Corona-Lage: Das sind die Entwicklungen vom Samstag

Lesedauer: 19 Min
Digitalredakteurin
Deutsche Presse-Agentur
Agence France-Presse

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg: ca. 705 (34.892 Gesamt - ca. 32.396 Genesene - 1791 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg: 1791
  • Aktuell Infizierte Deutschland: ca. 7032 ( 183.678 Gesamt - ca. 168.900 Genesene - 8646 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland: 8646

Das Wichtigste des Tages:

  • Bayern sagt Fußball-Saison 20721 ab (14.40 Uhr)
  • WHO spricht sich für Masken aus, wo Abstand nicht möglich ist (10.41 Uhr)
  • Deutschlandweit 8646 Todesfälle bisher (9.56 Uhr)
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Wir schließen den Newsblog für heute. Morgen früh sind wir wieder mit den aktuellen Entwicklungen rund um das Corona-Virus für Sie da.

++ Fast 35.000 Infizierte im Südwesten

(18.33 Uhr) Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 34.892 gestiegen. Das sind 14 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Samstag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um einen auf 1791. Etwa 32.396 Menschen seien von ihrer Infektion wieder genesen. 

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,65 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

++ Keine Fußball-Saison 2020/21 in Bayern

(14.40 Uhr) In Bayern gibt es keine Fußball-Saison 2020/21. Zu dieser weitreichenden Entscheidung ist eine vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) eingesetzte Arbeitsgruppe gekommen. Das Votum des Gremiums sei einstimmig ausgefallen, wie der BFV am Samstag mitteilte.

Die kommende Spielzeit bei Männern und Frauen könne aus zeitlichen Gründen und wegen fehlender Spieltermine nicht stattfinden, hieß es zur Begründung. Die Arbeitsgruppe habe zudem vorgeschlagen, die aktuell ausgesetzte Saison 2019/20 bis zum 30. Juni 2021 zu verlängern. Der BFV-Vorstand hat diesen Vorschlag bereits bestätigt. Wie im Jugendbereich verfahren wird, soll in Kürze mitgeteilt werden.

Der Spielbetrieb in der aktuell unterbrochenen Saison kann frühestens im September wieder aufgenommen werden. Diese soll unter anderem aus sportlichen Erwägungen (Stichwort Auf- und Abstieg) unbedingt zu Ende gespielt werden. Für den Großteil der Ligen stünden noch zehn bis 17 reguläre Spieltermine auf dem Programm. Hinzu kämen Platzierungs- und Entscheidungsspiele. Außerdem hätten etliche Vereine noch Pokalspiele zu bestreiten.

Die Arbeitsgruppe habe sich unter mehrheitlicher Beteiligung von Vereinsvertretern darum dazu entschlossen, das Saisonfinale in jedem Falle im Frühling 2021 durchzuführen. So soll gewährleistet werden, den Vereinen und deren Zuschauern gesicherte Termine für die attraktivsten Spiele des Jahres bieten zu können.

Nachgedacht wird bereits über ein mögliches Zusatzangebot zum regulären Ligenspielbetrieb. Das könnte etwa ein modifizierter Pokalwettbewerb mit Gruppenspielen oder auch eine Art Playoff-Runde sein. Damit soll sich die Arbeitsgruppe nun beschäftigen.

++ 300.000 Laptops und Tablets für Schüler im Südwesten

(12.16 Uhr) Die angekündigte Anschaffung von 300.000 Laptops und Tablets für Schüler in Baden-Württemberg nimmt konkrete Gestalt an. Am Dienstag soll sich das grün-schwarze Kabinett mit einer Vorlage aus dem Kultusministerium befassen, die das Ziel hat, für insgesamt 130 Millionen Euro Geräte kaufen zu können. Die Summe teilen sich Bund und Land. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart: „Das bedeutet, dass für etwa 20 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg Leihgeräte zur Verfügung stehen werden.“

In der Kabinettsvorlage heißt es: Zwar ist in den Schulen der Unterricht wieder schrittweise gestartet, an einen normalen Regelbetrieb mit Präsenzunterricht mit allen Schülerinnen und Schülern ist wegen der Abstands- und Hygieneregeln infolge der Corona-Pandemie aber derzeit noch nicht zu denken.“ Daher sollen die Bedingungen für den Fernunterricht verbessert werden. Es dürfe nicht sein, dass ein Kind sein Schulziel nicht oder nur schwer erreiche, weil es nicht die nötige technische Ausstattung habe. Geplant sei, dass die Schulträger, also die Kommunen, „zügig“ in die Geräte investieren könnten, um sie dann an Schüler verleihen zu können.

Davon sollen sowohl die Schüler an öffentlichen wie auch an privaten Schulen profitieren. Das Geld soll den Schulträgern einmalig zur Verfügung gestellt werden. Für Folgekosten wie Reparaturen und Wartungen kommt das Land aber ausdrücklich nicht auf.

Bildungsexperten und Lehrerverbände hatten seit der Schulschließungen wegen des Coronavirus Mitte März davor gewarnt, dass bestimmte Schüler abgehängt werden könnten, wenn zu Hause keine Geräte wie Laptops oder Tablets vorhanden seien oder wenn Eltern sie nicht genügend in der außergewöhnlichen Lernsituation unterstützten.

++ WHO ändert Empfehlung zum Tragen von Masken

(10.41 Uhr) Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihren Standpunkt zum Tragen von Gesichtsmasken in der Corona-Krise geändert. Zur Eindämmung von Infektionen empfehle man nun ihre Nutzung in überfüllten öffentlichen Einrichtungen, teilte die WHO am Freitag in Genf mit. Zugleich warnte die UN-Organisation jedoch, Masken könnten das Erkrankungsrisiko sogar erhöhen, wenn Menschen diese mit schmutzigen Händen berührten und so kontaminierten. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte: „Masken können auch ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln.“

Bislang war die Haltung der WHO, dass Mundschutz nur für Kranke und Menschen, die Kranke pflegten, sinnvoll sei. Der Massengebrauch wurde nicht empfohlen.

Tedros sagte, Masken könnten Händehygiene, Abstandhalten und das Aufspüren von Patienten mitsamt ihrer sozialen Kontakte nicht ersetzen. Masken alleine könnten nicht vor Covid-19 schützen. Regierungen sollten dort zum Maskentragen ermutigen, wo die Virusübertragung weit verbreitet sei und wo es schwierig sei, Abstand zu anderen Menschen zu halten, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften oder in engen oder überfüllten Gegenden.

Die WHO stellte auch fest, dass das Nähen von Masken die Menschen in die Lage versetze, etwas gegen das Virus zu tun und gleichzeitig eine mögliche Einkommensquelle darstelle.

++ Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

(9.56 Uhr) Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 183.678 angegeben - ein Plus von 407 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 185.416 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8646 Todesfälle und damit 33 mehr als am Vortag, die JHU 8658 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 168.900.

++ Lehrerverband für Maskenpflicht in Schulen bei Rückkehr zum Normaltrieb

In der Debatte um eine Rückkehr zum Normalbetrieb in den Schulen hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, eine Maskenpflicht für Schüler im Unterricht gefordert. Wenn wieder alle Schüler einer Klasse in einem Raum säßen, sei eine Maskenpflicht „auch während des Unterrichts“ sinnvoll, sagte Meidinger der „Bild“-Zeitung. „Allerdings erschwert das ordentlichen Unterricht“, räumte er ein.

Die Kultusminister der Länder hatten am Freitag eine schnelle Rückkehr zum Regelbetrieb in den Schulen gefordert. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte zuvor erklärt, dass die 1,5-Meter-Abstandsregel bei einer Rückkehr zum Normalbetrieb an Kitas und Schulen nicht mehr zu halten sei.

Meidinger sagte dazu, im Falle vollständiger Schulöffnungen sei ein „völlig neues Hygienekonzept“ nötig. Bedingung sei „höchstmöglicher Gesundheitsschutz“ für Lehrer, Schüler und deren Angehörige. Dafür müssten Klassen und Lerngruppen „vollständig“ und den „ganzen Schultag über“ getrennt werden. Außerdem schlug Meidinger umfassende und regelmäßige Corona-Tests von Lehrern und Schülern vor sowie Notfallpläne im Fall von ansteigenden Infektionen.

„Sollte sich erweisen, dass vollständige Schulöffnungen bundesweit zu einem starken Anstieg an Infektionsausbrüchen an Schulen führen, müsste diese Öffnung umgehend gestoppt und zurückgenommen werden“, sagte der Lehrerverbands-Präsident.

Corona: Was hilft, wenn die Alltagsmaske am Ohr drückt?
Kopfbänder sind eine Alternative, falls sich die Maske mit Ohrbändern unangenehm anfühlt. (Foto: Florian Schuh)

Die letzten Meldungen vom Freitag:

++ Wegen Maskenpflicht diskriminiert

(17.51 Uhr) Die Beratungsstellen gegen Diskriminierung im Südwesten rufen zu mehr Verständnis für Menschen auf, die aus medizinischen oder sonstigen zwingenden Gründen keine Corona-Schutzmaske tragen können.

In vielen Geschäften, Arztpraxen oder im Nahverkehr werde ihnen derzeit trotz ärztlicher Attests der Zutritt verweigert, kritisierte der Verbund am Freitag in Mannheim. Die Betroffenen würden von Mitarbeitern oder Kunden beleidigt und bloßgestellt, obwohl die Corona-Verordnung des Landes Ausnahmefälle vorsehe.

So sind etwa Asthmakranke, Behinderte und Begleitpersonen von Gehörlosen, die auf das Lippenlesen angewiesen sind, von der Maskenpflicht befreit. Diese Menschen müssten ungehindert am öffentlichen Leben teilhaben können, verlangen die Beratungsstellen.

Laden- und Lokalinhaber, Ärzte, Busfahrer und alle am öffentlichen Leben Beteiligte müssten Mitarbeiter und Kunden über die Ausnahmeregelungen informieren und auf Aushängen klarstellen, welche Gruppen von der Maskenpflicht entbunden sind.

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++ Doppel im Tennis erlaubt - Lockerungen bei Tanzsport

(16.43 Uhr) Tennisspielen ist jetzt auch im Doppel wieder erlaubt. Das teilte das Kultusministerium am Freitag in Stuttgart mit. Im Zuge der Lockerung von Corona-Maßnahmen ist bereits seit dem 11. Mai das Tennisspielen im Einzel — unter Auflagen — wieder zulässig. Die Entwicklung des Infektionsgeschehens erlaube nun auch Doppelpartien.

An diesem Samstag treten auch Änderungen für den Tanzsport in Kraft. Erlaubt sind nach Angaben des Ministeriums maximal zehn Menschen oder zehn feste Tanzpaare auf einer Fläche, die so groß ist, dass pro Person oder pro Tanzpaar mindestens 25 Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Beim Ballett darf an der Stange geübt werden, wenn ein Mindestabstand von 2,5 Metern eingehalten wird. Zudem muss weiter dokumentiert werden, wer am Training teilgenommen hat.

++ Deutschland will Grenzen erst Mitte Juni öffnen

(14.50 Uhr) Die deutschen Grenzkontrollen zu anderen europäischen Staaten sollen nach dem Willen von Bundesinnenminister Horst Seehofer Mitte Juni wegfallen. 

Einen entsprechenden Vorschlag will Seehofer nächste Woche Mittwoch dem Bundeskabinett vorlegen, sagte der CSU-Politiker am Freitag in Berlin nach Video-Beratungen mit seinen EU-Kollegen. Damit folgt die Bundesregierung nicht dem Weg Österreichs, das seine Grenze nach Deutschland bereits wieder geöffnet hat.

Auch ein Großteil der anderen EU-Staaten wolle die in der Corona-Krise eingeführten Kontrollen Mitte des Monats aufheben. Ein kleinerer Teil der Staaten werde dies Ende Juni tun.

Deutschland kontrolliert seit Mitte März die Grenzen zu Frankreich, Dänemark, der Schweiz und Österreich. Aus diesen Ländern darf derzeit nur kommen, wer zum Beispiel in Deutschland arbeitet, Verwandte besucht oder nach seiner Zweitwohnung schauen will. Gleiches gilt für die Einreise mit dem Flugzeug aus Italien und Spanien.

Einreisen aus Drittstaaten in die EU könnten dagegen von Juli an wieder nach und nach möglich werden. Fast alle EU-Staaten seien dafür, die derzeit bis zum 15. Juni laufenden Einschränkungen um weitere zwei Wochen zu verlängern, sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson nach den Video-Beratungen mit den EU-Innenministern.

Von Juli an könnten die Beschränkungen für nicht zwingend notwendige Reisen in die EU dann schrittweise aufgehoben werden. Die europäischen Staaten sollten sich dabei gut untereinander abstimmen. Die EU-Kommission werde Empfehlungen für die schrittweise Aufhebung erarbeiten.

Deutsch-österreichische Grenze
Ab Mitte Juni 2020 sollen die Kontrollen an den Grenzen entfallen. (Foto: Peter Kneffel / DPA)

Das Wichtigste vom Donnerstag:

  • Längerer Lohnersatz für Eltern und weniger Mehrwertsteuer in Gastronomie (10.40 Uhr)
  • Deutschland will Grenzen erst Mitte Juni öffnen (14.50 Uhr)
  • Südwest-FDP kritisiert Corona-Bußgelder (11.31 Uhr)
  • Fachjournal "The Lancet" zieht Chloroquin-Studie zurück (7.06 Uhr)

+++ Hier geht es zum Newsblog von Freitag+++

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