Corona-Lage: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Freitag

Lesedauer: 36 Min
Digitalredakteur
Digitalredakteurin
Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Zum Aktualisieren hier klicken

Aktuelle Zahlen des RKI¹ und Sozialministeriums:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 2.523 (33.851 Gesamt - ca. 29.700 Genesene - 1.626 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1.645
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 13.628 (173.152 Gesamt - ca. 151.700 Genesene - 7.824 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 7.824

Das Wichtigste des Tages:

  • Feiern sollen ab Juni wieder möglich sein (20.29 Uhr)
  • Baden-Württemberg erwägt Lockerungen für Großveranstaltungen (13.03 Uhr)
  • Bundesrat billigt Gutschein-Lösung für Tickets wegen Corona (11.30 Uhr)
  • Bregenzer Festspiele 2020 abgesagt (16.05 Uhr)
  • Einbruch von „massiver Wucht“ im Südwest-Tourismus (10.28 Uhr)
  • Lohnfortzahlung für Eltern derzeit wohl nicht verlängert (6.46 Uhr)
Hier könnten Sie weitere Inhalte von Flourish entdecken.
Dafür benötigen wir Ihre Zustimmung zur Datenübermittlung.

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

20.29 Uhr - Feiern sollen ab Juni wieder möglich sein

Feiern zu Geburtstag, Hochzeit oder Taufe könnten bald wieder möglich sein: Die Landesregierung will die Beschränkungen für Veranstaltungen schrittweise lockern. Das geht aus dem Entwurf für ein Stufenkonzept hervor, das der „Schwäbischen Zeitung“ vorliegt. Kommende Woche soll der Plan im Kabinett beraten werden.

Demnach sind vom 1. Juni an zunächst private Feiern mit bis zu 100 Teilnehmern wieder erlaubt. Auch öffentliche Veranstaltungen in derselben Größenordnung wären dann wieder möglich, vorausgesetzt, der zugang ist „weitgehend kontrollierbar“. Das würde etwa für Theatervorführungen, Konzerte mit Sitzplätzen, Vereinssitzungen und Universitätsvorlesungen gelten.

In einem zweiten Schritt sind dann ab dem 1. Juli solche Feiern und Veranstaltungen für bis zu 500 Personen wieder möglich. Gleichzeitig könnten dann auch solche Veranstaltungen wieder zugelassen werden, bei denen die Teilnehmer zwar bekannt sind, ihre Kontrolle aber schwieriger ist – etwa, weil sie keine festen Sitzplätze haben und frei durch den Veranstaltungsraum laufen. Das betrifft beispielsweise Kongresse, Tagungen oder kleine Messen.

18.51 Uhr - Zwei weitere Corona-Fälle im Kreis Biberach

Das Kreisgesundheitsamt hat am Freitag zwei weitere Corona-Fälle gemeldet. Bei den zwei Personen handelt es sich um eine Frau und einen Mann. Insgesamt sind damit bislang (Stand 15. Mai, 17 Uhr) 574 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Mittlerweile sind 435 Personen wieder genesen. 32 Personen sind in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Es handelt sich um 14 Frauen und 18 Männer.

 17.38 Uhr - Corona-Warn-App soll Mitte Juni verfügbar sein

Die geplante Corona-Warn-App in Deutschland soll rechtzeitig zur geplanten Rückkehr zur Reisefreiheit in Europa Mitte Juni fertig sein. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag in Berlin, der Termin entspreche "in etwa dem derzeitigen Plan". Zugleich stellte er klar, dass eine von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ins Gespräch gebrachte Quarantäne-Anwendung keine Unterfunktion der Warn-App sei. "Das sind zwei getrennte Dinge."

Das Gesundheitsministerium betonte, bei dem "Symptom-Tagebuch" handele es sich nicht um eine App, sondern um eine Internet-Plattform. "Diese Plattform hilft, die Betroffenen und die Gesundheitsämter zu entlasten, wenn Kontaktpersonen von Infizierten in Quarantäne geschickt werden." Momentan fragten die Gesundheitsämter in solchen Fällen zwei Mal am Tag telefonisch den Gesundheitszustand ab.

"Alternativ dazu sollen die Betroffenen künftig die Möglichkeit bekommen, in dem Symptom-Tagebuch auf der Internet-Plattform ihren Gesundheitsstatus einzutragen." Die Nutzung sei freiwillig. Bevor das Projekt online gehe, werde es mit Blick auf den Datenschutz und die Datensicherheit ausführlich geprüft. Eine erweiterte Testphase zur Verwendung des digitalen Symptom-Tagebuchs für die automatisierte Befragung von Patienten in Quarantäne sei jetzt gestartet worden.

Die Corona-Warn-App, die von der SAP und der Deutschen Telekom entwickelt wird, soll einen Hinweis an Nutzer schicken, wenn sie sich länger in der Nähe von jemand aufgehalten haben, der positiv auf den Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 getestet wurde. Die dafür notwendigen Daten zu via Bluetooth registrierten Kontakten sollen nicht zentral gespeichert werden, sondern nur beim Nutzer selbst. Bisher bemühen sich die Gesundheitsämter, Infektionsketten nachzuverfolgen, damit sich das Virus nicht weiterverbreitet.

16.05 Uhr - Bregenzer Festspiele 2020 abgesagt

Die Spielzeit 2020 der Bregenzer Festspiele ist abgesagt. Das hat Festspielpräsident Hans Peter Metzler heute bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz bekannt gegeben. Ohne die Aufführungen auf der Seebühne seien die Bregenzer Festspiele nicht die Festspiele. 

Nachdem das österreichische Gesundheitsministerium am Freitagmittag die Auflagen für Großveranstaltungen in diesem Sommer bekannt gegeben hatte, sei die Entscheidung, die Vorstellungen für dieses Jahr abzusagen, sehr schnell gefallen. Das erklärte Intendantin Elisabeth Sobotka. 

Bregenzer Festspiele
Die Kulisse der Oper „Rigoletto“ von Verdi bei der Fotoprobe auf der Seebühne 2019 - aber nicht in diesem Jahr zu sehen. (Foto: Felix Kästle / DPA)

Die Opern "Rigoletto" und "Nero" werden auf das folgende Jahr verlegt. Die Proben für die neue Aufführung fänden nicht in einem Monat statt, sondern in 13 Monaten, sagte Intendantin Sobotka.

"Alle Projekte, die wir angefangen haben, werden wir glücklicherweise trotzdem verwirklichen können." Die Aufführungen würden nicht grundsätzlich abgesagt, sondern nur auf das nächste Jahr verschoben. Mehr Informationen sowie Hinweise zum Kartenumtausch lesen Sie hier.

15.51 Uhr - Im Südwesten schon über zwei Milliarden Euro Corona-Hilfe ausgezahlt 

Im Rahmen des Corona-Hilfsprogramms hat das landeseigene Förderinstitut L-Bank Stand Freitag bereits mehr als zwei Milliarden Euro Hilfsgelder ausgezahlt. Seit Beginn des Hilfsprogramms wurden von den zuständigen Handels- und Handwerkskammern demnach fast 260.000 bereits geprüfte Anträge weitergeleitet. Gut 26.000 Anträge wurden abgelehnt, mehr als 220.000 Anträge seien bewilligt worden und die Betriebe hätten Auszahlungen erhalten, heißt es in einer Aufstellung der L-Bank vom Freitag, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Die bisherige Soforthilfe richtet sich nach der Zahl der Beschäftigten eines Unternehmens und beträgt für drei Monate insgesamt bis zu 9000 Euro für Solo-Selbstständige sowie Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten. Darüber hinaus gibt es Hilfen von bis zu 15.000 Euro für Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten und bis zu 30.000 Euro für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten.

Das Land berät wegen der andauernden Corona-Krise aktuell über ein zweites Hilfspaket für die Wirtschaft. Im Mittelpunkt stehen neben der Gastronomie- und Hotelleriebranche weiterhin die Automobilindustrie, aber auch Kleinstunternehmen, Solo-Selbstständige und die Bereiche Forschung, Entwicklung und Innovation.

15.23 Uhr - Österreichischer Polizist erzählt: Menschen an der Grenze abzuweisen, war nicht leicht

Dass Deutschland, Österreich und die Schweiz Mitte März Grenzkontrollen eingeführt haben, ist für die Polizei eine besondere Herausforderung. Denn die Beamten waren seitdem rund um die Uhr im Dienst. Aus diesem Grund sind auch sie erleichtert, dass nun langsam Normalität zurückkehrt, wie die österreichische Polizei in einer Pressemitteilung schreibt. Ein Inspektor berichtet von den Emfpindungen der Kollegen während der Kontrollen.

Im Rahmen der rasch installierten Grenzüberwachung mussten die Beamten in Österreich im Schnitt etwa 60 Wochenarbeitsstunden und zahlreiche Nachtdienste leisten, heißt es in der Mitteilung. Trotz der hohen Stundenbelastung und der spärlichen Pausen sowie Erholungszeiten hätten sie ein hohes Maß an Motivation und Einsatzbereitschaft gezeigt, da jedem bewusst war, dass es sich um eine Ausnahmesituation handelt.

Der Großteil der Grenzgänger hat Verständnis. Lesen Sie hier mehr. 

15.12 Uhr - Erstmals seit März kein neuer Corona-Todesfall in Dänemark gemeldet 

Erstmals seit knapp zwei Monaten ist in Dänemark an einem Tag kein neuer Corona-Toter gemeldet worden. Deutschlands nördlichstes Nachbarland steht damit weiterhin bei 537 Covid-19-Todesfällen, wie aus am Freitagnachmittag veröffentlichten Zahlen des dänischen Gesundheitsinstituts Statens Serum Institut hervorging. Insgesamt sind jetzt 10.791 Corona-Infektionen in Dänemark nachgewiesen worden, was einem Anstieg um 78 im Vergleich zum Vortag entsprach. 8959 davon haben die Erkrankung bislang überstanden. Zahlen des Instituts zeigten, dass es zuletzt am 13. März einen Tag ohne Todesfall gegeben hatte.

Dänemark war in der ersten März-Hälfte besonders früh mit strikten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus vorgegangen. Seither hat sich die Corona-Lage bei den Dänen deutlich verbessert, die Zahlen der Neuinfektionen und Todesfälle gehen kontinuierlich zurück. Mehrere Corona-Maßnahmen wurden seit Mitte April wieder gelockert.

Ein an Covid-19 erkrankter Patient übt zu gehen in der Lungenfachabteilung im Krankenhaus in Kopenhagen, Dänemark, mit einem Physiotherapeut. (Foto: OLAFUR STEINAR GESTSSON / AFP)

14.16 Uhr - Aalener Kitas erweitern die Notbetreuung

Im Schulterschluss mit ihren Kindergartenträgern hat die Stadt Aalen die weitere Ausweitung der Betreuung für Kinder abgestimmt. Grundlage sind die Ankündigungen des Kultusministeriums, in einem rollierenden System die sukzessive Öffnung der Kitas für Kinder anzugehen, die bislang nicht die Zugangsvoraussetzungen für eine Notbetreuung erfüllen.

Die Kitas werden bereits im Laufe der kommenden Woche mit den Eltern der 2500 Aalener Kita-Kinder ins Gespräch gehen und das Interesse an der Teilnahme an einer rollierenden Betreuung erfragen.

Aktuell werden etwa 250 Kinder in den Aalener Kitas notbetreut, im Schulbereich sind es etwa 90 Kinder. Die Tendenz ist steigend.

Lesen Sie hier mehr.

13.03 Uhr - Baden-Württemberg erwägt Lockerungen für Großveranstaltungen 

Baden-Württemberg erwägt, die Vorgaben für Großveranstaltungen in der Coronakrise schrittweise zu lockern. Das sieht der Vorschlag für ein Stufenkonzept vor, das allerdings noch nicht von der grün-schwarzen Landesregierung beschlossen ist.

Dem Vorschlag zufolge sollen private Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern, Hochzeiten oder Taufen mit bis zu 100 Menschen vom 1. Juni an wieder erlaubt werden.

Zeitgleich sollen auch öffentliche Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen wie Vereinsversammlungen oder Theateraufführungen in dieser Größenordnung zulässig sein. In einem zweiten Schritt sollen für diese beiden Arten von Veranstaltungen ab dem 1. Juli auch wieder bis zu 500 Menschen zusammenkommen können.

Öffentliche Veranstaltungen wie Volksfeste, Dorf- und Schützenfeste, sowie Open-Air-Konzerte, bei denen nicht zu kontrollieren ist, wer sie besucht, sollen aber bis zum 31. August verboten bleiben. Der Vorschlag liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuerst hatte darüber „Südwest Presse“ (Freitag) berichtet. Weitere Informationen sowie eine Aussage von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut lesen Sie hier.

12.36 Uhr - Sozialminister Heil will über Lohnfortzahlung noch einmal reden

Bundessozialminister Hubertus Heil will sich für eine Anschlussregelung für die auslaufende Lohnfortzahlung bei geschlossenen Kitas und Schulen einsetzen. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir einen neuen Anlauf finden müssen, um für den Übergang auch eine neue Regelung zu finden“, sagte der SPD-Politiker am Freitag im Bundesrat. Über das Thema werde am kommenden Montag bei einem Treffen von Gewerkschafts- und Arbeitgebervertretern mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gesprochen, kündigte Heil an.

Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums hatte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ/Freitag) zuvor gesagt: „Angesichts der verstärkt öffnenden Schulen und Kindergärten wird es nach heutigem Stand keine Verlängerung der Regelung geben“. Eltern hatten seit dem 30. März für sechs Wochen Anspruch, vom Staat 67 Prozent des entgangenen Nettoeinkommens zu erhalten — bis zu einer Grenze von 2016 Euro im Monat. Für manche Eltern wären die Zahlungen damit Mitte Mai erschöpft.

11.30 Uhr - Bundesrat billigt Gutschein-Lösung für Tickets wegen Corona 

Für wegen der Corona-Krise ausgefallene Kultur- und Sportveranstaltungen müssen Ticketkäufer vorübergehend auch Gutscheine akzeptieren. Der Bundesrat billigte am Freitag die im Bundestag beschlossene Lösung, die die Kulturszene vor Liquiditätsengpässen schützen soll.

Katy Perry veröffentlicht neuen Song
Australien, Bright: US-Sängerin Katy Perry tritt beim Fight-On-Konzert für die vom Buschfeuer betroffene Gemeinden im Pioneer Park auf. (Foto: James Ross)

Betroffen sind alle Tickets, die vor dem 8. März gekauft wurden — für Konzerte, Festivals, Theatervorstellungen, Vorträge, Lesungen, Fußballspiele und andere Sportwettkämpfe. Auch Dauerkarten und Abos für Theater oder Fitnessstudios sollen über Gutscheine kompensiert werden.

Die Wertgutscheine können entweder für eine Nachholveranstaltung oder für ein anderes Angebot des Veranstalters eingelöst werden. Kunden können aber eine Auszahlung verlangen, wenn ein Gutschein wegen persönlicher Lebensverhältnisse unzumutbar ist. Nicht eingelöste Gutscheine werden Ende 2021 ausgezahlt.

11.15 Uhr - Bundesliga-Neustart am Wochenende: Das müssen Fans jetzt wissen

Schon vor dem mit Spannung erwarteten Neustart der Fußball-Bundesliga an diesem Samstag herrscht große Uneinigkeit.

  • Wie kann die Saison in der derzeitig so fair wie möglich beendet werden?
  • Was passiert, wenn zu viele Infektionen ligaintern oder eine zweite Welle für einen Abbruch der laufenden Spielzeit sorgen?
  • Wer überträgt die Geisterspiele und was gibt es sonst Neues?

 Die wichtigsten Fragen und Antworten - finden Sie in diesem Artikel.

10.28 Uhr - Einbruch von „massiver Wucht“ im Südwest-Tourismus 

Die Gäste- und Übernachtungszahlen im Südwesten sind wegen der Corona-Pandemie massiv eingebrochen. Die Gästezahlen gingen im erten Quartal des Jahres um 800.000 Gäste, sprich um 20 Prozent zurück, teilte das Statistische Landesamt am Freitag mit.

Die Zahl der Übernachtungen sank um 16 Prozent — das bedeutet, dass es 1,6 Millionen Übernachtungen weniger gab als im Vorjahreszeitraum. Waren die Zahlen im Januar und Februar noch gestiegen, lag das Minus im März bei 60,6 Prozent und war damit „ein massiver Einbruch von bisher nicht da gewesener Wucht“, wie die sonst eher zurückhaltende Statistikbehörde mitteilte.

Insgesamt wurden von Januar 2020 bis März 2020 rund 3,3 Millionen Ankünfte und knapp 8,7 Millionen Übernachtungen gemeldet. Die Statistiker erheben dabei Beherbergungsbetriebe mit zehn und mehr Schlafplätzen. Nach wie vor kamen mit mehr als 80 Prozent die meisten Gäste aus dem Inland. Die Pandemie habe den ganzen Südwesten ohne Ausnahme zeitgleich erfasst, hieß es.

10.01 Uhr - Landeshauptstadt verschärft Auflagen für Demo gegen Corona-Regeln 

Die Stadt Stuttgart verschärft die Auflagen für die Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen. Bei der Kundgebung am Samstag auf dem Wasengelände seien höchstens 5000 Teilnehmer zulässig, teilte die Stadt am Freitag mit. Die Versammlungsbehörde fordert zudem 500 Ordner, die eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssen, da die Teilnehmer zwangsläufig immer wieder den erforderlichen Mindestabstand unterschreiten. Zugang und Abgang zur Demo müssen außerdem so entzerrt werden, dass die Teilnehmer nicht in direkten Kontakt kommen.

„Es war eine Abwägung von Infektionsschutz und der Versammlungsfreiheit“, betonte Ordnungsbürgermeister Martin Schairer. Bei der letzten Demonstration habe man festgestellt, dass Teilnehmer ohne vorgeschriebene Maske in Bussen und Bahnen unterwegs waren. Dafür werde man am Samstag 300 Euro Bußgeld verhängen.

News Themen der Woche KW19 News Bilder des Tages Querdenker/Grundrechte Demo startet auf dem Marktplatz in Stuttgart - M
Querdenker/Grundrechte Demo startet auf dem Marktplatz in Stuttgart - Marktplatz abgesperrt. (Foto: 7aktuell.de/Marc Gruber / imago-images.de)

9.14 Uhr - Gespräche zwischen Formel 1 und Hockenheim über möglichen Grand Prix

Die Formel 1 führt nach dpa-Informationen Gespräche mit dem Hockenheimring über eine mögliche Austragung eines Grand Prix in dieser durch die Corona-Krise beeinträchtigten Saison. Demnach hat es einen weiteren Austausch über ein potenzielles Rennen auf der Traditionsstrecke gegeben. Es sei über organisatorische Abläufe gesprochen worden, finanzielle Aspekte wurden nicht diskutiert. Zuletzt hatte die Geschäftsführung des Hockenheimrings erklärt, man würde "eine konkrete Anfrage" der Rechteinhaber prüfen und sich "Gesprächen nicht verschließen".

Hockenheim war für dieses Jahr aus dem Kalender der Formel 1 gefallen. Die Rechteinhaber hoffen mit einem Notkalender noch auf 15 bis 18 Rennen in diesem Jahr. Die Saison soll nun am 5. Juli auf dem Red-Bull-Ring in Österreich beginnen. Einem Kalenderentwurf von "motorsport.com" zufolge kommt Hockenheim für Termine am 26. Juli oder 2. August infrage.

8.59 Uhr - Slowenien öffnet seine Grenzen für EU-Bürger

Das EU-Land Slowenien hat nach einem erheblichen Rückgang der Ansteckungszahlen die Corona-Pandemie für beendet erklärt und seine Grenzen für EU-Bürger geöffnet. Das entschied die Regierung in Ljubljana am späten Donnerstagabend. EU-Bürger können nun einreisen, ohne sich in die bislang vorgeschriebene siebentägige Heimquarantäne begeben zu müssen, wie die Nachrichtenagentur STA am Freitag berichtete.

An den Grenzen zu den EU-Nachbarländern Österreich, Italien und Ungarn wird allerdings weiterhin kontrolliert. EU-Ausländer, die offensichtlich Symptome einer Corona-Erkrankung aufweisen und keinen ständigen Wohnsitz in Slowenien haben, werden zurückgewiesen. Für Nicht-EU-Bürger ist bei der Einreise weiterhin die Quarantänepflicht vorgeschrieben. Im Land gelten unverändert Abstandsregeln und eine Maskenpflicht in Geschäften, Lokalen und öffentlichen Verkehrsmitteln.

7.33 Uhr - Europas Finanzminister beraten über Corona-Krisenhilfen

Die Finanzminister der Eurozone und der EU beraten am Freitag in einer Video-Konferenz über die Krisenhilfen in der Corona-Pandemie (15 Uhr). Dabei geht es um drei bereits vereinbarte Krisenprogramme zur Unterstützung von Regierungen, Firmen und Arbeitnehmern, die derzeit in der Umsetzung sind.

Endgültig beschlossen werden soll dabei zum Auftakt ein Hilfspaket des Euro-Rettungsfonds ESM, der Ländern der Währungsunion vorsorgliche Kreditlinien von bis zu 240 Milliarden Euro bereitstellt.

Diskutieren werden die Minister auch über einen „Wiederaufbauplan“, der Europas Wirtschaft schnell wieder aus der Rezession holen soll. Zudem informiert die EU-Kommission die Minister über ihre neuen Vorgaben für staatliche Beteiligungen an Firmen im Zuge der Corona-Krise.

7.02 Uhr - Quarantäne-Regeln für Einreise nach Deutschland werden gelockert

Die wegen der Coronavirus-Gefahr verhängten Quarantäne-Vorschriften für Rückkehrer und Einreisende aus EU- und Schengen-Staaten nach Deutschland sollen bereits in den nächsten Tagen aufgehoben werden. Wer aus EU- und Schengen-assoziierten Staaten sowie aus Großbritannien einreist, soll von der Pflicht ausgenommen werden, sich zunächst für zwei Wochen in häusliche Quarantäne zu begeben.

Darauf hätten sich die Länder mit dem Bund verständigt, teilte die nordrhein-westfälische Landesregierung am Donnerstagabend mit. Die Umsetzung der Regelung in den Ländern solle in den nächsten Tagen erfolgen. In Nordrhein-Westfalen gilt sie bereits seit Freitag 00.00 Uhr.

Grenzverkehr
Beamte der Bundespolizei kontrollieren an der deutsch-französischen Grenze. (Foto: Oliver Dietze / DPA)

Von der Quarantäne-Pflicht ausgenommen sind neben den EU-Ländern damit auch Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz. Damit werden Reisen in die Nachbarländer wesentlich erleichtert

Zukünftig soll laut der nordrhein-westfälischen Landesregierung auch insgesamt das Infektionsgeschehen im Ausland stärker berücksichtigt werden. So würden auch Rückkehrer aus anderen Staaten dann befreit, wenn das Robert Koch-Institut für diese Staaten feststelle, dass eine Quarantäne entbehrlich sei. Hier lesen Sie mehr.

6.46 Uhr - Lohnfortzahlung für Eltern derzeit wohl nicht verlängert

Die Bundesregierung plant derzeit keine Verlängerung der Lohnfortzahlung für Eltern, die wegen der Betreuung ihrer Kinder in der Corona-Krise nicht zur Arbeit gehen können. Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums verwies auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ darauf, dass Kindergärten und Schulen verstärkt wieder öffneten. Deshalb werde es „nach heutigem Stand keine Verlängerung der Regelung geben“.

Eltern können bis zu 67 Prozent ihres Lohns vom Staat erhalten, wenn sie Kinder unter zwölf Jahren während der Pandemie wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen und deshalb Einkommensverluste haben. Die Leistung ist aber begrenzt auf 2016 Euro für einen vollen Monat und wird bisher höchstens sechs Wochen lang gezahlt. Zeiten, in denen die Kita oder Schule ohnehin wegen Ferien geschlossen wäre, werden nicht mitgerechnet.

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch nannte es einen „Skandal, wie die Bundesregierung mit Eltern umgeht, die auf Kinderbetreuung verzichten müssen“. Kinder, Frauen und vor allem Alleinerziehende würden zu Verlierern der Corona-Krise, sagte Bartsch der „NOZ“.

6.32 Uhr - Fernunterricht erreicht etliche Schüler nicht

In der Coronakrise konnten viele Schülerinnen und Schüler in Deutschland digital nicht erreicht werden. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des „Schul-Barometers“, die am Freitag vom Institut für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie der Pädagogischen Hochschule Zug in der Schweiz veröffentlicht wurde. Nur etwas mehr als die Hälfte der befragten Schulmitarbeiter gaben an, quasi alle Schülerinnen und Schüler erreicht zu haben.

14 Prozent der Schul-Mitarbeiter gaben an, dass immerhin zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen nicht über das Internet erreichbar gewesen seien. Zwölf Prozent meinten, dass 15 bis 20 Prozent digital nicht kontaktierbar waren.

Bei den Kommunikationsmedien setzen die Schulen vor allen noch auf die E-Mail (66 Prozent), gefolgt vom Mobiltelefon (Anruf oder Nachricht), Website der Schule und Online-Plattformen wie Moodle. Im Rahmen der Studie wurden mehr als 7000 Menschen aus dem Schulbetrieb - darunter 655 Schulleiter — aus Deutschland Österreich und der Schweiz befragt.

Das waren die letzten Meldungen von Donnerstag:

21.37 Uhr - Mehr als 7700 Corona-Tote in Deutschland

Bundesweit sind bis Donnerstagabend mehr als 172.900 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 172.000 Infektionen).

Mindestens 7788 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7711). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagabend bei 0,75. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Donnerstag gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,88. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

19.57 Uhr - Wahl zu Pandemiezeiten - Horgenzell wählt seinen Bürgermeister

Eine solche Bürgermeisterwahl wie am kommenden Sonntag, 17. Mai, hat es im Landkreis Ravensburg noch nie gegeben. Die alle acht Jahre anstehende Bürgermeisterwahl fällt ausgerechnet in die Corona-Krise. Hier geht es zum Artikel.

18.55 Uhr - 16 Ermittlungsverfahren nach Mannheimer Corona-Protest

Am Freitag und Samstag vergangener Woche waren Polizisten aus Ansammlungen von Jugendlichen aus Mannheim und Ludwigshafen heraus angegriffen worden, nachdem sie aufgefordert worden waren, das Abstandsgebot zu beachten. Aus einer Schreckschusspistole waren Schüsse gefallen. Zwei Beamte erlitten Knalltraumata.

Die Beamten haben nach Polizeiangaben von Donnerstag mittlerweile 14 Ermittlungsverfahren eingeleitet gegen Beteiligte, denen Tätlichkeiten gegen Polizisten sowie Böller- und Flaschenwürfe vorgeworfen werden. Zudem wird gegen zwei Personen ermittelt, die im dringenden Verdacht stehen, über soziale Medien zu Straftaten aufgefordert zu haben.

Sieben Menschen erhielten Aufenthaltsverbote unter Androhung von Zwangsgeldern in Höhe von bis zu 5000 Euro. Sie dürfen drei Monate lang weder die Haupteinkaufsmeile Planken noch das Wasserturmgelände und den Paradeplatz betreten.

Das Wichtigste von Donnerstag:

  • Mehr als 7700 Corona-Tote in Deutschland
  • Steuereinnahmen brechen 2020 um fast 100 Milliarden Euro ein
  • Landesgartenschau in Überlingen wird auf 2021 verschoben
  • Warnung vor Radikalisierung auf Corona-Demos
  • Patienten-Besuch: Weitere Lockerungen im Südwesten beschlossen

+++ Hier geht es zum Newsblog von Mittwoch +++

Ausgewählte Artikel zum Virus und seinen Folgen:

Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aus folgenden Quellen:

Dashboard RKI¹, Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO⁵

Meist gelesen in der Umgebung

Mehr Inhalte zum Dossier

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen