Corona-Lage: Das waren die Entwicklungen am Donnerstag

Lesedauer: 18 Min
Digital-Redakteur
Digitalredakteur
Chef vom Dienst Digital / stellv. Leiter Digitalredaktion
Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 870 (34.830 Gesamt - ca. 32.200 Genesene - 1761 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1761
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 6380 (182.764 Gesamt - ca. 167.800 Genesene - 8581 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 8551

Das Wichtigste des Tages:

  • Badesaison im Land beginnt unter Auflagen (14.37 Uhr)
  • Weitere Lockerungen für Baden-Württemberg angekündigt (12.58 Uhr)
  • Landkreise in BaWü wollen einheitliche Corona-Test-Verfahren (17.03 Uhr)
  • Autobauer wollen Mehrwertsteuersenkung an Kunden weitergeben (10.51 Uhr)
Hier könnten Sie weitere Inhalte von Flourish entdecken.
Dafür benötigen wir Ihre Zustimmung zur Datenübermittlung.

Das war's für heute. Wir wünschen einen schönen Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ Landkreise in BaWü wollen einheitliche Corona-Test-Verfahren

(17.03 Uhr) Die Landkreise pochen auf den Aufbau eines landesweit einheitlichen Systems für Corona-Tests. Der Hauptgeschäftsführer des Landkreistags, Alexis von Komorowski, sagte am Donnerstag in Stuttgart: „Wir sind weit davon entfernt, ein landeseinheitliches Niveau der Testungen zu haben.“ Eine einheitliche Beobachtung des Infektionsgeschehens sei aber nötig, um früh reagieren zu können, falls es eine zweite Infektionswelle geben sollte. Darüber berichteten auch „Stuttgarter Nachrichten“ und „Stuttgarter Zeitung“ (Donnerstag).

Den Landkreisen kommt bei der Bekämpfung des Coronavirus eine entscheidende Rolle zu. Bei einem Wert von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen in einem Kreis will Baden-Württemberg die „Vorwarnstufe“ ausrufen. Die Behörden sollen die Entwicklung dann genau beobachten, die Menschen zur besonderen Vorsicht mahnen und die Corona-Tests ausweiten. Ab einem Wert von 50 Neuinfektionen müssen konkrete Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen werden.

Nach Darstellung des Landkreistags haben Land und Kommunen schon Mitte Mai ein landeseinheitliches Testprogramm verabredet. Wie das Land dieses Monitoring aber umsetzen will und wann, ist bislang unklar. Das Sozialministerium teilte mit, man arbeite an einer Kabinettsvorlage. Nach Ministeriumsangaben gibt es Kapazitäten für 160 000 Tests auf das Coronavirus in der Woche. Wie viele Tests jetzt pro Woche durchgeführt würden, sei schwer zu sagen, da sowohl Krankenhäuser, Arztpraxen als auch viele Privatlabore testen.

Hier könnten Sie weitere Inhalte von Flourish entdecken.
Dafür benötigen wir Ihre Zustimmung zur Datenübermittlung.

++ Landesregierung lobt Konjunkturpaket des Bundes

(15.58 Uhr) Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält das von der Bundesregierung angekündigte milliardenschwere Konjunkturpaket für „ambitioniert und mutig“. „Es hat wichtige Komponenten, die die Wirtschaft fördern können und die Zukunft gestalten. Auch in sozialer Hinsicht scheint es ausgewogen“, teilte Kretschmann am Donnerstag in Stuttgart mit. Die Innovationsprämien für Elektroautos und Hybride seien ein zusätzlicher Kaufanreiz.

Kretschmann hatte sich zuvor für Kaufprämien auch für Autos mit den neuesten und schadstoffärmsten Verbrennermotoren ausgesprochen. Die kommen nach der Berliner Entscheidung von Schwarz-Rot jetzt aber nicht. Der Grünen-Politiker meinte, über die geplante Senkung der Mehrwertsteuer würden nun alle Autokäufe gefördert — auch wenn es um ältere Fahrzeuge gehe. Das sehe er kritisch. Die Senkung der Mehrwertsteuer sei eine teure „Gießkanne“. „Und es steht noch aus, ob die Senkung tatsächlich an die Verbraucher weitergegeben wird.“

Hingegen sei die ökologische Umgestaltung der KfZ-Steuer längst fällig gewesen. „Ich freue mich, dass diese wichtigen Forderungen, die wir erhoben haben, übernommen wurden.“ Das gelte auch für das angekündigte Engagement des Bundes beim Ausbau der Ladesäulen für Elektroautos. Auch der geplante Familienbonus sei ein gutes Signal. „Wichtig ist, dass hier eine soziale Abstufung vorgenommen wird.“

Vizeregierungschef Thomas Strobl (CDU) bezeichnete das Konjunkturpaket als einen großen Wurf. So helfe die Senkung der Mehrwertsteuer umsatzstarken Branchen in Baden-Württemberg, auch der Automobilwirtschaft. Die große Koalition in Berlin hatte sich auf ein Konjunkturpaket zur Stützung der Wirtschaft in der Corona-Krise geeinigt. Es hat einen Gesamtumfang von 130 Milliarden Euro.

++ Badesaison im Land beginnt unter Auflagen ++

(14.37 Uhr) Der Lenkungskreis der Landesregierung hat beschlossen, unter welchen Bedingungen Bäder und Seen im Land ab Samstag wieder öffnen dürfen.

Die Anzahl der am Badebetrieb teilnehmenden Personen, beispielsweise im Becken und auf Liegewiesen, ist durch geeignete Maßnahmen zu beschränken und hängt demnach von der Wasserfläche ab: Pro zehn Quadratmeter Fläche darf eine Person ins Schwimmerbecken. Im Nichtschwimmerbecken gelten vier Quadratmeter pro Person.

Alternativ können Bäder die einzelnen Schwimmbahnen unterteilen. Pro 50-Meter-Bahn sind laut Landesregierung zehn Schwimmer zugelassen. „Innerhalb der Bahnen ist ein Einbahnsystem einzuführen“, teilte das Sozialministerium mit. Auch die Zahl der Sonnenanbeter auf den Liegewiesen sowie die der Gäste insgesamt im Freibad sind beschränkt.

Während des gesamten Badebetriebs muss ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen sämtlichen anwesenden Personen eingehalten werden; Körperkontakt, insbesondere Händeschütteln und Umarmen, muss vermieden werden.

Toiletten und Umkleiden sollen so eingerichtet werden, dass wenige Menschen miteinander in Kontakt kommen. Wie in Restaurants müssen Gäste ihre Kontaktdaten hinterlegen, damit Infektionsketten nachvollzogen werden können. Die Regeln gelten für Frei-, Hallen-, Thermal- und Spaßbäder sowie für Badeseen.

++ Weitere Lockerungen für Baden-Württemberg angekündigt

(12.58 Uhr) Die grün-schwarze Landesregierung hat weitere Lockerungen von Corona-Maßnahmen angekündigt. Wer aus Staaten außerhalb des Schengenraums, also außerhalb Europas, nach Baden-Württemberg einreist, muss nicht mehr grundsätzlich in Quarantäne

Nach Angaben eines Regierungssprechers soll dies ab diesem Freitag gelten. Die Quarantäne soll es nur noch dann geben, wenn ein Mensch aus einem Land einreist, das mehr als 50 Infektionen mit Corona pro 100 000 Einwohner aufweist.

Ausnahmen seien aber auch dann für bestimmte Berufsgruppen möglich, zum Beispiel für Lastwagenfahrer, erklärte die Lenkungsgruppe. Für Einreisen aus den EU-Ländern sowie aus Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und Großbritannien nach Baden-Württemberg war die zweiwöchige Quarantäne bereits Mitte Mai aufgehoben worden.

Zudem kündigte die Lenkungsgruppe intensivere Kontrollen der Behörden von Sammelunterkünften an, in denen Baustellenarbeiter untergebracht sind. Ziel sei es, dort Infektionsherde zu vermeiden.

Reisebusse sollen ab dem 15. Juni wieder fahren dürfen. Dazu erarbeiteten das Verkehrs- und das Sozialministerium ein Hygienekonzept. In anderen Bundesländern sind Busreisen unter Einhaltung der Hygieneregeln bereits wieder erlaubt — etwa im Saarland oder in Nordrhein-Westfalen.

++ Deutsche Corona-Tracing-App sicher und sinnvoll?

(11.34 Uhr) Frankreich und Italien haben schon Corona-Tracing-Apps in Betrieb genommen – Mitte des Monats soll auch die deutsche Variante an den Start gehen. Kontakte von Infizierten sollen so leichter nachverfolgt werden können. Informatikprofessor Frank Kargl vom Institut für Verteilte Systeme der Universität Ulm hat mit Kristina Staab darüber gesprochen, wie sicher und verlässlich die App ist.

"Im Moment ist alles noch sehr frisch", meint Kargl. "Doch selbst wenn noch gravierende Fehler auftreten würden, könnten sie bis Mitte des Monats noch behoben werden. Die Vorgehensweise stärkt auch das Vertrauen in die App, da nun öffentlich geprüft werden kann, ob der dezentrale Ansatz wie versprochen umgesetzt wird. Das bedeutet, dass mit den erhobenen Daten nichts anderes gemacht wird, als Coronakontakte nachzuverfolgen." Das komplette Interview lesen Sie hier.

++ Autobauer wollen Mehrwertsteuersenkung an Kunden weitergeben ++

(10.51 Uhr) Die Autobauer in Deutschland wollen den Preisvorteil aus der bevorstehenden Mehrwertsteuersenkung voll an ihre Kunden weitergeben.

Die im Verband der Automobilindustrie organisierten Hersteller schafften die Voraussetzungen dafür, dass die Absenkung der Mehrwertsteuer in vollem Umfang den Kunden zu Gute kommen könne, teilte der VDA am Donnerstag mit.

„Die befristete Absenkung der Mehrwertsteuer ist eine wichtige Maßnahme, um die Nachfrage in Deutschland wieder in Schwung zu bringen“, hieß es weiter. Um den Absatz moderner Fahrzeuge zu beschleunigen, prüften die Unternehmen, wie die Wirkung der abgesenkten Mehrwertsteuer weiter verstärkt werden könne.

Mit einem riesigen Konjunkturpaket will die schwarz-rote Koalition die Wirtschaft in der Corona-Krise ankurbeln. Teil dessen ist eine befristete Absenkung der Mehrwertsteuer. Vom 1. Juli an bis zum 31. Dezember 2020 soll der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf 16 Prozent und für den ermäßigten Satz von 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt werden, wie aus einem Beschlusspapier hervorgeht.

++ Hohe Nachfrage nach Hund, Katze und Kaninchen in Tierheimen ++

(06.30 Uhr) In zahlreichen Tierheimen in Bayern stehen zurzeit Zwinger und Käfige leer. Seit Beginn der Corona-Krise habe es verstärkte Nachfrage nach Hunden, Katzen oder Kaninchen gegeben und zugleich seien weniger Tiere abgegeben worden, sagte Ilona Wojahn, Präsidentin des Landesverbandes Bayern des Deutschen Tierschutzbundes und Leiterin des Tierheimes Dingolfing. Sie habe Anfragen von anderen Tierheimen bekommen, ob sie ihr Hunde zum Vermitteln abnehmen könnten, weil diese Heime selbst keine Tiere mehr hatten.

Die Menschen hätten während der Lockdown-Wochen wohl einfach mehr Zeit gehabt, ein neues Haustier einzugewöhnen, vermutete Wojahn. Die Tierheim-Mitarbeiter hätten die Interessenten jedoch gut geprüft, um die Pflege des Tieres auch nach Corona sicherzustellen: „Die Krise geht vorüber, aber wer kümmert sich dann um den Hund?“ Im Dingolfinger Tierheim seien nun die unkomplizierten Hunde weg. Die, die noch da seien, seien die verhaltensauffälligen, schwer vermittelbaren Fälle.

Auffallend sei auch, dass weniger Tiere abgegeben worden seien. So habe es wegen der Grenzschließungen keine illegalen Welpen-Transporte gegeben, sagte Wojahn. Ähnlich hoch wie in jedem Jahr sei heuer die sogenannte Babykatzen-Schwemme. Immer im Frühjahr würden trächtige Katzen oder Katzenbabys abgegeben. Weil aber mehr Katzen vermittelt worden seien, sei die Zahl insgesamt niedriger. „Wir haben zwischen 60 und 70 Katzen da. Letztes Jahr waren es um die 150.“

Andere Tierheime berichten von ähnlichen Erfahrungen.

Die letzten Meldungen von Mittwoch-Abend:

++ 47 Neuinfektionen in Baden-Württemberg

(18.32 Uhr) Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 34.834 gestiegen. Das waren 47 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium in Stuttgart mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 12 auf 1772. Etwa 32.096 Menschen seien von ihrer Infektion wieder genesen. Geschätzt seien noch 966 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, hieß es.

Die Reproduktionszahl wurde demnach vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,79 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

++ Ulm befürchtet Ansturm an Schwörmontag und sperrt Donau-Zugänge

Kein Wasserkarneval, aber eine kleine Feier: Die Stadt Ulm will am Schwörmontag große Menschenansammlungen und Partys vermeiden. Dafür sperrt sie am 20. Juli per Allgemeinverfügung die Zugänge zu Donau und Iller, wie eine Sprecherin am Mittwoch sagte.

Das beliebte „Nabada“, bei dem zig Motto-Boote, Flöße und Schlauchboote auf der Donau schwimmen, fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus.

„Wir müssen jetzt streng sein, Spaß macht uns das keinen“, sagte Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) bei der Vorstellung des Konzepts für den diesjährigen Schwörmontag. Hier lesen Sie mehr.

Das Wichtigste vom Mittwoch:

  • Ab Juli sollen wieder alle Kinder in Bayerns Kitas dürfen (14.04 Uhr)
  • Arbeitslosigkeit steigt wegen Corona-Krise im Mai weiter an (10.07 Uhr)
  • Ulm befürchtet Ansturm an Schwörmontag und sperrt Donau-Zugänge (17.40 Uhr)

+++ Hier geht es zum Newsblog von Mittwoch +++

Ausgewählte Artikel zum Virus und seinen Folgen:

Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aktuell aus dem Dashboard RKI¹

Hier könnten Sie weitere Inhalte von Flourish entdecken.
Dafür benötigen wir Ihre Zustimmung zur Datenübermittlung.

Meist gelesen in der Umgebung

Mehr Inhalte zum Dossier

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen

Leser lesen gerade