Corona-Lage: Das waren die Entwicklungen am Mittwoch

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 795 (37.038 Gesamt - ca. 34.400 Genesene - 1.843 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.843
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 6.498 (206.926 Gesamt - ca. 191.300 Genesene - 9.128 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.128

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Deutsche Studie zu Corona: Ein Fünftel der Klinikpatienten gestorben (11.45 Uhr)
  • Bareiß appeliert an Urlauber: "Reisen darf nicht zur Gefahr werden" (12.40 Uhr)
  • Corona-Tests für Reiserückkehrer am Flughafen Memmingen (14.23 Uhr)
  • Amateur-Testspiele von Fußballern in Bayern nun doch erlaubt (18.07 Uhr)
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen guten Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Bislang stehen 71 Corona-Fälle in Zusammenhang mit Gmünder Trauerfeier

(19.17 Uhr) Am Mittwoch waren bislang insgesamt 71 Coronafälle im Ostalbkreis auf die Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd zurückzuführen. Das teilt das Landratsamt mit.

Die Schulklasse an der Uhlandschule Bettringen, die auf das Coronavirus getestet wurde, sei negativ. Die Ergebnisse aus der Grundschule auf dem Hardt stünden noch aus.

++ 77 neue Corona-Infektionen im Südwesten 

(18.36 Uhr) Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist seit Beginn der Pandemie in Baden-Württemberg auf mindestens 37.124 gestiegen. Am Mittwoch wurden 77 neue Fälle gemeldet, wie das Sozialministerium in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Etwa 34.340 Menschen gelten als genesen.

Derzeit seien geschätzt 939 Menschen im Land infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gab die Behörde mit 1845 an, das waren zwei mehr als am Vortag.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg nun mit 0,89 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

++ Amateur-Testspiele von Fußballern in Bayern nun doch erlaubt

(18.07 Uhr) Bayerns Amateur-Fußballvereine dürfen nun doch Freundschafts- und Testspiele austragen. Das entschied das für den Sport zuständige Innenministerium am Mittwoch in München, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. Zuerst hatte die "Passauer Neue Presse" darüber berichtet, dass Amateurclubs im Rahmen der Lockerungen in der Corona-Krise ab sofort wieder gegeneinander antreten dürfen.

Noch am Dienstagabend hatte der bayerische Verbandschef Rainer Koch die Politik in ungewöhnlich scharfem Ton dafür kritisiert, den Freizeitkickern im Freistaat Spiele weiterhin nicht zu erlauben.

Dies änderte sich am Mittwoch. "Sofern solche Trainingsspiele vereinsübergreifend angesetzt werden, begrenzen wir aufgrund der aktuellen pandemischen Lage dies auf Spiele zwischen Vereinen aus Bayern", sagte Ministeriumssprecher Martin Scholtysik der "PNP". Das bedeutet, dass nur bayerische Teams gegeneinander spielen dürfen. Darüber hinaus seien die üblichen Corona-Vorsichtsmaßnahmen weiter einzuhalten - Zuschauer etwa sind bei den Partien nicht erlaubt.

++ EU-Luftbrücke bringt während der Pandemie 1100 Tonnen Hilfsgüter 

(16.21 Uhr) Über eine Anfang Mai gestartete Luftbrücke der Europäischen Union sind inzwischen rund 1100 Tonnen medizinischer Hilfsgüter in Krisenregionen in aller Welt geflogen worden. Diese Zahl nannte die EU-Kommission am Mittwoch.

Auch 1475 Helfer wurden transportiert. Insgesamt gab es 45 Flüge.

Die Luftbrücke wurde am 8. Mai eingerichtet, weil Hilfsorganisationen während der Corona-Pandemie Schwierigkeiten hatten, Hilfsgüter in Krisenregionen zu bringen.

Die EU-Kommission koordiniert und finanziert die Flüge und bietet die Kapazität den EU-Staaten an. Zu den unterstützten Ländern zählen Afghanistan, Burkina Faso, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, der Iran, der Sudan, der Südsudan, Haiti, Somalia, Guinea-Bissau, der Irak und der Jemen.

++  Corona-Tests für Reiserückkehrer am Flughafen Memmingen 

(14.23 Uhr) An den bayerischen Flughäfen Nürnberg und München gibt es bereits seit dem vergangenen Wochenende vorläufige Testzentren für alle Reiserückkehrer. Solche Teststellen sollen nun auch am Flughafen Memmingen eingerichtet werden.

Startschuss ist laut "Allgäuer Zeitung" an diesem Donnerstag, 29. Juli. "Zukünftig wird sicheres und gesundes Reisen einen ganz neuen Stellenwert haben", sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß der dpa. "Ein obligatorischer Schnelltest zum Beispiel am Flughafen kann dazu schon viel beitragen."

Flughäfen und Gesundheitsbehörden rüsten sich für zusätzliche Corona-Tests für heimkehrende Urlauber. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angekündigt, eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten anzuordnen, die voraussichtlich in der kommenden Woche in Kraft treten soll - über zuvor beschlossene freiwillige Testmöglichkeiten hinaus.

Laut einer Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI) zählen dazu aktuell Länder wie Ägypten, die USA, Russland und die Türkei. Beliebte Urlaubsziele wie Italien oder Österreich stehen derzeit nicht auf der Liste. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gab. Hier lesen Sie dazu die wichtigsten Fragen und Antworten.

++ Bareiß appeliert an Urlauber: "Reisen darf nicht zur Gefahr werden"

(12.40 uhr) Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (Wahlkreises Zollernalb – Sigmaringen), hat an Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten appelliert, sich auch wirklich auf das Coronavirus testen zu lassen.

"Dies dient dem eigenen Schutz, aber auch der allgemeinen Sicherheit", sagte der Wirtschaftsstaatssekretär der Deutschen Presse-Agentur: "Auch Reisende aus Risikogebieten mit Bahn und Pkw sollten sich testen lassen. Reisen darf nicht zur Gefahr werden." Jeder Einzelne trage eine besondere Verantwortung für seine Mitmenschen.

"Zukünftig wird sicheres und gesundes Reisen einen ganz neuen Stellenwert haben", sagte Bareiß. "Ein obligatorischer Schnelltest zum Beispiel am Flughafen kann dazu schon viel beitragen." 

++ Deutsche Studie zu Corona: Ein Fünftel der Klinikpatienten gestorben

(11.45 Uhr) Gut ein Fünftel der Corona-Patienten, die im Frühjahr in deutschen Kliniken aufgenommen wurden, hat laut einer Studie nicht überlebt. Besonders hoch war die Sterblichkeit mit 53 Prozent bei Patienten, die beatmet wurden, wie aus einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido), der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und der Technischen Universität Berlin hervorgeht.

Insgesamt lagen der Untersuchung Daten von rund 10 000 Patienten zugrunde, von denen etwa 1700 beatmet wurden. Von den Krankenhauspatienten, die nicht beamtet wurden, starben 16 Prozent.

Die Analyse, die im Fachblatt "The Lancet Respiratory Medicine" erschienen ist, liefert laut Mitteilung der Autoren vom Mittwoch erstmals bundesweite und bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse zur Behandlung von Covid-19-Patienten in Deutschland. Quelle waren Abrechnungsdaten der Krankenkasse AOK. Diese bildeten knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung ab, hieß es. Die untersuchten Daten betreffen Patienten, die zwischen 26. Februar und 19. April in 920 deutschen Krankenhäusern stationär aufgenommen wurden.

"Die hohen Sterblichkeitsraten machen deutlich, dass in den Kliniken relativ viele Patienten mit einem sehr schweren Krankheitsverlauf behandelt wurden. Diese schweren Verläufe betreffen eher ältere und gesundheitlich bereits beeinträchtigte Menschen, kommen aber auch bei jüngeren Patienten vor", so Wido-Geschäftsführer Jürgen Klauber.

Derzeit sind laut dem Divi-Intensiv-Register noch 258 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, davon wird knapp die Hälfte beatmet (Stand 28. Juli). Insgesamt sind in dem Register mehr als 15 000 abgeschlossene Covid-19-Behandlungen erfasst, ein Viertel dieser Patienten starb.

Intensivstation im Uniklinikum Essen
Rund jeder fünfte Corona-Patient, der im Krankenhaus behandelt wurde, starb laut einer Studie an oder mit der Infektion. (Foto: Marcel Kusch / DPA)

++ Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

(9.22 Uhr) Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 206.926 angegeben - ein Plus von 684 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 207.707 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 9128 Todesfälle und damit sechs mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9131 Tote. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 191.300.

++ Große Defizite bei Schülern nach den Ferien befürchtet

(8.13 Uhr) — Der Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN) befürchtet große Lerndefizite bei vielen Schülern nach den Sommerferien. „Der VNN erwartet angesichts der Schwierigkeiten des Homeschoolings und der misslungenen Sommerschulen, dass sich das ganze Ausmaß der Lernlücken im kommenden Schuljahr nach den ersten Klassenarbeiten zeigt“, sagte die Sprecherin des Bundesverbandes, Marion Steinbach, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Art und Weise, wie die sogenannten Sommerschulen in einigen Bundesländern organisiert sind, sei ein „Skandal“, kritisierte Steinbach. „Das ist besonders vor dem Hintergrund ärgerlich, weil wir den Kultusministern bereits zu Beginn der Pandemie und erneut anlässlich der geplanten Sommerschulen unsere Unterstützung angeboten haben.“

Die Sommerschulen werden in einigen Bundesländern angeboten, um coronabedingte Lerndefizite bei Schülern auszugleichen. Steinbach bemängelte, dabei würden Schüler nicht immer ausreichend individuell gefördert.

++ Jugendliche haben während des Lockdowns länger gezockt

(6.32 Uhr) Kinder und Jugendliche haben während des Corona-Lockdowns einer Studie zufolge 75 Prozent mehr Zeit mit digitalen Spielen verbracht.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung zur Mediennutzung der Krankenkasse DAK-Gesundheit zusammen mit Forschern des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

Demnach stieg bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren, die mindestens einmal pro Woche spielen, die Nutzungsdauer von digitalen Spielen auf Tablets, Smartphones, Spielkonsolen oder am PC deutlich an: Während im September vergangenen Jahres die durchschnittliche Spieldauer werktags noch bei 79 Minuten lag, kletterte sie im April - also rund vier Wochen nach Beginn des Corona-Lockdowns - auf 139 Minuten.

„Unsere Studie zeigt, dass wir dringend ein verlässliches und umfassendes Frühwarnsystem gegen Mediensucht brauchen“, sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm der Deutschen Presse-Agentur. Es dürfe nicht länger Zufall sein, Betroffene zu erkennen und ihnen Hilfsangebote zu machen. Neben Kindern wurden in der repräsentativen Untersuchung auch Erziehungsberechtigte in den rund 1200 Familien befragt.

++ Diese Corona-Meldungen gibt es heute in der Region

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Die letzten Meldungen vom Dienstag:

++ 121 neue Corona-Infektionen im Südwesten 

(20.27 Uhr) Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist seit Beginn der Pandemie in Baden-Württemberg auf mindestens 37.047 gestiegen. Am Dienstag wurden 121 neue Fälle gemeldet, wie das Sozialministerium in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr).

Etwa 34.291 Menschen gelten als genesen. Derzeit seien geschätzt 913 Menschen im Land mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Corona-Toten gab die Behörde mit 1843 an, das waren zwei mehr als am Vortag.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg weiterhin mit 0,79 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

++ Weitere Infektionen nach Trauerfeier auf der Ostalb

(18.00 Uhr) Im Ostalbkreis steigen die Neuinfektionen weiter an. Das hat das dafür zuständige Landratsamt am Dienstag in einer Pressemeldung mitgeteilt. Grund für den starken Anstieg der Coronafälle sei eine Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd am 14. Juli, an der rund 100 Menschen teilgenommen hatten.

Am Dienstag berichtete das Landratsamt von elf weiteren Fällen im Zusammenhang mit der Feier. Mittlerweile seien es 58 Infektionen, die darauf zurückzuführen seien. Unter den Erkrankten seien zudem zwölf Kinder vom Säuglings- bis ins Teenageralter. Aktuell sind 54 Menschen im Kreis mit Covid-19 infiziert. Hier lesen Sie mehr.

++ Grenzkontrollen für Coronatests - Seehofer dagegen

(16.42 Uhr) Bundesinnenminister Horst Seehofer ist gegen erneute Grenzkontrollen zu deutschen Nachbarländern zur Durchführung von Coronavirus-Tests. Er könne sich das für die deutschen Grenzen nicht vorstellen, sagte der CSU-Politiker am Dienstag in Berlin. "Ich werde das auch sehr nachdrücklich vertreten", sagte er.

Seehofer verwies auf die Erfahrungen mit vorübergehenden Kontrollen zu Frankreich, der Schweiz, Österreich und Dänemark. "Wir hatten weniger Probleme in der technischen Umsetzung dieser Grenzkontrollen, aber wir hatten riesige Probleme politisch." Befürworter solcher Kontrollen hätten diese nur Tage später dann heftig kritisiert, zudem sei es zu Wartezeiten für Pendler in Grenzregionen gekommen.

Verstärkte Tests auf das Coronavirus seien hingegen zu begrüßen, so Seehofer. Wenn dies rechtlich möglich sei, seien auch die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigten Pflichttests für Rückkehrer aus Risikogebieten eine Option. Das werde derzeit noch juristisch geprüft, sein Haus sei dazu in Gesprächen mit dem Gesundheitsministerium und dem Kanzleramt.

Hier geht es zum Newsblog von Dienstag.

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