Corona-Lage: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Montag

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 401 (35.530 Gesamt - ca. 33.300 Genesene - 1.829 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.829
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 6842 ( 193.499 Gesamt - ca. 177.700 Genesene - 8957 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 8.957

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Bundestag beschließt Mehrwertsteuer-Senkung und Familienbonus (12.35 Uhr)
  • Hotels und Gastro können ab Mittwoch Corona-Hilfe beantragen (15.41 Uhr)
  • Corona-Infektionen an Schulen sorgen für Verunsicherung (16.53 Uhr) 
  • Rätselhafte Corona-Fälle im Landkreis Lindau (16.11 Uhr)
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Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen guten Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ 89 neue Corona-Infektionen im Südwesten 

(19.46 Uhr) Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 35.630 gestiegen. Das waren 89 mehr als am vergangenen Freitag, wie das Sozialministerium am Montag in Stuttgart mitteilte.

Etwa 33.335 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus lag bei 1830. Derzeit seien geschätzt noch 465 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, hieß es.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,81 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

++ Corona-Infektionen an Schulen sorgen für Verunsicherung

(16.53 Uhr) Die vollständige Öffnungen der Grundschulen und Kitas ist am Montag überschattet worden von Corona-Fällen an Schulen im Landkreis Göppingen und an einem Brettener Gymnasium. Dabei hatte die Landesregierung das Risiko aufgrund einer Studie als gering betrachtet. Die Lehrer sind verunsichert.

„Das sorgt für Verunsicherung der Kollegen, nachdem das Kultusministerium uns gesagt hat, Kinder hätten eine niedrige Viruslast und seien keine Infektionstreiber“, sagte der Vorsitzende des Lehrerverbandes VBE, Gerhard Brand, der Deutschen Presse-Agentur.

Das sei ein herber Schlag, der die Glaubwürdigkeit des und das Vertrauen in das Ressort von Susanne Eisenmann (CDU) beschädige. Nach mehr als drei Monaten werden wieder alle Grundschüler im Klassenverband unterrichtet. Nur die Fächer Sport und Musik wurden wegen Corona-Risikos zunächst gestrichen. Das Abstandsgebot ist gefallen.

Die Hiobsbotschaft bestärke diejenigen unter den Lehrern, die wegen Infektionsgefahr für von ihnen betreute Eltern oder Partner oder für sich selbst die Öffnung der Schulen kritisch sehen. Der VBE habe sich aber bewusst für die Wiederaufnahme des Regelbetriebes ausgesprochen.

Kultusministerin Eisenmann hatte nicht ausgeschlossen, dass Kitas und Grundschulen wieder geschlossen werden müssen, falls es Corona-Infektionsherde gibt.

Die Pädagogen plagt aber laut Brand noch etwas anderes: Die aus Infektionsschutzgründen zeitversetzten Pausen führten zu erheblicher Unruhe an den Schulen. Ein Grundschulrektor habe ihm zurückgemeldet: „Von einer ruhigen Lernatmosphäre kann man nicht sprechen.“

++ Rätselhafte Corona-Fälle im Landkreis Lindau

(16.11 Uhr) Corona ist nicht überstanden. Im Landkreis Lindau gibt es drei neue Fälle. Das Gesundheitsamt rätselt, weil bisher völlig unklar ist, wo sich die Betroffenen angesteckt haben.

Je einen neuen bestätigten Fall einer Infektion mit Covid-19 meldeten die Behörden am Freitag, Samstag und Sonntag im Landkreis Lindau. Und das, nachdem die Zahl der Infizierten im Landkreis zuvor sechs Wochen lang unverändert bei 241 geblieben war.

Entsprechend verunsichert reagierten einige Lindauer, als die Zahlen im Lauf des Wochenendes bekannt wurden. Was bisher über die Fälle bekannt ist und was die Behörden sagen, lesen Sie hier.

++ Hotels und Gastro können ab Mittwoch Corona-Hilfe beantragen

(15.41 Uhr) Hotels und Gastbetriebe im Südwesten erhalten gezielte Unterstützung vom Land — zusätzlich zum ersten Corona-Hilfspaket. Ab Mittwoch können die Anträge dafür auf der Website des Wirtschaftsministeriums heruntergeladen werden.

Wenn Betriebe durch eine Bescheinigung des Steuerberaters belegen können, dass sie wegen der Corona-Krise in einen Liquiditätsengpass geraten sind, erhalten sie eine einmalige Hilfe in Höhe von bis zu 3000 Euro zuzüglich maximal 2000 Euro für jeden Beschäftigten.

Das Programm sei auf den Zeitraum September bis November angelegt, sagten Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und Tourismusminister Guido Wolf (beide CDU) am Montag in Stuttgart.

Die Abwicklung wird wie beim ersten Corona-Hilfspaket von den Industrie- und Handelskammern übernommen, die die Anträge vorab prüfen. Anschließend werden sie bei der landeseigenen L-Bank bewilligt und an Berechtigte ausgezahlt. Hier lesen Sie mehr.

++ Bundestag beschließt Mehrwertsteuer-Senkung und Familienbonus

(12.35 Uhr) Die Mehrwertsteuer wird nach einem Beschluss des Bundestags für ein halbes Jahr von 19 auf 16 Prozent gesenkt. Außerdem sollen Familien zum Anschub der Konjunktur einen Bonus von 300 Euro pro Kind bekommen.

Damit die Änderungen in Kraft treten können, bedarf es am Nachmittag noch der Zustimmung des Bundesrats. Hier lesen Sie mehr.

++ Airbus drosselt Produktion um 40 Prozent — Entlassungen drohen

(11.56 Uhr) Dem Flugzeugbauer Airbus droht ein drastischer Stellenabbau. Als Reaktion auf die Luftfahrt-Krise will der Konzern für zwei Jahre seine Produktion und seine Auslieferungen um 40 Prozent kürzen, wie Airbus-Chef Guillaume Faury der „Welt“ am Montag sagte. „Wir können uns von der Entwicklung bei den Airlines nicht abkoppeln“, so Faury. Die IG Metall warnt vor einem Kahlschlag und schlägt vor, die wenige Arbeit auf mehrere Köpfe zu verteilen.

Diese Krise sei in ihrem Ausmaß und ihrer Dauer beispiellos, so Airbus. Der Luft- und Raumfahrtkonzern geht davon aus, dass vor Ende Juli weitere Einzelheiten über die Maßnahmen mitgeteilt werden. Zunächst müsse aber mit den Sozialpartnern kommuniziert werden. Zu Spekulationen im Zusammenhang mit internen Sitzungen äußere man sich generell nicht. In Deutschland beschäftigt Airbus Zehntausende Mitarbeiter und hat zahlreiche Standorte.

Trotz der Drosselung des Geschäftes werde aber keine Endmontagelinie geschlossen, betonte Faury. Alle Modelle würden weiter produziert, „aber in langsamerem Tempo“. Von der meistverkauften Baureihe A320 sollen nur noch 40 Maschinen pro Monat gefertigt werden. Es werde bis Ende 2021 dauern, bevor Produktion und Auslieferungen wieder im Einklang stehen, sagte der Airbus-Chef.

Spekuliert wird, dass bis zu 15.000 Stellen in der Zivilflugzeugsparte mit 90.000 Beschäftigten betroffen sind. „Es geht um die notwendige Anpassung an die massiv gesunkenen Produktionszahlen. Es geht darum, unsere Zukunft zu sichern“, betonte Faury. Der Airbus-Chef will dabei Kündigungen nicht grundsätzlich ausschließen.

Die Gewerkschaft IG Metall schlägt Alarm. „Kurzarbeit alleine reicht nicht aus, um diese Lage zu überbrücken“, warnte Jürgen Kerner, geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall und Airbus-Aufsichtsrat. Er hatte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vorgeschlagen, die wenige Arbeit auf mehrere Köpfe zu verteilen — eine „kollektive Arbeitszeitverkürzung“ nach dem Vorbild von VW. „Wir müssen alles tun, um ohne einen harten Personalabbau durch die Krise zu kommen“, sagte Kerner. Das Virus dürfe nicht als Vorwand für Einschnitte auf Kosten der Beschäftigten dienen.

++ Coronakrise trifft Regionen mit Autoindustrie und Tourismus am härtesten

(7.07 Uhr) Kurzarbeit durch die Corona-Krise hat vor allem Regionen mit einem hohen Anteil von Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie sowie Urlaubsgebiete getroffen. Das hat eine Analyse für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung ergeben.

Insbesondere deutschen Städte und Kreise mit starker Autobranche wiesen hohe Quoten bei der angezeigten Kurzarbeit auf, heißt es in der Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Böckler-Stiftung. So seien im März und April an den VW-Standorten Emden (56,0 Prozent) und Wolfsburg (52,2 Prozent) für mehr als die Hälfte aller dort sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Kurzarbeit angezeigt worden. Der bundesweite Durchschnitt habe im April gut 31 Prozent betragen.

Überdurchschnittlich viel Kurzarbeit sei auch in Fremdenverkehrsregionen angemeldet worden. So wiesen die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald (41,4 Prozent), Oberallgäu (40,4 Prozent) und Garmisch-Partenkirchen (35,1 Prozent) hohe Quoten auf. An der Nord- und Ostseeküste treffe dies unter anderem auf Wittmund (35,6 Prozent), Ostholstein (34,7 Prozent) und Vorpommern-Rügen (35,5 Prozent) zu.

Vergleichsweise wenig Kurzarbeit ist dagegen in Städten mit starken Chemie- und Pharmaunternehmen angemeldet worden. Für den BASF-Standort Ludwigshafen ermittelten die Wissenschaftler eine Kurzarbeitsquote von 11,6 Prozent und für den Bayer-Standort Leverkusen von 16,2 Prozent. Das seien die niedrigsten Quoten angezeigter Kurzarbeit in Deutschland. .

Kurzarbeit sei vor allem in Regionen mit unterdurchschnittlichen Beschäftigungsanteilen von Großbetrieben angezeigt worden. Die Krise habe „viele kleinere Betriebe hart getroffen und die haben schnell mit Kurzarbeit reagiert“, betonte WSI-Forscher Helge Emmler. Die Ergebnisse der Untersuchung wiesen damit auf einen bedarfsgerechten Einsatz der Kurzarbeit hin.

Die Forscher hatten Regionaldaten der Bundesagentur für Arbeit (BA) zur angemeldeten Kurzarbeit ausgewertet. Diese Zahlen dürften deutlich höher sein als die der tatsächlich kurzarbeitenden Beschäftigten. Die Unternehmen hätten oft vorsorglich für größere Gruppen Kurzarbeit angemeldet. Regionale Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit würden erst in einigen Monaten vorliegen.

++ Landesschülersprecher: Weniger Nebenfächer, mehr digitalen Unterricht

(5.03 Uhr) Gewählt wurde David Jung noch vor der Corona-Krise, nun hat er den Posten des obersten Schülervertreters im Land angetreten. Im Gespräch mit Kara Ballarin fordert er mehr landesweite Strukturen für den Fernunterricht und einen stärkeren Fokus auf die Hauptfächer.

Hier geht es zum Interview. 

Das waren die letzten Meldungen vom Sonntag:

++ Zahlreiche Fans feiern VfB Stuttgart vor dem Stadion

(18.50 Uhr) Nach dem Bundesliga-Aufstieg des VfB Stuttgart haben sich zahlreiche Fans der Schwaben vor dem Stadion versammelt. Mehrere Hundert Anhänger feierten die Mannschaft am Sonntag mit Sprechchören und Gesängen. Aufgrund der Corona-Beschränkungen wurden sie kurz darauf per Stadiondurchsage um die Auflösung der Versammlung gebeten. „Bitte seid vernünftig und löst die Ansammlung vor den Stadiontoren auf“, hieß es.

VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo äußerte dagegen Verständnis für die Anhänger. „Wenn Emotionen im Spiel sind, hat man einen Tick weit weniger Kontrolle über sich selbst“, sagte der 42-Jährige.

++ Zehn Millionen Fälle und fast 500.000 Tote weltweit

(15.37 Uhr) Rund sechs Monate nach Beginn der Coronavirus-Pandemie gibt es US-Wissenschaftlern zufolge bereits mehr als zehn Millionen bestätigte Infektionen und knapp 500.000 Todesfälle. Das ging am Sonntag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor.

Die jüngsten Daten geben das ganze Ausmaß der Corona-Pandemie vermutlich nur teilweise wider: Experten zufolge gibt es in vielen Ländern eine hohe Dunkelziffer an Infektionen und Todesfällen, die nicht durch Tests bestätigt wurden. Selbst in den USA gehen Experten der Regierung davon aus, dass wegen asymptomatischer Fälle nur ein Bruchteil der Infektionen erfasst wird.

Zudem haben die Maßnahmen zur Bewältigung der Pandemie inzwischen die schlimmste globale Rezession seit der Weltwirtschaftskrise vor rund 90 Jahren ausgelöst, wie der Internationale Währungsfonds in dieser Woche warnte. Erst kommendes Jahr soll sich die Wirtschaft wieder erholen — sofern das Virus im Laufe des Jahres weitgehend unter Kontrolle gebracht werden sollte.

Das am schlimmsten von den Gesundheitsfolgen der Pandemie betroffene Land sind die USA. Dort gab es bis Sonntag mit 2,5 Millionen die meisten bestätigten Infektionen und mit mehr als 125 000 Opfern auch die meisten bekannten Corona-Todesfälle. Am Samstag hatten Behörden dort Johns Hopkins zufolge 45 255 bestätigte Neuinfektionen gemeldet - die bislang größte Zunahme innerhalb eines Tages seit Beginn der Pandemie.

++ Die aktuellen Corona-Statistiken für Deutschland

(12.31 Uhr) Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 193.499 angegeben - ein Plus von 256 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 194.693 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8957 Todesfälle und damit drei mehr als am Vortag. Die JHU zählte 8968 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 177.700.

++ Kein Mundschutz, kein Abstand: Polizei räumt Disco

(11.03 Uhr) In den frühen Sonntagmorgenstunden wurde in einer Diskothek in Meßkirch etwa 200 Personen festgestellt. Nach Angaben der Polizei trugen weder die Gäste noch das Personal einen Mund-Nasen-Schutz. Auf Grund der Enge konnte auch der Mindestabstand von 1,50 Meter im Lokal nicht eingehalten werden. Um 3:15 Uhr veranlasste die Polizei die Räumung der Diskothek. Der Betreiber muss nun mit einer Anzeige wegen Verstoß gegen die Coronaverordung rechnen.

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