Corona-Lage: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Dienstag

Lesedauer: 20 Min
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Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 440 (ca. 35.150 Gesamt - ca. 32.900 Genesene - ca. 1808 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  ca. 1808
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 4940 ( ca. 186.839 Gesamt - ca. 173.100 Genesene - ca. 8800 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: ca. 8800

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Neue Quarantäne-Regeln für Baden-Württemberg (15.45 Uhr)

  • Baden-Württemberg hilft Sportvereinen in Existenznot (18.13 Uhr)
  • Bayern setzt weitere Lockerungen um (13.03 Uhr)
  • Ab jetzt Entschädigung für Fahrgäste im regionalen Bahnverkehr (13.43 Uhr)
  • Nur 60 Neuinfektionen über das gesamte Wochenende gemeldet (6.44 Uhr)
  • Offizielle Corona-Warn-App steht zum Download bereit (7.16 Uhr)

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen guten Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Baden-Württemberg hilft Sportvereinen in Existenznot

(18.13 Uhr) Sportvereine und Verbände in Baden-Württemberg können bei finanzieller Not in der Coronavirus-Krise mit finanzieller Hilfe vom Land rechnen. Ein Soforthilfeprogramm über 11,635 Millionen Euro sei am Dienstag bewilligt worden, teilte das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport mit.

Die Gelder sollen „die Folgen der Corona-Pandemie abmildern“, sagte Sportministerin Susanne Eisenmann (CDU). Der Landessportverband begrüßte die Maßnahme. „Es war das versprochene Signal unserer Landesregierung, den Sport und das Ehrenamt nicht im Stich zu lassen“, sagte Präsidentin Elvira Menzer-Haasis.

++ Neue Quarantäne-Regeln für Baden-Württemberg

(15.45 Uhr) Wer aus einem anderen Staat nach Baden-Württemberg einreist, muss künftig nicht mehr grundsätzlich in Quarantäne. Entscheidend ist dabei der Aufenthalt in einem auf Basis des Robert-Koch-Instituts (RKI) ausgewiesenen Risikogebiet.

Reisende, die aus einem vom RKI als Risikogebiet ausgewiesenen Staat zurückkehren, sind verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern. Dies gilt auch für Personen, die zunächst in ein anderes Land der Bundesrepublik Deutschland eingereist sind. Betroffene müssen darüber hinaus direkt nach ihrer Rückkehr Kontakt mit dem örtlichen Gesundheitsamt aufnehmen. Bei einem Verstoß gegen die Quarantäne-Auflagen drohen nach dem Infektionsschutzgesetz Bußgelder.

++ Ab jetzt Entschädigung für Fahrgäste im regionalen Bahnverkehr 

(13.43 Uhr) Für zehn Strecken im regionalen Bahnverkehr können Kunden in Baden-Württemberg ab sofort eine einmalige Entschädigung für einen Monatsbeitrag beantragen — als Dank dafür, dass sie auf den betroffenen Verbindungen trotz besonders schlechter Leistungen der Bahn treu geblieben seien, wie das Verkehrsministerium heute in Stuttgart mitteilte.

„Das war keine Werbung für die Schiene und ich verstehe gut, dass viele sich gerade im letzten Jahr über verspätete und ausgefallene Züge geärgert haben. Das ging mir nicht anders“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne).

Mit der Kundenaktion übernähmen die Betreiber Verantwortung, wenn der Betrieb dauerhaft nicht gut gelaufen sei. Deshalb finanziere das Ministerium einen Teil der Entschädigung mit, sagte Hermann. Die Auswahl der zehn Strecken sei anhand objektiver Kriterien vorgenommen worden, das Gebiet der Stuttgarter S-Bahn gehöre nicht dazu. Zu den ausgewählten Strecken gehören zum Beispiel die Verbindungen von Stuttgart nach Karlsruhe, Ulm, Tübingen und Würzburg.

Den Antrag auf Rückzahlung eines Monatsbeitrages, einer Zeitkarte oder einer Abo-Rate können die Kunden über die Webseite des Landes (hier) stellen.

++ Bayern setzt weitere Lockerungen um

(13.03 Uhr) Die Anti-Corona-Maßnahmen in Bayern werden weiter gelockert: Ab diesem Mittwoch (17. Juni) dürfen sich im öffentlichen Raum wieder Gruppen von bis zu zehn Personen treffen - bislang waren solche Treffen auf Angehörige zweier Haushalte beschränkt.

In privaten Räumen und Gärten gibt es dann gar keine zahlenmäßige Beschränkung mehr. Das beschloss das Kabinett am Dienstag in München - gemeinsam mit einer ganzen Reihe weiterer Lockerungen etwa für Gastronomie, Kultur und Handel.

In Bayern steht nun zunächst aber auch größeren privaten Feiern und Veranstaltungen nichts mehr im Wege: Ab kommendem Montag (22. Juni) dürfen wieder Hochzeits- und andere Feiern, aber auch Schulabschlussfeiern und Vereinssitzungen stattfinden — mit bis zu 50 Personen in Innenräumen oder 100 Personen im Freien. Gaststätten und Biergärten dürfen ab kommendem Montag bis 23 Uhr statt wie bisher nur bis 22 Uhr geöffnet bleiben. Hallenbäder, Innenbereiche von Thermen und Hotelschwimmbäder einschließlich der Wellness-Bereiche dürfen ebenfalls ab 22. Juni wieder öffnen.

Bei Kulturveranstaltungen sind ab 22. Juni wieder mehr Zuschauer erlaubt. Veranstaltungen in Innenräumen dürfen dann mit bis zu 100 Gästen mit zugewiesenen Sitzplätzen, in Außenbereichen mit bis zu 200 Zuschauern stattfinden. Die Zahlen würden damit verdoppelt, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Die Maskenpflicht gilt weiter.

Alle Details zu den Lockerungen - hier lesen Sie mehr.

++ Weltweit bisher eher geringe Erfolge der Warn-Apps

(11.54 Uhr) In vielen Ländern sind Apps zur Bekämpfung der Pandemie gescheitert. In Deutschland soll es besser laufen

Die Bundesrepublik ist ein App-Nachzügler: 30 Länder nutzen laut „MIT Technology Review“ bereits digitale Anwendungen, mit denen Covid-19-Infektionen zurückverfolgt werden sollen. Die Erfolge der Regierungen sind bisher jedoch bescheiden.

Ein häufiges Problem sind geringe Nutzungszahlen. Singapur und Südkorea etwa gehörten zu den ersten Ländern, die sich für eine Kontaktverfolgung per App entschieden haben. Die Anwendungen dort erlauben es, Bewegungsprofile zu erstellen, was nicht gerade zur Akzeptanz in der Bevölkerung beigetragen hat. In Singapur haben seit dem Start im März nur 1,5 Millionen Menschen die App heruntergeladen, etwa 27 Prozent der Bevölkerung.

Die deutsche Regierung hofft, es besser zu machen. So hat die Entwicklung hierzulande länger gedauert, weil man mitten im Entwicklungsprozess auf eine dezentrale Speicherung der Daten umgeschwenkt ist. Zum anderen hat es gedauert, bis Apple und Google ihre Betriebssysteme so angepasst haben, dass die Apps stromsparend genutzt werden können. Die Bluetooth-Methode ist zudem genauer und anonymer als die GPS-App anderer Länder. Hier lesen Sie mehr.

++ Pressekonferenz zur Corona-Tracing-App

Beim Abspielen des Livestreams gibt es teilweise technische Probleme. Hier geht es zum Stream auf Youtube.

++ Deutschland führt Asylsuchende wieder in europäische Staaten zurück

(10.31 Uhr) Die in der Corona-Pandemie ausgesetzten Rückführungen von Migranten in andere europäische Staaten finden wieder statt. Das bestätigte das Bundesinnenministerium der Deutschen Presse-Agentur.

Nach den sogenannten Dublin-Regeln ist normalerweise jener EU-Staat für Asylanträge zuständig, wo Schutzsuchende zuerst den Boden der Europäischen Union betreten haben. Wenn die Behörden in Deutschland feststellen, dass ein anderes Land für das Asylverfahren zuständig wäre, können sie Schutzsuchende in sogenannten Dublin-Überstellungen dorthin schicken. Auch Norwegen, Island, die Schweiz und Liechtenstein sind Teil des Systems.

„Mit der Aufhebung der Einschränkungen beim grenzüberschreitenden Verkehr sowie der Aufhebung der Reisewarnung für die EU, ist auch der Überstellungsverkehr wiederaufzunehmen“, heißt es in einem Konzept des Bundesinnenministeriums, das der dpa vorliegt. Die Überstellungen waren am 23. März ausgesetzt worden.

Wer Symptome einer durch das Coronavirus ausgelösten Covid-19-Erkrankung zeigt oder nachweislich erkrankt ist, soll bis zur Genesung bleiben dürfen.

++ Autoindustrie: Experten erwarten harte Marktbereinigung

(8.26 Uhr) Die Corona-Krise wird in der Autoindustrie nach Einschätzung der Unternehmensberatung AlixPartners zu Übernahmen und einer knallharten Auslese führen. Die weltweiten Verkaufszahlen dürften dieses Jahr um 20 Millionen unter denen des Vorjahres liegen - „als wäre ein Markt von der Größe Europas über Nacht verschwunden“, erklärte sie in einer am Dienstag veröffentlichten Studie.

Die Erholung werde Jahre dauern. Die Folge sei „Darwinismus“ in der Branche: „Nur die finanz- und innovationsstarken Hersteller und Zulieferer überstehen die bevorstehende Marktbereinigung.“

Eine Reduzierung auf bis zu zehn größere Autohersteller sei möglich, „mit Tesla auf dem Weg in diese Gruppe“. Die deutschen Autobauer dürften zu den Überlebenenden gehören, sagte Elmar Kades, Leiter der Autosparte bei AlixPartners, der Deutschen Presseagentur: „Bei der Elektrifizierung und der Software gibt es zwar heftige Geburtswehen, aber sie sind stark genug, es zu schaffen.“

Die Renditen seien wegen der Investitionen in neue Technologien schon seit Jahren im Sinkflug. Die Corona-Krise wirke nun wie ein Brandbeschleuniger. „Die Autobranche insgesamt wird dieses Jahr wohl keine Gewinne erwirtschaften“, sagte Kades. Mit einem Einbruch von 21 auf 14 Millionen verkaufte Fahrzeuge habe Europa den stärksten Einbruch zu verkraften. Das Vor-Krisen-Niveau dürfte hier erst in fünf Jahren wieder erreicht werden.

++ Offizielle Corona-Warn-App steht zum Download bereit 

(7.16 Uhr) Seit den frühen Morgenstunden steht die Corona-Warn-App, auch als "Tracing-App" bezeichnet, in Deutschland zur Verfügung. Und es stehen dabei einige Fragen im Raum:

  • Was soll die Smartphone-App bringen?
  • Kann man mich mit der App ausspionieren?
  • Muss ich die App auf meinem Smartphone installieren?
  • Habe ich Nachteile, wenn ich die App nicht installiere?
  • Ersetzt die App die Hygiene-Regeln?

Wo sie heruntergeladen werden kann und die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir hier für Sie.

++ Nur 60 Neuinfektionen über das gesamte Wochenende gemeldet

(6.44 Uhr) Das baden-württembergische Gesundheitsministerium meldet 60 Neuinfektionen für die Tage Samstag, Sonntag und Montag. Insgesamt sind aktuell noch geschätzt 468 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert. Insgesamt gibt es mindestens 35.154 Fälle, wovon 32.878 Personen bereits wieder genesen sind.

Dem Landesgesundheitsamt wurden im selben Zeitraum aus den Landkreisen Freudenstadt und Tuttlingen insgesamt drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach steigt die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 1.808. 

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,98 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und liegt für Baden-Württemberg aktuell im Durchschnitt bei 1,3.

Das waren die letzten Meldungen von Montag:

++ 218 Milliarden Euro an Krediten wegen Corona

(17.12 Uhr) Sechs Jahre stand die schwarze Null, jetzt muss sich der Bund wegen der Corona-Krise so viel Geld leihen wie noch nie zuvor. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) plant für 2020 mit einer Neuverschuldung von 218,5 Milliarden Euro.

Das ist fast fünfmal so viel wie im bisherigen Rekordschuldenjahr 2010 in der Finanzkrise. Damals galt es Banken zu retten und den Konsum anzukurbeln. Jetzt geht es um die Stabilisierung fast der gesamten Wirtschaft, die in der Pandemie Einbrüche erlitten hat, wie man sie sich vorher kaum vorstellen konnte. Doch vielen stellt sich angesichts der Rekordsumme trotzdem die Frage: „Wer soll das bezahlen?“.

156 Milliarden Euro an neuen Krediten hatte der Bundestag für die Hilfsprogramme bereits im März genehmigt - und dafür eigens die Schuldenbremse im Grundgesetz außer Kraft gesetzt. Jetzt kommen in einem zweiten Nachtragshaushalt noch einmal 62,5 Milliarden Euro dazu, wie am Montag aus dem Finanzministerium verlautete. Kabinett und Bundestag müssen allerdings noch zustimmen.

Mehr zu dem Thema lesen Sie hier.

++ Bundesregierung beteiligt sich an Impfstoffhersteller Curevac

(12.47 Uhr) Der Bund steigt beim Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac ein, das unter anderem einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte, für 300 Millionen Euro übernehme die bundeseigene Förderbank KfW rund 23 Prozent der Anteile. Ziel sei, dem Unternehmen von Mehrheitseigner Dietmar Hopp finanzielle Sicherheit zu geben. Der Staat wolle keinen Einfluss auf geschäftspolitische Entscheidungen nehmen.

Altmaier sagte, die Beteiligung sei zugleich industriepolitisch von hoher Bedeutung. Wichtige Forschungsergebnisse und Technologien würden in Deutschland und Europa gebraucht. Hintergrund sei auch das Konjunktur- und Zukunftspaket der Bundesregierung in der Corona-Krise.

Hopp erklärte, er freue sich, dass auch von staatlicher Seite die Bedeutung der Biotechnologie erkannt und diese Schlüsselindustrie über die frühe Forschung hinaus unterstützt werde.

Weltweit gab es nach Angaben des Verbands forschender Pharma-Unternehmen (vfa) vom Mai mehr als 120 Impfstoff-Projekte, von kleinen Firmen wie Biontech aus Mainz oder Curevac in Tübingen bis zu Konzernen wie Sanofi und GlaxoSmithKline. Doch wann eine Impfung zugelassen wird, weiß derzeit niemand.

Das Wichtigste von Montag:

  • 218 Milliarden Euro an Krediten wegen Corona (17.12 Uhr) 
  • Bundesregierung beteiligt sich an Impfstoffhersteller Curevac (12.47 Uhr)
  • Corona-Warn-App eventuell schon heute Abend verfügbar (12.15 Uhr)
  • Schulen im Südwesten öffnen wieder - Unterricht im Wechselsystem (6.55 Uhr)
  • Grenzen wieder offen - Reisewarnung für 27 europäische Länder aufgehoben (6.22 Uhr)

+++ Hier geht es zum Newsblog von Montag +++

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