Corona-Lage: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Donnerstag

Lesedauer: 20 Min
Digitalredakteurin
Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 1.100 (34.129 Gesamt - ca. 31.300 Genesene - 1724 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1724
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 8.100 (179.717 Gesamt - ca. 163.200 Genesene - 8411 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 8411

Das Wichtigste des Tages:

  • Bäder sollen vom 6. Juni an unter Auflagen öffnen dürfen (10.33 Uhr)
  • Vollständige Kita-Öffnung ohne Abstandsregeln (13.13 Uhr)
  • Schiffe dürfen wieder bayerische Häfen ansteuern (13.55 Uhr)
  • Bars und Kneipen sollen Gäste bald draußen bewirten dürfen (19.57 Uhr)
  • Hotels und Unterkünfte öffnen ab Freitag mit Einschränkungen (7.10 Uhr)
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Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Buchmesse rechnet nur mit einem Drittel der Aussteller ++

(18.36 Uhr) Die Frankfurter Buchmesse rechnet wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nur mit rund einem Drittel der sonst teilnehmenden Aussteller. Man plane „eine europäische Messe“, sagte Buchmessen-Direktor Juergen Boos am Donnerstag in Frankfurt. „Wir wissen, dass viele internationale Verlage nicht teilnehmen können.“

Boos rechnet nicht mit Teilnehmern aus den USA und Lateinamerika. Ob Verlage aus Asien dabei sein könnten, hänge von den dann geltenden Reisebestimmungen ab.

Betroffen ist auch der diesjährige Ehrengast Kanada. Die Buchmesse geht nicht davon aus, dass Verlage und Autoren aus dem Gastland in großer Zahl anreisen können. „Wir gehen von einem sehr stark virtuellen Konzept für das Gastland aus“, sagte Boos. Auch einige große deutsche Verlagshäuser haben bereits angekündigt, dass sie 2020 nicht mit einem Stand vertreten sein wollen.

++ Schiffe dürfen wieder bayerische Häfen ansteuern

(13.55 Uhr) Die Corona-Pause für die Ausflugsschiffe auf bayerischen Seen ist vorbei. Am Samstag können vielerorts die Boote wieder ablegen. So etwa die weiß-blaue Flotte der Bayerische Seenschifffahrt auf Ammersee, Starnberger See, Tegernsee und Königssee. Auch auf dem Chiemsee, den größten oberbayerischen See, geht es wieder los. Auf dem Bodensee werden die bayerischen Häfen wieder angesteuert. Überall gelten Schutzvorschriften: Maskenpflicht, Abstand, weniger Gäste.

Am Bodensee sind auf baden-württembergischer Seite schon seit dem 20. Mai wieder Schiffe der Weißen Flotte unterwegs, von Samstag an dürfen sie aber auch wieder Fahrgäste nach Lindau, Wasserburg und Nonnenhorn bringen. Zuvor habe man die bayerischen Häfen nur ohne Passagiere anlaufen dürfen, sagte ein Sprecher der Bodensee Schiffsbetriebe GmbH. Von Samstag an werden aber auch in Lindau wieder Rundfahrten angeboten. Auf den Schiffen gilt eine Maskenpflicht, Mindestabstände müssen ebenfalls eingehalten werden.

Wann die Schiffe wieder zum Schweizer Ufer des Bodensees fahren dürfen, sei momentan noch nicht sicher, so der Sprecher.

++ Vollständige Kita-Öffnung ohne Abstandsregeln

(13.13 Uhr) Wenn Kitas und Grundschulen im Südwesten bis Ende Juni wieder vollständig öffnen, werden dort die Abstandsgebote wegen des Coronavirus wegfallen. Ein Regelbetrieb könne nur ohne Abstandsgebote gehen, sagte eine Sprecherin des Kultusministeriums am Donnerstag in Stuttgart. Deshalb habe das Land die Studie an den Unikliniken zum Thema Kinder und Coronavirus in Auftrag gegeben.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatten am Dienstag erklärt, dass Kinder als Überträger des Virus nur eine untergeordnete Rolle spielten. Sie stützten sich dabei auf Zwischenergebnisse der besagten Studie und kündigten eine vollständige Öffnung der Kitas und Grundschulen bis Ende Juni an. Dazu sollen jetzt Konzepte erarbeitet werden.

Das Kultusministerium schreibt auf seiner Internetseite mit Verweis auf die ersten Erkenntnisse der Studie, bei Kindern bis zehn Jahren könne auf Abstandsgebote verzichtet werden. „Entscheidend wird jedoch sein, dass die jeweiligen Gruppen oder Klassen untereinander bleiben und sich nicht vermischen, auch nicht in den Pausen.“ Dazu solle mit den Kommunen und Trägern zügig ein Rechtsrahmen erarbeitet werden.

++ EU-Krisenhilfen an Bedingungen geknüpft

(12.03 Uhr) Die milliardenschweren Corona-Krisenhilfen aus Brüssel sollen an verbindliche Bedingungen geknüpft werden. Dazu zählen Reformzusagen der EU-Staaten und die Ausrichtung der Investitionen an Zielen wie Klimaschutz und Digitalisierung, wie die EU-Kommissare Valdis Dombrovskis und Paolo Gentiloni klarstellten. „Es geht nicht um eine Einmischung aus Brüssel“, betonte Gentiloni. Die Teilnahme an dem Programm sei freiwillig.

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch ein 750-Milliarden-Euro-Programm zur wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemie vorgestellt. Davon sollen 500 Milliarden Euro als Zuschuss und 250 Milliarden als Kredit vergeben werden. Von der Gesamtsumme sollen 560 Milliarden Euro für einen Fonds für wirtschaftliche Erholung und Stärkung (Recovery and Resilience Facility) zur Verfügung stehen, davon 310 Milliarden als Zuschüsse und 250 Milliarden als Kredite.

Um das Geld zu bekommen, müssen die EU-Staaten detaillierte Aufbau-Pläne (Recovery and Resilience Plans) vorlegen. Darin sollen sie erklären, wie das EU-Geld dazu beitragen soll, die regelmäßigen wirtschaftspolitischen Empfehlungen der EU-Kommission und die EU-Prioritäten in der Wirtschaftspolitik umzusetzen, darunter der Green Deal für ein klimaneutrales Europa und die Digitalisierung.

Die Pläne sollen von der EU-Kommission und von einem Ausschuss der Mitgliedsstaaten geprüft und bewilligt werden. Anschließend würden Fortschritte beobachtet und die Gelder auch nur portionsweise ausgezahlt, sagte Dombrovskis.

++ Schlachthöfe: Erlass für Sammelunterkünfte geplant

(11.14 Uhr) Nach Corona-Fällen in Schlachthöfen plant Baden-Württemberg einen neuen Erlass für Sammelunterkünfte. Er solle in den nächsten Tagen an die Regierungspräsidien verschickt werden, teilte das Wirtschaftsministerium in Stuttgart mit. Nach SWR-Informationen werden den Baurechtsbehörden in dem Erlass konkrete Vorgaben gemacht. Ziel sei es, in Unterkünften für Beschäftigte mit mehr als zwölf Betten gesunde Wohnverhältnisse zu schaffen.

In einem Schlafraum sollen demnach höchstens acht Bewohner untergebracht werden, heißt es im Entwurf des Erlasses aus dem Wirtschaftsministerium, der dem SWR vorliegt. Unterkünfte für mehr als 50 Beschäftigte müssen einen Extra-Raum für Kranke haben, daneben sind Mindestgrößen für Nutzflächen und eine Mindestanzahl von Sanitäreinrichtungen vorgesehen.

Rund 400 Mitarbeiter einer Fleischfabrik in Birkenfeld im Enzkreis hatten sich vermutlich in ihren Unterkünften mit dem Coronavirus infiziert. Auch bundesweit hatte es in mehreren Schlachthöfen hohe Zahlen an Infektionen gegeben.

++ Bäder sollen vom 6. Juni an unter Auflagen öffnen können 

(10.33 Uhr) Erste Bäder in Baden-Württemberg sollen vom 6. Juni an wieder öffnen können. Dies sei allerdings wegen Corona nur unter strengen Hygienevorgaben und auf der Grundlage eines detaillierten Betriebskonzeptes möglich, teilte die Lenkungsgruppe der Landesregierung in Stuttgart mit.

„Darin müssen unter anderem die maximale Anzahl der Badegäste im gesamten Bad sowie in einzelnen Becken und die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsvorschriften geregelt sein.“ Dies betreffe auch Badeseen mit Zugangskontrollen, Heil-, Hotel- und Thermalbäder sowie Saunen. Ein regulärer Badebetrieb werde in diesem Sommer nicht möglich sein.

Nun muss noch die entsprechende Verordnung für die Bäder verfasst werden, die die Details regeln soll. Tourismusminister Guido Wolf (CDU) plädierte dafür, Schwimmbädern in Hotels sowie Heil- und Thermalbädern direkt am 6. Juni die Öffnung zu ermöglichen. „Für das Tourismusland Baden-Württemberg sind die Schwimmbereiche in den Hotels sowie Heil- und Thermalbäder von großer Bedeutung.“

Zudem sei an der frischen Luft an Badeseen und in Freibädern das Infektionsrisiko geringer. Wolf erinnerte daran, dass Hotels schwer von der Corona-Krise getroffen seien. „Solange vorhandene Wellnessbereiche in den Hotels noch geschlossen bleiben müssen, bedeutet dies weiterhin erhebliche Einbußen für diese Betriebe.“

++ Nur noch sieben aktuell Infizierte im Landkreis Sigmaringen

(09.34 Uhr) Der von der Pandemie besonders betroffene Landkreis Sigmaringen vermeldet seit mehr als einer Woche kaum neue Corona-Infektionen. Aktuell sind nur noch etwa sieben Personen infiziert. Anfang April waren es noch mehr als 300. Bis heute gibt es im Landkreis 782 bestätigte Fälle, allerdings sind 741 davon bereits wieder genesen. Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt es laut Landratsamt 34.

Der Landkreis Sigmaringen liegt in Baden-Württemberg auf Platz 3 der besonders betroffenen Landkreise, wenn die Infektionen pro 100.000 Einwohner betrachtet werden. Vor ihm liegen nur der Zollernalbkreis und der Hohenlohekreis.

++ Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätze öffnen mit Einschränkungen

(7.10 Uhr) Je näher der Sommer rückt, desto mehr Menschen dürften sich nach Urlaub sehnen. Wochenlang waren Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Ab Freitag gelten in Baden-Württemberg weitere Lockerungen

Welche Unterkünfte stehen ab dem 29. Mai wieder zur Verfügung?

Bereits am 18. Mai durften Campingplätze wieder für Dauercamper öffnen. Auch Ferienwohnungen wurden freigegeben. Gemeinschaftseinrichtungen blieben aber zunächst geschlossen. Ab Freitag dürfen auch Hotels und Pensionen wieder öffnen.

Welche allgemeinen Verhaltensregeln gelten für Personal und Gäste?

Wie schon vom Restaurantbesuch bekannt, müssen für alle Gäste Namen, Besuchszeit und Adresse festgehalten werden. Angestellte müssen in allen Räumen mit Gästekontakt eine Mund-Nasen-Bedeckung (Alltagsmaske) tragen. Für Gäste ab einem Alter von sechs Jahren gilt das im Bereich der Rezeptionen. Für Flure, Treppenhäuser und ähnliche Flächen sieht die Corona-Verordnung die Alltagsmaske als Sollbestimmung vor. Hier lesen Sie mehr.

++ Durch Corona-Krise möglicherweise 86 Millionen Kinder mehr in Armut

(6.44 Uhr) In Folge der Corona-Pandemie könnten Hilfsorganisationen zufolge weltweit 86 Millionen Kinder bis zum Jahresende in Armut abrutschen. Das sei ein Anstieg um 15 Prozent, ergab eine gemeinsame Analyse des Kinderhilfswerks Unicef und der Hilfsorganisation Save the Children.

„Die Covid-19-Pandemie hat eine beispiellose wirtschaftliche und soziale Krise ausgelöst, die vielen Familien weltweit ihre Lebensgrundlage raubt“, sagte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Die Hilfsorganisationen appellieren an die Regierungen, soziale Sicherungssysteme und Programme rasch und umfassend auszuweiten, um die Auswirkungen von Covid-19 auf Kinder abzumildern und Familien vor Armut zu schützen.

Die Armut durch die Corona-Krise werde Kinder besonders hart treffen. „Kinder, die Hunger und Mangelernährung erleiden, und sei der Zeitraum noch so kurz, können dauerhafte Schäden davontragen“, sagte Inger Ashing, Chefin von Save the Children International. 

++ Blick in die Region

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Das waren die letzten Meldungen von Mittwoch:

++ Bars und Kneipen sollen Gäste bald draußen bewirten dürfen ++

(19.57 Uhr) Bars und Kneipen können nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) ihre Gäste früher als vom Land vorgesehen wieder draußen bewirten. Die vollständige Schließung seit Mitte März widerspreche dem Gleichheitsgrundsatz, da Betreibern von Speisegaststätten mittlerweile eine Außenbewirtschaftung erlaubt sei. Für diese Unterscheidung gebe es keinen sachlichen Grund, teilte der VGH am Mittwoch in Mannheim mit.

Die enthemmende Wirkung des Alkoholkonsums mit der Folge höherer Ansteckungsgefahr, die das Land gegen die Baröffnung ins Feld geführt hatte, sei in den Außenbereichen von Bars und Restaurants gleichermaßen möglich. Ab dem 30. Mai dürfen demnach Bars ihre Gäste im Freien bewirten. Das Land erlaubt die vollständige Öffnung von Kneipen und Bars unter Hygieneauflagen ab dem 2. Juni.

Der Betreiber einer Bar südlich von Freiburg mit jeweils 100 Quadratmeter Schankraum und Außenfläche hatte gegen die Schließung seiner Lokalität geklagt. Das Gericht gab dem Antrag des Gastronomen teilweise statt und setzte den entsprechenden Artikel in der Coronaverordnung des Landes vorläufig außer Kraft, sollte er über den 29. Mai hinaus gelten. Shisha-Bars, Clubs und Diskotheken sind von dem Beschluss unberührt. 

++ Frankfurter Buchmesse soll im Herbst stattfinden ++

(17.43 Uhr) Die Frankfurter Buchmesse soll in diesem Herbst trotz Corona-Pandemie stattfinden. Das hat der Aufsichtsrat der Buchmesse am Mittwoch entschieden. Geplant sei, die Bücherschau vom 14. bis 18. Oktober 2020 auf dem Messegelände, dezentral in der Stadt und zeitgleich virtuell stattfinden zu lassen.

In den Vorjahren waren mehr als 300.000 Besucher nach Frankfurt geströmt und fast 7500 Aussteller aus über 100 Ländern angereist. Die Frankfurter Buchmesse findet seit 1949 statt. Als Ehrengast ist 2020 Kanada geladen. Mit dem Ausrichter des Ehrengast-Auftritts werde „über ein der Situation angepasstes Konzept“ beraten.

Ein detailliertes Gesundheits- und Hygienekonzept gewährleiste die Sicherheit von Besuchern, Ausstellern und Mitarbeitern, teilte die Buchmesse mit. Buchmessen-Direktor Juergen Boos sagte: „In diesem Jahr ist es wichtiger als je zu vor, die Frankfurter Buchmesse durchzuführen.“

Das Wichtigste von Mittwoch:

  • Bars und Kneipen sollen Gäste bald draußen bewirten dürfen (19.57 Uhr)

  • EU-Kommission plant Wiederaufbaufonds von 750 Milliarden Euro (11.39 Uhr)

  • Strobl nennt zu rasche Corona-Lockerungen verantwortungslos (09.44 Uhr)

  • Bereits fast 300.000 Anträge auf Pflege-Bonus gestellt (06.30)

+++ Hier geht es zum Newsblog von Mittwoch +++

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