Corona-Lage: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Freitag

Lesedauer: 29 Min
Digital-Redakteur
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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

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Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 6.534 (31.919 Gesamt - ca. 24.000 Genesene - 1.385 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1.353
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 27.377 (160.758 Gesamt - ca. 126.900 Genesene - 6.481 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 6.481

Das Wichtigste im Überblick:

  • VfR Aalen bittet Fans um Verzicht (20.17 Uhr)
  • Weltweit erste Lockerungen der Einschränkungen (15.32 Uhr)
  • Land will flächendeckend in Alten- und Pflegeheime auf Corona testen (12.52 Uhr)
  • Bislang mehr als 21.500 Verstöße gegen Corona-Auflagen (07.15 Uhr)
  • Auch Baumärkte von Krise betroffen (06.45 Uhr)

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

21.36 Uhr - Kommentar zu Lockerungen in der Krise: Ein klarer Fahrplan tut not

Schrittweise werden die Maßnahmen in der Corona-Krise gelockert. Das ist gut, kommentiert Jochen Schlosser. Es wäre jedoch schön, wenn die Lockerungen einer nachvollziehbaren Logik folgen würden. Sein Kommentar:

20.17 Uhr - VfR Aalen bittet Fans um Verzicht

Der Fußball-Regionalligist VfR Aalen steckt tief in der Corona-Krise: „Eine Rückzahlung eines Teils dieser Dauerkarten würde uns wirtschaftlich das Genick brechen“, schreibt VfR-Geschäftsführer Giuseppe Lepore in einem Brief.

Rund 1340 Dauerkarten hat der Verein abgesetzt. Bei einer Fortsetzung oder eben einem Abbruch hätten die Fans Anspruch auf eine Rückerstattung der nicht besuchten Partien. Das hat zuletzt auch beispielsweise die Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen bestätigt. Denn auch bei einer Dauerkarte könnte man die Leistung einzelner Spiele oder Veranstaltungen herauslesen und somit bestehe ein Anspruch seitens der Fans auf die nicht besuchten Spiele. Selbst wenn es in den Geschäftsbedingungen anders stehen sollte. So sieht es die Zentrale. Um solchen Gedankenspielen vorzubeugen und da der Aalener Verein das Geld eben dringend benötigt, hat der VfR nun verschiedene Angebote geschaffen, die den treuen Anhängern den Verzicht schmackhaft machen sollen.

19.05 Uhr - Weniger Infizierte in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg sind weniger Menschen am Coronavirus erkrankt. Nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts. Sind im Südwesten bereits 24.000 Menschen von dem Virus genesen, 1.385 Menschen seien verstorben. Damit sind aktuell noch rund 6.534 Menschen in Baden-Württemberg mit dem Virus infiziert.

17.57 Uhr - FC Bayern spendiert Münchner Altenheimen Sachertorten

Der FC Bayern will den von der Corona-Krise schlimm betroffenen Bewohnern und Pflegekräften von Altersheimen eine Freude machen und spendiert rund 80 Einrichtungen in München etwas Süßes. Wie der Fußball-Rekordmeister am Freitag mitteilte, soll in der nächsten Woche jede Pflegeeinrichtung je zehn Sachertorten erhalten. Die Aktion sei mit dem Bayerischen Gesundheitsministerium abgestimmt.

Lecker und kalorienreich.
Lecker und kalorienreich. (Foto: Archiv)

Die alten Leute sind in diesen Wochen und Monaten mit am meisten belastet - auch weil sie nicht besucht werden dürfen. „Mit unserer Geste wollen wir ihnen sagen: Ihr seid nicht allein“, sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und ergänzte: „Ihre Pfleger leisten täglich Großartiges für unsere Gesellschaft. Das ist ein Beruf, der einem alles abverlangt. Da muss man verdammt viele berufliche und noch mehr empathische Qualitäten mitbringen.“

16.53 Uhr - Corona-Krise kurbelt Amazon-Geschäft an

Der boomende Handel im Internet und florierende Cloud-Dienste bescheren Amazon in der Corona-Krise starke Geschäftszuwächse.

Im ersten Quartal stieg der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um 26 Prozent auf 75,5 Milliarden Dollar (68,9 Mrd Euro), wie der weltgrößte Online-Händler mitteilte. Allerdings hat Amazon wegen der Pandemie auch hohe Ausgaben - etwa aufgrund einer Einstellungsoffensive angesichts des großen Kundenansturms auf seine Lieferdienste.

„Wenn Sie Amazon-Aktien besitzen, sollten Sie sich jetzt lieber hinsetzen, denn wir denken nicht klein“, warnte Konzernchef Jeff Bezos angesichts des bevorstehenden Kostenanstiegs, der im aktuellen Quartal den gesamten Betriebsgewinn verschlingen könnte. Amazon profitiere zwar in vielen Bereichen von der Krise, doch es seien zugleich „die härtesten Zeiten, mit denen wir jemals konfrontiert waren“. Amazon will viel Geld ausgeben, um seine Mitarbeiter besser zu schützen und eigene Covid-19-Tests zu entwickeln.

15.32 Uhr - Weltweit erste Lockerungen der Einschränkungen

Nach teils langen Ausgangssperren wegen der Corona-Pandemie dürfen die Menschen in zahlreichen Ländern wieder etwas mehr. Schritt für Schritt wagen viele Staaten den Weg in Richtung Normalität. Ein Überblick, wie die einzelnen Länder jetzt vorgehen.

Italien
Kunden mit Mundschutz kaufen in einem Geschäft in Neapel Obst und Gemüse. (Foto: Andrew Medichini / DPA)

14.23 Uhr - Eisenmann für verpflichtende Impfung gegen Coronavirus 

Die CDU-Spitzenkandidatin in Baden-Württemberg, Susanne Eisenmann, ist für eine verpflichtende Impfung gegen das Coronavirus, wenn es einen Impfstoff gibt. „Für den Fall, dass ein verträglicher und wirksamer Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht, würde ich eine generelle Impfpflicht gegen das Coronavirus befürworten“, sagte die Kultusministerin der „Heilbronner Stimme“ und dem „Mannheimer Morgen“ (Samstag).

„Ich gehe zwar davon aus, dass sich viele Bürger freiwillig impfen würden. Aber um unsere Mitmenschen und unser Gesundheitswesen zu schützen und sämtliche derzeit geltenden Einschränkungen aufheben zu können, wäre die Einführung einer Impfpflicht zur zügigen Immunisierung der Bevölkerung sicher hilfreich.“

13.26 Uhr - Schulen im Südwesten rüsten sich für den Unterricht in Corona-Zeiten

Warnschilder anbringen, Pfeile für die Laufrichtung auf den Boden kleben, Tische auseinanderrücken, Desinfektionsmittel und Seife verteilen: Schulen im Land bereiten sich auf die Rückkehr von rund 330.000 Schülern in den Unterricht ab kommenden Montag vor. Dabei gelten strenge Abstands- und Hygieneregeln, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden.

Eine Maskenpflicht wie in Bussen, Bahnen und Läden soll es im Unterricht aber nicht geben.

Nach siebenwöchigen Schulschließungen kehren am Montag zunächst die Schüler, die in diesem oder im kommenden Jahr ihren Abschluss machen, wieder in ihre Klassenzimmer zurück. „Unser Versprechen gilt, dass wir bei den Prüfungen die aktuelle Sondersituation berücksichtigen“, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).

Im nächsten Schritt sollen dann — möglichst noch vor den Pfingstferien — die Viertklässler wieder an die Schulen zurückkommen. Ziel des Kultusministeriums ist es, dass alle Schüler in diesem Schuljahr zumindest noch zeitweise Präsenzunterricht erhalten.

Coronavirus - Baienfurt Hygieneschleuse an Schule
Schüler der Achtalschule in Baienfurt testen die neue Hygieneschleuse am Eingang der Schule. Nachdem sie die Hände gewaschen haben, desinfizieren sie diese noch im Hygienecontainer. In der Schule soll nach den "Corona-Ferien" demnächst wieder Unterricht stattfinden mit den momentan gebotenen Abstands- und Hygieneregeln. (Foto: Felix Kästle)

13.02 Uhr - Millionen-Verluste: Corona-Krise trifft die Stadt Neu-Ulm mit voller Wucht

Die Corona-Krise trifft die Stadt Neu-Ulm mit voller Wucht. Vor allem die wegbrechenden Steuereinnahmen reißen enorme Lücken in den Haushalt.

Doch durch den „Shutdown“ kommt auch in den städtischen Einrichtungen und Tochtergesellschaften kaum Geld rein. Bis Ende des Jahres droht ein Verlust in Millionenhöhe – und die jahrelang angesparten Rücklagen könnten bald aufgebraucht sein.

Hier lesen Sie mehr.

12.52 Uhr - Land will flächendeckend in Alten- und Pflegeheime auf Corona testen 

Im Kampf gegen das Coronavirus hat die Landesregierung flächendeckende Tests in Alten- und Pflegeheimen im Land angekündigt. Man wolle einmalig alle Bewohner und das Personal stationärer Pflegeeinrichtungen auf Covid-19 testen, heißt es in einem Schreiben des Gesundheitsministeriums an die Einrichtungen, das Schwäbische.de vorliegt.

Auch Personen ohne Symptome sollen dabei getestet werden. Der „Südwest Rundfunk“ hatte zunächst darüber berichtet. Man werde alle durchtesten, um einen klaren Stand zu haben, hatte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) in dem SWR-Magazin „Zur Sache Baden-Württemberg“ angekündigt.

Eine Task Force „Langzeitpflege“ berate unterdessen unter Hochdruck über Lockerungen der bisherigen Besuchs- und Ausgangsbeschränkungen für Bewohner von Pflegeheimen.

Coronavirus –  Labor
Ein Wattestäbchen eines Corona Abstriches wird bearbeitet. (Foto: Oliver Berg / DPA)

12.07 Uhr - Neue Studie zu Corona bei Kindern an der Uniklinik Ulm: „Interesse ist riesig“

Wie häufig sind Kinder von Covid-19 betroffen? Der Ulmer Professor Dr. Klaus-Michael Debatin spricht über die Ziele der neuen Studie am Universitätsklinikum. Hier lesen Sie mehr.

11.26 Uhr - Umfrage: Hätten Sie Verständnis dafür, wenn Schüler dem Unterricht wegen Corona fernblieben?

Im Mai sollen die Schulen in Deutschland schrittweise wieder geöffnet werden. In einem Rahmenkonzept haben die Kultusminister der Länder bereits angekündigt, dass jeder Schüler die Schule noch vor den Sommerferien mindestens tageweise wieder besuchen soll.

Der Bund will daran anschließend bis zum 6. Mai ein Konzept zur weiteren schrittweisen Öffnung von Schulen, Kindertagesstätten und zur Wiederaufnahme des Sportbetriebs erarbeiten lassen. 

Doch an diesen Plänen gibt es deutliche Kritik. Zwar soll der Unterricht unter besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen wieder aufgenommen werden und die Öffnung zunächst für Prüfungs- oder Abschlussklassen gelten. Doch auch das wirft Fragen auf.

Machen Sie mit bei der repräsentativen Umfrage zum Thema von Schwäbische.de und dem Meinungsforschungsinstitut Civey:

10.43 Uhr - Millionen-Minus: Kurzarbeit beim Bayerischen Fußball-Verband 

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) schickt sein hauptamtliches Personal wegen der Coronavirus-Pandemie in Kurzarbeit.

Im Schnitt werde die Arbeitszeit der etwa 80 festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um die Hälfte reduziert, wie der Verband am Donnerstag mitteilte. Der BFV ist der größte der 21 Landesverbände unter dem Dach des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Der BFV rechnet mit Einbußen von bis zu 7,5 Millionen Euro im laufenden Haushaltsjahr. Ziel sei es, „das Defizit im Interesse der fast 4600 Vereine überall dort zu minimieren, wo es möglich ist“. Der Verband berücksichtige auch, dass der Spielbetrieb in Bayern bis mindestens 31. August 2020 ausgesetzt ist.

„Bedingt durch die aktuelle Aussetzung des Spielbetriebs in ganz Bayern, der elementaren Aufgabe des BFV, fallen unterschiedliche Aufgaben nicht mehr in dem Maße an, wie das zu normalen Zeiten der Fall ist“, sagte BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher laut Mitteilung. „Entsprechend bleibt uns in weiten Teilen kein anderes Mittel als das der Kurzarbeit, um diesem Umstand gerecht zu werden.“

09.32 Uhr - Autokorso in Berlin darf trotz Corona-Epidemie stattfinden

Trotz der Corona-Beschränkungen darf ein Autokorso in Berlin stattfinden. Das entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am späten Donnerstagabend. Die Veranstalter wollen am Freitag in einem Korso aus 20 Teilnehmern in acht Fahrzeugen durch Berlin fahren.

Der Polizeipräsident lehnte eine Ausnahme vom coronabedingten Versammlungsverbot mit der Begründung ab, dass die Berliner Corona-Verordnung dies lediglich für ortsfeste Versammlungen vorsehe.

Das Verwaltungsgericht entschied hingegen, dass eine solche Ausnahme auch für den Autokorso zuzulassen sei. Diese Entscheidung bestätigte nun das OVG im Wesentlichen. Der Beschluss ist unanfechtbar.

08.55 Uhr - Ryanair geht wegen Corona-Krise von 3000 Stellenstreichungen aus

Der irische Billigflieger Ryanair geht davon aus, wegen der Corona-Krise bis zu 3000 Stellen abzubauen. Das teilte die Fluggesellschaft am Freitag mit. Die Airline werde im Juli mit einem Restrukturierungsprogramm beginnen. Betroffen von den Stellenstreichungen seien vor allem Piloten und Kabinenpersonal.

Auch unbezahlter Zwangsurlaub, Gehaltskürzungen um bis zu 20 Prozent und die Schließung von Standorten in ganz Europa seien zu erwarten, hieß es in der Mitteilung. Auch Mitarbeiter in der Führungsebene und in der Verwaltung müssten mit Jobverlust und Gehaltskürzungen rechnen. Ryanair-Geschäftsführer Michael O'Leary stimmte zu, für das gesamte Haushaltsjahr auf die Hälfte seines Gehalts zu verzichten.

Die Fluggesellschaft geht davon aus, dass es mindestens zwei Jahre dauern wird, bis Passagierzahlen und Ticketpreise wieder das Niveau von 2019 erreichen. Ryanair hatte die meisten seiner Flüge im März eingestellt und rechnet nicht damit, dass der Betrieb vor Juli wieder aufgenommen werden kann.

Der irische Billigflieger Ryanair geht davon aus, wegen der Corona-Krise bis zu 3000 Stellen abzubauen. (Foto: PAUL FAITH)

08.16 Uhr - Kunden müssen wegen Corona-Maßnahmen länger auf Pakete warten

Die in der Corona-Pandemie notwendigen Schutzmaßnahmen sorgen nach Angaben der Paket-Dienstleister teilweise dafür, dass Pakete später beim Kunden ankommen. „Angesichts von mehreren Millionen Paketen zusätzlich pro Tag mehr wird es immer auch Fälle geben, in denen die gewohnten Laufzeiten von ein bis zwei Werktagen überschritten werden“, sagte ein DHL-Sprecher.

Das liege auch daran, dass etwa Schutzmaßnahmen in den Sortierzentren die Prozesse verzögerten.

Auch bei Hermes kennt man dieses Problem: An den Logistikstandorten könne nur in kleineren Schichten und abwechselnden Gruppen gearbeitet werden, um den notwendigen Mindestabstand einzuhalten, hieß es. „Die Sicherheitsmaßnahmen führen dazu, dass bei steigenden Paketmengen die zeitgerechte Sortierung und Auslieferung durchaus herausfordernd ist“, sagte eine Sprecherin.

Die Standardlieferungen von Hermes kämen weitgehend normal an, besonders sperrige Sendungen bräuchten dadurch aber teilweise länger.

Bei DHL sieht man sich auf dem Weg der Besserung: Zeitweise seien 14 Prozent der Sendungen länger als zwei Tage unterwegs gewesen, mittlerweile seien es noch unter zehn Prozent, teilte der Sprecher mit. 70 Prozent der Pakete kämen dagegen einen Tag nach Absendung bei den Kunden an. Manchmal länger warten müssen Kunden dem Unternehmen zufolge in den Großstädten, vor allem in Berlin.

DHL-Paketzusteller
Ein DHL-Paketzusteller geht mit einer Sackkarre voller Pakete zu einem Haus. (Foto: Jan Woitas)

07.46 Uhr - Zum Lachen in den Garten — Klinikclowns in Zeiten von Corona

Ferdi und Bommel müssen leider draußen bleiben. Sie sind aber keine Haustiere, sondern Klinikclowns.

Wegen der Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise dürfen sie die Kinderkliniken, Alten- und Pflegeheime, die sie sonst besuchen, nicht betreten. Ausfallen sollen ihre Visiten deswegen aber nicht. „Die Clowns sind natürlich sehr mit Kreativität gefordert“, heißt es vom Verein Bayerischer Klinikclowns.

Das bedeutet für die 67 Clowns im Freistaat: WhatsApp-Nachrichten, Video-Anrufe, selbst gedrehte Filmchen — und nach draußen verlegte Auftritte: vor Fenster, in Innenhöfen und Gärten — wie beim AWO-Seniorenzentrum Sauerlach im Landkreis München.

Bommel heißt eigentlich Claus-Peter Damitz (60) und ist Schauspieler und Synchronsprecher. Ferdi alias Martina Schnecke (55) ist ausgebildete Clownin. Alle drei Wochen kommen die beiden normalerweise in das Seniorenzentrum. „Normalerweise sind wir sehr nah auch da, halten auch Hände, nehmen auch in den Arm“, sagt Damitz.

Aber im Moment ist nichts normal und für die Bewohner da sein können die Clowns nur noch aus der Distanz. „Das fehlt diesen Menschen jetzt natürlich auch sehr“, sagt Damitz. „Aber mir auch“. Jetzt stehen Ferdi und Bommel in voller Clownsmontur mit zwei Ukulelen und einem Verstärker im Vorgarten des Seniorenheims und singen alte Schlager.

Klinikclowns in Zeiten von Corona
Die Klinikclowns Martina Schnecke (Ferdi) und Claus-Peter Damitz (Bommel) spielen vor einem AWO Seniorenzentrum. Wegen der Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise dürfen sie die Kinderkliniken, Alten- und Pflegeheime, die sie sonst besuchen, nicht betreten. (Foto: Annika Säuberlich)

07.15 Uhr -Bislang mehr als 21.500 Verstöße gegen Corona-Auflagen 

Partys in Shisha-Bars, Picknick mit Freunden im Park oder eine Spritztour zu viert mit dem Auto — gegen die strengen Corona-Auflagen ist in Baden-Württemberg innerhalb der vergangenen Wochen mehr als 21.500 Mal verstoßen worden.

Bis Ende April seien 20.802 Ordnungswidrigkeiten und 715 Straftaten registriert worden, teilte das Innenministerium mit. Die Polizei kontrollierte mehr als 222.000 Menschen, zudem wurden 37.500 Autos untersucht (23. März bis 29. April).

Zu den Ordnungswidrigkeiten zählen unter anderem der Verstoß gegen das Besuchsverbot in einem Pflegeheim, der Betrieb einer Kneipe oder eine Zahn-OP. Auch die Teilnahme an einer Versammlung in einer Wohnung oder ein Spaziergang mit mehreren Freunden werden geahndet. Als Straftaten im Zusammenhang mit der Pandemie gelten Verstöße gegen die Quarantäne-Verordnung oder auch die Organisation größerer Veranstaltungen.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) ist zufrieden: „Obwohl die Regeln der Corona-Verordnung große Einschränkungen bringen, obwohl den Menschen viel zugemutet wird, halten sie sich im Großen und Ganzen sehr vernünftig und diszipliniert an diese Regeln und Vorgaben.“ Die festgestellte Zahl der Verstöße sei Woche für Woche gesunken. „Das macht deutlich, wie ernst die Bürgerinnen und Bürger die Bedeutung der Maßnahmen nehmen.“

Coronavirus - Stuttgart
Die Polizei fährt am 25. April auf dem Schlossplatz in Stuttgart Patrouille und kontrolliert, ob die Menschen, die bei Sonnenschein die warmen Temperaturen genießen, genug Abstand zueinander halten. (Foto: Christoph Schmidt)

06.45 Uhr - Auch Baumärkte spüren Corona-Krise — lange Schlangen täuschen

Eine Heckenschere für den Garten besorgen oder Wandfarbe für die Küche: In der Corona-Krise nutzen viele Menschen die Zeit zuhause zum Erneuern und Werkeln — und reihen sich in die oft langen Schlangen vor Heimwerkermärkten ein. Im Unterschied zu anderen Geschäften durften Baumärkte in den vergangenen Wochen öffnen. Sie decken den Grundbedarf und gelten als „systemrelevant“.

Die Vorstellung täusche aber, es sei gleichermaßen zu einem Ansturm gekommen, sagt Sprecher Florian Preuß von der Baumarktkette Hornbach. „In unseren deutschen Märkten hatten wir im April weniger Kunden als üblicherweise. Verantwortung dafür tragen wir selbst — denn wir begrenzen den Eintritt in unsere Märkte seit dem 18. März strikt.“

Einen Markt mit 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche dürften aktuell nur 100 Kunden zeitgleich betreten. „Alle weiteren Kunden müssen außen warten — was bisweilen den Eindruck verstärkt, es gäbe einen Ansturm“, sagt Preuß. Allerdings spüre das Unternehmen eine sehr hohe Nachfrage. „Die Bestellungen in unserem Onlineshop explodieren.“ Interesse herrscht vor allem an Pflanzen, Erden und Dünger — aber auch etwa an Gartenspielgeräten — und Pools. „Die Menschen machen es sich und ihren Kids schön“, meint Preuß.

Dem Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) zufolge sind die beschlossenen Einschränkungen während der Corona-Krise wichtig, sie bringen viele Betriebe jedoch an die Existenzgrenze. Und auch wenn das Online-Geschäft boome — es werde Insolvenzen geben, befürchtet BHB-Hauptgeschäftsführer Peter Wüst. „Der Verband vertritt über 2100 Bau- und Gartenfachmärkte — mehr als ein Drittel waren lange geschlossen. Die Kosten laufen aber weiter und sind durch die Sicherheitsmaßnahmen höher als vor Corona.“

Auch Baumärkte spüren Corona-Krise - lange Schlangen täuschen
Vor einem Baumarkt stehen am 21. März Menschen in einer Schlange, weil immer nur eine begrenzte Anzahl von Kunden gleichzeitig eingelasssen wird. (Foto: Stefan Puchner)

Donnerstag, 21.20 Uhr - Gelockerte Einreise für Bewohner österreichischer Enklaven 

Für die Bewohner österreichischer Enklaven wird die Einreise nach Deutschland in der Corona-Krise wieder leichter. Dies betreffe Menschen aus Jungholz, Hinterriß und dem Kleinwalsertal, die sich versorgen oder Behördengänge erledigen müssten müssen, teilte die Bundespolizei am Donnerstag mit.

Das müsse allerdings in der jeweiligen Grenzregion geschehen, hieß es weiter. Auch die Durchreise durch Deutschland ist für die Bewohner seit Mittwoch wieder erlaubt — von einem Teil Österreichs zu einem anderen.

Donnerstag, 20.31 Uhr - Laschet und Söder: Alkohol erschwert Corona-Lockerung in Gastronomie 

Das Ausschenken von Alkohol macht nach Ansicht von Bayern und und Nordrhein-Westfalen Corona-Lockerungspläne für der Gastronomie besonders schwierig.

Während NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) am Donnerstag nach einer Konferenz von Bund und Ländern angesichts der dramatischen wirtschaftlichen Lage auf baldige Erleichterungen auch für die Gastronomie drängte, äußerte sich CSU-Chef Markus Söder eher zurückhaltend und skeptisch.

In der Gastronomie mache ein Mundschutz der Gäste wenig Sinn und das Distanzgebot, das zur Verhinderung weiterer Ansteckungen zentral sei, „bleibt angesichts von Alkohol nun, sagen wir, zumindest schwerer konsequent umsetzbar. Es ist aber die Realität des Lebens“.

Die Lockerungskonzepte der einzelnen Bereiche „müssen nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern auch in Realität“.

Donnerstag, 19.55 Uhr - 31.901 nachgewiesene Corona-Fälle im Südwesten — 1387 Tote 

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten in Baden-Württemberg ist auf mindestens 31.901 gestiegen. Das waren 312 mehr als am Vortag, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilte.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg um 33 — auf 1387. Rund 22 950 Menschen seien von ihrer Covid-19-Erkrankung wieder genesen, hieß es.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,7 angegeben. Das bedeutet laut Ministerium, dass im Mittel fast jeder mit Sars-CoV-2 Infizierte eine weitere Person ansteckt.

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Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aus folgenden Quellen:

Dashboard RKI¹, Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO⁵

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