Corona-Kreuz ist seit Karfreitag in der Kirche St. Christina zu sehen

Schwäbische Zeitung

Seit Karfreitag steht in der Ravensburger Kirche St. Christina ein Corona-Kreuz. Es symbolisiert zum einen die Spaltung in Kirche und Gesellschaft, die durch die Pandemie entstanden ist, zum anderen aber auch die Hoffnung, dass der christliche Glaube, dass letztlich Gott alles Trennende überwinden kann. Das teilt die katholische Seelsorgeeinheit Ravensburg-Mitte mit.

Das Corona-Kreuz der Seelsorgeeinheit Ravensburg-Mitte ist demnach ein schlichtes Holzkreuz aus Altholz mit einem Keil, der von oben das Kreuz spaltet. Idee und Umsetzung bewerkstelligten in einer Gemeinschaftsarbeit der Möbelgestalter und Schreinermeister Stephan Schmidt aus Wilhelmsdorf-Zußdorf, Kunstschmied Johannes Eichler und Diakon Michael Wielath aus Ravensburg.

„Bei der Gestaltung stand die Frage im Raum, welches Zeichen sich durch die aktuelle Zeit zieht, dabei kam der Gedanke der Spaltung auf“, so Wielath in dem Schreiben über die Symbolik. Gesellschaft und Kirche machten eine Zeit der Spaltung durch. „Und auch in Familien oder im Freundeskreis ist die Spaltung ein Zeichen unserer Zeit: Menschen leben getrennt, zurückgezogen in Isolation oder Quarantäne, dürfen keinen Besuch empfangen.“ Das Getrenntsein symbolisiere auch den klaffenden Spalt vom bisher gewohnten Leben.

Der Ravensburger Diakon, der auch im Kunstbereich aktiv ist, führt in der Mitteilung weiter aus: „Seit mehr als einem Jahr leben wir in einer Zeit der radikalen Veränderung, in der jeder Einzelne auf seine Art Schmerz, Leid, Verlust und Trauer empfindet. Für Christen symbolisiert dies das Kreuz, an dem Jesus für uns gelitten hat: Wir dürfen mit allem, was uns bewegt zu diesem Kreuz kommen und es Gott anvertrauen.“ Bereits früher seien Kreuze entstanden, die dem Schmerz Ausdruck gaben, so zum Beispiel die Pestkreuze, die bis heute in manchen Kirchen oder auf den Fluren zu finden sind. Das Ravensburger Corona-Kreuz könnte so auch zu einem Ort des Gedenkens der menschlichen und gesellschaftlichen Opfer der Corona-Pandemie werden.

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