen Schutzmaskenproduktion nach Deutschland zurück

Der Unternehmer Jürgen Pfitzer, der aus Ellwangen stammt, hat eine Initiative gestartet, die den Engpass bei klinischen Schutzmasken gegen das Coronavirus lindern soll. Das Ziel ist eine wiederverwendbare Maske mit austauschbarem Filtersystem nach FFP-Standard.

Wer Zugang zu einem 3D-Drucker hat, kann die Maske selbst ausdrucken. Zudem wird damit der Weg für die heimische Maskenproduktion geebnet. Hier lesen Sie mehr.

Form der Maske
Die Form der Maske kann mit einem 3D-Drucker modelliert werden. Auf dem kreisrunden Loch wird der Filter montiert. (Foto: Cast Solut/fg)

18.16 Uhr - Milliarden Euro gesucht für einen Corona-Impfstoff für alle

Schnellstmöglich ein Corona-Impfstoff für alle: In einem weltweiten Kraftakt sollen am Montag 7,5 Milliarden Euro für die Entwicklung von Mitteln gegen das tödliche Virus gesammelt werden, die dann alle Länder zu fairen Preisen bekommen sollen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte vor einer Online-Geberkonferenz in Brüssel einen „deutlichen finanziellen Beitrag“ aus Deutschland zu.

Nach dpa-Informationen geht es um einen dreistelligen Millionenbetrag. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte die Geberkonferenz einberufen, bei der Staats- und Regierungschefs und Organisationen aus aller Welt Spenden zusagen können. Im „Spiegel“ zeigte sie sich zuversichtlich, dass die gewünschte Milliardensumme zusammenkommt.

Ursula von der Leyen
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. (Foto: Etienne Ansotte / DPA)

17.30 Uhr - Wieder öffentliche Gottesdienste trotz Corona 

Nach einer wochenlangen coronabedingten Pause dürfen Kirchen in Bayern ab Montag wieder öffentliche Gottesdienste mit Besuchern feiern. Die Staatsregierung hatte vor einigen Tagen die seit dem 21. März im Freistaat geltenden Ausgangsbeschränkungen für alle Glaubensgemeinschaften ab dem 4. Mai gelockert.

Viele Gottesdienste werden derzeit ins Netz übertragen - hier ein Symbolfoto.
Viele Gottesdienste werden derzeit ins Netz übertragen - hier ein Symbolfoto. (Foto: Mario Hösel via www.imago-images.de)

Bei Gottesdienstbesuchen müssen demnach allerdings viele Auflagen beachtet werden, damit die Ansteckungsgefahr vertretbar bleibt: Dazu gehören Mund-Nasen-Schutz, Mindestabstand von zwei Metern, Hygiene-Konzepte in den Kirchen und je nach Größe des Versammlungsortes auch Obergrenzen für Besucherzahlen.

16.11 Uhr - 43.204 Coronavirus-Fälle in Bayern registriert 

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getesteten Menschen ist in Bayern auf 43.204 gestiegen.

Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen am Sonntag mit. Gestorben sind demnach bisher 1933 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten.

Die Zahl der Genesenen schätzt das LGL inzwischen auf 34.230 Menschen.

15.17 Uhr - Kommunalfinanzen rauben den Schlaf

Schlafstörungen wegen der Coronakrise? In einem Brandbrief an den Gemeindetag schildert der Bürgermeister von Neckargemünd, Frank Volk, die Finanzprobleme, die ihm den Schlaf rauben.

„Inzwischen fällt es nicht nur mir angesichts der Sorge um die kommunalen Finanzen schwer, nachts einzuschlafen“, schreibt Volk in dem Brief.

Auf seine Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis mit 13.400 Einwohnern entfalle von einer landesweit verteilten Tranche von 100 Millionen Euro lediglich ein Betrag von 86.650 Euro. Dem stünden Einnahmeausfälle von monatlich 232.000 Euro gegenüber. Zugleich gebe es neue Belastungen etwa für Schutzmasken und die Absperrungen der Kinderspielplätze.

Volk resümiert: „Wenn sich an der finanziellen Ausstattung der Kommunen nichts ändert, werden wir uns nur noch mit Mühe gegen den Niedergang stemmen können.“

14.22 Uhr- Grünen-Mitglieder machen gegen Palmer mobil 

Nach umstrittenen Äußerungen zum Umgang mit Corona-Patienten fordern Dutzende Grüne den Parteiausschluss des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer.

Palmers parteischädigende Äußerungen zeigten, dass die Grünen „längst nicht mehr seine politische Heimat“ seien, heißt es in einem offenen Brief, in dem der baden-württembergische Landesvorstand und der Kreisvorstand Tübingen aufgefordert werden, ein Parteiordnungsverfahren oder Parteiausschlussverfahren gegen Palmer anzustrengen.

Die Vorstände müssten als zuständige Organe alle Möglichkeiten ausschöpfen, „um diesen politischen Geisterfahrer alsbald aufzuhalten“. Zunächst hatte der „Tagesspiegel“ darüber berichtet. Hier lesen Sie mehr.

Am Sonntag sagte er, dass es im leid tue, dass er mit seinen Aussagen Menschen verletzt habe. Er fühle sich aber falsch dargestellt. 

13.21 Uhr - Außenminister Maas fordert China zu Auklärung auf

Bundesaußenminister Heiko Maas hat China aufgerufen, sich umfänglich an der Aufklärung des Coronavirus-Ursprungs zu beteiligen. "Die ganze Welt hat ein Interesse, dass der genaue Ursprung des Virus geklärt wird", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Fundierte Antworten darauf muss aber die Wissenschaft geben, nicht die Politik. China kann hier unter Beweis stellen, wie transparent es mit dem Virus tatsächlich umgehen will."

In einem westlichen Geheimdienstpapier wird China scharf für den Umgang mit der Corona-Krise kritisiert. Das Dossier der "Five Eyes" genannten Geheimdienstallianz der USA, Großbritanniens, Australiens, Kanadas und Neuseelands fasst die Vorwürfe und Verdächtigungen zusammen, wie die australische Zeitung "Saturday Telegraph" am Wochenende berichtete.

Demnach dokumentiert das Dossier die Vertuschung chinesischer Behörden und weist auf riskante Forschungsarbeiten in einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan hin, wo das neue Coronavirus im Dezember erstmals aufgetaucht war. Wissenschaftler hatten allerdings nachgewiesen, dass das Virus nicht künstlich erzeugt worden ist, sondern natürlichen Ursprungs ist, wie vergangene Woche auch die US-Geheimdienste bestätigten.

Besonders beklagt wird, dass China noch bis zum 20. Januar bestritten hatte, dass sich das Virus von Mensch zu Mensch übertrage. Dafür habe es schon seit Anfang Dezember Hinweise gegeben, heißt es in dem Papier. Auch wird China darin vorgeworfen, Virusproben vernichtet zu haben und Veröffentlichungen von Wissenschaftlern über das Virus streng zu kontrollieren. Chinas Behörden hätten sich auch geweigert, Lebendproben internationalen Forschern zur Verfügung zu stellen.

12.50 Uhr - Nicht-Covid-Klinik geht wieder in Betrieb

Jede Woche auf neue Verordnungen und Vorschriften reagieren – dieses Los teilen Bürger sowie Behörden in der Corona-Krise. Denn auch das sind die Nebenwirkungen des Virus: Das Landratsamt Villingen-Schwenningen muss in den Schulen auf- und umrüsten.

Auf Hygienestandards muss auch an anderer Stelle in der Krise penibel geachtet werden: am Schwarzwald-Baar-Klinikum. Dort nämlich soll jetzt wieder das ganz normale Termingeschäft anlaufen. HNO, plastische und Handchirurgie, Lungenzentrum, Neurochirurgie und Kontinenzzentrum Südwest, sie alle sollen nun wieder Termine annehmen, teilte Klinik-Geschäftsführer Matthias Geiser mit.

Patienten aus allen Fachrichtungen sollten ihre Termine nicht mehr länger aufschieben. Ab Mitte Mai soll in Donaueschingen sogar wieder die erste „Nicht-Covid-Station“ in Betrieb gehen – streng getrennt von der Corona-Station. Apropos freie Betten: Vom Krankenhausschutzschirm bekam auch das hiesige Klinikum ein paar Tropfen ab.

Für März und Teile des Aprils seien schon Zahlungen geflossen, freut sich Geiser. Etwa wöchentlich werde eine knappe Million Euro abgerechnet – „das funktioniert recht schnell und unkompliziert“. Hier lesen Sie mehr.

11.20 Uhr - Schulstart am Montag: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Am Montag darf jeder fünfte baden-württembergische Schüler zurück ins Klassenzimmer.

Ist er dort vor einer Infektion sicher? Wann geht es für die anderen Schüler weiter? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Schulstart lesen Sie hier.

10.40 Uhr - Weitere Corona-Lockerungen in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg wagt nach einigen Wochen des sogenannten Lockdowns weitere Schritte zurück in die Normalität.

Unter anderem Spielplätze, Museen und Zoos sollen kommende Woche wieder öffnen dürfen, wie das Staatsministerium mitteilte. Das grün-schwarze Kabinett habe die Corona-Verordnung am Samstag entsprechend angepasst.

Ab Montag dürfen Gottesdienste wieder stattfinden. Ab Mittwoch können Spielplätze, Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und Tierparks wieder öffnen. Einzelhandelsgeschäfte können ab Montag wieder öffnen, auch wenn ihre Verkaufsfläche größer als 800 Quadratmeter ist.

Zahnärzte dürfen wieder alle Leistungen anbieten. Ebenso dürfen Friseursalons und Fußpflegestudios öffnen. Die Ausgangssperre für Heimbewohner wird aufgehoben. Einen ausführlichen Überblick über die neuen Maßnahmen finden Sie hier.

09.25 Uhr - Wenn Corona Liebespaare auseinanderreißt

Das Coronavirus trennt nicht nur Freunde und Familien voneinander – sondern auch Paare mit verschiedenen Staatsbürgerschaften. Mareike Holzmaier wohnt in München, ihr Lebensgefährte im schweizerischen Weiach. Die Gemeinde am Rhein liegt gegenüber von Hohentengen, über die Rheinbrücke sind es keine 200 Meter bis auf die deutsche Seite des Grenzflusses.

Holzmaier und ihr Partner, die nicht miteinander verheiratet sind, haben sich dennoch seit Wochen nicht mehr gesehen. Denn die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz ist seit Mitte März für unvermählte Lebensgefährten dicht.

Derzeit sei ein Treffen daher „chancenlos“, wie Holzmaier im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ sagt. „Wir leben nicht mehr im 18. Jahrhundert. Man muss heutzutage nicht mehr verheiratet sein“, sagt die 50-Jährige. Da Holzmaier, die in Wirklichkeit anders heißt, „nicht weiß, was noch passiert“, will sie ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen.

Das Bundesinnenministerium räumt auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“ ein, dass es „in den letzten Wochen schwierige Einzelfälle gegeben hat, die sich insbesondere auf das Familienleben ausgewirkt haben“ – etwa wenn Ehegatten sich besuchen wollten oder Eltern ihr Kind.

Doch die Situation soll sich ändern. Dazu liegt Bundesinnenminister Horst Seehofer nun ein Forderungsschreiben vor. Hier lesen Sie mehr.

08.05 Uhr - Kretschmann warnt vor Corona-Ermüdung

Die Erfolge bei der Eindämmung des Coronavirus bergen nach Meinung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann auch die Gefahr einer neuen Infektionswelle.

Er gehe davon aus, dass Ermüdungseffekte eintreten, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist ja auch nur menschlich." Es liege an der Politik, unermüdlich darauf hinzuweisen, wie wichtig die disziplinierte Einhaltung der Maßnahmen ist. "Denn sie wirken, das sieht man jetzt."

Kretschmann warb für eine "neue Normalität" im Umgang miteinander und im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben.

"Eine Normalität, in der Abstand halten und Hygienevorschriften im Mittelpunkt stehen und allen klar ist, dass manches einfach nicht geht", sagte er. "Große Veranstaltungen mit dicht gedrängten Menschenmassen, feuchtfröhliche Großparties wie der Cannstatter Wasen sind auf absehbare Zeit einfach nicht drin."

07.30 Uhr - Gemeinden im Südwesten schlagen Alarm

Gewerbesteuerverluste, Kitagebühren-Ausfälle, Einbußen im Nahverkehr — die Kommunen im Südwesten leiden massiv unter der Corona-Krise. Der Gemeindetag Baden-Württemberg will nun ganz genau wissen, wie klamm die Kassen der Kommunen sind.

„Wir wollen alle über 1000 Gemeinden abfragen, um einen Überblick über deren Belastungen zu bekommen“, sagte Gemeindetagspräsident Roger Kehle der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Bei gleich bleibenden Kosten seien den Kommunen erhebliche Einnahmen weggebrochen, insbesondere bei der Gewerbesteuer.

Kehle bezeichnete die bisherigen Hilfen des Landes — zwei Tranchen von jeweils 100 Millionen Euro — als „Paketchen“. Sie könnten nur ein Abschlag sein. Die Umfrage des Gemeindetages startet in den nächsten Tagen. Bis Mitte Mai erwartetet Kehle die Daten — er sieht sie als Grundlage für Gespräche über weitere Landeshilfen mit Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne).

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+++ Corona-Lage: Das waren die Entwicklungen am Samstag +++

Samstag, 18.25 Uhr - Steinmeier befürwortet Debatte über Ausmaß der Corona-Beschränkungen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier befürwortet die Debatte über das Ausmaß der Corona-Einschränkungen in Deutschland. „Das erzeugt der Politik gegenüber den heilsamen Zwang, täglich zu begründen, wie lange solche Maßnahmen verantwortbar sind“, sagte Steinmeier der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Er sehe „mit großem Respekt“, wie die Politik versuche, „die Balance“ zwischen dem Schutz der Bevölkerung und möglichen Erleichterungen zu finden.

Dass es mittlerweile weniger Neuinfektionen in Deutschland gebe, sei das Ergebnis „von klugem Krisenmanagement, gepaart mit Verantwortung und Disziplin der Menschen“. Wenn die Beschränkungen jetzt aber zu schnell fallen würden, „hätten wir einen Pyrrhussieg erzielt“, warnte Steinmeier.

Zugleich warnte der Bundespräsident vor zu viel Optimismus: „Diese Krise wird Spuren ziehen, da gibt es kein Schönreden.“ Deutschland stehe aber „wirtschaftlich und gesellschaftlich auf einem guten Fundament, um diese Krise zu überstehen“.

Samstag, 17.45 Uhr - Mehrere Tausend Menschen demonstrieren gegen Corona-Regeln 

Mehrere tausend Menschen haben in Stuttgart gegen die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus demonstriert. Bei der als „überparteilich“ bezeichneten Demonstration auf dem Cannstatter Wasen forderte Initiator Michael Ballweg die Einhaltung der Grundrechte wie Versammlungsfreiheit und Glaubensfreiheit.

Der IT-Unternehmer sprach von rund 5000 Teilnehmern am Samstag. Die Stuttgarter Polizei wollte keine Schätzung der Teilnehmerzahl abgeben.

Hinter dem Protest steht die Initiative „Querdenken“ von Ballweg. Nach einem anfänglichen Verbot der Stadt hatte die Initiative demonstrieren dürfen, weil das Bundesverfassungsgericht einem Eilantrag gegen das Verbot stattgegeben hat.

Seine regelmäßigen Demos erhalten Zulauf: Vergangene Woche waren es noch wenige Hundert auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Bundesweit finden ähnliche Demos statt. Kritiker befürchten eine Vereinnahmung der Initiative durch Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten.

Die Polizei sprach von einem friedlichem Verlauf. Die Demonstranten hätten sich im Großen und Ganzen an die Abstandsregeln gehalten.

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Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aus folgenden Quellen:

Dashboard RKI¹, Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO⁵

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