Corona-Lage: Das waren die Entwicklungen am Mittwoch

Lesedauer: 15 Min
Digital-Redakteur
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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 524 (36.162 Gesamt - ca. 33.800 Genesene - 1.838 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.838
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 4.655 ( 199.726 Gesamt - ca. 186.000 Genesene - 9.071 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.071

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Polizei-Einsätze zu Corona haben mehr als eine Million Euro gekostet (17.55 Uhr)
  • Corona-Ausbruch in österreichischem Schlachtbetrieb (13.47 Uhr)
  • Neue Impfstoff-Hoffnung treibt Dax an (12.16 Uhr)
  • Virologin befürwortet lokale Ausreisesperre bei Ausbrüchen (09.34 Uhr)
  • Stuttgarter Schauspiel zeigt Premiere ohne Schauspieler (06.25 Uhr)
  • Studie: Gute Ergebnisse nach ersten Tests von Corona-Impfstoff (07.51 Uhr)
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Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen guten Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Polizei-Einsätze zu Corona haben mehr als eine Million Euro gekostet

(17.55 Uhr) Landesweit haben die Polizeieinsätze im Zusammenhang mit Versammlungen und Demonstrationen zu Corona 1.086.736 Euro gekostet. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Konkret geht es um den Zeitraum zwischen 1. April und 17. Mai 2020. Die Teilnehmerzahl lag bei den Versammlungen bei bis zu 5000 Personen.  

++ Fünf Kinder im Kreis Göppingen positiv auf Corona getestet

(15.27 Uhr) Nach der Corona-Infektion einer Mutter ist bei fünf Kindern im Kreis Göppingen das neuartige Coronvirus nachgewiesen worden.

Wie das Landratsamt am Mittwoch mitteilte, haben sich die drei eigenen Kinder der positiv getesteten Frau angesteckt. Betroffen sind auch zwei ihrer Kontaktpersonen an der Wilhelm-Busch-Schule in Göppingen.

Dabei handelt es sich um einen Mitschüler sowie ein Kind, das sich vermutlich auf einer Fahrt im Schulbus infizierte. Am Donnerstag sollen sämtliche Lehrer und Schüler der Wilhelm-Busch-Schule getestet werden.

Für Lehrer und Kinder wurde eine 14-tägige Quarantäne angeordnet.

++ Corona-Ausbruch in österreichischem Schlachtbetrieb 

(13.47 Uhr) In einem Schlachthof in Österreich sind mindestens 29 Menschen mit dem Coronavirus infiziert worden. 244 Mitarbeiter des Fleischereibetriebs im niederösterreichischen Eggenburg nahe der Grenze zu Tschechien mussten in Quarantäne, wie ein Amtssprecher am Mittwoch mitteilte. 40 weitere Testergebnisse standen nach Angaben der Gesundheitslandesrätin von Niederösterreich noch aus.

Nachdem ein Mitarbeiter Symptome gezeigt und sich an eine Hotline gewandt habe, seien alle Kollegen getestet worden, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Mitarbeiter von Fleischereibetrieben werden in Österreich verstärkt getestet, seitdem im Juni mehr als 1400 Infektionen beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen bekannt wurden.

++ Neue Corona-Regeln für Schlachthöfe im Land treten in Kraft

(12 Uhr) Ab sofort müssen baden-württembergische Schlachtbetriebe ihre Mitarbeiter täglich auf mögliche Corona-Symptome hin überprüfen. Haben sie mehr als 100 Beschäftigte, muss die Belegschaft zwei Mal wöchentlich einen Test auf das Coronavirus machen.

Das sieht die entsprechende Verordnung des Wirtschafts- und des Sozialministeriums vor. Die Regeln traten am Mittwoch in Kraft. Von den wöchentlichen Tests sind allerdings nicht viele Betriebe betroffen. Zwar gebe es im Land rund 900 Schlachtstätten, etwa auch Dorfmetzger mit eigener Schlachterei, aber nur drei große Schlachthöfe mit überregionalem Vertrieb, hieß es beim Wirtschaftsministerium.

Im Landkreis Schwäbisch Hall, der über seine Grenzen hinaus unter anderem für das schwäbisch-hällische Landschwein bekannt ist, hätten zwei Betriebe mehr als 100 Mitarbeiter, hieß es beim dortigen Landratsamt. Die Tests hätten bereits begonnen. Mit der Verordnung soll verhindert werden, dass sich weitere Schlachthöfe zu Corona-Hotspots entwickeln, wie es in letzter Zeit im In- und Ausland immer wieder vorgekommen war.

++ Neue Impfstoff-Hoffnung treibt Dax an

(12.16 Uhr) Angetrieben von der Fantasie für einen Coronavirus-Impfstoff, aber auch der Hoffnung auf Notenbankhilfen und anhaltendem Optimismus für die bevorstehende Berichtssaison, stieg der Dax zur Mittagszeit um 0,96 Prozent auf 12.818,73 Punkte. Er peilt damit sein Hoch nach dem Virus-Crash bei knapp mehr als 12.900 Punkten wieder an.

 Weltweit wird nach einem Impfstoff gesucht.
Weltweit wird nach einem Impfstoff gesucht. (Foto: ULMER via www.imago-images.de)

Als Treiber verwiesen wurde am Markt vor allem auf ermutigende Aussagen über erste Tests mit einem möglichen Impfstoffkandidaten der US-Biotech-Firma Moderna. Die Probanden hätten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt, teilte das an der Studie beteiligte Nationale Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) mit. Wie es weiter hieß, wurden dabei keine ernsthaften Nebenwirkungen beobachtet.

Laut dem Marktanalysten Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader klammern sich Investoren gerade jetzt, wo auf dem Parkett eine mögliche zweite Welle diskutiert wird, an jeden noch so kleinen Strohhalm im Kampf gegen das Virus. „Ein effektiver Impfstoff könnte weitreichende Lockdowns verhindern und den Weg zu einer "neuen Normalität" ebnen“, so der Experte.

++ Virologin befürwortet lokale Ausreisesperre bei Ausbrüchen

(09.34 Uhr) Die Münchner Virologin Ulrike Protzer hat die angedachten Ausreisesperren zur Eindämmung lokaler Corona-Ausbrüche als „sehr vernünftige Maßnahme“ bezeichnet. Vorbild sei Japan, dort habe man die Pandemie auf diese Weise sehr gut in den Griff bekommen, erklärte die Expertin der Technischen Universität München dem Radiosender Bayern 2 („radioWelt am Morgen“/Mittwoch).

„Damit ist man einfach schneller, als wie wenn man zuerst testet, auf das Ergebnis wartet“, sagte Protzer. „In der Zwischenzeit haben sich vielleicht neue angesteckt und dann laufe ich immer hinterher.“

++ Studie: Gute Ergebnisse nach ersten Tests von Corona-Impfstoff

(07.51) Ein experimenteller Coronavirus-Impfstoff der US-Biotech-Firma Moderna zeigt einer Studie zufolge nach ersten Tests ermutigende Ergebnisse. In der ersten Phase der klinischen Tests hätten die Probanden Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt, erklärte das an der Studie beteiligte Nationale Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID).

Bei den 45 Teilnehmern im Alter von 18 bis 55 Jahren habe es keine ernsthaften Nebenwirkungen gegeben, hieß es weiter. Die Probanden, die innerhalb von zwei Monaten zwei Injektionen des Impfstoffs bekamen, entwickelten mehr neutralisierende Antikörper als Personen, bei denen eine Coronavirus-Infektion diagnostiziert worden war, wie es am Dienstag (Ortszeit) weiter hieß.

Die beteiligten Forscher stellten die Ergebnisse auch in einer Studie im „New England Journal of Medicine“ vor. Der Hersteller Moderna sprach in einer Mitteilung von einer „robusten Immunreaktion“, die nun den Weg für wesentlich größere Studien zu Wirksamkeit ebne.

Der Impfstoff mRNA-1273 soll bereits ab Ende Juli an rund 30.000 Probanden getestet werden — in einer sogenannten Studie der Phase 3. In den Tests der ersten Phase werden Impfstoffe immer nur an wenigen Freiwilligen getestet, weil es dabei zunächst vor allem um die Prüfung der Verträglichkeit geht.

Nach ersten positiven Ergebnissen wurde die erste Phase auf 120 Probanden erweitert, um auch die Sicherheit des Impfstoffs bei älteren Menschen zu testen. Die Ergebnisse der erweiterten Studie liegen allerdings noch nicht vor.

++ Stuttgarter Schauspiel zeigt Premiere ohne Schauspieler

(06.25 Uhr) Angesichts der Corona-Auflagen greift das Stuttgarter Schauspiel zu einer ungewöhnlichen Alternative: In der neuen Premiere „Black Box“ betreten keine Schauspieler die Bühne, um ihre Rollen zu spielen und Texte zu zitieren. Vielmehr übernimmt das vielstöckige Gebäudegewerk die Hauptrolle, die nackten Treppenhäuser und Lichtbühnen, die Lobby, der Zuschauerraum und die Werkstätten.

Über Kopfhörer werden die Zuschauer im 5-Minuten-Takt alleine und sekundengenau durch das Haus geleitet, während die Gedanken der Maskenbildnerin und der Dramaturgin, des Theaterarztes und des Malers sie begleiten. Hinter jeder schweren Türe bietet sich ihnen so ein neuer und überraschender Blick auf den Theaterbetrieb. Nach einem 90-minütigen intensiven Gang durch das Gebäudelabyrinth steht der Besucher schließlich im Zentrum des Theatergeschehens: im Scheinwerfer auf der Bühne.

„Das Stück ist unsere Liebeserklärung an das Theater in schwierigen Zeiten“, sagte Intendant Burkhard Kosminski am Dienstagabend nach der Premiere des „Phantomtheaters für 1 Person“. Der Abend zeige, was man in Zeiten der Pandemie organisieren könne.

Regisseur Stefan Kaegi vom Label Rimini Protokoll hat „Black Box“ als Kamerafahrt für den Theaterbesucher inszeniert. „Mit seinen Augen als Kamera geht der Zuschauer durch die Räume und nimmt dabei mehr als nur Bilder auf“, sagte er nach dem ersten Durchgang. „Man filmt vielmehr mit allen Sinnen.“

Für das Schauspiel Stuttgart ist „Black Box“ eine von noch zwei kleineren Premieren der coronaverkorksten Saison. Die Sparte hatte am vergangenen Freitag mitgeteilt, dass sie den vor kurzem erst wieder aufgenommenen Spielbetrieb drei Wochen früher als geplant einstellt. „Wir hoffen natürlich, „Black Box“ ab September wieder regelmäßig auf dem Spielplan zu haben“, sagte Kosminski.

++ 51 neue Corona-Infektionen im Südwesten 

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 36.172 gestiegen. Das waren 51 mehr als am Montag, wie das Sozialministerium am Dienstag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Etwa 33.755 Menschen gelten als genesen.

Die Zahl der Corona-Toten gab die Behörde mit 1.838 an. Derzeit seien geschätzt 579 Menschen im Land mit dem Virus infiziert, hieß es.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,85 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

++ Hier gelangen Sie zum gesamten Newsblog von Dienstag ++

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