Corona-Lage: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Freitag

Lesedauer: 20 Min
Digitalredakteurin
Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 1.130 (34.479 Gesamt - ca. 31.600 Genesene - 1743 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1743
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 7900 (180.458 Gesamt - ca. 164.100 Genesene - 8450 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 8450

Das Wichtigste des Tages:

  • Studien: Sterberisiko bei Krebs- und Diabetes-Patienten deutlich höher (12.52 Uhr)
  • Sperrstunde für Bayerns Biergärten ab sofort erst um 22 Uhr (14.19 Uhr)
  • Landesregierung diskutiert Vorgaben für private Feiern (7.07 Uhr)
  • Freizeitparks im Südwesten starten in die Saison (7.55 Uhr)
  • Sinkende Umsätze beim Einzelhandel (11.03 Uhr)

Hier geht es zum Newsblog am Pfingstwochenende.

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen schönen Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Dänemark öffnet Grenzen für deutsche Touristen ++

(18.33 Uhr) Dänemark öffnet seine in der Corona-Krise geschlossenen Grenzen wieder für Touristen aus Deutschland, Island und Norwegen. Das gab Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Freitag in Kopenhagen bekannt.

Voraussetzung: „Urlauber aus den drei Ländern müssen dokumentieren, dass sie einen Aufenthalt gebucht haben, das heißt mindestens sechs Nächte in einem Hotel, Campingplatz oder ähnlichem“, sagte Frederiksen. Ausgenommen von der Öffnung sind die Hauptstadt Kopenhagen und die Region Frederiksberg, wo es die meisten Covid-19-Fälle gibt.

++ Sperrstunde für Bayerns Biergärten ab sofort erst um 22 Uhr 

(14.19 Uhr) Gute Nachrichten für alle Biergartenfreunde: Ab sofort dürfen die Wirte im gesamten Freistaat ihre Gäste bis 22 Uhr in ihren Außenbereichen bedienen und verpflegen. Die Regierung zieht damit nach einer Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Augsburg die eigentlich erst für Dienstag nach Pfingsten geplante Verlängerung der Öffnungszeiten um zwei Stunden für alle gastronomischen Außenbereiche vor.

Wegen der Corona-Krise war die Gastronomie im Freistaat über viele Wochen geschlossen, seit Anfang dieser Woche können Wirte in Innenbereichen Gäste bis 22 Uhr bedienen, in Außenbereichen war zunächst um 20 Uhr Schluss.

Diese Entscheidung diene dem Rechtsfrieden und verhindere, dass es in Bayern einen Flickenteppich bei den Öffnungszeiten gebe, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. „Wenn man den Wirten so schon früher entgegen kommen kann, wollen wir dem nicht im Weg stehen.“ Die Verordnung werde zwar erst zum Samstag geändert, gleichwohl seien die längeren Öffnungen schon ab Freitag möglich.

++ Studien: Sterberisiko bei Krebs- und Diabetes-Patienten deutlich höher

(12.52 Uhr) Krebs- und Diabetes-Patienten haben zwei Studien zufolge ein deutlich höheres Risiko, bei einer Corona-Erkrankung zu sterben, als andere Covid-19-Patienten. Einer französischen Studie zufolge starb jeder zehnte Covid-Patient mit Diabetes innerhalb der ersten sieben Tage nach seiner Verlegung in ein Krankenhaus. Bei Krebspatienten ist die Sterberate doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt, wie eine weitere, in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichten Studie ergab.

Für ihre in der Fachzeitschrift „Diabetologia“ veröffentlichten Studie untersuchten französische Forscher über 1300 an Covid-19 erkrankte Patienten in 53 Krankenhäusern. Sie stellten fest, dass das Sterberisiko bei männlichen Patienten über 75 Jahren mit weiteren gesundheitlichen Problemen in Verbindung mit Diabetes deutlich höher war als bei Diabetikern unter 55 Jahren. Es lag demnach um das 14-fache über dem Risiko der jüngeren Patienten. Dagegen wurde die Behandlung in beiden Fällen durch die Fortsetzung der Therapien zur Senkung des Blutzuckerspiegels nicht beeinträchtigt.

Für die Krebs-Studie wurden mehr als 900 krebskranke Covid-Patienten aus den USA, Kanada und Spanien untersucht. 13 Prozent waren demnach binnen 30 Tagen gestorben. Ihre Sterblichkeit sei doppelt so hoch „wie die durchschnittliche weltweite Sterblichkeit“, sagte der Onkologe und Co-Autor der Studie, Toni Choueiri, der Nachrichtenagentur AFP unter Verweis auf Daten der Johns-Hopkins-Universität.

Eine Chemotherapie oder anderen Behandlungen mit Krebsmedikamenten im Untersuchungszeitraum habe hingegen keinen Einfluss auf die Mortalität durch Covid-19 gezeigt, sagte Choueiri weiter. „Die Ergebnisse sprechen dafür, dass körperlich fitte Patienten mit wenigen Begleiterkrankungen angemessene Krebsbehandlungen fortführen sollten“. Patienten in fortgeschrittenen Krebsstadien sollten hingegen mit ihren behandelnden Ärzten die Risiken und Nutzen weiterer Behandlungen sorgfältig abwägen.

++ Sinkende Umsätze beim Einzelhandel

(11.03 Uhr) Der Einzelhandel in Deutschland hat wegen geschlossener Geschäfte in der Corona-Krise kräftige Umsatzeinbußen erlitten. Im April sank der Erlös preisbereinigt um 6,5 Prozent gemessen am Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Zum Vormonat März fiel der Umsatz um gut 5 Prozent — der stärkste Rückgang gegenüber einem Vormonat seit dem Januar 2007.

Gefragt waren demnach zwar Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren, dort stieg der Umsatz um 6,2 Prozent. Hingegen brach der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln um 14,5 Prozent ein — der größte Rückgang seit Beginn der Zeitreihe 1994, so die Wiesbadener Statistiker. Besonders groß waren die Umsatzverluste bei Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren mit mehr als 70 Prozent.

Großer Gewinner in der Corona-Krise war zuletzt der Internet- und Versandhandel mit einem Umsatzplus von mehr als 24 Prozent zum Vorjahresmonat.

++ Menschen drängen in die Berge - Bauern in Sorge um ihre Tiere

(8.40 Uhr) Die Almbauern blicken mit Sorge auf die Pfingstferien. Sie erwarten angesichts eingeschränkter Reisemöglichkeiten einen Ansturm von ErholungssuchendenStress für die Almtiere. Manche Besucher seien auch ohne entsprechende Rücksichtnahme unterwegs, sagte Hans Stöckl, Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern.

„Die Leute laufen kreuz und quer über die Almwiese. Sie sollen sich einfach an die Wege halten“, sagte Stöckl. Manche Almfläche sei „belagert mit Picknickdecken“. Mangels anderer Möglichkeiten habe es bereits an den vergangenen beiden Wochenenden einen Ansturm gegeben. Wenn Sportmöglichkeiten eingeschränkt und Einrichtungen bis hin zu Freibädern geschlossen seien, verwundere es nicht, „dass die Leute mit aller Macht in die Berge drängen“.

Dabei startet just zu Pfingsten die Almsaison in den vollen Betrieb. Teils sind die Tiere schon jetzt auf den niedriger gelegenen Almen. Am Wochenende soll fast überall das Vieh auch auf die höheren Wiesen getrieben werden. Dabei sind auch Mutterkühe — eine immer noch unterschätzte Gefahr.

In Österreich war 2014 ein 45-jährige Hundebesitzerin aus Rheinland-Pfalz im Stubaital von einer Herde totgetrampelt worden, die wohl ihre Kälber vor dem Hund schützen wollte. Nun haben Alm- und Alpwirtschaftliche Vereine, Tourismusämter und Bauernverband Tafeln aufgestellt, die vor dem Vieh warnen.

++ Freizeitparks im Südwesten starten in die Saison

(7.55 Uhr) Zwei Monate später als ursprünglich geplant starten die großen Freizeitparks im Südwesten am Freitag die Sommersaison. Deutschlands größter Vergnügungspark, der Europa-Park in Rust bei Freiburg, begrenzt die tägliche Besucherzahl zum Schutz vor dem Coronavirus auf 10.000. Sonst kommen nach Angaben der Betreiber im Sommer bis zu 50.000 Menschen täglich in den Freizeitpark. Die Vergnügungsparks hatten die Saisoneröffnung zunächst für Ende März geplant. Wegen der Corona-Krise hatten sie aber nicht öffnen dürfen.

Neben Rust öffnen unter anderem auch der Erlebnispark Tripsdrill in Cleebronn (Kreis Heilbronn), der Schwabenpark in Kaisersbach (Rems-Murr-Kreis) und das Ravensburger Spieleland in Meckenbeuren (Bodenseekreis). Auch sie lassen weniger Besucher als sonst zu, nennen dazu jedoch keine Zahlen. Am Samstag öffnet in der Nähe von Ulm das Legoland Günzburg (Bayern).

Wo welche Regeln gelten und wie Sie an Karten kommen - hier lesen Sie mehr.

++ Landesregierung diskutiert Vorgaben für private Feiern

(7.07 Uhr) Zur Klärung von Konfliktthemen kommt heute der Koalitionsausschuss der grün-schwarzen Landesregierung zusammen. Dabei geht es um das Thema Veranstaltungen in Corona-Zeiten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte am Dienstag erklärt, dass private Feiern in geschlossenen Räumen ab dem 1. Juni mit bis zu zehn Menschen erlaubt sein sollen. Im Freien sollen demnach maximal 20 Menschen erlaubt sein. Die CDU-Seite bestreitet aber, dass diese Details Teil eines gemeinsamen Kabinettsbeschlusses sind — sie seien nicht abgestimmt. Die CDU hält die geplante Regelung für private Feste für nicht praktikabel.

Zudem ist noch unklar, ob es zum 1. Juli und zum 1. August weitere Lockerungen für Großveranstaltungen geben wird. Geplant ist bislang, dass ab dem 1. Juni öffentliche Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen für weniger als 100 Menschen erlaubt sind. Voraussetzung dafür ist, dass die Hygiene- und Abstandsvorgaben wegen des Coronavirus eingehalten werden.

Die CDU will zudem, dass die Corona-Verordnungen verständlicher für die Bürger werden und die Systematik der Verordnungen geändert wird. Das hat die CDU-Spitzenkandidatin zur Landtagswahl 2021, Susanne Eisenmann, gefordert. Der Koalitionsausschuss ist das Gremium, in dem Kretschmanns Regierung nach einer gemeinsamen Linie bei kontroversen Themen sucht.

++ Zehntausende Verstöße gegen Auflagen im Südwesten

(6.38 Uhr) Die Einhaltung der Corona-Verordnung überwacht die Polizei seit dem 19. März. Bislang wurden in Baden-Württemberg mehr als 343.900 Menschen und über 70.300 Fahrzeuge (Stand: 27. Mai) kontrolliert. In 27.593 Fällen kam es zu Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten. Das Gros der Verstöße liegt nach Angaben der Statistik bei Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkung samt Mindestabstand mit über 21.000 Fällen. In 452 Fällen kam es zu Verstößen bei der Maskenpflicht. Und in 726 Fällen wurden Einrichtungen geschlossen und 288 Betretungsverbote erteilt.

Strobl wies darauf hin, dass die Zahl der Verstöße kontinuierlich zurückgehe. Konkrete Einzelfälle wurden in der Statistik nicht genannt. In den Polizeiberichten der letzten Wochen waren aber immer wieder Beispiele enthalten, wie Verstöße während Anti-Corona-Demos oder illegale „Corona-Partys“. Für all diese Verstöße gibt es einen Bußgeldkatalog.

So kostet der Aufenthalt im öffentlichen Raum mit mehr als der zugelassenen Personenzahl je Beteiligtem zwischen 100 Euro bis 1000 Euro. Der Verstoß gegen die Maskenpflicht im Nahverkehr wird mit 15 Euro bis 30 Euro geahndet und der illegale Betrieb einer Diskothek kann bis zu 5000 Euro kosten.

Das waren die letzten Meldungen von Donnerstag:

++ Buchmesse rechnet nur mit einem Drittel der Aussteller ++

(18.36 Uhr) Die Frankfurter Buchmesse rechnet wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nur mit rund einem Drittel der sonst teilnehmenden Aussteller. Man plane „eine europäische Messe“, sagte Buchmessen-Direktor Juergen Boos am Donnerstag in Frankfurt. „Wir wissen, dass viele internationale Verlage nicht teilnehmen können.“

Boos rechnet nicht mit Teilnehmern aus den USA und Lateinamerika. Ob Verlage aus Asien dabei sein könnten, hänge von den dann geltenden Reisebestimmungen ab.

Betroffen ist auch der diesjährige Ehrengast Kanada. Die Buchmesse geht nicht davon aus, dass Verlage und Autoren aus dem Gastland in großer Zahl anreisen können. „Wir gehen von einem sehr stark virtuellen Konzept für das Gastland aus“, sagte Boos. Auch einige große deutsche Verlagshäuser haben bereits angekündigt, dass sie 2020 nicht mit einem Stand vertreten sein wollen.

++ Schiffe dürfen wieder bayerische Häfen ansteuern

(13.55 Uhr) Die Corona-Pause für die Ausflugsschiffe auf bayerischen Seen ist vorbei. Am Samstag können vielerorts die Boote wieder ablegen. So etwa die weiß-blaue Flotte der Bayerische Seenschifffahrt auf Ammersee, Starnberger See, Tegernsee und Königssee. Auch auf dem Chiemsee, den größten oberbayerischen See, geht es wieder los. Auf dem Bodensee werden die bayerischen Häfen wieder angesteuert. Überall gelten Schutzvorschriften: Maskenpflicht, Abstand, weniger Gäste.

Am Bodensee sind auf baden-württembergischer Seite schon seit dem 20. Mai wieder Schiffe der Weißen Flotte unterwegs, von Samstag an dürfen sie aber auch wieder Fahrgäste nach Lindau, Wasserburg und Nonnenhorn bringen. Zuvor habe man die bayerischen Häfen nur ohne Passagiere anlaufen dürfen, sagte ein Sprecher der Bodensee Schiffsbetriebe GmbH. Von Samstag an werden aber auch in Lindau wieder Rundfahrten angeboten. Auf den Schiffen gilt eine Maskenpflicht, Mindestabstände müssen ebenfalls eingehalten werden.

Wann die Schiffe wieder zum Schweizer Ufer des Bodensees fahren dürfen, sei momentan noch nicht sicher, so der Sprecher.

Das Wichtigste von Donnerstag:

  • Bäder sollen vom 6. Juni an unter Auflagen öffnen dürfen (10.33 Uhr)

  • Vollständige Kita-Öffnung ohne Abstandsregeln (13.13 Uhr)

  • Schiffe dürfen wieder bayerische Häfen ansteuern (13.55 Uhr)

  • Bars und Kneipen sollen Gäste bald draußen bewirten dürfen (19.57 Uhr)

  • Hotels und Unterkünfte öffnen ab Freitag mit Einschränkungen (7.10 Uhr)

+++ Hier geht es zum Newsblog von Donnerstag +++

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