Corona-Lage: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Donnerstag

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 403 (ca. 35.220 Gesamt - ca. 33.000 Genesene - ca. 1.815 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  ca. 1.815
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 4.800 ( ca. 187.760 Gesamt - ca. 174.100 Genesene - ca. 8.860 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: ca. 8.860

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Kretschmann kündigt mehr Personal für Gesundheitsämter an (12.01 Uhr)
  • Weniger Aufträge in der Bauwirtschaft wegen Corona-Krise (12.25 Uhr)
  • Weniger Häftlinge in Baden-Württembergs Gefängnissen (06.34 Uhr)
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Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen guten Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Corona-Hotspot Schlachthof: Frage nach der Verantwortung

(18.09 Uhr) Nach dem Corona-Ausbruch beim Branchen-Riesen Tönnies im Kreis Gütersloh stellen sich viele Fragen - immer lauter auch die nach der Verantwortung der Fleisch-Konzerne im Land. Deutschlands Marktführer bei der Schlachtung von Schweinen hatte am Mittwoch einen deutlichen Anstieg der Infiziertenzahl unter den Beschäftigten in Rheda-Wiedenbrück vermeldet - auf mehr als 650.

Für rund 7000 Menschen wurde eine Quarantäne verfügt, Schulen und Kitas im Kreis wurden geschlossen. Bis zu den Sommerferien in NRW - Start 29. Juni (letzter Schultag 26.6.) - wird es nur eine Notbetreuung geben.

Wie konnte es soweit kommen?

++ Weniger Aufträge in der Bauwirtschaft wegen Corona-Krise 

(12.25 Uhr) Die Corona-Krise hat spürbare Auswirkungen auf die baden-württembergische Baubranche. Die Auftragseingänge brachen im April auf 870 Millionen Euro ein nach 1,18 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, wie der Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Thomas Möller, am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Der Rückgang habe somit 26,5 Prozent betragen.

Den größten Rückgang gab es mit 44,3 Prozent im Wirtschaftsbau, also bei Bauten für die private Wirtschaft. Aber auch der öffentliche Bau habe mit einem Minus von 15,5 Prozent kräftig Federn gelassen. Möller sagte, offenbar stellten die Unternehmen im Land, allen voran die Automobilbranche, angesichts der aktuellen Krise ihre Investitionen in neue Fabrikhallen und Bürogebäude derzeit zurück. „Umso wichtiger ist es, die Maßnahmen von Bund und Land zur Belebung der Wirtschaft schnell auf den Weg zu bringen, damit die Nachfrage rasch wieder anziehen kann.“

Die Umsatz- und Beschäftigtenzahl auf dem Bau ist hingegen seit Jahresbeginn stabil geblieben. So wurde von Januar bis April bei den Erlösen ein Zuwachs von 5,9 Prozent auf insgesamt 3,91 Milliarden Euro verzeichnet. Die Zahl der Mitarbeiter stieg im Schnitt um 4,2 Prozent an.

++ Kretschmann kündigt mehr Personal für Gesundheitsämter an 

(12.01 Uhr) Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat eine personelle Stärkung der Gesundheitsämter angekündigt. Das Coronavirus habe gezeigt, wie wichtig es sei, mit solchen Krisen umzugehen, sagte Kretschmann am Donnerstag bei einem Besuch im Landesgesundheitsamt (LGA) in Stuttgart.

Das Sozialministerium bereite ein Kabinettsvorlage zur personellen Stärkung des LGA und der Gesundheitsämter vor. „Die Frage ist nur, wie hoch und wie viel? Das muss man genau prüfen. Aber das wir das verbessern müssen, ist keine Frage.“

Es werde aber schwierig werden, neues Personal zu finden. Die Besoldungsstrukturen des öffentlichen Dienstes seien oft nicht attraktiv genug. „Das stellt uns schon vor einige Herausforderungen.“

Die Leiterin des Landesgesundheitsamts, Karlin Stark, begrüßte die Ankündigung. In den vergangenen Jahren sei der öffentliche Gesundheitsdienst vernachlässigt worden.

++ Basilika Birnau entwickelt pandemiegerechten Weihwasserspender 

Die Corona-Pandemie hat die Verantwortlichen der Basilika Birnau am Bodensee auf eine ungewöhnliche Idee gebracht: Die barocke Wallfahrtskirche in Uhldingen-Mühlhofen bietet ihren Besuchern einen fast kontaktlosen Weihwasserspender. „Eine Gottesdienstbesucherin kam beim Blick auf den Desinfektionsspender auf die Idee und wir setzten diese um“, sagte eine Sprecherin der Basilika am Mittwoch. „Not macht erfinderisch.“

Der Apparat funktioniere genau wie der ursprüngliche Desinfektionsspender: Das Weihwasser komme heraus, wenn man mit dem Ellbogen auf den Bogen drücke.

Die Weihwasserbecken waren wegen der Ansteckungsgefahr in der Corona-Krise nicht benutzbar.

Inzwischen gebe es solche Weihwasserspender aber auch zu kaufen, sagte die Sprecherin weiter. So stellt beispielsweise die Firma Foottec in der bayerischen Oberpfalz Spender her. Sie rüstete dafür eines ihrer Produkte um: kontaktlose Senf- und Ketchup-Spender für Imbissbuden.

Nach Angaben einer Firmensprecherin haben mittlerweile rund 25 Kirchen deutschlandweit einen Weihwasserspender. Ein Exemplar sei auch nach Schweden geliefert worden.

Weihwasserspender
Ein Spender mit Weihwasser steht in der Wallfahrtskirche Basilika Birnau am Bodensee. Die Kirchenverwaltung hatte den Spender installiert, um den Gläubigen die kontaktlose Entnahme von Weihwasser zu ermöglichen. (Foto: Philipp von Ditfurth)

++ Weniger Häftlinge in Baden-Württembergs Gefängnissen

(06.34 Uhr) Die Corona-Krise wirkt sich auch stark auf die Lage hinter Gittern aus: Wegen der strengen Auflagen sitzen deutlich weniger Häftlinge in baden-württembergischen Gefängnissen ein als üblich.

Von den insgesamt 7471 verfügbaren Plätzen im offenen und geschlossenen Vollzug im Südwesten sind mit. Unter anderem sei die Auslastung im geschlossenen Männervollzug, der Anfang März noch zu über 100 Prozent belegt war, auf rund 88 Prozent zurückgefahren worden, um das Ansteckungsrisiko zu senken.

Nach seinen Angaben sind unter anderem Abteilungen für Quarantäne-Fälle eingerichtet worden. Die Zahl der Gefangenen wurde vor allem dadurch reduziert, dass bestimmte Häftlinge zunächst nicht zum Haftantritt geladen wurden.

Insgesamt haben sich nach den Angaben des Ministeriums bislang sechs Häftlinge in baden-württembergischen Gefängnissen mit dem Coronavirus infiziert, sie sitzen alle in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Mannheim ein und seien wieder genesen. Unter den Bediensteten lag die Zahl der Infektionsfälle landesweit „im mittleren zweistelligen Bereich“, wie es weiter hieß. „Auch die Bediensteten sind bis auf aktuell einen alle wieder genesen“, sagte der Sprecher.

Das waren die letzten Meldungen von Mittwoch

++ Mindestabstand und Hygieneregeln sollen vorerst weiter gelten 

(18.12 Uhr) Bund und Länder wollen vorerst an den bisherigen Regeln zu Mindestabstand und Hygienemaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie festhalten.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Mittwoch nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten, der Mindestabstand von 1,5 Metern, verstärkte Hygiene-Maßnahmen sowie das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in bestimmten öffentlichen Bereichen und das Instrument der Kontaktbeschränkungen hätten sich bewährt und sollten fortgeführt werden.

++ Schulen nach Sommerferien zurück in den Regelbetrieb

(17.51 Uhr) Die Schulen sollen spätestens nach den Sommerferien in allen Ländern in den Regelbetrieb zurückkehren. Dies gelte, falls sich die Infektionslage in der Corona-Krise weiterhin gleichbleibend gut entwickle.

Das beschlossen Bund und Länder bei einem Treffen am Mittwoch in Berlin, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

++ 7000 Menschen im Kreis Gütersloh in Quarantäne

(16.15 Uhr) Nach dem Corona-Ausbruch beim Schlachtereibetrieb Tönnies stellt der Kreis Gütersloh rund 7000 Menschen unter Quarantäne.

Betroffen seien alle Personen, die auf dem Werksgelände gearbeitet hätten, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) am Mittwoch. Sie würden nun nach und nach auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet.

Einen allgemeinen Lockdown für den Kreis werde es nicht geben, obwohl die wichtige Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen deutlich überschritten sei.

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiter war bis Mittwochabend auf 657 gestiegen. Insgesamt lagen am Mittwochabend 983 Testergebnisse vor, davon 326 negativ, wie ein Sprecher des Kreises Gütersloh mitteilte. Dies sei nur ein Zwischenstand. Nach Angaben des Landrats Sven-Georg Adenauer (CDU) hatte der Kreis insgesamt 1050 Coronavirus-Tests für Beschäftigte der Firma Tönnies veranlasst. 

+++ Hier geht es zum Newsblog von Mittwoch +++

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