Corona-Lage: Das waren die Entwicklungen am Dienstag

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 776 (36.917 Gesamt - ca. 34.300 Genesene - 1.841 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.841
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 6.320 (206.642 Gesamt - ca. 190.800 Genesene - 9.122 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.122

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • RKI schlägt Alarm: Lage in Deutschland könnte wieder außer Kontrolle geraten (10.20 Uhr)
  • Kretschmann droht mit härteren Sanktionen für Corona-Verstöße (13.08 Uhr)
  • Grenzkontrollen für Coronatests - Seehofer dagegen (16.42 Uhr)
  • Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Barcelona ab (10.02 Uhr)
  • US-Corona-Impfstoffkandidat geht in heiße Testphase (06.34 Uhr)
Durch Meldeverzug und die aufwändige Datenverarbeitung kann es Abweichungen zwischen den hier gemeldeten Zahlen und Meldungen von einzelnen Landkreisen geben.

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen guten Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ 121 neue Corona-Infektionen im Südwesten 

(20.27 Uhr) Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist seit Beginn der Pandemie in Baden-Württemberg auf mindestens 37.047 gestiegen. Am Dienstag wurden 121 neue Fälle gemeldet, wie das Sozialministerium in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr).

Etwa 34.291 Menschen gelten als genesen. Derzeit seien geschätzt 913 Menschen im Land mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Corona-Toten gab die Behörde mit 1843 an, das waren zwei mehr als am Vortag.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg weiterhin mit 0,79 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

++ Diese Corona-Meldungen gibt es heute in der Region

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(19.06 Uhr)

++ Weitere Infektionen nach Trauerfeier auf der Ostalb

(18.00 Uhr) Im Ostalbkreis steigen die Neuinfektionen weiter an. Das hat das dafür zuständige Landratsamt am Dienstag in einer Pressemeldung mitgeteilt. Grund für den starken Anstieg der Coronafälle sei eine Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd am 14. Juli, an der rund 100 Menschen teilgenommen hatten.

Am Dienstag berichtete das Landratsamt von elf weiteren Fällen im Zusammenhang mit der Feier. Mittlerweile seien es 58 Infektionen, die darauf zurückzuführen seien. Unter den Erkrankten seien zudem zwölf Kinder vom Säuglings- bis ins Teenageralter. Aktuell sind 54 Menschen im Kreis mit Covid-19 infiziert. Hier lesen Sie mehr.

++ Grenzkontrollen für Coronatests - Seehofer dagegen

(16.42 Uhr) Bundesinnenminister Horst Seehofer ist gegen erneute Grenzkontrollen zu deutschen Nachbarländern zur Durchführung von Coronavirus-Tests. Er könne sich das für die deutschen Grenzen nicht vorstellen, sagte der CSU-Politiker am Dienstag in Berlin. "Ich werde das auch sehr nachdrücklich vertreten", sagte er.

Seehofer verwies auf die Erfahrungen mit vorübergehenden Kontrollen zu Frankreich, der Schweiz, Österreich und Dänemark. "Wir hatten weniger Probleme in der technischen Umsetzung dieser Grenzkontrollen, aber wir hatten riesige Probleme politisch." Befürworter solcher Kontrollen hätten diese nur Tage später dann heftig kritisiert, zudem sei es zu Wartezeiten für Pendler in Grenzregionen gekommen.

Verstärkte Tests auf das Coronavirus seien hingegen zu begrüßen, so Seehofer. Wenn dies rechtlich möglich sei, seien auch die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigten Pflichttests für Rückkehrer aus Risikogebieten eine Option. Das werde derzeit noch juristisch geprüft, sein Haus sei dazu in Gesprächen mit dem Gesundheitsministerium und dem Kanzleramt.

++ Konstanzer OB appelliert wegen Infektionsanstieg an Vernunft der Bürger

(15.15 Uhr) "Die Ampel steht auf gelb!". Es sind klare Worte, mit denen der Konstanzer Oberbürgermeister Ulrich Burchardt (CDU) die Menschen im Landkreis Konstanz an das Fortdauern der Corona-Pandemie erinnert. Stadt und Landratsamt arbeiten angesichts steigender Infektionszahlen an einem neuen Maßnahmenpaket. Panik will man in Konstanz aber nicht verbreiten.

33 akute Corona-Infektionen gibt es derzeit im Landkreis Konstanz, allein 30 davon in Konstanz selbst. Damit liegt die Region zwar noch weit weg von der Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, ab der zwangsläufig Verschärfungen der Corona-Regelungen drohen. Oberbürgermeister Burchardt und Landrat Zeno Danner (parteilos) sehen die Entwicklungen dennoch mit Sorge. Sie richten einen eindringlichen Appell an die Bürger und stellen eine Forderung an die Landesregierung. Hier lesen Sie mehr.

++ Kretschmann droht mit härteren Sanktionen für Corona-Verstöße

(13.08 Uhr) Angesichts erneut steigender Infektionszahlen hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) den Bürgern mit schärferen Strafen für Regelverstöße gedroht. Wenn die Infektionszahlen weiter anstiegen, müsse die Regierung mit den Sanktionen härter werden, sagte er am Dienstag in Stuttgart.

„Das Virus versteht keinen Spaß.“ Kretschmann appellierte an die Bevölkerung, sich an die Regeln zu halten. Man müsse damit rechnen, dass es wieder mehr Infektionsketten geben und das Virus auch von Reiserückkehrern stärker importiert werde. Entscheidend sei allerdings, ob es zu einer exponentiellen Kurve der Infektionen komme.

++ Baden-Württemberg hält sich zu Reisebeschränkungen für Menschen aus Bayern bedeckt

(12.30 Uhr) Der Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming hat bislang noch keine Folgen für die Reisemöglichkeiten der Bewohner aus der betroffenen Region nach Baden-Württemberg.

Im Gegensatz zu mehreren anderen Bundesländern sei über Einschränkungen für Menschen aus dem Landkreis Dingolfing-Landau noch nicht entschieden worden, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. „Das müssen wir erst nochmal sorgfältig besprechen“, sagte der Regierungschef.

Nach der Infektion von mehr als 170 Erntehelfern im bayerischen Mamming können sich auch die Bewohner testen lassen. (Foto: Christof Stache/AFP)

An weite Teile der deutschen Küste und nach Rheinland-Pfalz dürfen Urlauber aus dem bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau dagegen nur noch mit Einschränkungen reisen. Einreisende nach Mecklenburg-Vorpommern brauchen seit Dienstag einen negativen Coronatest. Dieser darf nicht älter als 48 Stunden sein, wie eine Sprecherin des zuständigen Landesamtes sagte.

Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof in Mamming lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen im Kreis Dingolfing-Landau bei 191. Sie ist damit fast viermal so hoch wie der Grenzwert 50.

++ RKI schlägt Alarm: Lage in Deutschland könnte wieder außer Kontrolle geraten

(10.20 Uhr) Das Robert-Koch-Institut hat sich bei einer Pressekonferenz am Dienstagmorgen betont kritisch zur aktuellen Entwicklung der Corona-Fallzahlen in Deutschland geäußert. Die Zahlen bereiteten "große Sorgen", erklärte RKI-Leiter Lothar Wieler und stellte ernüchtert fest: "Wir hatten es doch schon geschafft!"

Der Anstieg der Fallzahlen sei nicht mehr lokal eingrenzbar, sondern deutschlandweit feststellbar. Das sei eine besorgniserregende Entwicklung, so eine RKI-Sprecherin weiter. Die Infektionen beträfen zahlreiche Gemeinden über das gesamte Bundesgebiet verteilt, die Lage sei diffus und deshalb so gefährlich. 

Auch wenn Reiserückkehrer eine Rolle spielten, gingen die meisten Infektionen in erster Linie auf Infektionen innerhalb Deutschlands zurück, bei privaten Feiern oder in Gemeinschaftsunterkünften. Diese Lage könnte erneut außer Kontrolle geraten, was es nun zu verhindern gelte, so Wieler. Dazu müsste aber die gesamte Bevölkerung wieder an einem Strang ziehen.

Doch neueste Studien zeigten, dass der Gefahr durch das Coronavirus in Deutschland nicht mehr die nötige Aufmerksamkeit und das nötige Gefahrenbewusstsein geschenkt werde. Wieler mahnte eindringlich, sich unbedingt wieder diszipliniert an die Hygiene-Maßnahmen, die Abstandspflicht und das Tragen von Mundschutz zu halten.

In Deutschland hatte man das Coronavirus in den ersten Monaten der Pandemie sehr erfolgreich eingedämmt und damit im internationalen Vergleich eine Sonderstellung erarbeitet und dafür auch Opfer gebracht, so Wieler. Dieser Vorsprung drohe nun, verspielt zu werden. 

"Einige denken wohl, es sei vorbei. Aber es ist nicht vorbei, wir sind mittendrin!", warnt Wieler.

++ Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Barcelona ab

(10.02 Uhr) Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen in Spanien rät das Auswärtige Amt nun von touristischen Reisen in mehrere Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen ab. Betroffen sind Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra.

Die Balearen mit der beliebten Ferieninsel Mallorca oder die Kanaren bleiben verschont. Das Auswärtige Amt begründete den Schritt am Dienstag in seinen Reisehinweisen für Spanien mit den "hohen Infektionszahlen und örtlichen Absperrungen".

Auf eine Reaktivierung der formellen Reisewarnung für die stark betroffenen Regionen verzichtete das Ministerium zunächst. Ein solcher Schritt hätte Urlaubern die kostenlose Stornierung von Buchungen ermöglicht. Das Abraten von Reisen ist quasi eine Alarmstufe darunter.

Das Auswärtige Amt hatte die Reisewarnung für das besonders stark von der Corona-Pandemie getroffene Spanien erst am 21. Juni aufgehoben, nachdem die Regierung einen 14-wöchigen Notstand beendet hatte. Die Infektionszahlen waren in den vergangenen Tagen in einigen Gebieten wieder dramatisch gestiegen.

Die drei am stärksten betroffenen Regionen werden von der Bundesregierung aber trotzdem zunächst nicht zu den Risikogebieten gezählt. Rückkehrer aus diesen Gebieten müssen künftig in Deutschland einen Corona-Test machen.

++ US-Corona-Impfstoffkandidat geht in heiße Testphase

(06.34 Uhr) Im Rennen um einen Corona-Impfstoff geht in den USA ein aussichtsreiches Mittel in die heiße Phase seiner Erprobung. Eine klinische Phase-III-Studie mit 30.000 Probanden zu einem Impfstoffkandidaten der US-Biotech-Firma Moderna habe begonnen, teilte die zuständige Gesundheitsbehörde NIH mit.

Die erste Test-Impfung eines Patienten in der Stadt Savannah in Georgia am Montagmorgen sei ein „historisches Ereignis“ und die Geschwindigkeit der Entwicklung ein US-Rekord, sagte der US-Top-Immunologe und Regierungsberater Anthony Fauci. Erste Ergebnisse könnten möglicherweise im November vorliegen.

In einer Phase-III-Studie wird überprüft, ob ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt.

Die Studie finde an 89 Standorten in den USA statt, die Probanden würden in zwei Gruppen unterteilt: Die einen erhielten den Impfstoff, die anderen ein Placebo. „Diese wissenschaftlich strenge, randomisierte und placebokontrollierte Studie soll feststellen, ob der Impfstoff Covid-19 verhindern kann und wie lange ein solcher Schutz dauern kann“, so Fauci. Bei der Impfung wird den Probanden das Mittel zweimal im Abstand von 28 Tagen verabreicht. In einem ähnlich fortgeschrittenen Stadium werden der WHO zufolge derzeit nur eine Handvoll weiterer Wirkstoffe erforscht.

++ 98 neue Corona-Infektionen im Südwesten 

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist seit Beginn der Pandemie in Baden-Württemberg auf mindestens 36.926 gestiegen. Das waren 98 mehr als am vergangenen Freitag, wie das Sozialministerium am Montag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr).

Etwa 34.231 Menschen gelten als genesen. Derzeit seien geschätzt 854 Menschen im Land mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Corona-Toten gab die Behörde weiterhin mit 1841 an.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,79 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

++ Spahn will Corona-Pflichttests für Urlaubs-Rückkehrer anordnen

(17.21 Uhr) Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten sollen sich künftig auf das Virus testen lassen müssen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur, er werde „eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten anordnen“.

Am Freitag hatten Spahn (CDU) und die Ressortchefs der Bundesländer zunächst beschlossen, dass sich alle Reisenden aus Risikogebieten kostenlos und freiwillig auf das Virus testen lassen können. Seitdem hatten mehrere Politiker eine Pflicht gefordert, darunter Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und FDP-Chef Christian Lindner. Hier lesen Sie mehr.

++ Corona-Ausbruch in freikirchlicher Gemeinde in Ulm

(16.58 Uhr) - In einer kleinen freikirchlichen Gemeinde in Ulm hat es laut Mitteilung des Gesundheitsamts Ulm/Alb-Donau-Kreis einen Corona-Ausbruch gegeben.

Nach dem Stand von Montag, 27. Juli, seien 14 Personen positiv auf das Virus getestet worden – Mitglieder der Gemeinde sowie deren Familienangehörige. Aus dem weiteren Kontaktumfeld wurden fünf weitere Personen positiv getestet. Macht in Summe: 19 infizierte Menschen.

Nach den Informationen, die dem Fachdienst Gesundheit im Landratsamt des Alb-Donau-Kreises – dem für Ulm und den Alb-Donau-Kreis zuständigen Gesundheitsamt – vorliegen, hat sich die Gemeinde aber an die Corona-Hygienebestimmungen gehalten. Die beiden vergangenen Sonntage fand dort, nach Angaben der Gemeinde, kein Gottesdienst statt, „sodass die Hoffnung besteht“, so das Gesundheitsamt, dass sich das Ausbruchsgeschehen eingrenzen lässt.

Hier geht es zum Newsblog von Montag.

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