Corona-Lage: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Mittwoch

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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 370 (ca. 35.177 Gesamt - ca. 33.000 Genesene - ca. 1811 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  ca. 1811
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 4750 ( ca. 187.184 Gesamt - ca. 173.600 Genesene - ca. 8830 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: ca. 8830

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Schulen nach Sommerferien zurück in den Regelbetrieb (17.51 Uhr)
  • Mindestabstand und Hygieneregeln sollen vorerst weiter gelten (18.12 Uhr)
  • Beschlussvorlage: Großveranstaltungen bis Ende Oktober verboten (11.10 Uhr)
  • 400 Neuinfektionen in Fleischbetrieb in Gürtersloh, 7000 Menschen in Quarantäne (12.48 Uhr/16.51 Uhr)
  • WHO feiert neues Medikament als „Durchbruch“ (7.14 Uhr)
  • Landtag debattiert über milliardenschwere Corona-Hilfen (6.47 Uhr)
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Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen guten Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Mindestabstand und Hygieneregeln sollen vorerst weiter gelten 

(18.12 Uhr) Bund und Länder wollen vorerst an den bisherigen Regeln zu Mindestabstand und Hygienemaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie festhalten.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Mittwoch nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten, der Mindestabstand von 1,5 Metern, verstärkte Hygiene-Maßnahmen sowie das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in bestimmten öffentlichen Bereichen und das Instrument der Kontaktbeschränkungen hätten sich bewährt und sollten fortgeführt werden.

++ Schulen nach Sommerferien zurück in den Regelbetrieb

(17.51 Uhr) Die Schulen sollen spätestens nach den Sommerferien in allen Ländern in den Regelbetrieb zurückkehren. Dies gelte, falls sich die Infektionslage in der Corona-Krise weiterhin gleichbleibend gut entwickle.

Das beschlossen Bund und Länder bei einem Treffen am Mittwoch in Berlin, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

++ 7000 Menschen im Kreis Gütersloh in Quarantäne

(16.15 Uhr) Nach dem Corona-Ausbruch beim Schlachtereibetrieb Tönnies stellt der Kreis Gütersloh rund 7000 Menschen unter Quarantäne.

Betroffen seien alle Personen, die auf dem Werksgelände gearbeitet hätten, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) am Mittwoch. Sie würden nun nach und nach auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet.

Einen allgemeinen Lockdown für den Kreis werde es nicht geben, obwohl die wichtige Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen deutlich überschritten sei.

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiter war bis Mittwochabend auf 657 gestiegen. Insgesamt lagen am Mittwochabend 983 Testergebnisse vor, davon 326 negativ, wie ein Sprecher des Kreises Gütersloh mitteilte. Dies sei nur ein Zwischenstand. Nach Angaben des Landrats Sven-Georg Adenauer (CDU) hatte der Kreis insgesamt 1050 Coronavirus-Tests für Beschäftigte der Firma Tönnies veranlasst.

++ 400 Neuinfektionen in Fleischbetrieb in Gürtersloh

(12.48 Uhr) Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, wurden in einem Fleischbetrieb im Kreis Gütersloh (NRW) 400 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet. Der Landkreis habe die Zahl bereits bestätigt.

Der Betrieb in Rheda-Wiedenbrück gehört zur Fleischerei Tönnies. Laut Radio Gütersloh stehen noch 500 weitere Tests aus. Die Zahl an Neuinfektionen ist bemerkenswert, da es zuletzt im gesamten Bundesgebiet keine 400 Neuinfektionen am Tag gegeben hatte.

Die Sieben-Tages-Inzidenz stiegt damit im Landkreis Gütersloh am Mittwoch auf 30,8 an. Es gab also 30,8 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. Aber einer Sieben-Tages-Inzidenz von 50 müssen Lockerungen zurückgefahren und Hygiene-Maßnahmen erneut verschärft werden.

++ Corona-Warn-App knapp 6,5 Millionen Mal heruntergeladen

(12.18 Uhr) Die deutsche Corona-Warn-App ist seit ihrem Start am Dienstag bereits mehrere Millionen Male heruntergeladen worden. Es seien 6.453.606 Downloads gezählt worden, teilte das Bundesgesundheitsministerium heute mit. „Das sind weit über sechs Millionen Gründe, warum das Corona-Virus künftig weniger Chancen hat“, erklärte Ressortchef Jens Spahn (CDU).

Die Bundesregierung wirbt eindringlich für die Nutzung. Die Anwendung zeichnet mit der Bluetooth-Technologie auf, wann und wie lange sich jemand in der Nähe eines anderen Smartphone-Nutzers aufgehalten hat, der ebenfalls die App aktiviert hat. Wird jemand positiv auf das Coronavirus getestet, kann er über die App anonym die Nutzer warnen, mit denen er Kontakt hatte. Die wichtigsten Fragen und Antworten - hier lesen Sie mehr.

++ Beschlussvorlage: Großveranstaltungen bis Ende Oktober verboten 

(11.10 Uhr) Großveranstaltungen wie Volks- und Straßenfeste oder Kirmesveranstaltungen bleiben wegen der Corona-Pandemie möglicherweise bis mindestens Ende Oktober verboten. Das geht aus einer mit anderen Ländern abgestimmten Beschlussvorlage Bayerns für die Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Mittwoch hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Aus Länderkreisen hieß es, an der Vorlage, die auch als Grundlage für das Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Nachmittag dienen sollte, sei bereits intensiv mit dem Kanzleramt gearbeitet worden. Die Länder streben zudem laut Beschlussvorlage eine Einigung über die gemeinsame Fortsetzung von Regeln zu Mindestabstand und Hygiene an. Hier lesen Sie mehr.

++ CureVac erhält Genehmigung für klinische Impfstoffstudie

(11.05 Uhr) Das Tübinger Biotechunternehmen CureVac hat in Deutschland die Genehmigung für eine klinische Studie mit einem potenziellen Corona-Impfstoff erhalten. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen erteilte dem Unternehmen die Zulassung, den Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen, wie das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel mitteilte. Erst vor zwei Tagen hatte die Bundesregierung bekanntgegeben, sich über die staatliche KfW-Bank mit 300 Millionen Euro an CureVac zu beteiligen.

++ L-Bank: Etliche Südwest-Unternehmen investieren trotz Krise

(8.29 Uhr) Die landeseigene Förderbank L-Bank sieht die baden-württembergische Wirtschaft wegen Corona noch längst nicht völlig am Boden: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat das Institut Förderkredite in Höhe von 1,4 Milliarden Euro bewilligt. Das entspricht knapp 8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Es handelt sich dabei um die ganz normalen Förderangebote der L-Bank, die nichts mit den Corona-Hilfen zu tun haben, die das Institut ebenfalls bearbeitet und überweist. „Auch in der Coronakrise schauen Baden-Württembergs Unternehmen nach vorne“, heißt es bei der L-Bank zu den Zahlen.

Rund 3600 Unternehmen haben demnach dieses Jahr bis Ende Mai Förderkredite in Anspruch genommen. Vor allem die rege Nachfrage nach der Innovationsfinanzierung zeige, dass sich die Unternehmen von Corona nicht unterkriegen ließen, gleichgültig, ob sie wirtschaftlich davon betroffen seien oder nicht: Beim L-Bank-Programm „Innovationsfinanzierung 4.0“ wurden mit 220 Millionen Euro mehr als dreimal so viel Fördergelder angefragt wie im Vorjahreszeitraum.

Bei den Fördergeldern zur Corona-Pandemie ist die L-Bank derweil mit dem ersten Förderpaket der Landesregierung fast durch. Das Institut verzeichnet Stand dieser Woche 282.000 eingegangene Anträge, von denen knapp 243.000 bewilligt und rund 32.000 abgelehnt wurden.

++ WHO feiert neues Medikament als „Durchbruch“

(7.14 Uhr) Die Weltgesundheitsorganisation hat die vorläufigen Ergebnisse einer britischen Studie zu einem Medikament gegen die Lungenkrankheit Covid-19 als Durchbruch begrüßt. Bei dem Entzündungshemmer Dexamethason handle es sich um das erste Mittel, das die Sterblichkeit von Covid-19-Patienten verringere, die auf Sauerstoff oder Beatmungsgeräte angewiesen seien, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus einer Mitteilung zufolge.

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Die vorläufigen Ergebnisse, der noch unveröffentlichten klinischen Studie weisen darauf hin, dass Dexamethason die Sterberate bei schweren Covid-19-Verläufen senken könnte. Bei Patienten, die künstlich beatmet wurden und das Medikament bekamen, sank die Sterberate um ein Drittel, wie die federführenden Wissenschaftler von der Universität Oxford am Dienstag in einer Pressemitteilung berichteten. Die Ergebnisse der „Recovery“-Studie sind aber bisher nicht von anderen Experten begutachtet worden.

In der Studie untersuchen Wissenschaftler die Eignung verschiedener bereits zugelassener Medikamente als Mittel gegen Covid-19. Die Sterblichkeit nach 28 Tagen war unter den künstlich beatmeten Patienten am höchsten. Sie lag ohne Dexamethason-Behandlung bei 41 Prozent.

In der Versuchsgruppe sank sie um ein Drittel. Bei den Patienten, die Sauerstoff bekamen, aber nicht künstlich beatmet wurden, sank sie um ein Fünftel. Bei den Patienten, die gar keinen Sauerstoff benötigten, zeigte die Behandlung keine Wirkung. Basierend auf den Zahlen würde bei der Behandlung von acht schwerkranken Covid-19-Patienten durch Dexamethason ein Todesfall verhindert, hieß es.

++ Landtag debattiert über milliardenschwere Corona-Hilfen

(6.47 Uhr) Der Landtag Baden-Württemberg diskutiert heute über die milliardenschweren Konjunkturhilfen zur Abmilderung von Corona-Folgen. Dabei dürfte die Opposition aus SPD, AfD und FDP so manche kritischen Fragen stellen. Die Bundeshilfen sind für das Land nicht gratis, sondern es sind Kofinanzierungen nötig.

Weil die Höhe der finanziellen Beteiligungen des Landes noch unklar ist, hat die grün-schwarze Landesregierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Entscheidung über weitere eigene Konjunkturhilfen erst einmal vertagt. Darüber soll erst nach der Sommerpause beraten werden — zu spät, meint die Opposition.

Die Ministerien hatten auf Kretschmanns Bitte hin Vorschläge für weitere Hilfen des Landes gemacht, um die Konjunktur in Corona-Zeiten in Schwung zu bringen. In Summe belaufen sie sich auf mehr als sechs Milliarden Euro. Das Land Baden-Württemberg hat jetzt aber nur noch 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung — und muss damit auch die Bundesprogramme mitfinanzieren.

Eine weitere Schuldenaufnahme des Landes scheint damit unvermeidbar. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung sieht unter anderem die vorübergehende Absenkung der Mehrwertsteuer und einen Kinderbonus für Familien vor. Auch Kommunen soll geholfen werden, um die Gewerbesteuerausfälle auszugleichen.

++ Bundesregierung stuft Türkei als Corona-Risikogebiet ein 

(6.22 Uhr) Die Bundesregierung hat die Türkei zusammen mit 130 weiteren Ländern als Corona-Risikogebiet eingestuft. Auf der Liste, die bereits am Montag zum ersten Mal vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht wurde und nun regelmäßig aktualisiert wird, stehen auch andere beliebte Urlaubsländer der Deutschen wie Ägypten, Thailand und Marokko.

Einreisende aus einem Risikogebiet müssen damit rechnen, dass sie 14 Tage in Quarantäne müssen. Für diese Länder ist unter anderem deswegen eine Aufhebung der immer noch für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union geltende Reisewarnung nach jetzigem Stand kaum möglich.

Vor allem die Türkei, das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen nach Spanien und Italien, dringt auf eine Aufhebung dieser Reisewarnung und wirbt um deutsche Touristen. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavusoglu hatte sich vor wenigen Tagen enttäuscht über die Beibehaltung der Reisewarnung gezeigt.

Die Bundesregierung hatte die wegen der Corona-Pandemie verhängte weltweite Reisewarnung für Touristen am Montag für 27 europäische Länder aufgehoben. Für mehr als 160 Staaten außerhalb der EU besteht sie zunächst bis zum 31. August weiter, kann aber für einzelne Länder auch vorher aufgehoben werden. Für ein Risikogebiet ist das aber kaum denkbar.

Eine Liste der Risikogebiete und alle Details - hier lesen Sie mehr.

Das waren die letzten Meldungen am Dienstag:

++ Baden-Württemberg hilft Sportvereinen in Existenznot

(18.13 Uhr) Sportvereine und Verbände in Baden-Württemberg können bei finanzieller Not in der Coronavirus-Krise mit finanzieller Hilfe vom Land rechnen. Ein Soforthilfeprogramm über 11,635 Millionen Euro sei am Dienstag bewilligt worden, teilte das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport mit.

Die Gelder sollen „die Folgen der Corona-Pandemie abmildern“, sagte Sportministerin Susanne Eisenmann (CDU). Der Landessportverband begrüßte die Maßnahme. „Es war das versprochene Signal unserer Landesregierung, den Sport und das Ehrenamt nicht im Stich zu lassen“, sagte Präsidentin Elvira Menzer-Haasis.

++ Neue Quarantäne-Regeln für Baden-Württemberg

(15.45 Uhr) Wer aus einem anderen Staat nach Baden-Württemberg einreist, muss künftig nicht mehr grundsätzlich in Quarantäne. Entscheidend ist dabei der Aufenthalt in einem auf Basis des Robert-Koch-Instituts (RKI) ausgewiesenen Risikogebiet.

Reisende, die aus einem vom RKI als Risikogebiet ausgewiesenen Staat zurückkehren, sind verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern. Dies gilt auch für Personen, die zunächst in ein anderes Land der Bundesrepublik Deutschland eingereist sind. Betroffene müssen darüber hinaus direkt nach ihrer Rückkehr Kontakt mit dem örtlichen Gesundheitsamt aufnehmen. Bei einem Verstoß gegen die Quarantäne-Auflagen drohen nach dem Infektionsschutzgesetz Bußgelder.

Das Wichtigste von Dienstag:

  • Neue Quarantäne-Regeln für Baden-Württemberg (15.45 Uhr)

  • Baden-Württemberg hilft Sportvereinen in Existenznot (18.13 Uhr)

  • Bayern setzt weitere Lockerungen um (13.03 Uhr)

  • Ab jetzt Entschädigung für Fahrgäste im regionalen Bahnverkehr (13.43 Uhr)

  • Offizielle Corona-Warn-App steht zum Download bereit (7.16 Uhr)

+++ Hier geht es zum Newsblog von Dienstag +++

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