Corona-Lage: Das waren die Entwicklungen am Donnerstag

Lesedauer: 17 Min
Digital-Redakteur
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Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 589 (36.227 Gesamt - ca. 33.800 Genesene - 1.838 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.838
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 4.782 ( 200.260 Gesamt - ca. 186.400 Genesene - 9.078 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.078

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Chorverbände im Land protestieren gegen Gesangsverbot an Schulen (16.45)
  • Bund und Länder einig bei lokalen Beschränkungen nach Corona-Ausbruch (14.33 Uhr)
  • Spanien nimmt bewegenden Abschied von seinen 28.400 Corona-Toten (12.27 Uhr) 
  • Gesundheitsminister für lokale Beschränkungen nach Corona-Ausbruch (10.59 Uhr)
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Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen guten Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ 37 neue Corona-Infektionen im Südwesten 

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 36 274 gestiegen. Das waren 37 mehr als am Mittwoch, wie das Sozialministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr).

Etwa 33.824 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Corona-Toten gab die Behörde mit 1.839 an — das war einer mehr als am Vortag. Derzeit seien geschätzt 611 Menschen im Land mit dem Virus infiziert, hieß es.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 1,15 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

++ Chorverbände im Land protestieren gegen Gesangsverbot an Schulen

(16.45 Uhr) Kirchliche und weltliche Chorverbände im ganzen Land protestieren gegen die geplanten Corona-Regeln für Schulen nach den Sommerferien.

Das Gesangsverbot in geschlossenen Räumen gefährde die „jahrzehntelang aufgebaute und erfolgreiche chorische Arbeit in den Schulen in Baden-Württemberg existenziell“, teilten die Verbände am Donnerstag mit. In einem Schreiben fordern sie Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) auf, das Konzept zu überarbeiten.

Die Verbände haben nach eigenen Angaben bereits erfolgreiche Hygienekonzepte entwickelt, um Chorproben wieder stattfinden lassen zu können und bieten dem Kultusministerium ihre Unterstützung an.

Das Kultusministerium weist die Kritik zurück. „Singen ohne Abstand geht nicht, da laut einschlägiger Experteneinschätzung beim Singen ein erhöhtes Infektionsrisiko durch die vermehrte Bildung von Aerosolen besteht“, teilte eine Sprecherin mit.

„Dieses Thema sollte den Chorverbänden eigentlich bekannt sein.“ Das Ministerium werde aber auch über mögliche Lösungen für das Singen mit mehr Abstandsmöglichkeiten nachdenken, „etwa was die Nutzung von größeren Räumlichkeiten, also abseits der Klassenräume, betrifft“.

++ Bund und Länder einig bei lokalen Beschränkungen nach Corona-Ausbruch

(14.33 Uhr) Bund und Länder wollen künftig zielgenauer auf lokale Ausbrüche der Corona-Pandemie reagieren. Ein- und Ausreisesperren soll es geben können, wenn die Zahl der Infektionen weiter steigt oder es keine Gewissheit gibt, dass die Infektionsketten bereits unterbrochen sind.

Das steht in einem nach Beratungen von Kanzleramtschef Helge Braun mit den Staatskanzleichefs der Länder gefassten Beschluss. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. „Diese Maßnahmen sollen zielgerichtet erfolgen und müssen sich nicht auf den gesamten Landkreis bzw. die gesamte kreisfreie Stadt beziehen“, heißt es darin.

Dem Papier zufolge sollen die Länder Vorsorge dafür treffen, dass Reisende aus Regionen mit erhöhten Corona-Infektionen nur dann in einem Beherbergungsbetrieb untergebracht werden beziehungsweise ohne Quarantänemaßnahme in ein Land einreisen dürfen, wenn sie mit einem ärztlichen Zeugnis nachweisen können, dass sie nicht infiziert sind.

Mit Blick auf die Reisesaison wurde zudem festgelegt, dass Rückkehrer aus dem Ausland, die sich innerhalb der vergangenen 14 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben, verpflichtet bleiben, sich für 14 Tage in häusliche Quarantäne zu begeben.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern sollen dem Beschluss zufolge kurzfristig die nationale Teststrategie in Hinblick auf den Umgang mit Reiserückkehrern weiterentwickeln. Sie sollen Kriterien dafür erarbeiten, ob, wann und in welchem Umfang Tests für diese sinnvoll sind. „Dies kann gegebenenfalls der Fall sein, wenn eine Urlaubsregion eine deutlich höhere Zahl aktiver Fälle aufweist als Deutschland im Durchschnitt, wenngleich die Kriterien für ein Risikogebiet bzw. besonders betroffenes Gebiet noch nicht erreicht sind“, heißt es in dem Papier.

++ Spanien nimmt bewegenden Abschied von seinen 28.400 Corona-Toten

(12.27 Uhr) Mit einer großen Trauerfeier und vielen Tränen hat der einstige Corona-Hotspot Spanien Abschied von seinen mehr als 28 400 Pandemie-Opfern genommen.

Im Beisein der EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und der gesamten Spitze der Europäischen Union gedachte König Felipe VI. am Donnerstag in Madrid vor allem der vielen „älteren Opfer, die den Lauf unserer Geschichte verändert und die Grundlage für unser demokratisches Zusammenleben gelegt haben“. Man ehre alle Opfer. „Dieser Akt kann den Schmerz aber nicht lindern“, betonte der 52-jährige Monarch vor den rund 400 Gästen auf dem Armería-Platz vor dem Königlichen Palast.

Trauerzeremonie für die Corona-Toten in Spanien
Spanien trauert. (Foto: Etienne Ansotte/European Commission/dpa)

Von der Leyen, Felipe, Königin Letizia, Kronprinzessin Leonor (14), Infantin Sofía (13), der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez und zahlreiche andere Teilnehmer der Trauerzeremonie legten zu den Klängen von Johannes Brahms („Das Geistliche Lied“) weiße Rosen an einer Votivflamme in der Mitte des Platzes nieder. Nicht wenige hatten dabei Tränen in den Augen, wie die Kameras des spanischen Fernsehens zeigten. „Das war der bewegendste Moment des Aktes“, kommentierte die spanische Nachrichtenagentur Europa Press.

++ Gesundheitsminister für lokale Beschränkungen nach Corona-Ausbruch 

(10.59 Uhr) Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich auf zielgenauere, lokale Beschränkungen in Regionen mit einem starkem Corona-Ausbruch verständigt. Lokale Ausreisesperren könnten dabei „ein geeignetes Mittel“ sein, heißt es in einem Papier der Gesundheitsministerkonferenz vom Donnerstag, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Minister empfehlen den Regierungschefs der Länder, künftig kleinere örtliche Einheiten bei einem Ausbruch einzuschränken. „Die Abriegelung ganzer Bezirke zum Beispiel in Hamburg oder Berlin ist nicht möglich“, heißt es in dem Papier. Es dürfe bei solchen Maßnahmen keinen Automatismus geben: „Entscheidungen müssen vor Ort flexibel von den zuständigen Behörden getroffen werden.“

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte bereits zielgenauere Lösungen für Corona-Hotspots angeregt. Am Donnerstagvormittag waren dazu Beratungen zwischen Bund und Ländern geplant. Eine Reihe von Ministerpräsidenten hatte es vorher abgelehnt, Ausreiseverbote für ganze Landkreise auszusprechen.

Die Gesundheitsminister räumten ein, dass die Umsetzung und Kontrolle solcher lokalen und zeitlich eng begrenzten Ausreisesperren problematisch sein könnten. Wichtig sei daher eine Einbindung des Bundesinnenministeriums sowie gegebenenfalls der Innenministerkonferenz, um hier praktikable Lösungen zu finden.

++ Braun: Beschränkungen nach Corona-Ausbruch nur noch lokal

(09.38 Uhr) Der Bund will in den Gesprächen mit den Ländern über Ausreisesperren in Regionen mit starkem Corona-Ausbruch für kleinere, lokale Beschränkungen werben.

Es gehe nicht mehr darum, ganze Landkreise einzuschränken. „Schneller, kleinräumiger, präziser, das ist das, was wir heute vereinbaren wollen“, sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Beschränkungen solle es nur noch dort geben, wo sie unbedingt notwendig seien, etwa in Teilen eines Betriebs oder in Teilen einer Gemeinde, in denen das Coronavirus ausgebrochen sei.

Es gehe dann darum, mit Hilfe der Länder und der Bundeswehr so schnell wie möglich die Menschen am Corona-Hotspot zu testen. Dadurch könnten die lokalen Einschränkungen auf wenige Tage begrenzt werden. „Solche Beschränkungen sollen auch ein Stück ihres Schreckens verlieren.“ Braun will heute mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder über das Thema weiter beraten. Eine Reihe von Ministerpräsidenten hatte es vorher abgelehnt, Ausreiseverbote für ganze Landkreise auszusprechen.

++ Mehr als 200.000 Menschen in Deutschland waren schon infiziert

(06.33 Uhr) Die Zahl der registrierten Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat die Marke von 200.000 überschritten.

Seit Beginn der Corona-Krise waren mindestens 200.260 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) meldete. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des RKI 534 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages.

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9078 mit dem Virus infizierte Menschen - das sind sieben mehr im Vergleich zum Vortag. Bis Donnerstagmorgen hatten 186.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 15.7., 0.00 Uhr, bei 1,02 (Vortag: 1,06). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,95 (Vortag: 0,91). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

++ Tönnies startet Schlachtbetrieb nach Corona-Zwangspause

(05.57 Uhr) Nach vier Wochen Zwangspause fährt Deutschlands größter Schlachtbetrieb Tönnies am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück seine Produktion wieder hoch. Am Morgen sollten die ersten Schweine angeliefert werden.

Nachdem rund 1400 Corona-Infizierte in der Tönnies-Belegschaft nachgewiesen worden waren, hatten die Behörden Mitte Juni die Produktion in dem Werk im nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh gestoppt.

Nach der Schlachtung folgt in der Produktionskette die Zerteilung der Tiere für die weitere Verarbeitung. Eine Genehmigung für den zweiten Produktionsschritt ist allerdings noch offen. Den hat die Stadt Rheda-Wiedenbrück noch nicht erteilt.

Tönnies schlachtet am Hauptsitz in Ostwestfalen im Normalbetrieb pro Tag je nach Marktlage zwischen 20.000 und 25.000 Schweine. 30.000 sind von den Behörden genehmigt. Durch den Produktionsstopp in Deutschlands größtem Schlachtbetrieb hatte sich ein Stau bei den Schweinemästern gebildet. Sie wurden ihre Tiere nicht los, und in den Ställen wurde der Platz eng.

++ Polizei-Einsätze zu Corona haben mehr als eine Million Euro gekostet

(17.55 Uhr) Landesweit haben die Polizeieinsätze im Zusammenhang mit Versammlungen und Demonstrationen zu Corona 1.086.736 Euro gekostet. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Konkret geht es um den Zeitraum zwischen 1. April und 17. Mai 2020. Die Teilnehmerzahl lag bei den Versammlungen bei bis zu 5000 Personen.  

++ Hier gelangen Sie zum gesamten Newsblog von Mittwoch ++

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