Corona-Lage: Das waren die Entwicklungen am Dienstag

Lesedauer: 18 Min
Digital-Redakteur
Chef vom Dienst Digital / stellv. Leiter Digitalredaktion
Digital-Redakteur
Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 504 (36.041 Gesamt - ca. 33.700 Genesene - 1.837 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg:  1.837
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 4.799 ( 198.963 Gesamt - ca. 185.100 Genesene - .9064 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 9.064

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Maskenpflicht an weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg kommt (13.25 Uhr)
  • Bundesregierung denkt über Ausreisesperren für Regionen nach (11.42 Uhr)
  • 412 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland (11.29 Uhr)
  • Spekulationen über Haftstrafe für Tönnies (06.27 Uhr)
  • Corona-Pandemie bringt innere Uhr durcheinander (07.33 Uhr)
Hier könnten Sie weitere Inhalte von Flourish entdecken.
Dafür benötigen wir Ihre Zustimmung zur Datenübermittlung.

Das war's für heute. Wir wünschen Ihnen einen guten Abend und sind morgen Früh auf Schwäbische.de wieder mit einem neuen Corona-Newsblog für Sie da.

++ 51 neue Corona-Infektionen im Südwesten 

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 36.172 gestiegen. Das waren 51 mehr als am Montag, wie das Sozialministerium am Dienstag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Etwa 33.755 Menschen gelten als genesen.

Die Zahl der Corona-Toten gab die Behörde mit 1.838 an. Derzeit seien geschätzt 579 Menschen im Land mit dem Virus infiziert, hieß es.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,85 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

++ Bayern erlaubt mehr Zuschauer in Kinos und bei Kulturveranstaltungen 

In Bayern werden die Corona-Auflagen für kulturelle Veranstaltungen, Kinos und Sport-Wettkämpfe weiter gelockert. Zudem werden kleinere Kunst-, Handwerker-, Töpfer- und Flohmärkte im Freien wieder erlaubt. Das hat das Kabinett am Dienstag auf seiner Sitzung auf Schloss Herrenchiemsee beschlossen.

In Kinos und bei kulturellen Veranstaltungen sind von diesem Mittwoch (15. Juli) an wieder mehr Menschen zugelassen: wenn es zugewiesene und gekennzeichnete Sitzplätzen gibt, wieder bis zu 400 Personen im Freien und bis zu 200 Personen in geschlossenen Räumen. Die gleichen Beschränkungen gelten für beruflich veranlasste Veranstaltungen wie Tagungen oder Kongresse.

Auch für Sport-Wettkämpfe in geschlossenen Räumen werden die bislang geltenden Personenbeschränkungen erhöht: Wenn es gekennzeichnete oder klar voneinander abgegrenzte Aufenthaltsbereichen gibt, sind künftig wieder 200 Personen zugelassen, ansonsten 100 Personen. Allerdings bleibt es vorerst dabei, dass Zuschauer ausgeschlossen bleiben.

++ Land bietet Kommunen milliardenschweres Hilfspaket an 

Das Land Baden-Württemberg will den Kommunen wegen der Coronakrise mit mehreren Milliarden Euro unter die Arme greifen. Die Koalition habe sich auf ein Hilfspaket in einer Höhe zwischen zwei und drei Milliarden Euro allein für dieses Jahr verständigt, berichtete CDU-Fraktionsschef Wolfgang Reinhart. „Wir wollen, dass die Kommunen weiter investieren können“, sagte er.

Das Land wolle die Kommunen im laufenden Jahr weiterhin auf Vor-Corona-Niveau unterstützen. Zudem wolle man die ausgefallenen Gewerbesteuereinnahmen von 2020 ersetzen.

Die erlassenen Beiträge für die Kinderbetreuung sollen kompensiert, die Volkshochschulen und Krankenhäuser im Land gestärkt werden. Eine Einigung gibt es demnach noch nicht. Nächste Woche stehen weitere Gespräche an.

++ Maskenpflicht an weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg kommt

(13. 25 Uhr) In Baden-Württemberg gilt nach den Sommerferien an allen weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus. Das bestätigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag. Jeder, der dann auf dem Schulgelände und in den Gebäuden unterwegs ist, muss demnach eine Alltagsmaske tragen. Während des Unterrichts soll die Maskenpflicht nicht gelten.

++ Bundesregierung erwägt Ausreisesperren für Regionen

(11.42 Uhr) Die Bundesregierung hat bestätigt, bei Corona-Ausbrüchen regionale Ausreisebeschränkungen zu erwägen. "Darüber diskutieren wir als eine Maßnahme, ob das nicht am Ende eine bessere Variante ist, als wenn man am Urlaubsort ankommt, um dann zurückgewiesen zu werden", sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) am Dienstag bei RTL.

Die Frage sei, ob es im Falle einer unklaren Infektionssituation nicht sinnvoller sei zu sagen: "Es bleiben hier in dieser Region mal alle zuhause, möglichst präzise gefasst, da wo man auch wirklich Ausbruchssorgen hat, um dann dort so flächig zu testen, dass man nach wenigen Tagen sagen kann, wir haben alle Infektionsketten entdeckt", erklärte der CDU-Politiker. Danach könne man "schnell wieder zur Normalität" übergehen und habe "damit wirklich sehr vollständig die Infektionen erfasst". Es gehe darum, "wie man dieses Verfahren, wenn ein Hotspot plötzlich auftaucht, nochmal optimieren kann, damit wir sehr präzise und möglichst schnell reagieren".

Zuletzt hatten mehr als 1000 positiv getestete Mitarbeiter des Fleischverarbeiters Tönnies in Nordrhein-Westfalen zu regionalen Einschränkungen im öffentlichen Leben in den Kreisen Gütersloh und Warendorf geführt. Betroffen waren zeitweise rund 640 000 Einwohner. Mehrere Bundesländer verhängten Beherbergungsverbote für Menschen aus beiden Kreisen. Inzwischen sind die Auflagen in beiden Kreisen wieder aufgehoben. Hier lesen Sie mehr.

++ 412 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

(11.29 Uhr) Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 412 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.

Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 199.375 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstag meldete (Datenstand 14.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9068 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 13.7., 0.00 Uhr, bei 1,00 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 13.7., 0.00 Uhr, bei 0,83 (Vortag: 0,91). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

++ Homeoffice wird auch nach Corona bleiben: Hybride Modelle

(09.10 Uhr) Das Homeoffice dürfte in vielen Firmen die Corona-Krise überdauern. 54 Prozent der Betriebe erwarten, dass diese Arbeitsform dauerhaft zunimmt, wie eine veröffentlichte Befragung des Münchner Ifo-Instituts bei rund 7300 Unternehmen ergab.

"Die Coronakrise könnte einen dauerhaften Schub fürs Homeoffice bedeuten", sagt Oliver Falck vom Ifo. "Für viele Unternehmen ging die Umstellung mit beträchtlichen Investitionen in digitale Infrastruktur und neue Kommunikationstechnologie einher. Diese Neuorganisation der Arbeit wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vollständig rückgängig gemacht werden."

Für eine Studie haben Falck und seine Kollegen Befragungen des Ifo und eine Mitgliederbefragung des Netzwerks LinkedIn ausgewertet. Drei Viertel der Unternehmen haben dem Ifo zufolge zur Bewältigung der Krise Teile der Belegschaft ins Homeoffice geschickt. Zeitweise konnten demnach 56 Prozent der Beschäftigten in Deutschland zeitweise von zu Hause arbeiten.

"Dass Jobs in Zukunft vollständig ins Homeoffice verlagert werden, dürfte dennoch die Ausnahme bleiben", sagt Koautor Jean-Victor Alipour. "Zum einen wissen wir, dass der Mangel an sozialen Kontakten im Homeoffice dauerhaft eine Belastung sein kann, zum anderen lässt sich kreativer Austausch und der Transfer von Ideen und Wissen nicht vollständig ins Digitale verlagern." Wahrscheinlicher sei, dass sich "hybride Arbeitsmodelle zwischen Präsenzarbeit und Homeoffice durchsetzen werden".

++ Corona-Pandemie bringt innere Uhr durcheinander

(07.33 Uhr) Vor mehr als 100 Jahren stellte Albert Einstein die Physik auf den Kopf, als er die bis dahin als Konstante betrachtete Zeit als eine relative Größe entlarvte.

Obwohl objektiv messbar, vergeht Zeit eben nicht überall und für jeden gleich schnell. Doch der Unterschied ist so klein, dass er auf der Erde kaum ins Gewicht fällt. Zeit ist aber nicht nur ein Forschungsobjekt in der Physik, sondern auch in der Psychologie, denn sie hat viel mit unserer Wahrnehmung zu tun. Auch hier vergeht Zeit, zumindest scheinbar, unterschiedlich schnell - und zwar deutlich.

Wie aus einer in der Fachzeitschrift „PLOS ONE“ veröffentlichten Studie hervorgeht, haben viele Menschen den Lauf der Zeit während der ersten Corona-Welle anders wahrgenommen als sonst. Ein Team um Ruth Ogden von der John-Moores-Universität in Liverpool befragte dafür rund 600 Menschen in Großbritannien zwischen dem 7. und 30. April in einer Online-Umfrage zu Zeitempfinden, Gemütszustand und persönlichen Umständen. Die Kontaktbeschränkungen haben nach Ansicht der Autoren eine seltene Gelegenheit geboten, um zu studieren, wie sich Störungen des alltäglichen Lebens auf die Wahrnehmung von Zeit auswirken.

Mehr als 80 Prozent der Befragten gaben an, die Zeit der Kontaktbeschränkungen sei für sie entweder schneller oder langsamer vergangen als sonst. Wer älter und unzufrieden mit dem Maß seiner sozialen Kontakte war, für den verging die Zeit häufig langsamer. Wer jünger und zufriedener war, verspürte eher eine Beschleunigung der Ereignisse. Das galt sowohl für einzelne Tage als auch für ganze Wochen.

Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Spekulationen über Haftstrafe für Tönnies

(06.27 Uhr) In der Debatte über die Arbeitsbedingungen bei dem nordrhein-westfälischen Schlachtbetrieb Tönnies hat der SPD-Politiker Ralf Stegner über eine Haftstrafe für den Unternehmer Clemens Tönnies spekuliert.

„Da findet richtige Ausbeutung statt. Er hat eine Menge damit zu tun, dass wir da einen Corona-Hotspot hatten“, sagte Stegner am Sonntagabend bei „Bild live“. Er fügte hizu: „So jemand braucht nicht staatliche Hilfe durch Steuergelder, der sollte zur Verantwortung gezogen werden. Vielleicht kommt er irgendwann in staatliche Kost und Logis.“ Bei Tönnies würden Gesetze missachtet. Dem müsse mit aller Konsequenz nachgegangen werden.

Mit Blick auf den Antrag des Unternehmens auf Erstattung von Lohnkosten durch das Land Nordrhein-Westfalen in der Corona-Krise sagte der schleswig-holsteinische SPD-Fraktionschef im Politik-Talk „Die richtigen Fragen“, es sei „unverschämt, dafür die Steuerzahler heranzuziehen.“

Der Schlachtbetrieb Tönnies und weitere Subunternehmer hatten Ende vergangener Woche beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe Anträge auf Erstattung von Lohnkosten durch das Land Nordrhein-Westfalen gestellt. Hintergrund sind die Quarantäne-Maßnahmen, die nach dem massiven Corona-Ausbruch unter Tönnies-Arbeitern am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück verhängt wurden. Das Infektionsschutzgesetz sieht nach Angaben der Behörden eine Erstattung vor, wenn Gesundheitsämter einen Betrieb schließen und Quarantäne anordnen.

++ Polizei-Einsatz am Bahnhof Tuttlingen wegen Maskenpflicht

(18.14 Uhr) Weil sich mehrere Personen gegen die Maskenpflicht in einem Zug wehrten, kam es am Bahnhof Tuttlingen zu einem Einsatz der Polizei.

Die zwölf Reisenden waren auf dem Weg zu einer Demonstration gegen die Corona-Verordnung in Stuttgart und hatten sich unterwegs mit dem Zugbegleiter angelegt. Das teilte die Polizei in Konstanz am Montag mit.

Gegenüber den im Zug eingesetzten Polizisten zeigten sie sich zunächst uneinsichtig. Am Ende lenkten sie jedoch ein. Nur für einen 58-Jährigen endete die Fahrt vorzeitig am Bahnhof Tuttlingen, da er sich weiter weigerte, Mund und Nase zu bedecken. Ihm droht nun ein Bußgeld.

++ Hier gelangen Sie zum gesamten Newsblog von Montag ++

Ausgewählte Artikel zum Virus und seinen Folgen:

Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aktuell aus dem Dashboard RKI¹

Meist gelesen in der Umgebung

Mehr Inhalte zum Dossier

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen

Leser lesen gerade