Corona-Lage: Das waren die wichtigsten Entwicklungen am Dienstag

Lesedauer: 14 Min
Digital-Redakteur
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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 940 (34.796 Gesamt - ca. 32.100 Genesene - 1758 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1758
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 7110 (182.028 Gesamt - ca. 166.400 Genesene - 8522 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 8522

Das Wichtigste des Tages:

  • Koalition berät über Milliardenspritze für die Konjunktur (08.34 Uhr)
  • Umfrage zur vollständigen Kita-Öffnung in Baden-Württemberg (17.51 Uhr)
  • SPD fordert Konzept für Unterricht nach den Sommerferien (14.40 Uhr)
  • RKI meldet 213 Neuinfektionen (06.13 Uhr)
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Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen schönen Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Repräsentative Umfrage zur vollständigen Kita-Öffnung in Baden-Württemberg

(17.51 Uhr) Die grün-schwarze Landesregierung von Baden-Württemberg plant die vollständige Öffnung von Kitas bis Ende Juni. Eine politische Entscheidung, die nicht nur mit Blick auf die Debatte über die Infektiosität von Kindern durchaus von Bedeutung ist.

Schließlich geht es darüber hinaus auch um eine sozialpsychologische Folgenabschätzung, wenn Kinder zu lange aus ihrem Bildungshabitat und dem Kontakt mit Freunden und Gleichaltrigen gerissen werden. Und natürlich ist die Entscheidung auch für alle berufstätigen Eltern von großer Relevanz.

"Schwäbische Zeitung" und Schwäbische.de haben zusammen mit dem Online-Umfrageinstitut Civey eine Umfrage mit repräsentativem Ergebnis durchgeführt. Auf die Frage "Wie bewerten Sie es, dass Kitas in Baden-Württemberg spätestens bis Ende Juni wieder vollständig geöffnet werden sollen?" gab es eine eindeutige Rückmeldung - interessanterweise auch von einer der Alters-Risikogruppen. Hier geht es zu den exklusiven Umfrage-Ergebnissen.

++ Kretschmann: „Bei mir hat Bill Gates noch nicht angerufen“

(16.52 Uhr) Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich in einer Videobotschaft gegen Corona-Verschwörungsmythen gewandt. Auf Demonstrationen heiße es beispielsweise, dass Microsoft-Gründer Bill Gates hinter der Pandemie stecke, um eine heimliche Weltherrschaft zu errichten.

Dazu kann ich Ihnen nur sagen, dass ich das eigentlich wissen müsste, aber bei mir hat Bill Gates noch nicht angerufen.

Winfried Kretschmann

Er könne in dieser Hinsicht jede Einflussnahme auf seine Corona-Politik ausschließen, betonte Kretschmann. „Ich halte solch einen Verschwörungsmythos schlicht für absurd, aber ich beobachte mit Sorge, dass solche Mythen Verbreitung finden.“ Corona sei eine Naturkatastrophe und keine Verschwörung von Menschen. „Es gibt hier keinen Bösewicht, der uns alle austricksen will. Aber es gibt ein neuartiges Problem für unsere Gesundheit, eine schlimme Pandemie, die die ganze Gesellschaft in Mitleidenschaft zieht.“

++ SPD fordert Konzept für Unterricht nach den Sommerferien ++

(14.40 Uhr) Die SPD in Baden-Württemberg fordert vom Kultusministerium Konzepte für den Schulunterricht nach den Sommerferien unter den Bedingungen der Coronakrise.

„Wir wollen einen Schulbetrieb, der so gut funktioniert, wie es unter Infektionsgesichtspunkten nur irgendwie geht, und zwar verantwortbar“, sagte SPD-Landtagsfraktionschef Andreas Stoch am Dienstag in Stuttgart. „Wir können das Ganze nicht weitertreiben lassen und im nächsten Schuljahr wieder quasi nur auf Sicht fahren.“ Stoch warf Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vor, sich weniger den fachlichen Notwendigkeiten zu widmen, sondern vor allem parteipolitisch als Spitzenkandidatin der CDU zur Landtagswahl 2021 zu handeln. „Das halten wir für nicht verantwortbar.“

++ Steuerzahler-Bund warnt vor massivem Schuldenstand in BaWü ++

Der Bund der Steuerzahler Baden-Württemberg warnt vor einer massiven Neuverschuldung des Landes. Im Doppeletat 2020/21 drohe ein Anstieg der Neuverschuldung um 12,2 Milliarden Euro, teilte Landeschef Zenon Bilaniuk am Dienstag in Stuttgart mit. Der Schuldenkurs müsse begrenzt und parlamentarisch eng begleitet werden.

Das Land Baden-Württemberg war Ende 2019 mit rund 45 Milliarden Euro am Kreditmarkt verschuldet. Im Frühjahr genehmigte der Landtag wegen der Corona-Krise bereits eine Schuldenaufnahme in Höhe von 5 Milliarden Euro. Wegen des massiven Konjunktureinbruchs ist aber nach den finanzpolitischen Regeln noch eine weitere Schuldenaufnahme denkbar. Im Jahr 2020 sind weitere 4,5 Milliarden Euro an Krediten möglich, im Jahr 2021 noch einmal 2,7 Milliarden Euro.

Das Finanzministerium bestätigte diesen Rahmen. Sollte er ausgeschöpft werden, würde der Schuldenstand des Landes auf mehr als 57 Milliarden Euro steigen. Die Zahlen sind aber mit Unsicherheit behaftet, da der theoretisch mögliche Kreditrahmen von der weiteren Konjunkturentwicklung abhängt.

++ Koalition berät über Milliardenspritze für die Konjunktur ++

(08.34 Uhr) Es könnte eine dieser langen Nächte im Kanzleramt werden. Die Spitzen von Union und SPD treffen sich am Dienstagnachmittag zu Beratungen über ein möglicherweise 80 Milliarden Euro schweres Programm zur Milderung der konjunkturellen Folgen der Corona-Krise.

Auf dem Tisch liegen Vorschläge zur Unterstützung von Familien, Unternehmen und Kommunen. Von außen werden außerdem viele Forderungen an die Koalitionsspitzen herangetragen, wie das Geld am besten auszugeben ist.

Über diese Punkte wird verhandelt.

++ RKI meldet 213 Neuinfektionen ++

(06.13 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 213 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 182.028 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 02.06. 0 Uhr).

Das RKI weist darauf hin, dass es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen kann. Außerdem könne die Zahl der neuen Fälle aus technischen Gründen auch Fehler enthalten.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8522 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 11. Etwa 166.400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 600 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montag bei 1,20 (Datenstand 1.6. 0 Uhr; Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

++ Tschechien öffnet Grenze für deutsche Touristen ab 15. Juni 

(20.33 Uhr) Tschechien öffnet seine Grenze ab dem 15. Juni wieder für Touristen aus Deutschland. Das beschloss das Kabinett am Montag in Prag, wie Gesundheitsminister Adam Vojtech bekanntgab. Der EU-Mitgliedstaat hatte Mitte März wegen der Coronavirus-Pandemie einen weitgehenden Einreisestopp verhängt.

Grundlage ist nun ein neues Ampel-Modell, das Länder nach Risikogruppen einteilt.

  • Grünes Licht bekommen neben Deutschland und allen anderen Nachbarstaaten Tschechiens unter anderem auch die Schweiz und Kroatien. Damit entfallen auch die bisherigen Einschränkungen für grenzüberschreitende Berufspendler.
  • Ausländer aus rot und orange gekennzeichneten Ländern müssen bei der Einreise nach Tschechien einen negativen Labortest auf das Coronavirus vorlegen. Dazu zählen unter anderem Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Schweden.

Deutsche stellen traditionell die größte Gruppe unter den ausländischen Besuchern Tschechiens. Im vorigen Jahr wurden mehr als zwei Millionen Übernachtungsgäste aus der Bundesrepublik gezählt. Beliebt ist vor allem Prag mit seinen historischen Sehenswürdigkeiten wie der Karlsbrücke.

Um den Tourismus wieder anzukurbeln, hat die Stadt an der Moldau nun ein Gutscheinmodell beschlossen: Wer mindestens zwei Nächte in einem Hotel bleibt, erhält Punkte, die unter anderem in den städtischen Museen, dem zoologischen und dem botanischen Garten eingelöst werden können.

In Tschechien waren bis Montag 9286 bestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. 321 Menschen starben.

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Das Wichtigste vom Montag:

  • Jeder Zweite würde sich laut Umfrage gegen Corona impfen lassen (13.27 Uhr)
  • Freizeitsport ist ab Dienstag in Baden-Württemberg wieder möglich (08.40 Uhr)
  • Tschechien öffnet Grenze für deutsche Touristen ab 15. Juni

+++ Hier geht es zum Newsblog von Montag +++

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Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aktuell aus dem Dashboard RKI¹

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