Corona-Lage: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Mittwoch, 29. April

Lesedauer: 39 Min
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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

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Aktuelle Zahlen:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg ⁴: 7.994 (31.589 Gesamt - 22.241 Genesene - 1.354 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg ⁴: 1.354
  • Reproduktionszahl Baden-Württemberg ⁴: 0,7 (unter 1,0 nimmt Zahl der Neuerkrankungen ab, über 1,0 nimmt sie zu)
  • Aktuell Infizierte Deutschland ¹: ca. 31.126 (157.641 Gesamt - ca. 120.400 Genesene - 6.115 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland ¹: 6.115

Das Wichtigste im Überblick:

  • Stuttgart sagt Cannstatter Wasen ab (12.55 Uhr)
  • Bundesregierung verlängert Reisewarnung bis 14. Juni (10.43 Uhr)
  • Bundeskabinett will mehr Corona-Tests und gestaffelten Pflegebonus (12.47)
  • 270 Arbeiter auf Schlachthof in Baden-Württemberg infiziert (8.16 Uhr)
  • Streit um Prüfungsänderung für Lehramtsstudierende - Klagen drohen (8.42 Uhr)

22.32 Uhr - Das war's für heute.

Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

22.06 Uhr - Reisebüros fordern staatliche Hilfe - Südwesten arbeitet Lockerungsplan für Tourismus aus

Mit Protesten haben bundesweit Mitarbeiter von Reisebüros und Reiseveranstaltern einen Rettungsschirm für die Branche gefordert. In vielen deutschen Städten kamen am Mittwoch Protestierende zusammen und stellten Koffer, Sonnenschirme und Liegen auf.

So zum Beispiel auch in Friedrichshafen auf den Adenauerplatz, wo 40 Angestellte und Gewerbetreibende der Reisebranche buchstäblich im Regen standen. 

Reisebüro demonstrieren in Friedrichshafen wegen Corona-Krise
Unter dem Motto "Rettet die Reisebranche, wir sind Touristik" sind deutschlandweit Selbstständige und Angestellte der Reisewirtschaftsbranche auf die Straße gegangen, um auf deren Lage aufmerksam zu machen. Sie fordern branchenspezifische Hilfen. In Friedrichshafen standen die Demonstranten buchstäblich im Regen.

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21.10 Uhr - Zahlreiche positive Corona-Tests in Seniorenzentrum offenbar falsch

Nachdem am Montag bekannt wurde, dass im Seniorenzentrum Bethel 56 Menschen mit Covid-19 infiziert sind, stellt sich jetzt heraus: Zahreiche Befunde wurden offenbar falsch getestet.

Nachdem bei der ersten Gruppentestung bei 56 von 65 Personen Covid-19 diagnostiziert worden war, veranlasste Hauptgeschäftsführerin Helene Sleiers am Montag eine Wiederholung, wie das Bethel in einer Pressemitteilung mitteilt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren laut Bethel nur bei zwei Bewohnerinnen positiv auf Covid-19 getestet.

Auch die ausstehenden Testergebnisse von 43 weiteren Personen – darunter 30 Bewohner von Wohnbereich „Wolke“ und 13 Mitarbeiter – liegen mittlerweile vor. Sie alle seien negativ, so das Bethel.

Wie es zu den fehlerhaften Werten kam, sei unklar. Der Dienstleister habe aber technische Fehler eingeräumt.

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20.15 Uhr - Ausgangssperre für Ellwanger Flüchtlinge bis 10. Mai verlängert 

Für die Flüchtlinge aus der Landeserstaufnahme in Ellwangen ist die Quarantäne bis zum 10. Mai verlängert worden.

Bei drei Testdurchläufen wurden bislang 406 Bewohner und 32 Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet. Deshalb werde die seit 5. April bestehende und zunächst auf den 3. Mai befristete Ausgangs- und Kontaktsperre verlängert, teilten der Ostalbkreis und das Regierungspräsidium Stuttgart am Mittwoch mit.

Als weitere Maßnahmen sollen demnach alle 240 bereits Anfang April positiv getesteten und nach der Quarantäne entlassenen Bewohner auf verbliebene Symptome untersucht werden. Symptomfreie Hilfesuchende sollen rasch in andere Unterkünfte verlegt werden.

Die Verläufe der Erkrankungen seien mild. Ziel sei, die Kontakt- und Ausgangssperre für die Einrichtung mit derzeit rund 600 Bewohnern aufzuheben

19.26 Uhr - Reproduktionszahl liegt nun bei 0,7

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten in Baden-Württemberg ist auf mindestens 31.589 gestiegen. Das waren 183 mehr als am Vortag, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. 

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg um 47 — auf 1354. Rund 22.241 Menschen seien von ihrer Covid-19-Erkrankung wieder genesen, hieß es.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,7 angegeben. Das bedeutet laut Ministerium, dass im Mittel fast jeder mit Sars-CoV-2 Infizierte eine weitere Person ansteckt. Bundesweit lag diese Zahl ein wenig höher: bei 0,9.

18.12 Uhr - Neu-Ulmer Politiker fordern Gleichbehandlung für Geschäfte

Ladengeschäfte mit einer Größe bis zu 800 Quadratmeter Verkaufsfläche dürfen in Bayern seit Montag unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln wieder öffnen. Die Verordnung der Landesregierung schließt bei dieser Regelung jedoch Geschäfte in Einkaufszentren nach wie vor aus. Nur, wenn es sich um Geschäfte handelt, die als wichtig für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger beurteilt werden, dürfen diese auch innerhalb von Einkaufszentren öffnen.

Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg, seine designierte Nachfolgerin Katrin Albsteiger und Landrat Thorsten Freudenberger richten sich daher mit einem eindringlichen Appell an die Bayerische Staatsregierung: „Wir sehen hier eine enorme Ungleichbehandlung von Einzelhandelsgeschäften innerhalb von Einkaufszentren gegenüber Läden in Einkaufsstraßen“, so die drei Politiker. Es sei absolut unverständlich, weshalb Geschäfte in Innenstädten oder Einkaufsstraßen wieder öffnen dürfen, in Malls wie der Neu-Ulmer Glacis-Galerie aber nicht.

Sie fordern die Regierung und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger dazu auf, die Verordnung anzupassen. Sonst stünden Arbeitsplätze und persönliche Existenzen auf dem Spiel - bayernweit.

Glacis-Galerie, Neu-Ulm (Foto: Pauline Fabry)

18.01 Uhr - Heute im Fakenews-Check: Hat Bill Gates einen Massen-Genozid mittels Tetanus-Impfung auf dem Gewissen?

Die Behauptung verbreitet sich aktuell wieder durch die Netzwerke: Der Microsoft-Gründer und Multimilliardär Bill Gates soll die Absicht haben, die Weltbevölkerung zu reduzieren. Deshalb habe er dafür gesorgt, dass “zigtausende“ Frauen in Kenia gegen ihren Willen zwangssterilisiert worden seien. Dies sei geschehen, indem einer Tetanus-Impfung ein Hormon beigemischt wurde, das Fehlgeburten verursache. 

Was dahinter steckt und zahlreiche weitere Fakenews im Check lesen Sie hier.

17.22 Uhr - Aufgeben, bevor es zur Konkurrenz kommt: 

Für das Unternehmen Lakeside Media hätte das Jahr nicht besser starten können. Aufträge von Großfestivals wurden angenommen, viel Material gekauft, kurz gesagt: Es wurde in die Zukunft investiert.

Die Veranstaltungsagentur gehörte in den vergangenen Jahren mit ihrer Veranstaltungstechnik unter anderem zu den Tour-Crews von Helene Fischer und den Toten Hosen. Von der Zukunft der Agentur ist nun nichts mehr übrig. Die Geschäftsführer geben auf.  Hier lesen Sie mehr.

17.11 Uhr - Ausgangssperre in der Landeserstaufnahme bis 10. Mai verlängert

Am 2. April wurde ein Bewohner der LEA Ellwangen (LEA) positiv auf SARS-CoV-2 getestet und innerhalb der Erstaufnahmestelle in einem isolierten Quarantänebereich untergebracht. Nachdem sechs weitere LEA-Bewohner an COVID-19 erkrankten, verfügte die Stadtverwaltung in Abstimmung mit dem Landkreis eine Kontakt- und Ausgangssperre für die LEA.

Auf welchem Weg und zu welchem Zeitpunkt trotz aller Vorsichtsmaßnahmen das Virus in die LEA eingetragen wurde, ist schwer nachvollziehbar. Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass sehr viele der positiv getesteten Person ohne Symptome sind und dadurch ein Eintrag auch schon vor einiger Zeit unbemerkt erfolgt sein kann. Seit Anfang März wurden, wie bereits erwähnt, alle Neuzugänge standardmäßig getestet. Die Kontaktsperre wurde nun bis zum 10. Mai verlängert. Mehr lesen Sie hier.  

16.17 Uhr - Religiöses Leben läuft langsam wieder an

Das religiöse Leben im Südwesten läuft nach wochenlanger Corona-Zwangspause bald wieder an. Voraussichtlich vom 10. Mai an können die Gläubigen wieder öffentliche Gottesdienste feiern — mit Auflagen.

Dabei werde es aber nicht wie in anderen Bundesländern eine maximal erlaubte Zahl von Besuchern geben, sagte der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh.

Den Berechnungen werde ein Mindestabstand zwischen den Gläubigen von mehr als 1,5 Metern zugrunde gelegt. So ergebe sich für jedes Gotteshaus eine andere Kapazität.

Gotteshäuser, wie die Pfarrkirche St. Martin in Langenargen, haben ihre Türen auch über Ostern geöffnet. Öffentliche Gottesdiens
Leere füllen: Dekan Bernd Herbinger feiert am Sonntag, 3. Mai, in der katholischen Kirche in Langenargen Gottesdienst – zu sehen im Internet. (Foto: ah)

Eine Desinfektion der Hände und der für den Gottesdienst verwendeten Gegenstände gehören zu den Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der Gottesdienste. 

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15.44 Uhr - Länderchefs beraten über Autoprämien

Volkswagen hat vor Beratungen der Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen über mögliche Auto-Kaufprämien in der Corona-Krise eine weitreichende Förderung gefordert. Man werde sich dafür starkmachen, „dass die Politik Geld für diesen Impulsstoß bereitstellt“, erklärte der Chef des Betriebsrats, Bernd Osterloh, in einem Brief an die Mitarbeiter.

Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) fordert eine Kaufprämie nicht nur für Elektro- und Hybridautos, sondern auch für Diesel- und Benzinfahrzeuge. Auch moderne Verbrennungsmotoren lieferten einen „erheblichen Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz“, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

Die Regierungschefs der drei Autoländer — Stephan Weil (SPD), Markus Söder (CSU) und Winfried Kretschmann (Grüne) — wollten sich ursprünglich am Nachmittag zusammenschalten. Aufgrund einer Terminkollision verschoben sie ihr Gespräch aber noch einmal, es soll zu einem noch nicht genannten Zeitpunkt nachgeholt werden.

Weil hatte am Montag zum Wiederanlauf des VW-Stammwerks Wolfsburg angekündigt, ein Prämienmodell zu prüfen: „Uns ist bewusst, dass wir eine schnelle Entscheidung brauchen.“

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) äußerte sich in Berlin nicht direkt zum Thema neuer Kaufzuschüsse. Er stellte aber klar, dass es aus seiner Sicht keine einfache Rückkehr zu einer Abwrackprämie wie in der Finanzkrise 2008/2009 geben solle. Man brauche innovative Lösungen, damit der Autoverkehr unterm Strich weniger CO2 ausstoße.

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14.53 Uhr - Telefonische Krankschreibung weiterhin möglich

Eine telefonische Krankschreibung soll als Ausnahmeregelung in der Corona-Krise auch weiterhin möglich sein. Die Regelung, wonach sich Patienten mit leichten Erkrankungen der Atemwege nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt befristet krankschreiben lassen können, soll bis zum 18. Mai verlängert werden, teilt der Gemeinsame Bundesausschuss mit.

Die Verlängerung erfolge „aufgrund der fortbestehenden Krisenlage“, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Patienten kann damit vorerst weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit nach telefonischer Anamnese für maximal eine Woche bescheinigt werden. Bei fortdauernder Erkrankung kann die Krankschreibung einmal verlängert werden. 

14.32 Uhr - Altmaier erwartet "schwerste Rezession der Bundesrepublik Deutschland"

Die Bundesregierung rechnet wegen der Corona-Pandemie mit der "schwersten Rezession der Bundesrepublik Deutschland". Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um 6,3 Prozent zurückgehen, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in Berlin bei Vorlage der Frühjahrsprognose.

Die Vorhersagen lägen jetzt in der Mitte des Spektrums und seien realistisch und nicht alarmistisch. "Wir gehen davon aus, dass im Mai und im Juni schrittweise wirtschaftliche Aktivitäten wieder aufgenommen werden", sagte Altmaier.

Zum Ende des zweiten Quartals erwartet der Bundeswirtschaftsminister den Tiefpunkt des Wachstums. Ab dem dritten Quartal soll sich die Wirtschaft dann wieder erholen. Im Durchschnitt des Jahres 2021 soll es zu einem Wachstum von 5,2 Prozent kommen. Erst Anfang 2022 soll das Wirtschaftsniveau von vor der Krise wieder erreicht werden.

Der Arbeitsmarkt gerät laut Prognose „stark unter Druck“, im laufenden Jahr dürfte die Zahl der Erwerbstätigen demnach um 370.000 zurückgehen. Besonders betroffen seien Gastgewerbe, Handel und Unternehmensdienstleistungen. Die Kurzarbeit werde im März und April in „noch nie dagewesenem Ausmaß“ ansteigen.

14.05 Uhr - Strenge Auflagen für Wiedereröffnung der Friseurbetriebe 

Anmeldung vor jedem Besuch, kein Föhnen mehr und Maskenpflicht: Wenn die Friseure am kommenden Montag wieder öffnen dürfen, müssen sowohl die Kunden als auch die Betriebe vieles beachten. Das Wirtschafts- und das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg haben heute eine Richtlinie mit zahlreichen Vorgaben veröffentlicht.

Zu den neuen Regeln gehört, dass sich Kunden telefonisch oder per Computer anmelden und in der Regel alleine kommen müssen. Kundenwünsche sind bei der Terminvergabe abzuklären, um unnötige Kommunikation zu vermeiden. Mitarbeiter wie Kunden sind verpflichtet, Schutzmasken tragen.

Friseurin mit Mundschutz
Eine Friseurin mit Mundschutz schneidet einem Kunden die Haare. (Foto: Thierry Roge / BELGA/dpa)

Die Arbeitsplätze müssen mindestens 1,5 Meter voneinander entfernt sein. Dieser Sicherheitsabstand soll mit Ausnahme während der Dienstleistung zwischen den Beschäftigten und den Kunden sowie jeweils untereinander eingehalten werden.

Die Richtlinie sieht weiter vor, dass Kunden bei Betreten des Salons die Hände desinfizieren müssen. Nach jedem Kunden sind die Friseure gehalten, Frisierstuhl und Werkzeuge zu reinigen. Auf das Föhnen sollte verzichtet werden. Die Dienstleistung soll womöglich per Karte bezahlt werden.

12.55 Uhr - Cannstatter Wasen wegen Coronavirus abgesagt 

Nach der Absage des Münchner Oktoberfests wegen des Coronavirus findet auch das Cannstatter Volksfest in Stuttgart nicht statt. Das teilte die CDU-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat mit. Die Stadt will die Entscheidung bei einer Pressekonferenz mit Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) am Mittag offiziell bekanntgeben.

Das zweitgrößte Volksfest in Deutschland war vom 25. September bis zum 11. Oktober geplant. Im vergangenen Jahr hatten nach Angaben der Veranstalter rund 3,5 Millionen Menschen die Massen-Gaudi auf dem Cannstatter Wasen besucht.

Besucher tummeln sich auf dem Cannstatter Volksfest
Besucher tummeln sich bei schönem Wetter auf dem Cannstatter Volksfest auf dem Cannstatter Wasen. (Foto: Tom Weller / DPA)

Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne) hatte zuvor bereits mit einer Absage gerechnet. Die größte Gefahr gehe derzeit von Großveranstaltungen aus, hatte er vor einer Woche gesagt. „Und dann ist es halt so, dass es im Moment in der Bedürfnishierarchie die Verpflichtung gibt, Gesundheit zu schützen.“

Vor allem für die Schausteller ist die weitere Absage eines großen Festes eine Hiobsbotschaft: Die Branche hatte bereits unter der coronabedingten Absage des dreiwöchigen Frühlingsfests auf dem Wasen schwer gelitten.

12.47 Uhr - Bundeskabinett will mehr Corona-Tests und gestaffelten Pflegebonus

Angesichts der Corona-Epidemie sollen Tests auf das Virus deutlich ausgeweitet werden. Das sieht ein Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, den das Bundeskabinett heute beschlossen hat.

Auch im Umfeld besonders gefährdeter Menschen etwa in Pflegeheimen soll damit verstärkt getestet werden können. Möglich werden sollen außerdem Tests auf Kassenkosten, auch wenn jemand keine Symptome zeigt. Ärzte und Labore sollen künftig auch negative Testergebnisse und genesene Fälle melden müssen.

Wir wollen Corona-Infizierte künftig schneller finden, testen und versorgen können. 

Jens Spahn (CDU)

Spahn sagte: „Wir wollen Corona-Infizierte künftig schneller finden, testen und versorgen können.“ Zum Gesetzespaket gehört auch eine Finanzspritze von 50 Millionen Euro für die 375 Gesundheitsämter in Deutschland, die Infektionsketten nachverfolgen sollen. Außerdem sollen finanzielle Erleichterungen für Pflegebedürftige kommen.

Beim geplanten Corona-Bonus für Pflegekräfte sieht der Beschluss des Kabinetts einige Änderungen an bisherigen Plänen vor. So sollen alle Beschäftigten in der Altenpflege für dieses Jahr einen gestaffelten Anspruch auf eine einmalige Prämie von bis zu 1000 Euro erhalten. Die Kosten übernimmt zunächst die Pflegeversicherung.

In der zweiten Jahreshälfte soll der Bund dann festlegen, in welchem Umfang es Bundeszuschüsse gibt. Länder und Pflege-Arbeitgeber sollen den Bonus ergänzend zum Beispiel bis auf 1500 Euro aufstocken können.

12.32 Uhr - Bosch stellt sich auf weltweit tiefe Rezession ein

Der Technologiekonzern Bosch erwartet wegen der Corona-Pandemie und der Transformation in der Automobilbranche eine deutlich größere Wirtschaftskrise als während der Rezession 2009.

„In der Automobilproduktion rechnen wir aktuell für 2020 auf Basis der bislang bekannten Effekte mit einem Minus von mindestens 20 Prozent“, sagte Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung, in Stuttgart. Es werde im Konzern größter Anstrengungen bedürfen, ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen.

Eine konkrete Prognose für den Konzern wollte Denner angesichts der „erheblichen Unsicherheiten“ nicht geben.

12.12 Uhr - Kretschmann: Noch viele Monate Abstand halten und Maske tragen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Bürger auf einen langen Alltag mit dem Coronavirus eingeschworen. Eine schnelle Rückkehr zur Normalität werde es erst geben, wenn ein Impfstoff existiere, sagte er bei einer Regierungserklärung zur Corona-Krise im Landtag in Stuttgart.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) mit Mundschutz
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) zieht sich eine Maske auf. (Foto: Stefan Puchner / DPA)

Keiner könne sagen, wann das sein werde — aber es werde viele Monate dauern. „Bis dahin werden wir die Pandemie nicht besiegt haben.“ Man könne lernen, mit der Pandemie zu leben und werde noch viele Monate weiter Abstand halten und Masken tragen müssen.

Das Leben mit dem Virus bedeute so etwas wie eine „gebrochene Normalität“. Kretschmann sicherte aber zu, den Bürgern so viel Freiheit zu ermöglichen, wie der Schutz der Gesundheit es zulasse.

11.43 Uhr - Blick in die Region

11.25 Uhr - Kabinett beschließt weitere Corona-Hilfen für Beschäftigte 

Beschäftigte, die wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit gehen müssen, sollen weitere Hilfen bekommen. Das Bundeskabinett beschloss den Entwurf eines Gesetzespakets von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

Das Paket geht auf einen Beschluss der Koalitionsspitzen von vergangener Woche zurück, wonach das Kurzarbeitergeld bei längerem Bezug befristet auf bis zu 80 Prozent des letzten Nettolohns erhöht werden soll — bei Menschen mit Kindern auf bis zu 87 Prozent. Bisher sind es 60 oder 67 Prozent. Arbeitslosengeld soll demnach länger zu bekommen sein.

10.49 Uhr - Bundesregierung verlängert Reisewarnung bis 14. Juni

Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Ein entsprechender Vorschlag des Auswärtigen Amts wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vom Bundeskabinett angenommen.

Die Maßnahme sei erforderlich, „da weiterhin mit starken und drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr und weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist“, heißt es in einem als vertraulich eingestuften Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Reisewarnung gelte „bis auf weiteres fort, vorerst bis einschließlich 14. Juni 2020“.

Damit wären die Pfingstferien in einzelnen Bundesländern, aber noch nicht die Schulferien im Sommer betroffen. Die beginnen erst am 22. Juni. Den Anfang macht dieses Jahr Mecklenburg-Vorpommern. Hier lesen Sie mehr.

10.27 Uhr - Heftiger Gewinneinbruch bei Daimler

Die Coronavirus-Krise hat beim Stuttgarter Autobauer Daimler auch unter dem Strich für einen herben Gewinneinbruch gesorgt und das Unternehmen nur knapp an einem Verlust vorbeischrammen lassen. Im ersten Quartal stürzte der auf die Aktionäre entfallende Gewinn auf nur noch 94 Millionen Euro ab, wie der Konzern mitteilte.

Vor einem Jahr waren es noch rund 2,1 Milliarden Euro gewesen. Der Umsatz ging im Vergleich dazu nur leicht um sechs Prozent auf 37,2 Milliarden Euro zurück.

9.52 Uhr - Ministerium gibt grünes Licht für Geisterspiele

Die Fußball-Bundesliga hat offenbar eine wichtige Hürde auf dem Weg zu Geisterspielen aufgrund der Coronavirus-Pandemie gemacht. Das Bundesarbeitsministerium hat nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) in Sachen Arbeitsschutz grünes Licht für Spiele der 1. und 2. Liga unter Ausschluss von Zuschauern gegeben.

„Der Arbeitsschutz der Spieler, Trainer und Betreuer kann bei vollständiger Umsetzung des Konzepts weitgehend sichergestellt werden“, heißt es demnach mit Blick auf ein weiterentwickeltes Wiederaufnahme-Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) in einem Schreiben von Björn Böhning (SPD) als Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium.

Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln
Die Hoffnung der Bundesliga: Die DFL setzt im Existenzkampf voll auf Spiele ohne Zuschauer. (Foto: Roland Weihrauch/dpa)

Nach dem grünen Licht des Arbeitsministeriums gibt es auch positive Signale von der Sportministerkonferenz für den Wiederbeginn mit Geisterspielen ab Mitte/Ende Mai. Das geht aus einer Beschlussvorlage der Runde hervor, die der „Rheinischen Post“ vorliegt.

„Die SMK hält die Fortsetzung des Spielbetriebes und mithin die Begrenzung des ansonsten entstehenden wirtschaftlichen Schadens in der 1. und 2. Fußballbundesliga für die dort startberechtigten 36 Vereine auf deren Kosten ab Mitte/Ende Mai für vertretbar“, heißt es darin.

9.05 Uhr - Bundesregierung rechnet mit schwerer Rezession

Die Bundesregierung rechnet infolge der Corona-Krise mit einer schweren Rezession in Deutschland. Sie erwartet in ihrer Frühjahrsprojektion, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 6,3 Prozent sinkt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr.

Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Dies wäre ein stärkerer Wirtschaftseinbruch als in der weltweiten Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren. Erst 2022 wird laut Prognose das Niveau vor der Corona-Krise erreicht werden. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stellt die Projektion heute um 14 Uhr in Berlin vor.

Peter Altmaier
„Wenn wir jetzt die Nerven behalten, können wir einen zweiten Lockdown vermeiden. Deshalb ist ein gemeinsames Handeln von Bund und Ländern so wichtig“, sagt Altmaier. (Foto: John Macdougall / DPA)

Die Frühjahrsprojektion ist auch deswegen wichtig, weil die Eckwerte die Grundlage für die Steuerschätzung im Mai bilden — wegen der Corona-Krise sind dann weniger Steuereinnahmen zu erwarten.

8.42 Uhr - Streit um Prüfungsänderung für Lehramtsstudierende

Lehramtsstudierende aus ganz Baden-Württemberg laufen Sturm, weil das Kultusministerium mitten in der Corona-Krise Prüfungstermine und Fristen veröffentlicht hat. „Es lässt sich kaum mit Worten beschreiben, welche Unsicherheit, Angst bis hin zu Panik diese Mitteilung des Kultusministeriums unter Studierenden verursacht hat“, heißt es bei der Landesastenkonferenz als Studierendenvertretung.

Niemand wird zur Abschlussprüfung gezwungen,

sagt eine Ministeriumssprecherin.

Laut Ministerium müssen sich Lehramtsstudierende bis zum 6. Mai zu den Abschlussprüfungen anmelden, der zweimonatige Prüfungszeitraum wurde ab Mitte Mai festgelegt. Als Alternative sei auch die Herbstprüfung möglich.

„Niemand wird zur Abschlussprüfung gezwungen“, sagte eine Ministeriumssprecherin. Aber Studierende hätten darum gebeten, ihre Prüfungen unter anderem wegen Bewerbungsfristen in anderen Ländern rasch ablegen zu dürfen.

Das Kultusministerium betonte zudem: „Lehramtsstudierenden sollen keine Nachteile aus der derzeitigen Situation entstehen.“

Das sehen die Studierenden anders. Nach den Schülervertretern drohen dem Land auch Klagen von Lehramtsstudierenden, die sich durch die jüngsten Änderungen bei den Abschlussprüfungen benachteiligt fühlen.

„Ich kenne Studierende, die bereits den Kontakt zu Anwälten gesucht haben“, sagte Henrike Arnold von der Landesstudierendenvertretung. Hier lesen Sie mehr.

8.16 Uhr - Etwa 270 Arbeiter auf Schlachthof infiziert

Etwa 270 rumänische Arbeiter eines Schlachthofs im baden-württembergischen Birkenfeld haben sich nach Angaben der Regierung in Bukarest mit dem Coronavirus infiziert. Bei ihnen handle es sich nicht um Saisonarbeiter, sondern um Beschäftigte von Subunternehmen des deutschen Fleischbetriebs, teilte das Außenministerium mit.

Insgesamt seien in dem Schlachthof 500 Rumänen beschäftigt. Neben den Rumänen seien noch rund hundert weitere dortige Arbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte das Ministerium ferner unter Berufung auf Angaben deutscher Behörden mit. Alle Infizierten befänden sich in Quarantäne.

Die meisten hätten keine oder nur leichte Symptome. Einen ersten Verdacht auf einen Corona-Ausbruch in dem Betrieb hatte es laut einem Bericht des „Schwarzwälder Boten“ am 7. April gegeben. Ein in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnender Mitarbeiter der Fleischfirma Müller habe damals die Polizei kontaktiert, weil es ihm so schlecht gegangen sei.

Die Aktivisten haben einen Schlachthof besetzt.
Mehr als 200 Arbeiter haben sich auf dem Schlachthof infiziert. (Foto: dpa)

Der Mann kam demnach ins Krankenhaus, zwei Tage danach lag das positive Testergebnis vor. Zehn seiner Mitbewohner seien dann ebenfalls positiv auf das Virus getestet worden.

07.21 - Knapp die Hälfte der Deutschen für Autokaufprämie

Die Autokonzerne Volkswagen und BMW, ihr Branchenverband VDA und die Landesregierungen von Bayern und Niedersachsen fordern Prämien für Autokäufer, um die Nachfrage anzukurbeln. Die Bundesbürger reagieren aber gespalten, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Verkaufsplattform mobile.de zeigt:

47 Prozent der Befragten würden eine Prämie befürworten - zur Förderung von umweltfreundlichen Autos oder auch, um persönlich zu sparen. Dagegen sagen 38 Prozent, dafür sollten keine Steuergelder ausgegeben werden.

Laut Umfrage planen derzeit 14 Prozent der Deutschen, ein Auto zu kaufen. Weitere 7 Prozent wollten eigentlich ein Auto kaufen, haben ihre Pläne wegen der Corona-Krise jetzt aber erst einmal ad acta gelegt. Um einen Anreiz zum Kauf eines Neuwagens zu bieten, müsste eine Prämie bei mindestens 5000 Euro liegen, sagten 37 Prozent der Befragten.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) möchte für Elektroautos sogar 10 000 Euro Prämie zahlen. Allerdings würden nur knapp 16 Prozent der Befragten auch dann ein E-Auto kaufen, wenn es trotz Prämie immer noch teurer wäre als ein Diesel oder Benziner. 38 Prozent wünschen sich Kaufprämien für Gebrauchtwagen.

06.26 Uhr - Hermann plant Rettungsschirm für Nahverkehr und Busunternehmen

Der öffentliche Personennahverkehr und die Busunternehmen im Land leiden in der Corona-Krise unter wegbrechenden Einnahmen, weil weniger Fahrgäste unterwegs sind. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) will für sie nun einen Rettungsschirm über 480 Millionen Euro aufspannen.

„Wir müssen schon aus Klimaschutzgründen einiges tun, damit der ÖPNV und die dafür unverzichtbaren Bahn- und Busunternehmen am Ende der Corona-Krise nicht massiv geschädigt sind“, sagte Hermann. Das Geld soll aus verschiedenen Quellen kommen, wie ein Ministeriumssprecher auf Anfrage erläuterte. Dazu zählen der Bund, die Kommunen und Förderprogramme.

Das waren die wichtigsten Meldungen von Dienstag:

  • Kein regulärer Unterricht mehr vor den Sommerferien (13.53 Uhr)
  • Weitere 100 Millionen Euro Soforthilfe für Kommunen (12.54 Uhr)
  • Gottesdienste in BaWü sollen ab Mai wieder stattfinden (12.16 Uhr)
  • Österreich hebt Ausgangsbeschränkungen auf (11.12 Uhr)
  • Corona-Krise belastet Burgen und Schlösser im Südwesten (06.15 Uhr)

21.51 Uhr - Kultusministerin Eisenmann: „Eine Rückkehr zur Normalität wäre falsch“

Einen regulären, uneingeschränkten Unterricht wie vor der Corona-Pandemie hält Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vor den Sommerferien nicht für realistisch. „Es wird eine Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht sein“, sagte sie der „Schwäbischen Zeitung“ im Interview.

Die Kultusministerkonferenz hatte am Dienstag vorgeschlagen, dass alle Schüler vor den Sommerferien tageweise wieder die Schule besuchen sollen. Hier lesen Sie mehr.

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Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aus folgenden Quellen:

Dashboard RKI¹, Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO⁵

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