Corona-Lage: Das waren die Entwicklungen am Montag, 11. Mai

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

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Aktuelle Zahlen des RKI¹ und Sozialministerium:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 3.545 (33.287 Gesamt - ca. 28.200 Genesene - 1.542 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1.542
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 16.558 (169.575 Gesamt - ca. 145.600 Genesene - 7.417 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 7.417

Das Wichtigste des Tages:

  • Bund gibt 750 Millionen Euro für Impfstoffentwicklung (15.18 Uhr)
  • Strobl für schrittweise Grenzöffnungen (14.07 Uhr)
  • Landesregierung plant weiteres Corona-Hilfspaket für Wirtschaft (13.01 Uhr)
  • Brauereien müssen Fassbier loswerden (11.03 Uhr)
  • VW-Verkäufe im April weiter stark gesunken (10.31 Uhr)
  • Ärzte betonen Notwendigkeit von Arztbesuchen (8.09 Uhr)
  • Stuttgarter Wilhelma öffnet wieder (6.42 Uhr)
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Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

22.15 Uhr - 33 393 nachgewiesene Corona-Fälle im Südwesten 

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 33.393 gestiegen. Das waren 141 mehr als am Samstag, wie das Sozialministerium mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg auf 1570. Knapp 28 400 Menschen sind von ihrer Infektion wieder genesen.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 1,21 angegeben. Das bedeutet im Mittel, dass ein mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierter etwas mehr als eine weitere Person ansteckt.

21.48 Uhr - Innenminister kündigt härteres Durchgreifen bei Corona-Demos an 

Nach ausufernden Protesten gegen die Corona-Maßnahmen hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bei Verstößen auf künftigen Corona-Demonstrationen ein härteres Durchgreifen angekündigt.

„Die Polizei wird bei den Versammlungen in den nächsten Wochen noch stärker präsent sein“, sagte der CSU-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“. Ähnlich äußerte er sich am Montagabend im Sender Bayern 2, „radioWelt am Abend“.

„Wir werden sehr genau hinschauen, insbesondere bei den Leuten, die den Staat als Ganzes ablehnen und aggressiv auftreten“, kündigte Herrmann an. Denn: „Das Grundgesetz gewährt nicht nur Versammlungs- und Meinungsfreiheit, es gibt dem Staat auch auf, seine Bürger zu schützen vor der rücksichtslosen Gefährdung durch andere.“

Am Wochenende hatten in mehreren Städten Bayerns Tausende Menschen gegen die ihrer Meinung nach zu strikten Regulierungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie protestiert. In München und Nürnberg waren deutlich mehr Menschen gekommen als angemeldet, Abstands- und andere Regeln zum Corona-Schutz wurden nicht mehr eingehalten.

Coronavirus - Demonstration in München
Polizisten greifen am Samstag, 9. Mai, einen Demonstranten aus der Menge, der zuvor in einer Menschenansammlung auf dem Marienplatz demonstriert hat. (Foto: Peter Kneffel)

21.15 Uhr - 42 Corona-Fälle im Altenheim

Im Altenheim St. Hildegard in Oberdischingen sind in der vergangenen Woche unter den Bewohnern und Mitarbeitenden Coronavirus-Infektionen festgestellt worden, erklärt die Pressestelle des Landratsamts Alb-Donau-Kreis auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“.

Die zuständige Gemeinde habe als Ortspolizeibehörde auf Vorschlag des Gesundheitsamts des Alb-Donau-Kreises Infektionsschutzmaßnahmen angeordnet, die der Träger im Rahmen seiner Eigenverantwortung ergreifen muss. 

Mittlerweile sind 27 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden, ebenso 15 Mitarbeitende. Eine Bewohnerin, die positiv auf das Virus getestet worden war, ist mittlerweile daran verstorben.

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Das Pflegeheim St. Hildegard in Oberdischingen.
Das Pflegeheim St. Hildegard in Oberdischingen. (Foto: Archiv)

20.52 Uhr - Ermittlungsgruppe nach Corona-Protest eingesetzt

Wenige Tage nach dem Widerstand Jugendlicher gegen die Corona-Einschränkungen in Mannheim hat die Polizei eine Ermittlungsgruppe eingesetzt. Am Freitag und Samstag vergangener Woche waren Polizisten aus Ansammlungen von Jugendlichen aus Mannheim und Ludwigshafen heraus angegriffen und mit Böllern beworfen worden.

Zwei Beamte erlitten Knalltraumata. Aus einer Schreckschusspistole waren Schüsse gefallen. Die Polizei nahm nach Angaben von Montag sechs Verdächtige im jugendlichen Alter fest.

Die neunköpfige Ermittlungsgruppe ist nach dem „Plankenkopf“ am Mannheimer Wasserturm benannt. Dort hatten sich am Samstagabend rund 250 Menschen versammelt, darunter bis zu 50 Jugendliche, die laut Polizei gegen das Kontaktverbot und die Abstandsregeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie verstießen.

Als die Beamten sie aufforderten, auseinanderzugehen, seien sie mit dem aggressiven Verhalten konfrontiert worden.

20.32 Uhr - Senior trifft Großfamilie im Park 

Mit rund 80 Familienmitgliedern hat sich ein 70 Jahre alter Mann im Schlosspark von Rastatt versammelt und damit gegen die aktuellen Auflagen wegen der Corona-Pandemie verstoßen.

Kollegen hätten am Sonntagabend die große Menschengruppe angetroffen, die zum Teil auch den vorgegebenen Sicherheitsabstand nicht eingehalten habe, teilte die Polizei am Montag mit. Der Senior gab sich als Initiator des Treffens zu erkennen und erklärte, dass er mit den anderen eine bevorstehende Familienfeier planen wollte.

Zunächst verwies ihn die Polizei nach eigenen Angaben mündlich auf die aktuellen Ansammlungsbeschränkungen. Als die Beamten die Großfamilie später noch immer vor Ort antrafen, lösten mehrere Polizeistreifen das Familientreffen auf. Den 70-Jährigen erwartet nun eine Anzeige.

20.05 Uhr - Die Theater-Saison in Ulm ist beendet

Der Hauptausschuss der Stadt Ulm hat in einer Sondersitzung am vergangenen Freitag zwei weitreichende Entscheidungen getroffen: Die aktuelle Spielzeit am Theater Ulm ist vorzeitig beendet – und das Abonnement-System wird für die kommende Saison 2020/2021 stillgelegt. Damit kommt der Ausschuss der Bitte des Stadttheaters entgegen.

Intendant Kay Metzger begründete diesen Schritt im Hauptausschuss: Das Programm für 2020/21 werde nicht „fristgerecht und titelgemäß“ über die Bühne gehen können. „Es schweben zu viele Fragezeichen über unseren Planungen.“ Fragezeichen, die in der Corona-Krise weiter ungeklärt bleiben.

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19.35 Uhr - Gruß im Gras 

Wer am Bucher Stausee vorbei fährt oder dort spazieren geht, sieht den Gruß „Bleib gesund“. Der Wasserverband obere Jagst hat bei einer Mähaktion die Buchstaben hinterlassen.

„Es soll einfach etwas Nettes sein in dieser Zeit“, sagt Josef Gentner vom Wasserverband Obere Jagst. Er sei am See vorbeigefahren Richtung Aalen und habe sich überlegt, was man dort Schönes machen könnte. „Vielleicht ein Smiley“, so hätte er sich gedacht. „Der Bucher Stausee liegt ja so toll“, schwärmt er. Dann sei er auf das „Bleib gesund“, gekommen. „Das passt doch!“.

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 Den Gruß „Bleib gesund“ kann man von der Bundesstraße B19 aus sehen.
Den Gruß „Bleib gesund“ kann man von der Bundesstraße B19 aus sehen. (Foto: A. Graser)

19.10 Uhr - Lindauer Grundschule ermutigt Viertklässler mit Video

Wo normalerweise Gewusel und Kinderlachen durch die Räume hallt, ist es jetzt still. Zwar sind die Viertklässler seit Montag zurück in der Grundschule Reutin/Zech.

Doch normal ist damit an der Schule noch lange nichts. Denn auch die Kleinen müssen sich an jede Menge Regeln halten, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Die Lehrer wollten den Kindern im Vorfeld die Sorge vor diesem ungewöhnlichen ersten Schultag nehmen. Und haben für sie ein Erklär-Video aufgezeichnet. Hier lesen Sie mehr.

18.30 Uhr - Friseure machen Überstunden - trotz weniger Kunden

Nur die halbe Auslastung, dafür doppelt so viel Arbeit: Um die Corona-Vorschriften des Landes einzuhalten, müssen Friseure auf Kunden verzichten und zugleich mehr Zeit opfern. Außerdem sind sie ein Kostentreiber. Der zusätzliche Aufwand zahlt sich nicht immer aus. Daher steht manch ein Friseur auch nicht voll hinter den neuesten Lockerungen.

400 Paar Handschuhe in einer Woche. Und das ist nur ein Teil der Bilanz nach einer Woche Öffnung im Friseursalon „Hair4you“ von Gülhan Greiner in Tuttlingen. Der Aufwand, der betrieben wird, ist immens. Hier lesen Sie mehr.

Friseurin und Kunde mit Mundschutz
Friseure und Kunden tragen jetzt einen Gesichtsschutz. (Foto: dpa/Peter klaunzer)

18.12 Uhr - Gaststätten-Verordnung: Gäste sollen freiwillig Daten erfassen lassen

Um bei Infektionen Kontakte nachverfolgen zu können, sollen Gaststättenbetreiber die Daten der Gäste speichern und vier Wochen nach der Erfassung wieder löschen. Das sieht die Verordnung des Landes für die Öffnung von Gaststätten vor. Die Angabe der Gäste erfolge jedoch auf freiwilliger Basis, heißt es in der Verordnung. Berichtet hatten darüber am Montag „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“.

Demnach sollen der Name des Gastes, dessen Kontaktdaten sowie Datum und Uhrzeit des Gaststätten-Besuchs gespeichert werden. Außerdem dürften Beschäftigte und Gäste, die in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten, Lokale nicht betreten. Das gelte auch für den Fall, dass jemand Symptome einer Atemwegsinfektion oder erhöhte Temperatur aufweist.

Wo immer möglich, ist der Verordnung zufolge zudem ein Abstand zu allen Anwesenden von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. Körperkontakt, insbesondere Händeschütteln und Umarmungen, sollten vermieden werden. Zwischen den Tischen müsse ein Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden, ebenso sollten genügend Schutzabstände bei der Nutzung von Treppen, Türen, Aufzügen und Toiletten gewährleistet sein. Beschäftigte müssen in allen Bereichen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und sollten, wenn möglich, bargeldlos kassieren können.

17.09 Uhr - Lindauer erlebt einen der strengsten Corona-Lockdowns weltweit

Außer für Besuche in Supermärkten, Banken und Krankenhäusern darf keiner das Haus verlassen. Die Menschen dürfen nicht spazieren gehen oder mit dem Hund raus, keine Freunde sehen und nur zum Einkaufen ins Auto steigen. Auf den Straßen patrouillieren die Polizei und das Militär. So streng sind die Corona-Beschränkungen in Südafrika - einem Land mit labilem Gesundheitssystem und einer extremen Arm-Reich-Schere in der Bevölkerung. 

Der gebürtige Lindauer Daniel Scharnagl ging vor fünf Jahren mit seiner Familie in die Entwicklungshilfe nach Südafrika. Für Schwäbische.de berichtet er aus einem der strengsten Lockdowns weltweit - wie er mit den extremen Beschränkungen umgeht und warum Corona für Afrika zum Pulverfass werden kann. [Hier gibt es die ganze Geschichte]

 Daniel Scharnagl mit den Mädchen und Jungs aus dem Kinderheim St. Joseph.
Daniel Scharnagl mit den Mädchen und Jungs aus dem Kinderheim St. Joseph. (Foto: Daniel Scharnagl)

16.27 Uhr - Landratsamt Lindau hebt Verbot von pflanzlicher Abfallverbrennung auf

Nachdem der Freistaat Bayern am 16. März den Katastrophenfall ausgerufen hatte und infolge der Corona-Pandemie alle Einsatzkräfte zu deren Bewältigung gebündelt waren, hatte das Landratsamt Lindau das Verbrennen von pflanzlichen Abfällen per Allgemeinverfügung im Landkreis bis auf Weiteres untersagt.

Nun teilt das Landratsamt mit, dass in Absprache mit der Integrierten Leitstelle Allgäu und der Kreisbrandinspektion aufgrund der stagnierenden Infektionszahlen im Landkreis das Verbot ab 11. Mai aufgehoben wird. Die aktuelle Allgemeinverfügung wird in Kürze im Amtsblatt des Landkreises Lindau veröffentlicht.

15.55 Uhr - Flughafen Memmingen wieder eingeschränkt geöffnet 

Der Flughafen Memmingen geht einen weiteren Schritt in Richtung Normalbetrieb. Seit dem heutigen Montag ist er zu bestimmten Zeiten wieder generell für den Flugbetrieb geöffnet, wie es in einer Pressmitteilung heißt. Das Terminal wird nur für gebuchte Passagiere von Linien- und Charterflügen geöffnet. Die Fluggesellschaft Wizz Air unterhält zurzeit die Verbindungen von Memmingen nach Sofia und Varna in Bulgarien, weitere Ziele sollen in Kürze folgen.

Auch Privatpiloten und Flugschüler dürfen wieder fliegen, solange die Hygieneregeln eingehalten werden. So darf Flugsport nur durchgeführt werden, wenn keine Verdachtssymptome für eine COVID 19 Erkrankung vorliegen. Im Zweifel sei von einer Ausbildung abzusehen.

15.44 Uhr - Gottesdienst in Coronazeiten: Großer Zuspruch bei der „Drive in Church“ auf dem Edeka-Parkplatz in Ertingen

Wo sonst die Autos zum einkaufen abgestellt werden, blieben sie am vergangenen Sonntag besetzt und waren Richtung Eingang des Lebensmittel-Discounters gerichtet. Die Ertinger Pfarrgemeinde hatte die Christen zur Mitfeier der heiligen Messe am vergangenen Sonntag im Auto eingeladen und das gleich zweimal, wobei der Altar im Eingangsbereich des Lebensmittelmarktes aufgebaut war.

 Der „Leib Christi“ wurde an die Autotür gebracht, wo er mittels einer Schale von den Katholiken in Empfang genommen wurde.
Der „Leib Christi“ wurde an die Autotür gebracht, wo er mittels einer Schale von den Katholiken in Empfang genommen wurde. (Foto: Wolfgang Lutz)

Für die Gläubigen aus Ertingen, Binzwangen und Erisdorf eine neue Art den Gottesdienst miteinander zu feiern. Die große Zahl an Autos auf dem Parkplatz zeigte, dass sich die Gläubigen darauf gefreut haben, erstmals wieder gemeinsam zu beten, zu singen und auch die Heilige Kommunion zu empfangen – allerdings geschah dies alles vom Auto aus.

15.18 Uhr - Bund gibt 750 Millionen Euro für Impfstoffentwicklung 

Die Bundesregierung hat nach Angaben von Forschungsministerin Anja Karliczek ein 750-Millionen-Euro-Programm für die Herstellung und Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus beschlossen. Mit rund 500 Millionen Euro sollen Studienkapazitäten für die Impfstofferprobung in Deutschland ausgebaut werden, und 250 Millionen Euro sollen in den Ausbau von Produktionskapazitäten im Land gehen, teilte die CDU-Politikerin am Montag in Berlin mit.

Vorher hatte das sogenannte Corona-Kabinett - ein Kabinettsausschuss mehrerer Bundesminister unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) — über das Thema beraten.

Ziel sei es unter anderem, bevorstehende Impfstoffstudien gleich mit größerer Probandenzahl zu ermöglichen, was aufwendig und kostenintensiv sei, sagte Karliczek. Normalerweise würden Studien mit erfolgversprechenden Substanzen hintereinander und nur mit der notwendigen Probandenzahl durchgeführt und der entsprechende Impfstoffkandidat werde nur in der jeweils notwendigen Menge hergestellt. In die Tests könnten nun auf freiwilliger Basis beispielsweise schon frühzeitig medizinisches Personal oder andere Berufsgruppen aus sogenannten systemrelevanten Bereichen einbezogen werden.

Beim Ausbau von Produktionskapazitäten geht es der Ministerin zufolge um Fördergelder beispielsweise für Abfüllunternehmen. Es würden Förderrichtlinien ausgearbeitet, auf die man sich dann bewerben könne, sagte Karliczek. „Denn sobald ein Impfstoff gefunden und zugelassen ist, muss die Produktion hierzulande ebenso wie weltweit rasch und in großem Umfang starten können.“

15.05 Uhr - So geht der Unverpackt-Laden in Friedrichshafen mit den Corona-Verordnungen um

Verpackungsfreies Einkaufen liegt im ökologischen Trend. Können aber Unverpackt-Läden die gebotene Hygiene sicherstellen, wenn Kunden ihre gekauften Waren eigenhändig in die von ihnen mitgebrachten Behälter füllen? Eine Frage, die in Corona-Zeiten durchaus auf der Hand liegt.

Wie der Friedrichshafener Unverpackt-Laden mit der Situation umgeht, lesen Sie hier.

14.39 Uhr - Mehr als 700 Besucher bei Wilhelma-Öffnung

Die Stuttgarter Wilhelma hat am ersten Tag nach fast zweimonatiger Corona-Schließung mehr als 700 Besucher angelockt. Sie hatten Tickets im Internet erworben, die ihnen entweder einen Besuch am Vormittag oder am Nachmittag ermöglichten. Ein Sprecher des zoologisch-botanischen Gartens nannte die Zahl von genau 762 Tickets angesichts des schlechten Wetters am Montag passabel. Unter den ersten Gästen waren viele Stammbesucher.

Corona - Wilhelma nach Corona-Pause wieder geöffnet
Zwei Besucher mit Mund- und Nasenschutz stehen am ersten Tag, an dem der zoologisch-botanischen Garten Wilhelma nach fast acht Wochen wieder geöffnet ist, vor dem Elefantengehege. Um die Hygienemaßnahmen aufgrund des Coronavirus zu erfüllen dürfen pro Tag jeweils 2000 Menschen in zwei Schichten mit Mundschutz in den Zoo. (Foto: Sebastian Gollnow)

Die Maskenpflicht sei bis auf vereinzelte Ausnahmen befolgt worden, sagte der Sprecher. Auch Schlangen hätten sich plangemäß nicht gebildet. Wegen des Coronavirus dürfen nicht mehr als 4000 Menschen pro Tag eingelassen werden. In guten Zeiten schlendern 15.000 und mehr Menschen durch die Anlagen. Für diesen Mittwoch liegen bereits 1500 Anmeldungen vor.

Teile des zoologisch-botanischen Gartens, der zu den größten Europas zählt, sind für das Publikum noch gesperrt, darunter die Gewächshäuser, das Amazonien-Haus und alle weiteren Gebäude. Auch der Streichelzoo und die begehbaren Volieren sind nicht zugänglich. Und es gibt noch mehr Veränderungen: Um Menschenansammlungen zu vermeiden, sind Führungen und kommentierte Fütterungen gestrichen.

14.07 Uhr - Strobl für schrittweise Grenzöffnungen

Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl hat sich in der Diskussion über rasche Grenzöffnungen für ein langsames, schrittweises und vorsichtiges Vorgehen ausgesprochen.

"Je mehr sich die Lebensverhältnisse, das Infektionsgeschehen und der Umgang mit der Lage in den Ländern anpassen, umso mehr kann man zu Lockerungen kommen", sagte Strobl der Deutschen Presse-Agentur in Berlin nach einer Videoschalte des CDU-Präsidiums am Montag.

"Aber ich mahne weiterhin zur Vorsicht. Die Lage verändert sich nur langsam", betonte er. Das Thema müsse zudem im engen Schulterschluss mit den Nachbarländern angegangen werden.

"Deutschland steht im internationalen Vergleich bei der Bekämpfung der Pandemie sehr gut da, und der Grenzschutz ist dafür ein wichtiger Baustein", sagte Strobl. Dazu gehöre die Lockerung des Einkaufsverbots für Berufspendler, welches Baden-Württemberg mit Wirkung vom Montag an beendet habe.

Dazu gehöre selbstverständlich auch, dass sich Ehepartner, Lebenspartner, Eltern und Kinder besuchen dürften – und zwar nicht nur am Muttertag, ergänzte der baden-württembergische Innenminister.

13.23 Uhr - Finanzielle Unterstützung für Sportstätten 

Sportministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat für den Neubau und die Sanierung von kommunalen Sportstätten in Baden-Württemberg in diesem Jahr Zuschüsse von rund 17,5 Millionen Euro zugesichert. In Abstimmung auch mit den Landesportverbänden sollen die Mittel im Rahmen des Solidarpakts Sport für 111 kommunale Projekte eingesetzt werden. Das teilte das Kultusministerium am Montag mit.

„Dass wir den Sport auch während der Corona-Krise weiter unterstützen, ist ein klares Bekenntnis zum Sport in Baden-Württemberg“, sagte Eisenmann. Die Förderung soll dem Sportunterricht in Schulen und Vereinen zugutekommen.

13.01 Uhr - Landesregierung plant weiteres Corona-Hilfspaket für Wirtschaft  

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will wegen der Corona-Krise ein weiteres Hilfspaket für die Südwestwirtschaft schnüren. Das geht aus einem Schreiben hervor, den Kretschmann am Samstag an die Kabinettsmitglieder geschickt hatte und über den am Montag mehrere Zeitungen im Südwesten berichtet hatten.

„Wir müssen mit einem wirtschaftlichen Einschnitt rechnen, der tiefer geht als der nach der globalen Finanzmarktkrise 2008“, hieß es darin. Er sehe die dringende Notwendigkeit eines stringenten und wirkungsvollen Pakets für Baden-Württemberg, um in einer zweiten Phase weiter schnelle und zielgerichtete Hilfestellungen geben zu können, schrieb der Ministerpräsident.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grünen)
Winfried Kretschmanns Regierung plant ein weiteres Hilfspaket. (Foto: Sebastian Gollnow / DPA)

Das Hilfspaket müsse auf einer umfassenden Bestandsaufnahme fußen, weshalb entsprechende Konzepte bis zum 13. Mai eingehen sollten. „Insbesondere bitte ich darzustellen, welche Bereiche in welcher Art und welchen zeitlichen Dimensionen betroffen sind“, schrieb Kretschmann weiter. Die Eckpunkte für ein gemeinsames Hilfsprogramm sollen in der Sitzung der Haushaltskommission am 19. Mai und damit „im Lichte der Ergebnisse der Steuerschätzung“ beschlossen werden.

12.10 Uhr - Hirschhausen rät in Corona-Krise zu „radikaler Akzeptanz“

Der Arzt, Kabarettist und Moderator Eckhart von Hirschhausen empfiehlt, nicht mit den coronabedingten Einschränkungen zu hadern. „Man sollte sich sagen: Ich bin freiwillig zu Hause, weil ich das für sinnvoll halte und damit andere Menschen schütze. Und ich versuche, das Beste daraus zu machen“, sagte der 52-Jährige der dpa. „Es klingt fast buddhistisch, aber der beste Trick ist: radikale Akzeptanz.“ Je mehr psychische Energie wir damit vertrödelten, der Realität vorzuwerfen, dass wir uns das Ganze anders vorgestellt hätten, desto anstrengender werde es.

Die Bundesregierung sei bisher nicht konsequent genug gegen Verschwörungstheorien und Falschinformationen vorgegangen, kritisierte der TV-Moderator. „Ich erlebe zwei Welten — eine offizielle und eine komplette Parallelwelt in den sozialen Medien.“ Dies sei enorm gefährlich, weil sich psychologisch jeder die Informationen suche, die zu seiner Weltsicht passten. Es gebe eine Verstärkung und Verzerrung zugunsten von Hass, Hysterie und Populismus, beobachtet von Hirschhausen.

Von Menschen, die ich eigentlich für vernünftig gehalten habe, bekomme ich Videos weitergeleitet mit den krudesten Typen und Botschaften.

SZ-Redakteur Andreas Müller geht mit Protestlern gegen die Corona-Maßnahmen dagegen sehr viel härter ins Gericht. Lesen Sie dazu seinen Kommentar:

11.46 Uhr - Corona trifft laut Ifo-Institut Arbeitsmarkt in Bayern und Baden-Württemberg hart 

Ausgerechnet die beiden Musterschüler in Sachen Arbeitslosigkeit könnten von der Corona-Krise am härtesten getroffen werden. In Bayern und Baden-Württemberg hat laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Ifo-Instituts bereits rund ein Fünftel der Unternehmen beschlossen, Jobs abzubauen. „Von nun an schlägt die Krise auf den deutschen Arbeitsmarkt durch“, sagt Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut.

Konkret gaben 22 Prozent der befragten Betriebe in Baden-Württemberg und 20 Prozent in Bayern an, einen Beschäftigungsabbau bereits beschlossen zu haben. Am glimpflichsten könnten bundesweit Rheinland-Pfalz und Saarland davonkommen: In den zusammengefassten Antworten nannten 11 Prozent der Befragten einen Beschäftigungsabbau als Reaktion auf die Krise.

Auch je nach Branche unterscheiden sich die Antworten der Betriebe bundesweit. So ist bei den Herstellern pharmazeutischer Erzeugnisse Beschäftigungsabbau kein Thema, am Bau nur bei drei Prozent und in der chemischen Industrie bei fünf Prozent der Befragten.

In der Gastronomie dagegen steht bei 58 Prozent der befragten Betriebe Beschäftigungsabbau auf der Tagesordnung. Auch bei Leiharbeitsfirmen sind es mit 57 Prozent mehr als die Hälfte, im Bereich Beherbergung 50 und in der Herstellung von Lederwaren und Schuhen 48 Prozent. Ebenfalls hart getroffen ist die Reisebranche mit 43 Prozent sowie die Autoindustrie mit 39 Prozent.

11.37 Uhr - Fahrrad gewinnt in Coronakrise an Bedeutung, meint Verkehrsminister Herrmann 

Der Radverkehr erhält aus Sicht von Verkehrsminister Winfried Hermann angesichts der Corona-Pandemie kräftig Rückenwind. In den vergangenen Wochen seien deutlich mehr Menschen mit dem Rad unterwegs gewesen, sagte der Grünen-Politiker am Montag in Stuttgart. Die Lunge werde mit dem Radfahren frei und man sei nicht so anfällig für Krankheiten.

Vielleicht ist sogar das Rad das Coronakrisen-Transportmittel.

Das Land habe den Förderrahmen für Bauvorhaben für den Rad- und Fußverkehr in diesem Jahr auf 58 Millionen Euro ausgeweitet — knapp doppelt so viel wie 2019. In dieser Höhe können Kommunen Bauprojekte zur Förderung anmelden und, sofern diese Projekte gewisse Kriterien erfüllen, die Mittel abrufen.

11.03 Uhr - Vernichten oder umwidmen - Brauereien müssen Fassbier aufgeben

1500 Liter Bier hat die Brauerei Adler-Bräu jüngst in eine Biogasanlage kippen müssen, weil das frische Fassbier keine Chance mehr hatte, verkauft zu werden. So konnte laut Brau- und Malzmeister Leopold wenigstens noch umweltfreundlicher Strom daraus erzeugt werden. Indem sie es für den Verzehr unbrauchbar machten, bekommt die Familienbrauerei im Enzkreis zumindest die Biersteuer zurück.

Die Aktion von Adler-Bräu ist laut Baden-Württembergischem Brauerbund kein Einzelfall. Die Corona-Pandemie habe dramatische Auswirkungen für die 210 vorwiegend mittelständischen Brauereien im Land, sagte ein Sprecher des Brauerbundes in Stuttgart. Manche von ihnen hätten vor der Krise bis zu 70 Prozent ihres Umsatzes über das nun ruhende Gastronomie-Geschäft erzielt. Umsatz, der fehle.

Coronavirus - Wiernsheim
Wiernsheim: Leopold Volk, Brau- und Malzmeister der Adler-Bräu Wiernsheim, transportiert Bierfässer in der Brauerei. (Foto: Sebastian Gollnow)

Auch Zwiefalter Klosterbräu hat sein abgelaufenes Fassbier schon umgewidmet. Die Brauerei auf der Schwäbischen Alb übergab es einem Schnapsbrenner, der daraus Desinfektionsmittel für die Apotheken der Region herstellt. "Wie alle Brauereien verkaufen wir sehr saisonlastig“, sagt Zwiefalter-Geschäftsführer Peter Baader. Mai, Juni und Juli sind im Jahresverlauf die entscheidenden Monate.

Auf der Ostalb sieht es anders aus. Bei der Hirschbrauerei Heubach schwächelt auch das Flaschenbiergeschäft. Umsatzeinbußen? Laut Geschäftsführer Alexander Caliz 50 Prozent. Gebraut wird seit März nur noch im Wochenrhythmus, Außendienstmitarbeiter und Schanktechniker haben derzeit nichts zu tun.

Caliz mutmaßt, dass die Bindung zu regionalen Herstellern weniger ausgeprägt ist und Kunden deshalb weniger Solidaritätskäufe unternehmen als anderswo:

Der Schwabe hat nicht diese Heimatverbundenheit wie der Allgäuer oder Oberbayer.

Er hat wenig Hoffnung, dass auf das düstere Frühjahr für seine Branche ein goldenes Jahresende folgt. „Der typische Bierkonsum findet in engen Stammtischkneipen statt. Wer weiß, wann das wieder normal laufen kann - und ob es bis dahin die Pächter und Wirte noch gibt.“

10.31 Uhr - VW-Verkäufe im April weiter stark gesunken

Die Corona-Krise hat die Verkäufe der VW-Kernmarke im April deutlich gedrückt — auf dem Heimatmarkt um gut zwei Drittel. „Gegenüber dem Vorjahr haben wir 67 Prozent Volumen in Deutschland verloren“, sagte Vertriebschef Jürgen Stackmann am Montag in einer Telefonkonferenz. Damit sei man hier noch „in einer fast exklusiv guten Lage“ — in manchen anderen Ländern sei das Minus erheblich größer gewesen. Insgesamt sanken die europäischen Auslieferungen der Hauptmarke im Vergleich zum April 2019 um 83 Prozent. In Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien habe es fast gar keine Verkäufe mehr gegeben, dort habe man 99 Prozent des Absatzes eingebüßt. In China stabilisiere sich die Lage dagegen weiter.

Das Unternehmen legt nun ein Programm auf, um die Nachfrage angesichts der Verunsicherung der Verbraucher und lange geschlossener Autohäuser anzukurbeln. Dazu gehören etwa vergünstigte Leasing- und Finanzierungsangebote auch für neue und gebrauchte Autos, nachdem zunächst der „Abverkauf“ aus überfüllten Lagern im Zentrum gestanden hatte. Auch ein Ratenschutz bei Job-Verlust des Kunden ist geplant.

9.05 Uhr - Allensbacher Institut für Demoskopie beobachtet tiefen Pessimismus in Bevölkerung

Das Institut für Demoskopie Allensbach fragt seit 60 Jahren monatlich die Stimmung in der Bevölkerung ab. Wie die Leiterin des Instituts, Renate Köcher, in einem Südkurier-Interview sagt, beobachte ihr Institut einen tiefen Pessimismus in der Bevölkerung. Auch wer wirtschaftlich nicht betroffe sei von der Corona-Krise, betrachte die wirtschaftliche Entwicklung "keineswegs sorglos".

Der Optimismus sei Anfang März innerhalb weniger Wochen eingebrochen. Nun sei abzuwarten, ob die Lockerungen die Stimmung verbessern könnten. Köcher sei eher skeptisch, was die kommenden Monate angehen würde.

8.39 Uhr - Öl-Preiskampf zwingt Saudi-Arabien dazu, Staatsausgaben zu kürzen

Die führende Ölmacht Saudi-Arabien reagiert mit einem Sparprogramm und einer drastischen Steuererhöhung auf den jüngsten Verfall der Ölpreise in der Corona-Krise. Vom 1. Juli an soll die Mehrwertsteuer im Königreich von derzeit 5 auf 15 Prozent verdreifacht werden, berichtete die Nachrichtenagentur Saudi Press Agency am Montag und berief sich auf Aussagen des saudischen Finanzministers Mohammed al-Dschadan. Die Nachrichtenagentur untersteht dem saudischen Informationsministerium.

Darüber hinaus sollen die Staatsausgaben in einem Volumen von umgerechnet 26,6 Milliarden US-Dollar gesenkt werden, hieß es weiter in dem Bericht. Zu den Maßnahmen zählte Minister al-Dschadan die Streichung oder die Verschiebung staatlicher Ausgaben. Dies gelte auch für geplante staatliche Kredite.

Saudi-Arabien leidet unter einem starken Verfall der Preise für Rohöl auf dem Weltmarkt. Neben den Folgen der Corona-Pandemie sorgte auch ein Preiskrieg zwischen dem führenden Land der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und Russland für eine scharfe Talfahrt der Ölpreise.

8.09 Uhr - Ärzte betonen die Notwendigkeit von Arztbesuchen auch in der Corona-Krise

Viele Menschen scheinen so viel Angst vor dem Corona-Virus zu haben, dass sie bei gesundheitlichen Problemen die Hilfe eines Arztes meiden. Daher verzeichnen viele Arztpraxen in den vergangenen Wochen einen deutlichen Rückgang an Patientenkontakten.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung ermutigen das Gesundheitsnetz Süd (GNS), die G’sundregion, der Kreis-Katastrophenschutz-Beauftragte und Allgemeinmediziner Andreas Rost und die Krankenhaus GmbH Alb-Donau-Kreis Menschen dazu, auch in der Corona-Krise den Arzt aufzusuchen. Möglicherweise notwendige Diagnosen und Therapien zu verschleppen, könnte gesundheits- bzw. lebensgefährlich werden

Weil die Praxen hohe Hygienestandards einhalten, sollen sich Patienten keine Sorgen bezüglich einer Coronavirus-Infektion machen.

Den vollständigen Text lesen Sie hier.

7.31 Uhr - Corona-Krise könnte Impfbereitschaft fördern 

Viele Menschen warten sehnsüchtig auf eine Impfung gegen das neue Coronavirus. Doch es gibt auch gegenteilige Ansichten: Bei den Protest-Demonstrationen am Wochenende gegen die staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie waren auch Impfgegner mit dabei. Nach Ansicht des Experten Bernd Harder von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften könnte die Corona-Krise Impfskeptiker aber mittelfristig dazu bewegen, künftig mehr auf Schutzimpfungen zu vertrauen. „Weil sie sehen, wie eine Welt ohne Impfen aussehen könnte.“

7.15 Uhr - Oberteuringer Blütenfest fällt aus

Kein Festzelt. Kein Frühschoppenkonzert. Kein Festbier. Keine Dirndlparty. Und vor allem keine ausgelassene Stimmung vom Vesperhock und Tanz in den Mai.

Eine der beliebtesten und bekanntesten Veranstaltungen in der Bodenseeregion, das Oberteuringer Blütenfest, ist der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Und es wäre ein ganz Besonderes Fest gewesen, nämlich das 60. in der Blütenfestgeschichte.

In der Wilhelma in Stuttgart geht durch die vorsorgliche Schließung aus Infektionsschutzgründen alles geruhsamer zu. Viele Tiere, wie hier die Asiatischen Löwen, registrieren jetzt jeden Mitarbeiter genau, der ihr Gehege passiert. (Foto: Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter)

Tristesse natürlich beim Vorsitzenden des Musikvereins, Felix Metzger, und seinem Mitstreitern. Aber entmutigen lassen will man sich nicht und blickt voraus auf 2021 „Da lassen wir es dann doppelt krachen“, verspricht Metzger hoffnungsvoll.

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6.42 Uhr - Stuttgarter Wilhelma öffnet wieder

Die Stuttgarter Wilhelma öffnet sich nach fast zweimonatiger Corona-Schließung am Montag wieder für Besucher. Allerdings sind Teile des zoologisch-botanischen Gartens, der zu den größten Europas zählt, für das Publikum noch gesperrt, darunter die Gewächshäuser, das Amazonien-Haus und alle weiteren Gebäude. Auch der Streichelzoo und die begehbaren Volieren sind nicht zugänglich.

Und es gibt noch mehr Veränderungen: Um Menschenansammlungen zu vermeiden, sind Führungen und kommentierte Fütterungen gestrichen. Tickets können nur online gekauft werden, damit keine Warteschlangen entstehen. Auf dem Gelände besteht Maskenpflicht.

Je geduldiger und maßvoller wir die Öffnung angehen, umso größer ist die Chance, dass dieses Experiment dauerhaft gelingt. 

Wilhelma-Chef Thomas Kölpin

Die Zahl der Buchungen ist auf 4000 am Tag begrenzt — an guten Wochenenden besuchen 15.000 bis 18.000 Menschen täglich die Wilhelma. „Je geduldiger und maßvoller wir die Öffnung angehen, umso größer ist die Chance, dass dieses Experiment dauerhaft gelingt“, betonte Wilhelma-Chef Thomas Kölpin.

Nicht nur für die Menschen sei es wichtig, wieder Flora und Fauna genießen zu können. Auch für viele Tiere wie Affen, Raubkatzen und Seelöwen sei es eine willkommene Abwechslung, wenn sich der Park wieder mit Leben füllt. Kölpin erwartet eine große Nachfrage nach Eintrittskarten.

Das waren die letzten Nachrichten von Sonntag:

20.55 Uhr - Mehr als 169.800 Corona-Nachweise in Deutschland

Bundesweit sind bis zum Sonntagabend über 169.800 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 169.300 Infektionen).

Mindestens 7443 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7434). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Abend bei 1,13 (Datenstand 10.5. 0 Uhr). Das bedeutet, dass dass ein Infizierter im Schnitt etwas mehr als eine andere Person ansteckt. Der Wert ist damit erneut leicht gestiegen (Vortag 1,10) und liegt weiterhin über der vom RKI als kritisch eingestuften Marke von 1,0.

Das Institut hat immer wieder betont, die Reproduktionszahl müsse unter 1 liegen, um die Pandemie abflauen zu lassen. Am Donnerstag gab das RKI den Wert noch mit 0,71 an, am Mittwoch mit 0,65. Die Reproduktionszahl ist mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 144.400 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 44.600 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2167 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 34.900 Fällen und mindestens 1424 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.200 bestätigten Fällen und mindestens 1542 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 341,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 204,3. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

19.40 Uhr - Theater leiden unter ihrer schwersten Krise

Die Theater sind geschlossen - und werden zunächst nicht mehr aufmachen. Das Theater Ulm hat die laufende Saison abgesagt. Konstanz will Freilichttheater machen. Doch die Privattheater trifft es noch härter. Ein Blick auf eine Branche, die die schwerste Krie ihrer Geschichte durchlebt.

Die wichtigsten Meldungen von Sonntag:

  • Reproduktionszahl steigt wieder auf 1,1 (7 Uhr) 
  • Kaum Neuinfektionen übers Wochenende im Landkreis Tuttlingen (18.43 Uhr)
  • Reisebranche fürchtet Kollaps und Massenarbeitslosigkeit (16.37 Uhr)
  • Ausnahmeregelung am Muttertag: Grenze auf für Kinder und Mütter (10.51 Uhr)
  • Boris Palmer lehnt FDP-Aufnahmeangebot ab (15.33 Uhr)
  • Familienministerin hält Regelbetrieb in Kindertagesstätten ab Sommer für möglich (7.16 Uhr)

+++ Hier geht es zum Newsblog von Sonntag +++

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Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aus folgenden Quellen:

Dashboard RKI¹, Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO⁵

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